Freitag, April 3, 2026
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Sucht euch ein diversifiziertes Team

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Framen: Marktplatz für adressierbares kontextuell-relevantes Marketing

Framen: Marktplatz für adressierbares kontextuell-relevantes Marketing

Stellen Sie sich und das Startup Framen doch kurz unseren Lesern vor!

Framen ist ein in 2018 gegründetes Media-Tech Startup und bietet einen Marktplatz für adressierbares kontextuell-relevantes Marketing (addressable context advertising (ACA)). Auf Framen buchen Werbetreibende Impressionen und platzieren ihre Werbung programmatisch und zielgruppenspezifisch auf TVs in semi-öffentlichen Bereichen, sogenannten Kontexten. Hoch frequentierte Standorte wie zum Beispiel Co-Working Spaces, Hotels und Fitnessstudios können ihre TVs mit FRAMEN verbinden, um mit externen Inhalten digitale Einnahmen zu erzielen. Werbetreibende bekommen über Framen hypertargeted Zugänge zu ihren Zielgruppen – bspw. Executives, fashion-interessierte, urbane Young Professionals und digitale Nomaden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Unserer Meinung nach ist traditionelle Werbung “out” und da wir ein großes Potenzial in ACA sehen, haben wir uns nach tiefgreifender Validierung für den vollen Fokus der Entwicklung entschieden. Außerdem motiviert es uns, unserer Vision täglich Gestalt zu geben, unser Produkt im Einklang mit Kundenbedürfnissen und neuen Technologien weiterzuentwickeln sowie natürlich die Erfolge unserer Kunden zu sehen und begleiten. 

Welche Vision steckt hinter Framen?

Framen bietet einen neuen global-lokalen TV-Channel. Damit bringen wir die unlimitierten Möglichkeiten des Internets auf den TV – Framen ist das Internet der “connected screens”. Unsere Vision ist es, die erste Wahl für ACA in Deutschland und künftig auch in Europa und global zu sein – gemessen an unseren Kunden, unseren Mitarbeitern, unseren Gesellschaftern und der Gemeinschaft, in der wir leben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

„Don’t find customers for your products, find products for your customers.“ – Seth Godin

Zu einer unserer größten Herausforderungen zählte, den sweet spot bzw. den optimalen Kundennutzen zu treffen. Wir haben eine starke Technologie entwickelt, die natürlich bereits für das anfängliche Bootstrapping bereits einen eindeutigen Nutzen darstellen musste.

Framen ist ein Plattform Ökosystem. Daher war es herausfordernd, die Dynamiken des Marktplatzes zu verstehen und eine gute Balance zwischen Angebot und Nachfrage zu finden, also zwischen Screen Providern und Werbetreibenden.

Unsere Finanzierung startete mit einer kleinen Summe des WeWork Creator Funds, wodurch unsere Software eine enorme Entwicklung erleben konnte. Der Weg zu internationalen Usern kam zunächst durch eine Crowdfunding-Kampagne zustande. Auch die Aufnahme in den Early Stage-Investor Axel Springer Porsche (APX) hatte enormen Einfluss auf unser bisheriges Wachstum.

Wer ist die Zielgruppe von Framen?

Framen.io ist ein Plattform Ökosystem, auf dem unterschiedliche Akteure verbunden werden: Werbetreibende (von KMUs, über Brands bis zu Agenturen) sowie Bildschirme von Location im semi-öffentlichen Bereich wie Hotels, Co-Working Spaces, Fitnessstudios, gastronomische Betriebe und dem Einzelhandel. 

Unsere Kunden streben nach einem höheren Endkunden-Erlebnis sowie einer intelligenten Lösung, die “richtigen” Menschen lokal im passenden globalen Umfeld mit ihren Stories zu erreichen. Framen stellt diesen global-lokalen digitalen Kanal dar – ob in der lokalen Community oder “flächendeckend” global.

Wie funktioniert Framen? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Framen funktioniert für den Werbetreibenden wie eine Buchungsplattform mit Echtzeit-Monitoring. Nachdem Werbetreibende auf framen.io Kampagnenzeitraum, erzielte Impressions, Budget sowie Kernkriterien ihre Zielgruppe definiert haben, erhalten sie die optimalen Impressions in den Ausspielungslocations für ihre Kampagne. 

Im Sinne einer erhöhten Brand Safety können Werbetreibende stets einsehen, welche anderen Inhalte auf den Bildschirmen ausgespielt werden. Nach einer kurzen Freigabe des Bildschirmbesitzers kann die Kampagne live gehen. Kunden erhalten Echtzeit-Analysen und Reports über ihre Kampagne. Indem Zielgruppen hypertargeted in ihrem natürlichen Umfeld erreicht werden (Arbeit, Sport, Reise usw.), erlangen Werbetreibende wie Brands ein gestärktes Markenvertrauen und höhere Wahrnehmung um 106%.

Die Vorteile für Bildschirmbesitzer liegt vor allem bei einer zusätzlichen Einnahmequelle durch Freigabe der Bildschirmzeit für externe Inhalte. Außerdem bieten sie aktuelle, zielgruppen-relevante Inhalte wie Inspirationen und News für ihre Gäste und damit eine durch Werbung finanzierte Entertainment-Möglichkeit. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Corona Zeit hat uns auf jeden Fall eine große Chance gegeben! Besitzer von potenziellen Werbescreens – seien es Hotels, Fitnessstudios oder Restaurants – sind auch derzeit über jeden weitere Umsatz erfreut, der ihnen gleichzeitig ein stärkeres Kundenerlebnis bringt. Framen demokratisiert den Markt, indem Medienbudgets an die Screen Provider für die Bereitstellung der TVs zurückfließen.

Hypertargeted Impressionen für eine starke Markenkommunikation ist auch zu rezessiven Zeiten relevant, wie Harvard Business Review bestätigt. Großveranstaltungen und Orte wie Bahnhöfe und Flughäfen mit einer hohen Personenaufkommen werden von der Gesellschaft weitestgehend vermieden. Menschen halten sich jedoch nach wie vor in semi-öffentlichen Locations ihres natürlichen Lebens. Genau hier ermöglicht ihnen Framen digitale Werbung im lokalen Kontext, womit wir Screens in semi-öffentlichen Bereichen meinen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Zum einen haben wir uns mit Apotheken zusammengetan um denen die Möglichkeit zu geben, Echtzeit News zu streamen. Unser Anliegen ist es, dass besonders zu Zeiten, in denen eine Informationsversorgung gewährleistet sein muss, auch den non-digital natives und der älteren Generation im Allgemeinen ein Stück Sicherheit mit den wichtigsten Nachrichten vermittelt werden. Unsere Technologie ermöglicht, in Echtzeit den Informationsfluss auf mikro-lokaler Ebene (wie Kommunen, Städten, Behörden, Gesundheitsamt) im relevanten Kontext sicherzustellen und somit war es für uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Technologie für Kommunen und Behörden kostenlos zu Verfügung zu stellen und einen  sozialen Beitrag in schwierigen Zeiten zu leisten.

Zum anderen möchte jeder Werbetreibende gerade jetzt Sichtbarkeit und Relevanz im Markt erlangen. Wie Studien des Harvard Business Review zeigen, bedeutet dies für eine erfolgreiche Marketingstrategie, dass Marketeers ihre Zielgruppen neu zu definieren: Anstatt eine Kategorisierung von Konsumenten nach Lifestyle oder demografischen Daten, sollte man lieber eine Einteilung nach emotionaler Reaktion und Verhalten auf die Krise vornehmen. Framen ermöglicht ihnen mit der hypertargeted Kommunikationslösung im passenden kontextuellen Umfeld ihre Werbung und Stories zu platzieren. Dabei merken wir, dass nicht nur verstärkt Impressionen in Co-Working Spaces gebucht werden, sondern mittlerweile auch wieder die Nachfrage nach Screens in Hotels und weiteren Freizeit Locations steigt. 

Framen, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen einen immer stärker werdenden Shift von Point of Sale (POS) zu Point of Experience. Framen schafft es mit einer konzeptuell relevanten Werbemöglichkeit gemeinsam mit und für Marken, eine Erlebniswelt zu kreieren. Durch das datenbasierte Prognostizieren  des Verhalten von Zielgruppen, bieten wir Werbetreibenden einen Kanal ohne Streuverlust an und versorgen Menschen im Raum gleichzeitig mit für sie relevante und interessante Inhalte. Unser Ziel ist es, der Kanal für ACA zu sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Am Anfang hatten wir das typische Chicken-egg-problem: Die Balance zwischen Supply (Screen Provider) und Demand (Werbetreibende) war zu Beginn nicht einfach zu managen. Analysiert die Dynamiken und Abhängigkeiten in eurem Geschäftsmodell und arbeitet mit den richtigen Partnern zusammen.

Die Stärke liegt in den Unterschieden, nicht in den Gemeinsamkeiten. Sucht euch ein diversifiziertes Team. Das Zusammenarbeiten mit Talenten aus allen Bereichen bringt neue Blickwinkel, inspirierende Ideen und innovative Lösungsansätze mit sich. 

Schafft ein bestimmtes Rauschen um eure Marke. Nach diesem Motto solltet ihr schon frühzeitig in Marketing zu investieren und euch im lokalen Ökosystem etablieren. Das unterstützt nicht nur eure Markenbekanntheit und schafft Vertrauen bei euren potentiellen Kunden, sondern auch potenzielle Finanzierungen, Unterstützung durch Mentoren und den Austausch mit anderen Start-ups.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jimmy Weber für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Mut und Durchhaltevermögen

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ShareYourSpace sharing bürowelt

ShareYourSpace Sharing für die Bürowelt von Flächen und Räumen für mehr Flexibilität

Stellen Sie sich und das Startup ShareYourSpace doch kurz unseren Lesern vor!

ShareYourSpace wurde 2019 gegründet von Christian Ehl, der Commerz Real AG (Asset Manager der Commerzbank Gruppe) und meiner Wenigkeit, CEO des Startups. Wir übersetzen das Airbnb-Prinzip in die Bürowelt durch die Vernetzung von Flächenbesitzern und -nachfragern mit dem Fokus Flexibilität. Mein persönlicher Hintergrund: BWL an der WHU, in Frankreich und den USA, Promotion Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität, u.a. Ex-Vorstandsvorsitzender der NEMETSCHEK-Gruppe (TechDax), MD von AIS Management, Unternehmer, Battlefield Real Estate – Software – Web.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

ShareYourSpace ist nicht meine erste Gründung, aber die Unternehmung mit dem für mich und die Gesellschaft wichtigsten Thema. Durch Sharing von Flächen und Räumen wird nicht nur Flexibilität in Büro- und Arbeitswelten gebracht. Es wird darüber hinaus der denkbar stärkste Hebel für mehr Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft bewegt: Flächen werden besser ausgelastet, Ressourcen und Umwelt geschont. ShareYourSpace zahlt auf den Klimaschutz ein!

Welche Vision steckt hinter ShareYourSpace?

Boosting Flexibility + Sustainability In The Office World!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Herausforderungen: Bekanntheit und Reichweite zu steigern und bei Bürobesitzern die Sorge vor fremden Dritten in der Fläche zu nehmen. Finanzierung: Mittel der Gründer und weiterer Investoren mit digitaler und Industrieexpertise

Wer ist die Zielgruppe von ShareYourSpace?

ShareYourSpace ist ein Marktplatz und auf der Anbieterseite für alle mit Büro, Meetingfläche, Konferenzraum. Ob Eigentümer oder Mieter, Unternehmen oder Privatperson, ob Verwaltung, Hotellerie oder Coworkingbetreiber. Auf der Nachfragerseite ist ShareYourSpace für jeden, der Bürofläche, Arbeitsplatz oder Meetingräume sucht. Ob Selbständiger, Projektteam oder multinationaler Corporate. Die Benefits für alle: Maximale Flexibilität für Mieter und Vermieter. Reduktion Flächenkosten bzw. Mehrertrag durch bessere Flächenauslastung. Möglichkeit für Collaboration und New Work. Sustainability at its best.

Wie funktioniert ShareYourSpace? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Büromarkt ist gekennzeichnet durch starre, langfristige Mietverträge. Modernes Arbeiten — Projektteams, Startups, New Work, dynamische Unternehmen — benötigt aber kosteneffiziente, zeitlich und räumlich flexible Workspaces. Die Lösung? Büros, Arbeitsplätze, Konferenzräume, Meetingspaces und Schulungsräume sind in der Regel nicht 24/7 belegt, sondern im Schnitt bis zu 70% der Zeit ungenutzt. Z.B. aufgrund Leerstand, Teilzeitarbeit, Out-off-Office-Days, zu viel Platz. Und bereit für plug & work. www.shareyourspace ist die Plattform für alle, die diese temporären Freiräume anbieten oder buchen möchten. Ob einzelner Schreibtisch mittendrin, Bürozimmer oder ganzes Stockwerk. Exklusiv oder zur gemeinsamen Nutzung mit anderen. Egal welche Uhrzeiten, Tage oder Monate.

shareyourspace

Dies ist nicht vergleichbar mit Immobilienportalen für die Vermittlung von Büros, traditionell mit langfristiger Mietvertragsverpflichtung, zumeist maklerdominiert. Kontakte werden dort lediglich vermittelt, Ver- und Anmietung erfolgen abseits der Portale. ShareYourSpace ist auch kein Coworking-Betreiber, der, in der Natur der Sache liegend, auf bestimmte Standorte und standardisierte Flächenprodukte beschränkt ist und sie vergleichsweise teuer verkaufen muss. Unsere Idee eines Office-as-a-Service ist viel umfassender: Wir wollen Flächen in allen Lagen, an allen Standorten, in allen Ausstattungen und in allen Größen nutzbar machen. Zudem: Je mehr Bestandsbüros besser genutzt werden, desto größer ist der Booster für die Nachhaltigkeit.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Als digitales Unternehmen mit Flexibilität in unserer DNA hat sich unsere Arbeitsweise nicht grundsätzlich verändert. Aber natürlich hat der Shutdown die Nutzer der ShareYourSpace-Plattform stark betroffen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben auf der Plattform unter den zur Buchung eingestellten Workspaces solche hervorgehoben, die aufgrund Zugang und alleinigen Nutzung „Corona-tauglich“ sind – z.B. als Alternative zum Homeoffice.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die fürchterliche Pandemie zahlt auf das ShareYourSpace-Konzept ein: Erstens gibt es ein größeres, leichter zu adressierendes Flächenangebot, da aus dem Vermietermarkt ein Mietermarkt geworden ist. Zweitens gewinnt Flexibilität noch mehr an Bedeutung, da traditionelle starre, mehrjährige Mietvertragsbindungen bei fehlender unternehmerischer Planungssicherheit wenig attraktiv sind. Drittens wirkt sich der durch Corona erzwungene technische und kulturelle Digitalisierungsschub positiv aus.

ShareYourSpace, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir werden KI integrieren. Wir wollen und müssen in die Welt hinaus. Und in 5 Jahren ist unser Slogan hoffentlich für viele Alltag: Be sustainable. Be smart. ShareYourSpace!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mut, Durchhaltevermögen, Sinnstiftendes anpacken!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Tobias Wagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

JEDE Chance, die sich bietet, nutzen!

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The Organicer: OrdnungsCoaching Fokus auf Nachhaltigkeit Wohltätigkeit

The Organicer: OrdnungsCoaching-Startup mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Wohltätigkeit

Stellen Sie sich und das Startup The Organicer doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Sabine Nietmann, ich bin 32 Jahre alt und komme aus Frankfurt am Main. The Organicer, gegründet im Februar 2019, ist ein Ordnungscoaching-Startup mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Wohltätigkeit. Ich helfe meinen Kund/innen beim Ausräumen, Neuorganisieren und Optimieren ihrer Wohnräume, vom Keller bis zum Dachboden. Im Aufräumprozess versuche ich meinen Kunden zu vermitteln, dass sie sich zumeist leichter von Sachen trennen können, wenn diese am Ende des Projektes an Hilfsbedürftige vermittelt werden. Meine Kunden geben so „Ballast“ ab und „bereichern“ damit andere, die nicht so viel besitzen. Ich kümmere mich im Rahmen eines Kundenauftrags um alles und bringe sie zu Sozialkaufhäusern, Flüchtlingsunterkünften oder Hilfsorganisationen. Außerdem versuche ich meine Kunden für einen achtsameren Umgang mit Ressourcen und weniger Konsum zu sensibilisieren: Wenn alles aufgeräumt, übersichtlich und ordentlich ist, hat man weniger Bedürfnis danach, etwas Neues zu kaufen – also eine Win-Win-Situation für alle.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Nach jahrelangem eigenen übermäßigen Einkaufen von Kleidung, Schuhen, Accessoires und Dekoartikeln habe ich mich in meiner Wohnung beinahe „erdrückt“ und gestresst gefühlt. Dies habe ich ab 2015 zum Anlass genutzt, meine eigenen vier Wände systematisch auszuräumen, viele Sachen zu spenden und alles für einen erleichterten Alltag zu optimieren. Dies hat – auch in vielen anderen Bereichen in meinem Leben – so eine positive Transformation bewirkt, dass ich dachte, ich kann anderen auf Basis meiner eigenen Erfahrung und der daraus resultierenden Empathie helfen, einen ebensolchen Prozess der Reduzierung und Erleichterung in ihrem Leben zu starten. Außerdem nehme ich meinen Kunden – wo ich kann – einen Großteil der unagenehmen Aufgabe des Aufräumens ab, d.h. meine Kunden haben mehr Zeit für die wichtigen Dinge und mir macht der Aufräumprozess und ganz besonders der Vergleich der „Vorher/Nachher“-Fotos unglaublich viel Spaß.

Was war bei der Gründung von The Organicer die größte Herausforderung?

The Organicer: OrdnungsCoaching Fokus auf Nachhaltigkeit Wohltätigkeit
Vorher

Die größte Herausforderung war, dass es den Beruf des Ordnungscoaches so in Deutschland kaum gab bzw. kaum jemand etwas damit anfangen konnte. In den USA gibt es schon seit einigen Jahren eine wachsende Branche von sehr erfolgreichen Professional Organizers, in Deutschland war die „Szene“ im Spätsommer 2018, als ich mich erstmals mit der Gründungsidee beschäftigt habe, noch recht überschaubar. Dies hat zwar einerseits meine Gründungsabsichten beflügelt, einfach, um frühzeitig meine Nische zu finden, aber andererseits auch Probleme kreiert: Einem Versicherungsvertretern zu erklären, was ich mache, um eine Betriebshaftpflichtversicherung zu bekommen, war gar nicht so einfach. Viele dachten zunächst, ich sei eine Art Haushaltshilfe oder eine Mischung aus Putz- und Entrümpelungsfirma. Ich musste immer und immer wieder erklären, was ich mache und dass ich meine Kunden prinzipiell einfach aktiv dabei unterstütze, Räume auszuräumen, auszumisten und eine neue und sinnvolle Struktur zu etablieren.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, definitv. Ich würde jeder Gründerin/jedem Gründer raten, sich anfangs nicht zu sehr in den Details zu verlieren. Viele Sorgen, die man anfangs hat und viele Fragen, die man sich stellt, lösen sich ins Nichts auf und man verliert kostbare Zeit. Man sollte einfach so bald wie möglich loslegen, es als „Learning by Doing“-Experience sehen und auch ein bisschen nach dem Motto „Fake it till you make it“ agieren. Ich empfehle immer, sich ganz zu Anfang der Gründung einmal bei einer lokalen Startupberatung – häufig kostenlos – beraten zu lassen, zumeist kann man auch zusätzlich gratis Gründerkurse besuchen. Alles andere findet sich, man muss nur aktiv sein und netzwerken, netzwerken, netzwerken!

Welche Vision steckt hinter The Organicer?

The Organicer hat sich zum Ziel gesetzt, die Welt jeden Tag ein kleines bisschen besser zu machen. Im Kleinen direkt in den Häusern unserer Kunden, in dem wir durch eine Reduktion der Besitztümer Klarheit und eine Vereinfachung des Alltags durch mehr Struktur erwirken; im Großen, indem wir die Sachspenden an Hilfsbedürftige und für den guten Zweck, z.B. an Oxfam oder Sozialkaufhäuser, vermitteln. Überdies versuchen wir, das Konsumverhalten unserer Kunden langfristig durch mehr Achtsamkeit zu verändern und somit der Umwelt und dem Klima etwas Gutes zu tun. Jährlich spendet The Organicer außerdem 10% der Profite an Hilfsorganisationen und Klimaprojekte. Langfristig möchte ich gerne mehrere Angestellte haben, um noch mehr Kunden deutschland- und europaweit zu erreichen.

Wer ist die Zielgruppe von The Organicer?

Die Zielgruppe von The Organicer sind hauptsächlich Großstadtbewohner/innen mit kleinen Wohnungen und vielen „Bestiztümern“ und Familien mit kleinen Kindern, in denen beide Elternteile berufstätig sind und einfach im Alltag wenig Zeit für Ordnung bleibt. Häufig ist Unordnung im Haushalt ein Stress- und Streitfaktor, den wir in der gemeinsamen Projektarbeit versuchen weitestgehend zu eliminieren. Außerdem berät The Organicer Gastronomiebetriebe und kleine Ladengschäfte bei der Gestaltung und Optimierung ihrer Lagersysteme und Shopflächen, um mehr Überblick über das Inventar zu haben und in der Warenpräsentation noch attraktiver für Kunden zu sein.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

The Organicer: OrdnungsCoaching Fokus auf Nachhaltigkeit Wohltätigkeit
Nachher

Der USP von The Organicer ist ganz klar ausgerichtet auf „Nachhaltigkeit und Wohltätigkeit“, das war bereits vor der Gründung klar. Dies macht The Organicer in ganz Deutschland einzigartig; manch andere Ordnungscoaches vermitteln auch Spenden an Annahmestellen, aber es ist nicht deren unmittelbarer Fokus, einen positiven Beitrag in der Gesellschaft und für das Klima zu leisten. Ich habe mein Unternehmen nebenberuflich gegründet, im Hauptberuf bin ich Flugbegleiterin und nutze so mein weltweites Netzwerk zur direkten und unbürokratischen Vermittlung von (Sach-)Spenden. So kann ich direkte Hilfe leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Außerdem nutze ich meine Social Media Accounts, um auf einfache, nachhaltige Lösungen für den Alltag aufmerksam zu machen; sei es in den Bereichen Ordnung und Sauberkeit, aber z.B. auch in Bezug auf Lifestyle und Ernährung.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Da mein Coachingbusiness zumeist aus Vor-Ort-Terminen besteht, sind alle meine Aufträge zwischen Anfang März und Mitte Mai weggebrochen. Kurzzeitig hatte ich überlegt, wie andere Ordnungscoaching-Kollegen eine virtuelle Beratung anzubieten, habe mich dann aber dagegen entschieden, da mein Business von meiner Hands-On-Mentalität und der Spendenvermittlung lebt. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Natürlich würde ich ein virtuelles Coaching jeder Zeit auf Anfrage anbieten, aber eben nicht proaktiv. Seit Mai habe ich allerdings wieder sehr viele Terminanfragen und auch Vor-Ort-Termine, natürlich unter Berücksichtigung der Corona-Kontaktbeschränkungen, inklusive Abstand, Mundschutz und Desinfektionsmittel. Seit Corona setze ich allerdings noch mehr auf Synergie-, Netzwerk- und Kooperationseffekte mit anderen Startups und Firmen, die meine Dienstleistungen ergänzen, z.B. Interiordesign- und Stilberater, Premium-Haushaltshilfe-Dienstleister und Handwerker, und habe mich mehr darauf und auf Social Media Content Creation konzentriert. Ich konnte u.a. durch Newsletter- und Social-Media-Kooperationen meine Online-Präsenz wesentlich verbessern. Zudem habe ich auf Instagram monatelang mit einer Reihe namens „Together at home – 5 Things“ täglich fünf Ideen rund um die Themen Ordnung, Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und „Aktivitäts“-Möglichkeiten in Zeiten von Corona veröffentlicht und meine Followerzahl dadurch binnen drei Monaten verdoppeln können.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Viele Menschen haben durch Corona mehr Gespür dafür bekommen, was wirklich wichtig ist und auf was es im Leben ankommt – das merke ich sehr stark bei meiner Arbeit. Viele von ihnen haben während der – durch Corona ungewöhnlich langen – Zeit zuhause gemerkt, wo noch „Baustellen“ in ihren Wohnungen sind und mich dann direkt kontaktiert, was mich natürlich sehr freut. Aktuell habe ich recht volle Auftragsbücher, das ist natürlich ein „positiver Corona-Effekt“ für mich. Ich hoffe, dass viele dieser „positiven“ Veränderungen durch Corona bleiben – Entschleunigung, evtl. etwas mehr Achtsamkeit und Bewusstsein, wie fragil unser eigenes Leben und unser Planet sind. Das würde ich mir zumindest sehr wünschen. UND: Nichts mehr aufschieben, sondern täglich im Hier und Jetzt leben.

The Organicer, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

In fünf Jahren möchte ich gerne noch mehr Workshops und Vorträge anbieten, plus möchte ich über meine Social Media Kanäle noch mehr Menschen mit kleinen, täglichen Inspirationen, Motivationen und Aufräum-Challenges erreichen und zur Veränderung inspirieren. Ich würde gerne ein Buch schreiben, eigene – umweltfreundliche, recyclebare, aber schöne – Ordnungshelfer auf den Markt bringen und einige Mitarbeiter haben, ggf. sogar eine Art „Franchise-System“ aufbauen. Insgesamt möchte ich weiterhin meine Message in die Welt senden, dass man sich mit weniger Besitztümern wirklich glücklicher, leichter und freier fühlen und klarer denken kann. Es bedarf gar keiner totalen Transformation (obwohl die krassen Vorher-Nachher-Effekte wirklich die sind, die am allerglücklichsten machen); es helfen schon kleine Schritte in die richtige Richtung und machen in der Summe einen großen Unterschied – für einen selbst, für andere UND für den Planeten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

1. So viel Vertrauen wie möglich in die Idee und in Dich selbst haben – das strahlst Du aus und DAS zahlt sich in jedem Fall aus.

2. Anfangen – egal wie, einfach loslegen, ohne zu viel über „Was wäre, wenn…“ nachzudenken.

3. Netzwerken, netzwerken, netzwerken (in Female Founder Networks, aber auch darüber hinaus), JEDEM von Deiner Idee erzählen, Feedback einholen und wirklich JEDE Chance, die sich bietet, nutzen!

Wir bedanken uns bei Sabine Nietmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ein gut funktionierendes Team ist das A und O

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lubu lunchbuddies lunch kaffee

LuBu: Lunchbuddies B2B Matching App bringt Menschen zum Lunch oder Kaffee zusammen

Stellen Sie sich und das Startup LuBu doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Luisa und Tarik, Geschwister und Gründer von LuBu. Luisa hat einen Hintergrund in Design und Markenkommunikation und Tarik schließt seine Promotion im Bereich Management ab. „LuBu“ steht für Lunchbuddies und ist eine smarte B2B Matching App, die dabei hilft, Menschen über Kaffee und Lunch zusammenzubringen. Netzwerke können so ganz einfach und nachhaltig aufgebaut und gestärkt werden. LuBu nimmt hierbei die komplette Organisationsarbeit ab und funktioniert flexibel und schnell. Mit LuBu möchten wir für einen effektiveren Austausch, weniger Silos und mehr Spaß am Arbeitsplatz sorgen… one coffee or lunch at a time!

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee ist an der Universität entstanden. Wir haben vor allem gemerkt, dass bisherige Messenger nicht optimal dafür ausgerichtet sind, schnell und flexibel einen Coffee- oder LunchBuddy zu finden – egal ob es Freunde oder noch Unbekannte sind. Damit niemand mehr während Mittagspausen alleine sein muss und immer interessante Menschen findet, die ebenfalls noch nach einem Buddy suchen, haben wir uns entschieden, LuBu zu entwickeln und zu gründen.

Welche Vision steckt hinter LuBu?

Die Themen Kollaboration und informelle Netzwerke sind in den heutigen Zeiten wohl wichtiger als je zuvor. Wir sehen, dass ein immenses Potential darin liegt, LuBu mit Kollegen in Unternehmen zu nutzen. Egal, ob es ein reales Treffen in der Kantine oder im Restaurant um die Ecke ist – oder sogar ein digitaler Kaffee mit einem Kollegen/einer Kollegin von einem anderen Unternehmensstandort. 

Neben unserem starken B2B Fokus möchten wir mit LuBu in Zukunft jedem Menschen, egal ob am Arbeitsplatz, im Homeoffice, in der Universität oder in der Stadt die Möglichkeit geben, sich schnell, einfach und unverbindlich mit Gleichgesinnten zu verbinden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Da wir beide nicht aus dem IT-Bereich kommen, war unsere bisher größte Herausforderung die Planung und Entwicklung einer App. Vom Finden der richtigen Partner bis hin zur Umsetzung einer sicheren IT-Infrastruktur. Diese Hürden haben wir gemeistert und den Start der Entwicklung über ein Family & Friends Invest möglich gemacht.

Wer ist die Zielgruppe von LuBu?

Zur Zeit richten wir uns vor allem an Unternehmen, die etwas in Richtung Mitarbeiterkommunikation, Unternehmenskultur, Innovation und Silo-Reduktion tun wollen. Hier sprechen wir mit größeren Unternehmen, die offen dafür sind, digitale Lösungen für ein schöneres und bereichernderes Miteinander einzuführen und zu nutzen.

Wie funktioniert LuBu? Wo liegen die Vorteile?

Wie wir alle wissen, die besten Gespräche und Synergien ergeben sich dann, wenn man sich persönlich austauscht.

Um das auch spontan jederzeit möglich zu machen, funktioniert LuBu ganz einfach und nach dem Add, Set & Match Prinzip. Zunächst tritt der User einer Firmengruppe bei oder fügt eine öffentliche Location zu seinen/ihren Favoriten hinzu. Im nächsten Schritt wir der Status eingestellt: Ort und Zeit der gewünschten Pause. LuBu zeigt dann mit nur einem Swipe alle passenden Matches, die örtlich, zeitlich und interessenbasiert passen, an. Anfrage heraussenden oder annehmen – fertig.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

LuBu ist im Durchschnitt sechs mal schneller als andere Lösungen. Außerdem funktioniert unsere App aus Sicherheitsgründen, und um unnötiges lange Hin- und Her-Schreiben zu vermeiden, ohne Messaging. Bei LuBu entscheidet der User und NICHT die App, mit wem man sich treffen möchte – Buddy oder Unbekannt. Durch geschlossene und offene Gruppen kann LuBu sowohl beruflich in einem Unternehmen als auch privat in der Stadt genutzt werden. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Da ein persönliches Treffen momentan kaum möglich ist, haben wir ein digitales Matching eingeführt. Ab sofort kann man sich mit LuBu zu einem digitalen Kaffee oder Lunch über Videocall matchen – die Verbindung ist End-zu-End verschlüsselt. Zur Zeit bieten wir dieses Feature vollfunktionsfähig jedem User und Unternehmen kostenlos und unverbindlich an. So wollen wir einen Beitrag dazu leisten, Menschen dabei zu unterstützen, auch in Zeiten von physical distancing und Home-Office verbunden zu bleiben.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Da alles so schnell ging, konnten wir uns auf die neuen Herausforderungen nicht einstellen. Da wir aber selbst wissen, wie wichtig es ist mit Kollegen, Co-Workern und Freunden in Verbindung zu bleiben, haben wir schnell reagiert und das neue Feature innerhalb von 2 Wochen entwickelt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Themen Digitalisierung, Kollaboration und informelle Netzwerke werden immer wichtiger, aber auch die Flexibilität, räumliche Distanz und „New Work“-Dynamiken. Wir glauben, dass wir mit unserer Lösung bedeutend dazu beitragen können, spontane Verbindungen auch dann zu ermöglichen, wenn Menschen entweder im Home Office sitzen, oder aber beispielsweise geschäftlich reisen. Oftmals fehlt hier die Möglichkeit, in den sozialen Austausch zu kommen. Und wir merken, dass reine Online-Team-Meetings nicht ausreichen, um den informellen Austausch auf dem Flur oder am Kaffeeautomat zu ersetzen. 

LuBu, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zur Zeit sind wir auf der Suche nach einem Investment und weiteren Partnern, um LuBu noch schneller voranzutreiben, weitere Talente einzustellen, unseren Algorithmus noch intelligenter zu machen und weiteren Unternehmen LuBu als Tool an die Hand zu geben. In fünf Jahren sehen wir LuBu als DIE Lösung, um sich unkompliziert, spontan und schnell zu verabreden –  sei es auf einen Kaffee im Unternehmen, zu einem Lunch auf einer Messe oder an der Universität, oder am Wochenende für ein Treffen in der Stadt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. So oft wie möglich ehrliches Feedback einholen durch beispielsweise Testing-Sessions oder Pitches.

2. Mentoren und Menschen finden, die an das Produkt, den Impact und das Unternehmen glauben. Viel fragen, zuhören, lernen und ganz viel ausprobieren.

3. Nur dann gründen, wenn man sich bei der Team-Zusammenstellung ganz sicher ist. Ein gut funktionierendes Team, welches sich aufeinander verlassen kann, ist das A und O – die Idee und das Produkt kann oft zweitrangig sein. Denn ohne ein perfekt eingespieltes Team ist das Produkt oft nicht entscheidend für einen Erfolg oder Misserfolg.

Wir bedanken uns bei Tarik und Luisa für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Scheut Euch nicht davor, Fragen zu stellen und Meinungen zu hören

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BonAPI findet unter Berücksichtigung von Makro- und Mikronährstoffinformationen sowie Geschmacks- und Strukturprofile geeignete Alternativen

Stellen Sie sich und das Startup BonAPI doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Mitte zwanzig und arbeiten am Aufbau unseres ersten Unternehmens. Wir kochen leidenschaftlich gern für uns und unseren Freundeskreis. Alle schätzen gutes Essen und freuen sich, wenn wir auf bestimmte Essvorlieben aber auch auf Einschränkungen aufgrund von Allergien oder religiösen Vorgaben eingehen können. Oft ist dabei schnelles Improvisieren nötig. So entstand die Idee von BonAPI. 

BonAPI bietet Alternativen zu einer gesuchten Zutat unter Berücksichtigung von Zusammensetzung (Makro- und Mikronährstoffe), Struktur und Geschmacksprofil. Die Alternativen werden dynamisch an die Ernährungs- und Allergenanforderungen angepasst, die der Ersatz erfüllen muss. Andere Parameter wie Preis, Zugänglichkeit und Umweltkosten der Zutaten werden bald folgen.

Im Zuge der Weiterentwicklung von BonAPI finden wir kontinuierlich neue Anwendungsbereiche. Unser Ziel ist nun, die Technologie so zu integrieren, dass sie die größtmögliche Wirkung erzielen kann. Dazu gehört die Nachfrage weiter zu validieren, sowie die Technologie weiterzuentwickeln.

Mit unserem datengesteuerten Ansatz ist BonAPI leicht skalierbar. Der Service ist so aufgebaut, dass neue Inhaltsstoffe durch Hinzufügen ihrer Zusammensetzung sofort einbezogen werden können. Die digitale Natur von BonAPI ermöglicht eine nahtlose Integration mit anderen digitalen Lösungen in der Lebensmittel- und Kochindustrie.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Bereits vor der BonAPI Gründung waren wir beide im Startup-Bereich tätig. Unsere Erfahrungen dort haben viel dazu beigetragen, dass wir ein eigenes Unternehmen gründen wollten. Wir haben Freude daran, eigene Ideen umzusetzen, Neues zu schaffen, mit dem Ziel, der Gesellschaft einen Mehrwert zu bieten. Auch arbeiten wir gern unabhängig. 

Welche Vision steckt hinter BonAPI?

Stetige Trends zu vegetarischer und veganer Ernährung, zunehmende Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten, sowie die zunehmende Knappheit von Zutaten als Folge unterbrochener Lieferketten und ständig steigender Nachfrage: all das erfordert eine Umstellung in unserem Denken und stellt die Frage, mit welchen Zutaten gearbeitet werden sollte. Globale Lieferketten und Lebensmittelproduktion verursachen Umweltkosten, die auf längere Sicht nicht tragbar sind. Wir wollen mit BonAPI zu diesem wichtigen Umdenken beitragen, indem wir dabei helfen, geeignete Ersatzzutaten zu finden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Unsere Ausbildung und Berufserfahrungen haben wir eher im Finanzsektor gemacht. Wir wollten ein datengesteuertes, softwarebasiertes Unternehmen aufbauen, verfügten aber über keine nennenswerten Programmierkenntnisse. Zudem mussten wir die Kosten möglichst niedrig halten. Deshalb haben wir uns die Zeit genommen, mehrere Programmiersprachen zu erlernen, um den Algorithmus zu entwickeln. Heute ist Programmieren sowohl des Front- als auch des Backends ein integraler Bestandteil unserer Arbeit, der uns Spaß macht.

Wer ist die Zielgruppe von BonAPI?

Unsere primäre Zielgruppe sind Anbieter digitaler Rezepte. Wir helfen ihnen, ihre Rezepte dynamisch zu gestalten, indem wir die Zutaten an alle diätetischen oder allergischen Anforderungen ihrer Nutzer anpassen. BonAPI kann nicht nur geeignete Alternativen zu unerwünschten Zutaten vorschlagen, sondern kann auch Daten zur Zusammensetzung der Zutaten zur Verfügung stellen. Damit können die Anbieter die Nährwertprofile ihrer Rezepte bei einer Zutatenänderung anpassen. Darüber hinaus sehen wir Potenzial für die BonAPI-Technologie in anderen lebensmittelbezogenen Geschäftsbereichen wie dem Lebensmittelgroßhandel, bei Nahrungsmittelkonzernen und Catering-Diensten. 

Wie funktioniert BonAPI? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

BonAPI verwendet verschiedene Datenpunkte jeder Zutat, die deren Makro- und Mikronährstoffinformationen (Mineralien und Vitamine) sowie Geschmacks- und Strukturprofile erfassen, um geeignete Alternativen zu finden. Diese Alternativen können auf diätetische oder allergene Anforderungen zugeschnitten sein oder sogar die Kochtechnik berücksichtigen, mit der das Lebensmittel einem Rezept folgend zubereitet wird.

API-Kunden profitieren direkt von allen Aktualisierungen der Datenbank in Bezug auf neue Zutaten oder Datenpunkte, da diese sofort in den Algorithmus integriert werden und für sie zugänglich sind.

Andere Webseiten, die sich mit dem Thema beschäftigen enthalten zwar wertvolle Listen von austauschbaren Lebensmitteln, können aber strukturell nicht für die Integration in bestehende Dienste genutzt werden und sind nicht in der Lage, neue Inhaltsstoffe skalierbar aufzunehmen. 

Wir sehen diese Skalierbarkeit und die Möglichkeit der Integration in bestehende Dienste als Schlüssel dafür an, den Dienst direkt dort verfügbar zu machen, wo er benötigt wird.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Abgesehen davon, dass wir während der strengsten Isolationsperiode eine Zeit lang getrennt arbeiten mussten, waren wir von Corona weitgehend unberührt. Einige “Behördengänge” zur Gründung unseres Unternehmen konnten wir glücklicherweise digital aus der Ferne erledigen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Da Restaurants und Cafés während Corona nur eingeschränkt arbeiten konnten, haben die Menschen verstärkt zu Hause gekocht. Versorgungsketten waren teilweise unterbrochen. Panisches Kaufverhalten einiger Konsumenten führte dazu, dass bestimmte Lebensmittel nicht mehr verfügbar waren. Solche Szenarien der Nahrungsmittelknappheit heben den Nutzen der BonAPI-Technologie natürlich hervor. BonAPI bietet nämlich Alternativen zu Zutaten, die man in diesen Zeiten im Supermarkt nicht mehr finden kann.

BonAPI, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Schwerpunkt liegt bislang bei den digitalen Rezepten. Wenn sich hier eine grössere Nachfrage abzeichnet, wollen wir alle peripheren Dienste, die digitale Rezepte im Hinblick auf die Zutatenzusammensetzungen brauchen, vollständig bedienen. (So kann auch eine Vernetzung mit dem Online-Angebot lokaler Supermärkten gelingen, um beispielsweise Preis und Verfügbarkeit anzuzeigen.) Dann sind unsere Ziele die Bereiche Catering, Lebensmittelgroßhandel und Lebensmittelproduktion. Es wäre schön, wenn BonAPI in Zukunft nicht nur Euch bei Euren persönlichen Kochbemühungen unterstützen dürfte, sondern auch zur effizienteren Verteilung und zum nachhaltigeren Einkauf von Lebensmitteln in der Produktion von Fertiggerichten beitragen könnte.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Pflegt Euer Netzwerk und baut es zielgerichtet auf! In einem etablierten Unternehmen ist es relativ einfach, mit Kollegen und Industriepartnern in Kontakt zu treten und Verbindungen zu knüpfen. Wenn Ihr Euer eigenes Unternehmen gründet, werdet Ihr höchstwahrscheinlich einen beträchtlichen Teil Eurer Zeit mit der Entwicklung Eures Produktes relativ abgeschottet verbringen. Wenn es jedoch darum geht, später das Produkt auf den Markt zu bringen, ist ein gutes Netzwerk essentiell.

Scheut Euch nicht davor, Fragen zu stellen und Meinungen zu hören – allen voran diejenigen von potenziellen Kunden, anderen Unternehmern, Investoren. Auch Freunde und Familie können Euch wertvolle Ratschläge geben. Nicht allen mag Eure Idee gefallen. Nicht jeder mag den Nutzen sehen. Trotzdem können alle eine Quelle nützlichen Feedbacks sein. Sie betrachten die Idee von unterschiedlichen Blickwinkeln aus und mit etwas mehr Abstand. Wichtig ist dann, nicht zu blockieren, sondern kritisch mit sich selbst und der Idee umzugehen – auch wenn man die Meinung der anderen Person nicht unbedingt teilt.

Eignet Euch zumindest grundlegende Kenntnisse in allen Fachgebieten an, die für die Gründung Eures Unternehmens erforderlich sind. Wenn Ihr einen Algorithmus entwickeln möchtet, lernt die Grundlagen des Programmierens. Im besten Fall werdet Ihr so gut klarkommen, dass Ihr Euer Produkt selbst ohne externe Entwicklungskosten an den Markt bringen könnt; im schlimmsten Fall müsst Ihr die Entwicklung auslagern, habt aber wenigstens ein umfassendes Verständnis Eures Produkts.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Moritz Pill und Fabian Apel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fokus und immer engagiert sein

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FinMarie online Finanz Plattform von Frauen für Frauen

FinMarie online Finanz Plattform von Frauen für Frauen

Stellen Sie sich und das Startup FinMarie doch kurz unseren Lesern vor!

FinMarie ist die erste online Finanz Plattform von Frauen für Frauen in Europa. Kurz gesagt: FinMarie funktioniert wie eine persönliche Anlageberaterin und hilft Frauen dabei ihr Vermögen – je nach Lebenslage und Ziel – kurzfristig oder langfristig zu vermehren. Mit FinMarie sollen Frauen – unabhängig von ihrem Alter, Lebens- und Berufssituation– lernen, selbstbewusst mit ihren Finanzen umzugehen, um die richtigen Entscheidungen für ihren Vermögensaufbau zu treffen.

Frauen haben jederzeit einen optimalen Überblick über die persönliche finanzielle Situation sowie die zukünftigen finanziellen Möglichkeiten, und entscheiden immer selbst über alle Schritte ihres Vermögensaufbaus. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich war lange Zeit Vertriebsmanagerin im Bereich Immobilien und die letzten Jahre

bei der Deutschen Bank Berlin im Compliance Bereich tätig. Dabei habe ich gemerkt, dass weibliche Kundinnen andere Fragen stellen als Männer und auch eine andere Herangehensweise beim Vermögensaufbau haben. Also begann ich im August 2017 mit einer Kollegin die regelmäßige Veranstaltungsreihe Mind the Gap-für Frauen zum Thema Finanzen zu organisieren, die wir mittlerweile bundesweit durchführen. Hierbei handelt es sich um ein monatlich wiederkehrendes Meetup- und Seminarformat zum Thema „Women &; Wealth“( https://www.meetup.com/Mind-the-gap). Die „Mind the Gap“-Community umfasst inzwischen mehr als 3.500 Frauen und wächst kontinuierlich. Zu den Veranstaltungen kommen jeweils 30 bis 90 Teilnehmerinnen. Wir haben an

dem großen Interesse und in vielen Gesprächen gemerkt, dass es ein starkes Bedürfnis von Frauen gibt, sich mit ihrer finanziellen Unabhängigkeit und der Absicherung ihrer Kinder und Familien zu beschäftigen. So kamen wir ziemlich schnell auf die Idee, FinMarie zu gründen.              

Welche Vision steckt hinter FinMarie?

Ich habe FinMarie gegründet, als das erstes Europa Female Startup für Vermögensverwaltung von, für und mit Frauen konzipiert wurde. Durch das Angebot einer Reihe innovativer FinTech Dienstleistungen, von digitalen Investitionen bis hin zu persönlicher Finanzberatung, drehen wir das Drehbuch um. Denn wenn eine Frau in einer Position finanzieller Stärke ist, folgt eine positive Kaskade – für ihre Familie, ihre Gemeinde, die Gesellschaft und für andere Frauen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Am Anfang haben wir unsere Idee aus der eigenen Tasche finanziert. Wir haben bis jetzt keine professionelle Unterstützung von Investoren gebraucht. 

Wer ist die Zielgruppe von FinMarie?

Die Zielgruppe von FinMarie sind alle Frauen. 

Wir haben viele Daten und Fakten analysiert und festgestellt, dass sich nicht nur die Möglichkeit gab, eine neue Art von Finanzdienstleistungsunternehmen aufzubauen, das tatsächlich gute Arbeit für Frauen leisten könnte, sondern dass wir damit auch eine wirklich wichtige Sache für die Welt tun könnten, indem wir mehr Geld in die Hände von mehr Frauen legen.

Das Team wusste, dass ihre potenziellen Kundinnen eine Lösung brauchten, um Investitionen einfacher und für Frauen relevanter zu machen.

Wie funktioniert FinMarie? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

FinMarie ist ein digitaler Vermögensverwalter, auch Robo-Advisor genannt. FinMarie möchte Anlegerinnen einen einfachen und günstigen Zugang zum Kapitalmarkt und damit zu renditestarken Geldanlagen ermöglichen. Frauen investieren Ihr Geld über online Plattform in ethisch und ökologisch breit gestreute Portfolios aus Investmentfonds, individuell nach Risikoneigung zusammengestellt. 

Wir wollen mithilfe neuer Technologien und mit neuem Hybrid Konzept schaffen, die einfacher, günstiger und rentabler sind als alles, was Frauen bei Ihrer Bank bekommen. Mit FinMarie legen Frauen Ihr Geld intelligent an: kostengünstig, nachhaltig, unabhängig und wissenschaftlich fundiert.

Wir sind überzeugt, dass es die echte Mischung aus Mensch und Maschine macht. Deswegen bieten wir online Beratungsgespräche an. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir bieten online Beratungstermine an, wo wir die Anlageziele, Finanzanalyse und komplexer Vermögenssituationen & Gestaltung der Altersvorsorge zusammen mit Frauen besprechen. Ein Coaching oder Beratung im Bereich Geld und Finanzen nur für sich ganz persönlich in Anspruch zu nehmen, die nicht von Steuer- oder Bankberaterseite kommt… das ist für viele Frauen noch sehr ungewohnt. 

Gleichzeitig ist es völlig logisch, das zu tun: Jeder Sportler, der ein wenig mehr erreichen will, sucht sich erstmal einen guten Coach.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Die FinMarie GmbH ist ein FinTech und von Anfang an so konzipiert worden, dass man theoretisch und praktisch von überall auf der Welt arbeiten kann. In der aktuellen Situation werden wir unserer Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern gerecht und haben für unsere Team Home-Office angeordnet.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Der Einbruch der Börsenkurse sowie der deutschen Wirtschaft ist stärker als es in der Finanzkrise der Fall war, aber die Chancen stehen sehr gut, dass die Erholung ebenfalls schneller erfolgen wird. Damit dies geschieht, hat die Bundesregierung beispiellose Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Wirtschaft zu unterstützen.

Viele Unternehmen leiden unter langsamen Verfahren, komplexen Bürokratien und starren Hierarchien, die das organisatorische Leben nicht gerade angenehm machen. Das Coronavirus hat viele von ihnen gezwungen, diese starren Systeme zu durchbrechen und sofort zu handeln. Dies führt zu bemerkenswerten Innovationen.

FinMarie, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

FinMaries Ziel ist es, Frauen zu helfen, die Kontrolle über ihre Finanzen zu übernehmen und ihre finanzielle Träume. Um dies zu erreichen, haben wir unsere zielorientierte Beratung von Anfang an aufgebaut. Unsere Portfolios, Produkt Palette und Fachwissen werden wir weiter in der Richtung Nachhaltige Investment Produkte entwickeln. Wir werden weiterhin nach Lösungen suchen, die unsere Methodik und Beratung verbessern, um Frauen zu helfen, ihr finanziell bestes Leben zu führen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Keep Learning

Das Beste am Leben im Internetwelt ist die Tatsache, dass Sie zu jedem Thema, das Sie wählen, leicht einen Online-Kurs oder ein Webinar finden können. Das bedeutet, dass Sie keine Entschuldigung dafür haben, dass Sie es versäumen, weiter zu lernen und Ihre Weltsicht ständig zu erweitern. Eine der Möglichkeiten, dies zu erreichen, ist mit Robin Sharmas Produktivitätsregel, die auch als 20-20-20-Regel bekannt ist. Dabei handelt es sich um eine Morgenroutine, bei der Sie die erste Stunde Ihres Tages mit 20 Minuten Übung, 20 Minuten Reflexion über Ihre Ziele und 20 Minuten des Erlernens einer neuen Fertigkeit verbringen.

Wissen, worauf man Energie und Zeit konzentrieren muss. Fokus und immer engagiert sein.

Man muss an sich selbst glauben, bevor es jemand anderes tut. Und keine Angst vor dem Fehler. Angst ist natürlich, aber die Überwindung der Angst ist mächtig.

Fotograf Dominik Tryba

Wir bedanken uns bei  Karolina Decker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Klare kurzfristige Meilensteine setzen und umsetzen

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Infinity Maps zoombare online Wissenslandkarte

Infinity Maps zoombare online Wissenslandkarte

Stellen Sie sich und Ihr Startup kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Johannes, Heiko und Robin, die Founder von Infinity Maps und frisch eingezogen ins Karlsruher CyberLab, der IT-Accelerator des Landes Baden-Württemberg. Die Idee hinter Infinity Maps ist, dass wir alle heutzutage Unmengen an Informationen erstellen, lesen und organisieren müssen. Oft schwimmen wir in einer Flut an Daten und das ist ziemlich anstrengend, weil man schnell den Überblick verliert.

Aber nun stellt euch mal vor Ihr könntet alle Notizen, Ideen und Projekte, die Ihr je erzeugt habt mit Hilfe einer Google Map organisieren. Die Kontinente sind verschiedene Themen oder Projekte, die Länder darin sind die Gliederung und die kleinen Gebäude darin sind Notizen, Bilder oder Dokumente. Und durch das alles könnt Ihr mit High-Speed hindurchnavigieren, wie in einem Videospiel. Das ist Infinity Maps!

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Heiko: „Ich brauche ein Werkzeug wie Infinity Maps für meine Arbeit. Und ich glaube, dass es vielen Menschen helfen kann, insbesondere bei der Arbeit an komplexen Problemen, die heutzutage so zahlreich sind – mehr als je zuvor.“

Johannes: „Ich habe große Freude daran, neue Produkte zu entwickeln – und Infinity Maps ist das erste Tool, mit dem ich eine neue Idee vom ersten Scribble bis zum großen, detailliert ausgearbeiteten Konzept in nur einer Datei bearbeiten kann.“

Welche Vision steckt hinter Ihrem Startup?

Johannes: “Wir alle leben in einer Welt die immer komplexer und schnelllebiger wird. Unser Gehirn ist jedoch nicht darauf ausgelegt mit so vielen so komplexen Informationen umzugehen. Daher laufen große Vorhaben und Projekte heute meist ziemlich chaotisch ab. Unser Gedanke hierbei war: „Um Großes (Chaos) zu bewältigen, braucht man den Überblick“.“

Heiko: „Mit Infinity Maps wollen wir eine Lösung entwickeln, die hilft die großen Probleme unserer Zeit zu lösen und darüber hinaus ermöglicht große Ideen umzusetzen. Solve big und think big sozusagen.“

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Johannes: „Kern unserer Lösung ist ein Stück Software zur Darstellung unser Maps im Browser, die sogenannte „Infinite-zooming render engine“. Unendlich viel Content in unendlich tief, visuell verschachtelbaren Maps – flüssig in allen gängigen Webbrowsern darzustellen, das war eine echte Herausforderung. Diese hat Robin, unser KIT Mathematiker, die letzten Jahre einiges an Schweiß, Blut und Tränen gekostet. Finanzierungsmäßig haben wir bisher alles gebootstrapped.“

Wer ist die Zielgruppe Ihres Startups?

Heiko: „Im Grunde jeder der mit vielen oder komplizierten Informationen arbeitet. Wir nennen diese Menschen Wissensarbeiter. Das sind z.B. Studenten und Dozenten, Berater und Manager aber auch Politiker oder Startups, die Ihr Ganzes Unternehmen in einer Map organisieren.“

Wie funktioniert Ihr „Produkt“ oder „Angebot“? Wo liegen die Vorteile?

Johannes: Infinity Maps ist im Kern eine zoombare online Wissenslandkarte, in der sich beliebig viele Inhalte (z.B. Text, Bilder oder Dateien) tief verschachteln, strukturieren und vernetzen lassen. Unser Hauptunterscheidungsmerkmal zu aktuell hippen Online-Whiteboards wie Miro ist, dass Infinity Maps sehr gut skaliert. Auch bei ein paar Tausend Informationen bleibt Infinity Maps sehr übersichtlich. Es ist wie eine Art visuelles Wiki.“

Heiko: „Damit schaffen wir einen Freiraum für große Ideen. Wir geben einzelnen Wissensarbeiten oder Teams die einzigartige Kombination von Übersicht und Details. Außerdem hilft unser Tool die Kontrolle über schwierige Themen zurück zu erlangen.“

Wie ist das Feedback?

Heiko: „Wer selbst ein „visueller Denker“ ist und oft Visualisierungen oder Whiteboards nutzt, um seine Gedanken zu entwickeln oder zu teilen, der verliebt sich schnell ins unsere Lösung. Von dieser Zielgruppe erhalten wir in der Regel sehr begeistertes Feedback.“

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Johannes: „Excel, Powerpoint, Infinity Maps. Wir wollen mit unserem Produkt und zu einem der Standardwerkzeuge für alle Kopfarbeiter werden und die Welt der Produktivitätstools ordentlich aufmischen “

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Überlegt euch bei allem was Ihr tut was das größte Risiko hat – und versucht das vorab mit niedrigem Aufwand zu testen. Alles gleich richtig schön machen zu wollen ist Zeitverschwendung, wenn es danach direkt wieder in die Tonne fliegt.

Setzt euch klare kurzfristige Meilensteine und arbeitet konsequent an deren Umsetzung.

Nicht alles muss gleich perfekt sein. Im Gegenteil. „Quick and Dirty“ reicht bei vielem oft erstmal. Aber kümmert euch um alle Themen. Vernachlässigt nichts komplett außer Ihr entscheidet euch bewusst dafür.

Wir bedanken uns bei Johannes, Heiko und Robin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sei stets offen für Feedback

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Veertly Video-Konferenz-Plattform für Events Schulungen Veranstaltungen

Veertly Video-Konferenz-Plattform für Events Schulungen und Veranstaltungen

Stellen Sie sich und das Startup Veertly doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Alexander Spahn, ich bin 30 Jahre alt und wenn ich nicht gerade neue Ideen realisiere, bin ich häufig auf Trails mit meinem Mountainbike zu finden. Während des Abiturs hab ich mit 18 Jahren zum ersten Mal Unternehmer-Luft geschnuppert und für sechs Jahre erfolgreich eine Event- und Digital-Agentur geleitet. Nach dem BWL Studium in Stuttgart und den USA, habe ich mehrere Jahre als Unternehmensberater bei Deloitte in Zürich das Handwerkszeug gelernt, um digitale Strategien und Geschäftsmodelle zu entwickeln und diese operativ umzusetzen. Seit Dezember 2019 fokussiere ich mich Vollzeit auf eigene Projekte wie Veertly.

Veertly ist quasi das Zoom für Events und Schulungen. Die Video-Konferenz-Plattform schafft mittels digitalen Räumen und einer Networking Area ein interaktives Erlebnis für Event Teilnehmer ähnlich der physischen Erfahrung. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Mein Mitgründer Joao und ich haben nach Lösungen gesucht, um Meetups online abzuhalten. Nach ausgiebiger Recherche haben wir folgende zwei Feststellungen gemacht. 1) Networking ist der Hauptgrund für die Teilnahme an Events und Konferenzen. 2) Es gibt keine gute und intuitive Lösung die Networking als Teil von Online-Events ermöglicht. 

Da es mich begeistert und mir viel Spaß bereitet Probleme anzugehen und digitale Lösungen zu entwickeln, haben wir direkt begonnen einen ersten Prototypen zu entwickeln und mit potenziellen Kunden und Nutzern zu testen. Dies ist auf großen Anklang gestoßen und die Anfragen sind – verstärkt durch Corona – in die Höhe geschnellt.

Welche Vision steckt hinter Veertly?

Unsere Vision ist es bedeutungsvolle Interaktionen für Menschen auf der ganzen Welt zu ermöglichen. Derzeit nutzen wir das weit verbreitete Mittel der Video-Konferenz um möglichst authentische Begegnungen zu schaffen. In Zukunft planen wir digitale Interaktionen mittels virtuelles Realität (VR) noch greifbarer zu machen. Meine erste persönliche Erfahrung mit einer VR Brille war unglaublich! Es ist erstaunlich wie schnell man sich der virtuellen Welt hingibt und die reale Welt um sich komplett ausblendet, wenn man eine solche Brille aufsetzt. Speziell im Bereich Online-Events und interaktive digitale Workshops sehe ich ein riesen Potenzial für diese noch junge Technologie.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung zu Beginn eines Unternehmens ist die Priorisierung der unglaublich vielen Aufgaben, die anfallen, und diese mit den begrenzten Ressourcen schnell und agil zu bewältigen. Bisher ist Veertly von uns, den Gründern, eigenfinanziert. Aktuell finden erste Gespräche mit potentiellen Investoren statt.

Wer ist die Zielgruppe von Veertly?

Unsere Zielkunden sind Organisatoren von Veranstaltungen, Konferenzen, Schulungen und Workshops zwischen 10 und 300 Teilnehmern. Die Interaktionen und die Einbeziehung des Publikums sind für die Veranstalter wichtig. Darüber hinaus wurde Veertly bereits für verschiedenste Formate genutzt, z.B. für eine Vorstandssitzung, Online-Konzerte oder gemeinsames LiveStream und Video schauen unter Freunden. 

Wie funktioniert Veertly? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Veertly besticht durch sein schlichtes und aufgeräumtes Design und erlaubt Organisatoren innerhalb weniger Klicks ihre Online-Veranstaltung zu erstellen. Veertly digitalisiert das gesamte physische Event-Erlebnis. Auf der Plattform gibt es 1) eine Lobby in welcher man sich bereits vor dem Start mit anderen Teilnehmern austauschen kann, 2) die Hauptbühne, dort finden die Präsentationen, Vorlesungen und Vorträge der Veranstaltung statt, 3) in Räumen tauschen sich Teilnehmer über vorher festgelegte Themen aus oder arbeiten in einer Art Workshop zusammen und 4) in der Networking Area kann man sich direkt mit anderen Teilnehmern per Video-Chat 1-on-1 oder in kleinen Gruppen austauschen.  

Während z.B. Zoom eine gute Software für Meetings ist, schaffen wir mit Veertly eine Plattform die speziell auf die Bedürfnisse von online und hybriden Veranstaltungen eingeht, z.B. durch die Möglichkeit sich selbstbestimmt mit anderen Teilnehmern zu vernetzen, denn Networking ist der Hauptgrund für die meisten Menschen an Events und Konferenzen teilzunehmen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Veertly hat durch Corona einen regelrechten Boom erlebt, da ein Großteil der Veranstalter, sofern die Events nicht ganz abgesagt wurden, spontan nach digitalen Alternativen für ihre physischen Events gesucht haben. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Aufgrund der großen Nachfrage hatten wir Bedarf an zusätzlichem Personal, um die Entwicklung der Plattform weiter zu beschleunigen. Da physische Vorstellungsgespräche eine zeit lang undenkbar waren, haben wir begonnen unsere Mitarbeiter online zu rekrutieren. Um die besten Kandidaten zu erreichen, haben wir die Suche geographisch nicht eingeschränkt, da es im Grunde irrelevant ist, ob der Kandidat in Tokyo, Mumbai oder Berlin sitzt. So kam es, dass sich unser Team nun über Deutschland, die Schweiz, England, Indien und Kanada verteilt und vollständig remote arbeitet.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise stellt für Veertly eine große Chance dar, da Unternehmen mehr oder weniger dazu gezwungen sind, die Digitalisierung voranzutreiben und sich auf neue Konzepte wie Online-Events und Workshops einzulassen. Denselben Wandel stellen wir im Bildungsbereich fest, wo wir zahlreiche Anfragen von Bildungsinstituten erhalten.

Veertly, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach der “Corona Zeit” werden einige Veranstaltungen wieder physisch stattfinden. Nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass viele Organisatoren die Vorteile von virtuellen Events schätzen gelernt haben wir z.B. den geringeren Planungsaufwand, niedrigere Kosten und die größere Reichweite ihrer Veranstaltungen. Einige werden die Vorteile aus beiden Welten kombinieren und wir werden zeitnah Funktionen speziell für diese hybride Events (online und offline) veröffentlichen. Demnach werden sich virtuelle Events auch nach Corona in vielen Bereichen als fester Bestandteil einer neuen Unternehmenskultur etablieren.

In fünf Jahren soll Veertly die führende Software für virtuelle und hybride Veranstaltungen sein und sich zu einem bedeutenden europäischen Tech-Unternehmen entwickelt haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Start now, start simple” – dieser Spruch stammt von unserem Freund, Coach und 5-maligen TedX Speaker Dan Ram. Sich von Beginn an mit allen Details und komplexen Fragestellungen zu beschäftigen, ist überwältigend und hält Viele davon ab, sich in das Abenteuer “Gründung” zu wagen.

Verliebe dich nicht in deine Idee! Sei stets offen für Feedback, lerne von deinen Kunden und sei bereit, deine Idee auf die Bedürfnisse des Marktes anzupassen.

Fail fast! Stelle unabdingbare Hypothesen auf, welche für den Erfolg deiner Idee elementar sind. Priorisiere diese und verifiziere sie durch Interviews oder dein Minimum Viable Product (MVP) so früh wie möglich.

Wir bedanken uns bei Alexander Spahn für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sucht euch Unterstützer!

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Breeze Luftqualitätssensoren

Breeze Anbieter für Luftqualitätssensoren, -daten und -analysen

Stellen Sie sich und das Startup Breeze Technologies doch kurz unseren Lesern vor! 

Ich bin Robert Heinecke, Co-Founder und CEO von Breeze Technologies. Wir sind einer der führenden Anbieter für Luftqualitätssensoren, -daten und -analysen. Mit Hilfe des Internet of Things und Künstlicher Intelligenz helfen wir Städten, Unternehmen und anderen Organisationen dabei, ihre Umwelt lebenswerter zu gestalten. 

Wie ist die Idee zu Breeze Technologies entstanden? 

Luftverschmutzung ist die größte Umweltgefahr unserer Zeit – mehr als sieben Millionen Menschen sterben jedes Jahr aufgrund von Smog. Ich selbst habe echten Smog zum ersten Mal eindrucksvoll erlebt, als ich im Winter 2014 in Istanbul gearbeitet habe. Damals war die Luftverschmutzung so schlimm, dass man zeitweise die andere Straßenseite schon nicht mehr sehen konnte. Das hat bei mir nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Als ich mich dann stärker mit dem Thema beschäftigt und gesehen habe, dass die heutigen Messnetze vor allem auf Paradigmen aus den 60ern und 70ern basieren, dachte ich mir – das kann man doch besser machen! 

Welche Vision steckt hinter Breeze Technologies ? 

Wir wollen, dass die Städte der Zukunft gesünder, sauberer und vor allem lebenswerter sind. Hierfür stellen wir zum einen Daten zur Verfügung und erfassen den Ist-Zustand, entwickeln zum anderen aber auch Wege hin zum Soll. Deshalb beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Welche Luftreinhaltemaßnahmen helfen ganz konkret für das jeweilige Szenario? Wie können die erfassten Daten heute schon helfen, Menschen zu schützen und ein intelligenteres Stadtmanagement zu betreiben? 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Der öffentliche Sektor ist für Startups sicherlich nicht das leichteste Feld. Deshalb haben wir uns für einen mehrgleisigen Ansatz entschieden: Zu unseren Kunden gehören Städte wie Neckarsulm und Hennef, aber auch Unternehmen wie Microsoft und SAP. Die Entscheidungswege sind im öffentlichen Sektor – bis auf wenige Ausnahmen – einfach länger und ein Vertriebsprozess kann sich schon über Monate oder sogar ein Jahr hinziehen. Im B2B-Bereich geht es schneller: so können wir unseren Vertrieb im öffentlichen Sektor auch ein Stück weit refinanzieren. 

Wir sind aus eigenen Mitteln, das heißt aus dem Cashflow, finanziert. In der Vergangenheit haben wir auch öffentliche Fördermittel für die Entwicklung und Weiterentwicklung unserer Lösungen erhalten. Dass wir keine institutionellen Investoren an Bord haben, gibt uns sehr viel Freiheit bei unseren Entscheidungen. 

Wer ist die Zielgruppe von Breeze Technologies ? 

Wir arbeiten mit einem breiten Netz an Akteuren, die sich für saubere Luft und eine lebenswertere Umwelt einsetzen. Hierzu gehören Städte, die ihre Luftmessnetze auf Basis unserer Sensorik betreiben, Unternehmen, die eine gesündere Arbeitsatmosphäre für ihre Mitarbeiter herstellen wollen, NGOs und engagierte Bürger. Mit letzteren arbeiten wir in einigen Projekten als sogenannte “Sensor-Hosts” zusammen, das heißt, sie fungieren als Gastgeber für unsere Sensoren im öffentlichen Raum. Die Daten von einigen Projekten stehen über ein Bürgerportal kostenfrei zur Verfügung.
Unsere neueste Initiative zielt auf Industriekunden ab. Wir haben auf Basis unserer Technologie für verschiedene Industrieunternehmen Messnetze um die Produktionsstandorte aufgebaut und helfen, frühzeitig Emissionsevents, also stark erhöhte Immissionswerte, zu detektieren und proaktiv Maßnahmen einzuleiten. 

Wie funktioniert Breeze Technologies ? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Wir haben eigene Luftqualitätssensoren entwickelt. Der Clou dabei: der Großteil der Logik, wie zum Beispiel die Kalibrierung, steckt nicht im Sensor, sondern in der Cloud. Hierdurch sind unsere Sensoren deutlich kleiner und kostengünstiger als bisherige Messgeräte. Gleichzeitig 

erreicht unsere KI-basierte Kalibrierung aber mit den bisherigen, öffentlichen Messnetzen vergleichbare Genauigkeiten. Dadurch wird eine deutlich höhere Mess-Abdeckung möglich. Die so gewonnenen Daten verschneiden wir dann mit anderen Umwelt-, Mobilitäts- und Katasterdaten und erzeugen hieraus konkrete Empfehlungen für Luftreinhaltemaßnahmen. Dieser Ansatz, nicht nur Daten zu liefern, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen abzugeben, macht uns einzigartig. 

Wo geht der Weg für Breeze Technologies hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Vor allem wollen wir auf Basis der Luftqualitäts- und anderer Umweltdaten neue Anwendungsfelder eröffnen. Nehmen wir das Beispiel der Luftqualitätsvorhersage: So könnten Städte mit vielen Pendlern bei absehbaren Grenzwertüberschreitungen morgens über eine App rabattierte oder kostenlose Tickets für das ÖPNV-Netz ausspielen, um die vorhandenen Park&Rides zu nutzen und die Emissionen aus dem Stadtkern herauszuhalten.

Auf Basis von aktuellen Luftwerten und meiner aktuellen Position könnten Lauf-Apps mir die gesündeste Laufroute errechnen. Und auch wenn ich auf Wohnungssuche bin, interessiert mich vielleicht die durchschnittliche Luftqualität in der Straße, die ich mir gerade anschaue. Für all das brauchen wir Daten, und in fünf Jahren sind wir hoffentlich an dem Punkt, dass wir diese für einen signifikanten geografischen Raum anbieten können. Wir sind gerade Teil des Startup Accelerators SpinLab in Leipzig geworden. Dort sitzt auch der Digital Hub “Smart Infrastructure” , den die Bundesregierung ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit den Unternehmenspartnern des Accelerators versuchen wir nun, erste solcher Datennutzungsszenarien auf den Weg zu bringen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Man sollte das Thema interne Organisation nicht unterschätzen und sich schon früh Gedanken über Prozesse machen, um Learnings internalisieren zu können. Wenn ich z.B. beim Onboarding eines neuen Kundens in ein Problem laufe, will ich das bei allen darauffolgenden Kunden besser machen können. 

Allgemein sollte man das Thema Kundenbetreuung nicht unterschätzen. Wir haben hier fast zu spät investiert. Wenn man erste signifikante Umsätze macht, sollte man sich auch jemanden ins Team holen, dessen Hauptaufgabe in der Kundenbetreuung liegt.

Und als letztes, gerade für die Startups mit Fokus auf Nachhaltigkeit: Sucht euch Unterstützer! Zum einen gibt es Unterstützungsprogramme, wie den genannten SpinLab Accelerator. Diese zielen auf unterschiedliche Phasen des “Startup-Seins” ab, man sollte also genau hinschauen. Das SpinLab ist super für Startups, die bereits definierte Produkte haben und nun weitere starke Partner suchen. 

Es gibt auch viele Corporates, die gerne mit Startups zusammenarbeiten. Wir werden seit längerem von Microsoft unterstützt, die das Ziel haben, ein komplett emissionsfreies Unternehmen zu werden. Das passt natürlich gut zu unserer strategischen Ausrichtung. 

Bild: v.l.n.r: Omar Morsy, Haris Sefo, Robert Heinecke, Sascha Kuntze, Vitus Lehner, Hannah Bettenhausen / Quelle: Breeze Technologies

Das Interview führte Clara Fischer von SpinLab

Wir bedanken uns bei  Robert Heinecke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Hört auf Euren Kunden!

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Peter Comhaire, der Gründer des Ögreisslers bei dem man Gutes aus der Region online bestellen kann, war in der Puls4 Show 2 Minuten 2 Millionen zu Gast

Stellen Sie sich und das Startup Ögreissler doch kurz vor!

Der Ögreissler bringt frische, regionale Produkte aus der Region ganz bequem zu seinen Online-Bestellern nachhause. Damit helfen wir den Kunden sich frisch, saisonal und regional zu ernähren. Mit unserem Lieferservice unterstützen wir die regionalen Produzenten dabei, sich von den Dumpingpreisen der großen Lieferketten unabhängig zu machen. Und der Ögreissler schont dabei die Umwelt: Die frischen Produkte werden am Liefertagen von den Erzeugern der Region ausschließlich mittels E-Autoflotte oder Fahrrad abgeholt und noch am gleichen Nachmittag persönlich und CO2-frei zugestellt. So stärkt der Ögreissler nicht nur die Verbundenheit zur Region und dessen Produzenten, sondern auch das Wissen über die Herkunft und die Wertschätzung der Produkte. Nicht zuletzt schaffen wir mir unserem Lieferservice auch Arbeitsplätze. Sowohl bei uns im Team, als auch bei den Produzenten und den Ögreissler-Abholshops.

Wie ist die Idee zu Ögreissler entstanden? 

2017 hatte ich eine inspirierende Begegnung mit Al Gore. Am Websummit in Lissabon sagte er „Es gibt bereits heute die Technologie, die es braucht um den Klimawandel zu stoppen. Es braucht nur Unternehmer die es umsetzen.“ Dieser Satz war meine Inspiration für den Ögreissler: Einen Online-Greissler bei dem die Kunden bequem lokale Produkte bestellen können und ihre Waren CO2-frei nach hause geliefert bekommen.

Welche Vision steckt hinter Ögreissler?

Ögreissler Produkte aus der Region online bestellen 2 Minuten 2 Millionen
Bildcredit Ögreissler

Es geht darum die Erde für unsere Kinder zu erhalten und gesunde Ernährung bequem auf alle Tische zu bekommen. Weg von langen Transportketten, CO2-Emissionen und aussterbenden Ortskernen – hin zu lokalen und saisonalen Lebensmitteln die von regionalen Produzenten erzeugt und beim Ögreissler bequem bestellt werden. Gut für den Menschen. Gut für die Umwelt. Und gut für die lokalen Produzenten die es zu stärken gilt.

Wer ist die Zielgruppe von Ögreissler?

Alle, deren gesunde Ernährung mit Produkten aus der Region wichtig sind. Ob nun zuhause oder im Büro. Der Ögreissler liefert dort hin wo der Kunde seine Waren haben will.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Durch eine Wild-Card von Martin Rohla die ich bei der Entrepreneursship Avenue an der WU Wien bekommen habe. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich habe tatsächlich viel geübt und versucht mich in jeden Juror hineinzuversetzen.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf Ögreissler aufmerksam werden?


Dass das Ögreissler-Konzept überzeugt, sehen wir an den vielen Bestellungen die bei uns wöchentlich eingehen und die sehr hohe Kundenzufriedenheit. Der Wirtschaftlichkeit geschuldet, sind unsere Kunden derzeit ausschließlich aus Wien und dem Marchfeld. Unser nächste Schritt liegt also auf der Hand: Wir wollen landesweit kluge Köpfe erreichen die das Ögreissler-Konzept in ihrer Heimatregion umsetzen. Den 2m2m-Auftritt dafür nutzen zu können war ideal und die Motivation entsprechend hoch! Und intern hat es uns eine fixe Deadline gegeben um viele Prozesse vorzubereiten, damit bis zur Ausstrahlung alles perfekt funktionierte.

Ögreissler Produkte aus der Region online bestellen 2 Minuten 2 Millionen
Bildcredit Ögreissler

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Martin Rohla

Wie ging es nach der Sendung weiter?

Der Pitch brachte dem Ögreissler 8.000 Seitenzugriffe in nur 24 Stunden und aus der Region meldeten sich etliche Produzenten die ihre Produkte über den Onlineshop anbieten wollen. Das beste Ergebnis für uns ist jedoch, dass sich Menschen aus ganz Österreich mit uns in Verbindung gesetzt haben, die das Erfolgskonzept übernehmen wollen! Die kommenden Monate bleiben also in vielerlei Hinsicht spannend! Diese Bekanntmachung ist unbezahlbar.

Ögreissler, wo geht der Weg hin?

Das Konzept des Ögreisslers inklusive der eigens dafür entwickelten Software soll landesweite Partner finden. Interessierte sind herzlich dazu eingeladen uns direkt zu kontaktieren: peter@oegreissler.at 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchte ich den österreichweiten Ögreisslern als Ansprechpartner für die Umsetzungen vor Ort dienen und so meine Vision entsprechend weitertragen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich habe einen einzigen und der sollte bei allen angehenden Unternehmern oberste Priorität haben: Hört auf Euren Kunden! 

Titelbild: Bildquelle PULS 4 Fotograf Gerry Frank

Wir bedanken uns bei Peter Comhaire für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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