Wakeline erhält 2,1 Millionen Euro für kontinuierlich lernende KI
Das Düsseldorfer Deep-Tech-Startup Wakeline hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen Euro abgeschlossen. An der Finanzierungsrunde beteiligen sich der TechVision Fonds (TVF) sowie neoteq ventures. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Systeme, die nicht nur auf historischen Daten basieren, sondern im laufenden Betrieb weiterlernen und sich an veränderte Bedingungen anpassen können.
Wakeline arbeitet an einer neuartigen Architektur, die eine zentrale Herausforderung der KI-Entwicklung adressiert: Wie können Systeme lernen, während sie bereits im Einsatz sind? Das Unternehmen verfolgt dabei einen Ansatz, bei dem Lernen und Anwendung nicht voneinander getrennt sind, sondern gleichzeitig stattfinden.
Wakeline setzt auf KI, die im laufenden Betrieb weiterlernt
Die meisten heute eingesetzten KI-Modelle folgen einem ähnlichen Prinzip. Sie werden mit historischen Daten trainiert, anschließend ausgerollt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Nach Ansicht von Wakeline führt dieses Vorgehen dazu, dass KI-Systeme stets auf vergangenem Wissen basieren und sich nicht eigenständig an neue Situationen anpassen können.
Mit seinem Ansatz des Continuous Learning entwickelt das Startup Systeme, die während des laufenden Betriebs weiterlernen und mit ihrer Umgebung verbunden bleiben. Training und Anwendung greifen ineinander, statt in getrennten Phasen abzulaufen. Lernen wird damit zu einem Echtzeit-Prozess.
Biologisch inspirierte Architektur für adaptive KI
Die Technologie von Wakeline orientiert sich an biologischen Lernprozessen. Ziel ist es, KI-Systeme zu entwickeln, die Erfahrungen sammeln, daraus lernen und ihr Verhalten unmittelbar an neue Bedingungen anpassen können.
Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf eine Architektur, die ohne Abhängigkeit von US-amerikanischen Hyperscalern oder proprietären Modellen betrieben werden kann. Damit soll langfristig eine eigenständige europäische KI-Infrastruktur unterstützt werden.
Erste Anwendungen in Energiemärkten, Industrie und Forschung
Die erste produktive Anwendung der Technologie liegt in Echtzeit-Prognosen für europäische Energiemärkte. Die Systeme passen sich kontinuierlich an Marktveränderungen an und müssen nicht regelmäßig neu trainiert werden.
Darüber hinaus sieht Wakeline Einsatzmöglichkeiten in industriellen Produktionsumgebungen sowie in der neurologischen Forschung. Dort könnte die Technologie beispielsweise zur Früherkennung von Parkinson beitragen.
„Die meisten KI-Investitionen heute sind Wetten auf bessere Modelle innerhalb derselben Architektur. Wakeline stellt die Architektur selbst infrage und das ist der seltenere und interessantere Ansatz“, sagt Dr. Ansgar Schleicher, Managing Partner beim TechVision Fonds. „Kontinuierlich adaptive Systeme lösen ein Problem, das die Industrie bisher schlicht akzeptiert hat: dass KI immer einen Schritt hinter der Realität liegt.“
Investoren setzen auf die nächste Generation von KI-Systemen
Mit dem frischen Kapital will Wakeline die Weiterentwicklung seiner Plattform beschleunigen, den Go-to-Market intensivieren und das Team weiter ausbauen.
„Was uns überzeugt hat, ist die Kombination aus wissenschaftlicher Substanz und einem Team, das genau weiß, welches industrielle Problem es zuerst lösen will“, sagt Jan Jeske, Partner bei neoteq ventures. „Wir investieren, weil wir glauben, dass Europa in der nächsten KI-Generation eigene Architekturen braucht.“
Gründerteam entwickelt adaptive KI für unterschiedliche Branchen
Wakeline wurde 2025 von Dr. Tim Gülke, Jan Böggering, Simon Sprünker und Dr. Merten Tiedemann gegründet. Das Unternehmen entwickelt kontinuierlich adaptive KI-Systeme, die direkt aus ihrer Umgebung lernen und sich in Echtzeit an veränderte Bedingungen anpassen können.
Die Technologie ist branchenübergreifend einsetzbar. Aktuelle Anwendungsfelder liegen in der Echtzeit-Prognose dynamischer Märkte, in industriellen Produktionsumgebungen sowie in der neurologischen Forschung. Mit der aktuellen Finanzierung möchte Wakeline die technologische Entwicklung weiter vorantreiben und neue Einsatzgebiete erschließen.
Bild Tim Gülke
Quelle Ballou GmbH
























