Donnerstag, April 3, 2025
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Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen!

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vilve vene tuum core banking

Vilve Vene CEO von TUUM flexible, modulare Core-Banking Plattform im Interview

Stellen Sie sich und das Startup Tuum doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Vilve Vene, ich komme aus Estland und bin CEO und Mitgründerin von Tuum – einem Anbieter einer modernen und flexiblen Core-Banking-Plattform, die bis vor kurzem noch Modularbank hieß.

Ich bin nun schon fast 30 Jahre in der Bankenbranche und in der Finanztechnologie tätig. Anfang der 90er Jahre, gleich nachdem Estland seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte, fing ich bei der Hansabank an. Wir bauten die Bank komplett von Null auf und machten sie zur damals digitalsten Bank in Europa. Im Jahr 2002 gründete ich mein eigenes Tech-Unternehmen namens Icefire und setzte damit die digitale Transformation und den Aufbau von Kernbankensystemen für große nordische Banken und Finanzinstitute fort. Dieses Jahr haben wir das Unternehmen an Checkout.com, dem größten Einhorn in Europa, verkauft. 

Im Jahr 2019 habe ich schließlich beschlossen, dieses ganze Know-how in ein Produkt zu stecken, worauf ich mich heute voll und ganz konzentriere: Tuum. Zusammen mit meinen Mitgründern haben wir eine flexible, schlanke und modulare Core-Banking-Plattform entwickelt. Diese ermöglicht etablierten Banken, Fintechs und branchenfremden Unternehmen, Finanzdienstleistungen (Konten in mehreren Währungen, Kredite, Karten, etc.) anzubieten, die kundenorientiert sind und den aktuellen Bedürfnissen der Verbraucher entsprechen. 

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Die Inspiration, Tuum zu gründen, kam von unseren Kunden. Bei Icefire haben wir individuelle Kundenlösungen entwickelt. Aber wir stellten fest, dass Kunden nicht mehr darauf warten wollten, dass wir die Lösungen auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Stattdessen verlangten sie einen fertigen Produkt-„Generator“, den sie als Standardlösung kaufen konnten – je schneller desto besser.

Gleichzeitig verfolgten wir, in welche Richtung sich die Bankenbranche entwickeln würde. Agilere Wettbewerber, Neobanken und der wachsende Bedarf der Verbraucher an digitalen Bankgeschäften zwangen etablierte Banken dazu, neue Leistungsversprechen zu kreieren. Wir sahen die Möglichkeit, eine flexible, modulare Core-Banking-Technologie anzubieten, die sowohl Retail- als auch Business-Banking-Funktionen abdecken würde – etwas, das zu dem Zeitpunkt nicht verfügbar war. Wir wussten, dass eine solche Technologie es ermöglichen würde, digitale und für die Verbraucher bequemere Bankdienstleistungen einzuführen.

Was war bei der Gründung ihres Startups die größte Herausforderung?

Ich kann nicht sagen, ob uns tatsächlich irgendwelche Herausforderungen im Weg standen. Aber es gab eine Sache, die uns ein wenig Sorge bereitete, bevor wir das Unternehmen gründeten: Wir waren uns nicht sicher, ob uns der Übergang von einem Dienstleistungsgeschäft zu einem Produktgeschäft gelingen würde. Wir kamen nämlich aus einer Branche, in der man eine Lösung auf der Grundlage der Bedürfnisse eines bestimmten Kunden entwickelte.

Als wir im Produktgeschäft diese Kundenaufträge nicht mehr im Voraus hatten, konnten wir nicht sicher sein, ob am Ende wirklich jemand bereit ist für unsere Lösung zu bezahlen. Das war etwas beängstigend. Glücklicherweise hat es sich ausgezahlt, dass wir zuvor im Dienstleistungsgeschäft tätig waren. Dadurch haben wir gelernt, was man beim Einstieg in das Produktgeschäft nicht tun sollte. Wir haben beispielsweise keine Funktionen entwickelt, die sich aus den Bedürfnissen eines einzigen Kunden ergeben und haben nicht den Schwerpunkt auf die Implementierung gelegt. Wir mussten ein Produkt entwickeln, das flexibel genug ist, damit es für sämtliche Unternehmen funktioniert.

Außerdem hatten wir einige Bedenken, ob es uns gelingt, unser bisheriges Unternehmen reibungslos zu übergeben und uns gleichzeitig auf Tuum zu konzentrieren. Jedes Startup braucht am Anfang 200 Prozent Aufmerksamkeit, doch ich habe mir natürlich auch um Icefire – mein erstes Startup und meine erste Liebe – Sorgen gemacht. Glücklicherweise hat am Ende alles gut funktioniert.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Selbstverständlich. Und nicht nur das, Sie müssen es sogar! Das Schlimmste, was Sie tun können, ist, Ihre Idee vollständig auszuarbeiten und zu perfektionieren, sie dann auf den Markt zu bringen, um dann festzustellen, dass sie nicht funktioniert. Gründer müssen sich darüber im Klaren sein, dass sich eine Idee immer weiterentwickelt: Womit sie auch anfangen, das Endprodukt wird anders aussehen. Um aus einer Idee ein funktionierendes Produkt zu entwickeln, müssen Gründer offen sein und die ursprüngliche Idee stetig erweitern und an den aktuellen Markt anpassen. Dabei sollten sie nicht nach Perfektion streben, aber einen überzeugenden Business Case haben – und letztlich sollte man als Gründer natürlich stolz auf das sein, was man macht.


Welchen Herausforderungen hatten Sie als Female Founder?

Die Start-up Welt, insbesondere in der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche, ist nach wie vor eine Männerdomäne. Ich persönlich habe jedoch nicht das Gefühl, dass ich im Laufe meiner Karriere große Herausforderungen bewältigen musste, weil ich eine Frau bin. Ich hatte das Glück, Teil von Teams zu sein, in denen – unabhängig vom Geschlecht – jeder für ihre/seine Fähigkeiten, Ideen und Beitrag geschätzt wurde. Und diese Philosophie verfolge ich heute selbst in meinem Unternehmen. Das Geschlecht ist bei uns kein Thema, alle werden gleichermaßen gefördert, unterstützt und wertgeschätzt.

Auf gesellschaftlicher Ebene gibt es aber viel zu tun, um Vielfalt und Integration zu fördern. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Förderung von Diversität am Arbeitsplatz ein wirklich wichtiger Schritt ist, um auf breiterer Ebene Fortschritte zu machen. Es geht jedoch nicht nur um die Einführung von Quoten, da diese das Problem nicht wirksam angehen. Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass Frauen sowie Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in ihren Funktionen aktiv gefördert und gestärkt werden – und zwar auf allen Ebenen. Immer wieder bin ich erstaunt, dass ich auch heute noch bei Branchentreffen oft die einzige weibliche Gründerin oder Geschäftsführerin bin.


Wie schwer war es im Bankwesen zu gründen?

Um in der Bankenwelt erfolgreich zu sein und sogar die Richtung der Branche zu beeinflussen, reicht es nicht aus, sich nur mit IT und Technologie auszukennen. Genauso wichtig ist ein breites Wissen über das Bankwesen als solches, wie zum Beispiel über die aktuellen Regulierungen oder die Prozesse. Wie sonst kann man eine Technologie entwickeln, die diesen Vorgaben entspricht? Die Gründung von Tuum verlief reibungslos, weil wir unsere jahrzehntelange Erfahrung mit der Transformation etablierter Banken mit unserem technologischen Know-how kombiniert haben, um ein Produkt zu entwickeln, das der Markt verlangt. Und es hat funktioniert: In den ersten zwei Jahren vor unserer ersten Finanzierungsrunde war unser Cashflow positiv, ohne dass wir auf Geld von externen Investoren zurückgegriffen haben.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich irgendwo in der Karibik ein Glas Champagner nippe, aber die Vorstellung ist in meinem Kopf wahrscheinlich besser als es in der Realität dann wirklich ist. 

Spaß beiseite. Selbstverständlich sehe ich mich noch bei Tuum, aber vielleicht in einer etwas anderen Rolle. Heute sind wir sehr Gründer-geführt. Während das Unternehmen wächst, möchte ich, dass es von professionellen Managern geführt wird. Ich möchte mich zurückziehen, um mich auf die Strategie und die Richtung, die wir einschlagen, zu konzentrieren. Also weniger nach innen und dafür mehr nach außen schauen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Ich habe etwas gemischte Gefühle, wenn es darum geht, weiblichen Gründern Ratschläge zu geben. Einerseits bin ich der Meinung, dass wir aufhören sollten, das Geschlecht in den Vordergrund zu stellen. Frauen sind genauso gut in der Lage, Unternehmen zu gründen und zu leiten, wie Männer. Es sollte nicht als Problem dargestellt werden, das es zu lösen gilt. Andererseits ist es ein berechtigtes Thema. Solange wir nicht von mehr Frauen lesen, die ein Unternehmen gründen, und solange wir nicht an Veranstaltungen teilnehmen und eine gleichmäßige Verteilung von Männern und Frauen im Raum sehen, müssen wir dieses Anliegen weiterhin hervorheben. 

Meine drei Tipps lauten also:

Sie müssen nicht alles wissen, um erfolgreich zu sein!

Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen!

Seien Sie sie selbst. Versuchen Sie nicht, sich an diese „Männerwelt“ anzupassen, indem Sie genauso sind oder handeln wie die Männer um Sie herum. Ihre Stärke ist, dass sie eine Frau sind; dass Sie sie selbst sind.

Wir bedanken uns bei Vilve Vene für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Seid schlagfertig

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wryte app digital höhle der löwen

Matthias Schadhauser und Philipp Kramer Gründer von wryte, iPad App macht Bücher, Hefte und Stundenplan digital, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup wryte doch kurz vor!

Wir sind Philipp (26) aus München und Matthias (27) aus München, wo wir auch beide studiert haben. Philipp kommt dabei aus der Marketing-Richtung und Matthias ist mit Elektroingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen eher technischer begabt. Gemeinsam haben wir vor zwei Jahren beschlossen, Schülern mit wryte das ultimative Tool zu bieten. Mit wryte haben wir eine iPad App erschaffen, die das handschriftliche Führen von Heften auf dem Tablet ermöglicht und dabei ein Feuerwerk an digitalen Mehrwerten bietet. Beispielsweise sorgen der Aufbau und das Design von wryte dafür, dass automatisiert Ordnung gehalten wird. Das integrierte Stundenplan Feature ist außerdem intelligent mit allen Fächern und Heften verlinkt und öffnet immer das richtige Heft im richtigen Moment.

Abseits der stylischen Benutzeroberfläche arbeiten wir mit unserem Team derzeit an Features, die eine Echtzeit Zusammenarbeit mit Klassenkameraden oder Nachhilfelehrern ermöglichen. Passende Nachhilfelehrer werden dabei On Demand auch für nur wenige Minuten bereitgestellt und können live mit Schülern parallel im selben Heft arbeiten. Außerdem arbeiten wir an der Integration von eBook-Schulbüchern, um das Gewicht der Schultasche auf ein Minimum zu reduzieren.


Wie ist die Idee zu wryte entstanden?

[Matthias]: Seit mehr als zehn Jahren gebe ich in meinem Institut matherezepte.de Nachhilfe und bereite Schüler auf das Abitur vor. Dabei beobachte ich täglich wie Schüler arbeiten, was sich über die Zeit an der Arbeitsweise verändert, was dabei gut funktioniert und was vielleicht nicht so gut klappt. Der ganz klare Trend zum handschriftlichen Mitschreiben auf dem Tablet war ohne Frage zu erkennen. Parallel habe ich jedoch beobachtet, dass die meisten Schüler, die mit dem Tablet arbeiten, tausende Dokumente in vielen Ordnern und Unterordnern gespeichert hatten, oftmals verteilt auf verschiedene Apps. Das Chaos war allgegenwärtig, oftmals wurde in Nachhilfeeinheiten minutenlang nach den passenden digitalen Mitschriften gesucht. Außerdem wurde das volle Potential des Tablets nicht ausgeschöpft, schwere Bücher wurden nach wie vor in die Schule geschleppt, Zettelchaos wurde parallel weiterbetrieben. Philipp und mir war schnell klar, das geht definitiv besser!

Welche Vision steckt hinter wryte?

wryte möchte jedem Schüler einfachen Zugang zu einer 100% Digitalisierung seines Bildungsalltags ermöglichen. In nur einer App soll dabei nicht nur alles enthalten sein, was der Schüler zum Arbeiten benötigt, sondern auch alles, was das Schülerleben um ein Vielfaches leichter machen kann, aber bisher ungenutzt liegengeblieben ist. Beispielsweise lassen sich handschriftlich geführte Vokabelhefte automatisiert von einem Sprachassistenten abfragen, die dafür nötige Handschrifterkennung gibt es schon lange, ein Leichtes also Schülern mit wryte einen absoluten Mehrwert zu bieten. Derartige Möglichkeiten gibt es unbegrenzt, diese möchten wir gebündelt an alle Schüler weltweit weitergeben.

Wer ist die Zielgruppe von wryte?

Die Zielgruppe von wryte sind ganz klar Schüler weiterführender Schulen. Alle Apps für handschriftliche Notizen, die derzeit auf dem Markt sind, haben sich nicht auf eine Zielgruppe spezialisiert und lassen dabei eine Vielzahl an Features liegen, die für manche Zielgruppen ein absoluter Game Changer wären. wryte hat beispielsweise ein Stundenplan-Feature nur für Schüler integriert, dass zu jeder Zeit von selbst das richtige Heft öffnet.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Da wir die Digitalisierung von Schülern vorantreiben möchten und dabei nicht das Tempo der Bundesregierung und der Kultusministerien gehen wollten, war uns von Anfang an klar, dass wir Speed brauchen. Dabei war uns auch klar, wer könnte sich für die schnelle Vermarktung und das Wachstum eines Startups mehr eignen als ein erfahrener, finanzstarker Löwe. Deshalb beschlossen wir, uns für die Show zu bewerben.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Dadurch, dass wir uns zu diesem Zeitpunkt seit knapp einem Jahr fast täglich mit unserem Produkt auseinandergesetzt haben, gab es kaum eine Information, die wir nicht sofort parat gehabt hätten. Die Vorbereitung auf die Sendung beschränkte sich also eher darauf, die Löwen und ihre Stärken aber auch Schwächen kennenzulernen. Dazu gehört auch, sich auf Fragen vorzubereiten, die von verschiedenen Löwen gerne und häufig gestellt werden. Um auch wirklich auf alle Fragen die passenden Antworten bereit zu halten, sammelten wir Fragen aus vorangegangenen Folgen von DHDL und ließen uns zusätzlich von Family & Friends löchern. Das Ergebnis gab uns ein sehr gutes Gefühl und viel Selbstvertrauen für die Show.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Zu Beginn unserer Reise als Startup waren wir, wie vermutlich alle anderen Gründer auch, fest davon überzeugt, dass wryte die absolute Hammerlösung für Schüler ist und sich in logischer Konsequenz eigentlich jeder dafür interessieren muss.

Spaß beiseite, die Tatsache, dass wir es in die Show geschafft haben, bestätigt uns in unserem Glauben, dass wryte etwas ist, was für eine breite Bevölkerungsgruppe sehr interessant ist, da DHDL natürlich so viele Zuschauer wie möglich mit den Auftritten der Gründer begeistern möchte. Ausgewählt zu werden heißt außerdem die sehr große Chance auf ein Investment zu erhalten, welches das Wachstum des Unternehmens stark beschleunigen könnte.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf wryte aufmerksam werden?

Dieser Schritt hat uns definitiv Antrieb verliehen. Als seriöse Gründer hängt unser Business jedoch nicht von der Teilnahme an einer Show ab. Unsere Strategie und unser Business Modell sind so konzipiert, dass wir in jeder noch so abwegigen Situation unseres Werdegangs einen Weg zum Ziel finden. Gleichzeitig waren wir auch vor der Show überzeugt, mit unserem Geschäftsmodell jede Sorte Investor begeistern zu können, auch wenn ein Löweninvestment in seinen Facetten natürlich nochmal etwas ganz eigenes ist. Diese Einstellung hat uns in der Show die nötige Ruhe und das nötige Selbstbewusstsein verliehen.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Als Investoren hatten wir Nico Rosberg und Carsten Maschmeyer im Fokus. Nico begeistert sich für Nachhaltigkeit und da wir mit unserer Lösung jährlich Unmengen Papier sparen, bietet sich hier ein Anknüpfungspunkt. Carsten ist absoluter Profi, wenn es um Technologie, vor allem Software, geht.

wryte, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist wryte einer der Topanbieter für EdTech weltweit, der Schülern auf dem ganzen Globus das Schulleben der Zukunft bietet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Seid in der Konversation mit den Löwen direkt und ehrlich
  2. Seid schlagfertig, nicht alle Argumente der Löwen ergeben auf Anhieb Sinn und müssen so hingenommen werden
  3. Und seid einfach nur ihr selbst. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht läuft es im Leben doch immer besser.

Matthias Schadhauser (r.) und Philipp Kramer aus München präsentieren mit „wryte“ eine All-In-One Schul-App. Sie erhoffen sich ein Investment von 300.000 Euro für 10 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

wryte ist am 18. Oktober 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Matthias Schadhauser und Philipp Kramer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Holt euch Tipps und Rat von erfahrenen Gründern

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EARLY GREEN veganer Fleischersatz Fertigmischung Höhle der Löwen

Nicole und Bernd Sell Gründer von EARLY GREEN, veganer Fleischersatz als trockene Fertigmischung, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Wir sind Nicole, 49 Jahre alt, und Bernd Sell, 61 Jahre. Gemeinsam leben wir an der Ostsee in Timmendorfer Strand. Nicole ist gelernte Bürokauffrau erlernt und hat viele Jahre als Assistentin der Geschäftsleitung für den größten Erdbeeranbauer in Deutschland gearbeitet. Bernd ist gelernter Flugzeugelektroniker und hat über 30 Jahre selbständig in der Medienbranche gearbeitet. 

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Im Sommer 2016 haben wir eine Saucenmanufaktur gegründet. Wir wollten leckere Saucen für den Lebensmitteleinzelhandel produzieren. Im Januar 2020 hat Nicole Ihre Ernährung umgestellt und hat sich dazu entschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Bei der Suche nach einer leckeren Alternative sind wir dann auf die Idee gekommen, einen eigenen Fleischersatz zu entwickeln – das war die Geburtsstunde unseres Startups EARLY GREEN. Das besondere an unseren Produkten ist: Um eine möglichst lange Haltbarkeit und eine praktische Portionierbarkeit zu erreichen, sowie es individuell einsetzbar zu machen, haben wir unseren Fleischersatz als trockene Fertigmischung entwickelt. Die Mischung wird einfach mit Öl und Wasser vermengt und ist sofort bereit zum Braten oder Grillen. Der Kunde muss nichts weiter hinzufügen, EARLY GREEN ist sogar schon fertig gewürzt. 

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Unsere Vision ist, mehr Menschen durch unsere köstlichen Fleischalternativen davon zu überzeugen, weniger Fleisch zu essen. 

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Unsere Zielgruppe sind alle Menschen, die sich mit ihrer Ernährung auseinandersetzen und gerne weniger Fleisch essen wollen, ohne auf den Genuss zu verzichten. Durch den hohen Proteingehalt ist unser EARLY GREEN Fleischersatz auch für Sportler fantastisch geeignet. 

Durch die einfache Art der Zubereitung und die lange Haltbarkeit von mindestens zwölf Monaten, ist EARLY GREEN auch im Camping und Outdoorbereich gut platziert. Die Gastronomie wird auf jeden Fall von unserem Produkt profitieren und zu guter Letzt zählen natürlich auch alle Veganer und Vegetarier zu unserer Zielgruppe. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Die VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ bietet eine großartige Möglichkeit, das eigene Produkt einem breiten Publikum zu präsentieren. Durch das Wissen und das Netzwerk eines Löwen, erhoffen wir uns die Chance, gut begleitet zu wachsen und unsere Marke zu stärken. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet? 

Das Team von VOX und der Produktionsfirma SONY Pictures war super sympathisch und professionell. Sie kennen die Angste oder Unsicherheiten der Gründer und Gründerinnen durch Ihre langjährige Erfahrung. Wir haben eine super Unterstützung mit starken Tipps bekommen. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Die Nachricht, dass wir dabei sind, war super aufregend für uns. Wir haben uns riesig gefreut und haben uns richtig gut vorbereitet. Uns war klar, was für eine wirklich großartige Chance dies für uns sein würde. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf Early Green aufmerksam werden?

Uns war von vornherein klar, dass wir allein und ohne „Die Höhle der Löwen“ niemals so viel Bekanntheit erreichen könnten. Darum war es ein sehr großer und wichtiger Schritt für uns, uns dort zu bewerben 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Da wir mit EARLY GREEN ein Lebensmittel produzieren, welches im Lebensmitteleinzelhandel angeboten wird, hatten wir Ralf Dümmel als absoluten Wunschlöwen im Blick. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir arbeiten daran, EARLY GREEN als feste Marke im Lebensmitteleinzelhandel zu integrieren. Bestenfalls soll sie in jedem Haushalt zu finden sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer: innen mit auf den Weg geben? 

Glaubt an euch und euer Produkt.

Lasst euch niemals entmutigen.

Holt euch Tipps und Rat von erfahrenen Gründern.

Nicole und Bernd Sell präsentieren das Fleischersatzpulver Early Green. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

ScoopEarly Green ist am 18. Oktober 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Nicole und Bernd Sell für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Machen ist wie wollen – nur geiler

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Scooper Koffeinschub f Backentasche Höhle der Löwen

Patrick Fuchs und Michael Gueth Gründer von Scooper, frischer und schneller, natürlicher Koffeinschub für Deine Backentasche, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup SCOOPER doch kurz vor!

SCOOPER ist der frische und schnelle, natürliche Koffeinschub für Deine Backentasche.

Wir möchte nicht mehr und nicht weniger als den Energymarkt revolutionieren. Nein, wir sind nicht größenwahnsinnig. Wir haben SCOOPER mit Herz und Verstand entwickelt und sind davon überzeugt, dass unsere neuartige Darreichungsform und unsere natürliche Energiequelle – mit Koffein aus echten Kaffeebohnen – eine echte alternative für alle Energyjunkies darstellt. 

Bei unseren vier Geschmacksrichtungen ist für jeden etwas dabei: Cool Grapefruit, Fresh Mint, Iced Caramel Coffee und Iced Cola, angereichert mit Vitamin B5 und dem natürlichen Zuckerersatzstoff Xylitol aus der Birkenrinde. Dadurch ist SCOOPER zuckerfrei und ein SCOOP hat weniger als 1 kcal. 

GRÜNDER MIT HERZ & VERSTAND:

Zwei Freunde mit ein und derselben Vision: Das Zusammenspiel aus Liebe für echte Brands, Koffein und leidenschaftlichem Unternehmertum. 

Wir, die beiden Gründer der wohl neuartigsten Form rascher Energiezufuhr, sind besser bekannt unter den Namen Michael Gueth (46) und Patrik Fuchs (44). Der ursprünglich studierte Betriebswirt und gelebte Fashion-Fotograf Michael, der durch ein bereits erfolgreiches Startup eine Menge nützliches Knowhow und großes Netzwerk mit bringt und sein Pendant der gelernte Bankkaufmann Patrik, der in über 20 Jahren Sales und Leadership – in der Finanzbranche und für den größten Lebensmittelkonzern der Welt – seine Passion darin gefunden hat Unternehmensstrategien zu entwickeln und erfolgreiche Teams aufzubauen. 


Wie ist die Idee zu SCOOPER entstanden?

Wir- zwei übermüdete Freunde- auf einer langen Autofahrt zwischen Düsseldorf und Frankfurt, waren verzweifelt auf der Suche nach einer Alternative zu dem üblichen Energydrinks, Kaffees & Co., die in der Regel nur gekühlt oder heiß schmecken, ebenso oft viele unnatürliche Inhaltsstoffe oder viel Zucker vorweisen und zuletzt alle getrunken werden müssen.

Welche Vision steckt hinter SCOOPER?

Wir wollen eine echte Brand aufbauen – ein neues Segment eröffnen und unsere kleinen weißen Energybeutel in die Welt hinaustragen. 

Wer ist die Zielgruppe von SCOOPER?

SCOOPER ist ein Lifestyle Produkt. Unsere Zielgruppe erstreckt sich vom Nachtleben, Festivals über Sportler, Studenten bis hin zum Manager und darf auch bei niemandem im Auto in der Mittelkonsole fehlen. Kurz – für alle die eine echte Alternative zu den bekannten Wachmachern suchen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Wir haben uns von Anfang an ganz bewusst dafür entschieden SCOOPER in DHDL zu pitchen. Durch das Format erhalten wir eine nationale Aufmerksamkeit, das ist unbezahlbar. Durch einen starken Löwen und sein gesamtes Team bekommen wir die Power, die wir brauchen, um SCOOPER schnell skalieren zu können.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir hatten nur 30 Tage Zeit uns auf unseren Pitch vorzubereiten – Setdesign inklusive. Es ging alles ganz schnell. Definitiv eine spannende und schlaflose Zeit. SCOOPER war unser ständiger Begleiter. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Eine riesige Motivation. Wir verfolgen seit Jahren das Format DHDL – sind echte Fans. Wir glauben, dass „Die Höhle der Löwen“ definitiv ein Stück weit dazu beigetragen hat, dass in Deutschland der Startup Spirit stark zugenommen hat. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf SCOOPER aufmerksam werden?

DHDL hat sich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt und ist selbst zu einer Marke geworden. Das Gütesiegel „Die Höhle der Löwen“ ist für viele Produkte ein Verkaufsgarant. Mit SCOOPER setzen wir auf einen nachhaltigen Brandaufbau. Wir wollen nicht den schnellen Euro, sondern ein neues Segment eröffnen und die Marke ständig weiterentwickeln.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Dagmar Wöhrl und Nils Glagau

SCOOPER wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben die Brand so aufgestellt, dass sie schnell skalierbar ist. Wir streben für ein internationales Wachstum kurzfristig eine SERIE A Finanzierung an. Wenn wir unsere Darreichungsform etablieren können, soll in fünf Jahren niemand mehr fragen, was das für kleine weiße Beutelchen sind. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Der „Klassiker“ fasst alles zusammen: „Machen ist wie wollen – nur geiler.“

Patrick Fuchs (l.) und Michael Gueth präsentieren mit „SCOOPER“ ein Energy-Pad für die Mundhöhle. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 50 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Scooper ist am 18. Oktober 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Patrick Fuchs und Michael Gueth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Findet euer warum!

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ASPHALTKIND Dachbox aus Naturfasern in der Höhle der Löwen

Nils Freyberg und Tiado Janis Pieperhoff Gründer von ASPHALTKIND, Dachbox aus Naturfasern, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und die Cropfiber GmbH mit der Marke ASPHALTKIND doch kurz vor!

Im Sommer 2019 von mir, Nils Freyberg, in Dortmund gegründet, hat sich die Cropfiber GmbH mittlerweile zu einem Experten für Naturfasern im Leichtbausektor entwickelt. Für großes Aufsehen sorgt dabei unser Technologie- und Werkstoffträger: eine Dachbox aus Naturfasern. Diese wird unter der Marke ASPHALTKIND auf den Markt gebracht.

Wie ist die Idee zu ASPHALTKIND entstanden?

Ich schaffte mir Mitte 2018 einen Sportwagen an und schwebte dadurch eine Zeit lang auf Wolke 7. Nur wenige Wochen später wurde ich aber auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt, indem meine Freundin anmerkte: „Wenn mal ein Kind kommt, muss das Auto wieder weg. Da passt ja gar kein Kinderwagen rein!“. 

Somit musste eine Lösung gefunden werden, welche zwei Jahre später in Form eines Faserverbund-Dachbox-Prototypen mit Fokus auf Aerodynamik, Stabilität, Gewicht und Design präsentiert werden konnte.

Das Besondere ist, neben dem elektrischen Schließsystem und der Freigabe für höhere Geschwindigkeiten, das Material: Statt Carbon werden, ganz im Sinne einer kompromisslosen Nachhaltigkeit, Naturfasern verwendet. Denn leicht spart Energie. Aber leicht und CO2-neutral spart Energie und entschleunigt den Klimawandel. Demnach entstand die Idee, die Dachbox zu einem Technologie- und Werkstoffträger zu machen. Es werden darüber Herausforderungen des neuartigen Werkstoffs gelöst und das dabei erlangte Know-How im Bereich Engineering und Fertigung für beanspruchte Exterieur-Bauteile im B2B-Bereich eingesetzt. 

Welche Vision steckt hinter eurem Startup?

Wir sind davon überzeugt, dass Ingenieure die Welt retten. Spätestens durch die Einführung der Klimaziele ist jedem bewusst, dass es zwei Wege gibt: Verzicht oder Innovation. Wir entscheiden uns für letzteres. Denn wenn es uns in Deutschland gelingt, CO2-neutrale Werkstoffe und Technologien zu entwickeln, die weltweit zum Einsatz kommen, erschaffen wir eine Win-Win-Situation.

Wer ist die Zielgruppe von ASPHALTKIND?

Speziell mit unserer Marke ASPHALTKIND haben wir neben autobegeisterten Menschen, eigentlich jeden Autofahrer im Fokus. Denn das Auto ist der Inbegriff für unabhängige Mobilität. Leider steht es umwelttechnisch immer wieder in der Kritik, wofür wir Lösungen entwickeln und vermarkten, um ohne Kompromisse machen zu müssen, ans Ziel zu kommen. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Als Gründer verfolgen wir die Sendung natürlich schon einige Jahre und hatten es demnach auch auf unserer To-Do-Liste uns zu bewerben, wenn wir ein serienreifes Produkt haben. Das Redaktionsteam kam uns aber zuvor, indem sie sich bei uns meldeten. Daraufhin haben wir den üblichen Bewerbungsprozess durchlaufen und wurden erfreulicherweise für das Pitchen vor den Löwen letztendlich auch eingeladen. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Kern des Ganzen ist der Pitch. Der muss einfach sitzen und demnach geht man den sehr oft durch. Zudem wappnet man sich für sämtliche Fragen der kritischen Investoren und bereitet alles bis in kleinste Detail vor. 

Viel Aufwand haben wir auch in unsere Websites cropfiber.de und asphaltkind.de, sowie unseren Onlineshop gesteckt. Neben hoher Nutzerfreundlichkeit steht dabei im Fokus, hohen Zugriffszahlen in einem kurzem Zeitraum standzuhalten. Quasi „nebenbei“ wartet dann natürlich auch das Daily Business und die Fertigstellung der Dachbox bis zur Aufzeichnung. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Dass wir es tatsächlich geschafft haben, motiviert uns natürlich sehr. Die Hürden und Auswahlkriterien sind selbstverständlich recht hoch und es freut uns, dass wir mit der Cropfiber GmbH und unserer Marke ASPHALTKIND ausgewählt wurden. Wie auch schon bei verschiedenen vorherigen Gründungswettbewerben, bei denen wir recht gut abgeschnitten haben, fühlen wir uns sehr bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein und Großes bewegen zu können. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Cropfiber und ASPHALTKIND aufmerksam werden?

Ein wenig Medienerfahrung haben wir tatsächlich schon durch eine Ausstrahlung bei den Tagesthemen Anfang 2021. Das hat uns bereits gezeigt, was medien- und reichweitentechnisch erzielt werden kann. Schön ist natürlich, dass mit dem Interesse durch die Höhle der Löwen Ausstrahlung wir möglichst viele Personen an unserer Mission teilhaben lassen können. Zudem ermöglicht einem die Reichweite selbstverständlich auch das Finden von Unterstützern, Mitarbeitern und
Kunden. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Im Bereich Leichtbau und Werkstoffe haben Carsten und Nico bereits einmal zugeschlagen, indem sie in Hyconnect mit Fausst investiert haben. Demnach waren vor allem die Beiden unsere Wunsch-Löwen. Aber wir waren auch offen für andere Investoren, wie beispielsweise Georg Kofler, der mit seiner medialen Reichweite sehr interessant für uns war.

Wo geht der Weg mit der Cropfiber GmbH hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, durch neue Technologien und vor allem marktreifen umweltschonenden Werkstoffen, die Welt wieder grüner zu machen. Ohne dabei Kompromisse machen zu müssen. In fünf Jahren haben wir bestenfalls einen Teil dieses Ziels bereits erreicht und unser Know-How im Bereich Engineering und Fertigung von CO2-neutralen Leichtbau-Komponenten kommt in verschiedenen Branchen zum Einsatz. Denn bereits heute merken wir, dass unser Technologie- und Werkstoffträger „Dachbox“ viele Türen in die Windkraft-, Nutzfahrzeug und PKW-Branche öffnet, indem hierfür bereits Projekte geplant oder sogar, wie im Tagesthemen-Beitrag erwähnt, mit dem Energiekonzern RWE abgeschlossen sind. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Als Erstes: Findet euer „warum“! Bei uns hat es mit der Suche nach einer Dachbox angefangen, beeinflusst von einem etwas schlechtem Gewissen durch den etwas höheren CO2-Ausstoß bei einem Sportwagen endet es bestenfalls in einer Erfolgsstory, die den Kohlefaserausstieg einläutet. Einfach mit der Mission, dass man auch ohne Kompromisse machen zu müssen, ans Ziel kommt. 

Tipp Nummer zwei ist: „Erzählt anderen von eurer Idee, um Feedback zu bekommen.“ Beherzigt dabei aber auf jeden Fall Tipp Nummer drei: „Lasst euch dabei nichts ausreden. Denn die Ideen, die alle gut finden, sind keine guten Ideen mehr.“

Nils Freyberg (l.) und Tiado Janis Pieperhoff aus Dortmund präsentieren mit ASPHALTKIND eine Dachbox aus Naturfasern. Sie erhoffen sich ein Investment von 230.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

ASPHALTKIND ist am 18. Oktober 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Nils Freyberg und Tiado Janis Pieperhoff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nutzt das Feedback eurer Kunden

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casimum Nackenkissen schlafen kopf nacken

casimum® – Besser schlafen und erholt aufwachen mit dem richtigen Nackenkissen

Stellen Sie sich und das Startup casimum doch kurz unseren Lesern vor! 

Wir, Robert Wincierz und Daniel Gegner, teilen eine gemeinsame Idee: Erholsame Nächte für jeden Menschen. Unser Ziel ist es, das wohl wichtigste Drittel im Leben zu revolutionieren – Schlaf. Unsere innovativen casimum® Nackenkissen bieten dabei die optimale Unterstützung für Kopf und Nacken und fördern eine wohltuende Schlafhaltung.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Robert: Nach langen Bürotagen fand ich immer schwieriger in den Schlaf und wachte morgens mit verspanntem Nacken auf. Mir wurde klar, dass das nicht der erholsame Schlaf ist, den ich mir wünschte. Oft kommt man auf die offensichtlichsten Dinge erst recht spät. In diesem Fall die Ursachen, welche meine Nackenschmerzen und den unruhigen Schlaf begünstigten. Mein altes Kissen mit Flockenfüllung war einfach plattgelegen und unbequem. Nun war ich auf der Suche nach einem funktionalen Kissen, das mir den Schlaf erleichtern sollte. Schnell wurde mir bewusst, dass die Kissen-Angebote oftmals nicht hielten, was sie versprachen. Es war an der Zeit, dies zu ändern! Zusammen mit einem familiären Handwerksbetrieb entwickelte ich über ein Jahr hinweg innovative Schlafkissen. Daniel ist etwas später hinzugestoßen und liefert bis heute entscheidende Impulse, um das Erlebnis mit casimum® so unvergesslich und individuell wie nur möglich zu machen.

Welche Vision steckt hinter casimum? 

Unsere Vision ist einfach und simpel: Wir möchten allen Menschen dabei helfen, ein rundum erholsames Schlafgefühl zu erleben. Dabei legen wir viel Wert auf hochwertige Verarbeitung, Funktionalität, Komfort sowie einfache Anwendung und Pflege unserer Kissen. Das oberste Gebot allerdings, ist die Langlebigkeit der Produkte. Erst wenn wir ein Lächeln am Morgen ins Gesicht unserer Anwender zaubern konnten, ist unsere Vision und auch Mission komplett. Vorher gehen wir selbst nicht zu Bett.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Hürden war tatsächlich die Entwicklung des ersten marktreifen Produkts. Bis das Kissen den gewünschten Anspruch erfüllen konnte, war es ein langer Weg. Umso mehr erfüllt es uns jetzt mit Stolz, wenn wir das viele positive Feedback unserer Kunden und Partner wahrnehmen. Wir freuen wir uns über konstruktive Kritik, die es uns ermöglicht, jeden Berührungspunkt mit casimum® noch besser zu machen und dazu zu lernen.

Das Thema Finanzierung ist sensibel, aber so viel verraten wir: Unser Ziel war und ist es, das Start-Up aus eigener Kraft erwachsen zu lassen. Erfolgreicher Markenaufbau braucht einen langen Atem. Unser Team ist absolut motiviert und eines der Besten, wenn es darum geht, Lösungen auch für schwierige und neue Herausforderungen zu finden.

Wer ist die Zielgruppe von casimum?

casimum® ist für jede erwachsene Frau und für jeden erwachsenen Mann – egal welche Interessen, Berufsgruppe oder welcher Familienstand. In erster Linie, sprechen wir Menschen im tendenziell mittleren Alter an, die z.B. unter Verspannungen leiden, oder nach einem stressigen Tag schwerer abschalten können. casimum® Kissen machen erholsamen Schlaf zu einem Erlebnis und verwandeln jedes Schlafzimmer in eine Oase der Ruhe und Entspannung. Bei uns, steht das spezifische Eingehen auf die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Schlafpositionen eine tragende Rolle. Nur so, findet jeder, wirklich jeder sein optimales casimum® Nackenkissen.

Was ist das Besondere an den Kissen? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

casimum® Nackenkissen sind aus reaktivem Material gefertigt. Der bequeme und gleichzeitig stützende Kissenkern aus Memory Schaum kann dazu beitragen durch Verspannungen bedingte Kopfschmerzen und Nackenschmerzen vorzubeugen. Durch die sanfte Stabilisierung von Kopf und Nacken kann die nächtliche Bewegungsintensität verringert werden, was wiederum eine positive Wirkung auf die Tiefschlafphase haben kann. casimum® Kissen sind in Deutschland entwickelt und werden in einem traditionellen Familienunternehmen sorgfältig von Hand hergestellt. Eine angenehme Verträglichkeit ist durch die Verwendung von unabhängig zertifizierten Stoffen gewährleistet. Zudem werden casimum® Kissen von namhaften Schlafexperten, Schlaf-Coaches sowie Physiotherapeuten empfohlen.

Das Allerwichtigste ist, dass man keinerlei Risiko beim Kauf von unseren Kissen eingeht. Dank „30 Tage Probeschlafen“ erhält jeder Kunde die Möglichkeit, das Kissen in aller Ruhe zu Hause zu testen. Wer nicht überzeugt ist, erhält den Kaufbetrag zurück – Ohne Wenn und Aber.

casimum®, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wenn wir das jetzt schon vorhersehen könnten, würden wir Nostradamus sehr unglücklich machen. Tatsächlich sehen wir unser Startup wie ein großes Schiff auf einer Reise durch die Welt und hoffen natürlich, möglichst viele Passagiere mitreisen zu können in die Wellen des guten Schlafs. Unser großer Traum ist es, dass sich casimum® zu einer weltweit-agierenden Schlafmarke entwickelt, die neben Kissen und Online-Ratgeber, das Thema „besser schlafen“ vollumfänglich abdeckt. Auf der Produktebene, aber auch im weiterführenden Bereich wie z.B. Schlaf-Coachings.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Habt keine Angst zu scheitern. Wenn ihr nicht für eure Idee kämpft, habt ihr schon verloren. Wenn ihr kämpf, könnt ihr verlieren, aber auch gewinnen. Und wenn es „nur“ Erfahrungen sind, die euch beim nächsten Versuch besser machen.

2. Fokus! Versucht nicht zu Anfang die „eierlegende Wollmilchsau“ zu erschaffen. Gerade, wenn ihr im Bereich „Online-Business“ eine Existenz aufbauen möchtet, werdet ihr sehr schnell merken, wie begrenzt eure Ressourcen sind. Vor allem Zeit und eigene Leistungsfähigkeit sind kein Gummiband, was sich endlos strecken lässt. Daher fokussiert euch auf die wesentlichen Dinge und stellt Detail-Verliebtheit und Perfektionismus etwas hinten an. Höchstwahrscheinlich werden es eure Kunden gar nicht merken.

3. Haltet durch, verwerft und erschafft neu! Am Anfang kennt euch keiner und es wird eine ganze Weile dauern, bis ihr euch ein stückweit positioniert habt und Menschen euch Vertrauen. Also seid geduldig und nutzt das Feedback eurer Kunden. Wenn euer Produkt bereits ein Problemlöser ist: prima. Wenn die Mehrzahl an Anwendern nicht zufrieden ist, dann verbessert es, verwerft es oder erschafft es neu, so dass es eure Interessenten anspricht und überzeugt. Jeder Schöpfungsprozess ist ein Stück Kunst und Kreativität und kein Künstler der Welt konnte auf Anhieb eine perfekte „Mona Lisa“ malen.

Wir bedanken uns bei Robert Wincierz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: casimum

Kontakt:

Innovations2U UG (haftungsbeschränkt)
Stresemannstraße 84
D-22769 Hamburg

https://casimum.de
service@casimum.de

Ansprechpartner: Robert Wincierz

Social Media:
Facebook: https://www.facebook.com/casimum
YouTube: https://www.youtube.com/channel/UC9JZqfvBsVQW-a8mr9zag2Q
Instagram: https://www.instagram.com/casimum_pillow/
Pinterest: https://www.pinterest.de/casimum/

Potentielle Kunden analysieren und verstehen

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axytos Buy Now Pay Later

axytos innovativer Buy Now Pay Later-Enabler

Stellen Sie sich und das Startup axytos doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Karsten von Diemar, ich bin promovierter Physiker. Im Laufe meines Berufslebens habe ich eine Menge Erfahrung im Produkt- und Projektmanagement sowie im Vertrieb von Zahlungsverkehrslösungen für Handels- und Dienstleistungsunternehmen sammeln dürfen. Das Fintech axytos ist ein innovativer Buy Now Pay Later-Enabler.

axytos unterstützt mit seiner cloudbasierten Plattform ganzheitlich den E-Commerce durch die Bereitstellung einer substanziell weiterentwickelten White Label-Lösung für den zahlungsgarantierten Rechnungskauf. Online-Händler können ihren Käufern ganz individuell einen optimierten Kauf auf Rechnung anbieten, ohne die Beziehung zu Ihren Käufern zu verlieren. Darüber hinaus bleiben Payment Service Provider Herr über ihr Kerngeschäft und bewahren ihre Beziehung zur eigenen Händlerbasis. Mit axytos Embedded Financial Services sind wir Partner der Banken und versetzen diese durch BNPL-Enabling in die Lage, verlorene Marktanteile im E-Commerce-Umfeld zurückzuerobern. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Um die Frage mit einem Zitat von Victor Hugo zu beantworten: „Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Wir sind Praktiker und sprechen jeden Tag mit Banken, Online-Händlern, PSPs, Agenturen und Marktplatzbetreibern, die unzufrieden sind mit den bestehenden Systemen und Lösungen im Bereich Buy Now Pay Later. Insofern war die Entscheidung zur Unternehmensgründung kein Zufall. Der Markt hat faktisch auf die axytos-Lösungen gewartet, was uns bereits in vielen Gesprächen bestätigt wurde. Das zeigen auch die steigenden Umsatzzahlen der Kunden, die zu axytos gewechselt sind.

Welche Vision steckt dahinter?

Tatsache ist, dass unsere Gründungs-Vision schneller Wirklichkeit geworden ist, als wir uns das vorstellen konnten: Namhafte Online-Händler, unter anderem aus den Bereichen Bekleidung, Ernährung und Pflege, nutzen bereits sehr erfolgreich den axytos Rechnungskauf 3.0. Ergebnisse sind eine deutlich gestiegene Conversion-Rate und größere Warenkörbe, also erhebliche Umsatzsteigerungen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Herausforderungen waren tatsächlich sehr vielfältig, denn wir haben es bei axytos nicht mit einem einzelnen Produkt oder einer spezifischen Dienstleistung zu tun, sondern mit einer ganzheitlichen IT-Infrastruktur. Daher mussten wir uns mit einer Vielzahl komplexer Themen und interdisziplinären Aufgabenstellungen beschäftigen, um die Nutzung für den End-User so convenient wie möglich auszugestalten. Wenn man eine Technologie entwickeln möchte, die neue Maßstäbe setzt, benötigt man die Unterstützung vieler Experten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen, von Datenschutzexperten über Fachjuristen bis hin zu Steuerberatern, Analysten und natürlich absoluten IT-Koryphäen. Wir haben all dies bisher aus Eigenmitteln finanziert und einen Millionenbetrag in die Hand genommen, Nun suchen wir Investoren, die mit uns gemeinsam die Expansion der fertigen Lösungen erheblich beschleunigen. Denn wir wissen, dass unser hochskalierbares Geschäftsmodell nachhaltig hohe Renditen einspielt und erhebliche Wachstumsperspektiven bietet.

Wer ist die Zielgruppe ?

Man könnte unser Geschäftsmodell industrie-agnostisch nennen. Prinzipiell profitieren von der axytos-Plattform alle Unternehmen, die sich in irgendeiner Form mit der Financial Customer Journey beschäftigen. In der Old-Economy sind das zum Beispiel Banken, Versicherungen, Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter. In der New-Economy unter anderem Startups, der E-Commerce, Payment Service Provider oder Mobilitätsdienstleister. Die dynamische axytos-Plattform lässt sich in ganz unterschiedlichen Ausprägungen an die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen der jeweiligen Branche anpassen.

Wie funktioniert axytos? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die cloudbasierte Plattform ermöglicht es über eine einzige API und nach dem Plug & Play-Prinzip, digitale Geschäftsmodelle einfach aufzusetzen, flexibel anzupassen und unmittelbar zu monetarisieren. Und das entlang des gesamten Financial Lifecycle: von Adressvalidierung und Risikobewertung über Bonitätsprüfung und aktive Zahlartensteuerung bis hin zu dynamischer Vertragsgestaltung, Debitorenmanagement, Mahnwesen und Inkasso. Unternehmen, die die Plattform nutzen, profitieren von einer deutlichen Reduzierung der Entwicklungskosten und verkürzen ihre Time-to-Market bei der Gestaltung neuer Geschäftsmodelle. Mit den Lösungen der axytos-Plattform steigern sie so letzten Endes ihre gesamte Wirtschaftlichkeit. Uns unterscheidet, dass axytos der einzige Anbieter mit einer fertigen und umfassenden cloudbasierten BNPL-Enabling Plattform ist, was insbesondere Banken und Payment Service Provider bisher beeindruckt hat.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen uns auf einem sehr guten Weg als Fintech zum wichtigen Player im internationalen Buy Now Pay Later-Enabling. In fünf Jahren sehe ich uns als zuverlässigen Partner von Payment Service Providern, Banken, großen Handelsunternehmen und Herstellern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich fasse mich kurz: Angehende Gründer müssen den Markt, den potentiellen Kunden und seine Anforderungen analysieren und verstehen. Und dann die Geschäftsidee schnell und agil umsetzen.

Wir bedanken uns bei Karsten von Diemar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: axytos

Kontakt:

axytos GmbH
Pittlerstraße 47
D-63225 Langen

info@axytos.com
www.axytos.com

Ansprechpartner: Dr. Karsten von Diemar

Social Media:
LinkedIn: www.linkedin.com/company/axytos/
Xing: www.xing.com/pages/axytos-gmbh

Der Weg ist das Ziel

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MAMA BUSINESS community frauen

MAMA BUSINESS ® Community für Frauen: Podcast, Social Media und viel kostenlosen Content zu den Themen Businessaufbau, Website und Branding

Stellen Sie sich und das Startup MAMA BUSINESS ® doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Nadine Quosdorf, Baujahr 83 und im schönen Nordschwarzwald aufgewachsen. Direkt nach der Schule zog es mich in die (große) Stadt. Glücklicherweise begleitete mein Mann mich bei all meinen beruflichen Umzügen von Beginn an. Heute leben wir gemeinsam mit unserem Sohn wieder in meiner alten Heimat Bühl bei Baden-Baden.  

Mein Werdegang auf einen Blick
  • BWL Studium an der Berufsakademie Mannheim
  • Mode-Einkäuferin (Breuninger Stuttgart & ESPRIT Düsseldorf) 
  • Global E-Commerce Managerin (ESPRIT)
  • Leitung Onlineshop (DEPOT Frankfurt). 

2015 kam dann der Nachwuchs zur Welt.  Und damit änderte sich so ziemlich Alles. 

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Es kam, wie es (in Deutschland) kommen musste. Mir standen alle (Vollzeit)Türen offen. Die ersten Jahre nach der Geburt erhielt ich noch regelmäßig Anrufe von HeadhunterInnen. Doch mit Kind (und damit nicht mehr bereit Vollzeit zu arbeiten und umzuziehen) wurde ich für Führungspositionen langsam aber sicher uninteressant. 

Da ich mich auf der Angestellten-Ersatzbank nicht wohl fühlte, entschied ich mich für den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete die Marketingagentur Q13. Von Beginn an war die Auftragslage gut und ich erweitere mein Portfolio von Websites ( Wix / WordPress) auf Brandings und Workshops. 

Was war bei der Gründung von MAMA BUSINESS ® die größte Herausforderung?

So viele Themen gleichzeitig anpacken zu müssen und noch niemanden an meiner Seite zu haben, die/der mich im operativen Business  unterstützt. Ich musste lernen, nicht auf allen Hochzeiten tanzen zu können und Aufgaben Stück für Stück anzupacken. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Man MUSS sogar! „Better done than perfect“ ist seit der Selbstständigkeit mein Motto. Genau wie „MEHR MUT MAMAS!“.  Es gibt nämlich niemals den perfekten Zeitpunkt. Nicht fürs Heiraten, nicht für Kinder und schon dreimal nicht für eine Gründung. 

Gerade für uns Perfektionistinnen ist das ein sehr harter Weg. Heute kann ich jedoch sagen: Ich bin keine mehr (manchmal zum Leid meines Mannes, denn auch Zuhause habe ich den Perfektionismus aufgegeben).

Welche Vision steckt hinter MAMA BUSINESS ®?

Mamas zum empowern. Ihnen Mut zuzusprechen, in die Selbstständigkeit zu gehen. Sofern dies die äußeren (meist finanziellen) Rahmendaten zulassen. Doch meine größte Vision ist es, MAMA BUSINESS® zu einer offiziellen Bildungsplattform für selbstständige Mamas zu machen, in der sie neben dem Businessaufbau auch genug Auswahl an Selfcare-Themen zum Ausgleich finden! Vereinbarkeit ist schließlich unser allerwichtigstes Gut als Mama, Partnerin, Kollegin und vor allem als eigenständige Frau. 

Wer ist die Zielgruppe von MAMA BUSINESS ®?

Mamas, die darüber nachdenken, in Teil-oder Vollzeit zu gründen. 

Wie funktioniert MAMA BUSINESS ®?

In erster Linie als Community. Wir liefern über den MAMA BUSINESS® Podcast, Social Media und die Website viel kostenlosen Content zu den Themen Businessaufbau, Website und Branding. Aber genauswo wichtig ist uns das Thema Selfcare. Deshalb habe ich regelmäßig wunderbare Interviews mit vielen Mehrwerten zu beiden Themen (Business & Selfcare). 

Da wir nicht nur Anleitungen liefern sondern die Frauen unbedingt auch in die Umsetzung bringen möchten, bieten wir nahezu alle Dienstleistungen, über die wir sprechen, als Fullservice-Agentur auch selbst an. Vom Marketingkonzept bis zu den ersten Ads oder der Einrichtung von Google Analytics. Das alles funktioniert über ein Dienstleisternetzwerk im Hintergrund. Meine KollegInnen sind nicht bei mir angestellt, sondern einfach seit Beginn an Teil des festen Teams. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Ganz klar das Thema „ins Tun kommen und gemeinsam umsetzen“. Wir geben nicht nur die Tipps, wie es geht, sondern wir packen mit an. In unserem 10 wöchigen Bootcamp lernen die Teilnehmerinnen z.B. alles, was sie für den Start ins Onlinebusiness brauchen: Zielgruppe, Positionierung, Recht, aber eben auch, wie sie ihr Branding und die Website selbst erstellen können. Denn was bei den meisten Gründerinnen anfangs wirklich noch nicht allzu sehr locker sitzt, ist das liebe Geld. Deshalb bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe. 

MAMA BUSINESS ®, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren sind wir offizieller Bildungspartner der IHK und des Landes Baden-Württemberg. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Einfach mal starten. „Better done than perfect“ ist die Devise. Der Weg ist das Ziel und auf diesem wird ohnehin nicht alles so laufen, wie geplant

Nicht zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen und nicht andauernd (vom Handy) ablenken lassen. Sonst brennst du aus! Du kannst 100% geben. Versuche diese 100% die meiste Zeit auf exakt EINE Aufgabe zu setzen. Und zwar auf die, die dir am meisten Umsatz und dein Business nach vorne bringen wird. 

Hole dir Unterstützung (zum Beispiel in Form einer virtuellen Assistenz) – auch wenn du dafür „eigentlich“ noch kein Budget hast. Sieh es als Investition und nicht als Kostenblock!

Wir bedanken uns bei Nadine Quosdorf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Friseurello: 10 Fragen an Joseph Botros, Problemlöser in Notsituationen

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Friseurello Joseph Botros

Friseurello ist eine Plattform, die Friseure und Kunden zusammenbringt. Die Plattform hat das Ziel, die Buchung von Hausbesuchen durch einen passenden Hairstylisten in der Nähe zu vereinfachen. Per PC, Smartphone oder Tablet buchen Kunden ihren Lieblingsfriseur, der alsbald zu ihnen nach Hause kommt. Ein einfaches und geniales Konzept, das Joseph Botros während der Corona-Pandemie entwickelt hat. Möglich, dass er damit sogar Business-Angel wie Judith Williams auf sich aufmerksam macht.

Professionelle Hairstylisten, die auf Bestellung nach Hause kommen- das ist Friseurello Bildquelle pixabay

Wie bist du auf die Geschäftsidee gekommen?

Im Corona Lockdown gab es Phasen, in denen Friseure ihren Salon komplett schließen mussten. Über Wochen waren Friseurbesuche unmöglich, denn es war einfach kein Friseur zu finden, der Haare schneiden durfte.

Als ich später auf Geschäftsreise ging, stellte sich mir erneut die Frage, wo ich einen zuverlässigen Hairstylisten finde, der im besten Fall rasch zu mir ins Hotel kommt, um die Haare zu schneiden. Mein Zeitplan war so eng und es gab keinen Friseur in der Nähe, zu dem ich schnell hätte gehen können. Daraus entstand die Idee, eine Plattform zu entwickeln, die mobile Friseure und Kunden zusammenbringt.

Von der Idee zum Geschäftskonzept ist ein weiter Weg. Welche deiner Stärken war dabei besonders nützlich?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich über Wochen und Monate an dem Konzept gearbeitet habe. Das Ergebnis ist einfach und genial, es steckt viel Arbeit und Zeit darin. Ich habe mich mit Profis umgeben und mir Expertenwissen geholt, denn ich bin davon überzeugt, dass sich nur so ein professionelles Konzept entwickeln lässt. Einer meiner besonders nützlichen Stärken liegt in meiner Fähigkeit, Probleme zu erkennen, die viele Menschen betreffen und dafür einen Lösungsansatz zu finden. 

Ich bin ein Problemlöser in Notsituationen. So ist es auch bei Friseurello. Anlässlich meines eigenen Problems, in Lockdown-Zeiten keinen Friseur zu finden, fragte ich mich, wen dieses Problem im Alltag generell betrifft. Mir fielen sofort Senioren und beschäftigte Hausfrauen ein, die von einem mobilen Friseur sicherlich profitieren würden. Auch Menschen mit einer körperlichen Einschränkung oder Personen mit einem sehr engen Terminkalender stehen regelmäßig vor dem Problem. 

Es ist wichtig für einen erfolgreichen Gründer, dass er früh erkennt, dass eine Idee später einmal Millionen von Menschen das Leben erleichtern wird. Die Idee dahinter ist ebenso simpel wie genial: Eine Friseur-Plattform aufzubauen, auf der man sich seinen mobilen Friseur nach Hause, ins Büro oder zu einem beliebigen Ort bestellen kann. So bin ich Gründer des Start-ups Friseurello geworden.

Wie genau funktioniert Friseurello?

Es ist ganz einfach. Kunden geben auf der Plattform ihren Standort ein und wählen die gewünschte Dienstleistung aus, also z. B. Haare färben, einen coolen Bartschnitt oder Extensions. Mit einem Klick auf die Suche werden mobile Friseure in der Nähe angezeigt, die die gewünschten Dienstleistungen im Portfolio haben. Sie wählen den passenden Friseur aus und vereinbaren einen konkreten Termin an Ihrem Wunschort. Das kann das  Büro, die eigene Wohnung oder auch eine Event-Location sein. Der Friseur kommt dann zum vereinbarten Zeitpunkt dorthin.

Welche Vorteile bringt mir der mobile Friseur?

Der mobile Friseur bringt für Kunden eine ganze Reihe von Vorteilen. Ein großer Vorteil ist etwa, dass man nicht extra in die Stadt bzw. zum Frisiersalon fahren muss. Damit entfällt die zeitaufwändige Suche nach einem Parkplatz, was gerade in Großstädten ein Problem ist. Mobile Friseure arbeiten oft sehr flexibel außerhalb der regulären Ladenöffnungszeiten. So sind auch späte oder sehr früher Termine möglich, was für vielbeschäftigte Geschäftsleute und Personen mit einem engen Terminkalender ideal ist.

Außerdem ist Haare schneiden in privater Umgebung viel ruhiger und komfortabler als in einem gut besuchten Salon mit großen Schaufenstern, die fremde Blicke von außen hereinlassen. Es gibt viele Kunden, Männer wie Frauen, die nicht wollen, dass andere wissen, dass sie z. B. ihre Haare färben oder verlängern lassen. Nicht zuletzt spart der mobile Friseur Zeit und Geld, etwa fürs Parken oder für den Babysitter. Denn wenn beispielsweise Kinder zu betreuen sind, können diese zu Hause im Kinderzimmer spielen, während sich ihre Mutter oder ihr Vater die Haare im Zimmer schneiden lassen.

Müssen Kunden etwas für den Termin vorbereiten oder bringt der Friseur alles Nötige mit?

Das wichtigste, was Kunden sicherstellen müssen ist, dass genügend Licht vorhanden ist. Außerdem benötigt der Friseur etwas Platz und der Ort, an dem die Haare geschnitten werden, sollte sauber sein. Der Friseur legt die Umgebung mit einer Bodenschutzmatte aus. Er deckt die Ablagen ringsherum ab und nimmt die geschnittenen Haare später mit. Der Friseur sorgt also für ein hohes Maß an Sauberkeit und hinterlässt den Arbeitsplatz so, wie er ihn vorgefunden hat. 

Die mobilen Friseure gewährleisten auch die nötige Hygiene und halten sich an die Regeln, die jeweils im Zusammenhang mit der Corona Schutzverordnung bestehen. Zudem gelten grundsätzlich die Richtlinien des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks in der BWG. 

Friseurello Joseph Botros
Die geschnittenen Haare nimmt der Friseur am Ende mit und entsorgt sie Bildquelle pixabay

Müssen Kunden sich vorher selbst die Haare waschen?

Nein, das ist nicht nötig und meistens auch gar nicht hilfreich. Friseure bringen in der Regel ein mobiles Rückwärtswaschbecken mit. Mit diesem können sich Kunden wie gewohnt in ihrem Stuhl zurücklehnen und dem Friseur das Haarewaschen überlassen. Es ist ohnehin besser, die Haare auf diese Weise als über Kopf in der Wanne zu waschen. Denn dann fallen die Haare unnatürlich und es ist für den Friseur schwieriger, die Haare entsprechend zu begutachten. Außerdem können beim Überkopf-Haarewaschen flüssige Produkte in die Augen gelangen. Wenn Haare gefärbt oder mit anderen Flüssigkeiten behandelt werden, ist die Arbeit am Rückwärtswaschbecken für Friseur und Kunde wesentlich entspannter und einfacher. 

Wie teuer ist der mobile Friseur über Friseurello?

Die Friseure legen ihre Preise selbst fest. Friseurello vermittelt lediglich den Kontakt. Kunden klären die Kosten direkt mit dem mobilen Friseur am besten sofort bei der Terminvereinbarung.

Wie können Friseure Teil von Friseurello werden?

Voraussetzung ist, dass ein Friseur mobil und dazu in der Lage ist, außer Haus seine Dienstleistung zu verrichten. Interessenten schicken eine Anfrage über unser Kontaktformular. Wir prüfen die Anfrage und nehmen den Friseur in unser Partnernetzwerk auf, sodass er über Friseurello von potenziellen Kunden auffindbar ist.

Wir bedanken uns bei Joseph Botros für das Interview. Weitere spannende Interviews mit geschäftstüchtigen Gründern sind im Bereich Start-ups zu finden.

Titelbild: Joseph Botros hat viel Zeit in die Entwicklung des Konzepts gesteckt und kümmert sich intensiv um sein Geschäft. © Joseph Botros

Autor: Marianne Schwarz

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Verhütung für den Mann

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COSO Verhütung Mann

COSO ist ein ultraschallbasierter, hormonfreier und reversibler Verhütungsansatz für den Mann

Stellen Sie COSO Contraception doch kurz unseren Lesern vor

Viele Männer würden gerne mehr Verantwortung in Sachen Verhütung übernehmen, doch die Möglichkeiten sind auf Seiten des Mannes begrenzt. In dieser Marktlücke setzt COSO an. 

Liebe Leser*innen, ich bin Rebecca, die Entwicklerin von COSO. COSO ist ein ultraschallbasierter, hormonfreier und reversibler Verhütungsansatz für den Mann. 

Auf biologischer Ebene erzeugt Ultraschall Tiefenwärme im Hodengewebe, was eine temporäre Unterdrückung der Spermienbildung zur Folge hat. Forscher*innen konnten diesen Effekt erfolgreich in Studien am Tiermodell nachweisen. Bisher wurde das Prinzip für den Menschen nicht weiterverfolgt. 

Hier kommt COSO ins Spiel. 

Im Nutzungsablauf findet die erste Behandlung unter ärztlicher Aufsicht statt, um das Gerät auf den Nutzer anatomisch anzupassen und eine korrekte Durchführung zu gewährleisten. Alle weiteren Anwendungen finden zum Schutz der Privatsphäre beim Nutzer Zuhause statt. 

Zum Gebrauch wird das Gerät mit Wasser befüllt und im Sitzen die Hoden darin für wenige Minuten ultrabeschallt. In regelmäßigen Intervallen werden die Anwendungen wiederholt sowie die Verhütungswirksamkeit mittels Spermiogrammen überprüft. Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Methode reversibel ist. Das heißt, dass einem etwaigen Kinderwunsch zu einem späteren Zeitpunkt nichts im Weg steht.

COSO nimmt es sich zum Ziel den Verhütungsansatz für den Menschen auf dem Markt zugänglich zu machen und damit einen gesellschaftsrelevanten Mehrwert zu schaffen. 

Warum haben Sie sich entschlossen sich mit männlicher Verhütung zu beschäftigen?

Vor etwa einem Jahr erhielt ich die Diagnose der Gebärmutterhalskrebsvorstufe, ausgelöst durch die Pilleneinnahme in Kombination mit dem HPV-Virus. Auf der Suche nach Verhütungsalternativen wurde der Mangel an Verhütungsmethoden, im Speziellen für Männer, besonders deutlich. Dieser Mangel betrifft nicht nur mich persönlich, sondern auch viele andere Nutzer*innen, was die derzeitige gesellschaftspolitische Diskussion zeigt. Daher habe ich beschlossen im Rahmen meiner Masterthesis in Industrial Design an der Technischen Universität München einen neuen Verhütungsansatz für den Mann zu entwickeln. 

Was wäre für COSO Contraception die größte Herausforderung? 

Um COSO als Verhütungsmethode auf dem Markt einführen zu können, werden klinische Studien benötigt. Das stellt die größte Herausforderung für COSO dar. Denn bisher fehlen valide Daten zu den Behandlungsdauern, Anwendungsintervallen und Wirksamkeitszeiträumen sowie zu technischen Parametern des Ultraschallmoduls. Des weiteren muss erforscht werden welche Nebenwirkungen durch das Verfahren entstehen können. Aus den Studien am Tiermodell sind dazu bisher keine bekannt. 

Klinische Studien durchzuführen ist aufwendig und teuer, daher ist das Team von COSO derzeit auf der Suche nach Investoren und Partnern in die Forschung. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Definitiv! Alles begann mit einem kleinen Gedankenspiel, als ich in meiner Recherche auf die ultraschallbasierte Verhütung stieß. Ich fragte mich, wie könnte ein Szenario für den Menschen dazu aussehen? Da ich selbst kein Mann bin und Design von Interdisziplinarität lebt, arbeitete ich im Co-Design mit einer definierten Nutzergruppe zusammen. Ziel war es die Anforderungen und Präferenzen der potenziellen Nutzer herauszuarbeiten, um eine möglichst hohe Nutzerakzeptanz zu erhalten. Ebenfalls holte ich mir Unterstützung von Expert*innen aus der Forschung, Urologie, Andrologie, Sexual- und Psychotherapie, um die fachliche Seite im Konzept miteinzubeziehen. 

Das Konzept von COSO veröffentlichte ich nach Abschluss meiner Masterthesis auf der Website coso-contraception.de und dem Instagram-Kanal @coso.contraception. Absicht war dabei einerseits Diskussionen zum Thema der männlichen Verhütung anzustoßen. Andererseits sollten durch ein realistisch präsentiertes Szenario neue Impulse gesetzt werden, um etwaig weitere Forschungsvorhaben anzustoßen.

Mit der Veröffentlichung von COSO entwickelte sich eine gewisse Eigendynamik. Durch Interviews mit der politischen Organisation Better Birth Control und diversen Verhütungsmagazinen sowie den Gewinn des James Dyson Awards in Deutschland stieg das öffentliche Interesse an COSO immer weiter. Es meldete sich eine Vielzahl an potenziellen Teilnehmern für klinische Studien. Zudem ergaben sich erste Gespräche mit potentiellen Investoren und Entwicklungspartnern, wodurch nun eine Gründung von COSO im Raum steht. 
Anhand der Entwicklung von COSO zeigt sich, dass man mit einer Idee starten kann, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Dazu kann ich nur ermutigen. 

Welche Vision steckt hinter COSO Contraception?

COSO hat die Vision dem derzeitigen Mangel an Verhütungsmethoden für Männer mit einer nutzerzentrierten Lösung entgegenzuwirken und einen gesellschaftsrelevanten Mehrwert zu schaffen. Auf der Metaebene adressiert COSO Themen im Sinne der voranschreitenden Überbevölkerung sowie ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Des weiteren soll COSO zur kritischen Diskussion über Verantwortung und Gleichberechtigung  sowie zur Neuverhandlung von Geschlechterrollen beitragen.

Wer ist die Zielgruppe von COSO Contraception?

Im Entwicklungsprozess von COSO wurde mit Männern zwischen 20 und 30 Jahren in festen Partnerschaften kooperiert. In dieser Altersspanne kristallisierte sich der Verhütungsbedarf als am höchsten heraus, laut eigens durchgeführter Umfrage mit 422 Teilnehmer*innen. Zudem wurde die Produktidee für den deutschen Markt ausgelegt.

Mit der Veröffentlichung des Projekts zeigte sich im Austausch mit Interessierten und weiteren Expert*innen diverser Bereiche, dass die Nutzergruppe weitaus größer zu fassen ist. Großes Interesse zeigte sich ebenfalls von Menschen ohne feste Partnerschaft sowie von Personen, die bereits ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Zudem kristallisierte sich ein großes internationales Interesse an COSO heraus. Besonders im europäischen, asiatischen und amerikanischen Raum traf COSO auf große Resonanz, sowohl von medialer als auch nutzerorientierter Seite.

Was entscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Betrachtet man die etablierten Verhütungsmethoden für Männer auf den Markt, wird deutlich, dass diese keine optimale Lösung darstellen. Aufgrund der geringen Verhütungssicherheit des Kondoms entstehen laut WHO jährlich weltweit rund 80 Millionen ungewollte Schwangerschaften. Die Vasektomie ist hingegen eine dauerhafte Verhütungsmethode, die für den Großteil der Bevölkerung nicht in Frage kommt, was sich in der geringen Nutzungsrate widerspiegelt. 

Die Forschung an der Pille für den Mann wurde aufgrund starker Nebenwirkungen wieder eingestellt. Andere Verhütungsansätze, hatten bisher keinen durchschlagenden Erfolg auf dem Markt, wie beispielsweise das Samenleiterventil als Implantat und das samenleiterverstopfende Vasalgel als Injektion. Diese Verfahren stellen komplexe körperliche Eingriffe dar, so herangezogene Experten. Weitere Optionen wie der Verhütungsring oder die Verhütungshose müssen für mehrere Stunden täglich zur Hodenerwärmung getragen werden. Der Vorgang schränkt die Benutzerfreundlichkeit ein und ist laut befragten Urologen anatomisch nicht ungefährlich. 

COSO ist im Vergleich zu den Wettbewerbern reversibel, frei von körperlichen Eingriffen und bisher bekannten Nebenwirkungen. Zudem ist die Nutzung einfach in den Alltag integrierbar und schonend in der Wirkung. Wichtigste Differenzierung ist zudem die hohe Akzeptanz, die im kooperativen Entwicklungsprozess obersten Stellenwert hatte. Denn neue Ansätze sind nur erfolgreich, wenn sie von der Gesellschaft akzeptiert werden. 

Die hohe Nutzerakzeptanz von COSO zeigt sich vor allem im medialen Interesse auf internationaler Ebene sowie im Feedback von potentiellen Nutzern, Studienteilnehmern, Entwicklungspartnern und Investoren. 

COSO Contraception, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In den kommenden Jahren sehen wir uns als marktfähiges und skalierbares Unternehmen auf internationaler Ebene. Auf dem Weg dorthin haben wird durch unsere Investoren und Partner ein starkes Netzwerk gebildet, unser Team bedarfsgerecht aufgestellt und Humanstudien erfolgreich abgeschlossen. 

Auf gesellschaftlicher Ebene hat COSO zu einem Umdenken beigetragen, neue Wege in Sachen männlicher Verhütung eröffnet und dadurch einen echten, gesellschaftlichen Mehrwert generiert. 

Wir bedanken uns bei Rebecca Weiss für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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