Dienstag, März 31, 2026
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Angebote wahrnehmen und aktiv nach Unterstützung suchen

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Sustainacy

Sustainacy ist eine B2B-Plattform, welche die Verhaltenswissenschaft nutzt, um Mitarbeitenden zu nachhaltigeren Entscheidungen und Handlungen zu ermutigen.

Stellen Sie sich und das Startup Sustainacy doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Selina Sinning, CEO und Co-Gründerin von Sustainacy.
Sustainacy ist eine B2B-Plattform, welche die Verhaltenswissenschaft nutzt, um Mitarbeitenden zu nachhaltigeren Entscheidungen und Handlungen zu ermutigen.
Unser Ansatz, Nachhaltigkeitsinitiativen und Mitarbeitenden-Engagement zu kombinieren, führt zu erfolgreicheren ESG-Strategien, einer nachhaltigeren Kultur und einer höheren Attraktivität und Retention-Rate für Mitarbeitende.

Dabei stützen wir uns vor allem auf das ‘EAST-Prinzip’, welches besagt, dass das gewünschte Verhalten einfach (easy), attraktiv (attractive), sozial (social) und zeitnah (timely) gestaltet werden sollte, um Veränderungen anzustoßen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Nach meinem Studium habe ich mich schwergetan, ein Unternehmen zu finden, mit dessen Werten ich mich wirklich identifizieren konnte. Auch in meinem Bekanntenkreis konnte ich beobachten, dass viele von derselben Problematik berichtet haben oder sich über unzureichende oder teilweise sogar gänzlich fehlende Nachhaltigkeits-Initiativen beschwerten.

Angesichts des niedrigen Engagements von Mitarbeitenden und der Überforderung einiger Unternehmen mit der Komplexität von Nachhaltigkeits-Transformationen habe ich zusammen mit meiner Mitgründerin Oriana Coku den Entschluss gefasst, die beiden Probleme parallel anzugehen. Denn es zeigt sich: nur 2% der Nachhaltigkeits-Transformationen sind erfolgreich, doch diese Rate kann deutlich gesteigert werden, wenn Mitarbeitende in den Prozess einbezogen werden.
Gerade hier in Deutschland wird dabei der positive Einfluss von Behavioral Science auf die 3 P’s der Nachhaltigkeit (people, planet & profit) noch viel zu sehr unterschätzt – und das möchten wir ändern.

Welche Vision steckt hinter Sustainacy?

Wir wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht im Widerspruch zu unternehmerischen Zielen steht und alle 3 P’s der Nachhaltigkeit in Organisationen vorantreiben. Durch unseren Ansatz, der die Mitarbeitenden in den Fokus rückt, soll das Unternehmensklima gefördert und die ESG-Bilanz des Unternehmens verbessert werden. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass alle Beteiligten von dieser Herangehensweise profitieren!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Viele Unternehmen denken immer noch zu kurzfristig oder sind mit der Herausforderung der Transformation überfordert. Das hat zur Folge, dass sie ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, irgendwie mit den neuesten Entwicklungen und Vorschriften mitzuhalten. Wir müssen daher immer noch viel Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit leisten, dass dieses Vorgehen keine nachhaltige Lösung darstellt und es im Gegenteil darauf ankommt, Nachhaltigkeit in die DNA des Unternehmens und damit auch in die täglichen Entscheidungen der Mitarbeitenden einfließen zu lassen. 

Wir haben im Incubator-Programm von Futury gestartet und aktuell sind wir StipendiatInnen des Berliner Start-up-Stipendiums. Übergangsweise finanzieren wir uns durch Bootstrapping, doch Anfang nächsten Jahres wollen wir mit der ersten Finanzierungsrunde beginnen. 

Wer ist die Zielgruppe von Sustainacy?

Wir wenden uns in erster Linie an große und mittelständische Organisationen, die bereits erkannt haben, wie wichtig es ist, ihr Geschäftsmodell und ihre Strategie an die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen, sich aber schwertun, eine zum Unternehmen passende Handlungslinie zu bestimmen.

Da wir die Themen Nachhaltigkeit und Mitarbeitenden-Engagement fördern, sprechen wir vor allem CSOs und HR-ManagerInnen an. 

Wie funktioniert Sustainacy? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Sustainacy baut auf Ergebnissen der Verhaltenswissenschaften auf. Wir nutzen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis, um ESG-Strategien im Unternehmen voranzubringen, Talente anzuziehen und zu binden und eine nachhaltige Unternehmenskultur zu schaffen. Leider sehen wir immer wieder, dass Anbieter ähnliche Ansätze ohne ExpertInnen-Wissen auf diesen Gebieten (Behavioural Science & Nachhaltigkeit) entwickeln und dabei wichtige Aspekte vernachlässigen oder sogar hinderliche Lösungen auf den Markt bringen. 

Dahingegen entwickeln wir eine holistische, gamifizierte Lösung, welche Unternehmen und ihre Mitarbeitende auf jedem Schritt hin zu nachhaltigerem Verhalten und Denken begleitet. Ein wichtiger Aspekt unserer Lösung besteht beispielsweise darin, dass wir Mitarbeitende für ihr nachhaltiges Verhalten belohnen (natürlich ebenso nachhaltig!) 

Sustainacy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Klimawandel braucht Verhaltenswandel und nachhaltige Unternehmen brauchen nachhaltige Mitarbeitende. In 5 Jahren werden wir mehr als 150 Unternehmen beim Aufbau einer nachhaltigen Unternehmenskultur begleitet haben. Damit sind wir die erste Wahl für Unternehmen, die Nachhaltigkeit einfach in ihre Kernprozesse einbinden wollen. Außerdem konzentrieren wir uns aktuell noch auf Unternehmen mit Sitz in Deutschland, doch in 5 Jahren wollen wir unser Angebot auf den europäischen Markt ausdehnen.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Angebote wahrnehmen und aktiv nach Unterstützung suchen. 
Man muss den Weg nicht allein gehen. Nutzt die vielen Angebote & Veranstaltungen für Start-ups, sucht euch MentorInnen, die euch mit ihrer Erfahrung & Expertise unterstützen können und tauscht euch mit Gleichgesinnten aus. Und vor allem: fragt euer Netzwerk aktiv & kontinuierlich nach Feedback.

Hört auf eure innere Stimme & bleibt euch treu. Denn: 1.000 Menschen, 1.000 Meinungen. Während es wichtig ist, Feedback von außen zu holen, solltet ihr euch bewusst bleiben. Was ihr wollt und euch nicht in eine Ecke drängen lassen, in der ihr euch nicht wohlfühlt. Ein Startup zu gründen ist sehr zeitintensiv und man steckt sehr viel Energie in diese Aufgabe. Nur wer an seine Idee glaubt, kann auch Energie aus dieser Arbeit schöpfen und langfristig eine Vorbildfunktion einnehmen. 

Habt Spaß! Gerade als GründerIn muss man sehr viel Zeit investieren. Deswegen ist es so wichtig auch Spaß bei der Arbeit und zusammen mit seinen Team-KollegInnen zu haben. Nehmt euch aktiv Zeit für tiefe Gespräche oder gemeinsame Aktivitäten. Wie Sport oder kulturelle Veranstaltungen, die absolut nichts mit der Arbeit zu tun haben. 

Wir bedanken uns bei Selina Sinning für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Standardisiere frühzeitig die Unternehmensprozesse

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cure gesundheit

CURE alles rund um deine Gesundheit mit dem Arzt sprechen, E-Rezept erhalten und Medikamente von zu Hause aus bestellen

Stellen Sie sich und das Startup CURE doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Ali El-Ali, ich bin Gründer des Apothekenlieferservice CURE. Ich habe Business Administration mit Fokus auf Behavial Psychology studiert und kurz nach meinem Masterabschluss mein erstes Start-up gegründet: die Social-Investment-Plattform AE Invest. Nach meinem Exit bei AE Invest habe ich mit meinem zweiten Unternehmen GreenLog E-Mobility-Anbieter bei der Prozessoptimierung unterstützt. Im Dezember 2021 habe ich dann gemeinsam mit meinem Co-Founder Manuel Aberle die CURE Group gegründet.

Unsere App CURE fasst unsere Vision zusammen, eine One-Stop-Shop-Plattform für das Gesundheitswesen aufzubauen. Über sie können Menschen mit einem Arzt sprechen, ein E-Rezept erhalten und ihre Medikamente von zu Hause aus bestellen. Wir werden ein Gesundheitsmarktplatz sein, um Patient*innen, Apotheken und Telemedizinanbieter miteinander zu vernetzen. Derzeit kann man rund 3.000 rezeptfreie Medizinprodukte zu sich nach Hause bestellen. Und sobald das E-Rezept auf dem deutschen Markt eingeführt ist, können unsere Kund*innen auch ihre verschreibungspflichtigen Medikamente über unsere App bestellen und von CURE geliefert bekommen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Nach meinem Studium habe ich für zwei Wochen für ein großes deutsches Unternehmen gearbeitet. Mir wurde klar, dass ich, um einen größeren Einfluss auf meine Gemeinschaft und Gesellschaft zu haben, selbst etwas aufbauen müsste, anstatt Teil der Kette zu sein. Was ich gelernt habe ist, dass die Gründung und der Aufbau eines Unternehmens etwas ist, was mich erfüllt und mir Freude und Spaß bereitet. Es ist wie bei allen anderen Tätigkeiten auch: Je öfter du es machst, desto besser wirst du darin. Außerdem fasziniert mich besonders die Tatsache, dass man den Unternehmensmarkt beeinflussen kann und bei einem Start-up mit echten menschlichen Problemen direkt konfrontiert wird.

Welche Vision steckt hinter CURE?

Das Ziel ist es, die Gesundheitsinfrastruktur durch ein digitales Angebot mit dem stationären Einzelhandel zu verbinden und damit für alle Beteiligten zu verbessern. Heutzutage wird unser Alltag vom Quick Commerce bestimmt. Hat man keine Zeit zum Kochen oder Einkaufen, lässt man sich etwas liefern. Gleiches gilt für Kleidung und Schuhe. 

Nun, wenn man krank ist, sollte man zu Hause bleiben. Niemand, der krank ist, muss sich und andere gefährden, um Medikamente zu bekommen. Deshalb haben wir CURE zum Leben erweckt. In Zukunft ist die Apotheke und der*die Apotheker*in des Vertrauens aus der Nachbarschaft nur wenige Klicks entfernt. Außerdem sind über 65 % aller Rezepte Folgerezepte, sodass diese Arzttermine aus der Ferne durchgeführt werden können. Letztendlich wird die Fernbehandlung unser Gesundheitssystem entlasten, da man so nicht lange auf einen Arzttermin warten muss.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die erste Investitionsrunde verlief sehr gut und wir haben innerhalb von 14 Tagen 4,7 Mio. Euro erhalten. Das ist wirklich schnell! Manuel und ich hatten den Vorteil, dass wir beide bereits einen erfolgreichen Exit hinter uns hatten und somit als Unternehmer anerkannt wurden. Das hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Zudem war es für die Anleger sinnvoll einzusteigen, sobald das E-Rezept kommt.

Zu den Investoren von CURE gehören Craft Ventures, Abstract Ventures und J12 Ventures – mit Beteiligung von J Ventures. Craft Ventures hat auch in Unternehmen wie Uber, Airbnb, Facebook und Bird investiert. Damit haben wir einen Geldgeber mit großer Expertise in moderner und nachhaltiger Mobilität und digitaler Infrastruktur an Bord. Als einer der ersten Investoren ist Craft Ventures in gewisser Weise auch für andere Investoren ein gutes TÜV-Siegel.

Wer ist die Zielgruppe von CURE?

Jede*r, der*die Gesundheitsversorgung benötigt, von OTC-Lieferdiensten bis hin zu telemedizinischer Beratung. Mit CURE wollen wir in erster Linie das Leben aller Menschen angenehmer machen. Wer krank ist oder aus anderen Gründen ein Apothekenprodukt oder ein rezeptfreies Medikament benötigt, sollte es möglichst schnell und unkompliziert bekommen. So wollen wir die Gesundheitsversorgung für alle verbessern.

Wenn man sich intensiver mit der Zielgruppe beschäftigt, ist es ist wichtig, über ältere Bevölkerungsteile zu sprechen, Menschen zwischen 55 und 65. Diese Gruppe wird von keinem anderen Technologieunternehmen angesprochen. Wir möchten, dass auch Menschen jenseits der 55 unsere Dienste nutzen und mit der App eine gute Benutzererfahrung haben. Es ist klar, dass junge Menschen Apps deutlich leichter annehmen. Unsere Dienstleistung ist aber auch für die älteren Generation wichtig.

Wie funktioniert CURE? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Man öffnet die App, wählt das gewünschte Medikament oder Pflegeprodukt aus, fügt die Zahlungsinformationen hinzu, gibt seine Adresse ein und lehnt sich entspannt zurück. Das Medikament kommt zu einem nach Hause. Kund*innen können mit der GetCURE-App schnell und einfach aus einem Angebot von 3.000 rezeptfreien Medizinprodukten auswählen, was sie benötigen  und es sich nach Hause liefern lassen.

Anhand des Kundenstandortes wird die nächstgelegene Partnerapotheke ausgewählt und die Bestellung dort durch CURE aufgegeben. Die Bestellung wird von einem Apotheker oder einer Apothekerin geprüft und überwacht. Wenn die Apotheke das Medikament auf Lager hat, holt einer unserer Rider die Bestellung ab und liefert sie innerhalb weniger Minuten an die Haustür des*der Kund*in. Für Kund*innen entstehen keine zusätzlichen Lieferkosten. 

Der Vorteil für Apotheken liegt auf der Hand: CURE ist kein Konkurrent, sondern ein Lieferdienst, der ihr Geschäftsspektrum erweitert. Die Lieferung des Medikaments ist für Endverbraucher*innen  kostenlos. In Zukunft wird CURE auch den Zugang zu einer angemessenen Gesundheitsversorgung demokratisieren, indem wir den Arzt oder die Ärztin mit Patient*innen und der Apotheke verbinden.

Unser erfahrenes operatives Team, das genau weiß, wie man standardisierte Prozesse aufsetzt, hebt uns von anderen ab. Wir wollen den Betrieb optimieren, damit er in Zukunft für alle nutzbar ist.

CURE, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In Zukunft wollen wir mit CURE auf den ganzen Kontinent expandieren. Egal, wo du dich in Europa befindest, öffnest du die GetCURE-App und kannst Ibuprofen, Orthomal, Cerave oder sogar verschreibungspflichtige Medikamente bestellen. Wir sehen unsere Rolle zukünftig als Gesundheitsplattform, mit der wir das Bindeglied zwischen Ärzt*innen, Apotheke und Patient*innen sind. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Standardisiere frühzeitig die Unternehmensprozesse und passe sie bei Bedarf an. In meiner Anfangszeit habe ich, wie viele andere Gründer*innen in der Gründungsphase, in vielen verschiedenen Bereichen gleichzeitig gearbeitet: Man macht also von allem ein bisschen. Das macht für die Erfahrungs-/Lernkurve in der Anfangszeit durchaus Sinn. Im Laufe der Zeit merkt man jedoch, dass man oft immer wieder dieselben oder ähnliche Kernprobleme lösen muss. Diese sollte man unbedingt in eine Blaupause übersetzen, um effizienter zu sein. Das habe ich erst nach dem zweiten Start gesehen. Ich habe von Anfang an damit begonnen, die Blueprints oder standardisierten Prozesse umzusetzen, damit man bei einem Hyper-Scale-Up oder einem schnellen Wachstum nicht zu viele Wachstumsschmerzen hat. Das PlayBook kann man dann für andere Start-ups verwenden und im Laufe der Zeit anpassen.

Verstehe, dass es Menschen sind, die diese Prozesse ausführen.

Tue Dinge, die am Anfang nicht skalierbar sind. Gründer*innen glauben, dass jede erfolgreiche Idee vom ersten Tag an eine erstaunliche Zahl widerspiegeln muss. Ganz im Gegenteil. Die Gründer von Airbnb klopften an viele Türen, um mehr Häuser auf ihrer Plattform zu haben. Ein zufriedener und wachsender Kundenstamm ist für eine frühe Gründungsphase entscheidend. Manchmal muss man auf eine Weise beginnen, die die meisten eine nicht skalierbare Marketinglösung nennen würden, um dorthin zu gelangen.

Wir bedanken uns bei Ali El-Ali für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: CURE

Kontakt:

CURE Group GmbH
Pariser Platz 6a
D-10117 Berlin

www.getcure.app

Ansprechpartner: Manuel Aberle und Ali El-Ali

Social Media:
Instagram
Facebook
LinkedIn

Durch Handeln wird mehr gelernt als durch Überdenken

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Esencia Foods Fisch- und Meeresfrüchte Pilzmyzelium

Esencia Foods stellt sich der Welt vor – Das Startup trägt dazu bei das 10 Milliarden Menschen satt werden, in dem es Fisch und Seafood neu denkt 

Stellen Sie sich und das Startup Essencia Foods doch kurz unseren Lesern vor!

Hendrik: Esencia Foods ist das erste Unternehmen in Europa, das Alternativen zu Fisch- und Meeresfrüchten auf der Grundlage von Pilzmyzelium herstellt, unter Nutzung von Solid State Fermentierung. Unsere Mission ist es, den weltweiten Übergang zu einem nachhaltigen Umgang mit den Ozeanen zu fördern – ohne von Verbrauchern Kompromisse bei Geschmack, Textur oder Preis zu verlangen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Hendrik: Ein niederländischer Forsche sagte, “Die Menschheit muss in den nächsten vier Jahrzehnten mehr Nahrungsmittel produzieren als in den letzten 8.000 Jahren”. Das hat Bruno und mich inspiriert. Plus, wir sind uns darin einig, dass man wahren Impact nicht durch Slogans und Greenwashing, sondern nur durch gute Produkte und Unternehmertum schafft. Mein Mitgründer Bruno ist beides Wissenschaftler und Koch, promovierter Forscher und Kreativer. Durch die Grüdung eines Unternehmens, kann er diese Welten miteinander verbinden und seine Visionen verwirklichen.

Bruno: Bei Hendrik spürt man den Drang zum Gestalten, zum Gründen. Er sagt, Letzteres habe er in seinem ersten Job als Strategieberater vermisst und in seiner zweiten Berufsestappe in einem Hypergrowth-Startup umso mehr zu schätzen gelernt. Nun ist für ihn an der Zeit, seine Fähigkeiten auch für unseren Planeten gewinnbringend einzusetzen.

Welche Vision steckt hinter Essencia Foods?

Hendrik: Im Jahr 2050 werden 10 Milliarden Menschen die Erde bevölkern. Das bedeutet, dass 10 Milliarden Münder genährt werden müssen. Gleichzeitig sind nach Angaben der UN 80 Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt. Angesichts der prognostizierten Nachfragesteigerung, gehen einige Wissenschaftler sogar davon aus, dass die Ozeane im Jahr 2048 frei von Fisch sein werden. Das hat dramatische Folgen für unser Ökosystem und letztlich für uns Menschen als Spezies. Diese Folgen müssen und wollen wir mit den Produkten von Esencia Foods abwenden.

Bruno: Als Wissenschaftler und Koch ist es mein Bestreben, mehr als nur ein ‚alternatives Protein-Produkt‘ zu schaffen, sondern Produkte zu entwickeln, nach denen sich die Verbraucher sehnen, weil sie kulinarische Highlights sind. Solid State Fermentation von Myzelium ist die perfekte Technologie, um Texturen und Geschmäcker zu erzeugen, die die Verbraucher lieben, und gleichzeitig zu Preisparität zu produzieren um so wirklich etwas zu bewirken.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Hendrik: Anfangs besteht die größte Herausforderung darin, die verschiedenen Punkte in den Ökosystemen Wissenschaft und Food, Produkt und Markt, zu finden und sinnvoll zusammenzuführen. Wichtig ist, dass man das nicht allein im stillen Kämmerlein versucht. Wir haben bestimmt mit mehr als 250 relevanten Stakeholdern gesprochen und unsere Value Proposition iteriert. Bis zu dieser Woche können wir sagen, wir sind “proudly bootstrappt”. Das ändert sich nun: Um unsere Vision in die Realität umzusetzen, arbeiten wir künftig mit starken Investoren wie zum Beispiel Big Idea Ventures, einem auf alternative Proteine fokussierten VC-Fonds, Entrepreneur First und Serpentine Ventures sowie tollen Angels zusammen. 

Wer ist die Zielgruppe von Essencia Foods?

Hendrik: Nun sage ich das, wovon einem jeder Gründungscoach abrät: Eigentlich alle. Bruno baut eine Technologieplattform auf, mit denen wir unterschiedliche Typen von Fisch und Seafood nachbilden können. Und wer mit Bruno zusammenarbeitet, wird schnell davon überzeugt sein, dass seine kulinarischen Ambitionen eine breite Masse ansprechen werden. Beginnen werden wir allerdings mit ausgewählten Restaurants. Hier wollen wir anfangs gemeinsam mit den Köchen co-entwickeln und sind noch für ein paar weitere Partner. 

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bruno: Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Fisch- und Seafoodsystem sind pflanzliche Alternativen an ihre technischen Grenzen gestoßen: Sie weisen Kompromisse bei Geschmack, Textur, Nährwert und Nachhaltigkeit auf. Wir bei Esencia Foods lösen dieses Problem, indem wir Pflanzen hinter uns lassen und uns das biologische Königreich der Pilze zu Nutze machen: Myzelium, die Wurzel von Pilzen, wächst von Natur aus in einer Struktur, die dem Muskelgewebe von Meeresfrüchten entspricht, und ist weich im Geschmack. Mit diesem Ansatz sind wir das erste Unternehmen in Europa.

Essencia Foods, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Hendrik: Wir arbeiten an einer Welt, in der sowohl wir Menschen als auch die (Meeres-)tiere co-existieren können beziehungsweise überhaupt existieren können. In fünf Jahren werden wir dabei sein unseren lokalen Produktionsprozess global auszurollen und zu kleine Produktionsstätten installieren, sodass jeder Mensch weltweit sich für Alternativen zu Fisch oder Seafood entscheiden kann. Und das ohne bei Geschmack, Textur oder Preis Kompromisse einzugehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bruno: Gerne möchte ich Philipp, General Manager und Partner bei Entrepreneur First, zitieren: “Move with urgency”. Wichtig ist, dass man sich am Anfang schnell bewegt.

Hendrik: Bruno und ich haben eine Liste mit 11 Einträgen, die wir “words of wisdom” nennen, also unsere Learnings. Neben Bruno’s Punkt steht ganz oben: Do (!) the obvious – dahinter verbirgt sich, dass durch Handeln mehr gelernt werden kann als durch Überdenken. Und OPEX kills you – was wir nachdem wir sechs Monate unser eigenes Geld investiert haben, nur zu gut wissen.

Wir bedanken uns bei Hendrik Kaye und Bruno Scocozza für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Produkt-/Serviceentwicklung am Markt orientieren

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GIVEAJOY geschenkboxen team bild

GIVEAJOY durchdachte Geschenkboxen in unterschiedlichen Variationen

Stellen Sie sich und das Startup GIVEAJOY doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Lucas Munz und Robin Strobel, Gründer des Start-ups GIVEAJOY. Mit GIVEAJOY bieten wir gut durchdachte Geschenkboxen in unterschiedlichen Variationen an, sodass Firmen ihren Mitarbeiter:innen und Kund:innen maximale Wertschätzung mit minimalem Aufwand entgegenbringen können. Doch bei uns gibt es nicht nur fertige Geschenkboxen: Mit unserem einzigartigen Geschenkemanager kann jedes Unternehmen individuelle Geschenkboxen für seine Mitarbeiter:innen zusammenstellen, die das ganze Jahr automatisch an die Empfänger:in gesendet werden. Hierbei können aus einer großen Auswahl aus Start-up Produkten die Lieblingsprodukte ausgewählt, eine persönliche Grußkarte beigelegt und firmeneigene Unterlagen hinzugefügt werden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Nach dem Studium starteten wir bei unterschiedlichen Unternehmen. Wir kamen beide zügig zu der Erkenntnis, dass die Wertschätzung von Mitarbeiter:innen essenziell ist. Das hat uns motiviert exakt dafür die beste Lösung zu finden. Zwar sind Unternehmen gewillt, ihren Mitarbeiter:innen Dankbarkeit zu zeigen, dennoch fehlt den heutigen Organisator:innen schlichtweg die Zeit und somit auch Kreativität für einzigartige Geschenke. Mit GIVEAJOY versenden Firmen kreative Geschenke ohne Aufwand pünktlich dorthin, wo sie für maximale Wertschätzung sorgen. Die Weinflasche war gestern – heute gibt es glückliche Mitarbeiter:innen und eine höhere Arbeitgeberattraktivität.

Welche Vision steckt hinter GIVEAJOY?

Wir sind davon überzeugt, dass der Faktor Mensch immer der entscheidende Mittelpunkt eines jeden Unternehmens bleibt. Darum arbeiten wir tagtäglich an dem Ziel für noch mehr Wertschätzung im Arbeitsumfeld. Unsere Vision ist klar: Wir wollen der wichtigste Player im DACH-Bereich für Mitarbeiterwertschätzung werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen, die wir von der Idee bis zum Start von GIVEAJOY meistern mussten, waren unteranderem das Aufgeben unserer Jobs. Den sicheren Job kündigen und Vollzeit beim eigenen Start-up anfangen, ist ein schwieriger Schritt und kostet auch eine Menge Mut. Aber man kann sich endlich komplett auf das eigene Unternehmen konzentrieren und das haben wir natürlich direkt gemacht. Weitere Herausforderungen waren ins kalte Wasser zu springen und an den Markt zu gehen sowie die perfekte Lösung für die Anforderungen des Marktes zu finden. Uns war klar, dass es schon viele andere Geschenkboxen Anbieter gibt, also mussten wir uns herausfinden, was der Markt wirklich möchte und benötigt. Wir sind dabei komplett eigenfinanziert (Bootstrapping).

Wer ist die Zielgruppe von GIVEAJOY?

Unsere Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen sowie Bereiche und Abteilungen von Konzernen. Wir möchten gezielt Verantwortliche in den Bereichen Marketing und HR, sowie Assistent:innen und Office Manager:innen ansprechen, die überwiegend verantwortlich für die Geschenkeorganisation in Unternehmen sind.

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

GIVEAJOY bringt gegenüber anderen Anbietern einige großartige Vorteile mit sich. Mit GIVEAJOY versenden Firmen kreative Geschenke ohne Aufwand pünktlich dorthin, wo sie für maximale Wertschätzung sorgen. Unsere vielfältige Produktauswahl beinhaltet ausschließlich innovative Produkte von anderen Start-ups aus Deutschland. Außerdem spielt die Möglichkeit der Individualisierung bei uns eine große Rolle: Die Produkte können selbst ausgewählt werden, eine personalisierte Grußkarte kann in die Geschenkbox gelegt werden, die Box kann individuell an das Branding des Unternehmens angepasst und firmeneigene Produkte können beigelegt werden. Außerdem kann unsere Geschenkbox an mehrere Empfänger:innen gesendet und ein individuelles Wunschlieferdatum festgelegt werden. Wie eingangs erwähnt, alles ist mit den Geschenkboxen möglich und dabei mit geringstem Organisationsaufwand.

GIVEAJOY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen uns in fünf Jahren als der Marktführer der DACH-Region und sind die erste Anlaufstelle, wenn es um Mitarbeiterwertschätzung geht. Außerdem möchten wir, dass sich GIVEAJOY jährlich verdoppelt: Umsatz sowie Mitarbeiter:innen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Produkt-/Serviceentwicklung am Markt orientieren

Früher jemanden einstellen und Hilfe an Bord holen

Einfach mal machen und nicht zu lange an Dingen wie z.B. einem Businessplan aufhalten

Wir bedanken uns bei Lucas Munz und Robin Strobel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Starte dein Abenteuer – mit genau diesem Abenteurer-Mindset! 

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aidable essstörungen online kurs

aidable unterstützt Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden

Stellen Sie sich und das Startup aidable doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, wir sind Anne, Corinna und Lukas von aidable. Wir sind ein Startup aus Berlin, das die Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden, unterstützt. Wir haben einen Online-Kurs entwickelt, der insbesondere Eltern hilft, mit der Erkrankung ihres Kindes umzugehen, und dabei auch ihre eigene psychische Gesundheit schützt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben alle selbst persönliche Erfahrungen mit Essstörungen gemacht. Anne hat als ehemalige Betroffene miterlebt, dass ihre Eltern einen großen Einfluss auf den Verlauf ihrer Krankheit beziehungsweise ihre Genesung hatten. Sie wollten ihr helfen, wussten jedoch nicht wie und haben dadurch selbst sehr gelitten. Mit ihren Fragen kamen sie dann zu Anne. Sie konnte nichts finden, das sie ihren Eltern hätte unterstützend an die Hand geben können. Und das möchten wir jetzt ändern.

Welche Vision steckt hinter aidable?

Bislang werden Essstörungen nahezu ausschließlich zwischen Patient:in und Therapeut:in angegangen. Im Anschluss an die Behandlung stehen die Patient:innen dann oft alleine da, obwohl die Krankheit meistens noch nicht überwunden ist. Viele werden anschließend im gewohnten Umfeld rückfällig. Eine Therapie dauert im Schnitt 6 Monate, eine Essstörung 6 Jahre. Wir sind davon überzeugt, dass die Eltern für eine langfristige Genesung eingebunden und unterstützt werden müssen, denn eine Essstörung betrifft die gesamte Familie. Wir möchten also das Umfeld der Patient:innen einbeziehen und dazu befähigen, gemeinsam gegen die Essstörung vorzugehen. Gemäß dem Motto: Unterstützung für die Unterstützer.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Essstörungen sind noch immer ein stigmatisiertes Thema. Viele haben große Hemmungen zu bekennen, selbst betroffen zu sein – ob durch eigene Erkrankung oder als Elternteil. Dementsprechend war und ist es nicht so leicht, unsere Zielgruppe zu erreichen. Eltern wissen oft gar nicht, wie sehr sie schon durch kleine Verhaltensänderungen ihrem Kind helfen können. Wenn sie nach Hilfsangeboten suchen, dann häufig direkt für ihr Kind. Alternativ denken die meisten an Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Mit diesen Anlaufstellen vernetzen wir uns immer stärker, um jetzt Eltern und in Zukunft weiteren Angehörigen die bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Während dieses ersten Jahres sind wir dankbar, einen Platz im Vision Health Pioneers Incubator erreicht zu haben und dadurch Unterstützung in Form von sowohl wertvollem Mentoring als auch Finanzierung zu erhalten.

Wer ist die Zielgruppe von aidable?

Zukünftig möchten wir alle Angehörigen von Menschen, die unter Essstörungen leiden, unterstützen. Eltern, Geschwister, Partner:innen, Freund:innen… Zuerst fokussieren wir uns aber auf die Eltern. Unser erster Online-Kurs adressiert sie ganz gezielt, da sie in der Regel den größten Einfluss auf die Betroffenen haben – besonders wenn diese noch zuhause wohnen.

Wie funktioniert aidable? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

aidable ist ein 10-wöchiger Online-Kurs. In verschiedenen Kapiteln widmet er sich den Themen, die bei den meisten Essstörungen eine zentrale Rolle spielen. Anhand mehrerer Trainingsvideos berichtet Anne dabei von ihren eigenen Erfahrungen als ehemalige Betroffene, gibt anschließend konkrete Handlungsanweisungen und Beispiele. Zusätzlich gibt es ein Workbook, das zum Reflektieren in ruhigen Momenten anregt. Alle Inhalte sind in enger Zusammenarbeit mit führenden Expertinnen aus den Bereichen Essstörungs-Therapie und Digital Health erarbeitet worden.

Alternativ zu aidable finden Eltern Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Artikel im Internet oder Bücher zum Thema Essstörungen. Hier finden sie zwar relevante Informationen und Antworten auf einzelne Fragen, eine richtige Schulung im Umgang mit Essstörungen allerdings nicht. Gute Ratschläge sind in einer brenzlichen Situation leider schnell vergessen. Wir möchten die Eltern langfristig befähigen, in solchen Situationen konstruktiv zu reagieren, um ihr Kind auf dem Weg aus der Essstörung zu begleiten.

aidable, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten alle zusammenbringen, die von Essstörungen betroffen sind. Wir sind davon überzeugt, dass ein gestärktes und informiertes Umfeld der erkrankten Person entscheidend unter die Arme greifen kann und damit deutlich zur langfristigen Genesung der Essstörung beiträgt. Um das zu erreichen, werden wir aidable zu einer Plattform ausbauen, die als Anlaufstelle informiert, Einblick in verschiedenste Perspektiven und reale Erfahrungen gibt und Angehörigen ermöglicht, zu wahren Unterstützungs-Helden zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Starte dein Abenteuer – mit genau diesem Abenteurer-Mindset!
Wird es hart? Definitiv. Wird alles klappen? Auf keinen Fall. Wirst du Fehler machen? Täglich. Wird es das wert sein? Absolut, solange du dein Ego hinten anstellst und bereit bist, dich verletzlich zu machen. So wirst du unglaublich viel unglaublich schnell lernen und dich auch persönlich weiterentwickeln.

Verschiebe deine Freude nicht, feiere jeden Mini-Schritt!
„Freu dich nicht zu früh“ lässt sich in einer einzigen Dauerschleife sagen, denn jeder kleine Erfolg ist an weitere Bedingungen gekoppelt bis er zum großen Erfolg führt. Du hast also die Wahl: dich nie freuen, denn es könnte später noch etwas schiefgehen, oder High Fives im Team verteilen und mit großer Freude und Euphorie das Abenteuer beschreiten. Wir empfehlen letzteres.

Sprich mit so vielen Leuten, wie du kannst!
Dich mit Expert:innen, Mentor:innen und erfahrenen Gründer:innen zu vernetzen und auszutauschen wird dir auf deinem Weg extrem weiterhelfen. Aber auch privat Menschen beispielsweise auf einer Party von deinem Startup zu erzählen wird dir erstaunlich oft Impulse aus anderen Perspektiven bringen.

Bildquelle Fotograf: by www.introduce.berlin Dominik Tryba

Wir bedanken uns bei Anne, Corinna und Lukas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Suchen Sie Unterstützung durch Menschen, die Wissen wie es geht

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Figures

Figures zuverlässige Echtzeit-Vergütungs-Benchmark-Daten

Stellen Sie sich und das Startup Figures doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Virgile Raingeard, ich bin Gründer und CEO von Figures. Ich habe meine ersten 11 Berufsjahre im Personalwesen in verschiedenen Branchen verbracht, darunter drei Jahre bei Criteo als HR-Director für den Engineering- und Research-Bereich. Figures habe ich gemeinsam mit Bastien Formery im Jahr 2020 gegründet. 

Wir geben Unternehmen die Gewissheit, wettbewerbsfähig und fair zu bezahlen. Wir bieten Unternehmen über 56.000 zuverlässige Echtzeit-Vergütungs-Benchmark-Daten von über 800 europäischen Unternehmen für eine breite Palette von über 100 Jobs. Damit wissen Start-ups und Scale-ups immer, was zum aktuellen Zeitpunkt für vergleichbare Positionen gezahlt wird. So bleiben sie im Wettbewerb um Talente vorn und sorgen gleichzeitig für Fairness in ihrem Gehaltssystem. Figures kann in gängige HRIS-Software wie Personio, BambooHR oder Hibob integriert werden. 

Doch Gehalts-Benchmarking ist nur der Anfang. Wir unterstützen Unternehmen umfassend bei der Gestaltung und Umsetzung ihrer Gehaltsstrategie. Deshalb entwickeln wir Figures kontinuierlich zu einer vollständige Plattform für das Vergütungsmanagement weiter. Als nächste Funktion werden wir eine Budgetsimulation anbieten, die es Unternehmen erlaubt, ihr Budget unter Berücksichtigung der Inflation zu berechnen und damit eine fundierte Vergütungsstrategie zu planen. 

Unsere Daten stammen bislang vor allem aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich, aber wir haben einen wachsenden Datensatz in weiteren europäischen Standorten wie Spanien, Portugal, den Niederlanden und den nordischen Ländern – unser Ziel ist, Start-ups und Scale-ups in ganz Europa zu unterstützen. Während sich vergangenes Jahr noch 200 Unternehmen an unserem Benchmark beteiligten, sollen es zum Jahresende bereits 1.000 sein. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Während meiner letzten zwei Jahre als VP People eines Post-Series-A-Start-ups war ich zunehmend frustriert über den Mangel an qualitativen und zuverlässigen Vergütungsmarktdaten im Start-up- und Scale-up-Ökosystem. Der fehlende Zugang zu verlässlichen Marktdaten führte zu Schwierigkeiten bei der Gestaltung einer fairen Vergütungspolitik als Personalleiter. Ich habe Figures gegründet, um Unternehmen zuverlässige Vergütungsdaten und ein umfassendes Produkt zur Verfügung zu stellen, wie ich es während meiner Karriere im Personalwesen gerne gehabt hätte.

Welche Vision steckt hinter Figures?

Wir wollen mit Figures der erste Echtzeit-Vergütungs-Benchmark für Unternehmen in ganz Europa sein und damit all die Spreadsheets, die bislang in diesem Bereich eingesetzt wurden, ersetzen. Wir wollen endlich aktuelle und verlässliche Transparenz und Fairness für Start-ups und Scale-ups schaffen, wenn es um die Bezahlung ihrer Mitarbeitenden geht. So ermöglichen wir gerechtere Bezahlung und mehr Wettbewerbsfähigkeit für die beteiligten Unternehmen. Damit wollen wir die Führungsrolle in ganz Europa in diesem Bereich übernehmen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir waren im ersten Jahr unseres Bestehens ein Bootstrap-Unternehmen. Wir haben dann 2022 zwei Runden aufgebracht, um unsere europäische Expansion zu beschleunigen: eine Pre-Seed-Runde über 1,7 Millionen Euro, und erst kürzlich eine Seed-Finanzierung in Höhe von 6,8 Millionen Euro.

Unsere größte Herausforderung war sicherlich, zwei Aufgaben parallel erfüllen zu müssen. Zum einen mussten wir erstmal den Markt über die Notwendigkeit einer Lösung wie Figures, Europas erstem „CompTech“ (Compensation Tech), aufklären. Zum anderen mussten wir das notwendige schnelle Wachstum vorantreiben und so viele neue Märkte auf einmal zu erschließen. Nur damit konnten wir die notwendige Datenbasis für die Unternehmen aufbauen, die unsere Services nutzen wollen. 

Wer ist die Zielgruppe von Figures?

Der Fokus liegt zunächst bei Start-ups und Scale-ups, da wir hier den größten Bedarf für eine Lösung wie unsere erkannt haben. Letztlich ist die Vergütungsplanung aber für alle Unternehmen ein Problem. Daher sind wir auch für nicht finanzierte Unternehmen offen. Zum jetzigen Zeitpunkt (September 2021) nehmen mehr als 800 Unternehmen am Benchmark teil.

Wie funktioniert Figures? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bisherige Vergütungsdaten-Lösungen sind meist langsam, schwerfällig, unpraktisch und wenig aktuell. Sie basieren auf einer komplizierten, tabellenbasierten Datenerfassung, die einmal im Jahr durchgeführt wird. In einem sich ständig ändernden Umfeld werden jedoch aktuelle Daten zwingend benötigt. Im Gegensatz zu diesen Anbietern kann Figures Echtzeitdaten bereitstellen und das auch noch nahtlos durch Integration mit vielen gängigen HRIS-Systemen.

Zudem analysieren wir die unternehmenseigenen Vergütungsdaten auf vielfältige Weise – zum Beispiel, um unterbezahlte Mitarbeiter zu identifizieren und damit vielleicht ihre Kündigung zu vermeiden oder um das geschlechtsspezifische Lohngefälle (Gender Pay Gap) zu analysieren. So können wir Unternehmen dabei unterstützen, fair und wettbewerbsfähig zu bezahlen und Mitarbeiter zu halten – und das einfach, schnell und ohne Verzögerung.

Figures, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen Unternehmen dabei helfen, ihre Vergütungspolitik zu definieren und zu überprüfen sowie über die Vergütung gegenüber Mitarbeitern, Kandidaten und Managern zu kommunizieren. Wir wollen der One-Stop-Shop sein, wenn es um Vergütung geht – das Produkt, in dem alle vergütungsbezogenen Entscheidungen getroffen werden, und eines, das Unternehmen zu einer faireren und transparenteren Vergütungspolitik führt. In fünf Jahren sehen wir uns als das führende Unternehmen in ganz Europa auf diesem Gebiet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Finden Sie einen Pain Point, ein Problem, das es zu lösen gilt und das man schnell angehen kann. Figures begann als Google-Sheet, das von 60 Unternehmen verwendet wurde, bevor es zu einem Produkt wurde.

Schreiben Sie regelmäßig aufschlussreiche Inhalte auf dem entsprechenden Kanal (LinkedIn oder Twitter für B2B). Es zieht ein Publikum an, schafft eine Fangemeinde, verbessert die Markenbekanntheit.

Suchen Sie Unterstützung durch Menschen, die Wissen wie es geht. Unsere Berater waren der Schlüssel zu unserem frühen Erfolg!

Wir bedanken uns bei Virgile Raingeard für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Viele Meinungen einholen und dann sorgsam entscheiden

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Silkslide Pro Nasenhaar-Rasierer alexander weese höhle der löwen nasierer

Alexander Weese Gründer von Silkslide Pro, Nasenhaar-Rasierer der erste Nasierer, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Ich bin Alexander Weese, 43 Jahre alt und komme aus Gütersloh. Unser Startup, Terry & Scott Products GmbH hat sich zum Ziel gesetzte, die Welt mit der Entwicklung von sinnvollen Konsumgüterprodukten ein kleines bisschen besser zu machen. Meine Erfindung, die ich in der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ präsentiert habe, ist der Silkslide Pro, der erste Nasierer! 

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Recht unspektakulär hatte ich diese Idee bei einem Bierchen mit zwei Freunden. Hier habe ich auch gleich positives Feedback für den Nasierer bekommen. 

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Wir selbst sind Fans von gut durchdachten Produkten und großartigen Marken. Hier liegt unsere Leidenschaft. Unsere Vision ist es, den Silkslide.Pro zu einer Marke aufzubauen Wenn es die „Nasur“ oder der „Nasierer“ es in den Duden geschafft hat, sind wir am Ziel.  

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Die Zielgruppe sind grundsätzlich alle Personen, die auf ein gepflegtes Äußeres achten und störende Nasenhärchen heute schon entfernen. Aus einer zuvor durchgeführten Marktforschung und der Auswertung des Kundenstammes sowie Social Media wissen wir, die Kernzielgruppe sind Männer zwischen 35 – 55, aus allen Schichten – grundsätzlich sprechen wir mit unserem Produkt aber alle Geschlechter an.  

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Auch diese strategische Entscheidung war schon recht früh klar. Wer diese Möglichkeit bei solch einem Produkt nicht in Erwägung zieht, macht denke ich einen Fehler. Auch ohne einen Deal ist das mediale Interesse gigantisch und unbezahlbar.  

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Außer dass man den Pitch immer und immer wieder auswendig gelernt hat, nicht so viel. Man ist über die Jahre so tief im Thema drin, dass eigentlich jede Frage beantwortet werden kann.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Natürlich ist das für uns eine absolute Auszeichnung und macht uns auch mächtig stolz. Dennoch war es kein Selbstläufer. Auch wir haben uns drei Mal beworben.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf Silkslide Pro aufmerksam werden?

Eine Marke im Bereich der Konsumgüterprodukte zu etablieren, benötigt viel Zeit und Geld. Beides haben wir nicht und der Wettbewerb ist schnell und finanziell besser ausgestattet, wenn es um Nachahmerprodukt  geht.  Daher war es für uns klar, bei der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ teilzunehmen. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Ralf Dümmel und Judith Williams waren ganz klar meine Wunschlöwen.  Beide sind für Konsumgüterprodukte offen und haben in dem Bereich ihr Netzwerk. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben einen großen Ideenkatalog für nächsten Produkte. Diese haben auch was mit anderen Kategorien zu tun.  Der Silkslide Pro ist das Schwungrad für die Finanzierung aller weiterer Ideen. Kurz gesagt, wir sehen uns in fünf Jahren als einen gefestigten Markenartikelhersteller, mit feinem Produktportfolie im Bereich der Konsumgüter. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Nicht jammern und klagen, sondern deine Konsequenzen ziehen. 

Immer mit vielen Leuten sprechen, viele Meinungen einholen und dann sorgsam entscheiden. 

Miete dich in CoWorking Spaces ein und bau dir ein Netzwerk auf. Das hat mir viele Türen geöffnet. 

Bild: Alexander Weese präsentiert den Nasenhaar-Rasierer „Silkslide Pro“. Er erhofft sich ein Investment von 250.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Silkslide Pro ist am 03.Oktober 2022 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Alexander Weese für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Berliner SexTech Gründerin entwickelt OnlyFans für Audio

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Voiyal

Voiyal: Fans können intime Sprachnachrichten von ihren Lieblings-Creator*innen kaufen

Stellen Sie sich und das Startup Voiyal doch kurz unseren Leser*innen vor!

Ich bin Co-Founderin & CTO des Sextech Startups Voiyal. Auf unserer Web App können Fans intime Sprachnachrichten von ihren Lieblings-Creator*innen kaufen und so ihre eigene Lust aufregender gestalten.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Die Adult Industry ist die einzige Branche, in der Frauen mehr verdienen als Männer. In meiner Doppelrolle als Woman in Tech & Female Founder will ich diese einzigartige Dynamik nutzen, gesellschaftlich etwas in Richtung Gerechtigkeit, Offenheit und sexueller Vielfalt zu bewegen.

Welche Vision steckt hinter Voiyal?

Wir wollen mit Voiyal einen innovativen “place of pleasure” im digitalen Raum schaffen, in dem Fans und Creator spielerisch miteinander in Verbindung treten. Durch das Verlieren in den eigenen Fantasien und das Entdecken neuer Wege der Sinnlichkeit wird die eigene Sexualität auf das nächste, aufregende Level gehoben.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Der Kaltstart ohne Vorerfahrung als Gründerin, im Peak der Coronakrise und noch inmitten meines Informatikstudiums war sicherlich eine der größten Herausforderungen. Dank des Berliner Startup Stipendiums und mit der Hilfe meines Co-Founders konnte ich dann jedoch trotzdem wichtige Meilensteine erreichen, sodass ich wenig später fast eine halbe Million € an Risikokapital von mehreren Investor*innen einsammeln konnte. Das war allerdings als Female Founder und in unserer Branche auch eine Herausforderung für sich. 

Wer ist die Zielgruppe von Voiyal?

Diese Antwort lautet ganz klar: Unsere Creator*innen. Wir haben Voiyal als SexTech Plattform für und mit Creator*innen entwickelt, um diesen eine einfache Möglichkeit zu geben, ihre Audioinhalte mit ihren Fans zu teilen und zu monetarisieren. Jede*r Creator*in hat am Ende dann wiederum ganz unterschiedliche Fans bzw. Zielgruppen, die sie aber auch selbst am besten kennen und ansprechen können.

Wie funktioniert Voiyal? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Mit Voiyal lassen sich ganz einfach in der Web App auf dem Smartphone oder am Computer direkt intime Sprachnachrichten aufnehmen und mit den eigenen Fans teilen – ein bisschen wie ein „OnlyFans für Audio“. Unsere Creator*innen sehen die Vorteile jedoch ganz klar in der schnörkellosen Bedienbarkeit, dem Feed, der zum Entdecken und Stöbern anregt und dem klaren, leidenschaftlichen Fokus einzig auf das Medium Audio.

Voiyal, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren sind wir die größte Audio-Plattform der Welt zum Thema Sexualität, auf der sinnliche Creator*innen weiter vollkommen unabhängig ihre kreative Freiheit ausleben können und fair für ihre wunderbare Arbeit entlohnt werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

1. Zusammen Gründen ist wie Heiraten, überlege also gut mit wem.

2. Die anderen kochen auch nur mit Wasser.  

3. Just do it.  

Photo Credit: Adrian Serini

Wir bedanken uns bei Pauline Schmiechen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Voiyal

Kontakt:

Voiyal GmbH
Allerstraße 37
c/o Pontalti
D-12049 Berlin

https://www.voiyal.com/
pauline@voiyal.com

Ansprechpartner: Pauline Schmiechen

Social Media:
Twitter

Oft zeigen viele kleine Schritte erst in Summe ihre Wirkung

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anni.care: ANNI Die perfekten Hilfsmittel für Ihre Pflegesituation

anni.care: ANNI Die perfekten Hilfsmittel für Ihre Pflegesituation

Stellen Sie sich und das Startup anni.care doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, wir sind Thomas, Shane und Valentin und haben anni.care dieses Jahr gegründet. Durch die Pflege eigener Angehöriger haben wir selbst erfahren, wie herausfordernd die Pflegesituation sein kann und wie wichtig Hilfsmittel für ein eigenständiges und erfülltes Leben sind. Hilfsmittel sind medizinische Produkte wie Schuheinlagen, Rollatoren oder Pflegebetten, die den (Pflege-)Alltag vereinfachen. So kam uns die Idee zu anni.care, womit wir den Weg zu passenden Hilfsmitteln so einfach wie möglich gestalten. Wir unterstützen Endkund:innen dabei herauszufinden, welche Hilfsmittel in der jeweiligen Situation benötigt werden. Anschließend begleiten wir alle Schritte über die Einholung eines passenden Rezeptes bis zum finalen Besuch im Sanitätshaus.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir waren in unseren vorherigen Jobs zwar sehr glücklich, oftmals haben wir in unseren Aufgaben aber keinen direkten gesellschaftlichen Mehrwert gesehen. Durch persönliche Erfahrungen haben wir mit anni.care eine Marktlücke entdeckt, die das Potenzial bietet, viele Menschen in schwierigen Situationen aufzufangen und zu unterstützen. Die Entscheidung zur Gründung war aufgrund persönlicher Entwicklung, sozialem Mehrwert und großem Marktpotenzial eine leichte.

Welche Vision steckt hinter anni.care?

Hinter anni.care steckt die Vision, Menschen mit Hilfsmittelbedarf auf dem einfachsten Weg mit den richtigen Hilfsmitteln zu versorgen und ihnen damit zu mehr Lebensqualität zu verhelfen. Unsere Nutzer:innen sollen wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge bekommen und nicht durch bürokratische Barrieren ausgebremst werden. Die Krankheits- oder Pflegesituation ist schon aufreibend genug.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen waren bisher die Komplexitäten des Gesundheits- und Hilfsmittelmarktes. Als Marktfremde mussten wir uns zunächst in die komplizierten rechtlichen Rahmenbedingungen und die Eigenheiten der Antragstellung und Abrechnung mit den 97 Kranken- bzw. Pflegekassen einarbeiten.

Finanziert haben wir uns bisher durch die Unterstützung des europäischen Sozialfonds und des Landes Berlin im Rahmen des “Berliner Startup Stipendium”. Aktuell befinden wir uns in der ersten Finanzierungsrunde, die aus branchennahen Business Angels bestehen wird.

Wer ist die Zielgruppe von anni.care?

Zielgruppe von anni.care sind grundsätzlich alle Personen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind. Das sind in Deutschland immerhin knapp 25 Prozent der gesetzlich Versicherten. Mit steigendem Alter steigt allerdings, je nach Produktkategorie, auch der Anteil an Hilfsmittel-Nutzer:innen. Deshalb besteht der Kern unserer Zielgruppe aus Personen mit Pflegebedarf bzw. oftmals deren Angehörigen. Grundvoraussetzung für die Nutzung ist natürlich eine gewisse Internetaffinität.

Wie funktioniert anni.care? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

In der Beratung mit unserer digitalen Beraterin ANNI werden gezielt Fragen gestellt, die den Gesundheitszustand und das Wohnumfeld der Person mit Hilfsmittelbedarf betreffen. Auf Basis der so gesammelten Informationen können passende Hilfsmittel vorgeschlagen werden. Den dabei genutzten Fragenkatalog haben wir gemeinsam mit Expert:innen entwickelt, um so zu garantieren, dass unsere Hilfsmittel-Vorschläge fachlich valide sind. So müssen Endnutzer:innen nicht selbst zu Hilfsmittel-Expert:innen werden, sondern können einfach aus passenden Vorschlägen wählen. Zusätzlich lernt unser Algorithmus aus dem Feedback jeder Versorgung. Je mehr aussagekräftige Daten über die Versorgungsqualität und –ergebnisse vorliegen, desto besser kann ANNI die Hilfsmittel-Empfehlungen auf die individuelle Situation abstimmen.

Im Gegensatz zu anderen Anbietern sehen wir uns nicht als reine Informations- und Vermittlungsplattform. Wir wollen unsere Nutzer:innen auf dem gesamten Weg der Hilfsmittel-Beschaffung begleiten. Mit unserem holistischen Ansatz unterstützen wir bei der Informationseinholung, der bürokratischen Abwicklung (z.B. Klärung der Kostenübernahme) und der Suche nach passenden Leistungserbringern. Dazu streben wir eine Vernetzung mit allen relevanten Akteuren der Hilfsmittel-Versorgung an. So wird nicht nur der Prozess vereinfacht, sondern die Personen mit Hilfsmittelbedarf kommen schneller an eine adäquate Versorgung.

anni.care, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Woran denken Menschen, wenn sie etwas bestellen wollen? Wahrscheinlich an Amazon. Woran denken Menschen, wenn sie etwas suchen wollen? Wahrscheinlich an Google. In fünf Jahren sollen Menschen, die Hilfsmittel benötigen, an anni.care denken. Unser Ziel ist dabei nicht nur der deutsche Markt, sondern anni.care soll europaweit die erste Anlaufstelle für Verbraucher:innen im Hilfsmittelsektor sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Arbeitet nicht an Prozessverbesserungen, sondern denkt die Prozesse neu. Disruption entsteht nur, wenn der Status Quo in Frage gestellt wird.

Setzt auf kundennahe Entwicklung und validiert eure Lösung regelmäßig mit der Zielgruppe. Nur so kann ein Produkt entstehen, welches intuitiv nutzbar ist und validierte Probleme löst.

Zeigt Durchhaltevermögen und gebt nicht auf! Oft zeigen viele kleine Schritte erst in Summe ihre Wirkung.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sprecht mit potentiellen Nutzern!

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Urban Monkeys City Travel und Sightseeing

Urban Monkeys City Travel und Sightseeing – in jeder Stadt die Locations finden, die zu ihren individuellen Interessen passen

Stellen Sie sich und das Startup Urban Monkeys doch kurz unseren Lesern vor!

Wir denken City Travel und Sightseeing neu: mit unserer Urban Monkeys App werden Städtereisende schnell und unkompliziert in jeder Stadt die Locations finden, die zu ihren individuellen Interessen passen. Dabei denken wir explizit nicht nur ans Sightseeing, sondern auch an Cafés, Restaurants, Shopping, lokale Events und mehr.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

In unseren früheren Jobs als Unternehmensberater, aber auch in unserer Freizeit sind wir viel gereist und lieben es, neue Orte zu entdecken und in die lokale Kultur einzutauchen. Gleichzeitig hat es uns genervt, zu viel Zeit mit der Planung zu verbringen oder – noch schlimmer – in Touristenfallen zu tappen. So ist im Laufe der Zeit die Idee gereift, etwas besseres zu entwickeln – etwas, womit City Travel und Sightseeing wieder entspannt und mühelos wird und einfach Spaß macht. 

Welche Vision steckt hinter Urban Monkeys?

Tourismus ist ein starker Hebel, um über Ländergrenzen hinweg Menschen miteinander zu verbinden. Gerade in Europa wissen wir, dass wir nur gemeinsam stark sind und uns gegenseitig brauchen. Wir sehen Tourismus als eine Chance, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen, sich miteinander austauschen und voneinander lernen – und dabei sehen, dass wir mit unseren Nachbarn viel gemeinsam haben und die Unterschiede uns inspirieren können. Daher möchten wir es Städtereisenden so leicht wie möglich machen, neue Orte zu entdecken und sich inspirieren zu lassen – ohne dabei viel Energie in die Planung zu stecken. Und dabei zu entdecken, wie junge Leute vor Ort leben, die ähnliche Interessen teilen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen kennen vermutlich alle Gründerinnen und Gründer: wie priorisiere ich die vielen Aufgaben? Was ist dringend, und was kann warten? Welche Aufgaben mache ich selbst, und welche gebe ich besser ab? Man muss immer wieder priorisieren, womit man gerade den größten Impact für die eigene Vision hat. 

Wir haben beide in den letzten Jahren im IT Consulting einer großen Unternehmensberatung gearbeitet, wo wir im letzten Jahr unsere Stellen auf Teilzeit reduzieren konnten. So konnten wir parallel an der Idee feilen und unseren MVP (Minimum Viable Product) entwickeln. Seit Juli 2022 arbeiten wir nun beide in Vollzeit an Urban Monkeys, und bekommen bis Ende des Jahres das ‘Berliner Startup Stipendium’ über die Berlin Startup School. Parallel sind wir mit Investoren im Gespräch, um Ende 2022 / Anfang 2023 unsere erste Finanzierungsrunde durchzuführen.

Wer ist die Zielgruppe von Urban Monkeys?

Wir möchten vor allem Städtereisende der Generation Y und Z ansprechen, also Menschen ca. zwischen 20 und 35 Jahren. Diese Leute kommen intuitiv mit Smartphones und Apps zurecht, reisen viel und gerne und wollen nicht in einer ‘Touristen Bubble’ durch die Stadt laufen. Wenn wir uns bei diesen Reisenden etabliert haben, werden wir später auch Nutzerinnen und Nutzer zwischen 35 und 45 Jahren ansprechen. 

Wie funktioniert Urban Monkeys? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

In unserer Zielvision begleiten wir unsere Nutzer wir ein digitaler bester Freund durch die Stadt, von der Ankunft bis zur Abreise. Anstatt dass der Reisende stundenlang suchen muss, was es in der Stadt zu erleben gibt und was davon für ihn konkret relevant ist, drehen wir den Spieß um: der Nutzer gibt mit wenigen Fragen an, was seine persönlichen Interessen sind, und basierend darauf schlagen wir ihm vor, was er entdecken kann – für den einen beinhaltet das Spaziergänge über lokale Märkte, für jemand anders lieber mehr Museen und abends authentische Cafés oder Bars.

Im August haben wir unsere erste Beta-Version für iOS und Android für Berlin gelauncht. Die Beta-Version ist noch nicht personalisiert, aber revolutioniert einen wichtigen Teil jedes Städtetrips: das Sightseeing. Mit unserer App können Touristinnen und Touristen entspannte Hop-on Hop-off Sightseeing Touren genießen, ohne sich teure Tickets für Hop-on Hop-off Busse zu kaufen. Wir planen unsere Touren stattdessen mit öffentlichen Bussen, in Berlin z.B. mit der Buslinie 100. Dadurch spart der Nutzer viel Geld und fördert mit seinem Ticket den öffentlichen Nahverkehr – und das ist wiederum gut für die Umwelt und die lokale Bevölkerung.

Urban Monkeys, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren möchten wir die Top 15 Städte Europas in unserer App anbieten, und unsere Sightseeing Touren zudem von Bussen auch auf Bike- und E-Scooter Touren ausgeweitet haben. So können wir noch genauer auf die individuellen Interessen jedes Nutzers eingehen. Parallel arbeiten wir weiter an der verbesserten Personalisierung, sodass wir den Nutzern jeweils die besten Vorschläge machen können, die ihre individuellen Wünsche optimal berücksichtigen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sprecht mit potentiellen Nutzern! Das muss nicht gleich eine groß angelegte Umfrage sein. Versucht einfach, Menschen aus Eurer Zielgruppe dort zu treffen, wo sie heute schon sind. Für uns heißt das etwa, dass wir immer wieder am Brandenburger Tor stehen und Gespräche mit jungen Touristinnen und Touristen führen, um ihre Probleme beim Reisen besser zu verstehen.

Zudem, setzt Euch spezifische Ziele: Was kann ich diese Woche konkret machen, um meiner Vision näher zu kommen, was in diesem Monat, und was bis Ende des Jahres?

Und zu guter letzt: sucht Euch Unterstützung! Traut Euch, mit anderen Gründerinnen und Gründern etwa auf Netzwerkveranstaltungen ins Gespräch zu kommen, oder sucht Euch Startup Programme in Eurer Region (oder online). Es ist unglaublich hilfreich, mit Menschen zu sprechen, die gerade in der gleichen Situation stecken oder schon ein, zwei Schritte weiter sind. 

Wir bedanken uns bei Irene Ternes für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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