Freitag, Oktober 2, 2026
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Nehmen Sie sich für jede Aufgabe genügend Zeit

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Oliver Truog aus der Schweiz Erfinder, Entwickler und Designer vom Lotion-Bow im Interview

Stellen Sie sich und das Unternehmen doch kurz vor

Mein Name ist Oliver Truog und ich bin 44 Jahre alt. Ich lebe in Goldiwil mit Sicht auf den schönen Thunersee. Im Moment verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit meinem Beruf als Dentalhygieniker. Ich bin der Erfinder, Entwickler, Designer vom Lotion-Bow. Es handelt sich um eine Vorrichtung, womit sich jede und jeder den Rücken selbst eincremen kann. Ursprünglich war er nur gedacht für die Applikation von Sonnencreme auf die Haut. Natürlich können damit Pflegeprodukte aller Art und Konsistenz auf die Haut aufgetragen werden.

Den Lotion-Bow stelle ich zuhause selbst her. Handmade in Switzerland.

Am 15. Oktober 2019 wurde ich vom StartupValley Magazin angefragt ob ich Interviewfragen in schriftlicher Form beantworten könne. Anlass dazu gab mein Auftritt bei «die Höhle der Löwen Schweiz». https://www.youtube.com/watch?v=MUDMd7fU80E

Das ist eine grosse Ehre für mich! Für eine Veröffentlichung des Interviews habe ich die Redaktion aus 2 Gründen um Aufschub gebeten:

Ich wollte mit der Post günstige Versandkonditionen aushandeln damit Deutsche mein Produkt zu einem vernünftigen Preis kaufen können.

Da ich dabei bin neue Aufsätze zu entwickeln, wollte ich diese ebenfalls vorstellen.

Nun überschlugen sich die Ereignisse mit diesem Corona Virus wie wohl alle mitbekommen haben. Ich durfte aus Gründen der Sicherheit nicht mehr als Dentalhygieniker arbeiten. Genug Zeit mich um mein Projekt zu kümmern.

Neue Aufsätze

Meine Aufsätze konnte ich auf Stufe Prototyp entwickeln. Für eine Serienproduktion muss ich noch evaluieren ob ich diese selbst herstellen werde oder ob ich diese herstellen lassen werde. Um diese selbst herzustellen, müsste ich ein Vakuumgerät für die Kunststoffproduktion anschaffen.

Internationaler Versand

Leider konnte ich mit der Post noch keine günstigen Konditionen aushandeln. Die Verantwortlichen der Post meinen: «dazu müsse ich erst viel mehr Pakete verschicken»!

Ich habe mir folgendes überlegt: Da die Versandkosten von der Schweiz ins Ausland hoch sind, mache ich potenziellen Kunden folgendes Angebot: Versandkostenfrei ab einem Bestellwert von Fr. 88.50. Dieser Betrag entspricht z.B. 3 Lotionbow-Sets. Dieses Angebot gilt per sofort für folgende Länder: Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Spanien, Schweden, Grossbritannien.

Ich möchte die Interviewfragen nicht länger unbeantwortet lassen und eine Publikation nicht länger hinausschieben.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil ich von meiner Idee überzeugt war und bin. Und weil ich meine Idee nicht aus den Händen geben wollte. Den Entschluss eine Firma zu gründen hatte ich schon früh. Gegründet habe ich die Firma aber erst am 15.05.2019 in Ostermundigen in Bern (der Hauptstadt der Schweiz).

Welche Vision steckt hinter LOTION-BOW?

Meine Vision ist, den Lotionbow in der Kosmetikbranche, im Gesundheitswesen und in der Therapie nicht nur zu etablieren, sondern zu der Nummer 1 zu machen in meinen angestrebten geographischen Markt. Europa, USA, Australien.

Der Lotion-Bow soll weiterentwickelt werden. Viele Ideen stehen in der Pipeline und warten auf eine Kapitalspritze, bereit zur Umsetzung.Neben dem Lotion-Bow möchte ich verschiedene Pflegeprodukte herstellen lassen und in Zukunft vielleicht sogar selbst herstellen.Neue Produkte und diverse Zusatzverkäufe sollen das Sortiment abrunden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finanzierung und Knowhow

Ich habe das Glück neben meinem Projekt einen Job zu haben (60-80%), um dies finanzieren zu können. Bisher hat das funktioniert. Aber das funktioniert nur, weil ich alles andere meinem Projekt unterordne.Neben den finanziellen Hürden sind die technischen Herausforderungen mindestens so anspruchsvoll. Mein Beruf (Dentalhygieniker) ist mir ausser meinem manuellen Geschick und meiner Feinmotorik keine grosse Hilfe. 

Eine Erfindung besteht aus einer Vielzahl einzelner Erfindungen, welche die eigentliche Erfindung erst möglich machen. Hierzu braucht es eine Gabe, Gedanken und Lösungsansätze visualisieren zu können.Die Frage lautet immer: Kann ich es selbst? Oder brauche ich Hilfe? Das bescherte mir viele schlafarme Nächte. Oft kamen mir die besten Ideen in der Nacht, im Halbschlaf oder beim Autofahren.

Die Idee schützen lassen?

Soll ich meine Idee schützen lassen?  Wenn ja, was sind die Voraussetzungen? Welcher (Marke, Patent, Design…) bietet mir den grössten möglichen Schutz? Was kann ich selbst, wozu brauche ich Hilfe? Ich habe mein Produkt durch ein Patent (Schweiz) schützen lassen und auch das Design von meinem Produkt. (Schweiz, Europa, USA, Australien).

Das Patent habe ich selbst aufgesetzt so gut ich es konnte. Eine Mitarbeiterin vom Institut für geistiges Eigentum (IGE) hatte dies überprüft. Es wurde etwa dreimal zur Nachbearbeitung zurückgewiesen wegen Formfehlern. Ich bin verständlicherweise der Sprache eines Patentanwaltes nicht mächtig. Letztlich kam ich aber doch noch zu meinem Patent.

Das Design habe ich ein Jahr später für die Schweiz, ebenfalls selbst schützen lassen. In der Frist konnte ich das Design aber noch auf Europa, Australien und die USA ausweiten. Das habe ich dann durch einen Profi machen lassen (Patentanwalt).

Von der Idee zum Produkt

Die Idee eine Vorrichtung zu besitzen, um sich seinen Rücken zu schützen, hatte ich im Jahr 2013 an der Ostküste (Surfers Paradiese) in Australien. Ich hatte damals eine Auszeit gebraucht und nutzte diese für einen Sprachaufenthalt. Die Idee hatte ich aber gleich wieder vergessen.Im Jahr 2016 mietete ich eine Wohnung direkt am Thunersee. Mein neues Hobby war auf einem Surfboard liegend grössere Strecken zu paddeln. Da kam mir der Gedanke einer Eincreme-Vorrichtung wieder in den Sinn. 

Ursprünglich wollte ich ein solches Produkt für mich kaufen. Da ich kein kluges Produkt gefunden habe, hatte ich den Entschluss, selbst eines herzustellen. Damals war es aus Holz. Ich wusste aber schon früh, dass das Produkt einen Bogen haben muss, damit man es nicht nur über die Schulter, sondern auch seitlich unter den Armen hindurch anwenden kann. Ich kannte zu diesem Zeitpunkt nur eine Bürste mit einem geraden Stiel für unter der Dusche. 

Oliver Truog Schweiz Lotion-Bow

Für den ersten Prototypen im Mai 2016 diente ein Stück Schwemmholz, ein gebogener Ast, an welchem Ende ich eine Holzauflage mit Klettverschluss befestigt habe, damit man einen Haushaltsschwamm anklebten kann. 

Für den zweiten Prototypen baute ich mir eine Holzbiegevorrichtung, mit welcher ich einen Ast in Form bringen konnte. Schon bei dieser Ausgabe setzte ich auf eine Schaumstoffwalze, mit welchen man Pflegeprodukte auf dem Rücken auftragen kann. Mir wurde erst beim Bauen dieser Prototypen klar, dass meine Idee Potential hat zum Lifestyleprodukt zu avancieren.

Die gute Idee ist der Grundstein von allem. 

Viele Menschen haben Ideen. Das Problem ist, dass einem oft das Wissen fehlt, wie man diese Ideen umsetzten kann oder die Kraft zu haben sich dieses Wissen anzueignen. Neben dem Wissen braucht es Mut, Durchhaltewillen und den unermüdlichen Glauben an sich und seine Idee. Ich unterscheide hier zwischen einer Idee und einer Erfindung.

Eine Idee auf dem Gebiet umzusetzen, welches man beherrscht, ist nicht dasselbe wie ein Produkt zu schaffen, welches bis anhin die Welt noch nicht gesehen hat. Eine Idee kann beispielsweise ein Buchhalter haben: Er will sich als Buchhalter selbständig machen.

Knowhow

Folgendes Wissen, hat mir beim Projekt Lotionbow geholfen: Grundwissen von Chemie und Physik, den Beruf als Verkäufer und die Weiterbildung zu Detailhandelsspezialisten. Aber das meiste musste ich in Eigenrecherche mühsam erarbeiten.

Was sind die Anforderungen an mein Produkt? Wo kommt es zum Einsatz? Welche Materialien kommen dazu in Frage?

Egal ob im Hallenbad (Chlor) oder ein Urlaub am Meer (Sand, Salz), bei erhöhten Temperaturen, bei Lösungsmittel, rauen Untergründen (wie Sand) sollte das der Lotionbow unbeschadet überstehen.

Der Arm (Bogen) soll biege-elastisch, wärmeformstabil, bruchfest, frei von Weichmachern, UV-beständig usw. sein. Das Material der Walze selbst, musste (wollte) ich testen lassen ob es dermatologisch verträglich ist. Welches Labor dazu in Frage kam war eine Recherche für sich. Ich habe mich dann für den TÜV -Süd entschieden. Das Labor für solche Tests hat übrigens den Sitz in Singapore. Für die Walze musste dann auch noch eine entsprechende Dose gefunden werden, um diese vor Verunreinigungen und vor dem Austrocknen zu schützen. Auch damit man mein Produkt an den Strand oder ins Fitnessstudio mitnehmen kann. (Nur schon, um diese Dose für die Walze zu finden brauchte ich Monate. Erst suchte ich nach einer Hülse. Ich wusste nicht, dass das richtige Wort für ein Kunststoffrohr mit Boden und Deckel eine «Dose» ist. Dann musste diese auch noch transparent sein, die richtige Grösse haben, bedruckbar sein, bruchfest, öl- und fettbeständig, geeignet für in den Geschirrspüler. Welche Materialien erfüllen diese Aufgabe? Gibt es Standardgrössen?

Erwarten Sie nicht, dass Sie jemanden finden der Ihnen diese Fragen beantworten kann. Sie müssen es durch Eigenrecherche selbst herausfinden und parallel das Unternehmen finden, welches einen Produktverantwortlichen und die Kapazität und das Knowhow hat, Ihre Fragen zu beantworten oder das was Sie selbst herausgefunden haben zu bestätigen. 

Dann die Kosten? Vergleiche nicht nur die Preise!

Vergleichen Sie nicht nur die Preise! Das Material, Qualität, Lieferfristen und die richtigen Ansprechpersonen sind genauso wichtig. Vor allem die Ansprechperson. Ich hatte schon auf Firmen gesetzt, welche die meisten Punkte erfüllen. Aber wenn die Ansprechperson nicht erreichbar ist, und Ihnen in nützlicher Frist nicht zurückschreibt oder -ruft, verlieren Sie nicht nur wertvolle Zeit. Gerade in der Entwicklungsphase müssen gewisse Schritte ineinandergreifen. Da brauchen Sie möglichst schnell eine Antwort.

Wenn Sie eine Firma gefunden haben und einen Produktverantwortlichen, der Ihnen in Ihrem Unterfangen helfen kann, und Sie genau wissen, was Sie brauchen, geht es darum dem Unternehmen dies so einfach wie möglich aber trotzdem so detailliert wie möglich mitzuteilen.

Am Anfang versuchte ich mich mit Handskizzen. Erst später habe ich gelernt für die wenigen Spezialanfertigungen, die es braucht, um mein Produkt herstellen zu können, technische Zeichnungen zu erstellen, welche von Herstellern verstanden werden. Ich habe dazu das Gratisprogramm Inscape benutzt. Dieses musste ich auch zuerst erlernen. Vielleicht gibt es für diese Aufgabe bessere Programme.

Suchen Sie nach Möglichkeit immer nach Standartartikel, um Ihre Erfindung zusammenzubauen. Zuerst im Fach- oder im Baumarkt, denn dort können Sie Einzelteile einkaufen um diese zu Testen. So verlieren Sie nicht so viel Geld, wenn die Teile nicht passen. Denn Spezialanfertigungen sind richtig teuer!  Gibt es diese nicht zu kaufen, dann recherchieren Sie im Internet. Im Idealfall bekommen Sie von Firmen Probemuster. Wenn nicht, sind Sie gezwungen bei Firmen im Shop die Mindestbestellmengen einzukaufen mit dem Risiko, das sich das Produkt nicht eignet, die Grösse trotz Recherche nicht genau passt.

Ware bestellen in der richtigen Menge zum richtigen Preis

Oliver Truog Schweiz Lotion-Bow

Haben Sie die Produkte, die zusammenpassen gefunden, geht es darum die passende Menge einzukaufen. Ab einer bestimmten Menge können Sie dabei viel Geld sparen. Wie hoch diese Menge ist, gilt es herausfinden und zu vergleichen. Sie müssen wissen, dass Ihre Bestellungen oder Spezialaufträge für Ihr Startup nie zuoberst auf der Traktandenliste grösserer Unternehmen stehen werden. Zählen Sie bei der vereinbarten Lieferfrist grosszügig 6 Wochen dazu. 

Beim Lotion-Bow sind die Qualität und das Design kein Zufall. Eine Vielzahl verschiedener Prototypen mussten erstellt werden in unterschiedlicher Länge und Biegeradien, bis der ideale Bogen für den Lotion-Bow gefunden wurde. Das Produkt sollte gut in der Hand liegen. Der Griff sollte rutschfest sein. Der Bügel muss so designt werden, dass die Walze zuerst auf der Haut zum Aufliegen kommt, damit man sich nicht verletzen kann. Welche Walze aus welchem Material am besten geeignet ist, musste ich auch erst herausfinden. Ich muss das Produkt selbst herstellen können in der ein und derselben Form. Wie kann ich das Produkt in verschiedenen Farben herstellen?

Sollte das Produkt in einem Stück hergestellt werden oder zusammenklappbar sein? 

Ich habe mich für die Form in einem Stück entschieden, damit das Produkt weniger anfällig ist in seinen möglichen Einsatzgebieten wie am Strand. Sand könnte bewegliche Teile blockieren und zerstören. Die noch grössere Herausforderung beim Projekt Lotion-Bow ist nicht das Produkt an sich, sondern wie man es herstellen kann. Damit jeder Bogen dieselbe Form hat, musste ich Formen aus Holz bauen.  Bis ich aber wusste, wie diese genau aussehen muss, und ob diese praxistauglich ist, musste ich eine Vielzahl verschiedener Formen bauen. Dazu musste ich diverse Werkzeuge, Schrauben, Maschinen und viel Holz kaufen. 

Ich denke, es gibt drei Lager von Erfinder. Die Ersten arbeiten in einer etablieren Firma als Angestellte und entwickeln zusammen in einem Team ein Produkt im Auftrag der Firma.

Zur zweiten Gruppe gehören Jene, die wissen welchen Zweck die Erfindung erfüllen soll, haben das nötige Geld oder einen Investor und überlassen die Entwicklung Ingenieuren.

Zur dritten Gruppe gehören Privatpersonen wie ich, die ein Produkt von der Idee bis zu den funktionierenden Prototypen zur 0-Serie bis zur Serienproduktion selbst entwickeln und finanzieren.

Von den Erfindern der letzten Gruppe schaffen es wohl nur wenige. Die Luft, das Geld oder das Knowhow stösst vorher an seine Grenzen und das Projekt wird scheitern.

Ich bin nun in der Lage mein Produkt in Serie herzustellen. Es erfüllt alle erwähnten Eigenschaften. Der Lotion-Bow ist bereit die Welt zu erobern.

Es geht nun darum mein Produkt bekannt zu machen. Natürlich will ich gewinnen und erfolgreich sein. Erst die Zukunft wird aber die Antwort offenbaren.

Wer ist die Zielgruppe von LOTION-BOW?

Alle welche unabhängig, körper- und gesundheitsbewusst sind. Zurzeit ist der Lotion-Bow Kunde weiblich (80%), Single, zwischen 35 und 65 Jahre alt. Sie benutzt den Lotion-Bow zum Auftragen einer Bodylotion zuhause nach dem Duschen. Das Problem ist, dass die meisten Menschen gar nicht daran denken den Rücken zu pflegen.

Ältere Menschen berichten folgendes: Die Haut wird im Alter immer dünner. Die Haut neigt im Alter eher zu Trockenheit. Viele klagen ausserdem, dass die Haut juckt und beisst. Das bringt dann die Menschen automatisch dazu aktiv nach einer Lösung für dieses Problem zu suchen. Bei diesen Menschen ist der Bedarf nach einer solchen Hilfe eine Notwendigkeit.

Nicht wenige erzählten mir, dass sie selbst eine Verlängerung (wie eine Holzkelle, oder Stab) benutzt haben, um daran ein Tuch zu befestigen, um damit die Haut einzucremen.

Für die meisten Menschen gilt aber erst den Bedarf zu wecken!

Für die meisten Menschen gilt aber erst den Bedarf zu wecken! Oft höre ich von den Männern- für meinen Rücken einzucremen habe ich ja meine Frau. Viele jungen Menschen berichten, dass sie sich gar nicht eincremen, wenn sie sich an die Sonne begeben. Das ist ein riesiges Problem. Die Haut vergisst nie. Melanome entwickeln sich oft erst nach etwa 20 Jahren. Viele solche Fälle könnten vermieden werden. 

Folgende Zielgruppen werde ich aktiv bewerben, um diese von meinem Produkt zu überzeugen:

  • Sportler: Fitness, Bodybuilder, Gewichtsheber (Body-Oil, Muskel-Gels)
  • Wassersportler: Surfer, Schwimmer, Segler… (Sonnencreme)
  • Berufsleute: Strassen-, Bau-Arbeiter, Bademeister, (Sonnencreme), Büroangestellte, Zahnärzte (Muskelentspannende Gels)
  • Singles (alle möglichen Pflegeprodukte)
  • Sonnenanbeter, Pauschaltouristen: (After Sun, Sonnencreme)
  • Menschen mit Tattoos: (Tattoo-Creme)
  • Menschen mit körperlichem Handicap!
  • Seniorinnen, Senioren, Betagte

Wie funktioniert der LOTION-BOW? Wo liegen die Vorteile? 

Der Lotion-Bow besteht aus einem Bogenförmigen Arm (1) an welchem Ende ein Griff befestigt ist (2). Am anderen Ende ist ein Walzenbügel fix montiert (3). Auf den Walzenbügel wird eine Walze (4) aufgesteckt. Die Walze ist aus Schaumstoff. Die Dose (5), welche im Lieferumfang enthalten ist, schützt die Walze vor dem Austrocknen.

Oliver Truog Schweiz Lotion-Bow

Kommen unterschiedliche Pflegeprodukte zum Einsatz, empfiehlt es sich für jedes Pflegeprodukt eine eigene Walze zu benutzen. Die Walzen sollten nach ca. 3 Monate ersetzt werden.Damit man weiss, welches Pflegeprodukt für welche Walze verwendet wurde, kann man die Dosen mit speziellem Aufkleber (2-Dosen mit Schaumstoffwalzen inkl. Klebeetiketten im Shop bestellbar) beschriften. 

Das Produkt bietet folgende Vorteile: 

  • kinderleichte Anwendung (jüngster Benutzer (11) älteste Benutzerin (98)
  • Das Produkt wurde für zuhause und für unterwegs entwickelt
  • Der Lotionbow ist stabil und qualitativ hochwertig, dass er Sie sehr lange begleiten wird
  • Die Schaumstoffwalze kann Pflegeprodukte aller Art aufnehmen und gibt bei Anwendung nur so viel ab, wie die Haut im Stande ist aufzunehmen.
  • Die Schaumstoffwalze kann je nach Bedarf ersetzt werden. Kein Auswaschen ist nötig. Das ist nicht nur hygienisch, sondern spart Zeit.
  • Der Griff liegt sehr gut in der Hand. Somit ist der Lotionbow auch für Leute mit gesundheitlichen Einschränkungen wie mit Rheuma, Arthritis, Rücken- Schulterbeschwerden oder schwachen Händen bestens geeignet.

Wie ist das Feedback?

Die Kunden sind zufrieden. Was immer wieder erwähnt wird ist, dass die Anwendung einfach ist und man wirklich jede Stelle am Körper erreicht und auch, dass das Produkt qualitativ hochwertig ist. 

Das Design ist schlicht und elegant. Die Leute mögen die Farbvariationen. Mehrfach wurde auch die platzsparende Kompaktheit hervorgehoben. Auf Lotionbow.com wurde mein Produkt mehrfach positiv mit 5 Sternen bewertet.

LOTION-BOW, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mit dem Ziel das Produkt bekannt zu machen schicke ich der Lotion-Bow auf die virale Reise rund um den Globus mittels Social Media Plattformen wie Instagram, Facebook und YouTube…  Dazu möchte ich witzige Video-Spots drehen und weitere Bilder von Lotion-Bow Benutzern mit deren Einverständnis veröffentlichen. Unzählige Ideen warten auf die Umsetzung.

Ich möchte erreichen, dass die Leute mein Produkt kennen und sich mein Ranking auf Google verbessert. Dass ich für mein Produkt im Zielmarkt Vertriebskanäle realisieren kann (Europa, Australien, USA).  Ich hoffe, dass es mir gelingen wird neue Absatzkanäle zu finden, im Detailhandel und bei Dienstleistern. 

Ich stehe nicht unter Zugzwang. Fünf Jahre gebe ich dem Lotion-Bow auf jeden Fall.

Den Lotion-Bow gibt es ja erst seit dem 19. Juli 2019 offiziell über den Shop von Lotionbow.com zu kaufen. Mein Ziel ist es in fünf Jahren die Ernte meines unermüdlichen Engagements einfahren zu können, den Lotion-Bow zu etablieren und von den Erträgen gut leben zu können.

Oliver Truog Schweiz Lotion-Bow

Ich weiss nicht ob und wann meine Strategie aufgehen wird. Ich bekomme regelmässig Anfragen von Firmen die sich als Spezialisten ausweisen, die gegen Bezahlung helfen wollen, mein Ranking zu verbessern. Bis jetzt habe ich noch keine dieser Dienste in Anspruch genommen.

Rückmeldungen ergaben, dass es praktisch wäre mein Produkt noch für andere Aufgeben einsetzten zu können. Daher habe ich für mein Produkt kompatible Aufsätze entwickelt: Zum Waschen für unter der Dusche, zum Kratzen oder für die Rückenrasur. Diese gibt es in Moment nur als Prototypen. Diese habe ich selbst hergestellt von der Idee zu den Formen bis zum Guss.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Überdenken Sie sehr genau, ob ein Schutz (Design, Patent, Marke) notwendig sein wird.

Wenn ja, für welchen geographischen Markt, welche Art von Schutz und mit welcher Anwaltskanzlei. Vergleichen Sie verschiedene Empfehlungen, Dienste und Angebote. Schützen Sie ihr Produkt nicht zu früh. Gerade ein Design kann oder muss mehrmals überarbeitet werden bis es den ästhetischen und praktischen Ansprüchen genügt.

Es gelten dabei Fristen einzuhalten. Wichtig: Wenn Sie sich entschliessen ein Produkt zu schützen, dann machen Sie es richtig, oder lassen Sie es bleiben. Wenn Sie nicht selbst ein Patent- oder Markenanwalt sind, dann holen Sie sich professionelle Hilfe. Denn wie ich selbst herausfinden musste, bezahlen Sie nicht ausschliesslich Leistungen der Kanzlei, sondern deren Netzwerk. Denn dieses hilft dir letztlich bei einer Schutzverletzung für dich in den Kampf zu ziehen. Es ist aber an Ihnen einen Missbrauch festzustellen. Wichtig: Kämpfen Sie nur wenn es sich wirklich lohnt! Also bei einer eindeutigen Verletzung. Es sei denn, Geld spielt für Sie keine Rolle.

Nehmen Sie sich für jede Aufgabe genügend Zeit.

Suchen Sie sich für Schlüsselpositionen wie Marketing, Grafiken und Illustrationen, Website, Fotografen, Steuerberater, Investoren, Versicherungen und Buchhalter usw. sorgfältig aus. (In der Schweiz ist eine professionelle Buchhaltung erst ab Fr. 100’000.- Umsatz notwendig!) 

Suchen Sie sich Leute, die nicht den eigenen Profit in den Vordergrund schieben, sondern den Willen haben, Sie in Ihrem Vorhaben weiter zu bringen. Natürlich gegen eine angemessene Bezahlung). Wenn sich in Ihrem Umfeld Leute befinden, die Sie selbstlos unterstützen können und wollen, sollten Sie deren Hilfe annehmen. 

Der wichtigste aller Tipps: Egal wie viele Hindernisse man Ihnen in den Weg stellt oder Sie aus dem Weg räumen müssen, egal wie viele Neider, Besserwisser, oder Menschen, die Ihnen Ihr Vorhaben ausreden möchten und auf Sie einreden. Wenn Ihre Idee einen Bedarf deckt und Sie von deren Nutzen überzeugt sind, dann ziehen Sie Ihr Ding durch oder lassen es bleiben. Ich bin selbst überzeugt, dass alle Energie, die Sie in Ihr Projekt investieren, sich früher oder später auszahlen wird. 

Wir bedanken uns bei Oliver Truog für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

PR spielt eine tragende Rolle

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memoresa

memoresa Plattform auf der du deinen digitalen Nachlass verwalten kannst

Stellen Sie sich und das Startup memoresa doch kurz unseren Lesern vor! 

memoresa ist eine Online-Plattform, die endlich das Chaos an wichtigen Dokumenten sowie Informationen eliminiert: Digitale Zugänge zu Social Media, Bankkonten, Versicherungen und anderen Dienstleistern werden hierüber ganz einfach datenschutzkonform abgelegt sowie verwaltet. Was soll mit diesen Informationen geschehen? Wer erhält wann Zugriff darauf? Was passiert mit meinen Zugängen und Verträgen nach meinem Tod oder bei einem Unfall? Alle diese Fragen können mit dem Verwaltungssystem geklärt werden, um die bürokratischen Hürden zu vermeiden. 

Wie ist die Idee zu memoresa entstanden? 

Co-Gründer Steffen Stundzig erlitt einen schweren Fahrradunfall, sodass er für eine längere Zeit in der Intensivstation verbrachte – seine Frau musste sich deshalb um Angelegenheiten kümmern, über die sie auf die Schnelle keinen Überblick hatte. Mit einem simplen Excel Sheet wollte sich Steffen nicht zufrieden geben, woraufhin die Plattform Idee von memoresa entstand. 

Welche Vision steckt hinter memoresa? 

memoresa will seine Nutzer sowie ihre Angehörigen vor einem ewigen Papierkrieg, der oftmals durch fehlende Vorbereitung entsteht, entlasten. Einen Überblick über alle Informationen zu behalten, die über den Verlauf eines Lebens zusammenkommen, ist ohne eine vernünftige softwarebasierte Lösung kaum mehr möglich – heutzutage kann man in weniger als einer Minute einen Zugang zu allen möglichen Versorgern erstellen. Mit dem Daten- und Zugriffsverwaltung wollen wir der Zettelwirtschaft ein Ende setzen. 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Die Idee entstand im Sommer 2019, gegründet haben wir kurze Zeit später. Unsere größte Herausforderung ist bis dato die Finanzierung: Bisher haben wir alles selbst finanziert. Uns liegt bereits ein LOI durch einen Investor vor, wir benötigen aber noch einen Co-Investor, um letzten Endes auch unser Team, das sich bisher aus rund 20 Freelancern, Beratern und Anwälten besteht, zu internalisieren. Da wir bereits jahrelange Gründererfahrung haben, waren alle anderen Herausforderungen absehbar. 

Wer ist die Zielgruppe von memoresa? 

Die Plattform zielt sowohl auf Privatnutzer als auch Unternehmen ab. Letztere können durch die Zuweisung wichtiger Dokumente und Informationen an Nachfolger oder in einem dediziertem Führungskreis dafür sorgen, dass kein Wissen verloren geht . 

Wie funktioniert memoresa? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

memoresa ist eine Online-Plattform und hat eine dazugehörige App, mit der man auch von unterwegs Dokumente und Informationen einpflegen und verwalten kann. Die Registrierung erfolgt ganz einfach per Mail oder einer ausgewählten Plattform wie LinkedIn, Facebook oder Google. Für jedes Thema, egal ob Verträge oder Social Media Konten, gibt es eine digitale Schublade, in die man die gespeicherte Information einordnen kann – das können Videos mit Erklärungen zu gewissen Sachverhalten oder auch digitalisierte Dokumente sein: Zukünftig geht das ganz einfach mit der Funktion in der App, die relevante Informationen aus einem Foto dank KI-gestützter Software auslesen kann. Das soll auch mit Rechnungen aus Mailanhängen sowie mit Hilfe eines Browser-Plugins geschehen. So kann letztlich diese einfach zu handhabende Datenbank so sortiert werden, dass beispielsweise monatliche Kostenaufstellungen ermöglicht werden. 

memoresa

Handelt es sich bei der zu speichernden Information um einen Vertrag, kann man wählen, was damit geschehen soll: Soll der Vertrag gekündigt oder ausgezahlt werden (beispielsweise bei einer Lebensversicherung)? Soll diese Entscheidung später gefällt werden? Auch die Freigabeoptionen, mit wem und wann diese Informationen geteilt werden, sowie die Vollmacht kann für jede einzelne Datei unterschiedlich erteilt werden. 

Bis dato gibt es keinen Dienstleister, der diese Datenverwaltung anbietet. Das ist zum einen ein großer Vorteil, ist zum anderen aber auch mit Vorsicht zu genießen, da Wettbewerb natürlich die Innovationskraft auf dem Markt vorantreibt. Die meisten Anbieter, die sich mit dem Thema beschäftigen, fangen erst an, wenn es zu spät ist: Wenn ein Not- oder Todesfall vorliegt. Das kann aber Komplikationen mit sich führen, die man durch eine gute Vorbereitung vermeiden kann. 

Wo geht der Weg für memoresa hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir sind vor kurzem in die neue Klasse des SpinLabs aufgenommen worden. Das ist für uns strategisch wichtig, damit wir Kontakte zu Investoren und Partnern erhalten. In den nächsten zwei Jahren wollen wir nicht nur den deutschen Markt penetrieren, sondern auch den spanischen sowie Fuß in den UK fassen. Ganz klar ist aber, dass wir damit nicht am Ende sind: Wir wollen unsere Plattform weltweit ausrollen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Die meisten Gründer haben Angst davor, dass ihre Idee geklaut wird und sprechen kaum mit anderen Menschen darüber. Das ist aus unserer Sicht keine gute Strategie – je mehr Feedback man einholen kann, desto besser. Dann fallen einem plötzlich Anforderungen auf, die einem alleine vielleicht nicht in den Sinn gekommen wären. Wenn es sich wirklich um ein patentierbares Produkt handelt, sollte man da vielleicht die Details weglassen, aber ansonsten gilt: Offen reden und viele Fragen stellen, um zu vermeiden, dass man etwas entwickelt, was die Welt nicht braucht. 

Was wir auch schnell festgestellt haben: Menschen sind durch die Digitalisierung nicht besser erreichbar – es ist sogar schlimmer geworden. Hier ist es ganz wichtig zu verstehen, wie und wann man seine Zielgruppen erreicht. PR spielt da eine tragende Rolle und ist wichtiger, als die meisten denken.

Zu guter Letzt noch ein wichtiger, persönlicher Tipp: Denkt an eure Familien und Partner. Ein Startup zu gründen fordert alles, was man hat. Man braucht dazu ein soziales Umfeld, das einem den Rücken freihält, sonst wird man über kurz oder lang an einem Scheideweg stehen, dem man keinem wünscht. 

Das Interview führte Clara FischerPR Manager SpinLab

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Auch das beste Produkt verkauft sich nicht von allein

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Mal mich Bunt Ausmal-Tischdecken aus Papier Kreativprodukte

Mal mich Bunt Ausmal-Tischdecken aus Papier

Stellen Sie sich und Mal Mich Bunt doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Kathleen Prautzsch und habe 2018 während meiner Elternzeit das Unternehmen Mal Mich Bunt gegründet. Nach 5 Monaten Vorbereitung haben wir dann im Sommer 2018 drei verschiedene Ausmal-Tischdecken aus Papier auf den Markt gebracht. Mittlerweile verkaufen wir 10 verschiedene Motive, haben Turnbeutel, Platzdeckchen und bald auch eine Linie mit Ausmal-Postern. In unserem Onlineshop verkaufen wir zusätzlich viele verschiedene Ausmal- und Kreativprodukte, alle hergestellt in Deutschland bzw. England.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Ich bin seit 2014 selbstständig als Vertriebsberaterin für Start-Ups, die eigene Produkte (Food, Kosmetik, Spielwaren etc.) entwickeln und auf den Markt bringen wollen. Für mich war immer klar, dass ich irgendwann auch ein eigenes Produkt auf den Markt bringen möchte. Eigentlich komme ich aus dem Bereich Food, habe dann aber nach der Geburt meiner Tochter Sophia im November 2017 entschieden, etwas im Bereich Kinderprodukt bzw. Spielzeuge zu machen.

Was war bei der Gründung von Mal Mich Bunt die größte Herausforderung?

Die Suche nach einer passenden Druckerei und die Erarbeitung aller notwendigen Richtlinien im Bereich Spielwaren und Spielwarensicherheit. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja unbedingt. Wann ist schon alles perfekt? Dann würde ich immer noch nicht verkaufen. Wichtig ist allerdings, dass die gesetzlichen Parameter eingehalten werden, die Preise ordentlich kalkuliert sind und man eine grobe Strategie hat.

Mal mich Bunt Ausmal-Tischdecken aus Papier Kreativprodukte

Welche Vision steckt hinter Mal Mich Bunt?

Ich möchte die Welt ein bisschen bunter und glücklicher machen. So ist auch mein Slogan auf der Homepage. Also auf der einen Seite tolle Produkte für Kinder herstellen, die in Deutschland produziert werden. Auf der anderen Seite werden wir Stück für Stück mehr soziale Projekte in diesem Bereich fördern. 

Wer ist die Zielgruppe von Mal Mich Bunt?

Im Bereich B2C verkaufen wir an Frauen zwischen 25- 50 Jahren. Unsere aktuellen Produkte sind für Kinder von 4 – 12 Jahren. Das kaufen meistens die Mütter, Tanten, Oma.

Im Bereich B2B arbeiten wir mit Händlern und Großhändlern im Bereich Spielwaren, Schreibwaren, Buchhandel und Non-Food zusammen. Erste Private Label Anfragen bearbeiten wir auch schon, das müssen wir aber noch ausbauen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir produzieren alle Produkte in Deutschland und legen viel Wert auf die Druckfarben und Materialien. Ein Teil unserer Produktion erfolgt in unserer Manufaktur in Weinböhla bei Dresden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Kreativprodukte bzw. Kinderbeschäftigung wurde im März und April sehr stark nachgefragt. Davon haben wir profitiert. Durch unsere deutsche Druckerei konnten wir sehr schnell nachproduzieren. Durch die Umsatzsteigerung können wir jetzt schon eher in Prozessoptimierung, Onlinemarketing und Neuprodukte investieren.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir müssen unsere Prozesse optimieren, bestimmte Bereiche outsourcen bzw. Mitarbeiter einstellen, um weiter wachsen zu können.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Für uns war es keine Krise, sondern hat mir unser Potential aufgezeigt. Jetzt weiß ich genau, wo wir an welchen Stellen investieren müssen, um weiteres Wachstum gut stemmen zu können. 

Mal Mich Bunt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren… ganz ehrlich – soweit plane ich noch nicht. Für mich bedeutet Selbstständigkeit Selbstverwirklichung. Ich liebe was ich tue und es macht mich glücklich, damit Geld verdienen zu können. Und ich arbeite mit Menschen zusammen, die ich mag und schätze. Ich kann meinen Job ideal mit meiner Familie und meiner kleinen Tochter vereinen. Das ist das was zählt. Im Moment.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Vernetzt euch mit anderen. Findet Unternehmer mit gleichen Ansichten und unterstützt euch gegenseitig.

Konzentriere dich auf die Dinge, die du gut kannst. Für die anderen Aufgaben Mitgründer suchen oder Dienstleistungen einkaufen. Nicht immer alles komplett selbst machen.

Beschäftigt euch mit dem Thema Vertrieb. Auch das beste Produkt verkauft sich nicht von allein.

Wir bedanken uns bei Kathleen Prautzsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Seid von dem gesellschaftlichen Nutzen eurer Idee überzeugt

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Solaga: Alwe Algenbild zur Verbesserung der Luft

Solaga: Alwe Algenbild zur Verbesserung der Luft

Stellen Sie sich und das Startup Solaga doch kurz unseren Lesern vor!

Solaga wurde als Start-up-Unternehmen in Berlin gegründet. Sie finden uns in der Johann-Hittorf-Straße 8. Derzeit sind wir acht bis zehn Personen: Biotechnologen, Biologen, Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Designer.

Solaga hat ein innovatives Algenbild zur Verbesserung der Luft zu Hause und im Büro entwickelt. Alwe ist ein eco-effizientes Wanddekor. Das Algenbild bringt Leben an die Wand – platzsparend und pflegeleicht. Im Herzen beherbergt Alwe einen lebenden Mikroalgenbiofilm, welcher als Luftreiniger aktiv Luftschadstoffe bindet und unschädlich macht. Lüftungsöffnungen an der linken und rechten Seite integrieren Alwe in die natürliche Raumluftzirkulation. Luftschadstoffe werden auf der feuchten Oberfläche des Biofilms der Mikroalgen gefangen. Die gebundenen Schadstoffe werden dann deaktiviert und von den immobilisierten Mikroalgen verbraucht.

In Zukunft sollen urbane Multifilter zur nachhaltigen Luftreinigung in Städten beitragen. Algen benötigen nur CO2 und Sonne zum Leben und können daher wartungsarm eingesetzt werden.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Möglichkeit für Innovation: Neue Lösungen für Probleme entwickeln. Wir wollen neue Dinge erforschen und ausprobieren. Als Gründer hat man diese Freiheit. 

Welche Vision steckt hinter Solaga?

Bei Solaga wollen wir den Alltag der Menschen und die Zukunft der Energieerzeugung verändern. Wir wollen eine bessere und grünere Welt für die Zukunft schaffen.Wie schaffen wir das? Mit den Superkräften unserer Algen. Wir wollen Biofilme zu einem Teil unseres täglichen Lebens machen und es jedem ermöglichen, von ihren erstaunlichen natürlichen Eigenschaften zu profitieren. Wir glauben fest daran, dass sie uns helfen werden, unsere Lebensbedingungen zu verbessern.

Wer ist die Zielgruppe von Solaga?

Die Zielgruppen für die Algenbilder sind Unternehmen wie Arbeitsräume, Netzwerkdienstleister, Architekten und Immobilienentwickler, Versorger (Energie, Wasser, Abfall), Umweltfirmen und Freiberufler wie Ärzte, Apotheker und Rechtsanwälte. Zur Zielgruppe der Algenbilder für den Innenbereich gehören sowohl Geschäftskunden als auch Privatpersonen. Besonders hervorzuheben sind Designer, “(Bio-)Technologieliebhaber” und gesundheitsbewusste Menschen. Auf der Geschäftskundenseite sind innovative Unternehmen zu nennen, die daran interessiert sind, die Raumluft für ihre Mitarbeiter zu verbessern. Interessant sind auch Innenarchitekten, Hotels und Raumgestalter.

Wie funktioniert Solaga? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Neben den bekannten Gefahren durch verschmutzte Außenluft muss auch die Qualität der Innenraumluft berücksichtigt werden. In schlecht belüfteten Räumen kann der CO2-Gehalt rasch ansteigen. Wir verbringen viel Zeit in Innenräumen. Die Luft in Innenräumen kann zehnmal stärker verschmutzt sein als die Außenluft. Ein erhöhter CO2-Gehalt kann die kognitiven Funktionen stark beeinträchtigen und mit Müdigkeit, Schläfrigkeit und Schwindel in Verbindung gebracht werden. Andere Luftschadstoffe wie Chemikalien (VOC), Partikel und Stickoxide erhöhen das Risiko von Atemwegserkrankungen. Es gibt auch andere Anbieter mit Produkten zu Luftreinigung, aber Solaga stellt etwas vollkommen Neues her: Das Kerngeschäft von Solagas ist die Produktion und Kommerzialisierung von Mikroalgen-Biofilmen. In dieser Form gibt es diese noch nicht auf dem Markt. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Corona ist ein gutes Stichwort. Es gibt immer mehr Hinweise daraus, dass der verheerende Verlauf der Krankheit durch das Virus auch mit den Vorbelastungen der Lunge durch Luftverschmutzung zusammenhängt. Ein dauerhaft erhöhte Belastung der Lunge hat negative Auswirkung auf Lebensdauer und Lebensqualität der Menschen.

Konkret haben wir als Reaktion auf Corona die nötigen Schutzmaßnahmen ergriffen und versuchen neue Wege zu finden das Unternehmen auch in dieser Zeit weiterzuentwickeln. Über unseren Webshop kann man die Produkte aber online kaufen, insofern kann jeder Kunde bedient werden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

In einer Krise liegt die Chance für neue Entwicklungen. Förderprogramm und Investitionen haben eine Lenkungswirkung und entscheiden, welche Technologien in Zukunft auf den Markt kommen. Wir wünschen uns hier eine substanzielle Förderung nachhaltiger Ideen. Weiter hoffen wir, dass nachhaltige Lösungen zur Eindämmung der Luftverschmutzung in Zukunft einen noch größeren Stellenwert in der gesellschaftlichen Diskussion einnehmen.

Solaga, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir verkaufen das Algenbild für Innenräume und entwickeln einen Multifilter für den Außenbereich. In fünf Jahren würden wir uns freuen, wenn unser Algenbild ein gewohnter Anblick in Wohnungen und Büros wird und wir mit Unternehmen und Städten möglichst viele Multifilter aufstellen konnten. Nachhaltige Luftreinigung sollte ein wichtiger Teil moderne Stadt- und Gebäudeplanung werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Seid von dem gesellschaftlichen Nutzen eurer Idee überzeugt und eignet euch Wissen über Finanzplanung und Marketing an. Macht davor vielleicht Erfahrungen in einem Startup, um zu schauen, ob euch die Arbeit in einem Unternehmen, welches sich im Aufbau befindet, zusagt.

Wir bedanken uns bei Benjamin Herzog für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Eine Marktanalyse durchführen

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iDA intelligente State-of-the-Art Softwarelösungen im Bereich Prozessanalysen, Daten Management, Data Science, DataOps Services bis zur DevOps-Entwicklung

IDA (Intelligent Data Analytics) ist Startup of the Month im Mai des Frankfurt Forward Awards

Stellen Sie sich und das Startup IDA doch kurz unseren Lesern vor! 

Ich bin Hamedo Ayadi, Gründer und Geschäftsführer der Intelligent Data Analytics GmbH & Co. KG und leite den Bereich Strategieentwicklung Sales & Marketing. Seit ihrer Gründung 2017 schafft die iDA intelligente State-of-the-Art Softwarelösungen im Bereich Prozessanalysen, Daten Management, Data Science, DataOps Services bis zur DevOps-Entwicklung. Um die digitale Transformation in mittelständigen und großen Unternehmen voran zu treiben, setzt die iDA auf die Verknüpfung von Unternehmensstrategien und modernen Technologien. Mit unserer skalierbaren Moira Software Suite schaffen wir eine Kombination aus Konnektivität, Real-Time-Streaming, künstlicher Intelligenz und historischen Ergebnisdaten auf einer modularen Plattform, die, angebunden an bestehende Systeme, Daten transparent und verfügbar macht.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Vor der Gründung der iDA habe ich ca. 20 Jahre Erfahrungen in der Leitung des Vertriebs von Softwarelösungen sammeln können und bereits mehrere Unternehmen erfolgreich gegründet. Ich suchte vergeblich nach einem allgemeingültigen Ansatz zur Datenintegration und entschied mich dafür eine Lösung zu entwickeln. Unter Datenintegration verstehe ich die Zusammenführung von Daten aus mehreren unterschiedlichen Quellen in einer einzigen Ansicht und dies gab es am Markt nicht. Der Prozess sollte die Aufnahme, die Bereinigung, das Mapping und die Transformation der Daten gemäß dem Zielsystem und schließlich die Bereitstellung aussagekräftiger und wertvoller Informationen umfassen. Die Gründung der iDA war insofern anders, als dass sie nicht nur aus einer persönlichen intrinsischen Motivation entstanden ist, sondern auch auf einer umfangreichen Marktanalyse aufbaut, die im Jahr 2016 durchgeführt worden ist.

Hierzu wurden mittelständige, DAX notierte und internationale Unternehmen zur Konnektivität ihrer bestehenden Systeme befragt. Aus der Marktanalyse ging hervor, dass sich kein Standard im Bereich der Konnektivität und Datentransformation von Systemen durchgesetzt hat. Die Konnektivität, Verarbeitung und Transformation von unterschiedlichen Daten in einer Datenmanagement – und Integrationsplattform ist bei Unternehmen somit branchenübergreifend weiterhin nicht vorhanden. Damit war der richtige Zeitpunkt für mich gegeben, befeuert durch die einschlägigen Markterkenntnisse, die iDA zu gründen und mit dem iDA Team die Moira Suite als Lösung am Markt einzuführen.    

Welche Vision steckt hinter IDA?   

Uns treibt, vor allem eines an: die Leidenschaft Unternehmen in die nächste Phase der Digitalisierung zu bringen. Diese Passion setzen wir in innovative Softwareprodukte und kundenspezifische Lösungen um. Unternehmen aus den verschiedensten Branchen und Industrien teilen eine gemeinsame Herausforderung, nämlich die Potenziale der Technologien wie künstliche Intelligenz und IoT zu nutzen, um ihre Marktvorteile gegenüber Wettbewerbern zu schützen. In Zukunft wird die Integration von datengestützten Geschäftsmodellen maßgeblich darüber entscheiden, ob Unternehmen in der Lage sind ihre knappen Ressourcen effizienter einzusetzen und damit Investitionen und ihre Marktvorteile zu sichern. Wir setzen hier an, in dem wir mit dem iDA Experten Team Potenziale für Prozessoptimierungen in Unternehmen aufdecken und unsere umfassende Datenintegrationslösung Moira verwenden, um Geschäftsprozesse transparenter zu machen, die Einhaltung von Compliance sowie schnelle datengesteuerte Entscheidungen zu ermöglichen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben sie sich finanziert? 

Für uns war die Personalherausforderung bei der ungewissen, schwankenden oder rasanten Geschäftsentwicklung die große Hürde bei der Neugründung. Laufend muss das Geschäftsmodell den Entwicklungen angepasst werden, entstehen neue Projekte, die wieder neu bewertet und priorisiert werden. Entsprechend haben wir unterschiedliche personelle Qualitäten und Kapazitäten in diesen Entwicklungsphasen benötigt. Jederzeit die richtigen Mitarbeiter in optimaler Zahl bereit zu halten und zu skalieren, ist dabei selbst für ein erfahrenes Führungsteam nahezu unmöglich. iDA hat sich bis heute aus Eigenmitteln selbst finanziert. 

Wer ist die Zielgruppe von IDA? 

Die Moira Suite wurde als modulare Lösung für die Größe und Komplexität der IT-Infrastrukturen für die unterschiedlichsten Unternehmensgrößen konzipiert. iDA betreut Kunden aus den Bereichen Manufacturing, Chemie & Pharma, Airline und der Finanzwelt.

Wie funktioniert IDA? Wo liegen die Vorteile? 

Mit der Entwicklung einer zentralen, einheitlichen Suite an Apps zur Erfassung, Verwaltung, Transformation und gemeinsamen Nutzung Cloud-basierter und lokaler Daten in der gleichen Umgebung, ist es uns gelungen Kunden sehr schnell zu transformieren. Weiterhin ist ein Fokus ein breites Wissen zur Umsetzung von Projekten in einer Person zu bündeln, sodass Projektteams minimiert werden können. Dadurch schaffen wir es nicht nur schneller zu sein, sondern auch unserem Kunden erstklassige Experten zu bereitzustellen, die sie hinsichtlich aller Bereiche und Fragen betreuen können. 

Sie sind Startup of the Month im Monat Mai. Wie geht es jetzt weiter? Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir werden mit unseren Partnern die Moira Plattform für die „Cloud der Dinge“ oder „On-Premise” weiterentwickeln und Erweiterungen schaffen. Mit der Technologie sind wir heute bereits neue IoT Services anzubieten mit der Zielsetzung auf neue Funktionen uns Skalierungen. Unsere strategischen Partnerschaften werden Innovationen an ihre Kunden weiter vorantreiben, sodass wir in neue Bereiche vordringen können. Großkunden sowie dem weltweit führenden deutschen Mittelstand bieten wir so die beste Plattform für beste Dienstleistungen. Perspektivisch wird der Anteil der Produktion an der Gesamtwertschöpfung in den meisten Industriebranchen wohl sinken – zugunsten Software-basierter Dienstleistungen rund um das Kernprodukt.

Zudem wird die Produktion durch den zunehmenden Einsatz additiver Fertigungsverfahren dramatische Umwälzungen erleben – die Herstellung vieler Güter verlagert sich an den Ort ihrer Nutzung, die bisherigen Hersteller verkaufen verstärkt Daten und digitale Zusatzdienste. Das IoT bringt somit mittelfristig ein enormes Transformationspotenzial für die Bereiche Produktion und Logistik mit sich. Die Umsetzung dieser Herausforderungen mitzugestalten und ein Eco-System mit Partnern zu etablieren, die uns auf dieser Reise begleiten, ist die Vision der iDA. Wir möchten Unternehmen helfen, die auf heutige Fragen Antworten finden, die die Kunden morgen stellen werden. Diese werden aus unserer Sicht in der Zukunft der Zeit voraus sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Sich zu trauen aus einer guten Idee ein Produkt zu entwickeln, welches skalierbar ein sollte. Im frühen Stadium eine Marktanalyse durchzuführen, ob die Idee sich am Markt halten kann, ist empfehlenswert. 

Heute würde ich ein Unternehmen im Bereich Green Economy gründen. Sie sollten in ihren Geschäftsmodellen konsequent auf Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit setzen.

Sich über Netzwerke hinsichtlich Technologien, Finanzen, Strategien etc. helfen lassen. Es gibt viele Startup Hubs, die es als erste Anlaufstellen zu nutzen gilt. Sich ein Netzwerk aufzubauen ist unerlässlich. 

Bild: (C) iDA, Foto: Nicolai Müller

Wir bedanken uns bei Hamedo Ayadi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Finden Sie Ihr Ziel, stehen Sie auf und geben Sie nicht auf

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motatos

Motatos Lebensmittel retten, Geld sparen und was Gutes für die Umwelt tun

Stellen Sie sich und das Startup Motatos doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Karl Andersson, ich komme aus dem Medien- und Vertriebsbereich und habe seit etwa 2007 in mehreren Start-ups gearbeitet. Motatos beschäftigt sich mit einer der größten Klimaherausforderungen dieser Welt: der Verschwendung von Lebensmitteln. Die Lebensmittelproduktion ist für ca. 25 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel wird verschwendet – das bedeutet, dass acht bis zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen umsonst entstanden sind. Wir kaufen Produkte direkt von den großen Lebensmittelproduzenten, die Gefahr laufen zu Abfall zu werden und verkaufen sie online zu Schnäppchenpreisen an die Verbraucher. Günstig und nachhaltig. 

Motatos wurde 2013 gegründet. Zu dieser Zeit besaß unser Mitbegründer Erik (Södergren), noch einen lokalen Supermarkt. Ihm wurde bewusst, dass seine Lieferanten Probleme hatten, ihre Überbestände zu verkaufen. Dieser Umstand ließ ihnen oft keine andere Möglichkeit als einwandfreie Produkte wegzuwerfen – wie Abfall!  

Erik begann, so viel dieser Überbestände wie möglich aufzukaufen, um sie zu attraktiven Preisen zu weiterzuverkaufen. Damit schuf er einen regelrechten Hype um seinen Laden. Aber dieses physische Geschäft hatte seine Grenzen. Ich und unser dritter Mitgründer Ulf Skagerström erkannten, dass wir eine Online-Plattform brauchten, um die gewaltigen Mengen zu bewältigen. Also bauten wir eine Website mit einem 40-Dollar-Online-Tool und der Rest ist Geschichte im Entstehen.

Welche Vision steckt hinter Motatos?

Wir wollen eine Welt ohne Lebensmittelverschwendung. Zudem möchten wir ein neues Bewusstsein dafür schaffen, in welchem Zustand unsere Lebensmittel als Abfall betrachtet werden. In der Regel werden perfekte Produkte verschwendet, an denen nichts auszusetzen ist. In vielen Fällen ist die Verpackung der Grund für die Entsorgung. Verbraucher wollen keinen Osterhasen auf ihrer Cola haben, wenn Weihnachten ist. Oder den Menschen geht ein Licht auf, dass Cornflakes mit Lakritzgeschmack – gelinde gesagt – nur bedingtes Potenzial haben. 

Was sind ihre Aufgaben bei Mottos?

Im Moment ist es meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass wir auf Europas größtem Markt – Deutschland – Bodenhaftung bekommen. Wenn uns das gelingt, könnten wir unseren Namen langfristig im Bewusstsein der globalen Lebensmittelproduzenten unterbringen. 

motatos

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Ich stehe auf, habe einige Calls, trainiere, noch ein paar Calls. Ich stimme mich konstant mit meinem Team ab, spreche mit der Presse oder mit unseren Investoren. So erfahre ich, wo wir stehen und ich versuche zu verstehen, was wir tun müssen, um voranzukommen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als schnell wachsendes E-Commerce-Unternehmen, das schwere physische Produkte verkauft, sind wir auf fast jedes Hindernis und jede Herausforderung gestoßen, die Sie sich vorstellen können. Wir hatten jedoch immer große Unterstützung unserer Kunden, die super loyal waren und die uns u.a. in den sozialen Medien angefeuert haben. Ihre Unterstützung und die Sympathie unserer Lieferanten hat es uns wiederum ermöglicht, Investoren anzuziehen. Wir haben etwa 35 Millionen Euro Kapital von einer Reihe von Investoren aufgebracht. 

Wer ist die Zielgruppe von Motatos?

Wir verkaufen günstig und nachhaltig – was kann man daran nicht mögen? Ich denke, wir haben ein breites Angebot und wir sind das größte Online-Lebensmittelhändler in Schweden. Aber unsere Hauptkunden sind je nach Markt unterschiedlich. In Schweden leben unsere Kunden vor allem auf dem Land, während wir in Finnland und Dänemark eher Großstädter anziehen. Es wird spannend sein zu sehen, wem wir in Deutschland gefallen werden!

Wie funktioniert Motatos? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Sie „betreten“ den Laden, legen Produkte in Ihren Einkaufswagen, checken aus und bezahlen. Im Nu sind Sie der Held des Tages, denn Sie haben dazu beigetragen, dass in dieser Welt weniger Lebensmittel verschwendet werden – und Ihrem Portemonnaie hat es nicht groß geschadet. Das Einzigartige an Motatos ist die günstige und nachhaltige Kombination. Da wir aber auch nie wirklich wissen, was wir von unseren Lieferanten kaufen können, haben wir in der Regel eine aufregende Auswahl an originellen Waren und Dingen, die Sie sonst nirgendwo finden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Auf einer allgemeinen Ebene sehen wir, dass der E-Commerce während der Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Wir haben all unsere Ressourcen eingesetzt, um die steigende Nachfrage in Zeiten zu bewältigen, in denen die Menschen ihre physischen Kontakte einschränken müssen. Gleichzeitig haben wir auch viele Maßnahmen ergriffen, um die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wie in der vorhergehenden Antwort erwähnt, haben wir das, was wir immer tun, größtenteils ausgebaut. Wir sparen Lebensmittel ein und versenden sie an Kunden in allen Ländern, in denen wir uns befinden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube, wir können jetzt tatsächlich etwas Gutes tun. In gewisser Weise mag es ein wenig abwegig erscheinen, mitten in dieser Krise einen neuen Markt zu lancieren. Aber andererseits können wir tatsächlich etwas Sinnvolles beitragen und von Nutzen sein. Wir liefern landesweit und direkt in die Haushalte der Menschen. Das kann das Leben derer, die jetzt zu Hause bleiben müssen, hoffentlich ein wenig erleichtern. Zudem helfen wir Lieferanten, die im Moment Schwierigkeiten haben, z.B. Unternehmen, die an Cafés, Flughäfen und dergleichen verkaufen und sich derzeit im Stillstand befinden. Unser Geschäftsmodell ist darauf ausgerichtet, Lebensmittel, die gerettet werden müssen, schnell abzuholen – und das geschieht im Moment an vielen Orten.

Motatos, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sind wir auf halbem Weg zu den UN-SDGs, die fordern, dass die weltweite Verschwendung von Nahrungsmitteln halbiert werden sollte. Ich denke, unsere Einnahmen belaufen sich dann auf etwa 500 Millionen Euro und wir sind auf mindestens zwei oder drei weiteren Märkten präsent, möglicherweise in einer anderen Region der Welt. Wir stehen auf der Exekutivagenda der großen Nahrungsmittelproduzenten der Welt und sind ihr strategischer Partner für positive Veränderungen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Finden Sie Ihr Ziel, stehen Sie auf und geben Sie nicht auf. 

Wir bedanken uns bei Karl Andersson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fangt lieber klein an, als perfekt und zu spät

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C!RCLY Hautpflege: Upcycling meets Skincare vegan und nachhaltig made in Munich

C!RCLY Hautpflege: Upcycling meets Skincare vegan und nachhaltig made in Munich

Stellen Sie sich und das Startup C!RCLY doch kurz unseren Lesern vor!

Wir (Oliver, 33 Jahre und Max, 31 Jahre) sind die Gründer der Foodignity Labs GmbH, dem Unternehmen hinter der nachhaltigen Hautpflegemarke C!RCLY. Mit C!RCLY kombinieren wir die Ideen des Upcycling und hochwertiger Hautpflege miteinander.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

In unserem Beruf als Unternehmensberater haben wir erkannt, dass viele Produkte des täglichen Bedarfs noch nicht ganzheitlich nachhaltig sind. So haben beispielsweise viele existierende Hautpflegeprodukte zwar tolle Inhaltsstoffe, sind aber durch eine unnötige Verpackung die nur der Optik dient, nicht wirklich gut für die Umwelt. Auch enthalten viele Produkte noch immer Mikroplastik oder andere Inhaltsstoffe, die eigentlich nicht an die Haut sollten.

Welche Vision steckt hinter C!RCLY?

Mit C!RCLY wollen wir eine Hautpflegemarke schaffen, die nicht nur tolle Inhaltsstoffe zu einem guten Preis bietet, sondern darüber hinaus noch so umweltfreundlich wie irgend möglich ist.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war es für uns beide, die richtigen Partnerunternehmen zu finden mit denen wir entsprechende Produkte entwickeln können.  Aktuell sind wir komplett aus eigenen Mitteln finanziert.

Wer ist die Zielgruppe von C!RCLY?

Unsere Zielgruppe sind alle, die Interesse an natürlicher Hautpflege haben und dabei noch etwas Gutes für die Umwelt tun wollen. Wir sprechen dabei sowohl die junge als auch die etablierte Generation an, die Interesse an gesunden und nachhaltigen Produkten hat.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

C!RCLY Hautpflege: Upcycling meets Skincare vegan und nachhaltig

Das Besondere ist, dass wir bei den Inhaltsstoffen wertvolle Stoffe aus der Getränkeindustrie, die sonst nicht weiterverarbeitet werden, verwenden um daraus hochwertige Hautpflege herzustellen.

Der Vorteil hierbei ist einerseits für den Kunden, dass dieser seine Haut mit dem Besten aus der Natur pflegt. Andererseits profitiert aber auch die Umwelt, da wir durch den Gedanken von „Upcycling meets Skincare“ den Rohstoffkreislauf verlängern. C!RCLY ist damit im Gegensatz zu manch anderen Anbietern die Hautpflegemarke, die sowohl gut für dich als auch für die Umwelt ist.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir hatten von Marktstart an eine starke Nachfrage insbesondere nach unseren Seifen. Aktuell merken wir Verzögerungen im Retail, da bedingt durch Corona und Homeoffice Abstimmungen teilweise länger dauern.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir stimmen uns mit unseren Lieferanten und Retailern durch regelmäßige Telefonate besser ab. Aktuell haben wir auf der Lieferseite zum Glück keine Engpässe. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Gerade bei dieser weltweit besonderen Situation wird für alle noch klarer, dass Umweltschutz, bewusster Konsum und Lokalität auch in den kommenden Jahren für weite Teile der Bevölkerung immer wichtiger werden.

C!RCLY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In den nächsten Monaten wollen wir noch weitere Produkte, gemäß der C!RCLY Philosophie auf den Markt bringen. So erscheint zum Beispiel im Juli unser Ölserum für das Gesicht, welches durch das upgecycelte Kaffeeöl Falten hautstraffend und feuchtigkeitsspendend wirkt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Studiert euren Markt genau

Fangt lieber klein an, als perfekt und zu spät

Baut euch ein Team von Unterstützern auf, die euch neue Impulse geben und eure Ideen kritisch hinterfragen

Wir bedanken uns bei Oliver und Max für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Arbeite an etwas, das dir wirklich am Herzen liegt

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Ophigo Plattform für die Bürosuche von Unternehmen

Ophigo Plattform für die Bürosuche von Unternehmen

Stellen Sie sich und das Startup Ophigo doch kurz unseren Lesern vor! 

Mein Name ist Valerio Siviero und ich habe gemeinsam mit Suprith Reddy und Ampolon Ventures im Jahre 2019 das PropTech-Startup Ophigo gegründet. 

Ophigo verbindet neueste Technologien und persönlichen Service, um die Bürosuche von Unternehmen zu vereinfachen und zu beschleunigen. Dafür digitalisiert Ophigo auf seiner Plattform alle notwendigen Schritte von der Gewerbeimmobiliensuche bis hin zum tatsächlichen Einzug. Die Bürosuche ist für Unternehmen oft langwierig, unübersichtlich und (u.a. mietrechtlich) kompliziert. Ophigo löst mit seiner Plattform die Unübersichtlichkeit und Intransparenz des Gewerbeimmobilienmarktes mit neuen Such- und Interaktionsmöglichkeiten. Kunden können völlig digital zu ihrem Traumbüro finden und dabei die Unterstützung unserer Experten in Anspruch nehmen, die bei administrativen Prozessen, der Raumplanung und den Mietpreisverhandlungen helfen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe in meiner letzten Tätigkeit erlebt, wie zeitaufwendig und anstrengend es ist, ein Büro zu suchen und wie viele ungeahnte Zwischenschritte es braucht – zum Beispiel langwierige Absprachen und Verhandlungen mit Vermietern – bis das Büro letztendlich bezogen werden kann. Das Thema ließ mich nicht mehr los. Per Zufall habe ich meinen Mitgründer und unseren Gründungsinvestor kennen gelernt, die sich genau für dieses Problem interessierten. Die Gründung von Ophigo war demnach eine Konsequenz aus unserer gemeinsamen Leidenschaft für das Thema.  

Welche Vision steckt hinter Ophigo?

Wer schon einmal ein Büro gesucht hat, weiß, wie langwierig und umständlich die Suche und die darauffolgenden administrativen Prozesse und Verhandlungen sind. Zudem sind viele wichtige Informationen bisher nur Immobilienmaklern und -besitzern zugänglich – deswegen ist der Markt insbesondere für Mieter nicht sehr transparent. Das wollen wir ändern!

Denn unsere Vision ist es, die Bürosuche so einfach und transparent wie noch nie zu gestalten – und dafür das typische Gewerbeimmobilien-Geschäft zu verändern. Die Technologie und die persönliche Beratung von Ophigo werden in Zukunft für mehr Transparenz im Markt sorgen und Prozesse vereinfachen. Wir nehmen Mietern und Vermietern bzw. Maklern Arbeit ab, und geben vor allem Gewerbemietern hilfreiches Wissen an die Hand. So versetzen wir sie in eine bessere Position. Wir schaffen eine neue Sucherfahrung, die allen Parteien zugute kommt.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir sind Newcomer in der Gewerbeimmobilien-Branche – das ist eine Herausforderung aber auch eine große Chance zugleich. Gerade Newcomer werden gerne unterschätzt, haben aber das Potenzial eine Branche zu disruptieren. Wir bei Ophigo haben eine neue Perspektive auf den Markt und die Bedürfnisse seiner Akteure. In unserem Fokus stehen die Mieter, deshalb haben wir unser Geschäftsmodell, unser Produkt und unsere Prozesse  so aufgebaut, dass die Mieter im Mittelpunkt stehen. Wir verlassen uns nicht auf Bewährtes und gehen neue Wege. Das erfordert hohes Engagement und einen großen Zeitaufwand. Dafür braucht es ein solides Team mit starken Talenten, das wir früh aufgebaut haben. Nur mit diesem starken Team konnten wir innerhalb von fünf Monaten die erste Version unserer Plattform auf den Markt bringen. Wir genießen die finanzielle Unterstützung von unseren Investoren Ampolon Ventures, die Venture-Tochtergesellschaft der Aareon Gruppe. 

Wer ist die Zielgruppe von Ophigo?

Wir fokussieren uns auf Mieter, die Gewerbeflächen bis zu 1.000 Quadratmeter suchen.  

Wie funktioniert Ophigo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten Kunden die Möglichkeit, einfach und digital ein Büro zu finden und die damit verbundenen administrativen Prozesse gemeinsam mit Experten aus unserem Team zu durchlaufen. Wir unterscheiden uns nicht nur durch unsere Beratung von anderen Anbietern, sondern auch durch differenzierte Suchfunktionen. So gibt es bei uns keine “Köder-Anzeigen” oder Dopplungen in den angebotenen Immobilien. Unsere Filtermöglichkeiten sind intelligent, zum Beispiel können Suchende über die Eingabe der Mitarbeiteranzahl in der Suchmaske Empfehlungen dazu einholen, wie groß ihr Büro sein sollte. Besichtigungstouren können virtuell durchgeführt werden. Selbst die Vertragsunterzeichnung kann digital erfolgen. 

Ergänzt wird dies durch die Betreuung unserer Experten, die mit fachlichem Knowhow unseren Kunden von der Erstellung des Suchprofils bis hin zur Verhandlung unterstützen. Für Makler und Vermieter bieten wir einen komfortablen Service, der ihnen vor allem Zeit verschafft und damit die Rentabilität ihres Geschäfts erhöht.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Ophigo Plattform für die Bürosuche von Unternehmen

Schon Monate vor Beginn der Covid-19-Pandemie haben wir flexibles und standortunabhängiges Arbeiten getestet und letztendlich als Standard eingeführt. Bei uns kann demnach jeder Mitarbeiter auch unabhängig von der derzeitigen Krise digital von Zuhause arbeiten.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir nutzen ohnehin neue Technologien, um das futuristische Erlebnis eines voll möblierten Büros zu bieten. Mit dieser Technologie können unsere Kunden schnellere, bessere und effizientere Entscheidungen bezüglich ihrer Büro-Wahl treffen, nachdem sie selbst oder geführt eine virtuelle Tour erlebt haben.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Bei Ophigo haben wir die Krise als Herausforderung angenommen und bereits innovative Arbeitslösungen, Geschäftsideen, Produktideen und technologische Neuerungen bevor und während dieser Pandemie entwickelt. Die Krise ist eine große Chance für digitale Lösungen und neue Lösungswege, da sie noch stärker gefordert werden. Wir sehen uns gut gerüstet für die stärkere Nachfrage nach digitalen Lösungen. Auch jetzt stehen wir unseren Kunden und Interessierten als Partner mit Rat und Tat zur Seite, und helfen ihnen beispielsweise dabei, ihre Büroflächen aufgrund von vermehrtem Home Office zu verkleinern.

Ophigo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Derzeit ist die Bürosuche lediglich zu 20 Prozent digital – 80 Prozent der Suche läuft immer noch analog ab. Wir arbeiten daran, diese Verteilung umzukehren, indem wir die Bürosuche komplett digitalisieren. Wir wollen insbesondere administrative Prozesse wie Terminvereinbarungen, Auflistungen von Immobilien und Vertragsunterzeichnungen automatisieren. Mieter, Vermieter und Makler gewinnen dadurch Zeit für die wesentlichen Dinge, wie dem Finden einer Bürofläche, die zur Unternehmenskultur und den Zielen eines Unternehmens passt. 

Diese “User Experience” möchten wir auch in andere europäische Länder tragen. Außerdem können wir uns vorstellen, auch in Bereiche wie Logistik – und Einzelhandelsimmobilien zu expandieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Arbeite an etwas, das dir wirklich am Herzen liegt. Ein Unternehmen aufzubauen ist eine Mammutaufgabe und kann sehr lange dauern. Deswegen ist es wichtig, etwas zu finden, mit dem man sich ein Jahrzehnt lang beschäftigen kann. 

Umgebe dich mit Menschen, die anders sind als du. Wir leben in einer komplexen Welt, die unterschiedliche Herausforderungen an uns stellt. Es ist unwahrscheinlich, dass alle erfolgskritischen Skills in einem selbst stecken. Ein diverses Team ist daher der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmen. 

Simpel aber effektiv: Einfach machen! Bevor ich Ophigo mit gegründet habe, habe ich mehrfach versucht, andere Unternehmen zu gründen. Dabei habe ich so viel Zeit an planen, vorbereiten und recherchieren verloren, dass ich letztlich nicht gegründet habe. Deswegen: Gründen ist nicht Rocket Science. Es kommt am Ende darauf an, es einfach zu tun. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Valerio Siviero für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Gebt Gas, steht hinter dem Produkt und geht in den direkten Kundenkontakt

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glastrinkhalm

GLATRINKHALM: Trinkhalm aus Glas plastikfrei, hygienisch made in Munich

Stellen Sie sich und das Startup GLASTRINKHALM doch kurz unseren Lesern vor!

Wir, Martin und Jonathan, von derGLASTRINKHALM.de glauben daran, dass eine Welt ohne Verschwendung möglich ist. Unsere Philosophie lautet: 

„Mehrweg statt Einweg. Glas statt Plastik. Verantwortung statt Verschwendung!“

Unser GLASTRINKHALM ist ein echtes Qualitätsprodukt – Made in Munich. Aus hochwertigem Schottglas wird er in einer Traditionsglaserei in München von Hand gefertigt und verpackt. Der Rohstoff Glas garantiert einen unverfälschten Geschmack (im Gegensatz zu Metall) und höchste Hygiene (im Gegensatz zu Bambus). Durch unsere Nähe zur Produktion, dem Material und den Menschen dahinter bieten wir eine echte Mehrweglösung zu herkömmlichen Einwegtrinkhalmen an. Absolut frei von Chemikalien, unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt und ohne lange Transportwege. Zusätzlich fördern wir regionales und traditionelles Handwerk. Damit können wir garantieren, dass unser GLASTRINKHALM den hohen Ansprüchen in der Gastronomie und im privaten Gebrauch gerecht wird. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wie schon in unserem Motto steht, möchten wir Verantwortung übernehmen. Das tun wir mit unserem Unternehmen gleich in unterschiedlicher Weise. Wir übernehmen Verantwortung für die Umwelt, indem wir ein innovatives umweltfreundliches Produkt vermarkten. Wir übernehmen Verantwortung indem wir das Unternehmen selbständig führen. Und wir übernehmen nicht zuletzt mit jedem GLASTRINKHALM, den wir verschicken, Verantwortung dafür, dass der Kunde zufrieden mit unserem Produkt ist. Diese Verantwortung, die natürlich auch Risiko bedeutet, haben wir bewusst übernommen. In vollem Bewusstsein, dass auch ein Scheitern möglich ist. Aber der unternehmerische Ehrgeiz und die Freude an unserem Produkt waren und sind größer.  

Welche Vision steckt hinter dem GLASTRINKHALM?

Eine Welt ohne sinnlosen Müll. Plastiktrinkhalme stehen wie kaum ein anderes Produkt für sinnlosen und kurzlebigen Konsum. Hergestellt werden sie meist weit weg unter fragwürdigen Umwelt- und Arbeitsbedingungen in Billiglohnländern. Sie sind für wenige Minuten im Gebrauch, jedoch ewig in unserer Umwelt. Die Vision hinter derGLASTRINKHALM ist genau das zu ändern. Statt einen Wegwerfartikel, der um die halbe Welt reist, möchten wir ein lokal produziertes Mehrwegprodukt anbieten. Jeder Glastrinkhalm ersetzt hunderte Plastiktrinkhalme. Kein Müll, keine Chemikalien, weniger Co2. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war für uns zwei, dass wir den kompletten Aufbau des Unternehmens allein stemmen wollten (und dann auch gestemmt haben). Die Produktentwicklung, das Marken- und Verpackungsdesign, die Website, die Texte, das Marketing sowie alle weiteren administrativen Aspekte wurden von uns komplett in Eigenregie aufgebaut. Vieles davon, vor allem bei den Themen Design und Marketing, war für uns dabei völlig neu. Wir kommen aus dem Vertrieb im Großhandel. 

Die Anfangsfinanzierung unseres Unternehmens haben wir aus eigener Tasche geleistet. Schon nach extrem kurzer Zeit, ca. 4-6 Monaten, konnten wir das weitere Wachstum aus unseren Einnahmen finanzieren. Dabei ist uns ein Teil unserer Markenphilosophie zugutegekommen: Die Regionalität und der direkte Kontakt zu unserem Hersteller. Hierdurch war es uns Möglich ohne lange Vorlaufzeiten, durch z.B. Containertransport, unsere Bestände gering zu halten. Die Produktion erfolgte bedarfsgerecht in kleinen Lieferungen. Natürlich hat auch der große Anteil an Eigenleistung geholfen. Die Werbung erfolgt über die sozialen Medien, sowie über viele Offlineaktionen. 

Wer ist die Zielgruppe vom GLASTRINKHALM?

Unsere Zielgruppe sind Menschen die einen verantwortungsvollen Konsum leben. Wir haben festgestellt, dass diese nicht aus einer spezifischen Gruppe stammen. Unsere älteste uns bekannte Kundin ist 79 Jahre alt und verwendet den GLASTRINKHALM nicht nur selbst sondern hat gleich 8 Packungen gekauft und zu Weihnachten weiter verschenkt. Unsere jüngsten und längsten Fans sind die Kinder von Martin, 5 und 7 Jahre. Sie lieben die GLASTRINKHALME. 

Was uns ganz besonders freut ist, dass wir schon ganz früh tolle Einzelhändler gefunden haben, die unser Produkt und unsere Philosophie unterstützen und uns im Sortiment aufgenommen haben. Der stationäre Handel macht das Einkaufen zum Erlebnis. 

Was ist das Besondere an dem Trinkhalm? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der GLASTRINKHALM ist ein wirklich praktikables Mehrwegprodukt, welches den herkömmlichen Plastiktrinkhalm ersetzt. Wir betreiben hier kein Greenwashing mit PLA, Papier oder anderen Einwegmaterialien. Der GLASTRINKHALM ist kein „weiter so“, sondern ein Statement gegen das Wegwerfen. Glas ist hierfür das beste Material. Im Gegensatz zu Kunststoffen, Einweg oder Mehrweg, lösen sich keinerlei Chemikalien oder Weichmacher. Dazu ist es komplett geschmacksneutral. Halme aus Metall oder auch Bambus geben den Getränken leider oft einen negativen Beigeschmack. Bambushalme lassen sich dazu noch sehr schlecht reinigen.

Der GLASTRINKHALM kann in jede Spülmaschine und er ist durchsichtig, man sieht ob er sauber ist. Hier am Ende beantworten wir vielleicht noch die am häufigsten gestellte Frage zum GALSTRINKHALM: „Bricht der nicht sehr leicht?, „Ja, Glas kann brechen., sowie jedes Glas das wir zum Trinken verwenden. Aber der GLASTRINKHALM ist aus sehr stabilem Laborglas. Wir haben mit verschiedenen Durchmessern und Wandstärken experimentiert und können sagen: unser Halm ist extrem stabil. Durchbeißen können sie ihn nicht und er ist auch, unter der normalen Vorsicht, hervorragend für Kinder geeignet!„ 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Eigentlich hat sich bei uns nicht so vieles verändert. Wir merken seit März, dass bei uns wieder mehr los ist. Dies liegt daran, dass der GLASTRINKHALM ein Saisonprodukt ist. Unsere GLASTRINKHALME vertreiben wir über den Onlineshop und viel über Unverpackt-Läden. Beides ging trotz Corona weiter. Einen Vergleich dazu, wie es ohne die Krise gewesen wäre, lässt sich natürlich schlecht ziehen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Unser Marketing bzw. unser Vertriebsbemühungen haben wir natürlich angepasst. Wir haben mehr Gewicht auf den Endverbraucher und den Onlineshop gelegt. Anfragen an die Gastronomie- und Hotellerie haben wir natürlich nicht gestellt. Die Betreiber haben, verständlicherweise, gerade andere Sorgen. Sie sind wirklich existenziell getroffen. 

Ganz praktisch verpacken wir unsere Pakete seit Ende März natürlich auch mit Mundschutz und Handschuhen. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Viele unserer Kunden bzw. potentiellen Kunden haben aktuell mehr Zeit und viele überdenken aktuell auch ihr Konsumverhalten. Durch den Notstopp merken einige „es geht auch mit weniger“, viele sind mehr in der Natur und der Alltag ist unterbrochen. Genau hier können wir sie erreichen, da unser Produkt und unsere Philosophie hier ansetzt. Ich hoffe diese Einstellung wird in der viel beschworenen „neuen“ Normalität erhalten bleiben. 

Der GLASTRINKHALM, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell freuen wir uns auf die Sommermonate, auch wenn wir etwas traurig sind, dass durch Corona einige Events ausfallen müssen, bei denen wir sonst unser Produkt direkt bei Kunden präsentiert hätten. Wir hoffen natürlich auch, dass die Gastronomie wieder auf die Beine kommt. Denn sie ist einerseits ein guter Kunde, aber auch ein Multiplikator für uns. Wer den GLASTRINKHALM in seinem Lieblingsrestaurant testet, dessen Interesse ist geweckt. Verstärkt bewerben wir auch den GLASTRINKHALM mit Lasergravur, vor allem auch bei Firmen als nachhaltige Mitarbeiter- oder Kundengeschenke. 

Langfristig ist uns das Wichtigste weiterhin mit unserer Philosophie am Markt zu bestehen. Es gibt mehr und mehr Anbieter von Glastrinkhalmen, die auch günstigere Preise ansetzen. Wir setzen aber bewusst auf Persönlichkeit und Qualitätsware aus Deutschland ohne lange Transportwege. Nachhaltige Produkte aus Fernost und Übersee sind einfach nicht nachhaltig. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben

Der wichtigste Tipp: Gebt Gas, steht hinter dem Produkt und geht in den direkten Kundenkontakt. Das gibt euch Feedback zu eurem Produkt und zu eurer Business Case. Wir hatten am Anfang den Vertrieb über Retailer überhaupt nicht auf dem Schirm. Wir dachten wir machen 100% über die Website und die Leute klicken diese, da wir ja ein neues cooles Produkt haben. Die Realität: Die ersten Monate einstellige Klickzahlen, pro Woche (die meisten davon waren wir oder unsere Freunde). Wir haben reagiert und sind in München und Stuttgart tageweise durch die Stadt getigert. So haben wir bemerkt, dass die Vermarktung über kleinere Läden gut funktioniert. Der Kunde kann hier das Produkt in die Hand nehmen und hat einen Verkäufer, der es anpreist und erklärt, der Offlinevorteil den wir sehr schätzen.

Der zweite Tipp geht eigentlich in eine ähnliche Richtung: Stellt euer Marketing breit auf. Natürlich sind heutzutage Soziale Medien wichtig, aber es gibt eben auch noch andere Kanäle. Zeitungen, Konsumentenmessen, Gründermessen, Aktionen des lokalen Einzelhandels, Gutscheinhefte und natürlich das klassische Klinkenputzen. Auch wenn diese Aktionen nicht direkt in einem Verkauf münden, schaffen sie doch eine Markensichtbarkeit und die nötige Aufmerksamkeit, um dann auch die Kunden auf die Website zu bekommen. Dazuhin halfen sie uns einen breiteren Kundenstamm aufzubauen. 

Als letztes: Unterschätzt den Aufwand nicht. Krempelt die Ärmel hoch legt los und lasst auch durch kleine und größere Rückschläge nicht entmutigen. Wir hatten zu Beginn gleich einmal eine komplette Produktion Verpackungen, die vom Hersteller falsch verklebt waren. Wir waren tierisch genervt, weil viele Päckchen teilweise mehrmals wieder aufgegangen sind. Aber genau das ist Verantwortung und Unternehmertum. Weitermachen auch wenn Gegenwind herrscht!  

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin Ebert und Jonathan Layer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Euer Erfolg hängt vom Produkt ab und nicht von euren Visitenkarten.

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Sandhelden Designprodukte Sand Design 3D

Sandhelden Designprodukte aus Sand verbindet hochwertiges Design mit 3D-Druck

Stellen Sie sich und das Start-up Sandhelden doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Laurens Faure und ich bin der Gründer und Geschäftsführer von Sandhelden. Wir sind das führende Unternehmen für Designprodukte aus Sand. Wir verbinden hochwertiges Design mit den ästhetischen Möglichkeiten des 3D-Drucks. Dabei schaffen wir in allen Wohn- und Kunstbereichen des täglichen Lebens ein Angebot abseits von Standards und revolutionieren damit den Design-Markt. Dabei bieten wir einerseits eigene Produkte wie Waschbecken im Bad-Bereich an und stellen gleichzeitig in unserer Kreativen Manufaktur Designprodukte für verschiedene Kunden her.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee zu Sandhelden kam noch während meines Masterstudiums in Maastricht (Niederlande) auf. Mein Schwerpunkt dort lag bereits im Bereich Entrepreneurship & SME Management. Meine erste Berufserfahrung zwischen Bachelor und Masterstudium habe ich auch schon in einem Start-up gesammelt, dies war auch der Grundstein für die Begeisterung, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Mir war jedoch immer bewusst, dass man nicht einfach ein Unternehmen gründen sollte, nur um Gründer zu sein. Eine klare Vision und auch ein Mehrwert im Produkt sind zwingend notwendig. Die Idee zu Sandhelden kam zur richtigen Zeit und diese Chance habe ich bewusst genutzt. 

Welche Vision steckt hinter Sandhelden?

Mit Sandhelden wollen wir die Wahrnehmung von Sand und auch alternativen Materialien verändern. Ganz nach dem Motto: Changing perceptions. Jeder hat eine bestimmte Assoziation mit Sand, jedoch bringen wir dieses Material in eine Form, die es so vorher noch nicht gab. Wir wollen damit das bereits positive Image von Sand (Erholung, warm, nachhaltig, etc.) weiter ergänzen und es zum neuen Designmaterial machen. Dies lässt sich auch auf weitere Materialien ausweiten, an denen wir aktuell bereits arbeiten und welche wir im gleichen 3D-Druckverfahren einsetzen wollen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen für uns waren zum einen die Suche nach den richtigen Partnern und zum anderen die Steigerung des Vertrauens in unser Produkt. Ersteres hat vor allem damit zu tun, dass es außerhalb klassischer Gießerei bisher keinen Markt für 3D-gedruckte Design-Produkte aus Sand gibt. Dabei ist vor allem die Veredlung dieser Produkte äußerst wichtig und entscheidend. Dieses Know-How fehlte uns am Anfang und wir mussten uns dieses mühsam selbst aneignen. Dabei waren es aber vor allem wenige entscheidende Partner, die uns dabei geholfen haben. Diese jedoch zu finden, war eine der größten Hürden, die wir bewältigen mussten.

Das gilt für produktionsrelevante Themen, wie auch für den Vertrieb im Sanitärmarkt. Die richtigen Vertriebspartner zu finden, hat auch was mit Vertrauen in unser Produkt zu tun. Der Sanitärmarkt ist sehr konservativ und leider nicht sehr von Innovation getrieben. Die Assoziation mit Sand ist zwar eine sehr positive, jedoch wird es nicht mit Haltbarkeit oder Stabilität in Verbindung gebracht. Gegen diesen Stereotyp mussten wir lange ankämpfen, bis wir es geschafft haben, Kunden und Partner von unserem Produkt zu überzeugen.

Das Unternehmen wurde in den ersten Jahren durch Bootstrapping finanziert. Seit 2017 haben wir einen Business Angel als Investor.

Wer ist die Zielgruppe von Sandhelden?

Im Bad-Bereich fokussieren wir uns vor allem auf zwei verschiedene Segmente. Zum einen auf Kunden, die Exklusivität und Innovation suchen, zum anderen aber auch auf Kunden mit individuellen Bedürfnissen – beispielsweise hinsichtlich Größe, Farbe, Design, etc. – an ihr persönliches Bad.

Die Zielgruppe für unsere Kreative Manufaktur sind vor allem Designer, Künstler oder Markenhersteller, die auf der Suche nach neuen Materialien und geometrischer Freiheit sind. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Besondere an unseren Produkten ist zum einen das Material selbst. Mit Sand setzen wir bewusst ein nachhaltiges Material ein, dass regional abgebaut wird. Jeder kennt Sand und hat auch oftmals positive Assoziationen damit. Zum anderen ist es auch die Technologie des 3D-Drucks, die den Sand in jede mögliche Form bringen kann. Dabei sind wir komplett von Stückzahlen losgelöst. Dies ist auch der größte Vorteil für uns. Wir können individuelle Einzelstücke sowie auch Kleinserien anbieten. Durch das Druckverfahren haben wir keine Mehrkosten für den Werkzeugbau und sind so flexibel gegenüber unseren Kunden.

Im Bad-Bereich können wir uns so klar von anderen Herstellern unterscheiden, da wir neue Produkte oder individuelle Anfertigungen in wenigen Tagen realisieren können. Im Vergleich zu anderen Anbietern in der additiven Fertigung besitzen wir auch einen der größten Bauräume und sind dabei deutlich kostengünstiger – das ist vor allem für Markenhersteller interessant.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Nachfrage ist wie bei vielen anderen Unternehmen auch bei uns gesunken. Jedoch reagiert die Baubranche (Bad) sehr verzögert, womit aktuell noch nicht der ganze Effekt spürbar ist. Im Bereich Luxus-Immobilien, wo wir hauptsächlich mit unserem Produkt platziert sind, erwarten wir nur einen geringen Rückgang im aktuellen Geschäftsjahr. Bei der Kreativen Manufaktur (Dienstleistung) konnten wir nur bei unseren italienischen und spanischen Kunden einen prägnanten Umsatzrückgang verzeichnen. Aktuell nutzen wir diese Zeit auch sehr intensiv, um uns strategisch weiterzuentwickeln und auch die Kommunikation mit unseren Kunden zu optimieren.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

In erster Linie haben wir größere Investitionen vorerstl gestoppt. Dies betrifft auch viele Messeauftritte, die jedoch ohnehin abgesagt wurden. Des Weiteren haben wir unsere Produktion auf eine höhere Effizienz umgestellt, um eine gleichbleibende Auslastung zu gewährleisten. Für uns ist es wichtig, auch weiterhin unseren Kunden klar zu signalisieren, dass wir in dieser schweren Zeit für sie da sind.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Zum einen sehen wir in der Zeit von Home-Office den starken Trend dazu, sein Zuhause noch schöner und individueller zu gestalten. Da wir vor allem im Bereich Design und Interior mit unseren eigenen, sowie wie auch Fremdprodukten sind, wird die Nachfrage hierzu mittelfristig weiter steigen. Des Weiteren steigt hier auch das Bewusstsein für regionale und nachhaltige Produkte. Unser Herstellungsverfahren ist komplett „Made in Bavaria“. Das ist bereits jetzt ein großer Vorteil für uns und wird auch zukünftiger noch wichtiger sein.

Sandhelden, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Im Bad-Bereich wollen wir uns Produktportfolio noch weiter ausbauen. Dabei ist das Ziel, mit verschiedenen Designern zusammenzuarbeiten und neue Kollektionen anzubieten. Hier wollen wir auch die Designfreiheit unserer Technologie in den Produkten deutlicher widerspiegeln.

Ebenfalls arbeiten wir jetzt schon an neuen Materialien, die wir in unserem Verfahren verwenden können. Bestes Beispiel ist die Verwendung von recyceltem Kunststoff, welches die ökologische Nachhaltigkeit unterstützt. Wir sehen uns in 5 Jahren deshalb als Multi-Materialanbieter für exklusive Designs.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Jeder Gründer bzw. jede Gründerin wird im Laufe der Zeit Fehler machen. Dieses gehört jedoch zum Gründen dazu und deshalb ist es wichtig, dass man aus diesen Fehlern lernt. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich folgende 3 Tipps geben:

  1. Konzentriert euch auf das Minimum Viable Product (MVP) und investiert nicht erst in unnötige Ausgaben (Marketing, etc.). Euer Erfolg hängt vom Produkt ab und nicht von euren Visitenkarten.
  2. Networking, Networking und Networking. Geht raus, redet mit Leuten und Firmen und besucht Veranstaltungen. Wir selbst haben so den größten Teil unserer Entwicklung geschafft, indem uns Leute und Firmen ihre Hilfe angeboten haben.
  3. Das Team ist alles! Die meisten Start-ups scheitern leider am Team selbst. Deshalb ist es wichtig, immer offen miteinander zu kommunizieren und Konflikte konstruktiv zu lösen.

Wir bedanken uns bei Laurens Faure für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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