Die rasant wachsende Marke Health Routine zeigt, wie aus vermeintlichen Tabuthemen rund um die persönliche Gesundheit alltagstaugliche Pflegegewohnheiten und durchdachte Produkte werden.
Können Sie Health Routine kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee zur Gründung der Marke entstanden ist?
Health Routine entwickelt Gesundheits- und Pflegeprodukte für die kleinen Alltagsthemen, über die man nicht so gerne spricht – angefangen bei der Nagel- und Fußpflege, inzwischen in weitere Gesundheitskategorien hinein. Entstanden ist die Marke aus einem doppelten Fehlschlag: Wir sind zuerst mit einer Fitnessmarke und danach mit einer Kosmetikmarke gestartet, beide brachten nicht den gewünschten Erfolg. Erst als wir uns gefragt haben, was Menschen wirklich immer wieder brauchen, und Mitgründer Dominik seine eigene Geschichte mit dem Thema Nagelpilz aus der Fußballzeit eingebracht hat, ist die Idee entstanden. 2021 kam das erste Produkt auf den Markt.
Welche Vision verfolgen Sie mit Health Routine, und wie möchten Sie Menschen dabei unterstützen, Gesundheit fest in ihren Alltag zu integrieren?
Gesundheit scheitert selten am Wissen, sondern an der Umsetzung im Alltag. Unsere Vision ist es, für genau diese unaufgeregten Alltagsthemen einfache, verständliche Produkte und Routinen zu schaffen – Dinge, die man versteht, die in den Tagesablauf passen und die man gerne wiederholt. Der Name ist Programm: aus einer einmaligen Anwendung eine feste Routine machen.
An welche Zielgruppen richtet sich Health Routine hauptsächlich, und welche Bedürfnisse stehen bei der Entwicklung Ihrer Produkte im Mittelpunkt?
Wir richten uns an gesundheitsbewusste Erwachsene, häufig in der Lebensmitte und darüber hinaus – bei Themen wie Fuß- und Nagelpflege oft an eine etwas ältere Zielgruppe. Im Mittelpunkt steht immer das konkrete Alltagsproblem und die Tabu- oder Schamkomponente, die viele dieser Themen begleitet. Genau da wollen wir die Hürde nehmen: verständlich erklären, statt zu belehren.
Der Markt für Gesundheitsprodukte wächst kontinuierlich. Wie positioniert sich Health Routine in diesem dynamischen Umfeld?
Wir sind bewusst kein Anbieter, der möglichst breit „alles Gesundheit“ macht. Wir gehen kategorieweise in die Tiefe: ein klar umrissenes Problem, ein durchdachtes Produkt, eine verständliche Erklärung dazu. Das kombinieren wir mit eigener Produktion und konsequentem, messbarem Marketing. Und mit dem Schritt in den stationären Handel zeigen wir, dass die Marke auch über den eigenen Shop hinaus funktioniert.
Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welche Gesundheitsprodukte oder Produktkategorien Ihr Sortiment ergänzen?
Wir stellen uns drei Fragen: Gibt es ein echtes, wiederkehrendes Alltagsproblem? Können wir dafür ein besseres, verständlicheres Produkt machen als das, was es schon gibt? Und passt es zu unserem Modell mit Verbrauchsgütern – also etwas, das zufriedene Kunden wieder kaufen? Wenn eine dieser drei Fragen nicht klar mit Ja beantwortet ist, lassen wir es.
Was macht Health Routine aus Ihrer Sicht besonders, und wodurch unterscheidet sich die Marke von anderen Anbietern im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden?
Die Kombination aus Fokus und Tiefe: eigene Manufaktur, eigene Logistik – und eine Art zu kommunizieren, die das Thema entstigmatisiert, statt es medizinisch-distanziert zu behandeln. Wir sprechen über Dinge, über die sonst kaum jemand spricht, und zwar auf Augenhöhe. Das schafft eine Nähe zu unseren Kunden, die man nicht einfach nachbauen kann.
Wie wichtig ist die Verbindung aus natürlichen Inhaltsstoffen und wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Entwicklung Ihrer Produkte?
Sehr wichtig – aber nicht als Marketing-Etikett. Wir setzen auf gut verträgliche, sinnvoll zusammengesetzte Rezepturen, und die eigene Produktion gibt uns die Kontrolle über Qualität und Zusammensetzung. Natürlichkeit und ein nachvollziehbarer Nutzen sind für uns kein Widerspruch, sondern die Grundvoraussetzung dafür, dass Kunden wiederkommen.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung und Vermarktung von Gesundheitsprodukten, und wie gehen Sie damit um?
Der Gesundheitsmarkt ist stark reguliert – was man wie sagen darf, ist eng gesteckt, und das zu Recht. Wir gehen damit um, indem wir sauber und ehrlich kommunizieren und lieber verständlich erklären als überversprechen. Die zweite Herausforderung ist Vertrauen: Gesundheit ist ein sensibles Feld, Vertrauen gewinnt man nur über Qualität und Konsistenz über die Zeit.
Wie stellen Sie sicher, dass die Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden kontinuierlich in die Weiterentwicklung von Health Routine einfließen?
Als Direct-to-Consumer-Unternehmen haben wir einen direkten Draht zu unseren Kunden – über den Support, Bewertungen, Rückmeldungen und das Kaufverhalten selbst. Diese Signale fließen unmittelbar in Rezeptur, Anwendung und Kommunikation zurück. Weil unsere Kunden wiederkaufen, merken wir sehr schnell, was funktioniert und was nicht.
Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Health Routine derzeit im Fokus?
Zwei Richtungen: die Ausweitung über die Nagel- und Fußpflege hinaus in weitere Gesundheitskategorien und der weitere Ausbau des stationären Handels. Beides zahlt auf dasselbe Ziel ein – mehr Menschen mit den Alltagsthemen zu erreichen, für die es bisher zu wenig gute Produkte gibt.
Wo soll Health Routine in den kommenden Jahren stehen, und welche Ziele möchten Sie mit der Marke noch erreichen?
Wir wollen den Weg vom reinen Online-Geschäft in den Handel konsequent weitergehen, das Sortiment über mehrere Gesundheitskategorien verbreitern und international wachsen. Das übergeordnete Ziel: Health Routine als vertrauenswürdige Marke für die unaufgeregten Gesundheitsthemen des Alltags zu etablieren.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die im Gesundheitsbereich ein Unternehmen aufbauen möchten?
Erstens: Bau ein Modell mit Wiederkäufern. Im Gesundheitsbereich verdient man Vertrauen langsam, und Verbrauchsgüter belohnen genau das.
Zweitens: Bleib sauber in der Kommunikation – kurzfristig zu überversprechen kostet dich langfristig genau das Vertrauen, von dem du lebst.
Drittens: Bau ein Team mit gemeinsamen Werten. Fähigkeiten kann man dazuholen, Werte nicht.
Bildcredits Health Routine
Wir bedanken uns bei Dominik Popp für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















