Mittwoch, April 15, 2026
StartGründerTalkEinkaufen rund um die Uhr als neuer Alltag?

Einkaufen rund um die Uhr als neuer Alltag?

marktzeit betreibt automatisierte Store Lösungen mit Roboter Technologie und wird am 14. April in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen pitchen

Wie ist marktzeit entstanden und wer sind die Gründer hinter dem Startup?

marktzeit ist aus einer ganz konkreten Beobachtung entstanden: In Wien gibt es nach 20 Uhr und am Sonntag praktisch keine Nahversorgung. Wer Milch, Gemüse oder ein Gebäck braucht, hat Pech. Wir haben 2024 beschlossen, das zu ändern: mit einem vollautomatischen Roboter-Store, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet ist, ohne Personal vor Ort. Heute versorgt marktzeit tausende Haushalte in Wien-Landstraße und 5km Umgebung über Lieferdienste.

Was hat euch dazu motiviert, den Einzelhandel mit einem vollautomatisierten Store-Konzept neu zu denken?

Wir wollten den Einzelhandel nicht „neu denken“. Wir wollten eine konkrete Versorgungslücke schließen. In unserem Einzugsgebiet leben über 1.200 Familien, und der nächste Supermarkt hat klassische Öffnungszeiten. Die Idee war: Was wäre, wenn du um 23 Uhr im Pyjama runtergehen und einkaufen könntest oder (wenn du weiter weg wohnst) dir über Foodora und Lieferando liefern lässt? Die Automatisierung ist das Mittel, nicht der Zweck. Sie ermöglicht einen Store, der wirtschaftlich funktioniert, wo ein bemannter Laden es nicht würde.

marktzeit wird am 14. April 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Mit welchen Erwartungen geht ihr in den Pitch?

Mit realistischen. Wir haben einen laufenden Betrieb, echte Umsätze und ein Modell, das funktioniert. Unser Ziel war es, vor den Investorinnen und Investoren zu zeigen, dass automatisierter Convenience-Retail kein Zukunftsprojekt ist, sondern bereits Realität und skalierbar. Was daraus entsteht, werden wir sehen.

Wie bereitet ihr euch aktuell auf euren Auftritt bei 2 Minuten 2 Millionen vor?

Flyer für die Bewohner unseres Wohnkomplexes, Updates auf unseren Delivery-Plattformen, Social-Media-Kampagne. Wir wollen den Moment nutzen, um marktzeit in Wien sichtbarer zu machen.

Welche zentrale Botschaft möchtet ihr mit marktzeit vor den Investorinnen und Investoren vermitteln?

Dass Nahversorgung rund um die Uhr funktionieren kann. Wirtschaftlich, Mit kaum Personal vor Ort, direkt dort wo die Menschen wohnen. Und dass das kein Prototyp ist, sondern ein laufender Betrieb.

Was wäre für euch ein persönlicher Erfolg nach der Teilnahme an 2 Minuten 2 Millionen?

Wenn Menschen in Wien, die marktzeit noch nicht kennen, nach der Sendung verstehen, was wir machen und sich vorstellen können, so einen Store auch in ihrem Wohnhaus zu haben. Investorengeld wäre schön, aber Reichweite und neue Standort-Anfragen wären langfristig wertvoller.

Welche Vision verfolgt ihr mit marktzeit für die Zukunft des Einkaufens?

Jeder größere Wohnkomplex sollte einen marktzeit haben. Nicht als Ersatz für den Supermarkt, sondern als Ergänzung: für die Abendstunden, den Sonntag, die vergessene Zutat. Unser Modell ist darauf ausgelegt, standortübergreifend zu skalieren mit schlanker Logistik und zentraler Steuerung.

Was macht euer Konzept aus automatisierten Stores und Robotik besonders?

Unser Roboter befüllt den Store automatisch, hält die Kühlung, sortiert nach Mindesthaltbarkeit. Das heißt: frische Ware, kein Personal, das ständig vor Ort sein muss, und trotzdem ein Sortiment, das von Frühstück bis Feierabendbier alles abdeckt. Dazu kommen alle gängigen Lieferplattformen über die man auch von zuhause bestellen kann.

Welche Rolle spielt euer Roboter-System bei der Effizienz und Kundenerfahrung?

Eine zentrale. Der Roboter ermöglicht, dass wir einen Store betreiben, der 168 Stunden pro Woche geöffnet ist ohne Personalkosten pro Öffnungsstunde. Für Kunden bedeutet das: immer verfügbar, immer frisch sortiert, kein Warten an der Kasse. Der Einkauf dauert unter einer Minute.

Welche Vorteile bietet euer Modell im Vergleich zu klassischen Supermärkten, insbesondere in Bezug auf Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und Komfort?

Verfügbarkeit: 24/7, also Sonntag und Feiertag. Geschwindigkeit: Produkt auswählen, bezahlen, entnehmen unter 60 Sekunden. Komfort: Der Store ist im Erdgeschoss des Wohnkomplexes, nicht zehn Gehminuten entfernt. Und wer gar nicht runtergehen will, bestellt über eine der drei Delivery-Plattformen.

Welche Zielgruppe sprecht ihr mit marktzeit besonders an und welche Probleme löst ihr im Alltag eurer Kundinnen und Kunden?

Unsere Kernzielgruppe sind Bewohnerinnen und Bewohner großer Wohnkomplexe, Berufstätige, die spät heimkommen, Familien, denen am Sonntagvormittag die Milch ausgeht, Studierende, die um Mitternacht Snacks brauchen. Das Problem ist immer dasselbe: Der Supermarkt hat zu. marktzeit hat offen.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung und dem Betrieb automatisierter Retail-Lösungen?

Ein Automat verzeiht keine Fehler im Sortiment. Du hast begrenzte Plätze und kein Verkaufspersonal, das Kunden beraten oder Alternativen vorschlagen kann. Jedes Produkt muss sich seinen Platz verdienen. Dazu kommt, dass sich Regulierung laufend ändert. Als kleiner Betreiber musst du genauso compliant sein wie ein großer Supermarkt, hast aber nicht die Rechtsabteilung dafür. Die eigentliche Herausforderung ist aber, Convenience wirklich convenient zu machen: Das Einkaufserlebnis muss so einfach sein, dass die Leute den Store dem Supermarkt vorziehen. Nicht nur wenn der Retailer zu hat, sondern auch wenn er offen ist.

Was unterscheidet marktzeit von anderen Smart Store oder Retail Tech Anbietern?

Die meisten Smart-Store-Konzepte in Österreich sind Automaten aneinandergereiht. Wir haben einen vollintegrierten Roboter, der den Store eigenständig bewirtschaftet, drei Delivery-Plattformen angebunden und ein HACCP-Konzept, das uns erlaubt, frische, portioniertierte Produkte zu verkaufen, nicht nur abgepackte Markenware. Das gibt uns volle Kontrolle über Sortiment, Qualität und Kundenerfahrung.

Welche Bedeutung haben Regionalität, Nachhaltigkeit und Technologie für eure Marke und eure Kunden?

Unser Kaffee kommt von der Kaffeefabrik Wien. Direkthandel, Bio, die Gründer haben unsere Maschine persönlich kalibriert. Aber wir sind ehrlich: Unsere Kunden kaufen bei uns, weil wir offen haben, wenn andere zu haben. Regionalität und Nachhaltigkeit sind uns wichtig, aber wir stellen sie nicht als Marketing-Versprechen in den Vordergrund, das wir nicht bei jedem Produkt einlösen können. Technologie ist für uns Mittel zum Zweck: Sie macht den Store wirtschaftlich und den Einkauf bequem.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Löst ein echtes Problem, kein konstruiertes. Wenn du dein Produkt in drei Sätzen erklären musst, ist es wahrscheinlich keines. Zweitens: Startet mit einem Standort und macht den richtig. Skalierung auf dem Papier ist wertlos, wenn der Betrieb am ersten Store nicht funktioniert. Drittens: Unterschätzt die Bürokratie nicht. In Österreich bist du als Lebensmittel-Startup schneller im Regulierungsdschungel als im Markt.

Sehen Sie marktzeit am 14. April 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits/Fotograf: marktzeit in 2 Minuten 2 Millionen Bildcredits / Fotograf: PULS 4 Gerry Frank

Wir bedanken uns bei Dragan Komsic für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

StartupValley
StartupValley
Das StartupValley Magazin ist Europas großes Magazin für Start-ups, Gründer und Entrepreneure. Ihr findet bei uns Tagesaktuelle News zu den neuesten Trends, Technologien und Geschäftsmodellen der internationalen Startup-Szene sowie Interviews mit erfolgreichen Gründern und Investoren.
- Advertisement -
spot_img

StartupValley WhatsApp

Sei immer einen Schritt voraus! Tägliche Updates: Events, Termin & echte Insider-Tipps – direkt in dein WhatsApp!

StartupValley Newsletter

Erhalte regelmäßig die wichtigsten internationalen Startup-News in dein Postfach!

PREMIUM STARTUPS

Neueste Beiträge

Premium Events

spot_img
spot_img
spot_img
spot_img

Das könnte dir auch gefallen!

StartupValley Newsletter

Erhalte regelmäßig die wichtigsten internationalen Startup-News in dein Postfach!