Freitag, November 6, 2026
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OLENRI: Wie die App mentale Überforderung in klare Schritte verwandelt

Können Sie OLENRI kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Anwendung entstanden ist?

OLENRI ist eine Anwendung für Momente, in denen man feststeckt, zu viele Gedanken gleichzeitig hat oder einfach nicht weiß, was der nächste Schritt sein soll. Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Menschen haben heute selten zu wenig Informationen. Viel häufiger haben sie zu viele Gedanken, Möglichkeiten, Meinungen und Emotionen gleichzeitig. OLENRI soll dabei helfen, dieses innere Durcheinander zu ordnen, das Wesentliche zu erkennen und wieder handlungsfähig zu werden.

Wer steht hinter OLENRI, und welche Erfahrungen bringen Sie in die Entwicklung des Unternehmens ein?

Hinter OLENRI stehe ich als Gründer und Produktverantwortlicher. Bei der Entwicklung versuche ich, nicht von Technologie oder einzelnen Funktionen auszugehen, sondern von realen Situationen im Alltag. Mich interessiert vor allem die Frage, was einem Menschen in einem schwierigen Moment tatsächlich hilft. Diese Perspektive prägt die Produktentwicklung sehr stark: Funktionen werden nicht hinzugefügt, weil sie technisch möglich sind, sondern weil sie einen konkreten Nutzen haben.

Welche Vision verfolgen Sie mit OLENRI, und welches Problem möchten Sie damit langfristig lösen?

Meine langfristige Vision ist, OLENRI zu einem globalen Produkt für persönliche Klarheit zu entwickeln. Es soll Menschen helfen, genau dann Orientierung zu finden, wenn Gedanken, Emotionen und Möglichkeiten gleichzeitig zu viel werden. Dabei geht es nicht darum, Menschen Entscheidungen abzunehmen. OLENRI soll vielmehr helfen, eine Situation so klar zu sehen, dass der eigene nächste Schritt wieder erkennbar wird.

OLENRI richtet sich an Menschen, die feststecken oder sich überfordert fühlen. Wie hilft die Anwendung dabei, eine Situation zu strukturieren?

Der Nutzer beschreibt zunächst in seinen eigenen Worten, was gerade passiert. OLENRI hilft anschließend dabei, die Situation in verständliche Bestandteile zu zerlegen: Was ist das eigentliche Problem? Welche Faktoren sind wirklich wichtig? Welche Möglichkeiten gibt es? Welche Vor- und Nachteile haben sie? Dadurch wird aus einer unübersichtlichen Situation etwas, das man betrachten und Schritt für Schritt verstehen kann.

Wie gelingt es OLENRI, aus vielen Gedanken und Informationen einen konkreten nächsten Schritt herauszuarbeiten?

Der entscheidende Punkt ist, dass OLENRI nicht versucht, sofort die gesamte Zukunft zu lösen. Stattdessen wird die Situation reduziert, bis ein sinnvoller nächster Schritt sichtbar wird. Dieser Schritt soll konkret, realistisch und möglichst überschaubar sein. Häufig braucht ein Mensch keinen perfekten Plan für die nächsten zwölf Monate. Er braucht Klarheit darüber, was er als Nächstes tun kann.

Was unterscheidet OLENRI von klassischen Ratgeber oder Coaching Apps und allgemeinen KI Anwendungen?

OLENRI ist weder als klassischer Ratgeber noch als allgemeiner Chat-Assistent gedacht. Viele Anwendungen liefern möglichst viele Antworten oder führen lange Gespräche. OLENRI verfolgt einen anderen Ansatz: weniger Informationen, mehr Struktur und am Ende eine klare Richtung. Die zugrunde liegende Technologie bleibt dabei bewusst im Hintergrund. Entscheidend ist nicht, wie eine Antwort erzeugt wird, sondern ob der Nutzer seine Situation danach besser versteht und weiß, was er als Nächstes tun kann.

Welche Zielgruppen möchten Sie mit OLENRI besonders erreichen, und in welchen Situationen sehen Sie den größten Nutzen?

OLENRI richtet sich grundsätzlich an Menschen, die gerade vor einer schwierigen Entscheidung stehen, sich überfordert fühlen oder gedanklich feststecken. Das kann eine berufliche Entscheidung sein, eine persönliche Situation, eine Beziehung, Motivation, ein Konflikt oder einfach das Gefühl, nicht zu wissen, wo man anfangen soll. Der größte Nutzen entsteht in Momenten, in denen man nicht unbedingt mehr Informationen braucht, sondern mehr Klarheit.

Bei persönlichen Entscheidungen kann digitale Unterstützung auch an Grenzen stoßen. Wo ziehen Sie diese bei OLENRI?

Diese Grenze ist für uns sehr wichtig. OLENRI soll Menschen beim Denken unterstützen, aber nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Es ersetzt weder medizinische noch psychologische, rechtliche oder andere professionelle Beratung. Gerade bei schwerwiegenden oder sicherheitsrelevanten Situationen muss ein digitales Produkt seine Grenzen klar erkennen. OLENRI soll Orientierung geben, nicht Autorität über persönliche Entscheidungen beanspruchen.

Vertrauen spielt bei einer Anwendung für persönliche Situationen eine wichtige Rolle. Wie möchten Sie dieses Vertrauen bei den Nutzern aufbauen?

Vertrauen entsteht meiner Meinung nach nicht durch große Versprechen, sondern durch konsequentes Verhalten. Deshalb spielen Datenschutz, Transparenz und ein zurückhaltendes Produktdesign bei OLENRI eine zentrale Rolle. Nutzer sollen verstehen können, was mit ihren Informationen passiert, und sich nicht beobachtet oder manipuliert fühlen. Gerade bei persönlichen Themen ist Privatsphäre kein Zusatzfeature, sondern ein Teil des Produkts selbst.

OLENRI wurde beim BuilderFest eingereicht. Welche Bedeutung hat die Teilnahme für die weitere Entwicklung des Projekts?

BuilderFest ist für uns vor allem eine Möglichkeit, OLENRI außerhalb unseres eigenen Umfelds zu zeigen und ehrliches Feedback zu bekommen. In einer frühen Phase ist es sehr wertvoll zu sehen, wie Menschen, die das Produkt vorher nicht kennen, darauf reagieren. Sichtbarkeit ist natürlich wichtig, aber noch wichtiger ist für uns die Frage, ob die grundlegende Idee verstanden wird und ob Menschen darin einen echten Nutzen für ihren Alltag sehen.

Welche nächsten Schritte planen Sie für OLENRI, und wie soll sich die Anwendung künftig weiterentwickeln?

Der nächste Schritt besteht darin, OLENRI weiter zu vereinfachen und gleichzeitig den persönlichen Nutzen zu vertiefen. Wir möchten besser verstehen, welche Situationen besonders häufig auftreten, welche Formen der Unterstützung tatsächlich hilfreich sind und wie OLENRI Menschen über längere Zeit begleiten kann, ohne unnötig komplex zu werden. Langfristig soll daraus ein globales Produkt entstehen, das in verschiedenen Sprachen und Kulturen dieselbe einfache Idee vermittelt: Find your next step.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus einer einfachen Idee ein digitales Produkt entwickeln möchten?

Erstens: Beginnt mit dem Problem und nicht mit der Technologie. Eine beeindruckende Funktion ist wertlos, wenn sie kein echtes Problem löst.

Zweitens: Baut so früh wie möglich etwas, das echte Menschen ausprobieren können. Viele Annahmen verändern sich erst, wenn ein Produkt tatsächlich benutzt wird.

Drittens: Lernt, Dinge wegzulassen. Ein gutes Produkt wird nicht automatisch besser, wenn immer mehr Funktionen hinzukommen. Oft entsteht der größte Wert genau dort, wo Komplexität verschwindet.

Fotocredits: OLENRI / privat

Wir bedanken uns bei Sultanov Maksym für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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