5 goldene Tipps zur Vereinbarkeit und für mehr Power, Zeit und Geduld
Hast du einen Job und eine Familie, die du mal mehr mal weniger gut im Griff hast? Deine Partnerschaft fordert Aufmerksamkeit und dir kommen Zweifel, ob du weiterhin alles hinbekommen wirst. Die Expertin Julia Thea Sperling-Behne, Wirtschaftspsychologin und Bildungswissenschaftlerin MA, kennt diesen Alltag und die Gedanken um Business und Privatleben sehr gut und hat als Gründerin und Inhaberin von ConsultingForYou erfolgreiche praxisnahe Lösungsmöglichkeiten erschaffen. Was es am besten zu beachten gilt, ist für dich nachfolgend in 5 goldenen Tipps zusammengefasst.
1. Zeit für dich
Sobald es in einem Bereich in deiner Rolle als Mutter, im Job oder als Partnerin stressig wird, verlangt dies viel von dir ab. An erster Stelle ist es wichtig, dass du dir täglich bewusst Zeit für dich beanspruchst, um durchzuatmen und dir über deine ganz persönlichen Bedürfnisse klar wirst. Du brauchst je nach Belastungsgrad 15-30 Minuten pro Tag nur für dich. Erschaffe dir kleine Inseln zur Erholung. Mach dir eine Notiz an deine Tür und kommuniziere, dass du dir gerade eine Pause nimmst. In der Zeit machst du das, worauf du Lust hast. Durch diese Auszeit kannst du mit vollgetankten Akkus in den Familien- und Arbeitsalltag zurückkehren und bist kreativer bei der Findung von Problemlösungen.
2. Klare Regeln für alle definieren & mitteilen
Keine Regeln können befolgt und eingehalten werden, wenn diese nicht existieren. Nimm dir die Zeit mit deiner Familie und formuliert Wünsche sowie Regeln für euer Zusammenleben. Nachdem alle Regeln ausgearbeitet sind, können diese zum Beispiel auf einem Rule-Board in Form einer Tafel aufgeschrieben oder an den Kühlschrank angebracht werden. Jedes Familienmitglied kann die Regeln einsehen und bei Regelbruch darauf höflich hingewiesen werden.
3. Altersgerechte Verhandlungen
„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel,” so sagte es einst Goethe. Kinder benötigen diese Wurzeln, um Flügel entwickeln zu können. Die besten Regeln bringen nichts, wenn sie nicht eingehalten werden. Und deine Kinder verlangen genau nach dieser liebevollen Orientierung. Daher ist es wichtig auch die Konsequenzen festzulegen, wenn besprochene Dinge nicht eingehalten werden. Je nach Alter deiner Kinder bietet es sich an, die Konsequenzen von den Kindern selbst zu formulieren.
Je mehr Einfluss deine Familienmitglieder in die Festsetzung der Familienregeln und der Konsequenzen bei deren Verletzung nehmen können, desto höher fällt die Identifikation damit aus. Da Konsequenzen vor allem bei Kindern mit hohen Altersunterschieden zueinander nicht gleich ausfallen können, sind an dieser Stelle sehr gute und kindgerechte Erklärungen erforderlich.
4. Zeiten festlegen und einhalten
Teile dir deinen Tag in Zeitfenster ein. Solltest du im Homeoffice sein, ist die Strukturierung deines Tages wichtig. Hast du zum Beispiel schulpflichtige Kinder, nutze die Zeit für deine Arbeit. Sobald der Kindergarten oder die Schule aus hat, fängt die Familienzeit an. Im Anschluss an das gemeinsame Essen und der Unterstützung bei Hausaufgaben steht eventuell noch der Chauffeurservice an, um deine Kinder zu ihren Freunden zu bringen. Falls dein Mann im Homeoffice ist oder nachmittags zu Hause ist sprich dich mit ihm ab.
Er kann ebenfalls Teile des Familienlebens übernehmen. Bei schulpflichtigen Kindern der Sekundarstufe II kannst du besprechen, inwiefern deine Kinder am Familienleben aktiv mitwirken. Bei der Zeiteinteilung ist es wichtig sich stets auf das Familien Zeitfenster oder das Arbeitsfenster zu fokussieren und diese Bereiche, wenn es dir guttut, sichtbar abzugrenzen.
5. Rechtzeitig Unterstützung suchen
Mütter mit einem Job sind Superhelden. Auch Helden müssen sich ausruhen und sich umsorgen lassen. Versuche keinem Ideal nachzueifern, sondern ergründe, welche körperlichen und mentalen Ressourcen Tag für Tag verfügbar sind. Sobald du eine Überlastung spürst, suche nach einer effektiven Lösung. Hat sich bei dir eine Überlastung erst einmal eingestellt, dauert es Wochen bis Monate, bis du in deiner Mitte bist und auf deine volle Arbeitskraft zurückgreifen kannst. Vor allem bei mehreren Rollen im Alltagsleben, ist es wichtig seine eigenen Ressourcen stets im Blick zu haben und rechtzeitig zu schützen.
Fazit: Glück und Erfüllung sind kein Märchen!
Der Weg zu einem erfüllten und glücklichen Leben ist nicht ohne Hindernisse zu erreichen, doch können wir dem persönlichen Glück die Tür öffnen. Offenheit, Durchhaltevermögen, eine wertschätzende familiäre Kommunikation, Beständigkeit, Kooperation und Konsequenz lohnen sich im Bereich der Familie und des Jobs. Strukturiere deinen Alltag, lege gemeinsam mit deiner Familie Regeln fest und achte auf konsequente Verhandlungen.
Behalte deine Zeit für dich gleichermaßen im Auge, wie beispielsweise die Bedürfnisse deiner Kinder, deiner Partnerschaft, deiner Kollegen und deines Chefs. Sobald du merkst, dass du dir zu viel zumutest oder sich in mehreren Lebensbereichen zu viel Stress ansammelt, zieh rechtzeitig die Notbremse. Bitte um Hilfe und kümmere dich verstärkt darum deine mentalen und körperlichen Akkus aufzuladen. Alles Gute für deine Familie und viel Erfolg in deinem Job!
Autor
Julia Thea Sperling-Behne ist Inhaberin und Gründerin von ConsultingForYou. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht Frauen beim Thema Female Empowerment aktiv zu unterstützen.
Möbelentfalter rettet alte und kaputte Möbel in und um Hamburg
Stellen Sie sich und das Startup Möbelentfalter doch kurz unseren Lesern vor!
Hej, ich bin Lena, die Gründerin von Möbelentfalter. Wir retten alte, kaputte Möbel in und um Hamburg, arbeiten sie auf und verkaufen sie für ein fairen Preis weiter. Wir sind ein nachhaltiges und lokales Unternehmen, mit dem Fokus, Lieferwege kurz zu halten, sowie Neuproduktion von Ware und schlechte Arbeitsbedingungen zu minimieren.
Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?
Ich habe Möbelentfalter vor zwei Jahren nach meinem Architekturstudium gegründet, weil ich etwas in der Gesellschaft verändern möchte. Möbel landen auf dem Sperrmüll oder verstauben im Keller. Wir bieten eine Alternative auf dem Hamburger Möbelmarkt an und sind nicht nur Verkäufer, sonder auch Dienstleister. Dazu kommt, dass der klassische 9 to 5 Job sich für mich nicht richtig anfühlte, deswegen habe ich dann den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Und ich würde es immer wieder genauso machen!
Was war bei der Gründung von Möbelentfalter die größte Herausforderung?
Da ich Möbelentfalter im Januar 2020 gründete, fing zeitgleich die Pandemie an. Dies machte es nicht unbedingt einfacher, die Idee des Möbelrettens zu verbreiten. Doch durch immer wieder kleine Türen, die sich öffneten, hat sich der Weg der Möbelentfalter gezeigt. Ich habe im ersten Jahr an mehreren Orten gearbeitet, begonnen auf meinem Balkon, dann auf der Gartenfläche im Schrödingers, weiter in einem Keller in Altona, einen Werkstattplatz im Oberhafen und dann nochmal nach Wilhelmsburg. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich eingegroovt habe, aber ich glaube, das ist auch normal und man lernt dadurch auch viel über sich und das eigene Unternehmen.
Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?
Auf jeden Fall!!! Bei mir fing es damals mit Makramee, also Blumenampelflechtung an. Weiter habe ich in Möbel eingeflochten und letztendlich ist Möbelentfalter daraus entstanden. Einfach mal anfangen, dann wird sich der Weg schon zeigen.
Welche Vision steckt hinter Möbelentfalter?
Wir sind gegen die immer größer werdende Wegwerfgesellschaft. Wir wollen was verändern. Es gibt so viele tolle Möbel, wo ein Kratzer drin ist, ein Bein ab, oder die Schublade klemmt. Diese ganzen Möbel landen auf dem Sperrmüll. Möbelentfalter hilft euch, dies zu ändern. Das Lieblingsstück von deiner Oma wird wieder aufgehübscht oder der alten Kommode vom Dachboden wird ein neues Leben gegeben. Lasst uns gemeinsam Möbel retten!
Wer ist die Zielgruppe von Möbelentfalter?
Menschen, die ein Faible für antike Möbelstücke haben, sind bei uns genau richtig. Wir arbeiten viel mit Vollholzmöbeln, haben viele schöne Dekoelemente und polstern auch gern das eine oder andere Stück mit schicken Stoffen wieder auf. Wer darauf steht, sollte unbedingt mal bei uns im Laden in Hamburg vorbei schauen.
Wie funktioniert Möbelentfalter? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Da Möbelentfalter ein lokales Unternehmen ist, werden die Lieferwege auf ein Minimum reduziert. Dazu kommt, dass wir alles an Möbeln aufarbeiten. Wir sind sehr breit aufgestellt und können von Holzarbeiten bis zur Polsterung alles anbieten. Wir haben großen Spaß an neuen Herausforderungen und sind immer offen für neue Ideen. Schreib uns einfach, welches Möbelstück dir Sorgen bereitet und warum und wir finden eine Lösung.
Möbelentfalter, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Momentan haben wir ein kleinen Laden in der Schanze und eine kleine Werkstatt in der Neustadt. Wir möchten eine große Fläche in Hamburg anmieten, wo Laden, Werkstatt, Lager und Workshop in einem sein kann. Deswegen haben wir am 19.08. eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gestartet, um das umsetzen zu können. Davon wollen wir dann auch die Gehälter der Mitarbeiter*innen bezahlen, denn momentan arbeiten alle ehrenamtlich.
Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Nimm dir immer mal wieder Zeit für dich. Achte auf dich, denn schnell merkst du garnicht mehr, wenn du arbeitest und dann arbeitest du nur noch. Ich spreche da aus Erfahrung.
Vernetze dich mit anderen Gründer*innen, tausche dich aus und hol dir Hilfe, wenn du mal nicht weiter weißt. Besonders als Einzelgründerin kann ich dir sagen, dass das ganz viel Wert ist.
Es gibt viele Berg- und Talfahrten. Das ist normal und gehört dazu. Ein schöner Spruch dazu: Die Spitze eines Berges ist der Anfang vom Nächsten, also Kletter weiter!
Wir bedanken uns bei Lena Charlene Roof für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
WorkGenius bietet eine KI-gestützte Lösung für Unternehmen und Freelancer:innen an
Stellen Sie sich und WorkGenius doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Daniel Barke, Co-Founder und CEO von WorkGenius. Unser Scale-Up bietet eine KI-gestützte Lösung für Unternehmen und Freelancer:innen an. Dabei bringt unsere KI Projekte von Unternehmen mit passenden Talenten zusammen. Zusätzlich bietet unsere Plattform Unternehmen sämtliche Tools, um die Arbeit mit Freelancer:innen zu managen.
Neben meiner Arbeit bei WorkGenius moderiere ich den OMR-Podcast “Free Talent” und bin als Redner tätig.
Warum haben Sie sich dazu entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Als mein Co-Gründer Marlon Rosenzweig und ich uns noch im Studium befanden, arbeiteten wir in diversen Nebenjobs, die rein gar nichts mit unseren Studienfächern zu tun hatten. Wir waren frustriert davon, dass es durchaus Bedarf an Studierenden als qualifizierte Arbeitskräfte gab, welchen die Unternehmen einfach nicht stillen konnten. Und wenn Studierende arbeiteten, wurde ihr Potenzial selten voll ausgeschöpft. Uns war klar: Es muss eine Lösung geben, welche es Arbeitskräften und Unternehmen leicht macht, das gegenseitige Potenzial zu erkennen und auszunutzen.
Welche Vision steckt hinter WorkGenius?
Bei WorkGenius zählen vor allem zwei Dinge: Fähigkeiten und Kompetenzen. Unsere KI wählt die passenden Kandidat:innen nicht aufgrund von irgendwelchen demografischen Merkmalen aus. Das berüchtigte „Vitamin B”, also individuell vorteilhafte, bereits bestehende Berufsbeziehungen, werden ebenfalls nicht von der KI berücksichtigt. Es zählen einzig und allein die Fähigkeiten der Arbeitskraft. Wir haben die Vision, dass Unternehmen ihre Projekte mit der bestmöglichen Qualität in der höchstmöglichen Geschwindigkeit durchführen können, während Freelancer:innen die volle Kontrolle und Freiheit bei der Auswahl ihrer Aufträge haben.
Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Nach unserem Rebranding 2018 konnten wir das Vertrauen einiger sehr bedeutender Investoren gewinnen (z. B. Unternehmer Axel Sven Springer), was uns 8,5 Millionen Euro für unser Business eingebracht hat. Schon damals wussten wir: Das wird unser Ticket für den US-Markt, der ein riesiges Potenzial bietet. Die Zahl der Arbeitnehmer:innen in freien Berufen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich und ihre Arbeit ist zunehmend unerlässlich. Dennoch beläuft sich ihr Anteil an der Arbeitnehmerschaft hierzulande “nur” auf 9,6 Prozent. In der US-amerikanischen Bevölkerung stellen Freelancer:innen dagegen bereits heute beachtliche 36 Prozent. Studien sagen sogar einen Anteil von über 50 Prozent ab dem Jahr 2027 voraus. Dabei gibt es diverse Besonderheiten im Vergleich zum deutschen Arbeitsmarkt zu berücksichtigen, darunter z. B. rechtliche Themen wie der Umgang mit Krankenversicherungen, unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Steuer sowie eine andere soziale und demografische Bevölkerungsstruktur.
Dieser Einstieg war auch unsere bisher größte Herausforderung. Für meinen Geschäftspartner Marlon Rosenzweig und mich ist New York City mittlerweile zu einer zweiten Heimat geworden. Unsere Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt und wir konnten im Juni 2022 den amerikanischen Personaldienstleister JBC akquirieren. JBC hat bis dato größtenteils traditionell agiert, um Talente zu finden – nun profitieren die über 200 Recruiter:innen von unserer Technologie, um noch effizienter und schneller arbeiten können. Das hat uns die Tür zum amerikanischen Markt noch weiter geöffnet und unseren Jahresumsatz auf 100 Millionen US-Dollar vergrößert.
Wer ist die Zielgruppe von WorkGenius?
Alle Unternehmen, die bereits mit Freelancer:innen zusammenarbeiten oder dies in Zukunft noch tun wollen, gehören zu unserer Zielgruppe. Wir agieren branchenübergreifend in sämtlichen Bereichen und auch unabhängig von der Größe der Unternehmen. Zu unseren Kunden zählen sowohl Start-ups als auch Betriebe aus dem Mittelstand bis hin zu großen Konzernen. Wer bereits gute Erfahrungen mit der Arbeit von Freelancer:innen gemacht hat, dem bieten wir die Tools, die Zusammenarbeit künftig noch besser und effizienter zu gestalten. Dazu zählen z. B. eine Reihe automatisierter Vorgänge wie Project Tracking, aber auch kommunikative Lösungen wie eine eigene Messaging-Funktion oder Verwaltungsaufgaben wie Vertragsgestaltung und Bezahlung.
Auf Arbeitnehmerseite möchten wir alle erreichen, die die Vorteile und Freiheiten einer Karriere als Freiberufler:in genießen wollen – ohne die zeit- und nervenaufreibende Suche nach Aufträgen und Selbstmanagement.
Was macht WorkGenius? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
WorkGenius bringt Talente und Projekte zusammen und hilft so Unternehmen beim Personalmanagement und Freelancer:innen bei der Projektakquise. Die Vorteile liegen darin, dass WorkGenius den Unternehmen innerhalb kürzester Zeit unkompliziert erfahrene Arbeitskräfte vorschlagen kann und das vollautomatisch. Für die Freelancer:innen läuft es ähnlich ab, sie bekommen schnell und einfach passende Projekte vorgeschlagen. Unsere All-in-one-Plattform unterstützt beide Seiten zusätzlich beim wechselseitigen Management. Während sich Unternehmen und Freelancer:innen auf ihre Arbeit konzentrieren können, macht WorkGenius im Hintergrund den Rest.
WorkGenius übernimmt für beide Seiten die Abwicklung des Finanziellen. Wir bezahlen die Freelancer:innen direkt und stellen unseren Unternehmenskunden die erbrachten Leistungen in Rechnung. Dadurch garantieren wir eine schnelle und einfache Entlohnung der Arbeitskräfte. Dies ist unser Alleinstellungsmerkmal.
Wo sehen Sie in der Krise die Chance?
Im Zuge der Corona-Pandemie wurden zahlreiche Arbeitnehmer:innen in Kurzarbeit geschickt, entlassen oder mussten aus dem Home-Office arbeiten. Viele dieser Entwicklungen haben dazu geführt, dass Arbeitnehmer:innen ihren Arbeitsalltag grundlegend überdacht haben. Sich in Kurzarbeit mit einem Freelancing-Projekt etwas hinzuzuverdienen klingt verführerisch, vor allem, wenn man dank der WorkGenius-KI nicht einmal selbst nach passenden Projekten suchen muss. Viele Arbeitnehmer:innen haben sich an das Home-Office und die damit einhergehende Flexibilität gewöhnt. Durch das freiberufliche Arbeiten bleibt diese Flexibilität weiterhin bestehen, auch wenn etliche Büros ihre Türen mittlerweile wieder öffnen.
Von dieser Flexibilität profitieren auch die Unternehmen. Die Auswirkungen diverser globaler Geschehnisse für die nächsten Monate lassen sich derzeit nur schwer vorhersehen. In diesem Zusammenhang ermöglicht WorkGenius, unkompliziert auf kurzfristig schwankenden Personalbedarf zu reagieren.
Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mit der kürzlichen Akquise von JBC haben wir einen großen Personaldienstleister in den USA für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag akquiriert und damit unser Team sowie unseren Jahresumsatz deutlich aufgestockt. Unsere Mission ist es, die HR-Branche und die Arbeitswelt grundlegend zu revolutionieren. Die Welt wird immer schnelllebiger und das trifft auch auf die Arbeitswelt zu. Nicht nur klassische Bewerbungsmappen, sondern auch vermeintliche Standarddokumente, wie das Anschreiben oder Zeugnisse, werden immer mehr zu Relikten, je mehr wir auf KI vertrauen, um unsere Vakanzen zu besetzen. In fünf Jahren werden noch mehr Unternehmen auf Freelancer:innen setzen und WorkGenius wird seine Marktführerposition weiter ausbauen.
Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ideen sind alles: Auf eine gute Geschäftsidee kommt es an. Was braucht die Welt? Was hat es noch nie gegeben? Wo kann ich mit meinen Ideen etwas verändern?
Persistence is key: Von nichts kommt auch nichts. Rückschläge, Probleme und Krisen sind ganz normal. Wer seine Vision nicht aus den Augen verliert, wird diese früher oder später auch verwirklichen können.
Network, Network, Network: Sei es für Know-How, Inspirationen und Unterstützung oder Investments – Beziehungen und Kontakte sind wichtig, um das eigene Business voranzutreiben, wenn man selbst einmal nicht weiter weiß.
Wir bedanken uns bei Daniel Barke für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
UnitPlus Anlagekonto, welches die Flexibilität eines Bankkontos im Zahlungsverkehr mit dem Ertragspotential einer professionellen Geldanlage verbindet
Stellen Sie sich und das Startup UnitPlus doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Fabian Mohr (CEO), Kerstin Schneider (CFO) und Sebastien Segue (CTO), das Gründerteam hinter UnitPlus. Wir wollen unsere langjährigen Erfahrungen als Aktienanalyst, Unternehmensberaterin und Backend-Entwickler dafür einsetzen, um Sparen so einfach wie Investieren zu machen. Dafür haben wir mit UnitPlus die weltweit erste Anlage-Konto-App an den Markt gebracht, die Nutzer:innen ermöglicht, in professionell gemanagte und nachhaltige Portfolios zu investieren, ohne dabei auf die gewohnte Flexibilität eines Bankkontos im Zahlungsverkehr verzichten zu müssen. Wir finden, dass Geld so lange produktiv und nachhaltig angelegt werden soll, bis man es anderweitig benötigt.
Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Wir sind der Überzeugung, dass Geldanlage noch einfacher, sinnvoller und flexibler angeboten werden kann, als es heute weltweit möglich ist. Wir haben uns auch schon immer gefragt, warum es eigentlich keine Möglichkeit gibt Geld so lange zu investieren, bis man es für bequem für Bezahlungen nutzen möchte. Daher haben wir uns gedacht, dann machen wir es selbst. Wir haben also das Marktbedürfnis erkannt und uns dabei auch selbst als Nutzer:innen gesehen. Gerade das Thema Inflation ist die letzten Monate natürlich auch sehr stark aufgekommen. Daher möchten wir es mit unserer Anlage-Konto-App allen Menschen, egal ob mit oder ohne Erfahrung am Kapitalmarkt, ermöglichen, einfach und flexibel Geld anzulegen.
Welche Vision steckt hinter UnitPlus?
Wir wollen Normalverbraucher:innen zum Financial Empowerment ermutigen und unproduktives Kapital so lange sinnvoll investiert arbeiten lassen, bis es im Alltag genutzt wird. Das klingt vielleicht erstmal nach nicht viel, aber alleine in Deutschland liegen über 3 Billionen Euro mehr oder weniger ungenutzt auf Konten herum. Davon knapp 1 Billion Euro auf Tagesgeldkonten. Während es einerseits schon lange keine nennenswerten Zinsen mehr gibt, führt die Inflation real zu einem enormen Kaufkraftverlust.
Dies möchten wir ändern und langfristig an unserer Vision einer Welt ohne unproduktives Kapital arbeiten. Mit UnitPlus haben wir dazu den Startschuss gegeben, langfristig denken wir das Thema global aber viel größer; denn gerade auch in Schwellenländern mit zweistelligen Inflationsraten ist UnitPlus ein Produkt, welches Menschen helfen kann, finanziell unbestimmter zu leben.
Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen?
Ein weltweit neuartiges Produkt aufzubauen, erfordert viel Durchhaltevermögen und Stressresistenz. Gerade in einem so hoch regulierten Markt wie dem Finanzmarkt ist das Übereinbringen von Innovation mit bestehenden Regularien und Anlegerschutz nicht immer einfach. Hier hatten wir im Aufbau viele Herausforderungen zu lösen, da wir ein Produkt aufbauen wollten, welches für und nicht gegen die Nutzer:innen arbeitet. Ich denke nach vielen schlaflosen Nächten ist uns das gelungen, auch, weil wir mit der Aion Bank einen starken und technisch erstklassigen Bankpartner gefunden haben.
Wer ist die Zielgruppe von UnitPlus?
Grundsätzlich jede:r, der sich mit dem Thema Vermögensaufbau, Geldanlage und Bezahlungen beschäftigt. Hier wollen wir, dass sich App und Debitkarte so unkompliziert wie nur denkbar an die Alltagssituationen unserer Zielgruppen anpassen und individuell so genutzt werden können, wie jede*r das möchte.
Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Mit UnitPlus haben wir ein weltweit neuartiges Anlagekonto entwickelt, welches die Flexibilität eines Bankkontos im Zahlungsverkehr mit dem Ertragspotential einer professionellen Geldanlage verbindet. Mit dieser Harmonisierung möchten wir Geldanlage noch einfacher, bequemer und flexibler machen. Geldanlage selbst verstehen wir hierbei nicht als selektives Trading und dem Kauf von Einzelaktien, sondern als breit gestreutes Investment, mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeitskriterien.
Durch die Einführung von am Kapitalmarkt angelegtem Geld in den weltweiten Zahlungsverkehr sind wir dabei an einem Höchstmaß an persönlicher Freiheit für die Nutzer:innen interessiert. Darüber hinaus haben wir einen neuartigen Sparplan entwickelt, der technisch auf Open Banking beruht und es allen Nutzer:innen ermöglicht monatlich den für sie optimalen Betrag angepasst an ihre Lebensumstände anzulegen.
UnitPlus, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die Harmonisierung von Investitions- und Zahlungsströmen hat gerade erst begonnen. 5 Jahren möchten wirr eine Plattform anbieten, die es ermöglicht, Geld so lange ertragsorientiert zu investieren, bis man es für Zahlungen benötigt. Wir wollen das Thema also durch tägliche Kontaktpunkte stärker in den Massenmarkt bringen und eine echte Alternative vor der Inflation auf dem Bankkonto bieten. In 5 Jahren werden wir das Angebot in andere Märkte getragen haben.
Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Einen klaren Plan zu haben ist wichtig, stoisch an diesem festzuhalten aber nicht. Erwartet daher das unerwartete und betrachtet jede Herausforderung als gute Gelegenheit, das Produkt oder die Dienstleistung noch besser zu machen. Außerdem sollte man sich von Anfang an Gedanken dazu machen, wie man eigentlich Geld verdienen möchte. Zu häufig haben Startups dies vernachlässigt, was gerade in der aktuell weltwirtschaftlich herausfordernden Zeit nicht gerne gesehen wird. Zu guter Letzt: Habt Spaß an dem, was ihr macht. Seid ehrgeizig, aber nicht verbissen.
Ein JPEG hier, ein DOCX da und eine PDF obendrauf. Ganz abgesehen von der Vielzahl an Endungen, wächst auch die Anzahl der Dateien mit den Jahren – und zwar in jedem Unternehmen. Bevor aber die Masse an Speicherorten und die damit verbundene, ständige Suche nach Dateien ihre bösen Folgen zeigen, bietet es sich an, ein Ablagesystem zu entwickeln. Dabei definiert man für das ganze Unternehmen die Regeln zum Speichern von Content, Downloads, Kundendaten und mehr. Doch: Wie sieht ein einheitlicher Dateiname aus, der gleichzeitig durch Suchfunktionen besser gefunden wird? Und welche Ordner-Hierarchien ergeben am meisten Sinn?
Jedes Unternehmen braucht ein systematisches Dateimanagement
Egal, um wie viele Dateien es sich letztendlich handelt, keiner der Mitarbeiter:innen möchte ewig nach Dokumenten oder Vorlagen suchen, Kolleg:innen fragen müssen oder im schlimmsten Fall die benötigten Dateien gar nicht erst finden. Um also erst einmal grundlegend für Ordnung im Datendschungel zu sorgen, müssen Manager:innen in Unternehmen ein zielführendes Dateimanagement etablieren. Dazu ergibt es Sinn, eine zentrale Datenbank anzulegen, auf die alle relevanten Personen im Unternehmen Zugriff haben und diese dann anhand gängiger Systematiken mit Inhalten zu füllen.
Die Komplexität des angewendeten Systems hängt dabei immer vom letztendlichen Datei-Aufkommen und der Vielfalt verschiedener Dateitypen ab. Arbeitet das Unternehmen mit vielen Kundendaten, die ebenfalls verschiedene Formate haben (bspw. Druckereien, Agenturen, etc.) oder gilt es nur eine Dateiform abzulegen? Gestützt darauf treffen Manager:innen dann die Wahl, wie sie mit dem Aufkommen an Dateien umgehen, um diese nicht in “dunklen Ecken” des Speichers zu verlieren. Die drei Systeme, die sich über Jahre bewährt haben, eignen sich dabei gleichermaßen für alle Ansprüche an die Speicherung. Da die angewendeten Systematiken mit der Anzahl von abgelegten Dateien wachsen, sind sie zudem einfach skalierbar.
1. Das Sieben-Ordner-System auf drei Ebenen
Der Psychologe George A. Miller beschrieb 1956 die Tatsache, dass sich der Mensch maximal 7 (+/- 2) Informationen im Kurzzeitgedächtnis merken kann. Auch wenn diese Theorie mittlerweile oft bestritten wird und viele Wissenschaftler:innen sagen, dass die Anzahl auch von anderen Faktoren abhängt und durchaus kleiner ausfallen kann, fußt das Sieben-Ordner-System eben auf der Millerschen Zahl.
Das System beginnt mit sieben Hauptordnern. Am Beispiel einer Agentur könnten diese Ordner bspw. folgende sein:
Anleitungen
Organisation
Team
Kunden
Vertrieb
Social
Archiv
Die Beispiel-Agentur hat die sieben Hauptordner nach gemeinsamer Überlegung im Team erstellt. Nun erstellt die Agentur pro Hauptordner sinnvolle Unterordner. Wieder jeweils maximal sieben.
Anleitungen
Dateiablage
Social-Media-Tools
Slack
Microsoft Teams
…
Organisation
Rechnungen
…
Team
Arbeitsverträge
Vorstellung
Speaker Profiles
…
Kunden
Case-Studies
Kunden A-J
Kunden K-Q
…
Vertrieb
Angebote
…
Social
Vorlagen
Instagram
LinkedIn
…
Archiv
Ehemalige Kunden
Social-Archiv
…
Auf der dritten Ebene, die jetzt folgt, können dann entweder wieder sieben Ordner pro Unterordner angelegt werden, oder aber die Agentur könnte sich dafür entscheiden, die Ordner sinngemäß zu füllen. Beispielsweise könnte es mit nur sieben Kunden-Unterordnern schwerfallen, allen Kund:innen einen Ordner zuzuweisen.
2. Konsequente Dateibenennung anhand drei einfacher Regeln
Ist das Ordner-System erst einmal umgesetzt und im Unternehmensalltag integriert, geht es nun an die Dateien selbst. Es ist wichtig, gerade zu Suchzwecken und zur Anzeige der richtigen Reihenfolge einer strikten Richtlinie zur Dateibenennung zu folgen. Dateinamen folgen dazu bestenfalls stets folgendem Format: JJJJ_MM_TT_Beschreibung der Datei / Keywords zur Datei. Dabei ist es besonders wichtig auf relevante Keywords bei der Benennung zu achten, da damit die sinnvolle Indexierung und eben auch das Auffinden über die Suchfunktionen der Dateibrowser möglich wird. Die drei Regeln dazu lauten:
Der Tag und der Monat im Datum werden immer zweistellig geschrieben (z.B. 06 statt 6). Auch dies dient der korrekten Sortierung durch Software.
Das im Dateinamen beschriebene Datum ist bei eingescannten Rechnungen, Angeboten, etc. immer das Datum, das auf dem jeweiligen Dokument steht. Bei allen anderen Dateien ist es das Datum, an dem der/die Mitarbeitende die Datei anlegt. Dieses Vorgehen vermeidet, dass eingescannte Dokumente, die erst später abgelegt werden, ein falsches Datum tragen.
Das Datum ist invertiert. Das dient dem Zweck der automatischen Reihenfolge, der die meisten Ordner-Softwares (Apples Finder, Windows Explorer, etc.) folgen. Durch das invertierte Datum sortiert die Software die Dateien korrekt auf-/absteigend.
3. Systematische Unterstützung durch Technik und Automatisierung
Unternehmen, die täglich mit einem extrem hohen Aufkommen an Daten umgehen müssen, nutzen oftmals Technologie, die viele der manuellen Vorgänge bei der Ablage vereinfacht oder automatisiert. Ein oft genutztes Beispiel wäre OCR (Optical Character Recognition). OCR liest anhand künstlicher Intelligenz papierbasierte Dokumente ein und erkennt die Schriftzeichen darauf. Dieser Vorgang ermöglicht es dann, Daten wie Kontoverbindungen von einer Papierrechnung automatisch zu erkennen oder Mail-Adressen auszulesen. Diese können mit entsprechender Software auch direkt in den Kundendaten abgelegt werden.
Ein anderes Beispiel zur Unterstützung durch Software sind Dateimanager. Diese können lokal oder auch als cloudbasierte Lösung funktionieren, wenn es wichtig ist, dass das gesamte Team, von überall auf das zentrale Mediencenter zugreifen kann. Das Angebot reicht hier – natürlich immer basierend auf der Komplexität und dem Anspruch, der an die Lösung gestellt wird – von kostenloser Software bis hin zu Abo-Modellen. Der Vorteil beim Einsatz vieler dieser Lösungen ist, dass die Software sowohl Metadaten (Eigenschaften einer Datei), die die Suche und Verwaltung erleichtern, als auch Angaben wie das Datum automatisch anlegen kann und zudem die Indexierung der Daten automatisiert.
Bei dem Einsatz von Software oder Technologie ist es jedoch zu empfehlen, den eigenen Bedarf erst einmal zu analysieren. Es bringt nichts, wenn man von Anfang an eine vielversprechende Lösung nutzt, die letztendlich aber komplett unterqualifiziert für das eigene Vorhaben ist. Andersherum bringt es auch nichts, einen teuren OCR-Scanner anzuschaffen, der letztendlich in der Ecke verstaubt, weil wider Erwarten alle Rechnungen direkt in digitaler Form eintreffen. Vielmehr ist es wichtig, direkt mit Anwender:innen der Dateiablagen in den Dialog zu gehen und gemeinsam auszuarbeiten, welche der Prozesse eine entsprechende Technologie vereinfachen kann.
Fazit: Am Anfang Zeit aufwenden, um sie jahrelang zu sparen
Klare Ordnerstrukturen und sinnvoll abgelegte Dateien sorgen nicht nur für geschonte Nerven, sondern auch für selbstständige Arbeit im Team. Klar, denn niemand muss aufwändig nach Anleitungen suchen und auch gesuchte Vorlagen sind schnell auffindbar. Durch das Dateimanagement schaffen Entscheider:innen und Manager:innen eine solide Grundlage für die Mitarbeiter:innen und behalten gleichzeitig die Kontrolle über die Daten. Der größte Vorteil jedoch: Durch die konsequente Anwendung der Ablagesysteme steht auch einer späteren – und vor allem einfachen – Integration sinnvoller Dateimanagement-Lösungen nichts im Wege, da diese meist dankbar auf eine Grundordnung der Dateien reagieren.
Autor
Lynn Klemke ist Event- und PR-Managerin bei Wedia. Zuvor war sie als Marketing-Managerin für den DACH-Bereich im Unternehmen tätig. Lynn arbeitet seit Februar 2021 bei Wedia und sammelte vorher zahlreiche Erfahrungen im Bereich Content-, Social-Media- und Produktmanagement.
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Auch Selbstständige sind simple Menschen. Und mit dieser Tatsache im Hinterkopf benötigen auch sie hin und wieder einen privaten Kredit. Vielleicht wird ein neues Auto benötigt, vielleicht eine neue Küche oder es gibt viele weitere Gründe, die einen ganz normalen Verbraucherkredit erfordern. Doch sehen sich Selbstständige oft einer Fülle an Problemen gegenüber, die eine Kreditaufnahme erschweren. Welche das sind und wie sich die Schwierigkeiten umgehen lassen, zeigt dieser Artikel.
Worin liegen die Besonderheiten von Selbstständigen in Bezug auf Kredite?
Als Selbstständige einen Kredit erhalten – schwierig, aber nicht unmöglich. Bildquelle: @ Magnet.me / Unsplash.com
Banken mögen keine Wettervorhersagen. Sie schätzen klare Aussagen, doch keine Prognosen, wie das Wetter eventuell in vier Tagen werden könnte. Solche Prognosen schüren Unsicherheiten, denn wie kann das Wochenende geplant werden, wenn nicht einmal das Wetter gesichert ist?
Was hat das mit Selbstständigen zu tun? Viel, denn aus Sicht der Banken haben Selbstständige und längerfristige Wetterprognosen eine bedeutende Gemeinsamkeit: Unsicherheit. Aber weshalb ist das so?
Schwankende Einnahmen – die Einnahmen von Selbstständigen unterliegen Schwankungen. Wie stark diese ausfallen, hängt zusätzlich von der Branche ab. Während einige Selbstständige alle paar Monate einen großen Auftrag bezahlt bekommen und zwischendurch keine oder kaum Einnahmen haben, können andere zwar rudimentär sagen, immer ungefähr die Summe X zu verdienen – doch es gibt keine Garantie. Es gibt schlichtweg keinen Arbeitsvertrag, der das Gehalt fest regelt. Für Banken bedeutet dieser Faktor eine enorme Unsicherheit.
Keine Planbarkeit – selbst diejenigen, die rudimentär monatlich auf eine ähnliche Summe kommen, können nicht sicher aussagen, dass diese Summe auch in acht Monaten noch kommt. Noch drastischer sieht es bei Projektarbeitern aus. Die Einnahmenplanung ist ohnehin kaum möglich, hinzu kommen all die Monate völlig ohne Einnahme.
Keine Absicherung – verdient ein Selbstständiger kein Geld, gerät er schnell in Hartz 4. Natürlich kann ein Angestellter auch gekündigt werden oder dessen Betrieb geht insolvent, allerdings greifen nun Staat und ALG 1. Eine Absicherung ist zwar nicht in der vollen Gehaltshöhe vorhanden, doch ein Teil wird ersetzt.
Diese Problematik führt dazu, dass einige Banken Selbstständige direkt von Krediten ausschließen, andere bieten Kredite zu erhöhten Zinsen an. Die Zinserhöhung dient nun dem Gefahrenausgleich, belastet aber wiederum den Kreditnehmer, da er höhere Kosten zu tragen hat.
Wichtig: Auch Kredite für Selbstständige unterscheiden sich von den Zinsen her je nach Anbieter. Das Grundniveau fällt aufgrund des größeren Ausfallrisiko nur höher aus. Unter dem Strich lohnt sich ein Kreditvergleich jedoch trotzdem.
Wie können sich Selbstständige richtig vorbereiten?
Fast nie ist es für einen Selbstständigen so simpel, einen Kredit aufzunehmen und die Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Während Angestellte ihre letzten drei Gehaltsabrechnungen einreichen oder den Blick aufs Konto freigeben, müssen Selbstständige mehr leisten. Schon die Fülle der Unterlagen ist, je nach gewünschter Kreditsumme, gewaltig:
Steuerbescheide – meist wird wenigstens der Steuerbescheid aus dem vergangenen Jahr gefordert. Anhand dessen schätzt die Bank ein, wie hoch das Einkommen vermutlich ist.
BWA – sie kommt obendrauf. Die BWA des laufenden Jahres ist für die Bank der vermeintliche Gehaltsnachweis und zeigt auf, die die geschäftliche Situation gerade aussieht.
Jahresabschlüsse – auch sie können gefordert werden, teils statt des Steuerbescheides. Je nach Kredithöhe kann es sein, dass wenigstens die letzten drei, teils sogar die letzten fünf Jahre nachgewiesen werden müssen.
Selbstständige, die noch keine drei Jahre ihren Beruf ausüben, haben es besonders schwer. Da sie keinerlei ehemalige Einnahmen über einen längeren Zeitraum vorweisen können, müssen sie meist das letzte und das aktuelle Jahr samt eventueller Prognose für das Folgejahr liefern. Natürlich genügt eine selbst erstellte Auflistung nicht, die Unterlagen müssen stets vom Steuerberater gefertigt werden. Abseits der offiziellen Vorbereitung ist es aber möglich, selbst tätig zu werden und wenigstens in gewissen Bereichen die Kreditchancen zu erhöhen:
Bonität prüfen – viele Selbstständige haben ohnehin einen Account bei der SCHUFA, auch, um die Bonität ihrer Kunden zu prüfen. Für sich selbst sollten sie vor einer Kreditaufnahme unbedingt nachschauen, ob die unter ihrem Namen eingetragenen Daten alle korrekt sind oder ob dort veraltete oder gar fehlerhafte Einträge vorhanden sind. Diese sollten gelöscht werden. Wer keinen Account hat, der kann die kostenlose Datenauskunft anfordern und darüber die letzten Vorgänge einsehen. Gegen eine Gebühr ist es natürlich auch möglich, die vollständige SCHUFA-Auskunft anzufordern. Ratsam ist dieser Weg stets, denn schon eine verbesserte Nachkommastelle im Scoring kann über den Kredit entscheiden.
Haushaltsrechnung – wer gut vorbereitet ist, der hat bei Banken stets die besseren Chancen. Somit sollte eine solide – und realistische – Haushaltsrechnung angefertigt werden. Sie gibt nicht nur die höchstmögliche Kreditrate preis, sondern multipliziert mit der Laufzeit auch die Kredithöhe.
Bei der Haushaltsrechnung ist es wichtig, Puffer einzubauen. Sie sind für jeden von Interesse, besonders aber für Selbstständige:
Zahlungsverzug – viele Selbstständige wissen: Einige Kunden sehen die Zahlungsfrist auf der Rechnung eher als freundliche Empfehlung. Ein Pufferbetrag auf dem Konto hilft nun, wenigstens die wichtigsten Kosten zu decken.
Defekte – gerade Soloselbstständige haben das Problem, dass die Arbeitsutensilien vom eigenen Konto bezahlt werden. Versagt der Computer den Dienst, so kann der Grafiker nicht mehr arbeiten. Auch für diese Fälle sind Puffer wichtig.
Energiekosten – für sie sollte, sofern nicht über Wärmepumpen geheizt wird, auf jeden Fall ein monatlicher Betrag zurückgelegt werden, damit mit der nächsten Abrechnung nicht das böse Erwachen kommt – und die Rate kaum gestemmt werden kann.
Ist die Haushaltsrechnung korrekt aufgestellt und wurden ausreichend Puffer eingeplant, so hat der Selbstständige ein wertvolles Argument gegenüber der Bank: Sein Konto ist nach Abzug aller Kosten und der möglichen Kreditrate nicht auf null.
Experteninterview zu den häufigsten Fragen rund um Kredite
Regelmäßig erreichen uns Fragen rund um den Kreditvergleich, die Beantragung von Krediten im Allgemeinen oder auch zur Rolle der Schufa beim Kreditantrag. In unserem Experteninterview geben Paul Ballichar und Quang-Dung Ta Antworten auf einige der am häufigsten gestellten Fragen. Die beiden sind Bankkaufmänner und beraten seit mehreren Jahren Kunden im Privatkreditbereich.
Wie läuft eine Kreditanfrage ab?
Herr Ta: Im ersten Schritt gibt man alle angeforderten Daten im Online-Formular ein. Systemseitig wird dann eine Bonitätsabfrage gestellt. Anschließend kann man den Kreditvertrag unterschreiben und die Nachweise zum Einkommen sowie den unterschriebenen Vertrag an die Bank übermitteln. Die Legitimation erfolgt danach über Post-Ident oder Video-Ident. Im Anschluss bearbeitet die Bank den Kreditantrag und man erhält die Rückmeldung. Fehlen noch Dokumente, müssen diese nachgereicht werden und es geht zurück zur Bearbeitung. Ist alles vollständig, bekommt man eine Genehmigung oder Ablehnung. Bei einer Genehmigung wird der Kredit ausgezahlt.
Welche Unterlagen sollte ich parat halten?
Herr Ballichar: Immer bereithalten sollte man den eigenen Personalausweis. Am besten vorher auch nochmal schauen, ob der noch gültig ist. Gleiches gilt beim Reisepass. Darüber hinaus müssen Selbstständige oft die letzten 2-3 Einkommensteuerbescheide sowie eine aktuelle BWA vorlegen. Einige Banken verzichten jedoch auf die BWA – hier kommt es immer auf den Anbieter an.
Warum fragt der Kreditgeber beim Kreditantrag nach meinem Einkommen und welche Einkünfte werden überhaupt angerechnet?
Herr Ta: Der Kreditgeber fragt nach dem Einkommen, um ein Angebot generieren zu können. So kann der Kreditgeber ausrechnen, wie viel Kredit dem Kunden zur Verfügung gestellt werden kann bzw., ob der gewünschte Kredit zur Haushaltsrechnung des Kunden passt. Nicht angerechnet wird Arbeitslosengeld/Hartz4. Variabel, d. h. nicht bei allen Banken angerechnet werden Kindergeld, Elterngeld und Mieteinnahmen (auch nur bis zu 70 – 80 Prozent der Kaltmiete).
Was hat der Verwendungszweck mit der Kreditchance zu tun?
Herr Ballichar: Für die Banken macht es einen Unterschied, ob ein Kredit rein zu Konsumzwecke genutzt wird oder damit ein Gegenstand (z.B. ein Auto) erworben wird, welches selbst eine Kreditsicherheit darstellen kann. In diesem Fall haben Banken die Möglichkeit, einen Kredit eher zu bewilligen und günstigere Zinsen zu bieten. Ähnliches gilt für Umschuldungen: Hier tauscht der Kreditnehmer nur Schulden und spart dabei oft noch – das Ausfallrisiko fällt also geringer aus. Übrigens: Wer wissen möchte, wie viel Geld sich mit der Umschuldung sparen lässt, kann den kostenlosen Umschuldungsrechner von smava nutzen.
Was ist bei der Kreditwahl wichtig?
Der Kreditvergleich ist bei Selbstständigen ein wenig kompliziert. Zwar ist es bei den meisten Vergleichsrechnern möglich, die Selbstständigkeit anzuklicken, doch kann es immer wieder geschehen, dass in der Vergleichsübersicht Kredite auftauchen, die gar nicht an Selbstständige vergeben werden. Somit müssen die Details genau kontrolliert werden. Aber was ist sonst noch wichtig?
Zinsen – sie liegen bei Selbstständigen meist höher als beim Angestellten. Dennoch sollten sie genau geprüft und verglichen werden, denn niemand sollte mehr zahlen als nötig. Wichtig ist zu wissen, dass die in den Vergleichen angezeigten Zinsen zwar repräsentativ sind, der eigentliche Zinssatz aber erst nach der Bonitätsprüfung festgelegt wird.
Sonderleistungen – der Kredit sollte möglichst die Chance auf Sondertilgungen bieten. Viele Kredite bieten eine Sondertilgung im Jahr kostenlos an. Bei Selbstständigen kann das aber variieren.
Kreditangebote – für Selbstständige bieten sich mitunter P2P-Kredite an. Diese werden, zwar über Portale oder Banken, von Privatpersonen an Selbstständige vergeben. Handelt es sich um ein Angebot auf einem Portal, so muss genau auf die Konditionen geachtet werden. Auch die über Unternehmen vermittelten Kredite sollten gut geprüft werden. Allerdings bieten einige der Angebote sogar den Vorteil, dass der Kredit jederzeit kostenlos vorzeitig zurückgezahlt werden kann.
Etliche Kredite bieten heute spezielle Absicherungen. Eine davon ist die Ratenpause, die es erlaubt, nach kurzer Rücksprache für eine vertraglich festgeschriebene Anzahl von Raten mit der Zahlung auszusetzen – der Kredit verlängert sich dadurch. Für Selbstständige könnte diese Variante sinnvoll sein, denn treten gesundheitliche Probleme auf oder gibt es kürzere Engpässe, kann wenigstens mit der Kreditrate ausgesetzt werden.
Lassen sich Förderkredite nutzen?
Förderkredite stehen Selbstständigen nur im beruflichen Umfeld zu. Natürlich verschwimmt die Grenze mitunter, denn ein Soloselbstständiger, dessen Laptop einen Defekt hat, der erhält den Förderkredit mitunter, obwohl das Gerät auch zu Hause genutzt wird. Ähnlich verhält es sich mit den Gründerkrediten für Soloselbstständige: Die Grenze zwischen privat und beruflich verschwimmt meist aufgrund der nicht vorhandenen Trennung zwischen Privatbereich und Arbeitsplatz.
All diese Förderkredite werden jedoch nicht vergeben, wenn der Verwendungszweck rein privater Natur ist. Das bedeutet:
Anschaffungen – die neue Küche, die Badausstattung oder die Gartenmöbel können nicht über Förderkredite bezahlt werden. Eine Ausnahme wäre mitunter der Umbau des Gästebads im Eigenheim, sofern dieses der heimischen Bürofläche dient und regelmäßig von Kunden genutzt wird. Aber auch dies müsste vorab geklärt werden.
Unterhaltung – dient der Kredit der Unterhaltung, beispielsweise im Rahmen einer Urlaubsreise, kann natürlich kein Förderkredit aufgenommen werden.
Oft muss die Nutzung von Förderkrediten belegt werden, deshalb ist es wenig ratsam, sie zu zweckentfremden. Bei Selbstständigen, deren Arbeitsplatz mit dem Privatleben verschwimmt, sollte vor einer Beantragung immer fachlicher Rat eingeholt werden, damit wirklich nichts schief geht. Dies kann schon beim Kauf eines Autos beginnen: Ein Selbstständiger, dessen Arbeitsweg exakt 15 Schritte beträgt und der kaum oder keine Außentermine hat, wird die berufliche Anschaffung des Wagens nicht fördern lassen können.
Abbildung 2: Wer sich gut vorbereitet und genau kalkuliert, findet am Ende einen passenden Kredit für Selbstständige. Bildquelle: @ Towfiqu Barbhuiya / Unsplash.com
Fazit – zuerst gut vorbereiten
Selbstständige sind gut beraten, schon vor der ersten Kreditsuche ihre Unterlagen vorzubereiten und alle Papiere zusammenzustellen, die eventuell benötigt werden. Allein die Erstellung einer BWA und der Prognosen durch einen Steuerberater dauert mitunter einige Wochen, sodass sie rechtzeitig in Auftrag gegeben werden müssen. Dasselbe gilt übrigens für die Prüfung der eigenen SCHUFA-Einträge. Eventuelle Löschgesuche werden meist nicht direkt bearbeitet, sodass sich ein Selbstständiger im Vorfeld die Zeit verschaffen muss. Während der Wartezeit lässt sich nun die Haushaltsrechnung anfertigen und so planen, dass nachweislich monatlich genügend Geld für die Raten und für Rücklagen und Puffer auf dem Konto verbleibt.
Bei der Kreditsuche selbst ist oft Geduld gefragt. Es ist bei Kreditvergleichen nicht selten ärgerlich, wenn »Kredite für Selbstständige« angeklickt wird, aber in den Ergebnissen etliche Angebote erscheinen, deren Details Selbstständige kategorisch ausschließen. Ganz so einfach ist der Vergleich somit nicht, obwohl er letztlich auf den üblichen Faktoren aufbaut. Nicht nutzbar für private Zwecke sind Förderkredite, da diese nur für geschäftliche Zwecke gedacht sind. Zwar verschwimmen, je nach Selbstständigkeit, die Grenzen, doch die Anschaffung der neuen Privatküche oder des Terrassenbereichs fallen definitiv nicht unter die förderfähigen Ausgaben.
Titelbild pixabay
Autor Marianne Schwarz
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
CellForm erforscht und produziert die Bipolarplatte
Stellen Sie sich und das Startup CellForm doch kurz unseren Lesern vor!
CellForm entstand als Wasserstoff-Startup durch die Ausgründung aus den drei familiengeführten Unternehmen Gebhardt Werkzeugbau GmbH, Askea Feinmechanik GmbH und Hagel Automation GmbH aus dem Raum Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2021.
In den hoch innovativen Feldern der Brennstoffzellen und Elektrolyseanlagen erforscht und produziert CellForm eine der Schlüsselkomponenten: Die Bipolarplatte. Dabei handelt es sich um sehr filigrane Metallbleche, welche in einem mehrstufigen Umformprozess geprägt und anschließend mittels Lasertechnik verschweißt werden. Unsere Technologie ermöglicht es, die beiden zentralen Nachteile der Wasserstofftechnologie – Energieeffizienz und Kosten – disruptiv zu verbessern. Dabei sind wir bereits in zahlreichen internationalen Projekten mit namhaften Kunden und Partnern vertreten.
Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Das enorme Potential des Wasserstoffmarktes wurde schon 2017 in ersten interessanten Projekten im Werkzeugbau im Bereich der Brennstoffzellentechnologie erkannt. Aufgrund der hohen technischen Anforderungen wurde schnell klar, dass die Kombination des Know-Hows der drei spezialisierten Muttergesellschaften einen enormen Mehrwert und Wettbewerbsvorteil bringen wird. Um diese Kompetenzen für den bestmöglichen Fortschritt zu bündeln, entstand das neue Startup. Die Idee CellForm war geboren.
Welche Vision steckt hinter CellForm?
Die CellForm-Technologie wird einen umfassenden Beitrag zur Energiewende leisten und die Mobilität von Morgen mitgestalten. Als Hersteller von Bipolarplatten, welche sowohl in Elektrolyseanlagen als auch Brennstoffzellen zum Einsatz kommen, wird sowohl die Wasserstoffproduktion als auch die späteren Einsatzmöglichkeiten entscheidend beeinflusst. Dabei ist das Ziel, stationäre sowie mobile Anwendungsfelder abzudecken.
Durch unsere marktführenden Eigenschaften hinsichtlich kosten- und wirkungsradbezogener Effizienz, wollen wir die bestmögliche Performance und maximale Reduktion der Kosten erzielen. Denn bei der Beurteilung von Brennstoffzellensystemen spielt die Kenngröße Kosten je Kilowatt erzielter Leistung eine wichtige Rolle. Durch – unter Anderem – unsere Entwicklung wird der Wasserstofftechnologie zum entscheidenden Durchbruch verholfen und das Potential des einzigartigen Energieträgers kann für eine umfassend nachhaltige Energiewende genutzt werden.
Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Herstellung von Bipolarplatten um ein hoch innovatives Geschäftsfeld. Dies hat unweigerlich zur Folge, dass die Technologie zu Beginn unserer Aktivitäten 2017 noch für alle Neuland war. Dies führt natürlich zu vereinzelten Rückschlägen und entwicklungsbezogenen Sackgassen. Durch die konsequente Entwicklung der CellForm-Technologie konnten wir jedoch die physikalischen und technischen Hürden überwinden und uns eine sehr breite Wissensbasis aneignen. Mittlerweile können wir uns mit Recht als Experten auf dem Gebiet der Bipolarplatten bezeichnen. Klar ist jedoch auch, dass es sich hierbei um einen fortlaufenden Prozess handelt der stetig weitergeführt werden muss.
Wie beinahe jedes Startup mussten wir uns zu Beginn am Markt gegen die bereits etablierten Firmen behaupten und überhaupt erst „sichtbar“ werden. Zusätzlich sind im Bereich der Wasserstofftechnologie in den letzten Jahren eine Vielzahl an neuen Marktbegleitern mit auf den Weg gekommen. Umso wichtiger ist es, sich durch die eigenen Stärken hinsichtlich Qualität und Preis von der Konkurrenz abzusetzen. Insgesamt befinden wir uns auf dem richtigen Weg, was durch die stetig wachsende Anzahl an Aufträgen bestätigt wird.
Zu Beginn wurde CellForm ausschließlich durch die drei Muttergesellschaften finanziert. Zusätzlich befinden wir uns aktuell in Fundinggesprächen mit potentiellen Investoren für die Umsetzung der Großserienanlage.
Wer ist die Zielgruppe von CellForm?
Wir sind ein Technologielieferant für Elektrolyse- und Brennstoffzellenhersteller weltweit und befinden uns daher im klassischen B2B-Markt. Zielgruppe sind letztendlich alle Unternehmen, die Brennstoffzellensysteme oder Elektrolyseanlagen herstellen und hierfür auf metallische Bipolarplatten mit hoher Filigranität und Effizienz setzen. Aktuell liegt der Schwerpunkt unserer Projekte und Vertriebsaktivitäten auf dem nordamerikanischen und asiatischen Raum. Nach und nach kommen jedoch auch immer mehr Aufträge aus dem europäischen Markt dazu.
Wie funktioniert CellForm? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Der CellForm-Prozess ist ein mehrstufiger mechanischer Umformprozess mit nachgelagerter Laserschweißung. Diesem liegt das sogenannte konventionelle Umformen zu Grunde, welches jedoch speziell für die Herstellung von Bipolarplatten komplett neu konzeptioniert wurde. Der Schweißvorgang wird von der Strahlquellenentwicklung bis hin zur Laserapplikation und strategischen Auslegung der Schweißnahtfolge selbst entwickelt. Mit dieser Prozessabfolge können die größten Vorteile im Bereich Effizienz und Kosten erzielt werden. Da Bipolarplatten mehrere hundert Mal je Brennstoffzelle verbaut werden, wirken sich schon kleinste Verbesserungen massiv auf die Gesamtbilanz aus.
Eine wichtige Rolle spielt dabei der so genannte Design Freedom. Dieser beschreibt die Freiheit der Brennstoffzellen- und Elektrolyseentwickler bei der geometrischen Auslegung einer Bipolarplatte, um die bestmögliche Effizienz zu erzielen. Hierbei ist CellForm in der Lage wesentlich dünnere Bleche und filigranere Geometrien zu formen und somit Effizienzgrade zu erreichen, die mit bestehenden Technologien bisher noch nicht möglich waren. Des Weiteren sind wir durch unserer Schweißtechnologie auch in der Lage kleinste Kanalabstände prozesssicher und schnell zu verschweißen. Die komplette Prozesskette wird auf Basis der Erfahrungen unserer Muttergesellschaften seit 2017 kontinuierlich weiterentwickelt.
In erster Linie setzt sich CellForm von seinen Marktbegleitern dadurch ab, dass wir als einziger Hersteller alle Kompetenzen zur Herstellung von Bipolarplatten unter einem Dach vereint haben – vom Pressenbau und der dazugehörigen Automation bis hin zum Werkzeugbau bzw. Umformtechnik und der Laserschweißtechnologie. Diese Entwicklungstiefe ist einzigartig und versetzt uns in die Lage nicht nur ein neues Level produktseitiger Freiheiten und Qualitäten zu erreichen, sondern diese Umsetzung auch durch eine umfassende Anlagentechnologie auch mit einzigartigen ökonomischen Faktoren in Serie anbieten zu können.
CellForm, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Um bei dem schnell wachsenden Markt und der damit verbundenen hohen Nachfrage in Zukunft mithalten zu können, werden in den kommenden Jahren viele Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen der Prozessautomation folgen. Nur durch eine komplett automatisierte Produktionsstraße werden in Zukunft Bipolarplatten in Großserie zu einem wettbewerbsfähigen Preis produziert werden können. Dafür laufen bereits die Planungen für eine neuen Produktionsstandort im Kreis Ravensburg mit eigens entwickelter Anlagentechnologie auf Hochtouren.
Außerdem befinden wir uns aktuell in intensiven Gesprächen mit potentiellen Investoren, um bestmöglich für die nächsten Ausbaustufen vorbereitet zu sein.
In fünf Jahren wird die vollautomatisierte CellForm-Produktionslinie in Betrieb sein und wir werden Bipolarplatten in hohen Stückzahlen im Millionenbereich produzieren – sowohl für unsere Kunden im Elektrolyse- als auch im Brennstoffzellenbereich.
Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Sich seiner Kompetenzen bewusst sein und diese in aller Konsequenz auf die Entwicklung der Produkte und das Erreichen von Zielen übertragen.
Den Markt verstehen. Sich bewusst machen, welche Bedürfnisse die Kunden haben und auf welche Faktoren es ankommt. Auf dieser Basis sollte anschließend der adressierbare Markt definiert werden.
Das Team ist entscheidend. Um sein Potenzial voll ausschöpfen zu können, muss das Arbeitsklima stimmen. Außerdem bewusst die Stärken der einzelnen Mitarbeiter ausnutzen und anstehende Aufgaben entsprechend koordinieren.
Wir bedanken uns bei Simon Brugger für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
Premium Start-up: CellForm
Kontakt:
CellForm Hydrogen GmbH & Co. KG
Löwenstraße 8
D-88255 Baienfurt
Die großen Technikkonzerne fordern Startups als attraktive Arbeitgeber heraus und zwingen sie zu einem Neudenken bei Recruiting-Prozessen. Dabei geht es vor allen Dingen um eines: die Personalgewinnung konsequent an den Bedürfnissen der Fachkräfte anzupassen.
Ohne Technologie-Experten geht in der New Economy gar nichts. Einerseits schließen sie bestehende Knowhow-Lücken und bringen andererseits technologische Kompetenzen mit, die de-facto essenzielle Zukunftstreiber darstellen. Egal ob Big-Data-Analysten, User-Experience (UX)-Designer oder Robotik-Entwickler, Tech-, Digitalisierungs- und Datenspezialisten machen transformative Technologie und zukunftsorientierte Entwicklung überhaupt erst möglich.
Doch der Mangel an gut ausgebildeten und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist groß – und eine enorme Herausforderung gerade auch für Startups. Denn die befinden sich nicht erst seit heute in einem harten Wettbewerb mit großen, oftmals multinationalen Technologiekonzernen. Denn wo sie bei der Talentsuche bislang durch ihre Dynamik und Flexibilität punkten konnten, werden diese Merkmale heute von Konzernen aufgegriffen oder sogar komplett kopiert. Kurz: Im „global village“ der vernetzten Systeme unterliegt das Recruiting zunehmend einem Paradigmenwechsel. Entsprechend alternativlos ist es, sich dieser neuen Wirklichkeit zu stellen und die Recruiting-Strategie entsprechend weiterzuentwickeln.
Simpel, nicht einfach: Tech-Talente holen und halten
Im Kern ist die Herausforderung klar: Es geht darum, zwei grundlegende Ziele sicherzustellen. Einmal, die raren Tech-Talente überhaupt erst für das eigene Unternehmen zu interessieren und an Bord zu locken. Das allein reicht jedoch nicht; stattdessen ist es wichtig, sie zu halten und den „Talent-Churn“ so weit zu reduzieren wie nur irgend möglich.
So weit, so simpel. Damit diese beiden Ziele aber gelingen können, ist ein enges Zusammenspiel aus Personal-, Geschäfts- und Digitalisierungsstrategie unabdingbar. Und das setzt eben voraus, dass sich Unternehmen bereits konsequent von bremsendem Silodenken und anderen für potenzielle Bewerberinnen und Bewerber unattraktiven und irritierenden Faktoren verabschiedet haben – und dies wiederum nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern ganz praktisch, im operativen Tagesgeschäft. Denn eines ist sicher: Ein gutes Gehalt ist längst kein ausreichendes Lockmittel für Fachkräfte mehr. Viel Geld verdienen Technologie-Experten überall.
Zahlreiche große Unternehmen haben bereits erkannt, dass sich der monetäre Hebel in der New Economy längst abgenutzt hat. Indem sie neben attraktiven Gehaltsmöglichkeiten auch attraktivere, den Bedürfnissen der Tech-Talente angepassten Möglichkeiten des Zusammenarbeitens anbieten, erhöhen sie den Druck auf Startups, die eben diese Flexibilität in der Vergangenheit oftmals deutlich leichter und agiler umsetzen konnten als die historisch langsameren und unflexibleren Konzerne. Flache Entscheidungswege, flexible Zusammenarbeit und entschlackte Reporting-Strukturen – typische Asse im Ärmel, zumindest in der Gründungsphase – finden sich so seit einiger Zeit auch vermehrt in den meisten Unternehmen, die sich ernsthaft mit dem Potenzial ihrer konsequenten Digitalisierung auseinandersetzen.
Der Punkt ist: bis 2026 werden allein in Deutschland etwa 700.000 Personen mit technologischen Spezialfähigkeiten fehlen – und der Konkurrenzkampf wird dadurch nur noch erbitterter werden.
Querschnittsaufgabe Recruiting
Für die digitale Welt ist es deshalb erforderlich, die Geschäfts-, Personalisierungs- und Digitalisierungsstrategien als eine Einheit zu denken – und das gilt gleichermaßen für Startups und etablierte Unternehmen. Denn das Anwerben von Tech-Talenten ist eine unternehmensinterne Querschnittsaufgabe, die erfordert, dass Geschäftsführung, Personalabteilung und andere Entscheider eng zusammenarbeiten. Gemeinsam müssen sie klären, aus welchem Grund Tech-Talente ausgerechnet für das eigene Unternehmen tätig sein sollen. Was klingt wie eine einfache Frage, ist der Kern aller weiteren Entscheidungen und konkreten Handlungsanweisungen für die gesamte Organisation.
So sind beispielsweise flexible Karrierewege für Tech-Talente ein Must-Have. Konkret bedeutet dies etwa, berufliche Entwicklungspfade aufzuzeigen, die über den klassischen Werdegang von operativen Positionen hin zu Management-Rollen hinausgehen. Denn zahlreiche Menschen mit rarem Knowhow haben gar kein Interesse an Team-Führung oder anderen Management-Aufgaben. Stattdessen möchten sie oftmals lieber ihre operative Expertise durch das Lösen von komplexen Herausforderungen weiterentwickeln, ihre Skillsets erweitern und Verantwortung für technische Produkte übernehmen. Dies sicherzustellen ist eine essenzielle Aufgabe der Personalstrategie der Zukunft – und zwar auch in kleineren Organisationen wie Startups.
Außerdem gilt: Die Besten wollen von den Besten lernen -oder, auf Englisch, „A-Leader attract A-People“. Und das ist mehr als nur ein Recruiting-Mantra. Denn Tech-Talente achten sehr genau darauf, aus welchen Personalien sich die restliche Organisation zusammensetzt. Mit top Talenten zusammenzuarbeiten kann zu einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal im Recruiting-Wettbewerb werden. Tech-Talente, sind sie erst an Bord geholt und gut in die Organisation integriert, werden damit zu regelrechten Magneten für weitere Expertinnen und Experten.
Unternehmens-Werte: Gut gemacht ist besser als gut gesagt
Fakt ist: Der Arbeitsmarkt ist global und berufliche Alternativen gibt es überall. Recruiting-Prozesse werden dadurch komplexer und gehen oftmals über Länder- und Sprachgrenzen hinweg. Das macht daher auch neue, noch besser an die Bedürfnisse der Fachkräfte angepasste Onboarding-Strategien erforderlich, die neben internen Nachqualifizierungen beispielsweise auch kulturelle Integrations- und Diversitätsprogramme einfließen lassen können. Lippenbekenntnisse rund um Diversität und Inklusion reichen hier nicht aus. Es gilt: Gut gemacht ist besser als gut gesagt. Unternehmen, die ihre mühsam an Bord geholten Talente auch mittel- und langfristig halten möchten, müssen diese Werte auch konsequent im Alltag leben.
Überhaupt kommen im Arbeitsalltag zahlreiche Herausforderungen auf Unternehmen zu, wenn es darum geht, sich an die Bedürfnisse von Tech-Talenten anzupassen. In dieser Hinsicht sind auch Fragen rund um individuelle Arbeitszeiten, agile Arbeits- und Co-Working-Kulturen oder Möglichkeiten zur örtlichen Flexibilität zu klären. Denn Arbeiten aus dem Homeoffice oder von anderen Orten zählt für Tech-Talente inzwischen oftmals zum Standard – auch wenn die Pflicht zum Corona-bedingten Remote Working gefallen ist.
Gemeinsam an einem Strang ziehen
Am Ende bleibt es dabei: Ein Geschäft ohne Zugang zu den nötigen Tech-Talenten hat maue Erfolgsaussichten – und dabei ist es egal, ob es sich um Startups oder Konzerne handelt. Für Entscheiderinnen und Entscheider innerhalb der Organisation bis hin zur Geschäftsführung ist es deshalb unabdingbar, diese neue Realität zu akzeptieren und die Personalstrategie als eine Gemeinschaftsaufgabe anzugehen. Der Schlüssel dazu: Flexibilität, eine konsequente Orientierung an den echten Bedürfnissen der angesprochenen Menschen sowie die Schaffung eine breiten Palette unterschiedlicher Entwicklungsmöglichkeiten. Gelingt dies, können die nötigen Tech-Expertinnen und -Experten nicht nur ins Boot geholt, sondern auch gehalten werden.
Autoren
Anna Wiesinger ist Partnerin im Düsseldorfer Büro von McKinsey und Expertin für Digitalisierungsprozesse und Transformationsmanagement, die Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie Reskilling.
Gérard Richter ist Senior Partner im Frankfurter Büro von McKinsey und Leiter von McKinsey Digital in Deutschland.
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
Liberbyte: Free your data- mehr Wertschöpfung aus den Daten gewinnen
Stellen Sie sich und das Startup Liberbyte doch kurz unseren Lesern vor!
„Free your data!“ – wir sind Liberbyte und helfen Unternehmen durch unserer Plattformlösungen mehr Wertschöpfung aus ihren Daten zu gewinnen. Liberbyte hat mit eu.taxonomy.app eine Plattform entwickelt, welche den Unternehmen ermöglicht Nachhaltigkeitsdaten effektiv zu verwalten, auszutauschen sowie eine transparente, granulare und ganzheitliche Berichterstattung bereitzustellen.
Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Ein Unternehmen aufzubauen und zu entwickeln, bietet uns die Chance etwas zu verändern und neue Standards zu setzen. Es ist faszinierend nach und nach die fachlichen, technischen und unternehmerischen Puzzlestücke zusammenzufügen und etwas zu erschaffen, was mal klein angefangen hat. Die ganzen damit verbundenen aufkommenden Probleme, Erfahrungen und erreichten Ziele sorgen für eine innere Zufriedenheit.
Daten sind ein essenzieller Treiber für ökonomischen Wachstum, Innovation und / oder Nachhaltigkeit. Dieses Potenzial will Liberbyte in der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft hervorrufen und entfalten. Die verschiedenen Daten-Ökosysteme, die wir entwickeln sind ein wichtiger Schritt, um diese Mehrwerte generieren zu können.
Für uns war bereits früh eine Vielzahl von Möglichkeiten durch Plattformlösungen im Bereich Datenmanagement und Datenmonetarisierung erkennbar. Wir betrachten den Wert der Daten als wesentlichen Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. Vor allem das Denken im „cross-disziplinärem“ Rahmen, also dem Verknüpfen unterschiedlicher Daten wie z.B. aus der EU-Taxonomie und der Industrie-Kodexe, um neue Erkenntnisse zu erlangen hat uns überzeugt. Zu dieser Ansicht kam der Infonomics- und Datenmonetarisierungsgedanke hinzu, was die Bedeutung von Informationen als Wirtschaftsgut zum Ausdruck bringt. Dies war für uns der größte fachliche Treiber der Gründung.
Welche Vision steckt hinter Liberbyte?
Die Kernvision von Liberbyte läuft unter „Free your data!“. Wir werden durch unsere Plattformlösungen anderen Unternehmen ermöglichen mehr Wertschöpfung aus Ihren Daten zu generieren, alles unter Berücksichtigung des Infonomics- und Datenmonetarisierungsgedanken, z.B. durch den Austausch der Daten. Unsere Kernplattform bietet die Grundlage, um darüber Lösungen für unterschiedliche Business Anwendungen zu entwickeln. Dadurch ermöglichen wir die Betrachtung der Daten als ein eigenes Wirtschaftsgut und erlauben die effektive Verknüpfung der Daten an bestimmte Business-Domains wie z.B. der EU-Taxonomie. Dies erlaubt unseren Kunden die Daten effektiver und transparenter aus den firmeninternen Silos oder öffentlichen Quellen zugänglich zu machen und zu monetarisieren, wodurch das Angebot und die Nachfrage der Daten beachtet wird. Wir generieren dadurch eine von vielen verkannte und nicht genutzte Wertschöpfung der Daten für die Unternehmen.
Mit unserer ersten Business Anwendung eu.taxonomy.app, welche auf unserer Kernplattform aufbaut, ermöglichen wir die Modellierung und das Reporting von Nachhaltigkeitsanforderungen sowie den dazugehörigen Datenaustausch rund um die EU-Taxonomie und / oder anderen Taxonomien. Auf unserer Landkarte der Business Anwendungen bildet die Plattform den ersten Baustein. Wir wollen damit u.a. dem Problem der fehlenden Nachhaltigkeitsdaten entgegensteuern und Greenwashing verhindern. Außerdem erkennen wir die Notwendigkeit zur Verknüpfung mit verschiedenen anderen Industriestandards und -Daten wie z.B. den PRODCOM Codes.
Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Als größte Herausforderung sehen wir, dass man seine innere Motivation und Vision weiter geduldig verfolgt. Manche Prozesse oder Vorhaben laufen langsamer ab als man es sich selbst wünscht. Zudem sehen wir es ebenfalls als Herausforderung die richtigen Probleme zu erkennen, zu treffen und zu lösen. Bei der Beantwortung der Problemfrage kann die eigene Wahrnehmung mit der des Marktes nicht übereinstimmen. Weitere Herausforderungen waren für uns noch die Komplexität der technischen Umsetzung; das Zeitmanagement, wenn beide oder eine der Gründer nur in Teilzeit für die eigene Idee arbeiten; die aufwendige Suche nach Pilotkunden und der Aufbau sowie fachliche Schulung von Entwicklerkapazitäten.
Finanziert haben wir uns bisher stets aus eigenen Mitteln bzw. unseren Kundenaufträgen. Wir bieten Beratung für Datenmanagement, Datenarchitektur und Datenmonetarisierung sowie unsere Plattformprodukte an.
Wer ist die Zielgruppe von Liberbyte?
Über 50.000 Unternehmen sind bereits von dem hohem Datenbedarf der EU-Taxonomie selbst sowie den regulatorischen Anforderungen betroffen und bilden unseren Kundenkreis für eu.taxonomy.app. Der Nachhaltigkeitsdatenbedarf ist jedoch über die EU-Taxonomie hinaus noch bedeutend höher. Wir wollen darüber hinaus auch die weiteren globalen grünen Taxonomien verknüpfen und zur Verfügung stellen. Weiterhein kommt hinzu, dass wir zum Teil auch mit den Nachhaltigkeitsdaten in Verbindung stehende weitere Daten, wie z.B. die SupplyChain-Daten für einzelne Produkte oder Dienstleistungen, in zukünftigen Business Anwendungen bereitstellen wollen. Die Zielgruppe wird sich dadurch zusätzlich global erweitern.
Wie funktioniert Liberbyte? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Liberbyte bietet eine technische Kernlösung an, folgt dabei jedoch dem „Business-Domain-First“ Prinzip. Zu den spezifischen Domains besteht ein wahrnehmbarer Datenmarkt, auf welchem wir kombiniert und jeweils für sich großes Wachstumspotenzial erkennen. Das Ergebnis ist eine „Data-as-a-Service“ Plattform die den aus den Business Domains bestehenden Datenbedarf (Nachfrage und Angebot) in den Mittelpunkt setzt. Für die Lösungsentwicklung setzen wir auf eine innovative Technologie und arbeiten mittels verteilter Systeme, welche wiederrum die verschiedenen Daten bündeln und den globalen Datenaustausch (mittels „open platform“) gezielt ermöglicht. Der größte Unterschied zu anderen Anbietern resultiert aus der Kombination dieser Faktoren.
Liberbyte, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Mittels unserer Kernplattform und der verschiedenen Business Domains werden wir spezifische Datenökosysteme aufbauen, welche wiederrum eine transparente Berichtserstattung, z.B. für die EU-Taxonomie, ermöglichen. Bereits das Datenökosystem unserer ersten Plattformlösung eu.taxonomy.app bringt eine wesentliche Größe und Möglichkeiten mit sich. Darunter zählt auch die Erweiterungen zu den weiteren grünen globalen Taxonomien wie z.B. uk.taxonomy.app oder chn.taxonomy.app. In 5 Jahren werden wir weiter Business Domains / Anwendungen etabliert haben, die alle auf dem Gedanken unserer Kernplattformaufbauen. Diese werden als Erweiterungen zu eu.taxonomy.app und / oder als eigenständige Datenökosysteme bestehen.
Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Aus unserer Sicht ist es essenziell sich Feedback auf dem Markt zu holen. Wenn man nicht in den Markt hineinhört, ist die Gefahr groß, dass man ein Produkt ohne Abnehmer entwickelt.
Als zweiten wichtigen Punkt sehen wir das Timing. Die Zeichen für möglichen Wachstum sind oftmals bereits in der Gegenwart zu erkennen, sodass sich zukunftsorientierte Lösungen entwerfen lassen.
Zuletzt sehen wir eine gewisse Leichtigkeit und Geduld als unterstützend an. Wenn man die richtigen Türen abklopft, öffnen diese sich meist von allein.
Wir bedanken uns bei Dennis Stern für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
Hanfgeflüster: CBD Produkte natürlich, vegan und Made in Germany
Stellen Sie sich und das Startup Hanfgeflüster doch kurz unseren Lesern vor!
Hanfgeflüster ist die bekannteste Marke für CBD Produkte in DACH. In 2019 haben wir, Moritz und Niklas, das Startup gegründet um die positiven Eigenschaften des natürlichen Wirkstoffs einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit EntwicklerInnen, Bio-MedizinerInnen und erfahrenen Zulieferern arbeiten wir daran, mit unseren TÜV geprüften CBD Produkten die höchsten Qualitätsstandards zu liefern und dabei die Belastungen für den Planeten so gering wie möglich zu halten. Wir möchten möglichst viele Menschen von uns und unseren vielseitigen Produkten überzeugen und ihnen dabei helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Wir können dabei helfen Schmerzen, Schlafprobleme und Stress auf natürliche Weise anzugehen.
Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?
Mein Mitgründer Niklas konnte bereits 2018 positive Erfahrungen mit CBD Produkten in den USA sammeln. Als er zurückkam war er über das geringe Angebot von CBD in Deutschland so enttäuscht, dass wir gemeinsam beschlossen, ein eigenes Unternehmen in diesem Bereich zu gründen und die therapeutischen Eigenschaften der Hanfpflanze einer breiteren Masse anbieten zu können. Daher gründeten wir Hanfgeflüster ein Jahr später mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit und mit der Mission, Menschen zu einem achtsamen Lebensstil zu verhelfen.
Welche Vision steckt hinter Hanfgeflüster?
Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch ein ausgeglichenes und schmerzfreies Leben führen können sollte. Genau hier setzen wir an: Wir bieten eine Alternative zu herkömmlichen Mitteln, mit denen Schmerzen oder zum Beispiel Schlafprobleme behandelt werden. Wir möchten Menschen von CBD überzeugen und ermutigen, die natürliche Alternative für sich zu entdecken. Wir möchten dabei auch mit Vorurteilen gegenüber der Hanfpflanze aufräumen und darüber hinaus für mehr Achtsamkeit und ein größeres Wohlbefinden unserer KundInnen sorgen. Unsere Mission ist es, nachhaltige und mit Sorgsamkeit hergestellte CBD Produkte anzubieten, um Menschen sowohl körperlich als auch mental zu einer besseren Lebensqualität zu helfen.
Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die erste große Herausforderung stellte sich uns direkt am Anfang: Den richtigen Supplier für unsere Produkte zu finden, der unseren Qualitäts- und Nachhaltigkeitsansprüchen gerecht wird. Das war nicht einfach, jedoch sind wir schließlich hier in Berlin fündig geworden und nach wie vor immer noch begeistert mit diesem zusammenzuarbeiten. Daraufhin folgte die nächste Herausforderung, den richtigen Kanal für die Vermarktung unserer Produkte zu finden. Doch auch diese haben wir gemeistert, indem wir Instagram und die Vermarktung über Influencer für uns entdeckt haben. Die jedoch größte Herausforderung für uns persönlich stellte sich in dem Moment, als unser Team stetig anfing zu wachsen und wir anfangen mussten, Aufgaben und Verantwortung aus unseren Händen zu geben. Den Start von Hanfgeflüster konnten wir durch einige Business Angels finanzieren. Weitere Finanzierungsrunden mussten wir nicht fahren, sondern konnten uns aus unseren Cashflows finanzieren.
Wer ist die Zielgruppe von Hanfgeflüster?
Bisher fallen besonders junge Erwachsene in unsere Zielgruppe, da wir diese über unsere Kanäle am besten erreichen. Unser Ziel ist es zukünftig aber auch mehr offline stattzufinden, um eine größere Altersgruppe ansprechen zu können. Wir möchten CBD einer breiteren Masse zugänglich machen, da wir davon überzeugt sind, dass wirklich jeder von den vielseitigen Anwendungsgebieten profitieren kann. Generell sprechen unsere Produkte Leute an, die das Beste aus sich herausholen und sich um ihr Wohlbefinden kümmern möchten.
Wie funktioniert Hanfgeflüster? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Hanfgeflüster bietet nicht nur die qualitativ hochwertigsten Produkte an, sondern ist auch die stärkste Marke in dem Bereich. Über soziale Medien und unsere Reichweite über Content Creator haben wir die Möglichkeit, über das immer noch mit Vorurteilen belastete Thema aufzuklären und die Hanfpflanze von einer anderen Seite zu beleuchten. So können die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte und Erfolgsgeschichten in Zusammenhang mit CBD in die Welt getragen werden und andere Menschen dazu inspirieren, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen.
So wird den Followern der verschiedenen Creatoren die Möglichkeit geboten, einen Einblick in die Vorteile der Hanfpflanze zu bekommen. Gleichzeitig steht bei uns der Nachhaltigkeitsgedanke an erster Stelle, welcher uns von anderen Anbietern unterscheidet. Uns liegt das Wohlergehen unseres Planeten gleichermaßen am Herzen wie das unserer KundInnen. Daher versuchen wir unseren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, indem wir zum Beispiel zu 90% recycelte Produktverpackungen verwenden und 10% unserer Gewinne an nachhaltige Projekte in Europa spenden. Außerdem wird für jedes verkaufte Produkt ein Baum gepflanzt.
Hanfgeflüster, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Bis Anfang des Jahres bestand Hanfgeflüster noch aus einem sehr kleinen Team, mit dem wir Hanfgeflüster zur bekanntesten CBD Marke in Deutschland aufbauen konnten. Mittlerweile besteht unser Team schon aus über 40 engagierten und kreativen MitarbeiterInnen, mit denen wir gemeinsam den CBD Markt in ganz Europa erobern wollen. Im April sind wir daher in ein größeres Büro gezogen und haben unsere erste Expansion nach Frankreich gestartet. Nun kommt als nächstes noch die Expansion nach Italien dazu. Unser Ziel ist es die bekannteste CBD Marke Europas zu werden und immer mehr Menschen von unseren CBD Produkten und den positiven Eigenschaften überzeugen zu können.
Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Den ersten Tipp, den ich angehenden GründerInnen geben würde, ist, nicht auf zu vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen zu wollen. Es ist wichtig den Fokus auf das Wesentliche zu lenken und einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Mein zweiter Tipp ist es, alles einmal selbst zu machen, um Prozesse besser verstehen zu können und auch langfristig zu verstehen, wo Schwierigkeiten liegen und wie man diese bewältigen kann. Der letzte und mit der wichtigste Tipp ist es, idealerweise so viele Sachen wie möglich zu machen, die einem selbst am meisten Spaß machen. Man verbringt die meiste Zeit mit seinem Startup, da ist es wichtig, dass man sich mit Dingen und Themen umgibt, die einen erfüllen und für die man eine Leidenschaft hat. Dazu gehört auch, dass man sich ein Team aus Leuten aufbaut, mit denen man auch sonst gerne Zeit verbringen kann und möchte. Das steigert die eigene Motivation, aber auch die des Teams.
Wir bedanken uns bei Moritz Fendt für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
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Am 9. März 2026 wird Die Höhle der Löwen zur Bühne für Klemab, Wild&Water, pool.down, supernutural und BackDani. Folge 3 zeigt mutige Gründer, starke Ideen und emotionale Verhandlungen um Millionenbewertungen.