Dienstag, Juni 23, 2026
StartStartup-FinanzierungenJUPUS erhält 13 Millionen Euro für KI in Kanzleien

JUPUS erhält 13 Millionen Euro für KI in Kanzleien

Das Kölner LegalTech Startup JUPUS hat 13 Millionen Euro in einer Series A Finanzierungsrunde eingesammelt. JUPUS entwickelte Europas erstes KI-Sekretariat speziell für Anwaltskanzleien. Das Unternehmen wächst rasant: Im Jahr 2025 vervierfachte es seinen wiederkehrenden Umsatz (ARR). Die Beschäftigtenzahl hat sich in diesem Zeitraum verdreifacht, die Zahl der Nutzer und verarbeiteten Fälle mehr als verdoppelt.

Semapa Next führt die Runde als Lead-Investor an, die NRW.BANK beteiligt sich über ihren Venture Capital Fonds NRW.Venture als Co-Investorin. Bestandsinvestoren Acton Capital und der High-Tech Gründerfonds (HTGF) investieren erneut. Mit dem Kapital will das Unternehmen die juristische Arbeits-KI weiterentwickeln, im deutschen Markt skalieren und europaweit expandieren.

Ein KI-Kollege für die Kanzlei

In europäischen Anwaltskanzleien wächst eine Lücke, die keine Stellenanzeige schließen kann: Die Zahl neu ausgebildeter Rechtsanwaltsfachangestellter ist in den vergangenen 30 Jahren um über 70 Prozent eingebrochen, während die Zahl der Anwält sich verdreifacht hat. Gleichzeitig steigt die administrative Last weiter. Besonders kleine und mittelgroße Kanzleien, die 90 Prozent des europäischen Marktes ausmachen, stoßen zunehmend an Kapazitätsgrenzen. JUPUS richtet sich genau an sie.

Das LegalTech Startup definiert eine neue Generation von Arbeitswerkzeugen für die Rechtsbranche: KI, die nicht assistiert, sondern selbst arbeitet. Die künstliche Intelligenz nimmt Mandantäche an, strukturiert Anfragen, bereitet Fälle vor und erstellt juristische Dokumente. Kanzleien können mit der Lösung über 70 Stunden pro Monat sparen. Damit verändert sich, wofür Anwält ihre Zeit verwenden: weg von administrativer Last, hin zu Zeit für Mandant und kernjuristische Arbeit.

Über die JUPUS KI werden jeden Tag mehr als 2.000 neue Fälle bearbeitet. Mehr als 2.000 Anwält nutzen die Lösung bereits.

Investor sehen JUPUS als europäischen Pionier

Mit Semapa Next gewinnt JUPUS einen kapitalstarken, paneuropäisch ausgerichteten Investor, der umfassende Erfahrung darin mitbringt, wachstumsstarke Unternehmen bei der Skalierung über ihre Heimatmärkte hinaus in Europa zu unterstützen.

„Andere LegalTech Lösungen assistieren, während JUPUS arbeitet. Das ist der entscheidende Unterschied“, sagt Hugo Augusto, CEO von Semapa Next. „Der europäische Rechtsmarkt steht vor einem strukturellen Engpass in den Legal Operations, den viele Kanzleien bislang lediglich umgehen, statt ihn grundlegend zu lösen. Was uns an JUPUS überzeugt hat, ist die Tiefe der Integration, die Nutzungsdaten und ein Team, das bewiesen hat, dass es skalieren kann. Wir investieren in Unternehmen mit dem Potenzial, Marktführer in ihrer Kategorie zu werden und sind überzeugt, dass JUPUS genau dieses Potenzial mitbringt.“

Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, ergänzt: „Künstliche Intelligenz kann dazu beitragen, Fachkräfte zu entlasten und Prozesse effizienter zu gestalten. JUPUS zeigt, wie innovative Technologie konkrete Herausforderungen einer Branche löst. Mit unserem Investment unterstützen wir das Wachstum eines jungen Unternehmens aus Nordrhein-Westfalen, das digitale Lösungen für den Legal-Markt entwickelt.“

Europa Expansion und Weiterentwicklung der KI

Diplom-Jurist René Fergen, Mitgründer von JUPUS, setzt sich für den Zugang aller zum deutschen Rechtssystem ein: „Recht ist eine der ältesten Branchen der Welt und steht vor ihrem größten Wandel. In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Anwält verdreifacht, während die der neu ausgebildeten Rechtsanwaltsfachangestellten um über 70 Prozent eingebrochen ist. Kanzleien stehen vor einer existenziellen Frage: Wer übernimmt die Arbeit, für die bald niemand mehr da ist? Mit JUPUS bauen wir die erste KI, die diese Aufgaben eigenständig erledigt. Damit leiten wir ein neues Verständnis der Kanzleiarbeit speziell für hunderttausende kleine und mittlere Kanzleien in Europa ein, die die Basis des Rechtsstaats bilden. Wir freuen uns, mit Semapa Next, der NRW.BANK, Acton Capital, dem HTGF und unseren Business Angels die Partner zu haben, die diese Ambition teilen.“

Mit dem frischen Kapital will JUPUS seine KI-Technologie weiter ausbauen, die Marktposition in Deutschland stärken und die Expansion in weitere europäische Märkte vorantreiben.

Marktbestätigung durch große KI Anbieter

Dass globale KI Anbieter inzwischen eigene Legal-Produkte ankündigen, wertet JUPUS als Bestätigung seiner Strategie.

René Fergen sagt: „Künstliche Intelligenz in der Kanzlei entwickelt sich vom Experiment zum Standard. Der Unterschied liegt in der Tiefe der Integration. Generische Sprachmodelle bieten Kanzleien Werkzeuge. JUPUS dagegen ist speziell auf die juristische Arbeit zugeschnitten und übernimmt ganze Prozesse mit dem Wissen aus Millionen von echten Fällen. Für kleine und mittlere Kanzleien in Deutschland und Europa, die unter berufsrechtlichen Anforderungen, DSGVO-Konformität und dem Mandatsgeheimnis operieren, ist das wesentlich.“

Bild: René Fergen, Mitgründer vom Kölner LegalTech-Start-up JUPUS © JUPUS

Quelle Cléo Public Relations UG

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