Samstag, Mai 23, 2026
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So wird ein Schuh draus!

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botties sohlen diy schuhe

Botties: Die Sohlen ergeben zusammen mit den passenden Einlegesohlen die Basis für den DIY Schuh

Stellen Sie sich und das Startup mabottie doch kurz unseren Lesern vor!

Unser Startup ist Produzent ganz besonderer Schuhsohlen, die wir unter dem Label „Botties“ auf dem Handarbeitsmarkt positioniert haben. Mit haushaltsüblichen Handarbeitsutensilien und den gängigsten Techniken, wie z. B. nähen oder häkeln, kann sich jeder mit vorhandenen Grundkenntnissen seine Lieblingsschuhe selber herstellen.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich war schon immer ein sehr selbständiger Mensch. Bereits während meines Studiums zur Kommunikationsdesignerin betreute ich meine ersten Kunden und gründete mit einer Kommilitonin das Tape Art Kollektiv DUMBO AND GERALD. Nach dem Studium folgte mit der Gründung des Designstudios DMBO ein weiteres Standbein. Diese gestalterischen Tätigkeiten sind super abwechslungsreich und erfüllend.

Dennoch hatte ich immer diesen innerlichen Drang, ein Produkt zu entwickeln und daraus ein Business zu machen. Unsere Botties basieren genau genommen auch auf einer im Studium entwickelten Idee, die ich gedanklich über mehrere Jahre reifen lies. Bis es mich 2016 packte und – zusammen mit meiner Mutter – die mabottie GmbH gründete. Ich musste es einfach tun! Ich war überzeugt, dass meine Idee funktionieren würde und das Potential zu etwas ganz Großem hatte.

Was war bei der Gründung von Botties die größte Herausforderung?

Die Gründung an sich empfinde ich, auch im Rückblick, als die kleinste Herausforderung. Ich hatte ja bereits eine GbR gegründet und war darauf vorbereitet, dass eine GmbH etwas mehr Verbindlichkeiten mit sich bringt. Das war mir persönlich auch super wichtig, da ich die Schuh-Idee in meiner „Freizeit“ weiter entwickeln wollte, neben meiner Agenturtätigkeit. Freie Projekte verlaufen oft schnell im Sande, wenn andere Aufgaben überhand nehmen. Das wollte ich in jedem Fall vermeiden und baute mir mit der GmbH und dem darin investierten Geld künstlich etwas Druck auf.

Die größte Herausforderung erfolgte 2019. Die Sohlen waren alle entwickelt, ein erstes Vertriebsnetz aufgebaut und eine Mitarbeiterin eingestellt. Die Geschäftsidee ging auf. Wir wuchsen, und damit auch der finanzielle Jonglage-Akt. Mit der „Liquidität“ führe ich seitdem eine Hassliebe. Wir haben jedes Jahr nachfinanzieren müssen: ein Produkt auf den Markt zu bringen ist mit großem Kapitalaufwand verbunden.

Das sind Gedanken, die ich bei der Gründung erfolgreich beiseite schieben konnte. Als es aber dann akut wurde, musste ich Geld auftreiben. Da war es gut zu wissen, dass die Geschäftsidee funktioniert. Nicht nur für die Darlehensgeber, auch für mein eigenes Seelenheil. Als junges Unternehmen bürgt man ja immer noch persönlich. Da hilft das „GmbH“ im Firmennamen leider auch nicht viel weiter.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Definitiv. Die ersten Monate waren geprägt von Materialexperimenten, Produktionsrecherchen und selbstgebastelten Modellen. Ich hatte ja nur eine Idee, wusste aber noch gar nicht, wie das Ergebnis aussehen würde. Mit den Prototypen der ersten Sohle erfolgte dann die Marktanalyse, und zwar live auf einer Verbrauchermesse. Das direkte Feedback der Kunden und Medien gab uns enormen Rückenwind, aber auch jede Menge Ideen, das Produkt zu optimieren. Ich würde sogar behaupten, dass heute immer noch nicht alles perfekt ist. Mit den gesammelten Erfahrungen können wir aber nun viel zielführender an die nächste Produktentwicklung gehen.

Welche Vision steckt hinter Botties?

Ich liebe Schuhe. Alle lieben Schuhe. Ich habe mich immer gewundert, warum es auf dem Handarbeitsmarkt nicht schon ein viel größeres Angebot dafür gibt. Alles kann man selber machen, vom Kopf bis zum Knöchel: der Schuh aber wird noch sehr stiefmütterlich behandelt. Vielleicht weil er so komplex wirkt? Mir war es daher wichtig, den Herstellungsprozess von Schuhen stark zu vereinfachen. Es sollte nicht schwieriger sein als sich ein T-Shirt zu nähen oder einen Pulli zu stricken. 

Neben der Möglichkeit sich individuell auszudrücken, ist bei der Handarbeit auch der Weg das Ziel: Slow Fashion geht hier Hand in Hand mit Sustainable Fashion. In der Gesellschaft steigt das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Dem wollen wir gerecht werden durch ein besonders langlebiges Produkt, das – in seine einzelnen Bestandteile zerlegt – komplett dem Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden kann. Mit diesem nachhaltigen Ansatz und der unschlagbaren Kombination von Mode, Lifestyle und Handarbeit wollen wir mit unseren DIY Schuhen internationaler Marktführer werden.

Wer ist die Zielgruppe von Botties?

Handarbeitsaffine Menschen, überwiegend Frauen. Von der 20 jährigen Studentin, die ihre kreativen Ideen modisch verwirklicht, bis hin zur 70 jährigen Seniorin, die vor allem Freude daran hat ihr Umfeld mit gestrickten oder gehäkelten Botties zu beschenken. Die selber gemachten Schuhe gibt es in vielen Größen. So kommen sowohl Kindergartenkinder als auch Ehemänner in den Genuss.

Wie funktioniert Botties?

Die Sohlen ergeben zusammen mit den passenden Einlegesohlen die Basis für den DIY Schuh. Wir bieten auf unserer Webseite eine Menge Inspiration. So zeigen wir was alles damit möglich ist und verknüpfen zu jedem Look auch gleich die passenden Stoffe oder Garne. Viele unserer Basisanleitungen sind kostenfrei erhältlich. Bei komplexeren und neueren Entwicklungen zahlt man für die Anleitung eine geringe Gebühr.

Sobald man das Schuhoberteil gefertigt hat, wird es an die Sohle angenäht. Ein Verkleben ist nicht notwendig. Bei Häkelmodellen kann man sogar direkt von der Sohle aus los häkeln. Je nach Modell und Technik benötigt man ca. 1,5-3 Stunden je Schuh.

Was ist das Besondere an den Schuhen?

Neben dem schon beschriebenem nachhaltigen Ansatz haben sie auch ein besonderes Design. Durch die abgerundete Kante und dem weichen Material passt sich die Schuhsohle dem Fuß perfekt an. Daher gibt es auch keinen linken und rechten Fuß, sondern eine neutrale Form. Die Kanten sind bereits perforiert, so dass die Verbindung mit dem Oberteil einfach gelingt. Eine Fersenlasche stabilisiert das Material und dient beim Einstieg als integrierter Schuhlöffel.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Sohle schafft es alle Handarbeitstechniken zu bedienen und sowohl als Haus- als auch als Straßenschuh eingesetzt zu werden. Das schafft bisher keine andere Sohle für DIY Schuhe.

mabottie, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir befinden uns aktuell in einer strategisch sehr wichtigen Phase. Wir haben in den letzten 5 Jahre viel Arbeit, Geld und Leidenschaft investiert, konnten uns am Markt beweisen und wachsen. Nun ist es Zeit für den nächsten großen Schritt. Aktuell führen wir Gespräche mit potentiellen Investoren. Gemeinsam wollen wir das Unternehmen auf das nächste Level heben.

In fünf Jahren werden wir unsere Marktführerschaft international ausgebaut haben. Die Marke Botties wird Synonym sein für DIY Schuhe.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Fokussiere dich auf deine Idee und deine Vision. Lasse dich von deiner Motivation treiben und nicht ablenken von Business Plänen, Finanzierungen und anderen gedanklichen Hürden. Diese Themen werden zweifellos auf dich zukommen. Sie lassen sich aber leichter aus dem Prozess heraus anpacken. Also: einfach machen!

Du solltest den Moment, in dem du dich für die Gründung entscheidest – mit all seinen positiven Gefühlen – gut und sicher in deinem Gedächtnis verwahren. So kannst du in schwierigen Zeiten darauf zurückgreifen. Es werden immer wieder Phasen auftreten, die dich an deine Grenzen treiben und an deiner eigenen Motivation zweifeln lassen.

Hole dir von Anfang an wichtige Dienstleister ins Boot, die sich z. B. um deine Buchhaltung und Steuern kümmern. So hast du den Kopf frei für alle anderen kommenden Herausforderungen, die dir zwangsweise begegnen werden: Produktion, Zertifizierungen, Logistik, Finanzierung, Einkauf, Vertrieb, Marketing, Design und IT … deine Gründung wirst du rückwirkend als intensives Studium wahrnehmen. Das Gute: Wissen vergeht nicht!

Wir bedanken uns bei Isabelle Possehl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Botties

Kontakt:

mabottie GmbH
Hohenzollernstr. 90
DE-75177 Pforzheim

www.botties.de
hallo@botties.de

Ansprechpartner: Isabelle Possehl

Social Media:
Instagram: instagram.com/originalbotties
Facebook: facebook.com/originalbotties
Pinterest: pinterest.com/originalbotties

Macht das, was ihr für richtig haltet

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POTTBURRI Pflanzentop aus Sonnenblumenschalen Höhle der Löwen

Antonia und Alexander Cox Gründer von POTTBURRI, nachhaltiger Pflanzentopf aus Sonnenblumenschalen, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Wir sind Toni (25) und Alex (31), Geschwister und schon immer ein gutes Team. Aufgewachsen sind wir mitten auf dem Land im Gartenbaubetrieb unserer Eltern in Straelen. Mit POTTBURRI wollen wir dem Plastikmüll den Kampf ansagen und die grüne Branche endlich wirklich grün gestalten. Unser Pflanzentopf besteht aus Sonnenblumenschalen, der sich in der Erde kompostiert. Ab sofort werden also Pflanzen mit POTT in die Erde eingegraben.

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Durch den Gartenbaubetrieb unserer Eltern sind wir mit einem grünen Daumen auf die Welt gekommen. Seit wir denken können verfolgen wir die Vision, die Pflanzenwelt nachhaltiger zu gestalten und Plastikmüll einzusparen.  Die Pflanze an sich ist das ultimative grüne Produkt. Sie verbessert die Luft, reduziert CO2 und ist Natur pur. Hier gibt es nichts zu verbessern, ganz anders sieht es beim klassischen Plastiktopf aus. Da lag es nahe, dass wir dies ändern mussten, heraus kam POTTBURRI. Per Zufall hat uns das zu unserem jetzigen Innovationspartner Golden Compound GmbH geführt, mit dem wir mittlerweile gemeinsam die Rezeptur für unseren POTT auf unsere Bedürfnisse hin stetig anpassen.

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Unser nachhaltiger Pflanzentopf POTTBURRI soll allen Hobbygärtnern, Naturliebhabern und Umweltfreunden den Plastikmüll ersparen und gleichzeitig das Gärtnern vereinfachen. Unsere Vision ist es, dass jeder Pflanzenliebhaber den POTT kennen und lieben lernt. 

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Der Topf selbst ist erst einmal für Gartenbaubetriebe gedacht, die darin wundervoll blühende und duftende Pflanzen heranzüchten. Zielgruppe der fertigen Pflanzen im POTTBURRI sind dann natürlich alle Blumenfreunde, Hobbygärtner, Urban Gardeners und sowieso jeder, der sich gerne mal eine Pflanze kauft; das gilt für Jung und Alt! Übrigens: Pflanzen im POTTBURRI sind auch perfekt als Geschenk geeignet. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Wir wurden häufiger angesprochen, dass die Idee so genial wäre und wir uns damit bei der VOX Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ bewerben sollten. Da wir für unseren Problemlöser brennen und gerne viele weitere Personen anstecken möchten, ging es mit der Bewerbung ganz schnell. Außerdem sind wir große Fans der Sendung!

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben uns sämtliche alte Folgen angeschaut und Notizen zu möglichen Fragen gemacht. Dann haben wir unser kleines Business und die Ziele bis in das kleinste Detail in Zahlen und kurzen Fakten definiert und auf alle gesammelten Fragen eine Antwort formuliert. Die erste Probe war bei uns im Wohnzimmer. Da mussten unsere Familienmitglieder als „Löwen“ herhalten. Ungefähr eine Woche vor dem Drehtag haben wir noch einmal vor fünf Unternehmer:innen aus der Region gepitcht – das war die Generalprobe! Diese Übungen haben uns sehr geholfen. 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Allein die Vorstellung, dass sich gigantische und erfolgreiche Unternehmer:innen Zeit nehmen uns zuzuhören, dabei auch noch gefilmt zu werden und vor Millionen Zuschauen im TV gezeigt zu werden, ist absolut beflügelnd. Es hat uns gezeigt, dass nicht nur wir, sondern auch andere Menschen an unsere Vision glauben. Es ist tatsächlich auch sehr motivierend vor die Belastungsprobe gestellt zu werden, von den Löwen bewertet zu werden. Schaffen wir es in die Herzen der Zuhörer:innen?

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf POTTBURRI aufmerksam werden?

Die Marktführer belächeln uns für unsere kleinen Mengen und hohen Preise und möchten sich gar nicht mit so einem aufwändigen Spezialprodukt beschäftigen. Wir aber schon. Der Schritt war sehr wichtig für uns, um überhaupt das Problem der Masse an Einweg-Plastiktöpfen aufzudecken und unsere Lösung ausführlich erklären zu können. Gerade auch, dass durch „Die Höhle der Löwen“ neben der Fachpresse das Thema in die Mitte der Gesellschaft getragen wird, ist super wertvoll. Wir sind eine kleine Pflanze mit ersten Wurzeln, der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ ist wie ein Dünger, der uns hilft, starke Wurzeln zu bilden und schneller zu wachsen.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Da waren wir uns nicht ganz einig, sowohl Judith Williams als auch Ralf Dümmel waren beide hoch im Kurs.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir unsere POTTBURRI-Blümchen dauerhaft im europäischen Fachhandel. Dafür möchten wir ein starkes Team aufbauen, das täglich Spaß an der Arbeit, und Wachstum und Innovation fest im Blick hat. Alle Pflanzenliebhaber sollen den POTT kennen und lieben lernen. Unsere Vision: POTTBURRI macht den womöglich besten und nachhaltigsten Pflanzentopf der Welt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?


1. Feiert Erfolge größer, als dass ihr euch von Downs herunterziehen lasst. Die wird es immer geben.
2. Einfach machen! Macht das, was ihr für richtig haltet.
3. Denkt lieber drei Mal über eure Firmenbewertung nach. 

Antonia und Alexander Cox aus Straelen präsentieren mit POTTBURRI einen Pflanzentopf aus Sonnenblumenschalen zum eingraben. Sie erhoffen sich ein Investment von 150.000 Euro für 12,5 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen.
Foto: TVNOW / Frank W. Hempel

Sehen Sie POTTBURRI am 26. April 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Antonia und Alexander Cox für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nach jedem Tief kommt ein Hoch

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Ebru Erkunt HaselHerz nuss-cremes höhle der löwen bio

Ebru Erkunt Gründerin von HaselHerz, Nuss-Cremes und Schokolade Bio glutenfrei mit Kokosblütenzucker , in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz vor!

Mein Name ist Ebru Erkunt und ich bin die Gründerin von HaselHerz. Vor meiner Gründung verbrachte ich etwa 14 Jahre in der Welt der Werbung. Ich habe Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Marketing & Logistik studiert und mit einem Zusatzstudium im Marketing an der UC Berkeley in San Francisco/USA abgerundet. Zwischen 2002 und 2016 habe ich als Beraterin in einigen Werbeagenturen Kommunikationsmaßnahmen adaptiert. Seit nunmehr vier Jahren widme ich mich mit voller Kraft und Engagement HaselHerz.

Mit HaselHerz kann man Nuss-Cremes und Schokoladen genießen, ohne es zu bereuen. Die Nuss-Cremes bestehen zu 100 Prozent aus natürlichen, zertifizierten Bio-Zutaten, verzichten auf Palmöl und sind für eine glutenfreie Ernährung geeignet. Der Kokosblütenzucker und der hohe Nussanteil von 35 Prozent sorgen für den herrlich intensiven nussigen Geschmack. Seit der Gründung von HaselHerz kommen Veganer:innen mit den Sorten „Choco Nuss“, „Traube Nuss“ und „Crunchy Nuss“ auf ihre Kosten. Das Sortiment wird durch die neue spannende Nuss-Creme „Choco Nuss Milch“ und zwei verlockende vegane Schokoriegel abgerundet.
Da es mir wichtig ist auch etwas Gutes zu tun, unterstützte ich den Verein Orang-Utans in Not e.V. und setze mich damit für den Tierschutz und die Erhaltung natürlicher Lebensräume ein.

Wie ist Ihre Idee entstanden?

Ebru Erkunt: Wenn ich im Sommer in den Urlaub in die Türkei – der Heimat meiner Eltern – geflogen bin, habe ich oft einen traditionellen Nussaufstrich, der heute meiner Sorte „Crunchy Nuss“ entspricht, gegessen. Dabei kam die Frage auf, warum es diesen leckeren Aufstrich in dieser Form nicht in Deutschland gibt. Bei meiner damaligen Marktanalyse waren nur gängiges Haselnussmus und die üblichen Nuss-Nougat-Cremes im Regal erhältlich, doch Nussmuse mit einem Hauch Süße oder mit Sirup waren nicht zu finden. Voraussetzung bei meiner Produktentwicklung war für mich von Anfang an, dass meine Cremes und Riegel ohne Palmöl hergestellt werden.

Welche Vision steckt hinter Ihrem Produkt?

Ich möchte dazu beitragen, dass sich der Konsum von palmölhaltigen Produkten weiter reduziert. Denn Palmöl, weißer Zucker und lange Zutatenlisten sind in Nuss-Cremes nicht nötig, deshalb gibt es HaselHerz.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Ebru Erkunt: Wir sprechen viele Zielgruppen an, im Grunde jeden, der Nuss -Nougat-Cremes liebt. Vor allem genau die, die derzeit auf der Suche nach einer Alternative ohne Palmöl sind, sind bei HaselHerz richtig. Nicht nur unser Geschmack kann überzeugen, auch die Qualität der Zutaten ist wirklich top. Wir nutzen erlesene Zutaten, verzichten auf weißen Zucker und lassen das Genießer- und Schlemmerherz höherschlagen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

Da ich von meiner Idee, meiner Marke und meinen Produkten sehr überzeugt bin und diese Rückmeldung stets auch von Kunden zurückgespielt bekommen habe, wollte ich Investoren und ein breiteres Publikum überzeugen. Das nächste Level für HaselHerz, Reichweite und Bekanntheit zu erlangen, war einfach zu weit weg. Ich habe lange nach dem passenden strategischen Partner gesucht und hoffe, diesen nun bei „Die Höhle der Löwen“ zu finden. In der Lebensmittelindustrie ist es eine Herausforderung, einen Investor zu finden, da diese schnell skalierbare Produkte suchen, die in unserer Branche aber selten sind.  Da gehört neben einer Menge harter Arbeit auch ein wenig Glück dazu. 

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ich bin seit der ersten Sendung schon treue Zuschauerin, daher war die Vorbereitung nicht weiter problematisch. Als Gründerin kennt man sein Startup ohnehin in- und auswendig.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „Die Höhle der Löwen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Ebru Erkunt: Seitdem ich in Vollzeit für HaselHerz arbeite, habe ich mich jedes Jahr bei „Die Höhle der Löwen“ beworben. Dass es nun endlich geklappt hat, zeigt mir, dass sich Fleiß, Engagement und Hingabe für mein Startup ausgezahlt haben. Ich freue mich riesig, nun vor die Löw:innen zu treten. Allein das gibt mir einen unglaublichen Motivationsschub, die nächsten Schritte zu gehen – am liebsten natürlich mit der Unterstützung eines Investors oder einer Investorin. 

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch „Die Höhle der Löwen“ viele Interessenten und auch Medien auf HaselHerz aufmerksam werden?

Es war für mich ein sehr wichtiger Schritt, weil ich mein Produkt so einem großen Publikum vorstellen kann.  

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

In meinem Fokus standen Judith Williams, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ebru Erkunt: In fünf Jahren stelle ich mir zunächst vor, als Marke bundesweit bekannt und verfügbar zu sein. Darüber hinaus würde ich mich sehr freuen, wenn sich der Konsum von palmölhaltigen Produkten reduziert hat und wir so die Artenvielfalt stärken konnten. In fünf Jahren möchte ich als etablierte und beliebte Love Brand wahrgenommen werden, gerade bei der jungen Generation, die sich für Nachhaltigkeit interessiert und einsetzt. Ein Traum wäre es, in jedem fünftem deutschen Haushalt Teil des Frühstücksrituals zu sein. Ich hoffe, dass irgendwann ganz viele Menschen sagen: „Ich bin mit HaselHerz aufgewachsen“.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Nach jedem Tief kommt ein Hoch, den Kopf nicht in den Sand stecken und einfach durchhalten!

Ebru Erkunt aus Hamburg präsentiert mit Haselherz Aufstriche für Nussliebhaber. Sie erhofft sich ein Investment von 80.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie HaselHerz am 26. April 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Ebru Erkunt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Auf besondere Ereignisse schnell reagieren

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Coffee Colorato personalisierte Getränkeoberflächen Getränke Höhle der Löwen

Angelo und Sando Torcia Gründer von Coffee Colorato, personalisierte Getränkeoberflächen auf Getränke drucken, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Coffee Colorato doch kurz vor!

Wir von Coffee Colorato haben es uns zum Ziel gesetzt, Getränke zu personalisieren und als Marketing-Tool zu verwenden. Dafür haben wir Gründer-Brüder, Angelo (31 Jahre) und Sandro (27 Jahre), eine geschmacksneutrale Lebensmittelfarbe entwickelt, die mithilfe von Tintenstrahldruckern auf schaumige Oberflächen gedruckt werden kann. Mit unseren stationären oder mobilen Getränkedruckern kann so jedes beliebige Foto, Schriftzug oder Logo auf das jeweilige Getränk gedruckt werden.

Wie ist die Idee zu Coffee Colorato entstanden?

Das Dekorieren und spezielle Zubereiten von optisch ansprechenden Speisen ist nicht erst seit dem Trend des sogenannten „Food Blogging“ ein wichtiger Bestandteil in der Gastronomie. In der Kombination mit der Reichweite der Social Media, hat dies nochmal eine exponentiell verstärkende Wirkung erhalten und entsprechend an Bedeutung gewonnen. Zum größten Teil bezieht sich das Food Blogging allerdings auf Speisen. Getränke wurden bis auf gelegentliche „Latte Art“ komplett vernachlässigt. „Da muss doch mehr möglich sein“ dachte sich Angelo im Jahr 2017. Die Idee von Coffee Colorato war damit geboren. 

Welche Vision steckt hinter Coffee Colorato?

Wir sind fest davon überzeugt, dass Getränkeoberflächen nicht langweilig und weiß sein müssen. Personalisierte Getränkeoberflächen bieten auf sehr vielen Ebenen einen enormen Mehrwert. Das könnte beispielsweise das Branding des eigenen Firmenlogos sein, individuell auf Situationen eingehen (z. B. Muttertag, Neujahr etc.) oder eine höhere Marge durchsetzen mit einem Selfieccino, der höchsten Form individuell auf Gäste einzugehen. Wer sein Selfie auf seinem Getränk sieht, wird sich für immer an das Lokal erinnern und den Moment mit all seinen Freunden auf Social Media teilen. Für den Gastronomen wird jeder Gast damit zum Gratis-Werbebotschafter.

Wer ist die Zielgruppe von Coffee Colorato?

Im Prinzip jede Lokalität bei denen Getränke ausgeschenkt werden. Vordergründig sind das natürlich Cafés und Restaurants, da die Getränkedrucker häufig für Getränke mit Milchschaum-Oberfläche verwendet werden. Wir haben aber auch Kunden wie Autohäuser, die ihre Kunden im Empfangsbereich einen Cappuccino mit Branding ausschenken. Besonders punkten konnte ein Hochzeits-Caterer, der das Foto des Hochzeitspaars auf die Desserts gedruckt hatte. 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Unsere bedruckten Getränke sind so viral gegangen, dass wir uns tatsächlich gar nicht bewerben mussten. Sony ist auf uns aufmerksam geworden und fragte an, ob wir nicht bei „Die Höhle der Löwen“ teilnehmen möchten. Da wir selbst seit Jahren Fans der Sendung sind, fühlten wir uns von der Einladung zunächst geehrt, haben das Angebot natürlich dankend angenommen und uns beworben.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Ehrlich gesagt viel zu kurz. Wir haben erst am Samstag erfahren, dass wir für den darauffolgenden Mittwoch für die Aufzeichnung in Köln eingeplant sind. Das war im Mai 2020 während des ersten Lockdowns. Die Geschäfte sowie fast alle Hotels waren zu diesem Zeitpunkt geschlossen und unser Unternehmen selbst in Kurzarbeit. All das ist für die Zuschauer natürlich nicht ersichtlich. Im Nachhinein hätten wir gerne mehr Zeit gehabt uns für die TV-Aufzeichnung vorzubereiten.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Die finale Zusage war für uns sehr motivierend. Unser Unternehmen hatte zwar bereits gute Erfolge erzielen können, dennoch gibt es in Deutschland leider immer eine Grundskepsis was Unternehmensgründungen betrifft. Dass das wohl wichtigste TV-Format für Gründer und Gründerinnen in Deutschland an einen glaubt und einem diese Möglichkeit bietet, ähnelt einem Ritterschlag.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Coffee Colorato aufmerksam werden?

Wir freuen uns bereits auf die Ausstrahlung und die Reichweite der Sendung. Für uns war der Schritt vor allem deswegen wichtig, weil sämtliche Gastronomie-Messen seit Ausbruch der Corona-Pandemie abgesagt wurden. Damit ist für uns als Unternehmen eine wichtige Umsatzsäule weggebrochen. Gleichzeitig wollen wir aber auch alle Beteiligten rund um das Thema Gastronomie ermutigen und zeigen, dass es sich lohnt weiterzukämpfen. 

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Wir waren lange hin und her gerissen, welcher Investor am besten zu uns passen könnte. Wir schwankten zwischen Carsten Maschmeyer mit seiner Vertriebserfahrung und Affinität zur Internationalisierung und Dagmar Wöhrl als Expertin in der Hotellerie und Gastronomie. 

Coffee Colorato, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen uns als internationalen Ansprechpartner und Referenz rund um das Thema Getränkeinnovation. Wir haben zusammen mit unserem Team noch so viele Ideen, die wir in den nächsten Jahren umsetzen möchten. Die Platzierung unserer Getränkedruck-Technologie in unbemannten Barista-Robotern ist da nur ein Beispiel, welches wir aktuell umsetzen. Wir sind überzeugt, dass man noch viel von uns hören wird und blicken optimistisch in die Zukunft.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Die Geschäftsidee. Das klingt banal aber häufig muss man sich bei all der Motivation auf die Frage besinnen: Wie lässt sich das umsetzen und wie kann man damit Geld verdienen? Dazu gehört auch die Fähigkeit flexibel zu bleiben und auf besondere Ereignisse schnell zu reagieren.
  2. Das Team. Gerade in einem kleinen Team ist es wichtig, dass alle für das Unternehmensziel brennen und mit voller Leidenschaft dabei sind. In einem Team voller Hingabe zu arbeiten macht nicht nur ungemein Spaß, es ist auch der Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.
  3. Fleiß. Groß zu Träumen gehört natürlich auch dazu aber ohne Fleiß geht es nun mal nicht. Es wird häufig unterschätzt mit welchen Themen man sich als Gründer auseinandersetzen muss. Ohne die Extra-Meile ist es nahezu unmöglich seine Träume zu verwirklichen.

Angelo (l.) und Sando Torcia präsentieren mit Coffee Colorato einen Getränkedrucker mit dem man Kaffee- oder Bierschaum mit gewünschten Motiven bedrucken kann. Sie erhoffen sich ein Investment von 175.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Coffee Colorato am 26. April 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Angelo und Sando Torcia für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Skalierbarkeit des Produktes sichtbar machen

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Steadify Film Fotografie Höhle der Löwen

Gert und Tobais Wagner Gründer von Steadify, Kamerastabilisator für Film und Fotografie, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup Steadify doch kurz vor!

Die Swift Design GmbH wurde gegründet von Gert und Tobias Wagner, Profis aus den Bereichen Fotografie und Film. Aus ihrer Praxis entwickeln sie Ideen für neue Aufnahmetechniken.

Wie ist die Idee entstanden?

Steadify entstand aus den Erfahrungen zahlreicher Foto- und Filmproduktionen rund um den Globus, wo oft erschwerte Bedingungen praktische Lösungen erforderten.

Welche Vision steckt dahinter?

Weniger Gepäck und weniger Aufwand ohne Qualitätseinbußen bei den Resultaten.

Wer ist die Zielgruppe von Steadify?

Fotografen, Filmemacher und Naturbeobachter.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Wir suchen fachliche Unterstützung im Marketing und Vertrieb, außerdem Working Capital.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben den Pitch entwickelt und eingeübt.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Hoch motivierend und anregend!

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf Steadify aufmerksam werden?

Wir wünschen uns eine Werbewirkung für das Produkt und neue Kontakte für den Vertrieb.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Ralf Dümmel, Nico Rosberg

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sehen Steadify als Marktführer in seinem Segment, werden neue Produkte im Portfolio haben und weltweit aktiv sein, primär in Europa, USA und Asien.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Die wichtigsten Zahlen zur Geschäftsentwicklung parat haben.

Skalierbarkeit des Produktes sichtbar machen.

Firmenbewertung bescheiden halten, und möglichst basierend auf Fakten.

Gert (l.) und Tobias Wagner aus Berlin präsentieren mit Steadify einen Kamerastabilisator für Film und Fotografie. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie Steadify am 26. April 2021 in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Gert und Tobias Wagner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Beharrlichkeit, Resilienz und Mut

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twenty:three Bettwäsche

twenty:three ® Luxus-Bettwäsche aus Lyocell nachhaltig zum fairen Preis

Stellen Sie sich und das Startup twenty:three ® doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind die beiden Gründer Julian Reick und Mikael Tas von twenty:three®. Zwei Sandkastenfreunde aus Stuttgart. Schon in der Vergangenheit gründeten wir 2017 erfolgreich das Online-Magazin www.schlafzimmer.de.

In dieser Zeit haben wir uns einen großen Pool an Wissen und fundierter Expertise im Bereich „Schlaf” aneignen können. Die Brücke zwischen unserem erfolgreichen Online-Magazin und unserem eigenen hochwertigen Schlafprodukt, war für uns eine logische Schlussfolgerung, zumal wir auch zu richtigen Fachexperten zum Thema „Schlaf” herangewachsen sind. Unser Startup twenty:three® bietet eine Bettwäsche aus Lyocellfasern an, die in Europa unter optimalen Bedingungen hergestellt wird und keine Umweltbelastungen oder Schadstoffe enthält.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir beide haben uns schon immer für das Thema Selbstständigkeit und Umwelt interessiert. Für uns war schon immer klar, dass wir früher oder später unser eigenes Unternehmen gründen werden und das am besten gemeinsam.

Schon in unserer Jugend haben wir zahlreiche Apps und kleinere Affiliate-Marketing basierte Webseiten erstellt und publiziert.

Dabei haben wir in der Vergangenheit nie den Aspekt Umwelt vergessen und sind bis heute dem Thema sehr treu. Unser Ziel ist es, die Nachhaltigkeit weiterzuverbreiten und trotzdem ein Premium Produkt in den Händen zu halten.

Welche Vision steckt hinter twenty:three ®?

Man spricht davon, dass der Mensch ca. 24 Jahre seines gesamten Lebens verschläft und dabei geben 80 Prozent der Erwerbstätigen an, dass sie schlecht schlafen. Aus diesem Grund ist der Schlaf aus unserer Sicht fundamental wichtig. Damit man sich körperlich fit fühlt und man mental gut durch den Tag kommt.

Mit unserem Produkt, der besonders kuscheligen Bettwäsche aus Lyocellfasern, wollen wir den Schlaf für Menschen Schrittweise angenehmer machen. Besser einschlafen und besser durchschlafen lautet hier die Devise. Unsere Vision lautet kurz gesagt: Jeder Mensch hat einen ausgewogenen Schlaf verdient. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Herausforderungen gab es fast überall. Angefangen bei der Finanzierungsphase über den Aufbau einer Webseite bis hin zum Aufbau von Vertriebskanälen. Unsere größte Challenge war mit Abstand die Frage nach der Finanzierung unserer Vision. Uns schwebten Dinge wie Business-Angel, Crowdfunding, Venture-Capital, Bankdarlehen und vieles mehr vor. 

Nach langem Hin und Her überlegen sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass die Finanzierung über private Investoren die beste Entscheidung für uns ist. Wie Sie sich bestimmt vorstellen können, war die Suche nach einem Investor während Covid-19 alles andere als einfach. Aber durch unseren Willen und dem Glauben an unsere Vision auf eine nachhaltigere Welt haben wir es geschafft einen Investor davon zu überzeugen uns mit einem kleinen Startkapital für den Anfang zu unterstützen.

Parallel haben wir mit den „klassischen” Herausforderungen gekämpft, mit denen jeder Unternehmensgründer konfrontiert wird wie z.B. das Kreieren eines harmonischen Corporate Designs, die Erstellung einer optimal performenden Website sowie die Entwicklung einer zielgruppengerechten Marketingstrategie. Jedoch waren wir in der glücklichen Position diese großen Hürden einfach zu bewältigen, da wir durch unser vorheriges Business ein fundiertes Know-How in dem Bereich Online-Marketing, SEO, SEA, SEM, Corporate Design, Programmierung etc. aufgebaut haben.

Wer ist die Zielgruppe von twenty:three ®?

Alle Menschen die Werte auf eine gute „Sleep-Work-Balance” legen und damit auf ein gesundes und langes Leben. Darüber hinaus sprechen wir diejenigen unter uns an, denen die Umwelt und Nachhaltigkeit am Herzen liegt. Denn die Herstellung unserer Bettwäsche aus hochwertigen Lyocellfasern (Lyocell) ist nachhaltiger im Vergleich zu der Produktion von Baumwollbettwäsche. Außerdem wird der Lebensraum der Koalas hiervon nicht bedroht. 

On top pflanzen wir bei jedem Kauf eines Bettwäsche-Sets aus Liebe zur Natur einen Baum. Und damit nicht genug, denn wenn es nach uns geht kann man die Umwelt in jeglichem Aspekt unterstützen. Durch jede Anschaffung von unserer Premium-Lyocell-Bettwäsche unterstützt uns der Käufer bei der Adoption eines weiteren Koalas. Somit vereinen wir eine umweltbewusste Herstellung unserer Bettwäsche mit den Umweltunterstützenden Maßnahmen, die daraus entstehen.

Was ist das Besondere am Produkt? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir sind sehr stolz darauf es geschafft zu haben eine hochwertige und zugleich nachhaltige Bettwäsche zu kreieren – und zwar aus Lyocell! Die Bäume, aus deren Holz dieses Material in einem geschlossenen Produktionskreislauf hergestellt wird, stammen aus nachhaltiger, FSC-zertifizierter Forstwirtschaft in Europa. Lyocell wächst besonders schnell, braucht keine künstliche Bewässerung und kommt ohne Pestizide aus. 

Wir unterscheiden uns von anderen, indem wir den Königsweg einschlagen, der aus unserer Sicht schon längst der Standard sein sollte. Unser Geheimnis ist die Verwendung von Lyocellfasern (Lyocell) anstatt die übliche Baumwolle.

Folgende Vorteile hat unser verarbeiteter Stoff:

Die weiche Oberfläche ist sanft zur Haut und fühlt sich einfach himmlisch an.

– Lyocell ist hypoallergen und wirkt antibakteriell.

– Das Material ist atmungsaktiv und absorbiert 50 % mehr Feuchtigkeit als Baumwolle.

– Die innovative Faser wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Sie eignet sich auch dann optimal, wenn du nachts stark schwitzt.

– Vom Anbau bis zur Produktion werden (im Vergleich zu Baumwolle) pro Wäsche-Set mehr als 4000 Liter Wasser gespart.

twenty:three ®, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In einer Welt, die von Schnelllebigkeit, Komplexität und stetigen Veränderungen geprägt ist, ist die Frage, wo wir in fünf Jahren stehen werden nicht so einfach zu beantworten. Aktuell möchten wir das erste Geschäftsjahr unter der sehr schwierigen Covid-19 -Situation positiv abschließen. Danach gilt es die internationalen Märkte zu erschließen und unser Produktportfolio zu erweitern, die das Leben der Menschen besser und nachhaltiger machen. In unserer heutigen, sich immer schneller verändernden Gesellschaft gibt es jedoch für uns eine Konstante, und zwar das Ermöglichen eines nachhaltigen Lifestyles zu einem erschwinglichen fairen Preis für jedermann. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Die ersten drei Punkte, die uns bei dieser Frage direkt in den Kopf kommen sind, Beharrlichkeit, Resilienz und Mut. Unserer Erfahrung nach ist der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmer geprägt von vielen Hindernissen und Rückschlägen. Daher braucht ein jeder Gründer Beharrlichkeit und Resilienz um diesen Problemen entgegenzuwirken. Selbstverständlich wird auch Mut benötigt und ein gewisses Unternehmerrisiko um Fortschritte zu erzielen.

Merkt euch bitte eins, wenn alles glattlaufen würde, dann würde einiges falsch laufen.

Bildquellen/ Fotograf: Leonie Pfeilmeier

Link zum Crowdfunding: https://www.startnext.com/twentythree

Wir bedanken uns bei Julian Reick und Mikael Tas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: twenty:three

Kontakt:

Reick und Tas GbR
Kirchstraße 31
DE-72667 Schlaitdorf

https://my23.de/
team@my23.de

Ansprechpartner: Julian Reick

Social Media:
Facebook: https://www.facebook.com/my23.de/
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Durchhalten, wenn es hart wird

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Remazing: für Marken auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen

Remazing: Dienstleister und Softwareanbieter für Marken auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen

Stellen Sie sich und das Startup Remazing doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Hannes Detjen, ich bin Gründer und Geschäftsführer von Remazing. Ich habe das Unternehmen 2016 an den Start gebracht und seitdem gemeinsam mit meinem Mitgründer Emil Beck aufgebaut. Viereinhalb Jahre später sind wir in Europa einer der führenden Dienstleister und Softwareanbieter für Marken auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen.

Wir helfen Unternehmen wie Beiersdorf, Henkel und Under Armour dabei, ihre Waren im “digitalen Regal” aller für sie relevanten Länder zu platzieren und sorgen dafür, dass diese dort möglichst leicht zu finden sind. Dafür beraten wir unsere Kunden auf strategischer Ebene und helfen ihnen auch gleichzeitig bei der Umsetzung der täglichen Aufgaben, die anfallen, um auf Amazon und auch anderen Online-Marktplätzen erfolgreich Kunden zu gewinnen und ihre Produkte zu verkaufen.

Über 60 internationale E-Commerce-Experten in unserem Team entwickeln dabei als Partner für unsere Kunden passgenaue Amazon-Marketing-Strategien und kümmern sich in verschiedenen Sprachen um die entsprechende Umsetzung von Content-Optimierungen, Amazon Advertising (Sponsored Ads & DSP) und Monitoring mithilfe unserer Software-Lösung Remdash.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Wunsch, selbstständig tätig zu sein, reifte bereits zu Schulzeiten in mir. Während meines Bachelor-Studiums hatte ich schon einige Ideen. Entscheidend war dann aber mit Sicherheit mein erster Master-Abschluss in Entrepreneurship an der ESADE Business School in Barcelona. Dort lernten wir viel über den Aufbau von Unternehmen. Das wichtigste, das uns vermittelt wurde, war in der Hinsicht: „Ihr werdet es schaffen! Macht es!“

Als es für mein zweites Masterstudium 2015 nach Seattle in die USA ging, hatte ich dann genug Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, in welchem Bereich ich gründen will. So war es auch der Professor eines Kurses, der mich für die damals noch recht unbekannte Disziplin des Amazon Marketing sensibilisierte – was aufgrund des Umfelds in der Heimatstadt des E-Commerce-Riesen sehr gut passte. So stand für mich der Entschluss, meine Idee eines eigenen Startups in die Realität umzusetzen und Remazing zu gründen, nach meiner Rückkehr nach Deutschland relativ schnell fest.

Welche Vision steckt hinter Remazing?

Auch wenn die E-Commerce-Branche global bereits seit vielen Jahren ein massives Wachstum erlebt, glauben wir daran, dass der Online-Handel immer noch erst am Anfang steht. Insbesondere das letzte Jahr hat durch die Corona-Pandemie gezeigt, wie viel unausgeschöpftes, digitales Potenzial weltweit noch im Handel schlummert.

Unser Ziel ist es, für Hersteller von Produkten und Markenunternehmen durch unseren hybriden Ansatz als Agentur und Software-Anbieter der globale Partner #1 sein, der ihnen dabei hilft, auf allen E-Commerce-Marktplätzen erfolgreich zu sein. Wir sind davon überzeugt, dass im Prinzip jede Marke im E-Commerce seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben kann. Es ist unser täglicher Antrieb, dabei bestmöglich zu unterstützen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben es geschafft, seit unserem Start ohne externe Investoren zu wachsen und profitabel zu sein. Dank der positiven Ergebnisse, die wir für unsere Kunden erzielen, wurden wir seit jeher stetig weiterempfohlen und haben so mit Blick auf Umsatz, Team und unsere Kundenanzahl jedes Jahr nahezu verdoppelt. Dadurch konnten wir unsere in den letzten Jahren begonnene Entwicklung von einer reinen Agentur hin zum integrierten Tech-Dienstleister aus dem eigenen Cashflow heraus finanzieren.

Trotz aller Vorteile bringt der “Bootstrapping”-Ansatz aber natürlich auch ein paar Herausforderungen mit sich. So haben wir wie eigentlich alle Startups in den ersten Jahren an verschiedenen Stellen auch Lehrgeld zahlen müssen, u.a. standen wir am Anfang vor der Herausforderung, unser Kundenportfolio zu diversifizieren, und haben unsere Bürokapazitäten zu vorsichtig geplant.

Aufgrund unseres Wachstums hatten wir Phasen, in denen wir teilweise keine passenden Meetingräume mehr zur Verfügung hatten, da unser Team immer größer wurde. Mittlerweile sind wir in unser drittes Büro umgezogen, was aber für das nächste Jahr erst einmal genügend Platz bieten sollte.

Außerdem ist es herausfordernd, bei der steigenden Nachfrage nach unseren Services die Anzahl unserer Mitarbeiter ebenso schrittweise zu erhöhen, da wir ohne externes Investorengeld finanziell natürlich etwas vorsichtiger agieren. Mit Venture Capital könnte man sicherlich schneller mehr Leute einstellen. Unser Ansatz ist jedoch auf Qualität und Nachhaltigkeit ausgelegt, sodass wir lieber organisch aus den eigenen Mitteln heraus wachsen.

Wer ist die Zielgruppe von Remazing?

Neben führenden CPG-Konzernen und börsennotierten Unternehmen wie Henkel gehören Digitally Native Brands wie HelloBody und Mittelständler wie MAM zu Remazings Kunden. Diese Zielgruppe betrifft sowohl unsere Agentur-Tätigkeiten als auch unsere Softwarelösung Remdash.

Wie funktioniert Remazing? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Team arbeitet mit unseren Kunden auf Augenhöhe und gibt als unternehmerisch denkender Partner tagtäglich alles, um das Beste für sie auf Amazon und anderen Online-Marktplätzen herauszuholen. Dabei agieren wir vorausschauend und schlagen basierend auf unserer datengetriebenen Herangehensweise proaktiv neue Lösungen vor. 

Wir sind zudem seit Tag 1 international aufgestellt, was bei den meisten Anbietern in unserem Markt nicht der Fall ist. Für jedes Land, in dem Amazon aktiv ist, kennt unser jeweiliges Country Team mit Muttersprachlern die lokalen Besonderheiten. In unserem Headquarter in Hamburg arbeiten Digital Natives aus mehr als 15 Nationen in den Bereichen Consulting, Creation, Content, Advertising, Data Analytics, und Tech, wodurch wir unseren Kunden für ihre weltweiten Verkaufsaktivitäten alles aus einer Hand anbieten können.

Eine unserer größten Stärken liegt in der Hinsicht vor allem in den Bereichen Content und Advertising.

Wir bieten marktführende Lösungen insbesondere für Amazon SEO, Premium Brand Content und grafische Optimierungen. Visueller Content ist eine der wichtigsten Stellschrauben, um Amazon als Vertriebskanal erfolgreich auszunutzen. Unser Experten-Team kümmert sich darüber hinaus z.B. um Sponsored-Ads-Kampagnen. Als “verified Amazon DSP Partner” sind wir außerdem einer der wenigen Anbieter im Markt, der tiefgehende Expertise in Amazon DSP (“Demand Side Platform”) hat.

Amazon DSP ermöglicht Programmatic Advertising auf Basis von Amazon-Daten. Seit Anfang des Jahres setzt Amazon in der Hinsicht z.B. auf eine stärkere Verzahnung mit der Tochter-Plattform Twitch, die wir entsprechend als weiteren Werbekanal für unsere Kunden erschlossen haben.

Darüber hinaus stehen wir unseren Kunden auch beratend zur Seite, wenn es beispielsweise um Verhandlungen mit Amazon geht. Vor dem Hintergrund des Booms im “Amazon Seller”-Bereich helfen wir auch immer mehr Kunden beim Aufbau ihres Marktplatz-Kanals, u.a. großen Markenherstellern, die die meiste Zeit sehr tief auf der Retail-Seite verankert waren. Dabei ist es ein Vorteil, dass wir sowohl ehemalige als auch aktive Seller im Team haben. Als Firma haben wir selber Produkte über Amazon verkauft und wissen so aus erster Hand, was es zu beachten gilt.

Eine besonders wichtige Weiterentwicklung für die Zukunft stellt in der Hinsicht die erfolgte Einführung unseres eigenen Tech-Produkts Remdash dar. Dieses haben wir in den letzten Jahren basierend auf unserer Agenturarbeit entwickelt. Unsere eigene Softwarelösung hilft unseren Kunden, die Kontrolle über ihre Tätigkeiten auf Amazon zu behalten und zahlreiche manuelle Handgriffe zu automatisieren. Mit Remdash können wir auch Unternehmen bedienen, die unsere Agentur-Dienstleistungen nicht in Anspruch nehmen. Es ist uns extrem wichtig, dass wir unseren Kunden immer die technologisch besten Lösungen bieten. Dafür wollen wir in Zukunft auch verstärkt mit künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten.

Remazing, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, in unserem Bereich die #1 zu werden und für unsere Kunden der global beste Partner für Amazon und auch andere E-Commerce-Marktplätze wie z.B. Otto.de, Bol in den Niederlanden, Allegro in Polen oder Walmart in den USA zu sein. Dafür planen wir, in den nächsten Jahren weiter kräftig zu wachsen und international zu expandieren, wobei wir auch Büros im Ausland eröffnen werden. Wir wollen kontinuierlich neue Kunden gewinnen, weitere Mitarbeiter einstellen und neben unserer Agenturarbeit auch unsere Softwarelösung Remdash als eines der führenden Tools für Amazon-Marketing etablieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhalten, wenn es hart wird

Wenn man dann erst mal auf dem Weg ist und sein eigenes Startup aufbaut, werden unausweichlich nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen kommen. Fehler passieren, Dinge klappen nicht – das ist normal. Das allerwichtigste ist jedoch, nicht den Glauben an die eigene Idee, das eigene Team und den Markt, den man bearbeitet, zu verlieren. In den ersten Monaten von Remazing hatten wir quasi keine Umsätze. Es wäre leicht gewesen, damals direkt wieder aufzugeben. Unsere Hartnäckigkeit und Ausdauer haben sich dann im Laufe der Zeit jedoch ausgezahlt. 

Company Culture bewusst aufbauen

Das Team ist das wichtigste Asset jeder Firma. Deshalb sollten Gründer größten Wert auf den bewussten Aufbau ihrer Company Culture und das dementsprechende Hiring legen. Hohe Standards zahlen sich in dieser Hinsicht langfristig aus, da man nur mit einer starken Mannschaft gewinnen kann. 

Wenn möglich, auf Investoren verzichten

Je nachdem, was für ein Produkt oder welchen Service man als Unternehmen anbieten möchte, ist es sinnvoll oder gar notwendig, Investoren an Bord zu holen. Auch wir haben in der Anfangszeit u.a. mit Business Angels Gespräche geführt und überlegt, Wachstumskapital aufzunehmen. Letztendlich haben wir uns jedoch dagegen entschieden, um unsere Unabhängigkeit zu bewahren und durch gute Arbeit aus dem eigenen Cashflow heraus zu wachsen. Dies würde ich jedem Gründer empfehlen, wenn die Möglichkeit besteht, auf Fremdkapital zu verzichten. 

Wir bedanken uns bei Hannes Detjen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Remazing

Kontakt:

Remazing GmbH
Brandstwiete 1
20457 Hamburg

www.remazing.eu
info@remazing.eu

Ansprechpartner: Hannes Detjen

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Begeisterung für das Thema

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goldeimer toilette

Goldeimer: Wie können Menschen in Zukunft sicher, günstig und nachhaltig auf Toilette gehen? 

Stellen Sie sich und das Startup Goldeimer doch kurz unseren Lesern vor!

Moin! Ich bin Malte und Chief Shit Advisor bei Goldeimer. Wir sind ein gemeinnütziges Unternehmen aus Hamburg, das 2014 in der Viva con Agua Family gegründet wurde. Wir setzen uns mit allen Einnahmen und jeder Arbeitsstunde für die Vision »Alle für Klos! Klos für alle!« ein und unterstützen weltweit WASH-Projekte mit dem Ziel, allen Menschen den Zugang zu Wasser, Sanitär und Hygiene zu ermöglichen. Angefangen haben wir mit Trockentoiletten auf Festivals, mittlerweile haben wir auch Kleingartentoiletten, ein soziales Klopapier, Bildungsangebote, ein Pilotrpojekt, wo Bäume auf Kacke wachsen. Und – ganz neu – Seife im Programm – immer mit dem Ziel, alle Gelder in Kreislaufwirtschaft und weltweite Sanitärprojekte zu reinvestieren.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Eigentlich war das nie der Plan – irgendwie ist es aber doch so kommen. Nach dem Bau unserer Prototypen hatte sich in Kooperation mit Viva con Agua die Möglichkeit ergeben, Goldeimer zu mehr als einem studentischen Projekt auszubauen. Die Option, mit einem Netzwerk und Startkapital etwas Neues auszuprobieren, war sehr reizvoll und so ist letztlich ein gemeinnütziges Unternehmen entstanden.

Welche Vision steckt hinter Goldeimer?

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung – 4,2 Mrd. Menschen – haben keinen Zugang zu zu einer gesicherten Sanitärversorgung mit Handwaschmöglichkeiten und sauberem Wasser. Davon haben 892 Millionen Menschen gar keine Toilette. Sie müssen ihr Geschäft im Freien, ungeschützt und öffentlich verrichten – insbesondere für Frauen ist das problematisch. 

Durch mangelnde Sanitärversorgung und Hygiene verbreiten sich Keime und Krankheitserreger extrem schnell und landen schließlich im Grund- und Trinkwasser. Das wiederum führt zu zahlreichen, zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten. Jährlich sterben ca. 1 Million Menschen an den Folgen von Durchfall – eine intakte Toilette kann das verhindern. Daher setzen wir uns mit der Vision “Alle für Klos! Klos für Alle!” für eine gesicherte Sanitärversorgung für alle Menschen weltweit ein. Durch unsere Gemeinnützigkeit fließen alle Einnahmen aus dem Verkauf unserer Produkte, jede Arbeitsstunde und all unser Herzblut in diese Vision. 

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

In Bezug auf unser nachhaltiges Toilettensystem, welches wir auf Großveranstaltungen und Festivals in Deutschland anbieten, gab es anfangs diverse Startschwierigkeiten. Komposttoiletten waren auf dem Markt nicht bekannt, es gab keine existierenden Verwertungsmöglichkeiten und Logistikstrukturen. Zudem bestand unser Team 2014 noch aus fünf Geographen, die wenig Ahnung vom Unternehmertum hatten. Den BWL Crashkurs haben wir quasi als Live-Experiment gemacht und mussten uns auch sonst erstmal diverse Fähigkeiten und Wissen aneignen: Unternehmenskultur, Projektmanagement, Konfliktmanagement, Buchhaltung, Steuern, all das eben. Für ein paar Tramper, die eigentlich nur Toiletten auf Festivals aufstellen wollten, war das lange Zeit sehr nah an der Belastungsgrenze und auch drüber. Mit den Jahren haben wir aber dazugelernt und uns dahingehend weiterentwickelt.  

Wer ist die Zielgruppe von Goldeimer?

Wir wollen besonders junge Menschen für das Thema Sanitärversorgung begeistern und das Thema Kacken enttabuisieren – darum sind wir auf Festivals mit bunten Illustrationen, lauter Musik und viel Spaß. Inzwischen ist unsere Arbeit im Bereich Nährstoffrecycling und Kreislaufwirtschaft aber auch ein wesentlicher Bestandteil von Goldeimer geworden und wir sprechen mit Politik und Entscheider*innen, um in Deutschland den Weg für den großflächigen Einsatz von Trockentoiletten – und die nachhaltige Verwertung der Inhalte – zu ebnen. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Sanitärsystem ist dezentral und funktioniert ohne den Einsatz von Wasser. Im Gegensatz zu konventionellen Systemen verfolgen wir das Ziel, aus der gesammelten Biomasse fruchtbare Komposterde herzustellen, um einen natürlichen Kreislauf wieder zu schließen. Das ist vor allem aus einer globalen Perspektive von Bedeutung, da die Ressource Wasser immer knapper und wertvoller wird und nicht für den Gang zur Toilette genutzt werden sollte. Insbesondere in Ländern des Globalen Südens sind dezentrale, kreislauforientierte Sanitärsysteme die einzige Möglichkeit, bis zum Jahr 2030 Ziel 6 der SDGs zu erreichen. Zugang zu gesicherter Sanitärversorgung für alle Menschen. Ähnlich wie im Energie-, Mobilitäts- oder Lebensmittelsektor arbeiten wir also auch im Bereich der Sanitärsysteme an Antworten für die großen Fragen des 21.Jahrhunderts. Wie können Menschen in Zukunft sicher, günstig und nachhaltig auf Toilette gehen? 

Goldeimer, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In Zeiten von Corona haben wir gelernt, dass es kaum mehr möglich ist für 12 Monate in die Zukunft zu planen. Von daher haben wir keine Ahnung, was wir in fünf Jahren wo und wie machen. Feststeht, dass wir uns weiter für gesicherte Sanitärversorgung und unsere Vision “Klos für Alle!” einsetzen werden – in welcher Form wird die Zeit zeigen. Wir haben Schubladen voll mit Ideen und das Thema wird niemals langweilig.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das fällt mir schwer, ich kann ja nur aus meinem eigenen Erfahrungsschatz sprechen. Was uns als Team über die Jahre auch in schwierigen Phasen immer wieder geholfen hat, war die Begeisterung für das Thema Toiletten und unsere gemeinwohlorientierte Struktur. Für ein sinnvolles Ziel zu arbeiten und nicht für den Profit von ein paar Gesellschafter*innen und Investore*innen, ist ein sehr schönes Gefühl und täglicher Motivator, morgens aufzustehen und sich richtig ins Zeug zu legen.

Wir bedanken uns bei Malte Schremmer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Hab den Kunden immer im Fokus deines Tuns

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AmaliTech Jugend Afrika

AmaliTech bietet der Jugend aus Afrika Beschäftigungschancen und europäischen Unternehmen Zugang zu jungen, motivierten Digital-Talenten

Stellen Sie sich und das Startup AmaliTech doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Martin Hecker und ich habe vor knapp 2 Jahren das Social Business AmaliTech gegründet. Zuvor war ich 26 Jahre bei der Boston Consulting Group in den Bereichen Digitalisierung und Technologie tätig.

AmaliTech ist ein Geschäftsmodell mit doppeltem Nutzen. In Europa besteht ein IT-Fachkräfte Mangel – in Afrika stehen viele ICT-Hochschul-Absolvent:innen vor einem ausgeschöpften Jobmarkt. Die Mission von AmaliTech besteht darin, der Jugend Afrikas nachhaltige Beschäftigungschancen und europäischen Unternehmen einen direkten Zugang zu jungen, motivierten Digital-Talenten zu bieten. Als Non-Profit Unternehmen fließen alle Überschüsse in die Unterstützung der lokalen Gemeinden und in die Ausbildung der nächsten Generation von IT-Talenten in Afrika.  

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Während einer Reise nach dem Studium durch verschiedenste Teile der Welt lernte ich vor allem Afrika kennen und lieben. Die Affinität zu Afrika blieb ein Leben lang und es entwickelte sich der Wunsch, mich für die Menschen dieses Kontinents zu engagieren. Es gab leider nie den passenden Zeitpunkt, doch vor drei Jahren konnte ich meine Vision umsetzen. 

Ausschlaggebender Punkt für die Geschäftsidee war, dass Europa die schnellst alternde Bevölkerung der Welt hat. Das heißt bis 2030 wird es in Europa 1,1 Millionen offene ICT-Stellen geben. Afrika hingegen hat großes Potenzial mit ca. 2 Millionen ICT-Hochschul-Absolvent:innen jährlich, jedoch stellt der Arbeitsmarkt in Afrika keine passenden Arbeitsplätze zur Verfügung. Wir möchten mit unserem Geschäftsmodell die digitale Kompetenzlücke zwischen Afrika und Europa schließen.

Welche Vision steckt hinter AmaliTech?

Mit AmaliTech möchten wir in Afrika langfristige, qualifizierte und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und somit zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum im Land und vor allem zur Verbesserung des Lebensstandards in Afrika beitragen. Weiterhin haben wir uns als Ziel gesetzt, eine gleiche Anzahl von Frauen und Männern und darüber hinaus eine repräsentative Anzahl von Menschen mit Behinderung in unser Ausbildungsprogramm aufzunehmen, um ein diverses Arbeitsfeld zu schaffen und Gleichberechtigung zu fördern. Durch unser sechsmonatiges, anspruchsvolles Training, welches unsere Mitarbeitenden durchlaufen, können wir in Europa qualitativ hochwertige Digital-Dienstleistungen zusichern und somit den Fachkräftemangel ausgleichen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich denke die größte Herausforderung war die Entwicklung unseres Recruiting-Prozesses, um geeignete Kandidat:innen zu finden, und die Entwicklung des anspruchsvollen Trainingsprogramms, um internationale Qualitätsstandards gewährleisten zu können. Sowohl das erfolgreiche Recruiting als auch das spezialisierte Trainingsprogramm zählen heute zu unseren Kernkompetenzen.

Finanziert wird das Projekt von privaten Investor:innen und Spender:innen. Ebenso werden wir durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit unterstützt. Das langfristige Ziel ist, dass sich das Projekt selbstständig trägt. Dementsprechend werden Überschüsse aus unserem Dienstleistungsangebot in die Trainings Center und in soziale Projekte vor Ort investiert.

Wer ist die Zielgruppe von AmaliTech?

Unsere Kund:innen und Partner:innen sind Startups und mittelständische Technologie- und Digital-Unternehmen, die bereit sind, in einem integrierten und agilen Arbeitsmodell mit unseren qualifizierten Mitarbeiter:innen zusammenzuarbeiten. Über diese, gewinnen wir auch zunehmend Zugang zu Firmen mit denen wir gemeinsam Technologie-Projekte umsetzen.

Wie funktioniert AmaliTech? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

AmaliTech stellt ein dezidiertes Team aus hochqualifizierten Technikexpert:innen zur Verfügung, welches eng mit dem/der Kund:in zusammenarbeitet. Für die effektive Kommunikation setzen wir modernste Kollaborations-Tools ein und arbeiten mit unseren Kund:innen und Partner:innen in einer agilen Projekt-Methodik.

Wir bieten hochwertige Dienstleistungen zu attraktiven Konditionen an, doch unser besonderes Alleinstellungsmerkmal ist der soziale Aspekt, mit dem wir der afrikanischen Jugend eine Perspektive eröffnen möchten. Jedes Unternehmen, das mit uns zusammenarbeitet, wird so Teil dieser großen Aufgabe und hilft uns weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

AmaliTech, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben unser Projekt in Takoradi, Ghana begonnen. Hier arbeiten zurzeit 140 Mitarbeiter:innen. Ein weiteres Trainings-, sowie Service-Center wird in Kumasi, Ghana eröffnet und wir sind mitten in der Planung eines Standortes in Kigali, Ruanda. Mein Team und ich arbeiten auf Hochtouren daran, unser Ziel zu erreichen, in 5 Jahren ca. 1000 junge Menschen in Jobs gebracht zu haben.

Ein weiteres Anliegen ist es, soziale Projekte in Ghana auszubauen. Aktuell fokussieren wir uns auf drei Projekte. Die ersten beiden verfolgen das Ziel, Frauen und Menschen mit Behinderung den Zugang zum Digitalen-Sektor zu ermöglichen und zu vereinfachen. Zusammen mit den SOS Kinderdörfern in Ghana organisieren wir ein drittes Projekt – „Coding for Kids“ zielt darauf ab, Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren die Fähigkeiten und die Leidenschaft des Programmierens näherzubringen. Den aktuellen Stand aller Projekte findet man auf unserer Webseite unter Social Impact.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Entwickele dein Geschäftsmodell mit einem klaren Fokus und einer überzeugenden Idee wie du Umsatz generieren kannst.

Finde das beste Team, denn ein Top Team kann eine auch eher durchschnittliche Geschäftsidee zum Erfolg führen, umgekehrt geht es nicht.

Hab den Kunden immer im Fokus deines Tuns; die Vielzahl der Aufgaben in einem Startup erlaubt allzu leichte Ablenkung.

Wir bedanken uns bei Martin Hecker für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Frauen im FinTech – Gründerinnen, Anwenderinnen, Anlegerinnen

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fintech frauen

FinTech hat ein Gender Diversity Problem. Im Grunde genommen sind es sogar drei Probleme, die aber alle miteinander verwoben sind. Da ist einerseits das grundlegende Problem, dass es viel zu wenige Frauen in der FinTech Branche gibt. Außerdem gibt es in Verbindung damit das zweite Problem, dass es zu wenige Gründerinnen oder weibliche CEOs und Geschäftsführerinnen in der Branche gibt. Schließlich und endlich gibt es das dritte Problem, dass Frauen auch unter den Anwendern unterrepräsentiert sind. Und so verwundert es nicht weiter, dass die Branche mittlerweile den Eindruck eine weiteren Männerdomäne macht.

Niemand hat diese Entwicklung beabsichtigt und es kann keine einzelne Person dafür verantwortlich gemacht werden. Allerdings war sie im Grunde genommen vorhersehbar. Denn FinTech vereint zwei der am wenigsten Gender diversen Branchen. Und was jetzt? Wie kann man das Dilemma lösen? Und muss man das überhaupt?

Warum arbeiten so wenige Frauen in der FinTech Branche?

Auf jede Frau, die im FinTech arbeitet kommen durchschnittlich zwei Männer. Gründer in der FinTech Branche sagen oft, dass sie schlicht nicht so viele Bewerbungen von Frauen erhalten, wie von Männern. Die Diversität in ihren Unternehmen sei demnach nur ein Spiegelbild dieser Bewerbungsungleichheit.

Wenngleich dieses Argument sicher nicht ganz von der Hand zu weisen ist, so wirkt es dennoch ein Stück weit so, als würde hier der Schwarze Peter einfach weitergegeben.

Denn wenn man als Gründer mal hinterfragt, warum sich so wenige Frauen bewerben, könnte man ja ein strukturelles Problem feststellen:

Frauen werden immer noch und schon als Mädchen darauf konditioniert, dass sie in „Mathe“ nicht so gut sind wie Jungen. In der Folge wollen sie weniger in naturwissenschaftlichen und zahlen-intensiven Branchen arbeiten. In einer Partnerschaft geben sie alles was mit Zahlen zu tun hat (und da gehören Finanzen eben auch dazu) lieber an den Mann ab. 

Diese Scheu vor Zahlen und Finanzen ist ihnen anerzogen und bildet mit Sicherheit nicht die tatsächliche Befähigung ab, wie immer mehr Studien belegen. Denn tatsächlich sind Frauen sogar die talentierteren Sparer und erfolgreicheren Anleger. Ein Umstand, der im krassen Gegensatz zur Eigeneinschätzung von Frauen zum Umgang mit Geld und Investments oder Zahlen ganz allgemein und zu ihrem persönlichen Finanzwissensstand steht.

Die FinTech Branche weist noch eine weitere Geschlechterungleichheit auf.

Nur etwa die Hälfte der wenigen Frauen, die dort angestellt sind, bekleiden Führungsrollen. Und Studien legen nahe, dass Frauen in weniger diversen Führungsetagen weniger Zuspruch oder Befürwortung für Ideen und Innovationen erhalten. Das schadet nicht nur der Innovationsbereitschaft und Motivation der Frauen. Es schadet schlussendlich auch der Branche. Denn Unternehmen lassen sich so mitunter entscheidende Marktmöglichkeiten entgehen. Diversität im Ideenfindungsprozess untermauert, wie die Branche und ihre Entscheider nicht gestillte Bedürfnisse in unterfinanzierten Märkten wahrnehmen und verstehen.

Betrachtet man letztendlich noch die Anzahl von Gründerinnen im FinTech Bereich, so verrät schon ein kurzer Blick durch die FinTech Top10 2020, wie die Quoten verteilt sind: auf neun Männer kommt gerade einmal eine Frau – und die ist Teil eines heterogenen Duos, hat also gemeinsam mit einem Mann gegründet. Ältere Reports dieser Art (zum Beispiel aus 2017) ergeben einen Anteil von nur knapp über 5% Gründerinnen gegenüber fast 95% Gründern.

Ein Teil dieser Ungleichheit lässt sich auf die bereits erwähnte Problematik zurückführen, die zur Folge hat, dass es schwierig ist, Mädchen und Frauen für MINT-Fächer und -Berufe zu begeistern. Denn es sind diese Schulfächer, die die Grundlage dafür bilden, dass Frauen das Zutrauen und das nötige Wissen und Talent entwicklen, um später in die FinTech Branche zu gehen. Mittlerweile verbessert sich der Anteil an Frauen im FinTech zwar kontinuierlich, dennoch herrschen nach wie vor systemische Mankos, die Schranken für die Gender Diversity darstellen und einen beruflichen Aufstieg für Frauen zumindest erschweren.

Warum nutzen so wenige Frauen FinTech Errungenschaften?

Die dritte Gender Gap im FinTech Bereich ist die der wenigen, weiblichen Userinnen und Anwenderinnen. Tatsächlich ist die Geschlechterungleichheit der FinTech Nutzerbasis noch relativ wenig erforscht. Die wenigen Daten, die es aber gibt, deuten an, dass mehr Männer als Frauen mobile Anwendungen wie Smartphone Apps benutzen, um ihre Finanzen zu verwalten. Bislang sind die großen Player im FinTech zurückhaltend mit Zahlen zur Geschlechterverteilung unter ihren Anwendern. Das wäre aber dringend notwendig, um nachvollziehen zu können, ob sich der Diversity Gap, der in der Beleg- und Gründerschaft der FinTech Branche abbildet, auch auf die Nutzerbasis übertragen lässt. 

Es ist ein schleichender Prozess, aber in den letzten Jahren werden doch immer mehr Unternehmen auf die Macht weiblicher Geldbörsen aufmerksam und entwickeln Produkte und Dienstleistungen, die Frauen als unabhängige Entscheiderinnen im Kaufprozess abholen. Auch der FinTech Branche stünde eine solche Entwicklung gut zu Gesicht, um die Möglichkeiten für Frauen zur Teilhabe und zum Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verbessern.

(Wie) Lässt sich der Gender Gap in der FinTech Branche schließen?

Es gibt keine Patentlösung für das Problem der mangelnden Gender Diversität im FinTech. Da sind einerseits die (männlich dominierten und geführten) Unternehmen, die keine Frauenquote einführen oder sich nur zurückhaltend um weibliche Berufseinsteigerinnen bemühen. Andererseits müssen die tief verwurzelten Vorurteile und Herausforderungen gegenüber „Frauen und Zahlen“ mühsam ausgemerzt werden – und solche Prozesse brauchen bisweilen Generationen.

Was also können wir tun? Wir müssen die Gesamtproblematik von mehreren Richtungen gleichzeitig angehen. Und wir müssen uns darauf besinnen, welche Samen wir heute schon pflanzen können, um nicht nur kurzfristige, aktuelle Verbesserungen herbeizuführen. Diese helfen zwar auch beim Erreichen zukünftiger Verbesserungen. Vor allem aber müssen wir langfristige und nachhaltige Lösungsansätze erarbeiten, mit deren Umsetzung wir am besten schon gestern begonnen hätten…

Wenn wir eine Vorstellung davon entwickeln, wie FinTech Unternehmen in Zukunft funktionieren werden, kann man Frauen besser darauf vorbereiten, entsprechende Rollen auszufüllen – und die jungen Frauen von heute darin unterstützen, die FinTech Leaderinnen von Morgen zu werden. Dazu ist es wichtig, das FinTech Universum von heute zu durchleuchten, aber eben auch ein oder zwei Jahrzehnte voraus zu denken. Und tatsächlich war bei Gesprächen über die Zukunft von Frauen im FinTech immer ein wichtiger Konsens, dass man sich um mehr Mädchen und Frauen in MINT-Feldern bemühen muss. Und wenngleich das eine absolut anzustrebende Best Practice ist, so kann und darf es nicht die einzige Bemühung sein oder bleiben.

Einen ersten Schritt hin zur Lösung der Gender Probleme im FinTech haben wir an dieser Stelle schon unternommen:

Die Probleme in den Vordergrund gestellt und die Aufmerksamkeit darauf gerichtet, dass es überhaupt Diversity-Probleme in der Branche gibt.

Ein weiterer Schritt ist es, mutige Lösungsansätze zu fördern. Es gibt etwa eine Hand voll FinTech Unternehmen, die ihren Angestellten einen Vermittlungsbonus in Aussicht stellen, wenn sie erfolgreich geeignete Frauen für offene Stellen empfehlen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Frauen schon bei der Formulierung von Stellenanzeigen mitzudenken und sie so zu verfassen, dass sich auch und besonders Frauen angesprochen fühlen.

Zukünftig notwendige Fähigkeiten müssen nicht unbedingt die gleichen sein, die heute erforderlich sind; künstliche Intelligenz und Machine Learning sind Entwicklungen, die es wahrscheinlich machen, dass man künftig weniger Programmierer und Software Entwickler brauchen wird. Stattdessen werden innovatives Business Development, Kundenverständnis und -nähe, sowie Kreativität eine zunehmend größere und (ge-) wichtigere Rolle auch im FinTech einnehmen. Auch emotionale Intelligenz wird ein zunehmend wichtiges Asset für Unternehmen werden – solche Softskills sind bei der Überzeugungsarbeit, die bei potentiellen Investoren geleistet werden muss, genauso wichtig wie beim Einstellungsprozess vielversprechender Angestellter und dem Aufbau einer erfolgreichen Kundenbindung. (Diese traditionelle Verknüpfung emotionaler Intelligenz mit dem weiblichen Geschichte basiert natürlich auf einer spezifischen Perspektive auf das „Wer tut was“ in der heutigen FinTech- und Unternehmenswelt.)

Mädchen und Frauen müssen also weiterhin ermutigt werden.

Und zwar nicht nur in heute dezidierten FinTech-Bildungszweigen. Sie brauchen ein sinnstiftendes Arbeitsumfeld, ein Wirtschaftsstudium, enabelnde Unternehmenspraktika. Nur so können sie die Talente werden, die die FinTech Branche braucht und die im Umkehrschluss die Branche für sie überhaupt attraktiv macht. 

Es braucht Förderprogramme. Gerne auch staatlich geförderte, warum nicht. Und es braucht den Einsatz von Finanzunternehmen. Sie könnten eine unternehmenseigene Academy zu forcieren, worüber Frauen umgeschult, ausgebildet und gefördert werden.

Schulen und Universitäten sollten Workshops für Frauen anbieten, die sich um Angelegenheiten wie finanzielle Freiheit, Investments, aber eben auch Jobs in der FinTech Branche drehen. 

Frauen, die bereits erfolgreich und mit Spaß und Leidenschaft im FinTech arbeiten, sollten eine Vorbildrolle einnehmen. Frei nach dem Motto: tu Gutes und sprich darüber, sollten sie mit ihrer Lebenswelt nicht hinterm Berg halten. Egal, ob sie Ted Talks halten oder in TikTok und Instagram Videos über ihre Arbeit berichten, sie sollten ihre Stimme erheben, um den Mädchen und jungen Frauen von heute die Welt der Finanzen, die Welt des FinTechs schon jetzt näher zu bringen. Sie sind es, die Frauen erreichen können. Die sie empowern können. Die sie enabeln können. 

Und während ein Schwerpunkt bei der Lösung der Gender Gap im FinTech unbedingt die Förderung potentieller, weiblicher Angestellter sein muss, sollte man auch die Hürden nicht aus dem Blick verlieren, die weibliche Gründerinnen und Unternehmerinnen in der Branche überwinden müssen. Denn, dass Frauen sich mit mehr Hürden bei der Sicherstellung der Finanzierung konfrontiert sehen als Männer, ist hinlänglich bekannt und kein FinTech-spezifisches Problem. Auch hierfür müssen Lösungen gefunden werden. Denn die Branche allein kann es nicht. Selbst dann nicht, wenn erfolgreiche Unternehmerinnen bevorzugt weibliche Gründerinnen fördern. Denn es kann nicht die Aufgabe einzig von Unternehmerinnen und Investorinnen sein, die in sich schon eine Minderheit bilden, ein gesamtgesellschaftliches Problem zu lösen. 

Auch hier bräuchte es eine Einmischung von Lobbys und der Politik. Dezidierte Quoten, spezifische Förderprogramme und ein grundlegendes Umdenken hinsichtlich der Fähigkeiten und des Wertes von Frauen in der Unternehmenswelt.

Es kann bei diesen Problemen nicht nur eine Lösung geben. Es muss ein Zusammenspiel mehrerer Ansätze aus privatem, politischem, gesellschaftlichem und unternehmerischem Engagement sein. Nur so kann mehr Gender Diversität im FinTech entstehen. 

Bildquelle: www.introduce.berlin

Autor: Karolina Decker

Karolina hatte mit zwei Master-Abschlüssen im Bereich Wirtschaft (University of Warsaw / Warsaw School of Economics) bereits eine solide Basis geschaffen, bevor sie ihre erste erfolgreiche Karriere im Bankenbereich antrat. Im Zuge dieser war sie 10 Jahre lang in der Finanzbranche tätig – zunächst als Managerin bei DnB NORD Polska in Warschau im Bereich Immobilienfinanzierung. Sie sammelte Führungserfahrung und verantwortete ein Finanzierungsvolumen von 250 Mio EUR pro Jahr. Anschließend war sie bei der Deutschen Bank in Berlin im Bereich Compliance tätig. Karolina besitzt die Geschäftserlaubnis nach §34f GewO. Nach wie vor engagiert sie sich als Inhaberin des NGO “Mind the Gap”.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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