Dienstag, Juli 14, 2026
StartInterviewsVenture Capital für alle: Wie Akka Pre-IPO-Investments ab 300 Euro zugänglich macht

Venture Capital für alle: Wie Akka Pre-IPO-Investments ab 300 Euro zugänglich macht

Die Investment-Plattform Akka demokratisiert den Zugang zu nicht börsennotierten Unternehmen und öffnet hochkarätige Venture-Capital-Anlagen für eine breite Zielgruppe.

Können Sie Akka kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Ich habe Akka gemeinsam mit meinem Mitgründer Benoît Lagarde im Januar 2024 gegründet, weil wir privaten Anlegerinnen und Anlegern den Zugang zu nicht börsennotierten Unternehmen ermöglichen wollten. Über unsere App können Akka-Mitglieder bereits ab 300 Euro in einige der vielversprechendsten Technologieunternehmen Europas und der USA investieren. Bis heute haben unsere Mitglieder fast 25 Millionen Euro in mehr als 34 Unternehmen investiert.

Wie entstand die Idee, Startup- und Pre-IPO-Investments für eine breitere Zielgruppe zugänglich zu machen?

Bevor ich Akka gegründet habe, hatte ich bereits in mehr als 40 Unternehmen investiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich fast ausschließlich gemeinsam mit sehr vermögenden Privatpersonen und Investmentfonds investiert habe. Ich habe mit diesen Investitionen sehr gute Renditen erzielt, und viele Freunde hätten ebenfalls gern investiert. Doch die Mindestanlage lag meist bei 50.000 Euro oder mehr. Selbst mit meinen Kontakten konnte ich ihnen diesen Zugang nicht ermöglichen.

Irgendwann wurde mir klar, dass das kein Einzelfall war. Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen gehören seit Jahrzehnten zu den renditestärksten Anlageklassen, waren aber fast ausschließlich einer kleinen Gruppe professioneller Investoren vorbehalten. Genau das wollten wir mit Akka ändern und diesen Markt für deutlich mehr Menschen öffnen.

Welche Vision verfolgen Sie mit Akka, und wie möchten Sie den Zugang zu Venture-Capital-Investments langfristig verändern?

Aus meiner Sicht kommt es auf zwei Dinge an: Wir müssen unseren Mitgliedern Zugang zu den vielversprechendsten Unternehmen ermöglichen und gleichzeitig die Einstiegshürde deutlich senken.

Innerhalb von nur drei Jahren haben wir die Mindestanlage bereits auf 300 Euro reduziert und unseren Mitgliedern den Zugang zu einigen der weltweit spannendsten Unternehmen ermöglicht, darunter Anthropic, Epic Games und Perplexity.

Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen. Gleichzeitig möchten wir unser Angebot kontinuierlich ausbauen – etwa durch bessere Möglichkeiten, Anteile zu veräußern, umfangreiche Lernangebote, ein starkes Netzwerk von Investor sowie Veranstaltungen in ganz Europa. Mit Akka möchten wir ein neues Investitionsumfeld schaffen, das allen offensteht.

An welche Zielgruppen richtet sich Akka hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie mit Ihrer Plattform erfüllen?

Die meisten unserer Mitglieder haben vor ihrer Anmeldung bei Akka noch nie in nicht börsennotierte Unternehmen investiert. Viele verfügen aber bereits über Erfahrungen mit Aktien, Immobilien oder Kryptowährungen. Sie möchten in Unternehmen investieren, deren Entwicklung sie nachvollziehen können und die gleichzeitig noch erhebliches Wachstumspotenzial bieten.

Wir übernehmen den gesamten Investitionsprozess – von der Auswahl geeigneter Unternehmen über deren Analyse und die Vertragsverhandlungen bis hin zu allen rechtlichen Schritten sowie der Begleitung während der gesamten Haltedauer und beim späteren Verkauf der Anteile. Dadurch benötigen unsere Mitglieder keine besonderen Vorkenntnisse.

Gleichzeitig beobachten wir, dass sich zunehmend auch erfahrene Investoren, Business Angels und Family Offices für Akka entscheiden, weil unser Ansatz für sie deutlich einfacher und effizienter ist, als jede Investition selbst zu organisieren.

Viele Privatanleger haben bislang keinen Zugang zu Startup-Investments. Warum möchten Sie diese Hürde abbauen?

Nicht börsennotierte Unternehmen gehörten in den vergangenen Jahrzehnten zu den renditestärksten Anlageklassen und haben sich langfristig besser entwickelt als Aktien, Immobilien oder Kryptowährungen. Dennoch blieb dieser Markt für die meisten Menschen verschlossen. Hohe Mindestanlagesummen, exklusive Netzwerke und das Fachwissen, das für die Bewertung nicht börsennotierter Unternehmen erforderlich ist, machten den Zugang nahezu unmöglich.

Gleichzeitig haben die europäischen Aufsichtsbehörden in den vergangenen Jahren neue regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen, damit diese Anlageklasse über regulierte Plattformen einer breiteren Anlegergruppe zugänglich wird. Diese regulatorischen Entwicklungen haben überhaupt erst den Rahmen geschaffen, in dem ein Angebot wie Akka möglich ist.

Was macht Akka aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu anderen Investmentplattformen?

Für mich liegt der größte Unterschied in der Qualität der Unternehmen, zu denen wir unseren Mitgliedern Zugang ermöglichen. Viele Plattformen stellen jeden Monat zehn oder zwanzig Investitionsmöglichkeiten ein und liefern dazu nur wenige Informationen. Das ähnelt eher einem Marktplatz, auf dem die Unternehmen selbst im Mittelpunkt stehen.

Bei Akka ist das anders. Unser Fokus liegt auf den Anleger. Deshalb wählen wir jeden Monat nur ein oder zwei Unternehmen aus, von deren Potenzial wir wirklich überzeugt sind. Ebenso wichtig sind für uns die Konditionen, zu denen wir investieren.

Ein gutes Beispiel ist Anthropic. Heute bieten mehrere Plattformen Anteile an dem Unternehmen an, allerdings auf Basis einer Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar oder mehr. Wir haben unseren Mitgliedern bereits Zugang ermöglicht, als das Unternehmen noch mit rund 60 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Genau diese sorgfältige Auswahl schafft aus unserer Sicht langfristig den größten Mehrwert für unsere Mitglieder.

Darüber hinaus bieten wir weit mehr als reine Investitionsmöglichkeiten. Zu Akka gehören auch Lernangebote und ein Netzwerk, in dem sich unsere Mitglieder austauschen können.

Welche Rolle spielen Bildung und Wissensvermittlung, wenn es darum geht, neue Anleger an das Thema Startup-Investments heranzuführen?

Sie sind für uns unverzichtbar. Die meisten Menschen, die Mitglied bei Akka werden, haben zuvor noch nie in nicht börsennotierte Unternehmen investiert. Deshalb geht es für uns nicht nur darum, ihnen den Zugang zu diesem Markt zu ermöglichen. Wir möchten ihnen auch das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um ihre Entscheidungen selbstbewusst treffen zu können.

Dazu gehört zum Beispiel, zu erklären, wie Startups bewertet werden, was die Verwässerung von Anteilen bedeutet oder wie eine Finanzierungsrunde abläuft.

Dabei spielt auch der Austausch unter unseren Mitgliedern eine wichtige Rolle. Bei Akka kommen angehende Gründer, Fachleute aus der Technologiebranche und Menschen zusammen, die sich für Innovationen interessieren. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machen den Austausch besonders wertvoll.

Wir möchten unsere Mitglieder nicht nur dazu befähigen zu investieren, sondern genau zu verstehen, in welches Unternehmen sie investieren und warum.

Wie stellen Sie sicher, dass Nutzer die Chancen und Risiken dieser Anlageform besser verstehen können?

Zu jeder Investitionsmöglichkeit stellen wir unseren Mitgliedern eine Zusammenfassung unserer Analyse sowie wichtige Unternehmensunterlagen zur Verfügung. Außerdem organisieren wir Gespräche mit den Gründer, bei denen unsere Mitglieder ihre Fragen direkt stellen können.

Uns ist wichtig, ein möglichst vollständiges und zugleich verständliches Bild jedes Unternehmens zu vermitteln. Deshalb erläutern wir nicht nur, warum wir investieren, sondern sprechen auch offen über die Risiken, die wir bei der jeweiligen Investition sehen.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen beim Aufbau einer Plattform, die Venture-Capital-Investments für mehr Menschen zugänglich machen möchte?

Die größte Herausforderung ist aus meiner Sicht die Wissensvermittlung. Die meisten Menschen, die zu Akka kommen, haben sich bislang nie als Investoren im Bereich Wagniskapital verstanden – schlicht deshalb, weil sie bisher keinen Zugang dazu hatten.

Bevor wir überhaupt über einzelne Unternehmen sprechen, müssen wir zunächst eine andere Form des Investierens erklären. Dazu gehören längere Anlagezeiträume, eine geringere Handelbarkeit der Anteile und die Tatsache, dass einzelne erfolgreiche Unternehmen den Wert eines gesamten Portfolios maßgeblich beeinflussen können. Diese Zusammenhänge sind nicht besonders kompliziert, aber vielen Menschen zunächst fremd.

Unser Anspruch ist deshalb, dass jedes Mitglied genau versteht, worauf es sich einlässt, bevor es zum ersten Mal investiert. Dafür steht unseren Mitgliedern ein erfahrenes Expert zur Seite. Wer Fragen hat, kann jederzeit ein persönliches Gespräch mit uns führen. Wir nehmen uns gerne die Zeit zu erklären, wie Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen funktionieren.

Wie wichtig ist die Community innerhalb von Akka, und welchen Mehrwert bietet sie den Nutzern?

Der Austausch unter unseren Mitgliedern ist ein wichtiger Bestandteil von Akka. Neben den Investitionsmöglichkeiten bieten wir umfangreiche Lernangebote sowie die Möglichkeit, sich sowohl online als auch bei Veranstaltungen in ganz Europa mit anderen Anleger zu vernetzen.

So können unsere Mitglieder Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam Wissen rund um Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen aufbauen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Akka aktuell im Fokus?

Deutschland ist für uns einer der attraktivsten Wachstumsmärkte in Europa. Deshalb bauen wir unsere Präsenz hier gezielt aus und suchen derzeit einen General Manager für Deutschland. Bis Ende 2026 wollen wir rund 1.000 Nutzer in Deutschland gewinnen.

Langfristig möchten wir hier eine starke lokale Präsenz aufbauen und perspektivisch auch in deutsche Unternehmen investieren.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die einen traditionellen Markt durch digitale Lösungen zugänglicher machen möchten?

Der erste Rat ist: Macht es den Menschen so einfach wie möglich. Zugang bedeutet nicht nur, finanzielle Hürden zu senken. Genauso wichtig ist es, komplexe Themen verständlich zu erklären.

Mein zweiter Rat: Eure Glaubwürdigkeit ist euer wichtigstes Kapital. Gerade in einem Markt, der auf Vertrauen basiert, stärkt oder schwächt jede Entscheidung das Vertrauen eurer Nutzerinnen und Nutzer. Deshalb solltet ihr sehr sorgfältig auswählen, was ihr anbietet.

Und mein dritter Rat: Denkt langfristig. Regulatorische Anforderungen, eine langsame Marktentwicklung oder etablierte Wettbewerber mögen zunächst wie Hindernisse erscheinen. Tatsächlich können sie aber auch ein Vorteil sein, weil sie den Markteintritt erschweren und euch die Zeit geben, etwas Nachhaltiges aufzubauen.

Bildcredits Akka Europe

Wir bedanken uns bei Thomas Rebaud für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


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Kontakt:

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75017 Paris
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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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