Mittwoch, April 1, 2026
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Sei mutig und stecke dir Ziele

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mogree Digitale Strategie Design Technologie

mogree: Digitale Strategie, Design und Technologie aus einer Hand

Stellen Sie sich und das Unternehmen mogree doch kurz unseren Lesern vor! 

Wir sind ein Linzer Unternehmen, das sich als end-to-end Digitalisierer versteht. Das bedeutet, dass wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden aus unterschiedlichen Branchen Lösungen für eine digitale Welt entwickeln. Wir liefern dabei Strategie, Design und Technologie aus einer Hand und kümmern uns als einzig relevanter Ansprechpartner um alle digitalen Themen eines Unternehmens.

Welche Vision steckt hinter mogree?

Wir haben unser Motto “creating digital values” fest in unserer DNA verankert. Uns geht es nicht darum, einfach nur Produkte oder Services zu digitalisieren, sondern etwas mit Mehrwert zu schaffen. Solche Mehrwerte können u.a. ökonomischer, ökologischer oder sozioökonomischer Natur sein. Dieser Ansatz ist radikal, brachte uns aber Kunden wie BMW, Heineken, KTM oder die Deutsche Bahn. 

Wir folgen einem x-centered Ansatz. Das x ist ein Platzhalter und steht für user-centered, customer-centered, service-centered etc. Je nach Use Case richten wir unseren Fokus neu aus bzw. entscheiden, worauf wir diesen legen sollen. Unsere StrategInnen, UX-Engineers, EntwicklerInnen und ProjektmanagerInnen wenden dabei ausgeklügelte Methoden und Ansätze an, um in jeder Phase unserem Motto “creating digital values” treu bleiben zu können. 

Wer ist die Zielgruppe von mogree?

Wir haben keine Lieblingszielgruppe, keine “favourite” company. In vielen Branchen haben wir bereits Erfahrungen gesammelt und mindestens eine digitale Lösung umgesetzt. Darunter waren Startups, Klein- und Mittelständische Betriebe, aber auch internationale Großkonzerne. Aus Österreich bedienen wir verschiedenste Märkte und Länder, u.a auch im Silicon Valley.

Wie funktioniert mogree? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

“End-to-End” bedeutet für uns, dass wir vom Geschäftsmodell, über kundenzentrierte UX bis hin zur technologischen Umsetzung und Skalierung alles anbieten und umsetzen können. Wir unterstützen unsere KundInnen schon in einer sehr frühen Phase, wo wir gemeinsam ein digitales (skalierendes) Geschäftsmodell und danach einen MVP und Prototypen ausarbeiten, um schnell einen Proof und Market-Fit auszuloten. Nach dem Proof gehen wir in die Umsetzung und entwickeln dann die produktive Version 1.0. 

Unser Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. Von der Problemstellung bis zum ersten Prototypen vergehen 5-6 Wochen. Viele Großkonzerne schätzen diese Flexibilität und Geschwindigkeit sehr. So können sie relativ rasch neue Produkte und Services umsetzen und testen. Da wir für viele unterschiedliche Bereichen gearbeitet haben, verfügen wir über viele Insights, die wir dann in anderen Branchen einsetzen und anwenden. Zudem verfügen wir einen sehr breiten Technology-Stack, der von mobile Apps bis zu Machine Learning und Deep Learning reicht. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Unsere rund 55 MitarbeiterInnen arbeiten in sogenannten Squad-Teams, also kleinen autonomen Arbeitsgruppen, die auch remote voll einsatzfähig sind. Insofern war Home Office nichts Neues für uns. Das hatten wir schon vor Corona gefördert und gelebt.

Interessanterweise hat sich dadurch unsere Firmenkultur inklusive der Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden sogar viel enger und intensiver entwickelt. Wir sitzen mit unseren KundInnen in virtuellen Räumen, wo im Hintergrund der Haushalt, Kind, Familie passiv mitwirken. So sind wir sind noch näher zusammengerückt. Richtig toll

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin ein gesamtes Paket mit Laptop, Tisch, Bildschirme, Tastatur und Maus für zuhause zur Verfügung gestellt. Bei einigen haben wir auch extra Breitband-Internet angemeldet, damit produktiv gearbeitet werden kann. Die MitarbeiterInnen bekommen zudem ein Care-Package mit vielen Goodies,, die im Office normalerweise allen zur Verfügung stehen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise selber ist eine Chance. Alle, die vor Corona nicht die digitalen Glocken gehört haben, sollten sie jetzt umso lauter hören. Auch wenn die Krise Branchen unterschiedlich hart trifft, müssen jetzt EntscheidungsträgerInnen mutig sein. Viele sind es und agieren wirklich offen und schnell. Dennoch können wir sehen, dass einige komplett mit allen digitalen Agenden zurückgefahren sind. 

Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle viel resistenter gestalten und diversifizieren. Diese Krise zeigt vielen Geschäftsmodellen und Methoden ihre Grenzen auf. Andere haben genau jetzt begonnen, zu skalieren und Markt-entscheidende Profite generiert. 

mogree, wo geht der Weg hin? 

Wir wollen weiter expandieren und suchen in verschiedenen Bereichen neue MitarbeiterInnen. Der technische Fokus liegt schon seit fast 1,5 Jahren auf Machine Learning und Distributed Ledger. Hier wollen wir weiter forschen und entwickeln, damit wir unseren KundInnen smarte Machine Learning-Services zur Verfügung stellen können. Aktuell arbeiten wir im Rahmen einer Forschungsförderung der FFG gemeinsam mit zwei Fachhochschulen in Österreich an einem Projekt, in dem wir Modelle im Bereich “Prediction” entwickeln werden, die zukünftig in allen Branchen und Unternehmensgrößen zum Einsatz kommen sollen. 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Insgesamt möchten wir aktiv mit modernster Technologie die digitale Transformation weiter pushen und weiterhin mit innovativen Methoden unsere KundInnen zu Global Playern aufbauen oder ihre Marktposition damit festigen. Unser Anspruch und Erfindergeist ist unser innerer Treiber, jeden Tag den Status Quo zu hinterfragen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Sei mutig und stecke dir Ziele, die dir jeden Morgen ein Lächeln in dein Gesicht zaubern.
  2. Sei offen und netzwerke. Du weißt nicht, wer morgen an dich denken kann.
  3. Definiere eine Tagesroutine, wo du mindestens 1h pro Tag liest, damit du deinen Horizont erweiterst. Beim Lesen sind mir oft die besten Idee eingefallen, die heute erfolgreich im Unternehmen umgesetzt sind.

Wir bedanken uns für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fehler eingestehen und Dinge neu denken

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Vintage Kontor: besondere Möbel, Deko-Stücke, Accessoires mit Patina

Vintage Kontor: besondere Möbel, Deko-Stücke, Accessoires mit Charakter und Patina für Zuhause, das Büro, Loft oder Ladenlokal

Stellen Sie sich und das Startup Vintage Kontor doch kurz unseren Lesern vor!

Vintage Kontor ist ein Onlineshop, der ausschließlich exklusiv ausgewählten Einzelstücke aus vergangenen Zeiten im Angebot hat. Alte Dinge deren Wert sich durch Seltenheit, besonderes Design, Arbeitsspuren und Patina auszeichnet: besondere Möbel, Deko-Stücke, Accessoires mit Charakter und Patina für Zuhause, das Büro, Loft oder Ladenlokal. Wir sehen uns nicht als „klassische Antiquitäten-Handlung auf Online-Basis“, sondern als Quelle für ungewöhnliche und persönlich kuratierte Objekte mit Geschichte. Vintage Kontor bringt so – auch mit Blick auf den Nachhaltigkeitsgedanken – Dinge, die andere nicht mehr brauchen, mit Menschen zusammen, die genau diese suchen. Ein „Dating-Portal für schöne Dinge und neue Besitzer“ also…

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Eigentlich sind es zwei Gründe: Zum einen ist Vintage Kontor schon meine zweite Gründung. Die erste, eine Event-Agentur, ist jetzt nach fast 20 Jahren aufgrund der Corona-Pandemie fast vollständig zum Erliegen gekommen. Daher musste nach einer anfänglichen Schockstarre eine neue Geschäftsidee und Perspektive her. Durch Corona habe ich jetzt die einmalige Chance, etwas komplett anderes zu machen und auch den Kopf dafür frei zu haben. Das macht Freude und erfüllt ungemein. Während eines Vollbetriebs in der Agentur hätte ich dafür niemals die Zeit gehabt. Zum anderen war es der Wunsch, Leidenschaft mit Lebensunterhalt zusammenzubringen: Alte Dinge waren schon immer meine Passion – da lag es nahe, in diese Richtung zu gehen. Im Grunde knüpfe ich damit auch an Erfahrungen aus dem Eventbusiness an, da es mir schon immer wichtig war, Atmosphäre zu schaffen und den Blick aufs Detail zu legen. Events schaffen besondere Erinnerungen – das können Vintage-Schätze auch.   

Was war bei der Gründung von Vintage Kontor die größte Herausforderung?

Wie man ein Geschäft führt, weiß ich. Auch bin ich mit meinem Thema inhaltlich natürlich bestens vertraut. Womit ich mich schwergetan habe, waren die Themen E-Commerce und Social Media – davon hatte ich so gut wie keine Ahnung. Wie werde ich im Netz sichtbar, wie mache ich mich interessant? Was ist SEO? Hier musste ich mich komplett einarbeiten und habe dabei viel gelernt.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Klar! Man darf als Gründer ruhig ein bisschen Mut zur Lücke haben. Viele Fragen und Themen kommen erst mit dem Tun. Niemand kann ein neues Business vollständig im Voraus planen, rechtliche und steuerliche Fragen jedoch sollten aber unbedingt vorher geklärt sein. Ich fand es am wichtigsten, dass ich etwas mache, was mir eine Herzensangelegenheit ist, was mir thematisch leichtfällt. Dann schafft man auch die schwierigeren Parts – in meinem Fall das Thema E-Commerce. Es prasseln tatsächlich tausende Themen auf einen herab, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat. Bei vielen Dingen war ich etwas naiv, konnte aber durch viel Kommunikation mit meinem Netzwerk und anderen Gründern viele aufkommende Hürden meistern.

Vintage Kontor: besondere Möbel, Deko-Stücke, Accessoires mit Patina
Fotograf Max Brunnert

Welche Vision steckt hinter Vintage Kontor? 

Das Thema Nachhaltigkeit hat eine zentrale Bedeutung. Es wird so vieles weggeworfen, nur weil es im Moment nicht mehr gebraucht wird. Viele dieser Dinge haben aber noch einen Wert, man muss ihn nur sehen und erkennen – sie haben immer eine zweite Chance verdient. Die Idee des Shops ist es, diese Dinge mit den Menschen zusammen zu bringen, die genau jetzt so etwas suchen. Daher präsentieren wir sie professionell fotografiert und bieten sie zusammen mit einer Portion Lifestyle – also einem Vorschlag für ihre neue Verwendung – an. Beispielsweise unsere alten, schwarz-verbrannten Backbleche: Die stehen ganz hoch im Kurs bei Food-Bloggern, die sie Untergrund für ihre Kreationen einsetzen.

Das Startup Vintage Kontor hat die Vision, den Menschen die Augen für die Schönheit des Gebrauchten zu öffnen, Vintage als Lifestyle zu etablieren und so gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun. Daher verwenden wir auch nur gebrauchtes Verpackungsmaterial und versenden CO 2-neutral. 

Wer ist die Zielgruppe von Vintage Kontor?

Unsere Schätze werden von Individualisten geschätzt, die ihr Umfeld sehr individuell mit persönlicher Note gestalten möchten – ähnlich, wie ein Kleidungsstück etwas ausdrückt. Eine weitere Zielgruppe sind Fotografen und Requisiteure aus dem Film- und Theaterbereich, die solch besonderen Dinge als Photo Prop suchen. Viele unserer Einzelstücke werden zum Beispiel gern von Food Bloggern gekauft: Ein völlig abgenutzter Holzlöffel zum Beispiel ist spontan nur bei uns erhältlich. Im Video- oder Foto-Beitrag des Bloggers erzählt er von einer langen Erfahrung, erprobten Rezepten und glücklichen Gesichtern. Unsere Schätze gehen übrigens in die ganze Welt. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Vintage ist Lifestyle – und das Vermitteln wir auch mit unseren Fotos, die oft gleich eine passende Idee mitliefern, wie man sie neu einsetzen kann, wie sie eine alte Geschichte neu erzählen. So vermitteln wir Dinge in neue Wirkungskreise. Zudem haben wir ausschließlich persönlich von mir kuratierte Gegenstände im Angebot, die gegebenenfalls in unserer eigenen Werkstatt aufgearbeitet wurden, ohne dabei die wichtige Patina, den Look des „einstigen Lebens“ zu zerstören. 

Vintage Kontor, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich bin offen für alles, was die Zukunft bringt. Wer kann schon sagen, wie sich alles entwickelt? Erweist sich das eine als erfolgreich und gangbar, wird hier weiter investiert – anderes muss gegebenenfalls wieder eingestellt werden, weil der Markt es nicht verlangt. Momentan öffnen sich jeden Tag neue Türen für unserem Shop und der Idee wird viel Sympathie entgegengebracht. Wer weiß was, da noch kommt. Toll wäre es jedenfalls, in diesem Marktsegment in fünf Jahren einen Namen zu haben – und vor allem, gewinnbringend wirtschaften zu können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben? 

Kommunizieren und Fragen: Schließt euch nicht allein in eurem Kämmerlein ein und bastelt vor euch hin. Geht raus, sprecht andere Kollegen an, bittet um Rat. Ich habe einen kleinen Kreis von Kolleginnen, die ebenfalls einen Neustart hingelegt haben. Wir helfen uns gegenseitig, machen uns auf Fehler aufmerksam und unterstützen uns mit Rat und Tat. Es kommen so viele Hilfestellungen, wenn man erzählt, was man tut. 

Wenn ihr merkt, dass ein Weg nicht zum gewünschten Ziel führt, einfach neu überlegen und sich nicht entmutigen lassen.

Stürzt euch nicht Hals über Kopf ins Abenteuer: Bevor es wirklich losgeht, ist Theorie angesagt. Informiert euch intensiv, was man darf, kann und muss. Und schaut euch genau an, was es bereits am Markt gibt und überlegt, wie man es besser machen könnte.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Johanna Bolz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Man lernt das allermeiste on-the-job

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HeyJobs

HeyJobs Recruiting Plattform bringt Unternehmen und Fachkräfte zusammen

Stellen Sie sich und HeyJobs doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Marius Luther, Gründer und CEO von HeyJobs, einem Recruiting-Tech Unternehmen aus Berlin. Gemeinsam mit meinem Co-Gründer und unserem Team helfen wir unseren über 1.500 Kunden durch Performance Marketing und selbstlernende Algorithmen dabei, offene Stellen zu besetzen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt den Fachkräftemangel in Deutschland, eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte, zu lösen. So helfen wir Firmen dabei Einstellungen zu tätigen und Menschen dabei den richtigen Job zu finden, der ihnen ein erfülltes Leben ermöglicht. Wir tun dies indem wir modernste Technologie nutzen, um die richtigen Talente mit den richtigen Firmen zu “matchen”.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben 2016 gemerkt, dass sich die Arbeitswelt fundamental ändert. Babyboomer gehen in Rente und immer weniger junge Fachkräfte kommen auf den Arbeitsmarkt, was dazu führt, dass das Arbeitskräfteangebot in Deutschland in den nächsten 10 Jahren um Millionen von Menschen schrumpft. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass es großen Unternehmen extrem schwer fällt, modernes Recruiting zu betreiben. Wie erreiche ich KFZ-Mechatroniker auf Instagram? Wie sieht eine moderne Candidate-Experience aus? Je mehr wir mit Kunden gesprochen haben, desto klarer wurde es: Hier können wir mit Tech, Machine Learning, Online Marketing extrem viel erreichen und dabei noch ein Riesenproblem für die deutsche Wirtschaft lösen.

Ich glaube daran, dass Unternehmertum der Schlüssel dafür ist, die großen Herausforderungen der Welt zu lösen. Ob das Elon Musk ist, der mit Elektroautos versucht den Klimawandel aufzuhalten, ob das BioNTech ist mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs oder ob wir das sind, die versuchen den Fachkräftemangel mit Technologie zu lösen, immer sind es unternehmerische Initiativen die sehr viel Kraft entfalten. 

Welche Vision steckt hinter HeyJobs?

“Help everyone find the right job to live a fulfilling life”, ist die Vision von HeyJobs.

Spezieller für die Unternehmensseite: Wir wollen den Fachkräftemangel lösen

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Den richtigen Product-Market-Fit zu knacken: Wir haben mal als mobile App angefangen mit einer Art “Tinder für Jobs”. Das hat aber gar nicht funktioniert, weil die Jobsuche eben nicht wie das Dating visuell funktioniert sondern vor allem faktenbasiert. Und wir haben gelernt, dass die größere Herausforderung auf Unternehmensseite liegt: in einem immer knapperen Arbeitsmarkt die richtigen Mitarbeiter zu finden. Wir haben dann auf unsere Kunden gehört und eine Plattform entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und Kandidaten, im Umkehrschluss, den passenden Job. Seit Anfang 2017 sind wir mit dem jetzigen HeyJobs-Konzept im Markt. Und das ist ein sehr guter Product-Market-Fit.

Selber die richtigen Mitarbeiter zu finden – einen Software Developer oder guten Seller in Berlin zu finden ist vergleichbar schwierig wie einen Mechatroniker auf dem Land zu finden. Deshalb haben wir vor einem Jahr unser erfolgreiches in-house Graduate Programm, den Master in Business Development (MBD), gelaunched. In zwei Jahren kann man zwei verschiedene Rollen im Sales-Bereich bei uns durchlaufen, wird gecoached, hat einen C-Level Mentor und erhält Experten-Trainings. Das ganze bei sehr guter Bezahlung – Zielgehalt 4500 Euro Brutto. Wir suchen übrigens gerade wieder – falls jemand Interesse hat?

Finanzierung: Der britische Kapitalgeber Notion Capital investierte 2019 gemeinsam mit Creathor Ventures, GFC und Heartcore Capital 10 Millionen Euro in HeyJobs. Anfang Juli wurde das in HeyJobs investierte Kapital auf insgesamt 20 Millionen € erhöht.

Wer ist die Zielgruppe von HeyJobs?

Unsere Zielgruppe sind Unternehmen jeglicher Größe, die (vor allem) Fachkräfte und gewerbliches Personal suchen. Das geht Querbeet durch sämtliche Branchen: Handel, Logistik, Gastronomie, Hotellerie, Kundenservice, Dienstleistung, Gesundheitswesen, Handwerk und Produktion.

Wie funktioniert HeyJobs? Wo liegen die Vorteile und was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Vergleich zu anderen Anbietern liefern wir nicht nur Impressionen oder angefangenen Bewerbungen, sondern qualifizierte “Gold-”Kandidaten.

Unternehmen teilen uns mit welche und wieviele Mitarbeiter sie benötigen. Daraufhin erstellt unsere “Maschine” eine Budgetempfehlung. Danach starten Performance-Marketing-Kampagnen auf über 50 Kanälen parallel – für jeden einzelnen Job.Die Anzeigen werden auf aktiven Kanälen (Stellenbörsen) und auf passiven Kanälen (z.B. Social Media) ausgespielt, um aktiv Jobsuchende und wechselwillige Kandidaten zu erreichen. Interessierte Kandidaten können sich dann, auch mobil, über die HeyJobs-Plattform bewerben und beantworten direkt online vom Unternehmen hinterlegte Auswahlfragen. Die “Maschine” lernt, über welche Kanäle qualifizierte Kandidaten kommen und über welche nicht. Das Budget wird täglich und vollautomatisch auf die besten Kanäle verteilt, so dass immer für jeden Job die höchste Anzahl an qualifizierten Kandidaten generiert werden. Wir nennen sie Goldkandidaten. Diese Goldkandidaten geben wir dann an das Unternehmen weiter.

Wie hat sich Ihr Unternehmen durch Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben Homeoffice Plätze für unsere über 120 Mitarbeiter geschaffen, inklusive Transport von Bildschirmen und Bürostühlen nach Hause. Wir sind zwar physisch auseinander gerückt, aber versuchen durch ehrliche und regelmäßige Kommunikation sowie Initiativen für die Gesundheit der Mitarbeiter und für das Teamgefühl den besonderen Zusammenhalt des HeyJobs Teams  aufrecht zu erhalten (Trainings für Team-Leads, Mental-Health-Hotline, virtuelle Mittagessen, Online-Yoga, Online Escape Room, etc.).

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Das ehrliche Zusammenhaltsgefühl stärken, nicht nur im Team, sondern auch mit Kunden. Wir sitzen alle im selben Boot und sind verletzlicher geworden. Unsere Bindungen sind dadurch stärker geworden.Es hat sich in der Krise gezeigt, dass viele Entscheidungen, die wir bei HeyJobs getroffen haben, richtig waren und gleichzeitig hatten wir noch mal die Chance zu evaluieren, welche Initiativen wirklich die allerwichtigsten sind und auf die konzentrieren wir uns jetzt.

HeyJobs, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir die führende Plattform sein, die Fachkräfte und Unternehmen zusammenbringt. Wir möchten aber nicht nur effizienter sein, sondern den Fachkräftemangel auch wirklich lösen. Dazu werden wir auch versuchen Talente aus dem Ausland zu gewinnen und Talente, die bereits in Deutschland sind, zu Fachkräften weiterzubilden

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1) Einfach anfangen. Man lernt das allermeiste “on-the-job”.

2) Nimm ein Problem und einen Markt, für den du brennst. Nur dann hast du das nötige Feuer, um die nächsten 20 Jahre etwas großes auf die Beine zu stehen.

3) Baue ein starkes Team auf. Alleine kann ich maximal 14 Stunden am Tag arbeiten. Momentan arbeiten wir aber bei 120 Mitarbeitern und 8 Stunden fast 1000 Stunden am Tag an der Weiterentwicklung von HeyJobs. Nur ein starkes Team bringt einen wirklich voran. 

Wir bedanken uns bei Marius Luther für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Teammitglieder sorgfältig auswählen

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URGROW Indoor Garten

URGROW smarter und nachhaltiger Indoor Garten für Zuhause

Stellen Sie sich und das Startup URGROW doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Pascal Wolf und habe 2018 URGROW mit dem Ziel gegründet, den weltweit ersten smarten und nachhaltigen Indoor-Garten für Zuhause zu produzieren. Während meines Studiums bin ich mit der Hydroponik-Technologie in Kontakt gekommen. Hierbei werden Nutzpflanzen wie Gemüse oder Obst ohne Erde unter optimalen Lebensbedingungen durch perfekt abgestimmte Beleuchtung, Bewässerung und Nährstoffversorgung dort angebaut, wo sie später konsumiert werden. 

Bei ersten Experimenten mit Sonnenblumen wurde mir sehr schnell klar, welches Potential hinter dieser Technologie steckt. Die hydroponisch angebauten Pflanzen waren bereits nach wenigen Tagen viel weiter entwickelt als ihre traditionell in Erde wachsenden Geschwister. Mit der Entstehung weiterer Testsysteme entstand die Idee zur Gründung von URGROW. Unsere kleinen Farmen sind nicht nur komplett nachhaltig, sondern durch eine von uns entwickelte App auch richtig smart. Anhand spezieller Algorithmen informiert die App in Echtzeit aus den Messdaten der verbauten Sensoren über anstehende Pflegemaßnahmen.  

2018 haben wir den Strascheg Award für Entrepreneurship und in diesem Jahr den breakthrough 2020 award in der Kategorie Sustainability & Environment gewonnen. Am 4. Dezember 2020 startet unsere Crowdfunding Kampagne auf Startnext. Durch die bereits erfolgte Seed-Finanzierung ist die Auslieferung unserer Indoor-Farmen ab April 2021 bereits garantiert.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Mir war schon lange klar, dass ich nicht für immer in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte, sondern einfach mehr Freiraum zum Gestalten und für die Umsetzung meiner eigenen Ideen brauche. Mit der Gründung von URGROW möchten wir Menschen dazu ermutigen, ein Bewusstsein für ressourcenschonende städtische Landwirtschaft zu entwickeln. Die Art und Weise, wie wir gegenwärtig biologische Lebensmittel konsumieren, muss sich verändern. Für uns liegt in der Selbstversorgung und damit im Urban Farming die Zukunft.

Das Ziel von URGROW ist, jedem Verbraucher ohne Vorkenntnisse den Anbau und die schonende Ernte von hochwertigen Lebensmitteln zu ermöglichen, und zwar bequem, nachhaltig und in Bio-Qualität – ohne lange Transportwege, Verpackungsmüll, Wasserverschwendung und Zerstörung von Mutterboden. 

Welche Vision steckt hinter URGROW?

Wir haben mit URGROW Lösungen für die größten Probleme der derzeitigen Produktion von Nahrungsmitteln entwickelt. Durch intensive Landwirtschaft gehen jedes Jahr riesige Flächen Ackerland unwiederbringlich verloren, gigantische Wassermengen werden verschwendet. Der Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und chemischen Düngemittel bedroht Mensch und Umwelt und durch die weiten Transportwege von Obst und Gemüse vom Erzeugungsort zum Verbraucher werden große Mengen CO2 und Verpackungsmüll produziert. Mit URGROW möchten wir einen Beitrag dazu leisten, eine Trendwende bei diesem verschwenderischen Umgang mit wertvollen Ressourcen einzuleiten und Lebensmittel stattdessen ökologisch vor Ort zu produzieren. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als ich URGROW gegründet habe, habe ich noch studiert. Wir haben uns anfangs komplett selbst finanziert und für unsere Idee auch einige Preisgelder gewonnen. Nach 1,5 Jahren waren wir mit der Entwicklung unserer Indoor-Farmen so weit, dass ich mich entschloss, meinen damaligen Beruf zu kündigen und meine ganze Energie in unser Unternehmen zu stecken. Dies war insbesondere am Anfang natürlich mit vielen Unsicherheiten und auch Ängsten verbunden. Glücklicherweise haben wir Investoren gefunden, die unsere Vision teilen und das nötige Startkapital zur Verfügung stellen. 

Wer ist die Zielgruppe von URGROW?

Singles und Paare, die gerne einen Teil ihrer Nahrung selber anbauen, sowie ernten möchten und dabei größten Wert auf Nachhaltigkeit, Bio-Qualität und Geschmack legen. Die aber nicht über einen eigenen Balkon beziehungsweise Garten oder das nötige Know-how verfügen oder einfach komplett unabhängig von Jahreszeiten sein möchten. Auch Familien, die ihren Kindern einen spielerischen Zugang zu Pflanzenwachstum und Ernten ermöglichen möchten, gehören zu unserer Zielgruppe.

Wie funktioniert URGROW? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der größte Unterschied zu anderen Anbietern ist sicherlich, dass unsere kleinen Farmen vollständig nachhaltig und smart sind. Unsere Indoor-Gärten produzieren wir zum größten Teil aus Holzabfällen. Der Korpus ist biologisch abbaubar und die Technik kann komplett recycelt werden. Als Produktionsstandort haben wir uns bewusst für Deutschland entschieden, um lange Transportwege zu vermeiden. 

URGROW  Indoor Garten

Anstatt bedenklicher Substrate wie Steinwolle oder Kunststoff verwenden wir unser Medium BrightSoil®. Hierbei handelt es sich um ein organisches Substrat, das nach Verwendung einfach als Biomüll entsorgt werden kann. Zudem enthält es bereits sämtliche Nährstoffe, die von den Pflanzen von der Aussaat bis zur Ernte benötigt werden – der  Einsatz von chemischen Düngern ist überflüssig. Das von uns gelieferte Saatgut trägt übrigens das anspruchsvolle Demeter-Siegel und es handelt sich hierbei ausschließlich um alte Sorten, die nicht auf hohe Erträge gezüchtet oder gentechnisch verändert wurden, sondern mit einem einmaligen Geschmack punkten und in Supermärkten überhaupt nicht erhältlich sind. 

Eine weitere Besonderheit ist die von uns zur Verfügung gestellte App. Sie berechnet anhand von uns entwickelter Algorithmen und unter Zuhilfenahme der Messwerte der verbauten Sensoren den optimalen Zeitpunkt der Ernte und informiert in Echtzeit über anstehende Pflegemaßnahmen – auch Menschen ohne grünen Daumen können somit spielend leicht ihr eigenes Gemüse im heimischen Wohnzimmer anbauen.

URGROW, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach unserem Start im DACH-Raum planen wir in den folgenden Monaten auch in andere europäische Länder zu expandieren. Sowie längerfristig die Märkte in den USA sowie Asien zu erschließen. Unser Businessplan ist eher konservativ, unser langfristiges Ziel ist es allerdings, die Versorgungskette mit Lebensmitteln komplett zu revolutionieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Neben einer guten Idee halte ich die Entwicklung eines astreinen Businessplanes für essentiell. Diesen sollte man mit viel User-Feedback untermauern können. Wir haben einen Prototypen gebaut, hierzu Feedback eingeholt, den Prototypen verbessert, wieder Feedback eingeholt und so weiter. Die Erkenntnisse sind dann immer wieder in den Businessplan und das Pitchdeck eingeflossen. Nur so kann man Glaubwürdigkeit entwickeln und letztendlich Investoren überzeugen, in die eigene Idee zu investieren.

Teammitglieder sollten sorgfältig ausgewählt werden, um später keine Überraschungen zu erleben, wenn beispielsweise Ziele und Werte nicht zusammenpassen.

Und es klingt vielleicht banal, aber man muss auch in unsicheren Zeiten an sich und seine Vision glauben, um erfolgreich gründen zu können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Pascal Wolf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Gute Mitarbeiter:innen sind das A und O

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sigo E-Lastenräder Sharing für eine nachhaltige Mobilität

sigo E-Lastenräder Sharing für eine nachhaltige Mobilität

Stellen Sie sich und das Startup sigo doch kurz unseren Lesern vor! 

sigo bietet E-Lastenräder im Sharing an, um nachhaltige Mobilität in die Wohnquartiere zu bringen. Unsere stationsbasierten Räder werden über induktive Ladestationen geladen, die direkt vor der Haustür stehen. Die Buchungen und die Zahlungsabwicklung funktionieren über eine leicht verständliche App. Die Räder sind somit rund um die Uhr verfügbar. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Die Idee lag auf der Hand: Jeder möchte oder muss immer mal etwas transportieren und in der Stadt ist ein Lastenrad das logischste Mittel der Wahl: Man kann direkt vorm Supermarkt parken, die Kinder damit in den Kindergarten bringen und den Tannenbaum nach Hause transportieren. Man bewegt sich, ist an der frischen Luft und es macht viel Spaß! Ich wollte in den vollen Städten eine nachhaltige Transport-Alternative anbieten. 

Welche Vision steckt hinter sigo? 

sigo begeistert Menschen durch einfachen, nachhaltigen und leicht zugänglichen Transport in Städten, um die Lebensqualität zu erhöhen und den Alltag zu erleichtern. 

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war es, mit wenig Kapitalausstattung ein marktfähiges und hochwertiges Produkt zu entwickeln. Qualität war wichtig, denn fürs Sharing braucht man ein eigens konstruiertes Lastenrad aus hochwertigem Material, robust und einfach zu bedienen. Wir haben es geschafft. 

Finanziert haben wir uns durch die MBGH Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH und private Investor:innen. 

Wer ist die Zielgruppe von sigo? 

sigo hat ein B2B2C-Geschäftsmodell, das sich zum einen an Endnutzer:innen richtet und zum anderen an Partner:innen wie Wohnungswirtschaft, Kommunen, den öffentlichen Nahverkehr, Energieversorger und Projektentwickler. Unsere Kund:innen leben in urbanen Zentren. Es sind hauptsächlich Menschen, die keinen Extra-Platz für ein Lastenrad haben, da sie in Mietwohnungen leben. 

Wie funktioniert sigo? 

Interessierte Radler:innen müssen sich in der sigo App, die für Android und iPhone verfügbar ist, registrieren. Anhand einer Karte in der App werden die Standorte und die verfügbaren Räder in der Umgebung der Kunden angezeigt. Jede Person, ob jung oder alt, ob mit oder ohne Führerschein, kann sich anschließend an den Stationen bequem ein E-Lastenrad über die App ausleihen. Es ist ein Sharing-Angebot, das ganzjährig rund um die Uhr verfügbar ist. 

Die festen Stationen mit induktivem Ladesystem bieten dem Rad einen sicheren Stellplatz. Zum Öffnen entriegeln die Kunden das Schloss der Ladestation ganz einfach über die sigo App. Über sie wird auch bezahlt. Die Kunden können per Kreditkarte oder Lastschrift zahlen. 

Das Rad kann nach dem Öffnungsvorgang aus der Station genommen werden, sodass die Fahrt direkt beginnen kann. Bei der Rückgabe muss das Lastenrad einfach wieder zurück in die Station geschoben werden. Sofort ist es sicher abgeschlossen und lädt über eine Induktionsplatte kontaktlos den Akku. Durch diesen Vorgang wird die Mietgebühr selbstständig beendet und abgerechnet. 

Wo liegen die Vorteile? 

Die Räder sind 24/7 über die App ausleihbar.

Die E-Lastenräder stehen in einer Ladestation vor der Haustür.

Das Laden erfolgt innovativ über ein Induktionspad.

sigo bietet mit der App, dem Kundenservice, der Wartung, der Abrechnung, und der Versicherung etc. ein Full-Service-Paket an. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Die Schlüsselübergabe bei Ausleihe und das manuelle Laden und Austauschen der Akkus gehören bei sigo der Vergangenheit an. Unser Erfolgsrezept heißt: Einfacher Zugang, einfache Benutzung.
Einzigartig sind wir, weil wir alle Services um das E-Lastenrad herum auf Sharing ausgerichtet haben. Die Räder sind hochwertig und robust, die App-Führung ist einleuchtend und der Aufbau der Ladestationen absolut einfach umzusetzen. 

sigo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir bauen unser bestehendes Netz aus, um in den Großstädten flächendeckend präsent zu sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Seid uneitel und stellt immer Menschen ein, die in ihrem Bereich eine größere Expertise haben als Ihr selbst. Das ist nicht ganz einfach, aber sehr gute Mitarbeiter:innen sind das A und O in einem Unternehmen. Uneitel sollte man auch sein, wenn man auf sein Geschäftsmodell schaut. Das muss man immer wieder hinterfragen und auf gutes Feedback hören. Manche verwechseln Hartnäckigkeit mit Sturheit. 

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Achte auf Pausen

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Feentueren: Feentüren gelten als Einladung an Elfen und Wichtel

Handgefertigte Feentueren: Feentüren gelten als Einladung an Elfen und Wichtel, um als Schutzpatron bei den Menschen einzuziehen.

Stellen Sie sich und das Startup Feentueren doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Maike Schütte, 55 Jahre alt und gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachgehilfin. Nicht gerade ein Beruf, der Kreativität erfordert, und schon gar keine Berufung für mich. In über 30 Jahren im Arbeitsleben habe ich viele Tätigkeiten ausgeübt und doch meine Erfüllung nicht gefunden – bis 2016. In diesem Jahr bekam ich mein erstes Feentürchen zu Gesicht, und es war um mich geschehen. Ich will Feentüren machen! Damals wie heute gibt es welche aus Holz und aus Plastik – beides keine angemessenen Materialien für ein magisches Produkt, wie ich finde. Ich entschied mich also für eine spezielle Keramik und das Bemalen von Hand. In meinem Onlineshop auf feentueren.de zeige ich etwa 40 verschiedene Feen- und Wichteltüren, und hunderte Ideen schwirren mir noch im Kopf herum.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

In den frühen 1990er Jahren waren mein Mann und ich selbstständig im Bereich Im- und Export sowie Groß- und Einzelhandel mit Geschenkartikeln. Aufgaben, Rechte und Pflichten von UnternehmerInnen waren mir also bekannt – und auch die Freiheiten, die mit einem eigenen Unternehmen daherkommen. Ich entscheide, was ich wann wie erledige. In meinem Unternehmen gibt es weder Mobbing noch Hauen und Stechen. Und ich liebe die Vielseitigkeit. Ich bin Designerin, Kunsthandwerkerin, Backend / Frontend-Expertin, Steuerfachfrau, Texterin, Fotografin und Kauffrau!

Was war bei der Gründung von Feentueren.de die größte Herausforderung?

Tatsächlich gab und gibt es zwei große Herausforderungen. Die eine ist, ein Produkt zu verkaufen, das praktisch niemand kennt, zumindest in Deutschland nicht. Es herrscht Erklärungsbedarf, der sich jedoch nicht in ewig langen Texten auf der Webseite wiederfinden soll. Wie wird ein Produkt gefunden, wenn es niemand kennt und danach sucht?

Die zweite Herausforderung liegt in der bildlichen, leider eindimensionalen Darstellung der Feentüren. Im WWW fehlt die Haptik, das Fühlen des Gewichts, des Materials, das Ertasten der feinen Maserungen und Beschläge. Die Magie ist tatsächlich fühlbar, das wissen die, die auf Märkten bei mir kaufen. Wie transportiere ich die Haptik ins Netz?

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Auf jeden Fall! Ich finde es gerade sympathisch, wenn die Menschen um einen herum und auch die Kundinnen und Kunden die Weiterentwicklung von Unternehmen und ihren InhaberInnen miterleben können. Das ist authentisch, menschlich, und im besten Fall geben einem die Kommentare, Bewertungen und Umsatzzahlen recht.

Welche Vision steckt hinter Feentueren?

Feentueren: Feentüren gelten als Einladung an Elfen und Wichtel

Meine Vision ist, den Menschen etwas echt Handgemachtes – made in Berlin, nicht China – anzubieten, das sie so noch nicht kennen. Etwas, das Magie und einen Zauber innehat. Ein Produkt, das mit Herzblut und Liebe gefertigt wird, das nicht schon morgen veraltet und aus der Mode ist. Wenn ich im direkten Verkauf, z. B. auf einem Weihnachts- oder Kunsthandwerkermarkt, die leuchtenden Augen der Kundinnen und Kunden sehe, erfüllt mich das mit viel Freude und Dankbarkeit, dass ich diese Arbeit machen darf.

Wer ist die Zielgruppe von Feentueren.de?

Meine Zielgruppe sind Erwachsene, die ein besonderes Geschenk für Erwachsene suchen. Ursprünglich dachte ich daran, dass Feen- und Wichteltüren für Kinder gekauft werden. Daher kreierte ich zu Anfang auch eher kindliche Motive in kindlichen Farben. Diese Gruppe macht jedoch nur rund zwanzig Prozent meiner Kundinnen und Kunden aus. Die Entwicklung neuer Motive für Erwachsene war und ist eine Herausforderung, die ich gern annehme.

Meine Feentüren werden verschenkt, wenn man jemandem viel Glück wünscht: im neuen Zuhause, für den neuen Job, zur Führerscheinprüfung, zur Verlobung und Hochzeit, zu Geburten, Taufen und Einschulungen. Oder einfach, wenn es jemandem nicht so gut geht und er oder sie ein wenig Magie brauchen kann.

Was ist das Besondere an den Feentueren?

Meine Feentüren sind besonders, weil ich sie von Hand aus einer speziellen Keramik herstelle. Deutschlandweit, vielleicht sogar weltweit, bin ich damit einzigartig. Jedes Türchen ist ein handbemaltes Unikat, das nie eine Fabrik von innen gesehen hat. Und: Meine Feentüren sind von den isländischen Elfen- und Feenvölkern offiziell anerkannt. Es sollen sogar welche von meinen Türen im Elfenmuseum in Reykjavik ausgestellt werden!

Wie funktioniert das mit den Feentueren und dem Feenstaub?

Feentüren gelten als Einladungen an Feen, Elfen und Wichtel, bei den Menschen einzuziehen und fortan auf sie aufzupassen. Die kleinen Schutzpatrone sollen Glück bringen, schlechte Träume wegzaubern und für Frieden und Harmonie sorgen.

Feentueren: Feentüren gelten als Einladung an Elfen und Wichtel

Kein Türchen ohne Feenstaub! Der gehört unbedingt dazu. Warum? Feen, Elfen und Wichtel streuen diesen Glitzerstaub aus, wenn sie bei den Menschen eingezogen sind. Er ist ein Zeichen ihrer Anwesenheit. Besonders Kinder sind ganz freudig aufgeregt, wenn am Morgen eine Spur Feenstaub vor dem Türchen zu sehen ist.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert? 

Durch Corona fanden in 2020 weder Kunsthandwerker- noch Weihnachtsmärkte statt. Der persönliche Kontakt mit meinen Kundinnen und Kunden fehlt mir sehr. Ich schalte ein wenig mehr Werbung online und zeige meine Türchen auf mehr Plattformen. Die Vernetzung mit anderen GründerInnen, neuen Kundengruppen und Interessenten nimmt einige Zeit in Anspruch.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Meine Feentüren sind jetzt auf mehr Social Media Kanälen zu finden. Auf Facebook teile ich regelmäßig Neuigkeiten aus der Feenwelt. Die Texte auf meiner Webseite habe ich überarbeitet und noch präzisere Beschreibungen verfasst. Ich habe neben dem Shop auf meiner Webseite einen etsy Shop eingerichtet, um mehr Menschen erreichen zu können. Zudem überlege ich, den Versand auch für Feentürenfans außerhalb Deutschlands anzubieten.

Kundinnen und Kunden kaufen auf Märkten andere Türchenmotive als in meinem Onlineshop. Ich habe also meine Produktion ein wenig umgestellt auf die Lieblingsmotive meiner OnlineshopperInnen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich sehe, dass Stammpublikum von Märkten zunehmend in meinem Onlineshop einkauft. Ich kenne viele mit Namen und freue mich, dass die Scheu, online zu bestellen, offenbar abnimmt. Dies gilt besonders für die Generation 50+. Es wäre wirlich schön, wenn sich dieser Trend fortsetzt.

Feentueren.de, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchte ich nur noch neue Motive designen und Prototypen anfertigen. Für alle anderen Arbeiten habe ich dann Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren, Langzeitarbeitslose, die in Heimarbeit Türchen anfertigen. Sie bekommen alles dafür Notwendige gebracht, können ihre Arbeitszeiten und ihr Arbeitspensum frei einteilen und erhalten selbstverständlich eine auskömmliche Bezahlung für ihre Arbeit.

Und ich habe Ideen für ein weiteres Buch, vielleicht sogar zwei oder drei!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Behalte deine Idee. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, aber sie kommt. Bis es soweit ist, baue eine Geschichte um deine Idee. Schreibe alles auf, was dir einfällt. Der kleinste Gedanke kann wichtig werden.

Gerade die Phasen der Vorbereitung und des Starts sind energie- und zeitraubend. Hier ist Self-Care das Stichwort. Achte auf Pausen, gönne dir ausgedehnte Wannenbäder oder was dir sonst gut tut. Wer 24/7 arbeitet, ist bald am Ende.

Schau auf die Konkurrenz. Was macht sie gut, was kannst du besser?

Wir bedanken uns bei Maike Schütt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Baut eine kleine Familie auf

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teech das digitale Klassenzimmer für den hybriden Unterricht an Schulen

teech das digitale Klassenzimmer für den hybriden Unterricht an Schulen

Stellen Sie sich und das Startup teech doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Joel und Emanuele „Manu“ Monaco und bezeichnen uns selbst als Bro-Founder von teech, dem digitalen Klassenzimmer.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Bereits vor der Pandemie haben wir uns mit diversen Themen im EduTech-Bereich beschäftigt, dazu zählt ebenso die Digitalisierung von Schulen und typischen Unterrichtsritualen. Nachdem wir schon im zweiten Quartal dieses Jahres die potentiellen Gefahren durch Covid-19 hinsichtlich diverser Schulschließungen sahen und einen groben Lösungsansatz bereits des Öfteren diskutierten, haben wir kurzerhand mit unserer ehemaligen Schule einen Prototypen des digitalen Klassenzimmers erarbeitet und getestet. Daraufhin war die Resonanz derart positiv, dass wir daraus eine Geschäftsidee entwickelt und letztendlich gegründet haben.

Welche Vision steckt hinter teech?

Im ersten Schritt ist teech eine digitale Nachahmung des Klassenzimmers und der dortigen Rituale, hierzu zählen bspw. das Melden oder auch zur Tafel vorgerufen zu werden. Wir möchten mit teech jedoch einen Grundbaustein für die Bildung von morgen darstellen und gemeinsam mit Schulen den hybriden Unterricht gestalten, der durch digitale Features individuelle Stärken von Schüler*innen identifiziert und fördert – letztendlich aber Lehrkräfte entlastet, damit sie sich ihren Schüler*innen intensiver widmen können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

So wirklich komplex wurde es, als wir uns durch den Dschungel des Schul- und Bildungssektors kämpfen mussten. Es gibt viele verschiedene Entscheider bis hin auf Landesebene, wodurch uns schnell klar wurde, warum es keine einheitliche Lösung in Deutschland gibt, wohlgemerkt ist diese in unseren Augen aber auch nicht notwendig. Finanziert haben wir uns zu Beginn durch Bootstrapping, hier sind wir aber dann auch zur Mitte des Jahres an unsere Grenzen gestoßen. Daraufhin haben wir zwei Investoren aus Berlin und Wiesbaden von unserem ersten Prototypen und unserer Idee des hybriden Unterrichts überzeugen können.

Wer ist die Zielgruppe von teech?

In erster Linie sprechen wir mit teech Schulen an, schließlich sind wir zurzeit eine Lösung für die akuten Probleme, die aus der Pandemie resultieren. Dennoch darf man nicht vergessen, für wen wir diese Plattform entwickeln: Die einfache Handhabung in der Administration soll all diejenigen entlasten, die ansonsten aufwendige Infrastrukturen aus Soft- und Hardware in den Schulen pflegen und warten müssen – meist sind dies Lehrkräfte mit entsprechendem Hintergrund, den IT-Administrator findet man nur selten vor.

Sobald die Grundstrukturen aufgesetzt sind, bietet teech den Lehrkräften eine intuitive Nutzeroberfläche, um verschiedene digitale Tafeln kinderleicht zu bespielen und sich auf die interaktive Unterrichtsdurchführung zu fokussieren.Letztendlich ist die Benutzung der Plattform für Schüler*innen aufgrund ihrer alltäglichen Nutzungsgewohnheiten kein Novum, hier werden wir nach und nach Features entwickeln, um die gesamte Klasse auch aus der Ferne für diese Form des Unterrichts zu begeistern.

Dennoch haben wir bereits nach ersten Gesprächen erkannt, dass das Potential der Plattform ein viel größeres ist, sodass auch die Integrierbarkeit von teech in Drittanbieterplattformen per API Teil unserer Roadmap ist und wir so auch in bestehende Strukturen intergiert werden können. Ebenso gibt es weitere potentielle Abnehmer im Nachhilfebereich und auch Unternehmen, die wir mit teech beim Onboarding und der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen unterstützen können.

Wie funktioniert teech? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Ein großer Vorteil von teech ist, dass keinerlei Installation notwendig ist: teech ist browserbasiert und kann so auf fast jedem Endgerät vollumfänglich genutzt werden. Hierbei haben wir die Hürden bewusst niedrig angesetzt, sodass für Schüler*innen ein vorhandenes Smartphone ausreicht, um am Unterricht online teilzunehmen.

Neben dem schlanken Onboarding spricht die intuitive Handhabung eine elementare Rolle, so können mit wenigen Klicks Unterrichtsstunden angelegt und gestartet werden, um per Live-Videoübertragung mit der Klasse zu interagieren. Diese kann sich per Klick melden, sich einer Diskussion ebenso per Video anschließen und dem Unterricht folgen, der sich maßgeblich auf der digitalen Tafel im Mittelpunkt des Interfaces abspielt und diese sogar selbst bedienen, sofern die Lehrkraft sie freigibt. Außerdem können Unterrichtsmaterialien als Anhänge wie bspw. Arbeitsblätter ganz einfach hochgeladen und bereitgestellt und die entstandenen Tafelbilder gespeichert werden. All das generierte Wissen und hochgeladenes Material werden automatisch im digitalen Ranzen abgelegt, um auch im Nachgang den Unterrichtsstoff nachvollziehen zu können. Weitere Funktionen wie u.a. Gruppenarbeiten und ein Klassenchat sollen all das in Zukunft abrunden.

In der weiteren Konzeption der Plattform und auch während der Entwicklung stehen wir weiterhin im dauerhaften Austausch mit Schulen, Lehrkräften und Schüler*innen, um neue Features zu testen und die Plattform stetig zu optimieren. Diese Offenheit und Dialogbereitschaft, die wir mit unserem Partnerschulprogramm ins Leben gerufen haben, ermöglicht es uns, den Fokus auf das Wesentliche zu setzen, um unserer Zielgruppe gerecht zu werden und bei den Herausforderungen der heutigen Zeit gezielt unter die Arme zu greifen.

teech, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wie wir bereits angedeutet haben, entwickeln wir uns mehr und mehr zu einer hybriden Unterrichtsplattform, die auch in Zukunft administrative Mitarbeiter*innen und Lehrkräfte an Schulen entlasten sollen, um sich voll und ganz der individuellen Förderung von Schüler*innen zu widmen. Um diesen Aspekt werden sich viele weitere Funktionalitäten und strategische Partnerschaften in den kommenden Monaten und Jahren drehen. In fünf Jahren werden wir der internationalen Anschluss gesucht haben und eine Anlaufstelle darstellen, um Wissen über unterschiedlichste Grenzen hinweg zu vermitteln und gemeinsam zu generieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1.       Reden, reden, reden: Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt. Networking ist das A und O, auch wenn die Vorteile eines Gesprächs manchmal nicht direkt zu erkennen sind, können sich daraus in Zukunft Chancen und Möglichkeiten ergeben, an die man im ersten Moment nicht gedacht hat.

2.       Weiter reden, aber vor allem mit der Zielgruppe: Versucht zu verstehen, vor welchen Herausforderungen eure Zielgruppe steht und untersucht diese bis hin zu ihren Ursachen. Lösungsorientierung ist wichtig, aber hierfür muss man zuerst die Ursache gefunden und verstanden haben.

3.       Baut eine kleine Familie auf: Umgebt euch mit Kolleg*innen und Partnerschaften, die eine offene Kultur fördern und so das Beste in einem jeden hervorrufen. Hier gilt es gemeinsam an einem Strang zu ziehen, auch wenn es mal hitzig werden könnte.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Joel und Emanuele für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Handelt immer aus voller Überzeugung!

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lanes planes Veit Blumschein Gründer

Mit Lanes & Planes alle Prozesse rund um Geschäftsreisen sowie jegliche Art von Spesen und Auslagen mit einer digitalen Lösung zu organisieren

Stell dich und dein Startup Lanes & Planes doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne. Ich bin Veit Blumschein, Gründer und CEO von Lanes & Planes. Ich habe Lanes & Planes 2017 gemeinsam mit Daniel Nolte in München gegründet, wo heute auch unser Sitz ist. Lanes & Planes ist ein Software-as-a-Service-Unternehmen, das es Unternehmen ermöglicht, alle Prozesse rund um Geschäftsreisen sowie jegliche Art von Spesen und Auslagen mit einer digitalen Lösung zu organisieren. Wir bieten unseren Kunden eine integrierte Software, mit der sie nicht nur Reisebuchungen vornehmen, sondern sämtliche organisatorischen Aspekte, die mit Geschäftsreisen zusammenhängen und darüber hinausgehen, wie Reisekostenabrechnungen, die Umsetzung von Reiserichtlinien oder Genehmigungsprozesse, komplett digital abwickeln können. Dadurch sparen Unternehmen Geld und wertvolle Zeit.

Warum hast Du dich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Das lag vor allem an den persönlichen Erfahrungen, die ich damals mit Geschäftsreisen gemacht habe. Vor der Gründung von Lanes & Planes war ich beruflich häufig zwischen Berlin, München und Aachen gereist. Die Planung und Abrechnung dieser Geschäftsreisen war unglaublich zeit- und kostenintensiv. Da dachte ich: Das muss doch auch einfacher gehen! Und so kamen Daniel und ich auf die Idee, eine digitale Lösung für Unternehmen zu entwickeln, die ihnen dabei hilft, diese Prozesse soweit wie möglich zu automatisieren. Diese haben wir mit Lanes & Planes verwirklicht.

Welche Vision steckt hinter Lanes & Planes? 

Für viele Mittelständler laufen Buchungs- und Abrechnungsprozesse bei Geschäftsreisen noch weitgehend nicht-digital ab. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Geschäftsreisen und alles was dazu gehört mit unserer End-to-End-Lösung zu digitalisieren. Wir bieten nicht wie die klassischen Reisebüros alte Gebührenmodelle an – mit komplizierten Preistabellen beispielsweise für die telefonische Buchung eines Inlandsflugs im Vergleich zu einer Online-Buchung einer Bahn-Fahrt. Unsere Kunden zahlen eine feste, monatliche Gebühr für die Plattform und eine variable Gebühr auf gebuchte Reisen. Darüber hinaus ist Lanes & Planes keine reine Travel-Plattform, sondern unsere Kunden nutzen unsere SaaS-Lösung zum Teil auch ausschließlich für das Belegmanagement. Diese ermöglicht eine sachliche Prüfung jeglicher Auslagen und Spesen des Kunden.

Von der Idee bis zum Start – Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie ist Lanes & Planes finanziert?

Von der Idee zum Start hat es gar nicht lange gedauert. Mein Co-Gründer und ich hatten zuvor schon gemeinsam das Reisevergleichsportal fromAtoB gegründet und dementsprechend schon Erfahrung mit der Gründung eines Reise-Start-Ups. Wir hatten von Beginn an eine Reihe an privaten Investoren, darunter auch Gründer anderer großer Travel-Unternehmen. Anfang 2020 haben wir dann eine Zehn-Millionen-Dollar-Serie-A-Finanzierungsrunde mit Battery Ventures und DN Capital abgeschlossen. 

Eine der größten Herausforderungen war das von uns zu Beginn gepflegte “eskalierende Commitment”. Wir hielten zu lang an ineffektiven Entscheidungen fest, zum Beispiel schlechten Marketingkampagnen. Damit uns so etwas nicht wieder passiert, haben wir inzwischen vordefinierte Eskalationskriterien. Und natürlich war auch die Corona-Krise kein Leichtes für uns; wir sind aber ziemlich gut durch die Krise gekommen und planen die weitere Skalierung des Unternehmens.

Wer ist die Zielgruppe von Lanes & Planes?

Lanes & Planes richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland. Großunternehmen haben meist eigene Auslagen-Abteilungen, die Mitarbeiter müssen sich also nicht selbst um ihre Reisebuchungen und Auslagen kümmern. Anders ist das im Mittelstand, wo viele Beschäftigte ihre Reise selbst planen und zum Teil sogar abrechnen müssen. Diesen Unternehmen bietet Lanes & Planes mit seiner Reise- und Belegmanagement-Software eine effiziente Lösung. Unsere Kunden kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen: von Bauunternehmen, Beratungsunternehmen und Kanzleien, bis hin zu Finanzdienstleistern, Versicherungen und Softwareanbietern.

Wie funktioniert Lanes & Planes? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet es von anderen Anbietern?

Unsere Plattform vereint sämtliche Kontaktpunkte einer Geschäftsreise in einer Anwendung: Von der Suche nach dem optimalen Reiseweg über die Wahl des Verkehrsmittels bis hin zur Spesenabrechnung decken wir den kompletten Buchungs- und Abrechnungskreislauf klassischer Geschäftsreisen ab. Schon allein damit heben wir uns vom Großteil der Konkurrenz ab, die oft nur einen Teil des Geschäftsreise-Zyklus abdeckt. Von unserer SaaS-Lösung profitiert sowohl der einzelne Mitarbeiter als auch das ganze Unternehmen: die Beschäftigten sparen mit unserer End-to-end-Lösung wertvolle Zeit. Diese Zeitersparnis rechnet sich dann auch für die Unternehmen: sie sparen bis zu 10 Prozent ihrer Prozesskosten ein. Weitere 20 Prozent können die Firmen durch die jeweils günstigsten Angebote und beispielsweise Bonusprogrammen sparen. Darüber hinaus erstellen wir den Unternehmen CO2-Reportings und bieten ihnen durch unsere Zusammenarbeit mit ClimatePartner die Möglichkeit, durch Klimakompensationen völlig klimaneutral zu reisen. 

Wie hat sich Lanes & Planes durch Corona verändert? Wie hast Du dich darauf eingestellt und welche Änderungen wurden vorgenommen? Wo siehst du in der Krise eine Chance?

Corona hat die Branche natürlich ordentlich aufgerüttelt. Es wird sicherlich dauern, bis die Buchungszahlen wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht haben. Generell hat uns die Pandemie aber nicht so stark getroffen wie andere Unternehmen in der Branche. Das liegt zum einen daran, dass wir im ersten Quartal noch eine Serie-A Finanzierung über 11 Millionen Euro abgeschlossen und damit die einmalige Möglichkeit hatten, unsere internen Prozesse einmal komplett neu und sauber für die Skalierung aufzuziehen. Andererseits haben wir uns von Anfang an gesagt, dass jede Krise auch neue Chance bietet. Das ist der Start-up-Spirit! So haben wir – wie bereits erwähnt – den Fokus noch mehr auf das Belegmanagement-Tool gelegt und dieses verbessert und weiter ausgebaut. So konnten unsere Kunden es auch bei geringeren Reiseaktivitäten weiterhin nutzen. Statt der Taxibelege wurden dann beispielsweise einfach Belege für den Home-Office-Bedarf eingereicht.

Lanes & Planes, wo geht der Weg hin? Wo sieht sich Lanes & Planes in fünf Jahren?

Es kann natürlich niemand genau voraussagen, wie sich die Corona-Pandemie entwickeln wird. Man rechnet aktuell damit, dass bis 2022 etwa 80 Prozent des Vor-Corona-Reiseniveaus erreicht werden. Aber natürlich warten wir nicht einfach ab, sondern bleiben agil und passen unser Geschäftsmodell den Umständen an. Wir bezeichnen uns auch inzwischen nicht mehr als reines Geschäftsreise-Start-up, die Zeiten der einseitigen Ausrichtung sind vorbei. Wir sind im Kern ein SaaS-Start-up zur Digitalisierung des Travel- und Belegmanagements, und zwar auch für Belege von reiseunabhängigen Ausgaben. Vor kurzem konnten wir mit Felix Kuehl einen erfahrenen SaaS-Experten für uns gewinnen, der als Vice President Sales Lanes & Planes bei der weiteren Expansion helfen wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würdest Du angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster Tipp ist: Handelt immer aus voller Überzeugung! Wer das nicht tut, wird auf Dauer nicht das notwendige Durchhaltevermögen haben, sein Unternehmen gut zu führen und wachsen zu lassen. Gerade im frühen Gründungsstadium muss man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, wofür und warum man das Ganze macht, denn die Anfangszeit kann hart werden.

Mein zweiter Tipp schließt daran an: Bleibt agil und selbstkritisch! Bei aller Überzeugung für das Produkt oder die Dienstleistung muss man kompromissbereit sein und Veränderungen zulassen. Gerade in Krisenzeiten muss man schnell reagieren können. Es ist völlig okay, das Businesskonzept im Laufe der Zeit zu verändern. Drittens, und das ist wohl der wichtigste Tipp den ich geben kann: Macht auch mal Pause! Viele Gründer arbeiten 24/7, und ja, das gehört wohl dazu. Aber wer den Kopf nicht auch mal frei bekommt ist unproduktiv. Schafft euch ein gesundes Umfeld an Nicht-Start-Uppern und sucht euch einen geeigneten Ausgleich – Sport, Wandern, Zeit mit der Familie, die Möglichkeiten sind vielfältig.

Wir bedanken uns bei Veit Blumschein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Umgib dich mit den richtigen Leuten

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amberoad amberAtlas ambeRis

ambeRoad Search Technologie mit künstlicher Intelligenz: amberAtlas und ambeRise

Stellen Sie sich und das Startup ambeRoad doch kurz unseren Lesern vor!

Kurz gesagt: ambeRoad hat sich auf Search Technologies mit Hilfe von künstlicher Intelligenz spezialisiert.

Mittlerweile bieten wir zwei Tools an, den amberAtlas und ambeRise. Der amberAtlas ist ein Leadgenerierungstool, welches automatisiert nach bestimmten Randbedingungen öffentlich zugängliche und unstrukturierte Daten aus dem Internet sucht und in Listen strukturiert. ambeRise ist ein Enterprise Search Engine, welcher alle Informationen eines Unternehmens als eine Art „unternehmensinternes Google“ zugänglich macht. Für den amberAtlas haben wir Suchalgorithmen entwickelt, die das Internet nach Daten absucht. Für ambeRise haben wir diese Algorithmen weiterentwickelt, so dass diese nun auch in unternehmensinternen Dokumenten suchen können.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir wollten, um ehrlich zu sein, einfach mal etwas anderes machen als die Meisten und haben uns dann als Gründer ausprobiert. Es gab zum Gründungszeitpunkt noch gar nicht die große Vision, das hat sich erst danach entwickelt.

Welche Vision steckt hinter ambeRoad?

Unsere erste Vision hat sich dann nach der Gründung entwickelt: Wir wollten gerne klimaneutrale Rucksäcke verkaufen, um unsere Umwelt zu schützen. Über die Zeit haben wir uns als Start Up verändert, von einem grünen Rucksack Start Up hin zu einem höchstinnovativen Tech Start Up. Unsere heutige Vision würde ich folgendermaßen definieren:

Wir möchten, dass Mitarbeiter nicht mehr stundenlang nach Informationen in großen Server- und Ordnerstrukturen suchen müssen, sondern dass Informationen nur eine Suchanfrage entfernt sind.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Da gab es eine Menge…. Als wir 2017 gegründet haben, wollten wir etwas für unsere Umwelt machen und haben Rucksäcke aus Kork designed, produzieren lassen und auf Amazon verkauft. Die Hürde war hier, überhaupt erstmal die richtigen Ansprechpartner zu finden. Wir waren schließlich alle drei junge Aachener Studenten ohne echte Berufserfahrung.

Eigentlich lief das Rucksackding auch immer ganz gut, wir hatten irgendwann einen gut gefüllte Kundendatenbank. Und da wir alle an der RWTH Aachen studiert haben, haben wir uns gedacht, dass wir mit diesen Daten mehr anfangen müssen. Also haben wir uns hingesetzt und versucht unsere Daten mit geografischen Trends zu kombinieren. Die Herausforderung war das sinnvolle verknüpfen der Daten. Man muss ziemlich aufpassen, dass man keine falschen Korrelationen herleitet.

Letztes Jahr haben wir das Tool zum bereits angesprochenen amberAtlas weiterentwickelt. Doch dann kam Corona und Unternehmen hatten von heute auf Morgen andere Sorgen, als sich mit unserem amberAtlas zu beschäftigen.

Den Moment haben wir genutzt, um uns erneut neu auszurichten. Wir haben mit unserem Partner, der RAG, einen Enterprise Business Search Engine, ambeRise, nach dem neuesten technologischem Stand gebaut. Dieser basiert auf Natural Language Processing und findet somit auch bei ungenauen Suchanfragen die richtigen Informationen.

Wer ist die Zielgruppe von ambeRoad?

Zielgruppe sind vorerst mittlere bis große Unternehmen, die mindestens 50 Mitarbeiter haben und über große Datenmengen verfügen. Die große Stärke von ambeRise spielt sich vor allen Dingen dann aus, wenn die Unternehmen verschiedene Dateimanagementsysteme oder Datenquellen haben. Mit uns können die Unternehmen ihr Wissen ihren Mitarbeitern nach dem neuesten Stand der Technik verfügbar machen möchten.

Wie funktioniert ambeRoad? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Produkt ambeRise nutzt Natural Language Processing, das bedeutet, dass hinter der Nutzerfläche ein individuell für jeden Kunden trainiertes Sprachmodell liegt. Das Sprachmodell ermöglicht es uns in jeder Branche den Kontext und Fachbegriffe richtig zu verstehen und einzuordnen. So präsentieren wir dem User nur wirklich sinnvolle Ergebnisse. Als weiteres Feature erweitern wir die Search Query mit Synonymen, was dazu führt, dass wir auch die richtigen Informationen finden, wenn der User nicht genau weiß, nach welchem Begriff er sucht.

Die Kombination aus der intelligenten Search Query Erweiterung, der branchenindividuellen Anpassung des Sprachmodells und zu guter Letzt des Ergebnisrankings machen unser Software zur stärksten Suchsoftware im Enterprise Search Markt.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Bei uns hat sich vor allen Dingen das Miteinander stark verändert. Vor Corona hat unser Team sehr viel Zeit miteinander verbracht. Auch wir mussten auf das Home Office umstellen und unsere Prozesse ändern. Des Weiteren war unser Produkt deutlich weniger nachgefragt. Jedoch hatten wir das Glück, dass wir flexibel reagieren und stattdessen ambeRise entwickeln konnten.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Als Kommunikationstool haben wir gather.town eingeführt. Das ermöglicht uns unkompliziertes Schreiben und Skypen mit genau den richtigen Leuten wenn wir es benötigen. Außerdem haben wir vermehrt Möglichkeiten geschaffen, damit unsere Teammitglieder von zu Hause aus arbeiten können.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

In der heutigen Zeit überlebt mehr denn je derjenige, der flexibel ist und der sich dem Markt anpassen kann. Gerade als Start Up haben wir jetzt die Chance durch unsere flexiblen Strukturen den Größeren einen Teil des Kuchens streitig zu machen.

Als etablierteres Unternehmen sollte man die Zeit nutzen, um sich jetzt, gerade in digitaler Hinsicht, so aufzustellen, dass man sobald es wieder „los geht“, aus allen Rohren feuern kann. Wenn das gelingt, dann können sowohl große als auch kleine Unternehmen in der Krise auch eine Chance sehen.

ambeRoad, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir gerne weltweit tätig sein. Für Mitarbeiter soll es der Standard sein, dass Informationen nur eine Suchanfrage entfernt sind und diese auch direkt zugreifbar sind. Der nächste Standard soll dann werden, dass die Informationen mit unserer Software die Nutzer zur richtigen Zeit finden. Und wir glauben auch, dass wir das hinbekommen!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Sei flexibel: wenn man einen potenziellen Kunden hat, dann richte dich danach, was er möchte und versteife dich nicht auf das, was du ihm gerne verkaufen möchtest.
  2. Einfach machen: Es wird schon irgendwie klappen
  3. Die richtigen Leute: Umgib dich mit den richtigen Leute, die dir wiederum helfen, die richtigen Leute kennen zu lernen.

Wir bedanken uns bei Philipp Reissel, Bastian Maiworm, Julian Johannes Reinauer und Igli Manaj für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Verfolge deinen Traum

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GassiSchick Textilien handgefertigte Halsbänder Leinen Hund

GassiSchick: Textilien für den Mensch, handgefertigte Halsbänder und Leinen für den Hund

Stellen Sie sich und das Startup GassiSchick doch kurz unseren Lesern vor!

GassiSchick hat es sich zur Aufgabe gemacht Hundebesitzer und ihre Fellnasen perfekt auszustatten. Gegründet wurde das Unternehmen, weil es nur wenige Anbieter gibt, die sowohl stylische, als auch funktionelle Kleidung für Hundebesitzer im Sortiment führen. Bei uns sollen Hundebesitzer alles für den perfekten Partnerlook finden.

GassiSchick startete im Dezember 2019 mit einigen wenigen Produkten für Hundebesitzer. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio zahlreiche Textilien für den Mensch, Halsbänder und Leinen für den Hund und zahlreiche Accessoires, wie Modeschmuck oder Leckerliebeutel. Das Sortiment an Textilien umfasst von Sportkleidung, über Hoodies und Shirts, bis hin zu Winterjacken und Mützen alles.  Unser zweiköpfiges Team besteht aus Theresa Merzendorfer, der Inhaberin von GassiSchick und ihrer Teampartnerin Andrea Eisenberger, die sich um den visuellen Auftritt der Marke kümmert und die selbstdesignten Halsbänder und Leinen in sorgfältiger Handarbeit anfertigt. 

Neben der Arbeit bei GassiSchick studiert Theresa Journalismus, Andrea ist als Grafikdesignerin tätig. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Ich war oft auf der Suche nach Kleidung, die meine Liebe zu Hunden ausdrückt. Leider war die Auswahl sehr gering und man konnte sich nur zwischen kitschigen Motiv-Pullovern oder sehr schlichter Funktionsmode entscheiden. Mit GassiSchick wollte ich Funktionalität und schlichten Style vereinen. Außerdem war es mir schon immer sehr wichtig auch meinen Hund perfekt auszustatten. Jeder Hundebesitzer hat eine ganz besondere Verbindung zu seinem Hund, die auch gerne gezeigt wird. Mit GassiSchick wollen wir Hundebesitzern die Möglichkeit geben ihre Hunde mit einzigartigen oder personalisierten Produkten auszustatten oder sogar einen passenden Look zum Besitzer ermöglichen. Mit Andrea, die in sorgfältiger Handarbeit Leinen und Halsbänder anfertigt war der Schritt zu einem umfangreichen Sortiment möglich. 

Was war bei der Gründung von GassiSchick die größte Herausforderung?

Das ist eine schwierige Frage, weil es tatsächlich recht viele Herausforderungen gab. Die Idee zu einem Unternehmen im eigenen Umfeld zu etablieren war sehr schwierig. Von einem müden Lächeln bis hin zu großer Begeisterung war alles dabei. Leider überwiegen bei manchen Menschen negative Reaktionen und mir wurde oftmals nahegelegt, dass so ein Projekt nicht glücken könne. In vielen Momenten wurde ich von den Zweifeln angesteckt und fragte mich oft, ob es die ganze Arbeit wert sei. Heute, ein Jahr nach dem Start von GassiSchick kann ich sagen, dass es die Mühe wert war und ich den Menschen, die mich ins Zweifeln brachten fast dankbar bin. Gegenwind und konstruktive Kritik haben mich nur dazu angeregt meine Idee auf jeden Fall und jetzt sogar noch besser umzusetzen. 

Abgesehen davon habe ich mir anfangs mit bürokratischen Dingen sehr schwer getan. Ich habe kein BWL-Studium und leider auch in meiner schulischen Laufbahn nie erlernt, wie man eine Steuererklärung macht. Als ich das erste Mal dazu aufgefordert wurde, hatte ich wirklich Schwierigkeiten. Ich persönlich finde es sehr schade, dass man weder in der Schule, noch im Studium wichtige Themen, wie Steuern behandelt. Dass ich die komplette Evolution vom Urknall, über Selektionstheorien bis hin zu allen Vertretern der Gattung „Homo“ kenne ist zwar mit Sicherheit nicht falsch, die Steuererklärung kann ich damit aber leider nicht ausfüllen.  

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ich denke das muss man sogar. Wir Menschen befinden uns ein Leben lang in einem Prozess des (Dazu-) Lernens. Die perfekte Idee gibt es meiner Meinung nach nicht, weil nie alles für jeden perfekt sein kann. Man kann nicht an alles denken und gerade in einer Branche, in der man von anderen Menschen lebt, muss man sich erst einfinden. Es gibt Produkte, die toll ankommen und andere die nicht so erfolgreich sind, obwohl wir dachten, es wäre „das“ Produkt. Je länger man seine Kunden kennt, desto besser kann man seine Zielgruppe definieren und verstehen. Das kann man aber leider nicht bevor das Projekt eigenes Unternehmen überhaupt gestartet ist. Bestimmte Voraussetzungen, wie die Finanzierung müssen definitiv vor dem Start geklärt sein, trotzdem wird vieles anders kommen als erwartet. 

Welche Vision steckt hinter GassiSchick?

Mit unserer Dog- und Streetwear wollen wir unseren Kunden ein Gefühl der Zufriedenheit und Akzeptanz geben. Wir arbeiten getreu dem Motto „Happiness is not a size“ und bieten deswegen alle Produkte in Sondergrößen an. Kundenwünsche und die Individualität des Menschen, der unsere Produkte trägt sind uns sehr wichtig und werden wann immer möglich umgesetzt. 

Außerdem möchten wir uns für den Tierschutz stark machen und generell eine größere Akzeptanz für Hundebesitzer und ihre Fellnasen schaffen. 

Es kann nicht sein, dass unzählige Hundebesitzer Angst vor einem Umzug haben müssen, weil ein Großteil von Vermietern keine Hunde erlaubt. Wir befinden uns in einem Wandel, was Haustiere angeht. Unzählige Menschen zählen einen Hund zu ihrer Familie. Natürlich befinden wir uns bereits auf einem guten Weg, was Hundefreundlichkeit angeht, trotzdem muss daran noch gearbeitet und vor allem auf das Thema aufmerksam gemacht werden. 

Wer ist die Zielgruppe von GassiSchick?

Primär zählen zu unserer Zielgruppe natürlich Hundebesitzer. Was erstmal als Nische erscheinen mag ist mittlerweile eine große Menge an Menschen. Im Jahr 2019 lag die Anzahl von Haustieren in deutschen Haushalten bei circa 34 Millionen Tieren, davon sind 10 Millionen Hunde. Der Großteil an Hundebesitzern möchte seinen Liebling gut ausstatten und auch seiner Umwelt seine Liebe zu den Tieren zeigen. Aktuell führen wir bereits eine Hoodiekollektion für Tierliebhaber im Sortiment, um alle Menschen, die Tiere mögen anzusprechen. Für die Zukunft möchten wir neben den Hundemenschen natürlich auch Katzenmenschen, Pferdemenschen und andere Tierliebhaber ausstatten. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Auch wenn so manche BWL´er die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würden, sind wir primär nicht nur gewinnorientiert. Hunde sind etwas ganz persönliches und für viele Menschen ein Seelentröster. Wir wollen unseren Kunden ermöglichen ihre Hunde individuell und besonders auszustatten. Die Hundebesitzer können ihre Passion durch unsere Textilien ausdrücken. Wir bieten hochwertige Produkte zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis an, um jedem Kunden die Möglichkeit zu geben, ein Hundemensch zu sein. 

Der Mensch und sein geliebtes Tier stehen bei uns im Vordergrund. Kleidergrößen oder Schönheitsideale sind bei uns irrelevant. Jeder Mensch ist schön, weswegen wir unsere Produkte ausschließlich an Kunden oder Bekannten und nicht an professionellen Models zeigen. Uns verbinden innere Schönheit und die Liebe zu Hunden mit unseren Kunden. 

Zudem engagieren wir uns sowohl privat, als auch mit GassiSchick für den Tierschutz. Charity Produkte und regelmäßige Spendenaktionen gehören bei uns dazu. Die letzte Charity Aktion war ein handgenähter und befüllter Adventskalender, dessen kompletter Erlös genutzt wurde, um eine Spende im vierstelligen Bereich an eine Tierschutzorganisation zu übergeben. Das Team arbeitete für den Kalender mehr als hundert Stunden unentgeltlich. 

GassiSchick hat außerdem eine wachsende Social Media Präsenz, die wir nicht nur für das Anpreisen unserer Produkte nutzen. Eine wachsende Anzahl an Followern bringt Verantwortlichkeit mit sich. Ernste Themen, wie Tierschutz oder Body Positivity werden daher auf unseren Kanälen erklärt und den Menschen nah gebracht. Ein enger Kontakt zu Kunden und die ständige Bereitschaft Kunden zu beraten unterscheiden uns von anderen Onlineshops.

GassiSchick, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der große Traum ist ein eigener Laden für unsere Textilien und den Tierbedarf. Um unserem Traum näher zu kommen, arbeiten wir aktuell an einer Zusammenarbeit mit Ladengeschäften, um unsere Produkte dort auszustellen. 

Abgesehen davon wollen wir unseren Kunden in der Zukunft eine Plattform bieten, bei der alles Nötige für den Hund gekauft werden kann. Da wir unseren Kunden nur das Beste anbieten möchten, testen wir alle Produkte ausgiebig und steuern deshalb langsam auf unser Ziel zu. Die Erweiterung des Produktportfolios begleitet uns deshalb stetig und wird Hauptbestandteil unserer Arbeit in den nächsten fünf Jahren sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Spontan würde ich sagen: „Einfach machen“. Wenn du eine tolle Idee hast, die dir wichtig erscheint, würde ich es auf jeden Fall probieren. Informiere dich über den relevanten bürokratischen Aufwand und halte dich an diese Vorgaben. Lass dich nicht von anderen entmutigen, viele Menschen sind einfach frustriert, weil sie ihre eigene Idee nicht umsetzen können. Sofern kein großes Startkapital in deinem Start Up steckt kannst du nur gewinnen. Klar ist es traurig, wenn ein Herzensprojekt scheitert, dieses Risiko besteht jedoch immer. Trotzdem wirst du viele Dinge für dein Leben lernen.

Es werden Sachen passieren, die du nicht hervorsehen konntest und es wird ziemlich sicher bald Konkurrenz geben. Das alles sollte dich aber nur dazu motivieren weiter zu machen und nie aufzugeben. Verfolge deinen Traum. 

Wir bedanken uns bei Theresa Merzendorfer und Andrea Eisenberger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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