Donnerstag, August 27, 2026
StartInterviewsNALU: Das Löwen Startup bringt Fruchtgummi mit 96 Prozent weniger Zucker

NALU: Das Löwen Startup bringt Fruchtgummi mit 96 Prozent weniger Zucker

NALU entwickelt Fruchtgummis mit deutlich weniger Zucker und möchte damit eine Alternative zu klassischen Süßwaren schaffen.

Können Sie NALU kurz vorstellen und erzählen, wer das Unternehmen gegründet hat?

Aloha! Ich bin Max Schön, eine Naschkatze aus Hamburg. Zusammen mit meiner Freundin Lisa Bella Ippolito habe ich letztes Jahr Hand in Hand in der Höhle der Löwen gestanden.

Wie entstand die Idee, Fruchtgummis mit deutlich weniger Zucker zu entwickeln?

Ich nasche für mein Leben gerne, am liebsten Fruchtgummis. Aber klassische Fruchtgummis bestehen mindestens zur Hälfte aus Zucker, vegane sogar zu 60 % aus Zucker. Meine Freundin und ich dachten uns: Das muss doch irgendwie besser gehen.

Welche Vision verfolgen Sie mit NALU, und wie möchten Sie den Markt für Süßwaren langfristig verändern?

Wir möchten bei NALU jede Naschkatze ins innere Gleichgewicht bringen. Unser Traum ist, dass man bald alle Fruchtgummis im Supermarkt mit gutem Gewissen essen kann.

An welche Zielgruppen richten sich Ihre Produkte hauptsächlich, und welche Bedürfnisse möchten Sie damit erfüllen?

Zunächst würde man denken, dass nur Leute aus der Fitness-Community gerne zu uns greifen. Aber die Zielgruppe ist viel größer: Mittlerweile achten viele Menschen, von Jung bis Alt, auf ihre Ernährung. Zudem gibt es mehr Menschen, als man denkt, die aufgrund einer Erkrankung wie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen keinen Zucker essen dürfen.

Viele Verbraucher möchten ihren Zuckerkonsum reduzieren, wollen aber nicht auf Genuss verzichten. Wie begegnet NALU diesem Wunsch?

Bei uns steht Geschmack an erster Stelle und an zweiter Stelle die Zuckerreduktion, bei der wir immer besser werden. Als wir gelauncht haben, lagen wir bei etwa 80 % weniger Zucker als herkömmliche Fruchtgummis – mittlerweile sind wir bei 96 % weniger Zucker.

Was macht NALU aus Ihrer Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Fruchtgummis und anderen zuckerreduzierten Alternativen?

Ganz klar die Kombination aus Zuckerreduktion und erhöhtem Ballaststoffgehalt. Herkömmliche zuckerfreie Gummibärchen aus der Apotheke sind mit Maltit gesüßt, einem Zuckeralkohol, der bereits nach fünf Gummibärchen abführend wirken kann. Das kommt bei uns nicht in die Tüte!

Welche Herausforderungen gab es bei der Entwicklung eines Fruchtgummis, der sowohl geschmacklich als auch in der Konsistenz überzeugen soll?

Die Textur ist der Endgegner in der Produktion. Sobald man Zucker in der Rezeptur ersetzt, wird das Gummi entweder zäh, verliert den Biss oder wird klebrig. Besonders bei unseren veganen Alternativen war die Konsistenz eine große Herausforderung. Die perfekte Balance zu finden, um dieses ikonische Kau-Gefühl zu bewahren, war unser größter und härtester Meilenstein.

NALU war in der Höhle der Löwen zu sehen. Welche Auswirkungen hatte dieser Schritt auf die Entwicklung des Unternehmens?

Die Ausstrahlung war ein absoluter Gamechanger für uns! Die mediale Aufmerksamkeit war gigantisch, und wir waren nach dem Deal-Trubel komplett ausverkauft. Und wir hatten einfach so ein Glück mit unseren Löwinnen Janna Ensthaler und Lena Gercke. Wir stehen immer noch im wöchentlichen Austausch, und sie haben maßgeblich zu tollen Listungen wie bei Müller und dm beigetragen.

Wie hat sich die Nachfrage nach zuckerreduzierten Süßwaren in den vergangenen Jahren verändert?

Sie ist aus der absoluten Nische in die Mitte der Gesellschaft gerückt. Früher war „zuckerreduziert“ ein Thema für Ernährungs-Nerds. Heute ist das Bewusstsein in der breiten Masse angekommen. Die Menschen wissen, was übermäßiger Zuckerkonsum anrichten kann, und fordern proaktiv bessere, smarte Alternativen.

Welche nächsten Produktentwicklungen und Wachstumsziele stehen bei NALU aktuell im Fokus?

Wir feilen schon an den nächsten Sorten und binden dabei unsere Community mit ein, machen regelmäßig Umfragen, was für Konsistenzen, Geschmäcker und Meerestiere sich die Community wünscht, und auch an echt größeren Überraschungen – aber das ist leider ein gut gehütetes Firmengeheimnis. Und natürlich steht die Präsenz im Supermarkt an oberster Stelle.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die mit innovativen Food-Produkten etablierte Märkte herausfordern möchten?

Hui, keine leichte Frage. Aber erstens: Geschmack zählt. Egal wie innovativ das Produkt ist, wenn es nicht schmeckt, kauft es keiner. Zweitens: Dran bleiben. Ich (Max) hätte kurz vor der Höhle der Löwen-Zusage fast das Handtuch geworfen. Und drittens: Spaß nicht vergessen und Zwischenerfolge feiern. Probleme wird es immer geben, aber auch ganz tolle Momente, und diese gilt es zu würdigen und zu genießen.

Bild Max Schön und Lisa Bella Ippolito Bildcredits Valentin Pellio (Studio Pellio)

Wir bedanken uns bei Max Schön für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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