Donnerstag, Oktober 1, 2026
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Träume gross und bleib bescheiden

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Indie Campers Wohnmobilvermietungsplattformen -Roadtrips

Indie Campers Mietmarktplatz für Roadtrips

Stellen Sie sich und das Startup Indie Campers doch kurz unseren Lesern vor!

Indie Campers ist eine der größten Wohnmobilvermietungsplattformen Europas, die als Mietmarktplatz für Roadtrips fungiert. Unser 7 Jahre junges Unternehmen begann aus bescheidenen Anfängen mit 3 Wohnmobilen und zwei aufstrebenden Studenten in Lissabon (unser derzeitiger portugiesischer CEO Hugo Oliviera und sein österreichischer Gründungspartner Stefan Koeppl). In nur sieben Jahren und ohne externe Finanzierung, mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von mehr als 200% pro Jahr, haben wir es geschafft, eine große Reichweite zu erreichen und die Reisebranche umzustrukturieren, während Hugo und das Team weiterhin Eigentümer des Unternehmens geblieben sind. Wir sind jetzt in mehr als 15 Ländern und an 40 Standorten in ganz Europa tätig, mit mehr als 1000 Wohnmobilen, und unsere Kunden haben mehr als 200.000 Nächte in Wohnmobilen verbracht.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Das Geschäftsmodell hat seinen Ursprung in Hugos Reise nach Australien als Student, als er den Erfolg und die Freiheit der Wohnmobilvermietung in Australien sah. „Ich arbeitete und reiste in einem gemieteten Wohnmobil durch Australien und war völlig fasziniert von dem Gefühl der Freiheit, das ich erleben durfte“ (Hugo Oliviera). Zurück in Portugal entwickelte Hugo das Konzept in seiner Magisterarbeit weiter und gründete das Unternehmen gleich nach Abschluss seines Studiums. Er wollte einer großen Zahl junger Reisender, Backpackern und Surfern die gleiche Erfahrung ermöglichen, die er in Australien gemacht hatte. Von da an war es ein Bottom-up-Ansatz. Zunächst kaufte und renovierte er einen Camper, bevor er ihn zur Miete anbot.

Vom ersten Tag an wurden alle Gewinne reinvestiert, um das Geschäft zu erweitern. Das Unternehmen wurde mit Hilfe von Freunden und Familie in die Realität umgesetzt, wodurch ein engagiertes, eng verbundenes Team entstand. Bis heute führt Hugo mit jedem Bewerber selbst die Bewerbungsgespräche, damit sich neue Mitarbeiter gut integrieren und die Unternehmenskultur stark bleibt. Das Team wird nun von einem jungen, bescheidenen und unternehmerisch denkenden Team mit mehr als 20 verschiedenen Nationalitäten geleitet. Teamarbeit steht an erster Stelle, und indem wir als Team zusammenarbeiten, bewältigen wir kurze und langfristige Herausforderungen. Ungeachtet unseres Erfolges sind die Denkweise, Ressourcen intern zu investieren, und unser agiles Denken auch heute noch in unserer täglichen Arbeit präsent. Wir sind stets bestrebt, unsere Angebote so zuzuschneiden, dass sie der lokalen Nachfrage am besten entsprechen. 

Welche Vision steckt hinter Indie Campers?

Unsere Vision ist es, weltweit die Nummer 1 unter den Roadtrip-Anbietern zu sein. Indem wir eine digitale Plattform anbieten, die der erste Ausgangspunkt für jeden ist, der einen Roadtrip durch die Welt machen möchte, und indem wir eine Vielzahl verschiedener Reisemöglichkeiten anbieten. Durch eine nahtlose Online-Erfahrung, einen kundenorientierten Ansatz und einen engagierten Support wollen wir das Airbnb der Roadtrip-Reisen sein, mit den maßgeschneiderten Reiseoptionen und um den verschiedenen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Auf diese Weise haben wir eine P2P-Plattform in der Entwicklung und wollen eine Kombination aus professioneller Vermietung, Peer-to-Peer-Vermietung und verschiedenen Roadtrip-Fahrzeugen von Motorrädern bis hin zu Autos mit Dachzelten und Wohnmobilen anbieten, ergänzt durch maßgeschneiderte Roadtrip-Vorschläge und Reiserouten.

Unsere Mission ist es, Roadtrips zu demokratisieren, indem wir die Erfahrung maximieren und die Preise senken.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung seit der Gründung waren zweifellos die letzten 5 Monate, in denen wir unsere Ziele, Angebote und Strukturen neu definieren mussten, um die Krise zu überstehen, ohne uns dabei zu verlieren. (mehr dazu in den verbleibenden Fragen)

Wer ist die Zielgruppe von Indie Campers?

Unser Zielpublikum ist definitiv vielfältig. Wir begannen mit einem anfänglichen Appell an junge Surfer und Backpackers, doch inzwischen sprechen wir auch deren Eltern an, und unsere frühen Reisenden sind uns immer noch treu. Diejenigen, die vor 5 Jahren noch mit dem Rucksack unterwegs waren und mit einem Kleinbus reisten, bringen jetzt ihre Kleinkinder mit auf einen Roadtrip. Jetzt sprechen wir wahrscheinlich auch junge Erwachsene mit Kindern an und haben eine steigende Nachfrage aus anderen demografischen Bereichen. Die Mehrheit unserer Kunden sind immer noch 20-30-Jährige, aber wir stellen zunehmend fest, dass auch wir, die Eltern der 20-Jährigen, es attraktiv finden, mit uns zu reisen, und 40+ machen etwa 35% unserer Kunden aus, und 15% unserer Kunden sind über 50 Jahre alt.

Wie funktioniert Indie Campers? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser beschleunigtes Wachstum und unser Erfolg sind in unserer DNA verankert und ermöglichen uns eine hohe Agilität bei schnellen Innovationen, um Verbesserungen in unseren Angeboten, der Benutzererfahrung oder der Kundenreise umzusetzen. Unser Team von Unternehmern, unser technologie- und lösungsorientierter Ansatz sind die Hauptpfeiler unseres Wachstums. Dank eines hoch motivierten, aber bescheidenen Teams und modernster Technologie sind wir in der Lage, die betriebliche Effizienz all unserer Tätigkeitsbereiche auf innovative Weise zu vereinfachen und zu optimieren. 

Unser intern entwickelter Neuzuweisungsalgorithmus weist den Kunden automatisch Fahrzeuge aus unserer Flotte zu, wodurch die Bewegung der Fahrzeuge zwischen den Standorten optimiert und sowohl die Betriebskosten als auch die Verbraucherpreise gesenkt werden konnten.

Durch die Einführung eines dynamischen Preissystems werden die Preise an verschiedene Standorte, Buchungsdaten, Mietdauer und Belegungsraten angepasst, um einen fairen Preis für alle unsere Kunden festzulegen.

Wir konzentrieren uns vollständig auf die Digitaltechnik. Dies ist in allem, was wir tun, präsent. Vom 100% online-gesteuerten Verkauf bis hin zu allen Kommunikationsberührungspunkten nutzen wir die neuesten Online-Trends, um unsere Kunden bei jedem Schritt des Entscheidungsprozesses zu erreichen. Dies ermöglicht eine viel schnellere Wachstumsrate als andere Akteure in der Branche haben.

Darüber hinaus ermöglicht es uns unser leichtes Geschäftsmodell, das auf der Auslagerung der Eigentümerschaft durch enge Beziehungen zu wichtigen Partnern (z.B. Knaus und LeasePlan) basiert, unsere Kernressourcen auf die Verbesserung des Kundenerlebnisses zu konzentrieren.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir mussten natürlich viel mehr auf die Ausgaben und Kosten achten und die verfügbaren Ressourcen zu jeder Zeit voll ausschöpfen, insbesondere in den härtesten Wochen dieses Frühjahrs. Doch während dieser schwierigen Zeit, die bei weitem die größte Herausforderung war, der wir uns gegenüber sahen, können wir mit Stolz sagen, dass wir auch während der Krise an unseren Werten festgehalten haben, dass der Mensch an erster Stelle steht. Sowohl in Bezug auf unsere Mitarbeiter als auch auf die Gemeinden, in denen wir tätig sind. Die Anstrengungen des Teams waren enorm, wir haben versprochen, keine Stellenkürzungen vorzunehmen, und wir sind stolz darauf, dass wir dies durch viel harte Arbeit erreichen konnten. Darüber hinaus arbeiteten wir mit Wohltätigkeitsorganisationen in Italien, Belgien und Portugal zusammen, indem wir Camper zur Verfügung stellten, die als Isolierräume, Lebensmittel-/Lieferfahrzeuge für Bedürftige Gemeinschaften und zur Unterstützung bei Tests eingesetzt wurden.

Darüber hinaus haben wir viel Zeit damit verbracht, neue Funktionen zu planen, den Inhalt der Website und unsere Angebote zu verbessern – damit wir bei der Marktöffnung voll einsatzbereit sind. Insgesamt sind wir der Meinung, dass diese Zeit wirklich eine Bewährungsprobe für unseren Kernwert und unsere Fähigkeit, agil zu sein und uns schnell an Veränderungen anzupassen, darstellte. Die enorme Belebung der Auftragslage und die Moral der vergangenen Woche deutet darauf hin, dass wir dies stärker als je zuvor aus der Krise kommen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Zusammen mit vielen anderen Unternehmen der Branche haben wir uns vor allem darauf eingestellt, unsere Angebote, Kosten und Produkte effektiv zu gestalten, um: die Flexibilität zu erhöhen, indem wir unseren Kunden sowohl wirtschaftliche als auch wettbewerbsfähige Produkte anbieten, ohne unsere Qualität und unser Eigenkapital zu beeinträchtigen. Unsere Lösung dafür ist vielfältig. So haben wir zum Beispiel mehr Premium-Funktionen als erstklassige Extras aufgenommen, um unseren Kunden auch kostengünstige Lösungen anbieten zu können. Wir sind auch bei der Überwachung lokaler und gesellschaftlicher Vorschriften zunehmend agiler geworden, um die Nachfrage zu antizipieren und schnell durch eine entsprechende Umverteilung unserer Flotte zu reagieren. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass wir große Teile unserer Flotte umgehend nach Deutschland verlegt haben, als den Deutschen geraten wurde, den Sommer zu Hause zu verbringen.

Auf diese Weise gelingt es uns, noch immer eine unserer größten Kundengruppen dort zu bedienen, wo sie leben, was sich bereits bewährt hat, da der Juni unser bisher stärkster Monat mit deutschen Buchungen ist. Darüber hinaus haben wir an der Einrichtung eines B2B-Angebots gearbeitet, mit Lösungen und Paketen für Unternehmen, die eine flexible Unterkunft / ein mobiles Office oder Raum für Isolation benötigen. Auch bei unserer geplanten P2P-Plattform haben wir uns stark weiterentwickelt, nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch bei der Marktforschung und der Erstellung von Listen interessierter Wohnmobilbesitzer.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wie bereits erwähnt, ist die Krise in der Tat ein massiver Test für die Tourismusindustrie. Sie stellt unsere Grundwerte und unsere Beweglichkeit in Frage, wenn es darum geht, das Beste aus der gegenwärtigen Situation zu machen, die Arbeitseffizienz und die Arbeitsleistung bei allem, was wir tun, zu verbessern, um sie so stark wie möglich zu überstehen. Diejenigen, denen es gelingt, diese Chance zu nutzen, werden auf der anderen Seite mit mehr Wissen, Achtsamkeit, Pragmatismus, Erfahrung und einer stärkeren Moral als je zuvor herauskommen. Also ja, wenn es Ihnen gelingt, Ihre Zeit voll auszunutzen, indem Sie agil beim Testen sind, Angebote anpassen und pragmatisch sind, dann gibt es definitiv eine Chance. Auf der anderen Seite gehen wir davon aus, dass wir uns in allem an einem bittersüßen Punkt befinden. Wir wurden massiv in Mitleidenschaft gezogen, gehören aber immer noch zu den ersten Reisemöglichkeiten, um die Nachfrage anzukurbeln.

Wir haben intensiv daran gearbeitet, uns zu positionieren und die ersten Reisemöglichkeiten vor Ort anbieten zu können, die bereits gute Ergebnisse zeigen. Darüber hinaus glaube ich, dass diese Krise insgesamt die Gewohnheiten und Einstellungen der Menschen zum Reisen verändern wird. Ich denke, dass es im nächsten Monat oder sogar in den nächsten Jahren eine Verschiebung hin zu lokaleren, authentischeren, individuelleren und längerfristigen Reisemöglichkeiten (2+ Wochen) geben wird. Das heißt nicht, dass die Menschen nicht ins Ausland reisen werden, aber die Ziele der Reisenden könnten sich unterscheiden, wenn es darum geht, eine einzigartige Erfahrung zu machen, die sicherer ist und besser zum aktuellen Klima passt.

Indie Campers, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Innerhalb von 5 Jahren sehen wir uns auf den meisten europäischen Kontinenten mit großen P2P- sowie professionellen Angeboten und der Integration mit anderen Reiseplattformen wie Hotels, Miet- und Airbnb-Optionen entlang der Route präsent. Wir bieten eine integrierte Erfahrung von der Buchung bis zur Reise-App mit Tipps entlang der Route. Damit ist sie die weltweit größte und am stärksten integrierte Plattform für Roadtrips.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Träume groß, bleib bescheiden und stellen Sie ein Team von Leuten ein, die bereit sind, mit Ihnen die Extra-Meile zu gehen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Lena, Pernille und Melita  das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Finde den Product-Market-Fit für dein Produkt

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Campus Founders Oliver hanisch

Campus Founders Mindset-Schmiede für Gründer*innen und Innovator*innen

Stellen Sie das Innovations- und Gründerzentrum CAMPUS FOUNDERS doch kurz unseren Lesern vor!

Oliver Hanisch: Die Campus Founders bilden werteorientiert die nächste Generation von verantwortungsvollen Gründer*innen und Innovator*innen aus. Wir sind der Auffassung, dass jeder Mensch unternehmerisch handeln kann, daher setzen unsere Bildungsangebote ganzheitlich an. Und wir begleiten unsere Gründerinnen und Gründer auf ihrer gesamten unternehmerischen Reise. Wir vermitteln unseren Teilnehmer*innen ein unternehmerisches Mindset und ein nachhaltiges Wertesystem, daher bezeichne ich uns als “Mindsetschmiede”, weil wir bereits ansetzen, wenn die kommenden Neudenker der Zukunft noch nicht mal wissen, dass sie gründen oder die Welt verändern wollen. Wir sind dafür da, eine sichere Umgebung für Gründer*innen und Innovator*innen zu schaffen, damit sie in die Lage kommen, Unternehmen aufzubauen. Und zwar Unternehmen, die einen Wert und Impact haben. Wir denken groß und erwarten das auch von unseren Talenten und Teams. 

Warum haben Sie sich entschieden die Aufgabe als CEO der CAMPUS FOUNDERS zu übernehmen?

Oliver Hanisch: Ich habe mich für die Campus Founders entschieden, weil das jetzt der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt für mich ist. Ich bin leidenschaftlicher Unternehmer und habe viele Jahre im Ausland gearbeitet, davon 14 Jahre im Silicon Valley. Ich habe bis zu meinem jetzigen Engagement amerikanischen Startups auf den Weg nach Deutschland geebnet. Zudem bin ich mehrfacher Startup-Gründer und war Mitinitiator des German Accelerator in den USA. Hier haben wir dafür gesorgt, dass sich deutsche Startups im amerikanischen Raum durchsetzen. Diese intensive Zeit in Kalifornien hat mich beruflich sowie privat sehr geprägt. 

Genau das mache ich jetzt hier in der Flächen-Region Heilbronn-Franken. Das ist ein Projekt, in dem du eine Vision haben und groß denken musst. Ich unterstütze und führe ein Team von Andersdenkern, die es schaffen werden, hier eine Startup-Kultur und ein Startup-Ökosystem aufzubauen. Wir treten an, um eine Trendwende herbeizuführen und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Ich bin aber eigentlich hier, weil ich eine innere Verpflichtung spüre, dass wir in Deutschland mehr Startups und die neue Generation von Unternehmern fördern müssen. 

Welche Vision steckt hinter CAMPUS FOUNDERS?

Oliver Hanisch: Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch lernen kann unternehmerisch zu handeln. Das unterscheidet uns von anderen Einrichtungen, die erst ansetzen, wenn es um einen konkreten Business Case geht. Unsere Bildungsansätze basieren auf der Vermittlung eines unternehmerischen Mindsets und eines nachhaltigen Wertesystems. Das heißt wir streben mit unserer gemeinnützigen Organisation einen Mind-Change an. Weg vom trägen Status-Quo-Denken-Denken, hin zu einer Aufbruchsstimmung und neuen Innovationsgeist. Diesen Mut spüren wir zu wenig und daher setzen unsere Formate früh an. Wir wollen Menschen inspirieren und neue Wege aufzeigen, die sie vielleicht gar nicht für möglich gehalten haben. Wenn wir ihren inneren Unternehmergeist geweckt haben, geht es in unseren tiefgehenden Programmen erst richtig los. Wir bieten ihnen praktisches Wissen und fortschrittlichste Methoden, dazu arbeiten wir mit einem internationalen Netzwerk an Förderern und Experten zusammen. Durch diese Power sind wir uns sicher, viele Gründer*innen herauszubringen.

Im ersten Jahr der Campus Founders, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Oliver Hanisch: Wir sind eine Non-Profit Organisation und werden von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert. Die Stiftung sieht ihre Mission darin, in eine Gesellschaft zu investieren in der Bildung, Wissenschaft und Innovation von entscheidender Bedeutung sind. Wir sind ein Teil dieser großen Vision und verspüren großes Vertrauen.

Und wir sind selbst noch ein Startup – so fühlt es sich an, wenn ich auf die Arbeit des ersten Jahres zurückschaue. Wir wissen, dass wir beweglich und offen für Veränderungen sein müssen. So haben wir unsere ersten Programmformate als Prototyp verstanden, Feedback eingeholt und iteriert. Erfreulicherweise haben wir den Need von Anfang an gut getroffen und konnten einen spürbaren Impact erzeugen. Wir haben früh erkannt, dass das Thema Mindset von zentraler Bedeutung sein wird. In einer wirtschaftlich sehr erfolgreichen Region ist das Thema Entrepreneurship bei Studierenden kaum im Blickfeld. Zu groß ist die Verlockung ein gut bezahltes und sicheres Angestelltenverhältnis in einem etablierten Unternehmen anzustreben. Die aktuelle Krise zeigt jedoch deutlich, dass diese Sicherheit trügerisch sein kann. Jetzt ist es an uns, zu beweisen, dass unser Vorhaben einen nachhaltigen Mehrwert für die Wirtschaft liefert und durch unseren Support neue, innovative Unternehmen erschaffen werden.

Wer ist die Zielgruppe von CAMPUS FOUNDERS?

Oliver Hanisch: Unsere Zielgruppen sind vielfältig. Wenn wir nur auf das Bildungsangebot schauen, stehen für uns Menschen im Fokus, die bereit sind, groß zu denken, ihre Ärmel hochkrempeln und das Potenzial haben, der bzw. die Unternehmer*in oder Innovator*in von morgen zu werden. Aus ihrem Engagement sollen bestmöglich Ideen entstehen oder sogar Startups gegründet werden. Dann begleiten wir sie in unseren weiterführenden Programmen. Ob Studierende, Gründer*innen oder Innovator*innen, die sich bereits konkret mit einer skalierbaren Produktidee befassen: mit der Offenheit für Neues finden sie bei uns ihr Zuhause. Bereits jetzt entwickeln wir Formate mit konkretem Branchenfokus, die wir bald launchen möchten.

Wie funktioniert CAMPUS FOUNDERS? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern und Initiativen?

Oliver Hanisch: Wir sehen uns als Mindset-Schmiede. Bei uns steht der Mensch und seine Haltung im Fokus und nicht zuerst ein Geschäftsmodell. Wir sind sicher, dass jeder lernen kann unternehmerisch zu agieren. Das können wir mit viel Praxiserfahrung vermitteln und setzen so früh und umfassend an wie sonst keiner. Für uns ist Nachhaltigkeit der Schlüssel für Erfolg. Kurzfristig zu denken ist einfach, nachhaltig etwas zu verändern, wesentlich schwieriger. Wir wollen aber genau das schaffen und Menschen ausbilden, die für einen unternehmerischen Wandel sorgen. Dabei sind wir offen für Interessenten aus der Region, Deutschland, Europa oder dem Rest der Welt.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Oliver Hanisch: Definitiv fehlt uns der persönliche Austausch mit Menschen. Wir wollen ja grundsätzlich Menschen zusammenbringen und sie ausbilden. Das geht auch durch digitale Arbeitsprozesse und Calls, aber wir freuen uns schon darauf, wenn wir auch vor Ort wieder mehr aktiv sein können. Wir werden aber nichtsdestotrotz vermehrt auf digitale, blended learning Angebote setzen, die ortsunabhängig funktionieren. So sind wir in der Lage unser Netzwerk schneller zu erweitern und mehr Interessierte für unsere Formate gewinnen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Oliver Hanisch: Der Plan für die zweite Jahreshälfte 2020 war, unsere Angebote um eine digitale Plattform, inhaltlich mit open-source Ansatz, zu erweitern. Diese Initiative haben wir vorgezogen und sie bereits gelauncht. Nach kurzer Zeit haben wir erste Programme rein digital durchgeführt.

Zudem haben wir unsere Community-Aktivitäten auf virtuelle Meetups umgestellt, um weiterhin mit der Community in Kontakt zu bleiben.

Fokussiert haben wir zudem auch den teaminternen Austausch und Teamspirit. Wir haben Lösungen gefunden, unser “Daily” digital aufzusetzen, nutzen virtuelle Whiteboards und Kollaborationstools für Workshops, sehen uns täglich und sind noch produktiver geworden. Das Onboarding von neuen Teammitgliedern war digital noch ungewohnt, hat aber gut geklappt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Oliver Hanisch: Aus den ersten virtuellen Workshops und Events haben wir viele Learnings ziehen können. Unsere Community ist gewachsen und wir konnten neue Zielgruppen aktiv einbinden. In den letzten Monaten konnten wir testen, welche Skills und Methoden sich problemlos auch digital vermitteln lassen. Das wird den zukünftigen Mix unserer Arbeitsmethoden weiter stärken.

Uns ist jetzt schon klar, dass wir das Rad nach der “Krise” nicht mehr zurückdrehen. Die Mischung aus blended-learning Formaten und verschiedenen Präsenz-Workshops wird eine gute Lösung für uns sein. Innovative und nachhaltige Lösungen sind gefragter denn je.

CAMPUS FOUNDERS – wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Oliver Hanisch: In fünf Jahren sind die Campus Founders eine Organisation, die jeder und jede in der Startup-Branche in Europa kennt. Unsere Gründer*innen werden eine hohe Wertschätzung erfahren, da sie durch ihre Haltung und ihre Unternehmen einen Mehrwert für unsere Region und ganz Deutschland liefern. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Oliver Hanisch: “Just do it”! Der erste Schritt ist immer der schwerste. Aber wenn man ihn gegangen ist, wird man sehen, dass die Welt des Entrepreneurship spannend und lehrreich ist. Es gibt Institutionen wie uns, die den Weg begleiten und unterstützen. Solche Angebote sollte man wahrnehmen und sich einfach trauen. 

“Lass dir helfen”: Es ist immens wichtig, nicht den Fokus zu verlieren. Lass dich nicht ablenken, sondern mach das, was dich antreibt. Alles wirst du nicht alleine schaffen, daher suche dir die besten Partner.

Und der dritte Tipp: Finde den Product-Market-Fit für dein Produkt! Achte immer darauf, was der Kunde wirklich braucht und wofür er Geld ausgeben wird. Finde den richtigen Need im Markt und teste, teste, teste!

Wir bedanken uns bei Oliver Hanisch das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Eine Lösung für ein bestehendes Problem finden

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Julep Podcasts

Julep Vermarktung, Produktion und Distribution von Podcasts

Stellen Sie sich und das Startup Julep doch kurz unseren Lesern vor!

Julep ist eine 360°-Plattform für die Vermarktung, Produktion und Distribution von Podcasts. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass jeder Podcaster mit seinen Inhalten Geld durch Werbung verdienen kann (Julep Media). Zudem produzieren wir Podcasts (Julep Studios), und hosten und distribuieren diese (Julep Hosting). Inzwischen sind wir ein Team von rund 15 Leuten, verteilt auf die beiden Standorte München und Berlin. Fast alle von uns haben bereits sehr viel Erfahrung in anderen Firmen wie ProSiebenSat.1, Studio71, Yahoo, Vice Media und MySpace sammeln können. Wir wissen also, wovon wir im Medienbereich sprechen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir eine Marktlücke gesehen haben, die wir schließen wollten. Es gibt mehrere Tausend Podcasts im Markt, manche Schätzungen liegen bei 20.000. Jedoch gab es bislang in Deutschland keine etablierten Möglichkeiten für Werbetreibende, übergreifend Podcasts als Werbemedium zu nutzen. Das Potenzial ist enorm. Im Vergleich zu den USA hinken wir in Deutschland drei bis vier Jahre hinterher.

Welche Vision steckt hinter Julep?

Wir wollen den Podcast-Markt revolutionieren. Und Podcastern die Option eröffnen, für ihre Arbeit angemessen entlohnt zu werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Von der Idee bis zum Start vergingen gerade einmal vier Monate. Kaum waren wir auf dem Markt, kam die Corona-Krise. Diese haben wir ganz gut meistern können, auch wenn wir natürlich, wie jedes andere Medienunternehmen, mit den Konsequenzen der Pandemie zu kämpfen haben. Gleichwohl sind wir in vielen Bereichen schneller gewachsen als erwartet. In den letzten Monaten haben wir vier Eigenproduktionen an den Start gebracht und eine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Als neue Kapitalgeber konnten wir unter anderem Jan Möllendorf und Claus Schuster von Defacto X, den ehemaligen Axel-Springer-Vorstand Andreas Wiele sowie Feliks Eyser, Birger Veit und Marcus Prosch als Privat-Investoren gewinnen. Insgesamt wurde durch die Gründer, das Management und die Seed-Runde bereits ein siebenstelliger Betrag in Julep investiert. 

Wer ist die Zielgruppe von Julep?

Werbetreibende und Mediaagenturen auf der einen Seite und Podcaster auf der anderen. Die erste Resonanz ist ausgesprochen positiv – von Podcastern und Werbetreibenden gleichermaßen. Mehr als 140 Podcaster mit mehr als 11.000 Episoden haben wir bereits an Bord. Unsere vermarktbare Reichweite liegt bei rund sechs Millionen Streams im Monat. Zu den Werbekunden gehören Unternehmen wie Sonos, Deezer, WaipuTV, Shape Republic, Braineffect oder Readly.

Wie funktioniert Julep? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das ist für alle drei Marken unterschiedlich. Julep Media ist ein B2B-Angebot mit einem Marktplatz, der plattformübergreifend funktioniert. Unsere Podcaster können auf allen Distributionsplattformen stattfinden und darüber Reichweite generieren. Wir sorgen dann dafür, dass sie heruntergeladen beziehungswiese die gestreamten Podcasts mit Werbeintegrationen versehen werden. Julep Studios steht für projektbasierte Produktionsaufträge und Julep Hosting für verschiedene Leistungen wie Hosting, Analytics und Distribution von Podcast-Episoden, für die wir eine monatliche Gebühr erhalten.

Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist, dass wir mit unseren drei Marken Julep Media, Julep Studios und Julep Hosting der einzige deutsche „Podcast Player“, sind, der alle Bereiche im Podcast-Marketing aus einer Hand anbietet. 

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Um ehrlich zu sein: Gar nicht. New Work, Home-Office und flexible Arbeitsmodelle waren für uns schon vor Corona eine Selbstverständlichkeit. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Corona-Krise hat die Entwicklung der Podcast-Nutzung sicher beschleunigt. Denn die Menschen hatten mehr Zeit und Muße, sich durch Podcasts inspirieren zu lassen. Einmal auf den Geschmack gekommen, wird sich daran sicher nichts ändern. Denn der große Vorteil von Podcasts ist, dass man sie überall konsumieren kann.

Die Menschen hören mehr Podcasts denn je. Laut einer Studie von Bitkom hat in 2019 jeder vierte Deutsche regelmäßig Podcasts gehört. Diese Zahl dürfte inzwischen deutlich höher liegen. Von dieser Entwicklung profitieren alle Marktteilnehmer. 

Julep, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir stehen am Anfang einer spannenden Reise. In den kommenden 12 Monaten wollen wir mehr als 1000 Podcastern auf unserer Plattform eine Heimat bieten und damit die Möglichkeit, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Unser Ziel ist es, im gleichen Zeitraum als führender 360° Podcast Marketing-Anbieter in Deutschland etabliert zu sein. In fünf Jahren werden wir auch in weiteren Märkten im europäischen und nicht-europäischen Ausland aktiv sein und würden uns freuen, spätestens dann erneut mit StartupValley zu sprechen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Eine Lösung für ein bestehendes Problem zu finden, ist immer noch das erfolgreichste Konzept für eine Neugründung.
  2. Einfach mal loslegen, nicht in Details verlieren. 
  3. Stellt euch ein komplementäres Team zusammen. Das bringt die besten Ergebnisse.

Wir bedanken uns bei Steffen Hopf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Glaube an dich und deine Idee

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Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Stellen Sie sich und das Startup Essento Insect Food doch kurz unseren Lesern vor!

Essento ist der Europäische Pionier für innovative Lebensmittel basierend auf Insekten. Seit 2013 widmen wir uns dem kulinarischen Potential von Insekten und bieten damit eine alternative und sinnvolle Proteinquelle. Wir entwickeln, produzieren in-house in unserer Zürcher Manufaktur und vermarkten Spezialitäten aus essbaren Insekten für den Einzelhandel, die Gastronomie und über den Onlineshop. Insekten sind ein zukunftsgerichtetes, genussvolles Lebensmittel und ergänzen unseren Speiseplan auf sinnvolle Weise. Die Vorteile Entotarier* wird der Bevölkerung immer klarer. Es gibt aber immer noch Hemmungen in den Köpfen abzubauen, damit allen klar wird wie “lecker” und “gesund” Insekten sind.

Unsere Mission besteht auch darin zu zeigen, dass solche Produkte wirklich lecker sind. Darum engagieren wir uns auch sehr für die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung und organisieren Degustationen, Kochkurse, Workshops, Teamevents und haben das zweifach ausgezeichnete Insektenkochbuch “Grillen, Heuschrecken & Co.” herausgebracht.

* Entotarier*in ist jemand, der auch Insekten isst.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Mich beschäftigt schon lange die Fragen, ob der Status-Quo unseres Konsumverhaltens der richtige Weg ist, um gesund und in Einklang mit unserer Umwelt zu leben und ob wir damit auch die wachsende Bevölkerung nahrhaft und ökologisch vertretbar langfristig ernähren können.

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Ich habe Insekten auf Reisen in Südamerika bereits als Lebensmittel kennengelernt und probiert, echt lecker! Zurück in der Schweiz wunderte ich mich, warum wir in Europa keine Insekten essen und ein wenig nachgeforscht. Dabei habe ich festgestellt, dass die Zucht von Insekten im Vergleich zu andere tierischen Proteinquellen um ein Vielfaches ressourceneffizienter und nachhaltiger sein kann. Insekten können zum Beispiel mit sog. «Food Waste» gefüttert werden, brauchen fast kein Wasser und Platz und stossen so gut wie keine Treibhaugase aus. Ein zweiter grosser Vorteil von Insekten sind ihre Nährwerte. Sie sind ein absolutes «Superfood», enthalten sie unter anderem doch 40-60% Protein (im getrockneten Zustand), viel Vitamin B12, Eisen und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Darum habe ich Essento gegründet mit dem Ziel, Insekten hierzulande als alternativen Proteinlieferanten bekannt zu machen. Doch: Bis 2017 war es in der Schweiz noch verboten Insekten als Lebensmittel zu verkaufen! Wir konnten das ändern und sind jetzt in beim grössten Retail der Schweiz mir mehreren Produkten gelistet und beliefern seit kurzem auch die Burgerkette Hans im Glück in Deutschland.

Welche Vision steckt hinter Essento?

Unsere Vision ist es mit Insektenfood eine nachhaltige & ausgewogene Ernährung für alle sicherzustellen, heute und in Zukunft – dafür engagieren wir uns seit 2013. Lebensmittel aus essbaren Insekten sind gut für uns und gut für unseren Planeten. Darum haben wir die Insekten Food Revolution gestartet, damit Insekten als leckere Proteinquelle auch in Europa anerkannt werden! Als Food Pionier setzen wir uns Tag für Tag dafür ein, leckere, proteinreiche und sinnvolle Innovationen auf den Teller zu bringen, lokal produziert in unserer Zürcher Manufaktur mit rein natürlichen und ehrlichen Zutaten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Neben dem Aufbau des Unternehmens ging es allem voran darum, die Gesetzesgrundlage zu schaffen, um Insekten überhaupt als Lebensmittel anbieten zu dürfen. Dank geschickter und tatkräftiger Überzeugungsarbeit gelang es schliesslich, dass Insekten als Lebensmittel zugelassen wurden – ein wichtiger Meilenstein auf unserer Reise und für den Konsum von Insekten in Europa. Finanziert haben wir uns anfangs über Eigenkapital, Startup-Förderprogramme und strategische Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von Essento?

Alle Personen, die sich sinnvoll ernähren möchten. Viele Personen, die bewusst Fleisch konsumieren (sog. «Flexitarier»), sind offen auch Insekten zu essen. Und wir kennen einige Personen, die sich aus ökologischen Gründen vegan oder vegetarisch ernähren und ab und an zu Insekten greifen, aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe.

Welche Produkte haben Sie im Portfolio? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten ein breites Produktsortiment von unsichtbar verarbeiteten Insekten bis zu den Ganzen an, um verschiedenen Möglichkeiten zu bieten um die köstliche Welt essbarer Insekten kennenzulernen.

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Wir bieten alles aus einer Hand: Ganzen, ungewürzten Insekten zum Selberkochen, Proteinriegel, gewürzten Snacks und auch Convenience Produkte, wie unsere Bio-Insektenburgern.

Unsere USPs: Wir sind seit 2013 dabei und kennen den Markt und die Herausforderungen sehr gut. Dadurch dass wir alle Produkte selbst entwickeln und produzieren können wir einfach und schnell auf das Feedback unserer Kunden reagieren und sind stets dran unsre Produkte zu verbessern und auch neue Produktideen zu testen und umzusetzen.

Wie ist das Feedback?

Sehr positiv. Als wir 2017 mit zwei Produkten im Einzelhandel starteten waren wir regelmässig ausverkauft. Das war überwältigend! Auch auf Events, bei denen viele zum ersten Mal Insekten probieren, sind diejenigen, die ihre mentale Blockade überwinden, sehr überrascht über den unerwartet guten Geschmack. Die Anzahl derer, die regelmässig Insekten essen steigt und steigt, das motiviert und zeigt, das wir auf dem richtigen Weg sind.

Essento, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir rechnen fest damit, dass sich Insektenfood mehr und mehr in Europa etablieren wird, auch wenn viele nicht daran glauben. Bei Sushi hat die Akzeptanz damals rund 20 Jahre gedauert. Wir setzten uns tagtäglich dafür ein, dass es bei Insekten einiges schneller geht und sind sehr zuversichtlich. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Glaube an dich und deine Idee / Vision
  • Versammle ein motiviertes Team um dich mit dem gleichen Mindset
  • Dranbleiben

Titelbild: Bildquelle Zürich-Tourismus

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian Bärtsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

An sich selbst und die eigenen Ideen glauben

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SABINNA Modelabel Nachhaltigkeit Storytelling Innovation

SABINNA Modelabel steht vor allem für Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation

Stellen Sie sich und das Startup SABINNA doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Sabinna Rachimova und ich bin Gründerin des Modelabels SABINNA, öffentliche Rednerin für Fashtech-Themen, female empowerment und Nachhaltigkeit sowie Dozentin an der University of Arts London. Das Unternehmen SABINNA (instagram.com/sabinna_com/) steht vor allem für Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation. Wir bieten nachhaltige Produkte sowie Events, Workshops und Webinars an. Unser Ziel ist es Menschen miteinander zu vernetzen, ihnen das Konzept eines nachhaltigen Lebens näher zu bringen und ihnen zeitgleich hochwertige Modeprodukte zu bieten. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Meine Großmutter hat mir als Kind beigebracht, wie man näht, häkelt und strickt. Schon damals wollte ich meine Zukunft mit dieser Art von Handwerk verbinden. Erst später habe ich verstanden, dass Mode eine ganze Branche ist, bestehend aus komplexen Konstrukten und Konzepten. Meinen ersten Sommerjob hatte ich mit 14 und seitdem habe ich alles Mögliche in der Modebranche gemacht – unzählige Jobs, manche waren spannend, andere wiederum weniger. Ich habe dann auch Modedesign an der renommierten Central Saint Martins studiert und in dieser Zeit ist mit bewusst geworden wie viel in der Modewelt falsch läuft. Wenig bis keine Transparenz, wenig Inklusivität und beinahe keine Gleichberechtigung. Ich habe SABINNA gegründet, um die Modebranche zu challengen und zu zeigen, dass es auch anders geht.

Was war bei der Gründung von SABINNA die größte Herausforderung?

Es ist schwierig nur eine Sache herauszuheben, denn es gab definitiv mehr als nur eine Herausforderung. Einerseits die Finanzierung, dann noch die Skalierung und vor allem die richtigen Menschen zu finden, die nicht nur an die Idee glauben, sondern auch bereit sind diese mitzugestalten. Ich habe die Gründung auch definitiv unterschätzt, hatte keinen Business background und musste mich viel durch ‚ trial and errors‘-Situationen durcharbeiten. Aber es war jede Sekunde wert und ich bin nach wie vor sehr zufrieden, dass ich diesen Schritt gewagt habe. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Meiner Meinung nach ja. Man sollte es sogar. Denn was ist schon perfekt? Ich unterrichte auch an der Universität und arbeite viel mit Student/innen, die sich auf Entrepreneurship fokussieren. Ich sehe oft, wie der Wunsch zur Gründung da ist aber geglaubt wird, dass man auf diesen einen perfekten Moment warten muss. Diesen gibt es aber nicht. Man muss es einfach wagen und natürlich bereit sein die Konsequenzen für diese Entscheidung zu tragen.

Welche Vision steckt hinter SABINNA?

SABINNA challenged die Modebranche, hinterfragt existierende Konzepte und fokussiert sich auf Nachhaltigkeit, die nicht beim Produkt endet. Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass lokale Produktion, digitale Innovation, ein Fokus auf die Community und Transparenz die zukunftsweisenden Aspekte unserer Branche sind. 

SABINNA Modelabel Nachhaltigkeit Storytelling Innovation

Wer ist die Zielgruppe von SABINNA?

Unsere Zielgruppe sind natürlich vor allem Frauen – uns ist es wichtig, dass wir uns nicht zu sehr auf eine bestimmte Altersgruppe fokussieren und stattdessen ein breiteres Publikum erreichen können. Wir Frauen werden immer emanzipierter, wir wollen immer weniger gelabelt werden und distanzieren uns bewusst von den klassischen Rollen, die uns die Gesellschaft vorschreibt. So wird auch das Kundenprofil vielfältiger und man kann nicht wie einst Produkte kreieren, die nur eine kleine Gruppe an Frauen ansprechen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Es ist vor allem die Kombination aus nachhaltigen Produkten, online experiences und einem bildenden Denkansatz die SABINNA zu dem macht was es ist. Unsere Kunden wissen, dass man bei uns mehr als nur nachhaltige Produkte bekommt und schätzen das sehr.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir mussten schnell handeln und unsere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf die Probe stellen. Als Modelabel mit einem Fokus auf nachhaltige Kleidung sowie Events und Workshops traf uns die Krise sehr. Alle unsere Events und Workshops mussten abgesagt werden und auch der Verkauf von Kleidung nahm drastisch ab.
Als erstes haben wir alle unsere Workshops digitalisiert und online auf unsere Webseite gestellt.

Außerdem haben wir begonnen DIY kits für zu Hause anzubieten. Wir haben auch unsere Social Media und Newsletter Inhalte angepasst. Wir wollten ein Ort sein, an den man sich zurückzieht, wenn einem alles zu viel wird. Und wir haben bewusst auf positive Nachrichten gesetzt und wollten unseren Kunden und unserer Community in dieser Krise so gut wie möglich beistehen. Wir haben auch einen Podcast (CONNECTING PEOPLE) – dieser ist im Moment besonders gefragt. Wir wollen diese Zeit auch nutzen, um neue Kollaborationen aufzubauen. Und wir sind alle betroffen und sollten jetzt zusammenrücken und uns gegenseitig helfen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube der Satz ‚desperation breads innovation‘ ist recht passend in diesem Zusammenhang. In Krisensituation ist man gezwungen Optionen in Betracht zu ziehen, die vorher weniger relevant waren. Man denkt in neuen Mustern und man muss ein gewisses Risiko eingehen. All das bringt auch Chancen mit. Wir können alle wahnsinnig viel aus dieser Situation lernen – aus unternehmerischer sowie auch als menschlicher Sicht. Als Unternehmerin muss ich flexibel und innovativ denken können. Mein Team und ich nutzen diese Zeit, um tägliche Abläufe zu verbessern, unser digitales Angebot auszuweiten und natürlich die Vorteile der digitalen Kommunikation zu nutzen. Ich bin davon überzeugt, dass nach dieser Krise Geschäftsmodelle vielfältiger werden und viele Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten sowie ein vermehrtes Home Office Angebot anbieten werden.

SABINNA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Weg geht in die Zukunft! Und diese Zukunft soll bitte nachhaltiger, stabiler und inklusiver sein. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich meinen Drive weiterhin beibehalte und nie aufhöre nach neuen Konzepten und Optimierungen des Mode-Konstrukts zu suchen. Ich sehe mich auf jeden Fall auch in 5 Jahren in dieser Branche, weiterhin Fragen stellend, weiterhin mittendrin im Geschehen. Mal sehen ob ich recht habe. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur wirklich möchte. Die Realität ist, dass gesellschaftliche Strukturen und die daraus entstehenden Benachteiligungen von gewissen Gesellschaftsgruppen dazu führen, dass man von vornherein bereits nicht nach denselben Regeln spielt. Deshalb bin ich auch immer sehr vorsichtig mit Tipps. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es sich immer auszahlt an sich selbst und die eigenen Ideen zu glauben, dass absolut nichts eine one-woman oder one-man show ist und man früher oder später Hilfe brauchen wird. Und dass harte Arbeit manchmal trotzdem nicht ausreicht, um die eigenen Visionen zu verwirklichen. Aber nichts ist jemals umsonst oder verschwendete Zeit. Und wenn man den Fokus auf den Weg legt anstatt auf das Ziel, wird man als Gründer/in mehr von der Erfahrung haben. 

Bild: Sabinna Rachimova photo by Marc Sethi

Wir bedanken uns bei Sabinna Rachimova für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Produkte so schnell wie möglich testen

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Büffel Bill Gourmet Produkte aus dem Fleisch vom Wasserbüffel

Stellen Sie sich und das Startup Büffel Bill doch kurz unseren Lesern vor!

Die Idee Büffel Bill zu gründen entstand, nachdem wir einen Zeitungsartikel über den Umgang mit männlichen Büffeln in der Mozzarella-Produktion gelesen haben. Da sie keine Milch geben, wurden sie entweder unter moralisch fragwürdigen Bedingungen aufgezogen oder sogar entsorgt. Für uns stand fest, dass es auch anders gehen muss und man diesem sanftmütigen Tier sein Schicksal ersparen kann. Unser Wunsch war es, einen Beitrag zu nachhaltigem und ethischem Fleischkonsum zu leisten, so dass der Kunde das Fleisch vom Wasserbüffel kennenlernt und wertzuschätzen weiß. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir sind beide immer schon sehr lebensmittelaffin gewesen. Ich, Martin Jaser, bin in einer Metzgersfamilie aufgewachsen und habe somit schon immer einen besonderen Bezug zu Fleisch gehabt. Die Anerkennung für das Produkt ist leider durch das Angebot in Discountern und die Massentierhaltung gesunken. Das wollen wir ändern. Manuel Ruess ist von uns beiden derjenige, der die Gastronomie in- und auswendig kennt und mit viel Liebe und Leidenschaft dahinter steht. Er weiß, was es heißt, für den Gast ein Erlebnis von der Küche bis zum Tisch zu kreieren. Manuel und ich sind schon lange befreundet. Die Idee, an der Produktion von Büffelmozzarella und -fleisch etwas zu ändern, lässt sich mit unseren beruflichen und privaten Interessen super verbinden. 

Welche Vision steckt hinter Büffel Bill?

Unsere Vision ist es, den Konsumenten an einen bewussten Fleischgenuss heranzuführen. Wir versuchen, in der Produktion weitestgehend auf Abfälle zu verzichten und verfolgen das sogenannte „Nose-to-tail“-Prinzip. Wir sprechen ungerne von Edelstücken, denn in unseren Augen ist jedes Stück Fleisch gleichwertig, man muss nur wissen, wie man es zubereitet. Was viele nicht wissen ist, dass nur 4 kg von den insgesamt 400 kg Fleisch des Büffels Filetstücke sind. Wir haben uns der Herausforderung angenommen, die Stücke, die beispielsweise auf Grund ihres intramuskulären Fettgehaltes keine Filets sind, in andere Premium-Produkte zu verarbeiten. So entstanden unter anderem Produkte, wie unser Büffel Jerky. In die Entwicklung haben wir drei Jahre harte Arbeit gesteckt, um dem Produkt und seinen Anforderungen gerecht zu werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ein Beispiel für eine größere Herausforderung ist es, dem Kunden die Garantie zu geben, dass alle Cuts einer bestimmten Sorte immer gleich groß sind. Der Gast und Kunde erwartet natürlich ein gleichbleibendes Niveau, welches wir sicherstellen müssen. Hier hatten wir von Beginn an tolle gastronomische Partner an unserer Seite, die uns mit ihrem Fachwissen während der Anfangsphase unterstützt haben. Das heißt natürlich auch, dass wir viel Geld in Forschung stecken mussten.

Wie lange und unter welchem Umständen muss das Fleisch reifen? Wie werden die Tiere am Besten gefüttert? Und wie ist es möglich, dass Tier möglichst leidfrei zu schlachten? Welches Stück eignet sich für welche Zubereitung? Wir haben ganz klein mit einem Kühlschrank und einer Kühltruhe angefangen und sind mit unseren Büffelburgern auf Festivals und Veranstaltungen gegangen. So konnten wir einen schnellen Cash-Flow generieren und dieses Geld wieder einsetzen, um unsere Produkte weiter zu optimieren. Heute beliefern wir 850 Gastro-Partner und sind zu einem 14-Mann Unternehmen herangewachsen. 

Wer ist die Zielgruppe von Büffel Bill?

Wir bedienen drei Zielgruppen, welche sich auch in ihren Interessen ergänzen. Zum Einen sind da die Genussmenschen, Genießer und Gourmets. Sowohl in Privathaushalten als auch in der gehobenen Gastronomie konnten wir Köche und Gäste schnell vom feinen Geschmack des Büffelfleischs überzeugen. Zum Anderen bedienen wir Kunden, die großen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit (nachhaltiges Fleisch) legen. Sie unterstützen unseren Appell, auf Massentierhaltung zu verzichten und essen lieber weniger Fleisch, dafür Gutes. Zudem bemerken wir auch, dass immer mehr Sportler auf unsere Produkte zurückgreifen. Büffelfleisch ist sehr proteinreich, reich an Omega-3 und vereint quasi die Vorteile von Rind und Geflügel. All unsere Kunden vereint der hohe Qualitätsanspruch an sich und die Produkte, die sie essen. Sie wissen den Preis eines guten Stück Fleisches zu schätzen und sind bereit diesen auch zu bezahlen. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Besondere an Büffelfleisch sind die sehr guten Nährwerte. Das Fleisch hat sehr wenig intramuskuläres Fett. Der saftige Geschmack liegt im Fleisch und wird nicht über einen Fettrand abgegeben. Durch eine gute Fütterung wird der Geschmack noch intensiver. Die Tiere stehen freilaufend auf großen Weiden und ernähren sich ausschließlich von Gras und Kräutern. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch für die Tiere besonders verträglich und gesund. 

Wir haben uns auf den Wasserbüffel spezialisiert, um so mit geballtem Wissen das Beste Ergebnis zu erzielen. Wir schätzen sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Tiere, arbeiten nach dem Nose-To-Tail-Prinzip, um Produktionsabfälle zu vermeiden und sind konstant dabei, uns nachhaltig weiterzuentwickeln. So schaffen wir es, uns durch einen unvergleichlichen Produktstandard zu den Mitbewerbern abzugrenzen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir hatten tatsächlich Glück im Unglück. Wir haben vorher einen Großteil unserer Umsätze durch die Gastronomie und Events eingefahren. Das wurde natürlich eingestellt, aber die Platzierung dort war eine gute Werbung für Foodies, die nun Kunden in unserem Online-Shop sind. Dieser ist geradezu explodiert und auch, nachdem jetzt die ersten Lockerungen stattfinden, halten sich die Käufe hier sehr gut. Aus guten Umsätzen konnten wir sehr gute Umsätze machen. Wir nutzen die aktuelle Zeit, um weitere Bereiche, wie Metzgereien und den Einzelhandel mit unseren Premium-Produkten abzudecken. Wir haben also versucht die Nachteile durch Corona in Vorteile für Büffel Bill umzuwandeln.

Ein tolles Projekt, welches uns sehr viel Spaß gemacht hat und bei dem wir auch noch echt viel gelernt haben, ist das Gourmet-Menü für zuhause in Zusammenarbeit mit unseren Gastro-Partner Benjamin Maerz. Der logistische Aufwand war immens, wir haben die Zutaten an Benny geschickt, wo sie dann zubereitet und wieder abgeholt wurden. Die fertigen Menüs haben wir dann an die Kunden geschickt, die es dann ganz schnell zuhause erwärmen und anrichten konnten – das Ganze natürlich auf Sterne-Niveau. Die Kooperation wiederum war sowohl für Benny als auch für uns eine tolle Werbung, um neue Kunden und Partner zu gewinnen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Durch die neuen Bereiche, die wir bedienen, mussten wir unsere Lagerstrukturen anpassen. Wir hatten ab sofort weniger große Gastro-Bestellungen, sondern mussten umstellen auf viele kleine Privat-Bestellungen. Wir haben eine neue Software entwickelt, diese muss noch weiter optimiert werden, damit wir noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren können. Die Bedürfnisse der Kunden haben sich durch die Corona-Zeit ja auch geändert und das war für ein Anlass, Convenience-Produkte zu entwickeln und diesen einen frischen Wind zu verleihen. Wir haben mit einem lokalen Metzger eine Sauce Bolognese kreiert, weitere Produkte sind schon in Planung. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Krisen sind ja immer eine Chance, neue Prozesse anzupassen. Wir konnten neue Ideen etablieren, neue Produkte entwickeln und haben so neue Kunden an unseren Online-Shop gebunden. Das ist unsere Chance weiter zu wachsen, zu lernen und uns stetig weiterzuentwickeln. 

Büffel Bill, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Natürlich werden wir uns immer weiter entwickeln und das gesamte Sortiment ausbauen. Es sind weitere Menüs geplant, Weihnachten steht ja auch bereits wieder vor der Tür. Der Trend zu nachhaltigem Fleischkonsum ist auf dem Besten Weg, da sind wir uns sicher, und die Nachfrage nach qualitativen Produkten in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Unser Ziel in den nächsten 5 Jahren ist es, Büffelfleisch als Delikatesse zu etablieren. Wir arbeiten stark auf die Akzeptanz der Kunden hin und dass Büffelfleisch so bekannt und beliebt wird wie Rind und Geflügel. Natürlich ist es uns ein großes Anliegen unsere nachhaltige Produktion noch besser zu machen. Das Team wächst, wir haben tolle Partner, eine großartige Produktpalette und können uns voll auf die Ausrichtung auf den Kunden konzentrieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Eigentlich können wir es auf zwei Tipps herunterbrechen. Versucht, eure Produkte so schnell, wie möglich zu testen und probiert so lange, bis sie zu 100% euren Vorstellungen, Erwartungen und Ansprüchen genügen. Und zweitens: lasst euch nicht unterkriegen. Gründer müssen bereit sein, verschiedene Wege zu gehen, manchmal sind es Umwege, aber das zu erreichende Ziel am Ende ist umso schöner. Dafür lohnt sich jeder Meter, den man gegangen ist. 

Wir bedanken uns bei Manuel Ruess und Martin Jaser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Homepage-Baukästen für Startups – ein Vergleich

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Homepage-Baukästen für Startups

Die eigene Homepage zu erstellen, markiert einen wichtigen Schritt im Gründungsprozess. Die Firmen-Page macht Unternehmen erst greifbar für Menschen, die sich im digitalen Raum über Produkte, Dienstleistungen oder die Firma selbst informieren möchten. Sie ermöglicht aber auch potenziellen Kunden, mit dem Betrieb in Kontakt zu kommen, ohne dass diese dessen Namen oder Geschäftskonzept kennen. Wenn der Kunde beispielsweise über eine Suchmaschine nach einem bestimmten Produkt sucht und dabei auf die Firmen-Homepage stößt, bedeutet das einen großen Vorteil. Die eigene Website verstärkt also allgemein die Präsenz eines Unternehmens – speziell im digitalen Raum – und ermöglicht es, Online-Marketing zu betreiben. 

Eine Homepage selbst zu erstellen, gestaltet sich allerdings mitunter schwierig, da es Gründern oft an Know-how in diesem Bereich fehlt. Heutzutage gibt es allerdings glücklicherweise eine Vielzahl von Tools in Form von Homepage-Baukästen, die Laien Hilfestellung leisten. Solche bestechen durch eine ganze Reihe von Vorteilen, die sie Usern bieten: 

  • Einfache Bedienung
  • Umfangreiche Design-Vorlagen 
  • Nach Branchen vorgefertigte Seiten, Texte und Fotos
  • Die Erstellung einer Website selbst dauert nur wenige Minuten
  • Keinerlei Vorkenntnisse erforderlich
  • Automatische Datensicherung

Startups können also enorm profitieren, wenn sie einen entsprechenden Provider nutzen. 

Bevor man einen Anbieter auswählt, sollte man sich allerdings einen Überblick über die verschiedenen Baukästen verschaffen. In Funktionsweise und -umfang unterscheiden diese sich nämlich mitunter stark. Im Folgenden finden Interessierte daher eine Liste, die Stärken sowie Schwächen einiger Hosting-Provider zusammenfasst. 

Anbieter für Homepage-Baukästen: 

WIX: 

Im Mittelpunkt von WIX stehen extrem geschmackvolle und vielseitige Designs, die Unternehmen in vielen verschiedenen Branchen ansprechen sollen. Rund 300 kostenlose Vorlagen für Fotografie, Restaurants etc. bietet der Provider an. Gleichzeitig gehört das Programm zu den einfachsten, benutzerfreundlichsten Website-Baukästen. Der Editor funktioniert komplett über „Drag and Drop“ und ist absolut intuitiv zu bedienen. WIX verfügt außerdem über einen eigenen Online-Shop-Bereich mit mehreren Zahlungsoptionen. 

Ein Nachteil ist allerdings, dass die Versand- sowie Steueroptionen begrenzt sind und der eCommerce-Bereich nicht sämtliche EU-Vorschriften erfüllt. WIX ist daher in erster Linie für kleinere Unternehmen interessant, die innerhalb der Grenzen des Binnenmarktes agieren. Für die Software verlangt WIX 4 bis 20 Euro pro Monat. 

GoDaddy: 

Der Anbieter GoDaddy ist besonders für Anfänger geeignet. Ein umfassender Assistent unterstützt User beim ersten Erstellen der Website. Neben einer Sparte fürs Shared Webhosting offeriert dieser Anbieter eine separate Produktlinie zum Business-Hosting. Diese Angebote sind speziell auf den Bereich E-Commerce und Online-Marketing zugeschnitten. Privatnutzer sollten allerdings die herkömmlichen Shared-Webhosting-Pakete nutzen, mit denen man einfache Webseiten und Blogs einrichten kann. Für Firmen, die die Business-Pakete verwenden, fallen mitunter Kosten von über 200 Euro pro Jahr an – dieser Anbieter ist also vergleichsweise teuer, dafür verfügen die Pakete aber über einen großen Funktionsumfang. 

Jimdo: 

Jimdo gehört zu den größten deutschen Homepage-Baukästen. Es ist extrem leicht zu bedienen und bietet eine große Bandbreite von ansprechenden Designs, die sich allerdings nicht ganz so flexibel an variierende Branchen oder Professionen anpassen lassen, wie etwa bei WIX. Dank mobiler App kann man dafür allerdings auch unterwegs mit dem Programm arbeiten. Außerdem verfügt es über mehrere SEO-Optionen, eine integrierte Blogging-Funktion sowie einen Online-Shop. Zu haben ist Jimdo für 4 bis 20 Euro im Monat. 

Eine Alternative zu herkömmlichen Homepage-Baukästen bilden CMS-Systeme wie WordPress, die Benutzern viele Arbeitsschritte abnehmen, die im Laufe der Arbeiten an der Website anfallen. Solche sind also in erster Linie für Menschen geeignet, die sich nicht direkt mit dem Erstellen und Verwalten der Website befassen möchten. Beim Finden des geeigneten Systems kann ein Webhoster mit fundiertem Fachwissen unterstützen. 

Letztlich müssen Startups selbst bestimmen, welcher Provider sich am besten für sie eignet, indem sie ihre individuellen Bedürfnisse ausloten. 

Insbesondere in der Anfangsphase der Gründung sollte allerdings im Vordergrund stehen, eine schnelle Lösung zu finden. Schließlich kann man nie früh genug anfangen, Präsenz im digitalen Raum zu zeigen. 

Autor: Simon Riedel

Nach dem Abschluss seines Grafikdesign-Studiums in Berlin arbeitete Simon Riedel als freiberuflicher Webdesigner und -entwickler. Hier sammelte er über die Jahre einiges an Erfahrung, weshalb er sich 2012 dazu entschied auch im redaktionellen Bereich mitzuwirken. Seitdem arbeitet er als Autor, berät zusätzlich Unternehmen und Selbstständige zu verschiedenen Webthemen und steht Ihnen bei der Entwicklung des eigenen Onlineauftritts zur Seite.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Netzwerk aufbauen

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Promateur Fußball Manager Amateurfußball

Promateur Online Fußball Manager für den Amateurfußball 

Stellen Sie sich und das Startup Promateur doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, wir sind Hendrik, Uwe, Tobi und Stefan und wir haben gemeinsam das Startup Promateur gegründet. Promateur ist ein Online Fußball Manager für den Amateurfußball, welcher auf den realen Ereignissen der Amateurligen basiert. Es ist also das Comunio für die Kreisliga. Mit Promateur machen wir einfache Amateure zu den Stars in den Amateurligen. Jeder Amateurfußballer wird individuell für seine sportliche Leistung bewertet und kann somit das Spiel aktiv beeinflussen. Als Kreisligamanager kann man außerdem sein Wissen innerhalb seiner Liga unter Beweis stellen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als kleine Jungs träumten wir, wie fast jeder Junge, davon einmal Fußballprofi zu werden. Wir haben es jedoch nie höher als bis zur Bezirksliga geschafft und sind schließlich alle Amateure geblieben. 

Wir fanden jedoch, dass wir den Profis in Sachen Leidenschaft und Herzblut in nichts nachstehen. Im Gegenteil: Wir Amateurfußballer sind es doch, die mit zerrissenen Stutzen, viel zu kleinen kurzen Hosen und immer den falschen Trikotgrössen voller Stolz auf dem Platz stehen und alles für unsere Mannschaft geben. 

Und weil wir der Meinung sind, dass das mehr Anerkennung verdient hat, haben wir Promateur entwickelt. Einen Online Fussball Manager, nur für uns Amateure. Es ist nicht nur ein Online Game, sondern eine Bühne, auf der jeder Amateurfußballer seine Leistung und Leidenschaft zeigen kann.

Welche Vision steckt hinter Promateur?

Wir möchten allen deutschen Amateurfußballern und dem gesamten deutschen Amateurfußball mehr Respekt und Anerkennung zukommen lassen. Schließlich bilden die Amateure die Basis für den Profifußball. Wir wollen das sich jeder Amateur durch unsere App wie ein Profi fühlen kann, da er zur Hauptfigur eines Online Games wird. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finanziert haben wir uns komplett selbst, also 100% Bootstrapping. 

Von der Idee bis zur Gründung lief erst einmal alles wie geplant: Wir hatten schnell das perfekte Team mit allen nötigen Fähigkeiten gefunden: Tobi kümmerte sich um Vertrieb und Finanzen und ich fokussierte mich auf Marketing und Kommunikation. Zusammen besprachen wir alle strategischen Entscheidungen. Uwe und Hendrik sind zwei unglaublich talentierte Entwickler, welche direkt loslegten und den ersten MVP programmierten. Das User-Feedback für unseren MVP in einer Testliga in unserer Heimat Ostfriesland war gigantisch. Deshalb beschlossen wir die App weiteren Ligen zur Verfügung zu stellen. Wir tippten bis dato jedoch alle Fußball-Daten bis spät Sonntagsnachts per Hand in die App ein. Für mehrere Ligen wäre das unmöglich gewesen, also musste eine automatische Schnittstelle zu einem der großen Datenlieferanten für Fussballdaten her. Frag mal als kleines Startup, welches noch nicht mal gegründet hat bei den Big Playern an und bitte sie um deren Daten. No Chance. 

Einige Zeit später flogen Tobi und ich im Rahmen einer Studiums-Exkursion in das Silicon Valley (San Francisco, USA). Und wie der Zufall es so wollte lernten wir jemanden kennen, der uns die erste Tür öffnen konnte. Seitdem beziehen wir unsere Daten aus offizieller Hand.

Wer ist die Zielgruppe von Promateur?

Unsere Zielgruppe sind Amateurfußballer, männlich, 14-45 Jahre.

Wie funktioniert Promateur? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Promateur funktioniert so: Als erstes gründet man eine Managerliga, um mit Freunden oder Fremden innerhalb dieser Liga zu spielen. Dann erhält man eine zufällige Mannschaft aus echten Amateurfußballern und etwas Budget für den Transfermarkt. Dort kann man nämlich Spieler kaufen und verkaufen, um seine bestmögliche Start-11 aufzustellen. Je nach dem wie gut oder schlecht diese Spieler dann in der Realität spielen, bekomme ich als Manager Punkte. Und jeder Fußballer erhält individuell Punkte für jeden Spieltag und entwickelt somit seinen Marktwert. 

Die User können so vielmehr über ihre „local heroes“ erfahren und die einzelnen Spieler sowie sich selbst genauer analysieren. 

Promateur Fußball Manager Amateurfußball

Es gibt viele Anbieter in Bereich Online Fußball Manager, aber lediglich für den Profifußball – wir sind die einzigen im Amateurbereich. Um die Amateure objektiv bewerten zu können haben wir einen einzigartigen Algorithmus entwickelt. Damit werden alle zugrundeliegenden Daten miteinander in Relation gebracht und jeder Spieler individuell analysiert und bewertet. Dieser Algorithmus bildet übrigens das Herzstück von Promateur. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir sind gerade an den Start gegangen, da kam Corona und der fussballerische Spielbetrieb ruhte. Das war für uns natürlich eine große Herausforderung. Aber dadurch, dass der Transfermarkt unabhängig vom Spielbetrieb ist, konnten wir viele aktive User in der App behalten. Nichs desto trotz sind die wiederkehrenden User sichtlich zurückgegangen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben den USP, dass wir unsere User trotz der spielfreien Zeit aktiv in der App behalten genutzt, um in der Branche strategische Kooperationsgespräche aufzunehmen. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden wir recht bald verkünden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

In dieser Krise kommt es mehr denn je auf die Entrepreneure an, denn nun heißt kreative Lösungen zu finden, um aus seinem Nachteil einen Vorteil zu machen.

Promateur, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als erstes wollen wir Promateur jedem deutschen Amateurfussballer zur Verfügung stellen können. Dazu müssen wir natürlich jede Amateurliga bis in die unterste Kreisliga mit aufnehmen. Das wird die nächste Herausforderung. In 5 Jahren hat nicht nur jeder deutsche Amateurkicker unsere App auf dem Smartphone, sondern ganz Fußball-Europa.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Einfach machen! Nicht lange alles zerdenken, sondern schnell aus den Quark kommen, raus gehen und seine Idee z.B. mit einem MVP validieren.

2. Netzwerk aufbauen! Es ist so wichtig ein gutes Netzwerk zu haben. 

3. Gründe im Team! Was uns sehr geholfen hat: Wir waren zu viert. Ängste aber auch Erfolge werden geteilt. Entscheidungen werden diskutiert und durchlaufen immer mehrere Köpfe. Ganz nach dem Zitat: „If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together.” 

Wir bedanken uns bei Stefan Sunken, Hendrik Zimmermann, Uwe Kettler, Tobias Reinhardt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Geduld haben

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Fixando Online Portal Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen

Fixando Online Portal Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen

Stellen Sie sich und das Startup Fixando doch kurz unseren Lesern vor! 

Fixando, ist ein Online Portal für die einfache Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen, quasi die Gelben Seiten 2.0. Unsere Kunden finden über die Fixando Webseite oder die Fixando App Dienstleister aus 1200 verschiedenen Kategorien – vom Fotografen, über den DJ und den Personal Trainer bis hin zum Handwerker ist da wirklich alles dabei. Umgekehrt sind wir für diese Freiberufler, Selbstständigen und Kleinunternehmer ein effektives Werkzeug, um neue Kunden und Aufträge zu akquirieren und ihren Webauftritt zu optimieren.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Tatsächlich ist Fixando nicht das erste Unternehmen, das wir mit unserem Team gegründet haben. Insgesamt verfügen wir alle über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich Online Kleinanzeigen. Wir haben uns diesen Markt dann nochmal genauer angesehen und in der Vermittlung von Dienstleistungen eine gewisse Marktlücke entdeckt. Denn für den Kauf und Verkauf von physischen Produkten – egal ob neu oder gebraucht – gibt es viele Plattformen. Für Services aber eben noch nicht so viele. Und da kommt Fixando dann ins Spiel!

Welche Vision steckt hinter Fixando?

Fixando möchte es für Kunden und Servicedienstleister so einfach wie möglich machen ins Geschäft zu kommen. Unsere Kunden können mit wenigen Klicks einen Dienstleister beauftragen. Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen absoluten Experten in seinem Gebiet und das natürlich zu einem fairen Preis. Da kommt dann zum Beispiel unsere Bewertungsfunktion, mit der jeder Kunde seinen Dienstleister nach Abschluss der Arbeiten bewerten kann, ins Spiel. 

Das gleiche gilt letztlich auch für unsere Dienstleister. Auch diesen möchten wir es so einfach wie möglich machen neue Kunden und Aufträge zu gewinnen, sowie einen Überblick über verfügbare Auftrräge zu erhalten. Gerade bei Handwerkern gibt es zum Beispiel viele Topleute, absolute Experten auf ihrem Gebiet. Aber beim Thema Marketing und insbesondere Online Marketing tun sich diese Menschen dann doch oft schwer. Genau da setzen wir an. Fixando bietet dieser Zielgruppe auf einfache Weise einen Online Auftritt und versorgt sie mit neuen Aufträgen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns bisher aus eigenen Mitteln der Gründer finanziert, sowie natürlich aus den regelmäßigen Umsatzeinnahmen.

Wer ist die Zielgruppe von Fixando?

Unsere Auftraggeber sind alle Privatleute und Unternehmen, die eine Dienstleistung benötigen. Auf der anderen Seite zählen zu unseren Dienstleistern vor allem Selbstständige und Freiberufler, aber auch kleine und mittelständische Betriebe. In Deutschland gab es in 2019 alleine 1,43 Mio Selbstständige – da sprechen wir also schon über eine ziemlich große Zielgruppe.

Wie funktioniert Fixando? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Alles geht los in dem ein Kunde, also der Auftraggeber, eine Dienstleistungsanfrage bei uns einstellt. Das geht ganz einfach, indem er oder sie einen kurzen Fragebogen ausfüllt. Damit erheben wir alle notwendigen Informationen, die der Dienstleister für die Abagbe seines Angebots benötigt. Anschließend senden wir diese Anfrage an alle Dienstleister, die aufgrund ihrer Kenntnisse, ihrem Berufsbereich und ihrem Standort für den Auftrag in Frage kommen. Für den Auftraggeber ist das alles kostenlos.

Unsere Dienstleister können sich die Anfrage dann in allen Details dann ebenfalls kostenfrei ansehen. Wenn die Anfrage dann wirklich gut passt und der Dienstleister ein Angebot abgeben möchte, kann er das dann gegen eine geringe Gebühr tun und er erhält sofort die bestätigten Kontaktdaten des Kunden.

Viele andere Plattformen verwenden hier ein Abomodell oder verlangen eine Provision vom Auftragsvolumen. Das alles tun wir bei Fixando nicht. Und damit der Kunde das Angebot der Dienstleister auch wahrnehmen kann und jeder Dienstleister eine realistische Chance hat den Auftrag zu gewinnen, dürfen pro Anfrage auch immer nur max. 5 Angebote abgegeben werden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Unsere Dienstleister haben den Lockdown natürlich schon zu spüren bekommen. Mit der Schließung der Fitnessstudios waren zum Beispiel unsere Fitness Trainer von heute auf morgen ohne Arbeit. Wir haben dann mit unseren Partnern zusammengearbeitet, um innovative Lösungen für die von der Krise besonders betroffenen Bereiche zu finden.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Zunächst haben wir unsere Dienstleister und Auftraggeber dazu aufgerufen innovativ zu denken. Manche Dienstleistungen können zum Beispiel auch als Remote Service über das Telefon oder per Skype oder Zoom Telefonat durchgeführt werden. 

Außerdem ermöglichen wir jetzt jedem Dienstleister sich als „sicher“ zu kennzeichnen. Das kann er dann tun, wenn er sich an gewisse Hygienevorschriften in der Zusammenarbeit mit seinen Kunden hält, also zum Beispiel eine Maske trägt und sich regelmäßig die Hände desinfiziert. 

Darüber hinaus haben wir ein paar Features etabliert mit denen der Dienstleister seine Arbeitsabläufe noch effizienter gestalten kann. Das beinhaltet zum Beispiel eine Kalenderfunktion und die Möglichkeit direkt mit dem Auftraggeber per Whatsapp in Kontakt zu treten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir denken, dass sich unsere Gesellschaft nun noch schneller ins digitale Zeitalter weiter entwickeln wird. Durch Corona arbeiten viel mehr Menschen und viel mehr Betriebe virtuell zusammen – und wir sehen es funktioniert. Deshalb sehen wir die Krise durchaus als Chance für unser Unternehmen, denn die immer mehr Menschen werden immer mehr online machen wollen. Und dann gucken sie bei der verstopften Wasserleitung eben nicht mehr in die Gelben Seiten, sondern beauftragen gleich online einen Experten – zum Beispiel über Fixando.

Fixando, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es weiterhin das Beauftragen von lokalen Dienstleistern so einfach und so transparent wie möglich zu gestalten. Wir sind da auf einem guten Weg, aber es gibt da noch einige Features, die wir aufbauen möchten. 

Außerdem wollen wir international weiter wachsen. Aktuell sind wir außerhalb der DACH-Region insbesonderen noch auf der iberischen Halbinsel, also in Spanien und Portugal aktiv. Weitere Länder stehen aber schon in den Startlöchern – diese Schnelligkeit ist eben das schöne bei einem skalierbaren Business! 

Insgesamt wollen wir uns einer Referenz, also einer Institution für das Suchen von lokalen Services entwickeln. Vor 10, 20 Jahren griff jeder zu den Gelben Seiten, wenn er einen Experten gesucht hat. Und da wollen wir irgendwann auch hin – Fixando als die Gelben Seiten des 21. Jahrhunderts.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster Tipp lautet: Habt Geduld! Ein Internet Start-Up wird nicht über Nacht groß. Es braucht 5-7 Jahre bis man sich in einem Markt richtig etabliert hat. Also seht zu, dass ihr die notwendige Geduld und die entsprechenden finanziellen Mittel habt um diesen Zeitraum zu überbrücken.

Außerdem sollte eurer Gründerteam divers sein. Es bringt nichts ein Team aus 5 Entwicklern zu haben. Gleichzeitig ist es aber auch Quatsch, wenn sich 5 BWLer zusammen tun, von denen keiner ein technisches Grundwissen hat. Jedes Unternehmen braucht verschiedene Fähigkeiten. Davon könnt ihr euch natürlich einige zukaufen oder Experten einstellen, aber es ist immer gut mit einem Team aus verschiedenen Leuten an den Start zu gehen.

Die Entwicklung eures Produkts und der Aufbau eines Kundenstamms sollte immer im Mittelpunkt stehen. Ich habe schon Firmen gesehen, die immer nur von einem Investment aufs nächste hin gearbeitet haben, dabei aber völlig den Fokus auf die Entwicklung ihres Produkts und das Zufriedenstellen ihrer Kunden verloren haben. Deshalb – passt auf das euch das nicht passiert.

Wir bedanken uns bei Miguel Mascarenhas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Diversität im Unternehmen ist immer eine Stärke

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Stellen Sie sich und das Startup Taxando doch kurz unseren Lesern vor!

Maciej Wawrzyniak und ich haben 2017 das FinTech Taxando zusammen gegründet. Taxando ist eine Steuer-App, mit der Nutzer vollständig digital in rund 15 Minuten ihre Steuererklärung per App erstellen und an das Finanzamt übermitteln lassen können.  Zudem ist die App auf Deutsch, Polnisch, Englisch und Russisch verfügbar, eine türkische Version ist ebenfalls geplant. Wer zusätzliche Beratung benötigt, dem steht ein Steuerberater zur Seite. Er überprüft die Steuererklärung, schlägt zusätzliche Steuerabzüge vor und vertritt den Kunden komplett gegenüber dem Finanzamt. Eine Besonderheit ist, dass für Expats bzw. deren noch im Ausland lebende Partner*innen auch Angaben von ausländischem Einkommen möglich sind.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Der Ausgangspunkt war natürlich die Erkenntnis, wie schwierig und vor allem aufwendig es für viele Menschen ist, ihre Steuererklärung zu erledigen. Wir sahen allerdings zusätzlich eine Marktlücke in den besonderen Bedürfnissen, von beispielsweise Expats, die bisher so nicht wahrgenommen wurden. Also haben wir die Initiative in die Hand genommen, um den Prozess der Steuererklärung für alle einfacher und schneller zu machen. 

Welche Vision steckt hinter Taxando?

Unser Ziel ist es, Steuererklärungen für alle, inklusive in Deutschland lebende Ausländer sowie Expats, einfach und schnell zu gestalten. Wenn schon deutsche Muttersprachler an manchen Formulierungen und Angaben scheitern, so gestaltet sich diese Aufgabe für Menschen, die keine Muttersprachler sind, noch schwieriger. Unsere App ist daher auch in drei weiteren Sprachen verfügbar. Dabei haben wir allerdings nicht auf eine automatische, sondern auf eine professionelle Übersetzung gesetzt. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Vor uns gingen bereits mehrere Anbieter von Steuer-Apps an den Markt und konnten sich dementsprechend etablieren. Wir haben zwar eine Marktlücke erkannt, die nun zu den USPs unseres Startups zählt, dennoch ist es ein langer Weg vom Erkennen des eigenen Mehrwerts bis hin zur zufriedenstellenden Umsetzung für uns und unsere Kunden.

Bisher haben wir uns über Eigenkapital und durch Einnahmen aus dem B2B-Geschäft, digitale Lösungen für Steuerkanzleien für Expats in Polen, finanziert. Ende 2018 und 2019 hat die EURO-TAX.pl AG Anteile an Taxando gekauft. Die EURO-TAX.pl AG in Polen und in anderen Ländern Europas ist eine der führenden Steuerkanzleien für im Ausland Beschäftigte. Damit haben wir einen professionellen Partner gewonnen sowie sein wertvolles Wissen.

Wer ist die Zielgruppe von Taxando?

Alle Arbeitnehmer*innen in Deutschland, die steuerpflichtig sind und ihre Steuererklärung abgeben müssen bzw. wollen, sind Zielgruppe für Taxando. Da die App auch ausländische Einnahmen berechnen kann, richten wir uns auch an ebenso englisch-, polnisch- und russisch-sprachige Expats Natürlich wollen wir auch Selbständigen, wie bspw. Freelancern sowie kleinen Gewerbetreibenden, unsere Lösung anbieten und arbeiten derzeit daran, dies zu ermöglichen – sowohl im Self-Service als auch mit Unterstützung eines Steuerberaters.

Wie funktioniert Taxando? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die App erstellt automatisch mittels eines Fotos der Lohnsteuerbescheinigung die Steuererklärung und führt den Nutzer durch weitere Fragen und Formalitäten. Innerhalb von 15 Minuten ist der Prozess der Steuererklärung zu 100 Prozent digital abgeschlossen. Direkt im Anschluss berechnet Taxandos Steuerrechner die zu erwartende Steuerrückzahlung. Mit unserem Premiumpaket übermitteln wir die Steuererklärung online ans Finanzamt für eine einmalige Gebühr. Mit der kostenlosen Basisversion erstellen Nutzer die Erklärung auch vollständig online, schicken diese aber selbst per Post an das Finanzamt und haben keine Möglichkeit, Werbungskosten geltend zu machen. 

Ein weiterer, besonderer Aspekt – neben der Erklärung von ausländischem Einkommen sowie der Sprachenvielfalt – unserer App ist die Möglichkeit, einen Steuerberater hinzuzuziehen. In dem Paket STEUER++ ist eine persönliche Beratung zu komplexen Sachverhalten enthalten. Darauf sind wir besonders stolz.

Taxando – wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Markt und somit auch das Potential für Taxando ist mit circa 45 Millionen Steuerzahlern sehr groß. Wir möchten uns langfristig auf diesem Markt als der Experte für einfache, schnelle und digitale Steuererklärungen in Deutschland beweisen. Zudem arbeiten wir fortlaufend an sprachlichen Erweiterungen unserer App, um diese möglichst vielen Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache beherrschen, zugänglich zu machen. Zudem möchten wir zukünftig den Dienst von Steuerberatern mehr einbinden bzw. noch weiter ausbauen, so dass unsere Kunden zumindest ihre steuerlichen Sorgen komplett dem Berater überlassen können. Durch den automatisierten Prozess der Online-Beratung können wir unseren Klienten einen vergleichsweise niedrigen Preis für diese professionelle Hilfe anbieten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Diversität im Unternehmen ist immer eine Stärke. Dadurch findet ein steter Perspektivenwechsel statt und ihr könnt über eure eigene Brille hinaus blicken. Davon wird letztendlich auch euer Produkt profitieren. Fördert also von Anfang an die Diversität in euren Startups.

Zudem solltet ihr euch stets fragen, ob ihr die Bedürfnisse der Kunden im Blick habt. Schließlich ist das Ziel, das Leben eurer Nutzer, auf welche Weise auch immer, einfacher zu machen. Daher würde ich die Extrameile gehen und mir kontinuierlich Feedback holen.

Nicht zuletzt müssen sowohl Gründer*innen als auch gestandene Unternehmer*innen den Markt im Blick behalten und schauen, welche Wege die Konkurrenz einschlägt. Man kann viel von den Wettbewerbern lernen. Das heißt aber nicht, dass diese nachgeahmt werden sollten. Startups sollten vielmehr innovative Wege gehen, um sich durch Besonderheiten von der Masse abzusetzen.

Wir bedanken uns bei Maciej Tadeusz Szewczyk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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