Freitag, Juli 10, 2026
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tripbot: KI, Reiseplanung und TravelTech im Interview

tripbot verbindet klassische Reisesuche mit KI und möchte Reiseentscheidungen einfacher, transparenter und verständlicher machen. Im Interview spricht der Gründer über die Idee, die Entwicklung und die Zukunft der Plattform.

Können Sie tripbot kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?

tripbot ist eine Reiseplattform aus Deutschland, die klassische Flug und Hotelsuche mit einer separaten KI Suche kombiniert. Nutzerinnen und Nutzer können also entweder ganz normal nach Flügen und Hotels suchen oder zusätzlich die KI nutzen, um komplexere Reiseentscheidungen einfacher zu machen.

Die Idee ist aus einem Problem entstanden, das wahrscheinlich sehr viele Menschen kennen: Man möchte eigentlich nur eine gute Reise finden, aber plötzlich hat man 20 Tabs offen. Ein Flug ist günstiger, aber hat schlechte Zeiten. Ein Hotel sieht schön aus, aber die Lage ist unklar. Eine andere Plattform zeigt einen anderen Preis. Dann kommen noch Bewertungen, Gepäck, Gebühren, Stornobedingungen, Transferzeiten und persönliche Vorlieben dazu. Am Ende hat man zwar viele Informationen, aber nicht unbedingt mehr Sicherheit.

Genau dieses Gefühl wollte ich mit tripbot verändern. Ich wollte keine weitere Plattform bauen, die einfach nur noch mehr Optionen anzeigt. Es geht mir darum, Reiseplanung verständlicher zu machen. Nutzer sollen nicht nur inspiriert werden, sondern besser verstehen können, warum eine Reiseoption zu ihnen passt oder eben nicht.

Wichtig ist mir dabei: tripbot ist kein reiner Reise Chatbot. Viele KI Reiseprodukte wirken auf den ersten Blick beeindruckend, weil sie schöne Reiseideen formulieren können. Aber Inspiration allein reicht nicht. Wenn jemand wirklich buchen möchte, zählen echte Angebote, Preise, Verfügbarkeit, Vergleichbarkeit und Vertrauen. tripbot setzt genau dort an: klassische Suche, echte Reiseoptionen und eine separate KI Suche, die bei der Entscheidung unterstützt.

Sie haben tripbot als Solo Founder aufgebaut. Was hat Sie motiviert, dieses Projekt allein umzusetzen, und welche Erfahrungen haben Sie dabei besonders geprägt?

Mich hat vor allem motiviert, dass ich nicht nur über eine Idee sprechen wollte. Ich wollte sehen, ob ich sie wirklich bauen kann. Gerade bei KI gibt es viele Demos, viele Konzepte und viele große Versprechen. Aber ein echtes Produkt zu bauen, das Nutzer verstehen, testen und irgendwann wirklich verwenden können, ist etwas ganz anderes.

Als Solo Founder ist man gezwungen, extrem viel selbst zu lernen. Produkt, Technik, Design, Nutzerführung, Positionierung, Marketing, PR, Go to Market, rechtliche Themen, Schnittstellen, Zahlungs und Buchungslogik. Am Anfang unterschätzt man schnell, wie viele einzelne Bausteine zusammenkommen müssen, bevor aus einer Idee ein echtes Produkt wird.

Besonders geprägt hat mich die Erkenntnis, dass Geschwindigkeit zwar wichtig ist, aber Klarheit noch wichtiger. Man kann sehr viel bauen und trotzdem am Nutzer vorbeientwickeln, wenn man nicht genau erklären kann, welches Problem man eigentlich löst. Bei tripbot war deshalb ein großer Lernprozess, die Idee immer klarer zu formulieren: Es geht nicht einfach um KI für Reisen. Es geht darum, Reiseentscheidungen einfacher, transparenter und vertrauenswürdiger zu machen.

Allein zu gründen bedeutet auch, dass man viele Entscheidungen mit sich selbst ausmachen muss. Das ist manchmal anstrengend, aber es zwingt einen auch, Verantwortung zu übernehmen. Ich kann mich nicht hinter einem großen Team verstecken. Wenn etwas nicht funktioniert, muss ich verstehen warum, es verbessern und weitermachen. Diese Phase hat mich persönlich sehr geprägt.

Gleichzeitig ist genau das auch motivierend. Wenn man sieht, dass aus einer Idee Schritt für Schritt eine echte Plattform entsteht, ist das ein starkes Gefühl. tripbot ist für mich nicht nur ein Produkt, sondern auch der Beweis, dass man als junger Gründer mit Fokus, Ausdauer und Lernbereitschaft sehr weit kommen kann.

Welche Vision verfolgen Sie mit tripbot, und wie möchten Sie die Reiseplanung langfristig verändern?

Meine Vision ist, dass Reiseplanung langfristig nicht mehr wie Stress, Unsicherheit und endloses Vergleichen wirkt. Reisen bedeutet für mich Freiheit. Man freut sich auf neue Orte, auf Zeit mit Freunden, Familie oder auch allein. Aber der Weg zur Buchung fühlt sich heute oft nicht frei an, sondern kompliziert, überfordernd und manchmal auch intransparent.

tripbot soll langfristig ein intelligenter Reisebegleiter werden, der Menschen von der ersten Idee bis zur Buchung und perspektivisch auch darüber hinaus unterstützt. Nicht als KI, die einfach irgendetwas empfiehlt, sondern als System, das versteht, was Nutzer wirklich brauchen: Budget, Reisezeitraum, Komfort, Lage, Flexibilität, persönliche Vorlieben, Transparenz und Vertrauen.

Ein wichtiger Teil der Vision ist die Community. Ich möchte tripbot nicht als Plattform bauen, bei der Nutzer nur konsumieren, was wir vorgeben. Nutzerinnen und Nutzer sollen aktiv Feedback geben können: Was fehlt ihnen? Was ist unverständlich? Was stört am Design? Wo ist die Bedienung nicht gut genug? Welche Funktionen wünschen sie sich? Wo muss die Plattform barrierefreier, einfacher oder klarer werden?

Langfristig soll tripbot dadurch auch eine Reiseplattform werden, die gemeinsam mit den Nutzern entsteht. Nicht nur wir bauen und ihr nutzt, sondern: Die Menschen, die Reisen planen, sollen mitbestimmen können, wie eine bessere Reiseplattform aussehen müsste. Denn am Ende wissen Nutzer oft sehr genau, was sie an heutigen Plattformen nervt.

Ich möchte, dass Nutzer bei tripbot irgendwann das Gefühl haben: Das ist endlich die Reiseplattform, die ich mir selbst immer gewünscht hätte.

Ich glaube, die Zukunft der Reiseplanung liegt nicht darin, dass Nutzer noch mehr Filter bekommen. Filter sind wichtig, aber sie lösen nicht das ganze Problem. Viele Menschen wissen gar nicht genau, wonach sie filtern sollen. Sie wissen nur: Ich möchte eine schöne Reise, die zu meinem Budget, meiner Situation und meinen Erwartungen passt. Genau hier kann KI einen echten Mehrwert schaffen.

Langfristig soll tripbot mehr sein als eine Suchmaske. Ich stelle mir eine Plattform vor, die nicht nur Angebote zeigt, sondern Entscheidungen erklärt. Warum ist dieses Hotel besser für einen Städtetrip geeignet? Warum ist dieser Flug vielleicht günstiger, aber unpraktischer? Welche Option ist fairer, flexibler oder besser gelegen? Wo entstehen mögliche Zusatzkosten? Was ist wirklich wichtig und was sieht nur auf den ersten Blick gut aus?

Auch für die Hotelbranche sehe ich langfristig Potenzial. Ich möchte, dass tripbot nicht nur für Nutzer transparenter wird, sondern perspektivisch auch fairer für Hotels. Wenn direkte Hotelanbindungen irgendwann eine größere Rolle spielen, soll es nicht darum gehen, Hotels mit immer höheren Provisionen oder bezahlter Sichtbarkeit unter Druck zu setzen. Die Vision ist ein transparenterer Ansatz, bei dem gute Angebote, Qualität, Lage, Preis Leistung und echte Nutzerrelevanz stärker zählen als reine Werbebudgets.

Ich möchte Reiseplanung ehrlicher machen. Weniger künstlicher Druck, weniger Verwirrung, weniger nur noch 1 Zimmer verfügbar Gefühl, mehr Orientierung und mehr Vertrauen. Wenn Nutzer am Ende das Gefühl haben, Ich verstehe, warum diese Reise für mich passt, dann ist das der Kern der Vision.

An welche Zielgruppen richtet sich tripbot hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Plattform lösen?

Zum Start richtet sich tripbot vor allem an Menschen, die ihre Reisen online planen und dabei oft das Gefühl haben, zu viele Informationen gleichzeitig verarbeiten zu müssen. Besonders junge, digitale Nutzerinnen und Nutzer kennen dieses Problem sehr gut. Sie sind es gewohnt, online zu vergleichen, Bewertungen zu lesen, Preise zu prüfen und mehrere Plattformen parallel zu nutzen. Aber gerade dadurch entsteht oft Unsicherheit.

Die erste Zielgruppe sind deshalb Menschen, die offen für digitale Lösungen und KI sind, aber trotzdem echte Kontrolle behalten möchten. Sie wollen nicht blind einer KI vertrauen, sondern verstehen, warum ein Angebot vorgeschlagen wird. Genau diese Mischung aus Unterstützung und Kontrolle ist wichtig.

Gleichzeitig ist das Problem nicht auf junge Menschen beschränkt. Reiseplanung betrifft fast jeden. Familien müssen andere Dinge beachten als Alleinreisende. Paare suchen vielleicht andere Hotels als Geschäftsreisende. Manche Menschen achten stark auf Preis, andere auf Lage, Komfort, Flexibilität oder Bewertungen. tripbot soll langfristig helfen, diese unterschiedlichen Bedürfnisse besser zu verstehen und in passende Reiseoptionen zu übersetzen.

Die Herausforderung, die tripbot lösen möchte, ist vor allem Orientierung. Es gibt heute nicht zu wenige Reiseangebote, sondern eher zu viele. Nutzer müssen Preise, Zeiten, Hotels, Lage, Bewertungen, Gebühren, Stornobedingungen und persönliche Vorlieben selbst zusammenführen. tripbot soll diese Entscheidungsarbeit reduzieren.

Eine weitere wichtige Zielgruppe ist langfristig die tripbot Community selbst. Ich möchte früh verstehen, was Nutzerinnen und Nutzer wirklich brauchen und welche Funktionen sie sich wünschen. Feedback zu Design, Bedienbarkeit, Verständlichkeit, Barrierefreiheit und neuen Features soll nicht irgendwo verloren gehen, sondern aktiv in die Produktentwicklung einfließen. tripbot soll nicht an den Nutzern vorbei gebaut werden, sondern mit ihnen.

Es geht also nicht nur darum, schneller etwas zu finden. Es geht darum, sicherer zu entscheiden.

Viele Menschen empfinden die klassische Reisebuchung als unübersichtlich und zeitaufwendig. Warum ist das aus Ihrer Sicht so, und wie begegnet tripbot diesem Problem?

Klassische Reisebuchung ist oft deshalb so anstrengend, weil Nutzer viele kleine Entscheidungen selbst treffen müssen, ohne dass ihnen wirklich jemand hilft, diese Entscheidungen einzuordnen. Eine Plattform zeigt Flüge, eine andere Hotels, eine dritte Bewertungen, eine vierte Tipps zum Reiseziel. Dann kommen Preisunterschiede, Zusatzkosten, Gepäckregeln, Transferzeiten, Stornobedingungen und Filter dazu.

Das Problem ist nicht, dass Informationen fehlen. Das Problem ist, dass Informationen oft nicht sinnvoll verbunden werden. Nutzer sehen zwar viele Daten, aber sie müssen selbst herausfinden, was diese Daten für ihre konkrete Reise bedeuten. Ist ein günstiger Flug wirklich besser, wenn die Ankunft nachts ist? Oder ist ein Hotel mit guter Bewertung wirklich passend, wenn die Lage schlecht ist? Ist ein Angebot wirklich günstig, wenn später Gebühren dazukommen?

tripbot begegnet diesem Problem mit zwei Wegen. Wer genau weiß, was er möchte, kann klassisch nach Flügen und Hotels suchen. Diese klassische Suche bleibt wichtig, weil viele Nutzer Kontrolle und Übersicht brauchen. Zusätzlich gibt es aber eine separate KI Suche, die dabei helfen soll, komplexere Reiseentscheidungen verständlicher zu machen.

Die KI Suche soll nicht einfach nur antworten: Hier ist ein schöner Urlaub. Sie soll helfen, Optionen besser einzuordnen. Sie kann dabei unterstützen, Wünsche natürlicher zu formulieren, Angebote zu vergleichen und Unterschiede verständlicher zu machen. Der Nutzer soll weniger das Gefühl haben, allein gegen eine Masse an Optionen anzukämpfen.

Für mich ist das der entscheidende Unterschied: tripbot soll nicht mehr Chaos erzeugen, sondern Klarheit.

Sie sagen, dass AI Travel mehr sein muss als ein Chatbot. Was verstehen Sie darunter, und was macht den Ansatz von tripbot besonders?

Ein Chatbot kann heute relativ schnell schöne Reiseideen formulieren. Er kann sagen: Flieg doch nach Barcelona, bleib vier Tage, besuche diese Orte und buche ein Hotel in dieser Gegend. Das klingt gut und kann inspirierend sein. Aber echte Reiseplanung beginnt nicht bei schönen Sätzen, sondern bei konkreten Entscheidungen.

Wenn jemand wirklich buchen möchte, reichen allgemeine Vorschläge nicht aus. Dann geht es um echte Preise, echte Verfügbarkeit, Hotelqualität, Lage, Flugzeiten, Gepäck, Stornierung, Zahlungsprozesse und Vertrauen. Genau deshalb reicht es nicht, einfach einen Chatbot auf eine Reiseseite zu setzen.

AI Travel muss für mich tiefer in den Produktkern. KI sollte nicht nur am Anfang Inspiration liefern, sondern im Entscheidungsprozess helfen. Sie sollte erklären, vergleichen, vereinfachen und Nutzer dabei unterstützen, aus echten Optionen die passende Wahl zu treffen.

Der Ansatz von tripbot ist deshalb besonders, weil klassische Suche und KI Suche getrennt, aber sinnvoll miteinander verbunden gedacht werden. Nutzer können klassisch suchen, wenn sie Kontrolle und Filter wollen. Sie können aber auch die KI nutzen, wenn sie noch unsicher sind, mehrere Optionen vergleichen möchten oder ihre Reise natürlicher beschreiben wollen.

Das ist wichtig, weil nicht jeder Nutzer gleich sucht. Manche Menschen wissen genau: Ich brauche einen Flug von A nach B an einem bestimmten Datum. Andere sagen eher: Ich möchte ein paar Tage ans Meer, nicht zu teuer, gute Lage, am besten mit gutem Hotel und einfachen Flugzeiten. Für solche natürlicheren Suchsituationen ist KI sehr spannend.

tripbot soll also nicht nur ein Chatbot sein, sondern eine Reiseplattform, bei der KI ein echter Entscheidungshelfer wird.

tripbot kombiniert klassische Reisesuche mit KI gestützten Empfehlungen. Welche Vorteile bietet diese Verbindung für Nutzerinnen und Nutzer?

Der größte Vorteil ist Flexibilität. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nicht entscheiden zwischen klassischer Buchungsplattform und KI. Sie können beide Wege nutzen.

Die klassische Suche ist wichtig, weil sie Vertrautheit gibt. Nutzer sehen Preise, Filter, Daten, Flüge, Hotels und Details. Das kennen sie von bestehenden Plattformen. Gleichzeitig stößt klassische Suche oft an Grenzen, wenn die Entscheidung komplexer wird. Dann hilft es nicht mehr, nur noch mehr Filter zu haben. Dann braucht man Orientierung.

Die KI Suche kann genau dort unterstützen. Sie kann Wünsche natürlicher aufnehmen, verschiedene Optionen verständlicher machen und helfen, Unterschiede besser zu sehen. Zum Beispiel geht es nicht nur darum, welches Hotel günstiger ist, sondern welches Hotel in der konkreten Situation sinnvoller ist. Oder nicht nur darum, welcher Flug billig ist, sondern welcher Flug im Verhältnis zu Zeit, Komfort und Gesamtreise sinnvoll wirkt.

Diese Verbindung aus klassischer Suche und KI Unterstützung gibt Nutzern Kontrolle und Orientierung zugleich. Sie können selbst prüfen, vergleichen und entscheiden, bekommen aber zusätzlich Unterstützung, wenn die Entscheidung unübersichtlich wird.

Für mich ist das ein wichtiger Punkt: KI soll den Nutzer nicht ersetzen. Sie soll ihn stärker machen. Am Ende entscheidet der Mensch, aber er soll mit besseren Informationen und mehr Klarheit entscheiden können.

Welche Herausforderungen sind Ihnen bei der Entwicklung eines buchbaren TravelTech Produkts mit KI Unterstützung begegnet?

Die größte Herausforderung ist, dass TravelTech deutlich komplexer ist, als es von außen aussieht. Eine einfache Demo ist schnell gebaut. Ein echtes Produkt, das mit Flug und Hoteldaten, Preisen, Verfügbarkeiten, Nutzerführung und Buchungsprozessen umgehen muss, ist eine ganz andere Aufgabe.

Im Reisebereich ändern sich Informationen ständig. Preise können sich verändern, Verfügbarkeiten können verschwinden, Bedingungen können unterschiedlich sein. Gleichzeitig erwarten Nutzer, dass alles einfach, schnell und verständlich ist. Diese Kombination ist schwer: Im Hintergrund ist das Produkt komplex, aber für den Nutzer muss es klar wirken.

Bei KI kommt eine weitere Herausforderung dazu: Vertrauen. Nutzer müssen verstehen, warum eine Empfehlung entsteht. Wenn eine KI einfach etwas vorschlägt, ohne Begründung, entsteht schnell Unsicherheit. Gerade bei Reisen geht es um Geld, Freizeit, Erwartungen und oft auch emotionale Vorfreude. Eine schlechte Empfehlung kann echte Enttäuschung verursachen.

Deshalb ist es mir wichtig, dass tripbot nicht nur schöne Antworten produziert. Die KI muss im Zusammenspiel mit echten Suchergebnissen, Daten und klarer Nutzerführung funktionieren. Es geht nicht um Magie, sondern um nachvollziehbare Unterstützung.

Eine weitere Herausforderung war die Positionierung. Viele Menschen hören KI Reiseplattform und denken sofort an einen Chatbot. Deshalb musste ich lernen, tripbot klarer zu erklären: Es gibt klassische Flug und Hotelsuche und zusätzlich eine separate KI Suche. Genau diese Klarheit ist entscheidend, damit Nutzer und Medien verstehen, was das Produkt wirklich macht.

Als Solo Founder entwickeln Sie eine Plattform in einem stark umkämpften Reisemarkt. Wie gelingt es Ihnen, Innovation und Produktentwicklung effizient voranzutreiben?

Als Solo Founder muss man sehr bewusst entscheiden, worauf man seine Energie verwendet. Der Reisemarkt ist riesig und stark umkämpft. Es wäre unmöglich, von Anfang an alles besser machen zu wollen als große Plattformen mit riesigen Teams und Budgets. Deshalb fokussiere ich mich auf den Bereich, in dem tripbot wirklich anders sein kann: die Entscheidungsebene.

Viele Plattformen sind sehr gut darin, Angebote anzuzeigen. Aber die Frage ist: Helfen sie Nutzern wirklich, die beste Entscheidung für ihre Situation zu treffen? Genau hier sehe ich die Chance für tripbot.

Ich versuche deshalb, nicht in endlosen Feature Listen zu denken, sondern in Nutzerproblemen. Was macht Reiseplanung heute stressig? Wo entsteht Unsicherheit? Welche Informationen fehlen im entscheidenden Moment? Welche Dinge sehen auf den ersten Blick gut aus, sind aber für die Reise vielleicht unpraktisch?

Effizienz entsteht für mich durch klare Prioritäten. Zum Start müssen die wichtigsten Grundlagen stimmen: klassische Suche, KI Suche, verständliche Darstellung, stabile Buchungsflows, saubere Nutzerführung und Vertrauen. Alles andere ist langfristig spannend, aber nicht alles gehört in die erste Version.

Innovation bedeutet für mich nicht, möglichst viele Funktionen zu bauen. Innovation bedeutet, ein echtes Problem besser zu lösen. Wenn tripbot Nutzern das Gefühl gibt, Reiseentscheidungen besser zu verstehen, dann ist das wertvoller als zehn zusätzliche Features, die niemand wirklich braucht.

Welche Erkenntnisse haben Sie bisher aus dem Aufbau von tripbot gewonnen, die Sie heute anders angehen würden?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass ein gutes Produkt nicht automatisch verstanden wird. Gerade bei KI ist die Gefahr groß, dass man technisch viel baut, aber die Erklärung zu kompliziert wird. Nutzer müssen sofort verstehen: Was bringt mir das? Warum ist es besser? Wann nutze ich die klassische Suche und wann die KI Suche?

Heute würde ich noch früher und noch konsequenter an der Positionierung arbeiten. Am Anfang denkt man oft sehr stark aus Produktsicht. Man weiß selbst genau, was man baut, aber Außenstehende hören nur bestimmte Begriffe und interpretieren sie anders. Bei tripbot war das zum Beispiel der Begriff KI Reiseplattform. Das kann schnell so klingen, als wäre alles einfach ein Chatbot. Dabei ist der Ansatz klarer: klassische Suche plus separate KI Suche.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass Vertrauen im Reisebereich enorm wichtig ist. Bei vielen KI Produkten reicht es vielleicht, wenn eine Antwort gut klingt. Bei Reisen reicht das nicht. Menschen wollen wissen, ob Preise stimmen, ob Angebote verfügbar sind, ob die Lage passt und ob sie am Ende eine gute Entscheidung treffen. Diese Verantwortung muss man ernst nehmen.

Ich habe auch gelernt, dass man als Gründer Geduld braucht. Man möchte schnell groß denken, schnell launchen, schnell Aufmerksamkeit bekommen. Aber ein Produkt, das mit Buchung, Vertrauen und echten Nutzern zu tun hat, muss sauber funktionieren. Manchmal ist es besser, langsamer zu gehen und dafür stabiler zu bauen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei tripbot aktuell im Fokus?

Aktuell liegt der Fokus darauf, tripbot für den Launch weiter zu testen, zu verbessern und stabil zu machen. Besonders wichtig sind die Qualität der klassischen Flug und Hotelsuche, die Nutzerführung, die Darstellung von Preisen und Angeboten sowie die separate KI Suche.

Ein großer Schwerpunkt ist Testing. Jede Seite, jeder Button, jeder Flow und jede wichtige Nutzerentscheidung muss geprüft werden. Gerade bei einer Reiseplattform reicht es nicht, wenn etwas grundsätzlich funktioniert. Es muss sich klar, zuverlässig und vertrauenswürdig anfühlen.

Die KI Suche soll weiter verbessert werden, damit sie nicht nur Inspiration liefert, sondern echte Reiseoptionen besser verständlich macht. Langfristig möchte ich, dass Nutzer tripbot nicht nur fragen: Wohin soll ich reisen, sondern auch: Welche Option passt wirklich zu mir und warum?

Ein wichtiger nächster Schritt ist außerdem eine stärkere Community Roadmap. Nutzerinnen und Nutzer sollen Feedback geben können, was sie auf der Plattform sehen möchten: neue Funktionen, Verbesserungen am Design, verständlichere Bedienung, bessere Accessibility, klarere Informationen oder Wünsche rund um die Reiseplanung. Ich möchte tripbot nicht nur für Nutzer bauen, sondern mit ihnen. Die Plattform soll sich Schritt für Schritt in die Richtung entwickeln, die sich Reisende wirklich wünschen.

Auf der Produktseite geht es außerdem darum, die Plattform weiter auszubauen. Flüge und Hotels sind der Startpunkt. Langfristig soll tripbot zu einem intelligenteren Reisebegleiter wachsen, der Nutzer vor, während und nach der Buchung unterstützt. Dazu gehören bessere Personalisierung, verständlichere Empfehlungen, stärkere Transparenz und mehr Kontext rund um Reiseentscheidungen.

Auch im Hotelbereich sehe ich langfristig viel Potenzial. Viele Nutzer vergleichen Hotels heute vor allem über Bilder, Sterne, Bewertungen und Preis. Aber oft ist nicht sofort klar, was wirklich im Angebot enthalten ist, welche Lage zur Reise passt, welche Zusatzkosten entstehen oder warum ein Hotel im konkreten Fall sinnvoller ist als ein anderes. Hier kann KI helfen, Informationen besser aufzubereiten und transparenter zu machen.

Perspektivisch möchte ich auch prüfen, wie direkte Hotelanbindungen fairer gestaltet werden können. Die Idee ist, Hotels langfristig nicht nur als austauschbare Angebote in einer Liste zu behandeln, sondern transparenter und fairer einzubinden. Dazu gehört für mich auch die Frage, wie Rankings entstehen: Nicht nur wer mehr zahlt, sollte oben sichtbar sein, sondern was für den Nutzer wirklich relevant ist. Qualität, Preis Leistung, Lage, Verfügbarkeit, Bewertungen, Ausstattung und Passung zur Suche.

Auf der Wachstumsseite ist das erste Ziel, echte Nutzerinnen und Nutzer zu gewinnen, Feedback zu sammeln und zu verstehen, welche Probleme tripbot am besten löst. Ich möchte nicht nur Reichweite aufbauen, sondern ein Produkt, das Menschen wirklich wiederverwenden wollen.

Langfristig ist die Vision größer: tripbot soll eine neue Art von Reiseplattform werden, bei der Nutzer nicht nur suchen, sondern besser entscheiden und bei der auch Anbieter fairer und transparenter eingebunden werden können. Wenn es gelingt, Vertrauen, Transparenz, Community Feedback und Buchbarkeit sinnvoll mit KI zu verbinden, kann daraus ein neuer Standard für Reiseplanung entstehen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die als Solo Founder ein KI gestütztes Technologieunternehmen aufbauen möchten?

Mein erster Ratschlag wäre: Baut kein KI Feature, sondern ein echtes Produkt. Eine gute KI Antwort kann beeindrucken, aber sie löst noch nicht automatisch ein Nutzerproblem. Entscheidend ist, was nach der Antwort passiert. Kann der Nutzer handeln? Versteht er die Empfehlung? Entsteht Vertrauen? Wird ein echtes Problem einfacher? Am Ende geht es immer darum, etwas zu bauen, das Menschen wirklich nutzen wollen.

Mein zweiter Ratschlag: Erklärt euer Produkt so einfach wie möglich. Gerade wenn man technisch tief drin ist, neigt man dazu, zu kompliziert zu sprechen. Aber Nutzer, Medien und potenzielle Partner müssen sehr schnell verstehen, welches Problem ihr löst. Eine klare Positionierung ist kein Marketing Detail, sondern ein zentraler Teil des Produkts.

Mein dritter Ratschlag: Fokus ist wichtiger als Perfektion. Als Solo Founder kann man nicht alles gleichzeitig bauen. Man muss lernen, sehr bewusst Nein zu sagen. Nicht jedes Feature, das spannend klingt, ist zum aktuellen Zeitpunkt wichtig. Der wichtigste Maßstab sollte immer sein: Hilft es dem Nutzer wirklich bei dem Hauptproblem, das wir lösen wollen?

Zusätzlich würde ich sagen: Man braucht Ausdauer. KI Produkte wirken von außen oft schnell und einfach, aber ein echtes Unternehmen entsteht nicht durch einen guten Prompt oder eine gute Demo. Es entsteht durch viele kleine Entscheidungen, Fehler, Verbesserungen und den Willen, immer wieder nachzuschärfen. Gerade in schwierigen Phasen hilft es, einfach weiterzumachen und nicht stehen zu bleiben.

Bildrechte: privat / Nico Neser/tripbot

Wir bedanken uns bei Nico Neser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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