Donnerstag, August 27, 2026
StartInterviewsFlyPix AI: Wie das Startup die KI-Analyse von Satellitenbildern revolutioniert

FlyPix AI: Wie das Startup die KI-Analyse von Satellitenbildern revolutioniert

FlyPix AI verbindet Künstliche Intelligenz mit Erdbeobachtung und macht die Analyse von Satelliten-, Luft- und Drohnenbildern auch ohne tiefes technisches Know-how zugänglich

FlyPix AI ist Finalist für Frankfurt Forward Startup of the Year!

Stellt euch und euer Startup unseren Leserinnen und Lesern kurz vor. Wer und was steckt hinter FlyPix AI?

Hinter FlyPix AI stehen wir beide – Ivan und Sergey. Uns verbindet ein technischer Hintergrund in Machine Learning und Data Science. Sergey hat seinen Master an der TU Darmstadt abgeschlossen und im Bereich Machine Learning promoviert. Ivan promovierte in Informatik an der Universität Trento in Italien. Gemeinsam entstand die Idee zu FlyPix AI: die Analyse von Satelliten-, Luft- und Drohnenbildern aus der Expertenwelt herauszuholen und als Produkt für Unternehmen zugänglich zu machen. Unser Ziel ist es, dass auch Anwenderinnen und Anwender ohne tiefes technisches Know-how Geodaten einfach nutzen und daraus fundierte Entscheidungen treffen können.

Was hat euch dazu motiviert, ein eigenes Unternehmen zu gründen? Gab es einen besonderen Moment oder Auslöser?

Vor der Gründung von FlyPix AI haben wir Unternehmen als Berater im Bereich Machine Learning und Data Science unterstützt. Gleichzeitig war für uns immer klar, dass wir langfristig ein eigenes Produkt aufbauen wollten. Als Gründer ist es etwas Besonderes, eine Lösung zu entwickeln, die kontinuierlich wächst, sich weiterentwickelt und hinter der das gesamte Team steht. Genau das hat uns angetrieben.

Den einen Schlüsselmoment gab es allerdings nicht. Vielmehr haben wir immer wieder dieselben Anforderungen von unseren Kunden gehört und für unterschiedliche Projekte ähnliche Bildanalyse-Pipelines entwickelt. Irgendwann wurde klar: Statt dieselbe Lösung immer wieder neu zu bauen, sollten wir sie einmal richtig entwickeln – als skalierbares Produkt. So ist FlyPix AI entstanden.

Welche Vision verfolgt ihr mit FlyPix AI? Was wollt ihr langfristig verändern oder möglich machen?

Unsere Vision ist einfach: Wir wollen den Zugang zu Wissen über unseren Planeten demokratisieren. An Daten mangelt es heute nicht mehr – Satelliten-, Luft- und Drohnenbilder stehen in riesigen Mengen zur Verfügung. Die eigentliche Herausforderung ist, diese Daten zu verstehen und sinnvoll zu nutzen. Genau hier setzt FlyPix AI an.

Wir machen Erdbeobachtungsdaten für alle nutzbar – nicht nur für Spezialisten. Wenn jede Organisation diese Informationen einfach auswerten und für bessere Entscheidungen einsetzen kann, eröffnet das völlig neue Möglichkeiten: vom Umwelt- und Naturschutz über Klimaanpassung bis hin zu einer effizienteren Infrastruktur. Langfristig wollen wir damit nicht nur Unternehmen helfen, sondern einen Beitrag leisten, unseren Planeten besser zu verstehen und nachhaltiger mit ihm umzugehen.

Von der Idee bis heute: Was waren bisher eure größten Herausforderungen – und wie habt ihr eure Finanzierung aufgestellt?

Die größte Herausforderung war – und ist bis heute – nicht die Technologie. Eine gute technische Lösung zu entwickeln, ist nur der erste Schritt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, ein Produkt zu bauen, das Menschen gerne nutzen und auf das sie sich im Alltag verlassen können.

Der Weg von einer funktionierenden Lösung zu einem Produkt, das von Hunderten oder Tausenden Nutzerinnen und Nutzern regelmäßig eingesetzt wird, ist wahrscheinlich die größte Aufgabe jedes Technologie-Start-ups. Genau darauf konzentrieren wir uns jeden Tag.

Für wen entwickelt ihr eure Lösungen? Wer zählt zu eurer wichtigsten Zielgruppe?

Wir entwickeln FlyPix AI ganz bewusst für Menschen ohne technischen Hintergrund. Das ist eine Herausforderung – aber gleichzeitig auch der spannendste Teil unserer Arbeit. Denn unser Ziel ist es, dass niemand Data Scientist oder KI-Experte sein muss, um wertvolle Erkenntnisse aus Satelliten-, Luft- oder Drohnenbildern zu gewinnen.

Genau diese Anwender stehen für uns im Mittelpunkt: Fachleute mit tiefem Domänenwissen, die konkrete Probleme lösen wollen. Sie sollen die Möglichkeiten moderner Erdbeobachtung nutzen können, ohne dafür ein eigenes Data-Science-Team aufbauen oder komplexe KI-Modelle verstehen zu müssen.

Wie funktioniert FlyPix AI ganz konkret? Und welche Vorteile bietet euer Ansatz im Vergleich zu bestehenden Lösungen?

FlyPix AI macht hochkomplexe KI- und Fernerkundungstechnologie über eine intuitive Benutzeroberfläche zugänglich. Im Hintergrund arbeiten leistungsstarke Vision-Modelle – für die Nutzer fühlt es sich jedoch so einfach an, wie Objekte auf einer Karte zu markieren. Nach wenigen Beispielen lernt die Plattform selbstständig, wonach gesucht wird, und erstellt automatisch ein passendes KI-Modell.

Man kann es mit einem Kind vergleichen, das den Buchstaben „A“ lernt: Anfangs braucht es einige Beispiele, doch schon bald erkennt es den Buchstaben in unterschiedlichsten Formen und kann ihn selbst schreiben. Genauso lernt FlyPix AI, Objekte unter verschiedensten Bedingungen zu erkennen und sie anschließend weltweit automatisch zu identifizieren.

Genau darin liegt auch unser entscheidender Unterschied zu klassischen Lösungen. Was bisher spezialisierte GIS-Experten, Data Scientists und aufwendige Analyseprozesse erforderte, erledigt FlyPix AI in wenigen Klicks. So wird Erdbeobachtung erstmals für Fachanwender ohne KI- oder GIS-Kenntnisse zugänglich.

Ihr seid Finalist für das „Frankfurt Forward Startup of the Year 2026“. Was bedeutet das für euch – und wie geht es jetzt weiter?

Für uns bedeutet diese Auszeichnung vor allem zweierlei. Zum einen ist sie eine große Anerkennung für die Arbeit, die unser Team in den vergangenen Jahren geleistet hat. Das macht uns stolz.

Zum anderen bringt sie Verantwortung mit sich. Jedes erfolgreiche Start-up war irgendwann am Anfang. Deshalb sehen wir es auch als unsere Aufgabe, die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern zu inspirieren und zu unterstützen. Vielleicht sind einige von ihnen heute noch klein – morgen können sie größer sein.

Wir möchten zeigen, was möglich ist, wenn man mutig denkt, kalkulierte Risiken eingeht und konsequent an einer Vision arbeitet. Wenn wir damit andere ermutigen können, selbst den Schritt ins Unternehmertum zu wagen, dann ist das für uns mindestens genauso wertvoll wie die Auszeichnung selbst.

Wo soll die Reise hingehen? Wo seht ihr euch und FlyPix AI in fünf Jahren?

Es ist heute schwieriger denn je, fünf Jahre in die Zukunft zu blicken. Vor fünf Jahren hätte kaum jemand vorhergesagt, wie rasant sich Künstliche Intelligenz entwickeln würde – bis hin zu Systemen, die heute komplexe Schlussfolgerungen ziehen können. Diese Dynamik zeigt, wie schnell sich unsere Branche verändert.

Eines ist für uns aber klar: In fünf Jahren wollen wir FlyPix AI als einen der weltweit führenden Anbieter an der Schnittstelle von Space Tech und Künstlicher Intelligenz etabliert haben. Nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern global. Unser Ziel ist es, Technologien zu entwickeln, die unseren Planeten besser verständlich machen und Menschen überall auf der Welt dabei unterstützen, fundiertere Entscheidungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu treffen.

Zum Abschluss: Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: resilient bleiben. Rückschläge gehören dazu – entscheidend ist, dass man immer wieder aufsteht und weitermacht. Zweitens: den Blick bewusst auf das Positive richten. Auch in schwierigen Phasen gibt es Fortschritte und Chancen; man muss sie erkennen und ihnen Raum geben.

Und drittens: die Menschen im eigenen Umfeld stärken. Wer seinem Team vertraut, Verantwortung überträgt und Mut macht, baut mehr als nur ein Unternehmen. Am Ende sind es genau diese Menschen, die die Vision mittragen und gemeinsam mit dir Wirklichkeit werden lassen.

Bildcredits FlyPix AI

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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