10 Millionen Euro für Kuro: Deutschlands größte Generalunternehmer setzen auf das Berliner KI-Unternehmen
Köln/Berlin, 30. September 2026 – Europa hat entschieden, wieder zu bauen: Straßen, Wohnungen, Rechenzentren, Energie, Verteidigung. Die EU-Staaten investierten 2025 rund 1,6 Billionen Euro in den Bau. Umsetzen werden das vor allem die Generalunternehmer. Sie stehen im Zentrum jedes Projekts, das bedeutet, bei ihnen laufen alle Projektdaten zusammen. Schnell handelt es sich dabei um Hunderttausende Seiten. Ihre Teams in Vertrieb, Kalkulation, Einkauf und Bauleitung verbringen rund die Hälfte ihrer Zeit damit, diese Informationen zu sichten und einzuordnen. Hinzu kommt: Die Unterlagen eines Projekts widersprechen sich regelmäßig. Bleibt ein Widerspruch unentdeckt, trägt der Generalunternehmer den Schaden, je nach Projekt in Millionenhöhe. Wer diese Projekte bearbeitet, trifft jeden Tag Entscheidungen, die auf langer Erfahrung beruhen und über den Projekterfolg bestimmen. Mit jedem abgeschlossenen Projekt geht dieses Wissen jedoch verloren.
Kuro baut das KI-Fundament für Generalunternehmer
Die Plattform liest alle diese Unterlagen ein und verknüpft sie zu einem Datenmodell. Darüber liegt das Regelwerk des Unternehmens – seine Bauteile, Prüfkriterien und Vergabeeinheiten. Die Plattform findet Widersprüche zwischen Plänen und Baubeschreibungen, analysiert, was gebaut werden muss und wo die Risiken liegen, reichert Bauteile in 3D-Modellen an, bearbeitet öffentliche Ausschreibungen und wertet Nachunternehmerangebote aus. Korrekturen des Kalkulators bleiben im Regelwerk und gelten im nächsten Projekt.
Weniger Zeitaufwand und höhere Qualität
Das Ergebnis: weniger Zeitaufwand und höhere Qualität. Kunden berichten von rund 90 Stunden Zeitersparnis je Angebot. 70 Prozent der Nutzer sagen, Kuro habe Informationen gefunden, die sie sonst übersehen hätten. Das verhindert teure Fehler bis hin zu größeren Schäden auf der Baustelle.
Zu den Kunden zählen Goldbeck, Köster, Geiger, Riedel und Implenia. Sechs der insgesamt zwölf Kunden gehören zu den 20 größten Generalunternehmern im deutschsprachigen Raum.
„Wir kalkulieren mit derselben Mannschaft mehr Angebote, aber das ist der Nebeneffekt. Entscheidend ist, dass wir schnell Risiken in der Ausschreibung erkennen, bevor wir den Preis abgeben“, sagt Nils Köster, CEO von Köster GmbH.
Bauwirtschaft verliert erfahrene Fachkräfte
Die Aufträge kommen. Zugleich verliert die Bauwirtschaft ihre Erfahrungsträger: Allein in Deutschland gingen 2024 rund 19.800 Beschäftigte des Bauhauptgewerbes in Rente – und mit ihnen ihr Wissen.
„Eine Branche, die schneller vergisst, als sie lernt, kann diese Aufträge nicht erfüllen. Wir sehen die Bauindustrie als Fundament des Fortschritts. Mit Kuro ist es unsere Aufgabe, ihr das technische Fundament zu geben, mit dem sie der Ambition dieses Kontinents gerecht wird. Die GUs, die es schaffen, ihr Wissen zu produktisieren, werden im Wachstum weniger abhängig von einzelnen Personen“, sagt Lea Scherer, CEO von Kuro Technology.
Kuro erweitert die Plattform auf das gesamte Backoffice
„Wir sind in der Kalkulation gestartet, weil dort das Projekt geboren und entschieden wird“, sagt Jonas Minkler, Mitgründer und CPO von Kuro Technology. „Die Probleme ziehen sich aber in den darauffolgenden Bereichen durch: zu viele widersprüchliche Daten und Wissen, das nicht von Projekt zu Projekt weitergegeben wird. Deshalb erweitern wir die Plattform jetzt Schritt für Schritt auf das gesamte Backoffice und bauen ein System, das lernt und mit jedem Projekt besser wird.”
10 Millionen Euro unter Führung von UVC Partners
“Wir freuen uns, mit Lea und Jonas zusammenarbeiten zu dürfen. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren, bereits vor der Gründung von Kuro. Sie verfügen über langjährige Startup-Erfahrung und tiefes Branchenwissen, was gerade in der Bauindustrie von großer Bedeutung ist. Und das zahlt sich aus: Sie erzielen bereits mit den ersten Use Cases in der Kalkulation messbaren Kundennutzen und weiten das Produkt nach und nach auf weitere Backoffice-Prozesse wie Einkauf, Buchhaltung und Compliance aus. Die schnell wachsende Kundenbasis mit führenden Generalunternehmern ist ein Beleg ihrer Strategie“, sagt Dr. Ingo Potthof, Managing Partner bei UVC Partners.
Kuro wurde 2024 gegründet
Kuro wurde 2024 von Jonas Minkler und Lea Scherer gegründet, die zuvor jeweils acht Jahre in der Bauindustrie gearbeitet hatten. Das Unternehmen beschäftigt 16 Mitarbeiter in Berlin.
Kuro entwickelt eine KI-Plattform für Generalunternehmer. Sie analysiert Projektunterlagen, erkennt Widersprüche und Risiken und soll Wissen aus abgeschlossenen Bauprojekten für zukünftige Projekte nutzbar machen.
Kuro erhält 10 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde unter Führung von UVC Partners. Auch Foundamental, Realyze Ventures und helloworld beteiligen sich an der Runde.
Kuro wurde 2024 von Lea Scherer und Jonas Minkler gegründet. Beide hatten zuvor jeweils acht Jahre in der Bauindustrie gearbeitet.
Bild Gründerteam @ Kuro
Quelle Realyze Ventures Management GmbH















