Dienstag, Oktober 13, 2026
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Vom Regionalportal zur Digitalagentur: Wie spot it media mit echten Communities Mehrwert schafft

spot it media verbindet regionale Communities mit digitalen Plattformen, um Menschen und Unternehmen besser zu vernetzen und Informationen zugänglich zu machen. Gründer Marcel Schäfer erklärt im Interview, wie aus einer Facebook-Seite ein Unternehmen entstand, welche Rolle ehrenamtliche Warnmeldungen und die Tierkarte spielen und welche digitalen Angebote künftig geplant sind.

Stell dich und spot it media bitte kurz vor. Wie wurde aus der Facebook-Community „Spotted Westerwald“ die Idee für ein eigenes Unternehmen?

Ich bin Marcel Schäfer, Gründer und Inhaber von spot it media aus Büttelborn in Hessen. Angefangen hat alles am 19. Oktober 2014 mit der Facebook-Seite „Spotted Westerwald“.

Was zunächst als kleines Social-Media-Projekt gedacht war, entwickelte sich über die Jahre zu einem Netzwerk aus regionalen Seiten, Gruppen und Informationskanälen. Dabei habe ich gemerkt, wie viel solche Communities bewegen können. Sie bringen Menschen zusammen, helfen bei konkreten Anliegen und ermöglichen Unternehmen, regional sichtbar zu werden.

Im April 2024 habe ich deshalb spot it media gegründet. Heute verbinden wir regionale Medien, Marketing und Content Creation mit eigenen digitalen Plattformen und Apps.

Du hast bereits 2014 mit einer regionalen Community begonnen. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit haben deinen unternehmerischen Weg besonders geprägt?

Am meisten hat mich geprägt, dass es bei einer Community nicht nur um Followerzahlen oder Reichweite geht, sondern vor allem um die Menschen dahinter.

Ob bei der Suche nach vermissten Tieren, bei regionalen Hilfsaktionen oder während der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Immer wieder hat sich gezeigt, dass digitale Communities auch ganz praktische Hilfe ermöglichen können.

Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig Vertrauen und Verantwortung sind. Gerade wenn viele Menschen auf Informationen vertrauen, muss man sorgfältig damit umgehen.

Unternehmerisch hat mich außerdem die Erkenntnis geprägt, dass man nicht immer mit einem fertigen Geschäftsmodell starten muss. Manchmal entwickelt sich aus einer einfachen Idee über viele Jahre etwas, das man ursprünglich überhaupt nicht geplant hatte.

Mit spot it media verbindest du klassische Medien- und Marketingleistungen mit eigenen digitalen Plattformen. Welche Vision steckt hinter diesem Geschäftsmodell?

Ich möchte mit spot it media etwas aufbauen, das langfristig Bestand hat und nicht nur von einzelnen Werbeaufträgen lebt.

Über die Jahre haben wir starke regionale Communities aufgebaut. Dahinter stecken Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen, Fragen und Problemen. Irgendwann habe ich angefangen, darüber nachzudenken, was wir mit diesen Möglichkeiten noch alles machen können.

Heute unterstützen wir Unternehmen mit Marketing, Werbung und Content Creation. Gleichzeitig entwickeln wir eigene digitale Plattformen, die konkrete Probleme lösen sollen.

Dabei muss nicht jedes Projekt sofort Geld verdienen. Unser Warnnetzwerk betreiben wir beispielsweise komplett ehrenamtlich.

Langfristig möchte ich eigene Produkte entwickeln, die wirklich genutzt werden und vielleicht irgendwann weit über unsere bisherigen Regionen hinaus Menschen erreichen.

Viele eurer digitalen Projekte entstehen aus konkreten Problemen innerhalb eurer Communities. Wie erkennt ihr, welche Bedürfnisse sich für eine eigene Plattform eignen?

Das ergibt sich häufig aus dem direkten Austausch mit unseren Communities. Wenn Menschen immer wieder dieselben Fragen stellen oder bestimmte Abläufe unnötig kompliziert sind, überlegen wir, ob sich dafür eine bessere Lösung finden lässt.

Ein Beispiel sind Tiermeldungen. Wenn ein Hund vermisst wird, verteilen sich Suchmeldungen und Hinweise häufig auf zahlreiche Facebook-Gruppen und WhatsApp-Kanäle. Irgendwann verliert man den Überblick.

Genau solche Situationen bringen mich auf Ideen. Dabei muss es nicht immer gleich eine große Plattform sein. Manchmal reicht eine einfache Website.

Natürlich habe ich ständig neue Ideen. Aber ich versuche auch darauf zu achten, was wirklich gebraucht wird. Denn selbst die beste Idee bringt wenig, wenn sie später niemand nutzt.

Mit spot it Warnmeldungen bietet ihr eine öffentliche Live-Warnkarte und einen digitalen Bürgerhinweis-Prozess. Wie funktioniert das Angebot und welchen Mehrwert schafft es für die Menschen vor Ort?

Unsere Warnmeldungen haben sich aus regionalen WhatsApp-Kanälen entwickelt. Inzwischen betreiben wir zusätzlich eine öffentliche Live-Warnkarte, auf der wir über Gefahrenlagen, Unwetter, Verkehrsstörungen und andere wichtige Ereignisse informieren. Dabei fließen auch offizielle Meldungen ein, beispielsweise über die Landesmeldestelle Rheinland-Pfalz.

Über unser Bürgerhinweis-System können uns sowohl Privatpersonen als auch Behörden auf Ereignisse aufmerksam machen. Bevor daraus eine eigene Meldung entsteht, prüfen wir die Informationen redaktionell.

Unser Ziel ist es, wichtige Informationen schnell und unkompliziert zugänglich zu machen, auch ohne WhatsApp oder Facebook. Dabei ergänzen wir die offiziellen Warnsysteme, ersetzen diese aber ausdrücklich nicht. Das gesamte Warnnetzwerk betreiben wir ehrenamtlich und ohne kommerzielle Werbung.

Eure Tierkarte unterstützt bei der Suche nach vermissten Tieren und der Meldung von Fundtieren oder Sichtungen. Wie ist dieses Projekt entstanden und welche Herausforderungen bringt es mit sich?

Tiermeldungen begleiten unsere Communities schon seit vielen Jahren. Immer wieder erreichen uns Nachrichten über vermisste Hunde, gefundene Katzen oder Tiere, die irgendwo gesichtet wurden. Die Hilfsbereitschaft ist meistens riesig, aber die Informationen verteilen sich oft auf zahlreiche Facebook-Gruppen und WhatsApp-Kanäle.

Genau daraus ist die Idee zur Tierkarte entstanden. Wir möchten solche Meldungen, Sichtungen und Hinweise an einem zentralen Ort zusammenbringen, damit Betroffene nicht überall einzeln suchen müssen.

Die größte Herausforderung ist für mich, die Plattform möglichst einfach und zuverlässig zu gestalten. Wer sein Tier vermisst, befindet sich oft in einer emotionalen Ausnahmesituation und braucht schnelle Hilfe statt komplizierter Technik. Gleichzeitig müssen wir Datenschutz, Standortinformationen und die Prüfung von Meldungen berücksichtigen.

Die Webplattform befindet sich aktuell in einer geschlossenen Testphase.

Regionale Communities leben von Vertrauen und aktiver Beteiligung. Wie stellt ihr sicher, dass Informationen zuverlässig sind und eure Plattformen verantwortungsvoll genutzt werden?

Vertrauen ist für mich die wichtigste Grundlage unserer Arbeit. Wir haben unsere Communities über viele Jahre aufgebaut und möchten dieses Vertrauen natürlich nicht durch falsche oder ungeprüfte Informationen gefährden.

Deshalb unterscheiden wir zwischen offiziellen Informationen und Hinweisen aus der Bevölkerung. Gerade bei unseren Warnmeldungen wird nicht einfach alles veröffentlicht, was uns zugeschickt wird. Wir prüfen die Informationen vorher und entscheiden, ob eine Veröffentlichung sinnvoll und verantwortbar ist.

Auch beim Datenschutz achten wir darauf, nicht mehr persönliche Informationen oder genaue Standorte öffentlich zu zeigen, als tatsächlich notwendig ist.

Marcel Schaefer mit Laptop und Kamera. Fotografie: Dintelmann.net

Was unterscheidet spot it media von klassischen regionalen Medienunternehmen und anderen digitalen Informationsplattformen?

Wir sind eigentlich viel mehr als ein klassisches Medienunternehmen. Bei uns laufen ganz unterschiedliche Anliegen zusammen. Menschen suchen etwas, bieten etwas an, brauchen Hilfe, möchten Informationen teilen oder andere Menschen erreichen. Genauso kommen Unternehmen auf uns zu, die Mitarbeiter, Kunden oder passende Dienstleister suchen.

Wir verbinden dabei verschiedene Bereiche miteinander. Unternehmen mit Unternehmen, Unternehmen mit Privatpersonen und natürlich auch Privatpersonen untereinander. Unsere regionalen Communities, Medienkanäle und digitalen Plattformen greifen dabei ineinander.

Genau das macht spot it media für mich besonders. Wir beschränken uns nicht auf ein einzelnes Thema, sondern versuchen, für möglichst viele unterschiedliche Anliegen passende Menschen, Informationen oder Lösungen zusammenzubringen.

Aus einem Communityprojekt ist ein Unternehmen mit verschiedenen Geschäftsbereichen entstanden. Wie finanziert ihr eure Entwicklung und welche Rolle spielen die einzelnen Angebote für euer Geschäftsmodell?

Wir finanzieren unsere Entwicklung bisher aus eigenen Mitteln und sind unabhängig von Investoren. Ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil meiner Selbstständigkeit ist meine Tätigkeit als Fachberater und Abschnittsleiter im Bereich der Afrikanischen Schweinepest. Daneben erzielen wir mit spot it media Einnahmen durch regionale Werbeplatzierungen sowie Marketing- und Mediendienstleistungen.

Einen Teil der erwirtschafteten Mittel investieren wir in unsere eigenen digitalen Projekte. Dabei muss nicht jedes Angebot sofort Geld verdienen. Unser Warnnetzwerk betreiben wir beispielsweise komplett ehrenamtlich und ohne Werbung.

Langfristig möchte ich die unterschiedlichen Geschäftsbereiche weiter ausbauen und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten durch eigene digitale Produkte schaffen.

Ihr entwickelt aktuell native App-Lösungen für eure Plattformen. Welche neuen Möglichkeiten sollen dadurch für eure Nutzer entstehen?

Mit unseren Apps möchten wir Informationen schneller und einfacher zugänglich machen. Bei den Warnmeldungen geht es uns darum, die Bevölkerung möglichst frühzeitig über relevante Ereignisse zu informieren. Das muss nicht immer gleich eine große Katastrophe sein. Auch ein Waldbrand, eine Evakuierung oder wichtige Hinweise von Kommunen und Landkreisen können für die Menschen vor Ort entscheidend sein.

Bei den Tiermeldungen möchten wir die Suche nach vermissten Tieren und den Umgang mit Fundtieren deutlich vereinfachen. Neben einem digitalen Ratgeber planen wir langfristig auch eine intelligente Verknüpfung von Vermisst- und Fundmeldungen. Wenn beispielsweise jemand einen braunen Hund vermisst und in der Nähe ein ähnlicher Hund gefunden wird, könnte das System künftig automatisch auf eine mögliche Übereinstimmung aufmerksam machen.

Beide Apps befinden sich noch in unterschiedlichen Entwicklungs- und Testphasen. Unser Ziel ist, dass daraus wirklich hilfreiche Alltagsbegleiter werden.

Welche nächsten Schritte plant ihr für spot it media und wie möchtet ihr das Unternehmen über die bisherigen regionalen Strukturen hinaus weiterentwickeln?

Neben der Weiterentwicklung unserer Warn- und Tierkarten-Apps beschäftigen wir uns auch mit der Idee einer eigenen, übergreifenden spot it App. Langfristig möchten wir eine Plattform schaffen, die Menschen und Unternehmen bei ganz unterschiedlichen Anliegen miteinander verbindet. Egal ob jemand Hilfe sucht, einen Job anbietet, einen Handwerker benötigt oder etwas in seiner Umgebung finden möchte.

Gleichzeitig möchten wir unsere regionalen Netzwerke weiter ausbauen, möglichst auf Landkreisebene. Mir ist besonders wichtig, dass dabei die kleinen Geschäfte und Unternehmen vor Ort nicht untergehen. Die Bäckerei um die Ecke, der Blumenladen im Dorf oder der Handwerksbetrieb aus dem Nachbarort sollen durch unsere Netzwerke wieder mehr Sichtbarkeit bekommen und neue Kunden erreichen können.

Wir möchten die Möglichkeiten einer großen digitalen Plattform mit der Nähe und dem Vertrauen regionaler Communities verbinden. Denn gerade in einer zunehmend digitalen Welt finde ich es wichtig, dass die eigene Region und die Menschen und Unternehmen vor Ort nicht an Bedeutung verlieren.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründern geben, die aus einer bestehenden Community ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln möchten?

Mein erster Rat wäre, die Menschen hinter der Community ernst zu nehmen und immer nah an der Basis zu bleiben. Es geht nicht darum, möglichst viele Follower zu sammeln, sondern Vertrauen aufzubauen. Dafür muss man den Menschen zuhören, ihre Anliegen verstehen und auch selbst Teil der Community bleiben.

Zweitens sollte man genau hinschauen, wo Menschen Unterstützung brauchen. Oft entstehen die besten Geschäftsideen aus Problemen, die einem im direkten Austausch begegnen. Man muss nicht ständig das Rad neu erfinden, sondern manchmal einfach bestehende Dinge besser miteinander verbinden.

Und drittens: Einfach mal machen! Ich habe 2014 auch nicht gewusst, was aus meiner kleinen Facebook-Seite einmal entstehen würde. Man darf Fehler machen, muss daraus lernen und sollte sich nicht von jedem Rückschlag ausbremsen lassen.

Bildcredits Stefan Dintelmann

Wir bedanken uns bei Marcel Schäfer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: spot it media

Kontakt:

spot it media
Inhaber: Marcel Schäfer
Theodor-Heuss-Str. 23
64572 Büttelborn
Deutschland

spotitmedia.de
marcel@spotitmedia.de
+49 176 72330725

Ansprechpartner: Marcel Schäfer

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Persönliche Präsenz – Marcel Schäfer:
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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.

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