Fuchs & Eule verbindet Energieberatung, Digitalisierung und datenbasierte Analysen, um Eigentümer bei wirtschaftlichen Entscheidungen rund um die energetische Sanierung von Immobilien zu unterstützen. Im Interview sprechen Robin Behlau und Dr. Tobias Frese über ihre Vision, Herausforderungen und die Zukunft der Immobilienbranche.
Können Sie Fuchs & Eule kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung des Unternehmens entstanden ist?
Robin Behlau: „Fuchs & Eule hilft Immobilieneigentümern bei einer eigentlich einfachen Frage: Wie saniere ich meine Gebäude so, dass es sich wirklich lohnt? Also nicht blind möglichst viel Geld investieren, sondern die richtigen Maßnahmen zur richtigen Zeit machen. Was wir heute machen, war am Anfang noch gar nicht genau so geplant. Wir haben mit Digital Twins angefangen, dann das riesige Potenzial in der Energieberatung gesehen, weitere Gesellschafter mit echter Expertise dazugeholt und zunächst Eigentümer von Einfamilienhäusern beraten.
Heute analysieren wir große Portfolios mit Wohn und Nichtwohngebäuden. Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt und genauso arbeiten wir bis heute: Wir testen neue Ideen, schauen, was funktioniert, und entwickeln uns permanent weiter.“
Welche Vision verfolgen Sie mit Fuchs & Eule, und wie möchten Sie die energetische Sanierung von Immobilien langfristig verändern?
Robin Behlau: „Am Ende geht es bei unseren Kunden um ziemlich große Entscheidungen. Wo investiere ich zuerst? Welche Maßnahme bringt wirklich etwas? Und wie verbessere ich die Energieeffizienz meiner Gebäude, ohne blind sehr viel Geld auszugeben? Genau dabei können wir helfen. Wir verbinden die Erfahrung unserer Energie und Immobilienexperten mit den Daten aus inzwischen mehr als 10.000 Analysen. Dadurch können wir sehr gut einschätzen, was bei einem Gebäude sinnvoll ist und was eben nicht. Langfristig wollen wir der Partner sein, den Bestandshalter bei allen Fragen rund um Energie und Sanierung anrufen. Vom ersten Gebäude über ganze Portfolios bis zum An oder Verkauf einer Immobilie.“
An welche Zielgruppen richtet sich Fuchs & Eule hauptsächlich, und welche Herausforderungen möchten Sie mit Ihrer Lösung lösen?
Dr. Tobias Frese: „Unsere Kunden sind vor allem Asset Manager, Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen und Kommunen. Bei großen Portfolios wird die Frage schnell komplex: Ich habe Hunderte unterschiedliche Gebäude. Wo fange ich an, wo investiere ich zuerst und was bringt den größten Effekt? Unsere Stärke ist, dass wir diese Fragen auch für sehr große Portfolios schnell und in hoher Qualität beantworten können. Dafür verbinden wir erfahrene Energieexperten mit sehr vielen Daten und digitalen Analysen.“
Viele Eigentümer stehen vor komplexen Anforderungen bei der energetischen Sanierung. Wie unterstützt Fuchs & Eule dabei, wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen?
Robin Behlau: „Vor zehn Jahren hat die Energieeffizienzklasse einer Immobilie noch kaum jemanden interessiert. Heute ist das anders. Eine schlechte Energieeffizienz kann sich auf den Wert, die Finanzierung und den Beleihungswert einer Immobilie auswirken. Das ist inzwischen auch bei den Banken angekommen. Wenn ein Gebäude energetisch schlecht dasteht, wird schnell gefragt: Was ist eigentlich euer Plan für diese Immobilie? Genau da kommen wir ins Spiel. Wir schauen, mit welchen Maßnahmen sich die Energieeffizienz und der Wert der Immobilie am sinnvollsten verbessern lassen. Und das müssen eben nicht immer die teuersten Maßnahmen sein.“
Fuchs & Eule verbindet Energieberatung mit digitalen Analysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Was macht diesen ganzheitlichen Ansatz aus Ihrer Sicht besonders?
Dr. Tobias Frese: „Energieberatung allein ist erst einmal nichts Neues. Das Besondere bei uns ist die Kombination: Wir schauen nicht nur, was energetisch möglich ist, sondern auch, was sich für den Eigentümer wirklich lohnt. Unser Kernprodukt ist die energetische Due Diligence. Dabei analysieren wir ein Gebäude sehr genau und zeigen, welche Maßnahmen welchen Effekt haben. Auf die Energieeffizienz, aber eben auch auf die Wirtschaftlichkeit und den Wert der Immobilie. Häufig starten Kunden mit einem Gebäude. Wenn sie sehen, was ihnen die Ergebnisse bringen, geben sie uns danach weitere Gebäude oder ganze Portfolios und holen uns auch bei An und Verkäufen dazu.“
Welche Rolle spielen digitale Gebäudedaten und datenbasierte Analysen bei der Planung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen?
Dr. Tobias Frese: „Ohne gute Daten kann man bei einem großen Portfolio eigentlich keine vernünftigen Entscheidungen treffen. Man muss erst einmal verstehen: Was habe ich da überhaupt? Wo liegen die größten Probleme? Und wo lohnt es sich anzufangen? Digitale Analysen helfen uns, das in einer ganz anderen Geschwindigkeit zu machen. Wir haben zum Beispiel für einen Kunden 800 Gebäude in acht Wochen tief analysiert. Genau das meinen wir mit Quality at Scale: nicht einfach nur schnell viele Gebäude durch ein System schicken, sondern Daten, Technologie und echte Energieexpertise so zusammenbringen, dass am Ende gute Entscheidungen möglich sind.“
Wie gelingt es Ihnen, Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Anforderungen miteinander in Einklang zu bringen?
Robin Behlau: „Für uns ist das kein Widerspruch. Die Lösung kann ja nicht sein, einfach möglichst viel Geld in jedes Gebäude zu stecken. Es geht darum, die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu machen. Wir schauen deshalb sehr konkret: Was muss gemacht werden? Was bringt den größten Effekt? Welche Förderung gibt es? Und wie können wir Maßnahmen so kombinieren, dass es sich am Ende auch wirtschaftlich rechnet? Das Ergebnis soll kein theoretischer Idealplan sein, sondern ein Weg, den der Eigentümer tatsächlich umsetzen kann.“
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Beratung großer Immobilienportfolios und deren langfristiger Sanierungsplanung?
Dr. Tobias Frese: „Die größte Herausforderung ist, dass kein Gebäude wie das andere ist. In einem Portfolio gibt es unterschiedliche Gebäudetypen, Nutzungen, Baujahre und energetische Ausgangslagen. Gleichzeitig ist das Budget natürlich nicht unendlich. Deshalb ist die entscheidende Frage: Wo bringt der nächste investierte Euro den größten Effekt? Dafür müssen wir sehr viele Informationen schnell vergleichbar machen und priorisieren. Genau dabei helfen uns unsere Daten und digitalen Analysen. Aber immer zusammen mit den Menschen, die wissen, was davon in der Praxis wirklich funktioniert.“
Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben verändern sich kontinuierlich. Wie unterstützt Fuchs & Eule seine Kunden dabei, den Überblick zu behalten?
Robin Behlau: „Die Förderlandschaft ist so komplex und verändert sich so oft, dass man das als Eigentümer kaum nebenbei im Blick behalten kann. Genau deshalb haben wir viele erfahrene Energieberater im Team. Die schauen sich jeden Fall individuell an und prüfen, welche Förderungen es gibt, was zu dem Gebäude passt und wie Maßnahmen kombiniert werden können, damit auch die Förderung funktioniert. Unsere Kunden bekommen deshalb nicht einfach eine Liste mit Förderprogrammen, sondern eine konkrete Empfehlung, was sie tun sollten und was sich für sie wirklich rechnet.“
Welche nächsten Entwicklungsschritte und Wachstumsziele stehen bei Fuchs & Eule aktuell im Fokus?
Robin Behlau: „Wir haben gerade eine Finanzierungsrunde über zehn Millionen Euro abgeschlossen und konzentrieren uns jetzt erst einmal voll auf den deutschen Markt. Hier gibt es noch unglaublich viel zu tun, und wir gewinnen aktuell viele neue Kunden. Häufig starten wir mit unserer energetischen Due Diligence für ein erstes Gebäude. Wenn der Kunde sieht, was ihm die Analyse bringt, gibt er uns danach weitere Gebäude oder ganze Portfolios und holt uns auch bei An und Verkäufen dazu. Für uns geht es jetzt darum, genau das weiter auszubauen: mehr Kunden zu gewinnen, weiter zu wachsen und für unsere Kunden langfristig der Partner für alle wichtigen Entscheidungen rund um Energie und Sanierung zu werden.“
Wie sehen Sie die Zukunft der Immobilienbranche, und welche Rolle werden digitale Technologien bei der Energiewende im Gebäudesektor spielen?
Dr. Tobias Frese: „Das Grundproblem wird nicht verschwinden. Wenn der Gebäudesektor bis 2050 klimaneutral werden soll, müssen noch unglaublich viele Gebäude saniert werden. Ich glaube eher, dass die Größe dieser Aufgabe heute noch unterschätzt wird. Das lässt sich mit klassischer Energieberatung allein gar nicht in der nötigen Geschwindigkeit schaffen. Wir brauchen Daten, Automatisierung und KI, um sehr viele Gebäude analysieren und die richtigen Investitionen priorisieren zu können. Aber Technologie wird die Menschen dabei nicht ersetzen. Wenn jemand 500.000, fünf Millionen oder 50 Millionen Euro investieren soll, will er am Ende auch mit jemandem sprechen, der sagen kann: Wir haben das schon sehr oft gemacht. Das funktioniert. Das lässt sich umsetzen. Und die Förderung bekommst du auch.“
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Lösungen die Transformation einer traditionellen Branche vorantreiben möchten?
Robin Behlau: „Nicht zu lange am ursprünglichen Geschäftsmodell festhalten. Was wir heute machen, war am Anfang so nicht geplant. Wir haben Dinge ausprobiert, viel gelernt und unser Modell immer weiter verändert.
Den Markt und die Kunden wirklich verstehen. Eine gute Technologie allein reicht nicht. Man muss verstehen, welche Entscheidungen die Kunden tatsächlich treffen müssen und wo der echte wirtschaftliche Druck liegt.
Technologie und echte Expertise zusammenbringen. KI und Digitalisierung können sehr viel schneller und skalierbarer machen. Aber gerade bei großen Entscheidungen braucht es trotzdem Menschen, denen man vertraut und die wissen, wovon sie sprechen.
Und nicht zu vergessen: Ab und zu mit dem Team zu Union Berlin gehen. Das hilft wahrscheinlich bei jeder Transformation.“
Bildrechte: Kathleen Springer Photography
Wir bedanken uns bei Robin Behlau und Dr. Tobias Frese für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.






















