Donnerstag, April 16, 2026
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Sich selbst treu und authentisch bleiben

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Christine Berninger Coaching: Resilienz

Christine Berninger Coaching: Resilienz – und Gesundheitscoaching

Stellen Sie sich und ihr Unternehmen doch kurz unseren Lesern vor!

Bei Christine Berninger handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept in Bezug auf Resilienz– und Gesundheitscoaching. Ich bin bereits seit 2008 selbstständig und führe ein Gesundheitsstudio mit den Schwerpunkten Gruppenkurse, Personaltraining und Ernährungscoaching. In den letzten 2 Jahren zog es mich jedoch immer mehr in Unternehmen und ich habe mich dazu entschieden, meine Angebote für ein breiteres Feld zugänglich zu machen. 

Das Programm fasst die Module Resilienz, Bewegung, Ernährung und Stressmanagement zusammen. Unser IMI Prinzip führt Unternehmen durch die Module, die sowohl einzeln als auch in Kombination gebucht werden können.

I= Inspiration M= Motivation I= Integration

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee, ein eigenes und ganzheitliches Konzept für Unternehmen zusammenzustellen, trage ich bereits seit fünf Jahren in mir. Damals war jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt für die Umsetzung. Heute, 5 Jahre später, sind meine Kinder größer, mein Team am Standort in Haibach bei Aschaffenburg ist gewachsen, ich konnte mich fachlich weiterbilden und das Konzept durch die Erfahrungen mit Privatkunden noch besser anpassen. 

Was war bei der Gründung des Konzeptes die größte Herausforderung?

Durch Corona mussten wir unser komplettes Programm bei Berninger Coaching auf Online umstellen. Equipment, technisches Know How, die Umsetzung, mein Team – alles musste funktionieren. Zeitgleich kümmerte ich mich um die Ausarbeitung des Resilienzcoachings und später um die Durchführung in einem Pilotprojekt. Das alles neben Homeschooling, Social Media, Online Kursprogramm, neue Homepage und Personaltraining war ein Marathon.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Die Fragen und Herausforderungen kommen beim Tun. Davon war und bin ich überzeugt. Ich empfehle daher immer erst das Durchspielen mit ausgesuchten Klienten, die auch bei fehlerhaften Details ein Nutzen von dem Coaching haben können. Die Kostenfrage ist natürlich ein weiteres Thema. Auch mit einem sehr kleinen Marketingbudget kann man sehr gut auf sich aufmerksam machen. 

Welche Vision steckt hinter dem Coaching und Trainingskonzept?

Ich möchte den Unternehmen eine Win- Win Situation ermöglichen:

  • Motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter
  • Mehr Gesundheitskompetenz bei den Mitarbeitern
  • Gegenseitige Wertschätzung
  • Teamfähigkeit und schnellere Prozesse

Ich finde es sehr schade, wenn Menschen zwar in Ihrem Arbeitsalltag ihre Leistung bringen, in Ihrer Freizeit jedoch die Lebenslust verloren haben. Genauso umgekehrt – wenn Mitarbeiter, ihre Sorgen und Ängste von zu Hause mit an Ihren Arbeitsplatz bringen und dadurch in eine (auf Dauer) gesundheitliche Abwärtsspirale gelangen. Wenn der Körper ruft (mit Schmerzen o.ä.) hat das immer einen Grund und ich möchte in solchen Fällen als Coach zur Seite stehen. 

Wer ist die Zielgruppe von Berninger Coaching?

Mitarbeiter mit vorwiegend sitzenden Tätigkeiten. Ich arbeite momentan hauptsächlich mit Unternehmen der IT Branche und sehe da großen Handlungsbedarf. Die Handwerksbranche liegt mir ebenfalls sehr am Herzen. Hier arbeite ich momentan jedoch eher mit Einzelpersonen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei der Begrifflichkeit „Coach/ Trainer“ ist das eine sehr wichtige Frage. Diese Bezeichnung ist nicht geschützt, doch ich nehme sie sehr ernst. Ich bin sehr empathisch und habe in 24 Jahren Berufserfahrung gelernt, mich sehr schnell in mein Gegenüber zu versetzen. Ich betrachte den Menschen ganzheitlich und mein Konzept ist sehr praxisorientiert. Selbst (auf den ersten Blick) komplizierte Vorgänge oder Übungen mit neurowissenschaftlichem Hintergrund kann ich gut herunterbrechen und verständlich erklären. Es gibt keine Dogmen und ich lebe was ich vermittle. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Für mich hat Corona Prozesse beschleunigt, die schon in Gang waren. So war es bei mir und so ist es bei vielen anderen in meinem Umfeld auch. Wir sollten anpassungsfähig, kreativ und resilient sein. Wir haben das mit Berninger Coaching geschafft und haben die Zeit der Studioschließung genutzt. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Vor Corona habe ich an fast keinem Online Meeting teilgenommen, weil ich es technisch überhaupt nicht hinbekommen habe. Von virtuellen Trainings waren weder ich noch meine Kunden begeistert. Wir haben uns der Thematik geöffnet und sehen mittlerweile sehr viele Vorteile. Wäre Corona nicht gewesen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, die bewegte Mittagspause oder ein Ernährungscoaching über eine Online Plattform anzubieten. Mittlerweile betreue ich Kunden und Mitarbeiter aus ganz Deutschland.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich hoffe, dass die Prävention wieder mehr in den Fokus rückt. Wenn wir das Gesundheitswissen und die Kompetenz erhöhen und unseren individuellen Weg zu mehr Wohlbefinden, Stärke und Energie finden, dann sind wir gut gegen Krisen sowohl auf körperlicher als auf psychischer Ebene gewappnet. 

Christine Berninger, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren werden meine Kinder selbst arbeiten, sodass der Spagat zwischen Familie und Arbeit leichter wird. Mit meinem Coachingkonzept möchte ich Mitarbeiter und Unternehmen stärker werden lassen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

  • Sich selbst treu und authentisch bleiben
  • Das Ziel immer fest im Auge behalten
  • Weiterbildung sowohl auf seinem Fachgebiet als auch in branchenfernen Gebieten

Wir bedanken uns bei Christine Berninger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Berninger Coaching

Kontakt:

Berninger Coaching
Christine Berninger
Hasenbergstr.2
DE-63808 Haibach

www.christineberninger.de
kontakt@christineberninger.de

Ansprechpartner: Christine Berninger

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Fehler machen ist großartig!

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OH WOMAN ist das Spiel für alle, die mehr über den weiblichen Körper und die Periode erfahren möchten- DIN A5 großes Spiel kann überall mitgenommen werden

OH WOMAN ist das Spiel für alle, die mehr über den weiblichen Körper und die Periode erfahren möchten

Stellen Sie sich und das Startup OH WOMAN doch kurz unseren Lesern vor!

Hinter OH WOMAN stecken Tania Hernández (29) und Stephanie Renz (25), Inhaberinnen des Designstudios what the fish in München. OH WOMAN ist das Spiel für alle, die mehr über den weiblichen Körper und die Periode erfahren möchten. Es setzt sich spielerisch für die frühzeitige Aufklärung ein und hilft dabei, sich mit Spaß, Leichtigkeit und vor allem ohne Scham über den eigenen Körper auszutauschen. OH WOMAN basiert auf dem Strategiespiel Kalaha und enthält 10 Spielkarten à 4 Fragen mit dazugehörigen Antworten rund um das Thema Periode und den weiblichen Körper. Um die Fragen zu überprüfen haben wir uns die Expert*innen von Menstrual Health Hub aus Berlin an die Seite geholt. Außerdem unterstützen wir mit dem Verkauf der Spiele den gemeinnützigen Verein periodensystem, um Menstruierende in Not mit Periodenprodukten zu versorgen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

In den letzten Monaten haben wir gemerkt, wie sehr wir für richtige und vor allem frühzeitige Aufklärung brennen. Wie wichtig es uns ist, dass wir Menschen helfen Selbstzweifel zu minimieren – und da wir überzeugt sind, dass der Schlüssel Wissen ist, haben wir uns dazu entschlossen OH WOMAN zu gründen. Und haben mit unserem ersten Produkt das perfekte Tool passend zur Aufklärung für das 21.Jahrhundert entworfen. Hinzukam unsere erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne auf startnext, die aufgezeigt hat, dass nicht nur wir finden, dass sich etwas verändern muss. Deshalb sind wir den Schritt gegangen und haben eine GmBH gegründet und damit unser zweites gemeinsames Unternehmen. 

Was war bei der Gründung von OH WOMAN die größte Herausforderung?

Definitiv die Produktion. Als Designerinnen benötigen wir für unsere Arbeit nur unseren Laptop. Jetzt hatten wir die Idee für ein physisches Produkt. Da kam natürlich schnell die Frage: “Wie, Wo und von Wem bitte lassen wir jetzt ein Holzspiel produzieren?” Da kam uns zu Glück dann der Gedanke: Fragen wir doch einfach mal bei der Schreinerei strauch in Steffi’s Heimat an, ob die vielleicht eine Idee haben. Letztendlich haben sie die Produktion bis heute komplett übernommen.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Absolut. Denn erst durch’s Teilen der Idee, entwickelt sie sich auch weiter. Man erhält Feedback von vielleicht schon potenziellen Kund:innen. Und selbst, wenn man denkt die Idee ist perfekt – sie hört niemals auf sich weiterzuentwickeln. Das ist ja das spannende!

Welche Vision steckt hinter OH WOMAN?

Mit OH WOMAN bringen wir Leichtigkeit, Normalität und Offenheit in den Umgang mit Frauengesundheit und Sexualität, um ein selbstbewusstes Miteinander ohne Scham in der Gesellschaft zu leben und gleichzeitig Akzeptanz für Periode & Co zu schaffen.

Wer ist die Zielgruppe von OH WOMAN?

Der Fokus liegt auf Jugendliche ab 10 Jahre. Doch ist das Spiel am Ende für alle, die mehr über ihren eigenen (bzw. den weiblichen) Körper erfahren möchten und das Tabu über Periode und weibliche Sexualität aus unserer Gesellschaft beseitigen wollen. Mamas und Papas, Brüder und Schwestern, Omas und Opas, Freund:innen, Lehrer:innen und Kolleg:innen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Spiel ist für zwei Personen gedacht. Gerade bei sehr intimen Themen wie Periode und Sexualkunde sind wir überzeugt, dass eine kleine Runde die Offenheit und Leichtigkeit fördert. In großen Gruppen kann es erneut bei Personen zu mangelndem Mut führen, um Fragen offen zu stellen. Beide Spieler:innen sind im gleichen Anteil am Spiel beteiligt. OH WOMAN kreiert einen Safe Space

Daneben fördert OH WOMAN als Strategiespiel nicht nur Konzentration und strategisches Denken, sondern schult auch die Feinmotorik durch das Bewegen der Blutstropfen bzw. Spielsteine. Dies ist gerade für Kinder, aber auch für ältere Menschen förderlich. 

Zu guter letzt: OH WOMAN ist ein DIN A5 großes Spiel und kann somit zu jeder Zeit und überall hin mitgenommen werden. Und wir können auch sagen: bis jetzt gibt es nichts vergleichbares auf dem Markt. Andere Aufklärungs Tools sind nicht so innovativ.

OH WOMAN, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sind keine großen Fans von 5- oder 10 Jahres Plänen. Es passiert laufend und so schnell so viel und Umstände ändern sich. Doch auf jeden Fall können wir sagen, dass wir in den nächsten 5 Jahren stark an der Weiterentwicklung des Produktsortiments arbeiten werden: U. a. Sex, Männergesundheit, Endometriose und Wechseljahre soll ebenfalls als Edition thematisiert werden. Das Aufklärungsfeld ist sehr groß und wir sind überzeugt, dass das Medium Spiel das richtige Tool ist. Und davon möchten wir vor allem auch Bildungsinstitute überzeugen, dass sie mit OH WOMAN ihren Aufklärungsunterricht erweitern können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

1. Wenn Leute zu dir und deiner Idee sagen: „Biste komplett übergeschnappt? Nimm das erst recht als Motivation deine Idee in die Welt zu bringen

2. Fehler machen ist großartig! Ganz ehrlich, wir sind über jeden Fehler, den wir gemacht haben, machen und noch machen werden dankbar, denn diese bringen uns weiter!

3. Mach! Leg einfach los, sprich mit deinem Umfeld, und sag ja zu allen Möglichkeiten der öffentlichen Präsenz – denn im stillen Kämmerlein bringt deine Idee keinem was  – und am allerwenigsten dir selbst. You’ll rock it!

Photocredit: Lisa Hantke

Wir bedanken uns bei Tania Hernández und Stephanie Renz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ist die Internationalisierung von Unternehmen sinnvoll?

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Internationalisierung

Die Konkurrenz wird immer größer und der nationale Markt ist begrenzt. Wer als Startup oder als Mittelständler daran denkt, seine Produkte oder Dienstleistungen über die Landesgrenzen hinaus anzubieten, der eröffnet seinem Unternehmen viele neue Chancen durch die Eroberung neuer Zielgebiete. Begleitet werden diese Chancen in der Regel durch Risiken, welche zum Teil unbekannter Natur sind.

Üblicherweise steigen erst einmal die Kosten und bürokratische Hindernisse stellen sich in den Weg. Nicht zu unterschätzen sind laut den Experten der Agentur für Fachübersetzungen sprachliche Barrieren und kulturelle Unterschiede. Oft unterscheiden sich Einkaufsgewohnheiten, Nutzungsverhalten und geschäftliche Gepflogenheiten. Zudem können religiöse Barrieren das Geschäft erschweren. Eine gute Recherche und Vorbereitung sind in Verbindung mit einer überzeugenden Internationalisierungsstrategie deshalb die Grundvoraussetzungen, um auch im Ausland erfolgreich zu wirtschaften und vom enormen Potenzial internationaler Märkte zu profitieren.

Unterschied zwischen Internationalisierung und Globalisierung

Internationalisierung wird oft mit dem Begriff Globalisierung gleichgesetzt. Dabei umfasst sie nur ein Teilgebiet derselben. Beide Begriffe beschreiben jedoch sowohl einen Prozess als auch einen Zustand. Der Ansatz der Globalisierung schließt Aspekte wie Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Umwelt und Kultur auf gesamtglobaler Ebene ein. 

Alle Märkte und Länder werden gleichbehandelt. Ihren Ursprung hat die Globalisierung im technischen Fortschritt, in der Liberalisierung des Welthandels und im Wachstum der Weltbevölkerung. Internationalisierung kümmert sich weitestgehend um wirtschaftliche Zusammenhänge und berücksichtigt die kulturellen Besonderheiten der verschiedenen Länder.

Internationalisierung erhöht Wettbewerbsfähigkeit

Bislang hat sich ein internationales Marktumfeld für deutsche Firmen bewährt. Ist sie doch ein klassisches Mittel der Expansion. Zwar scheint es, dass die geopolitischen Gefahren unter der Ägide Trump zugenommen haben. Doch mit einer gemäßigten internationalen Handelspolitik, wie sie die neue Administration in Washington verspricht, kann das Vertrauen in die grenzübergreifenden Handelsabkommen wieder aufleben. 

Bei deutschen mittelständischen Unternehmen gehört Internationalisierung sozusagen zur DNA. Sie profitieren dabei von der immer noch hohen Wettbewerbsfähigkeit und der Nachfrage ihrer Produkte im Ausland. Zusätzlich dienen die Digitalisierung und günstige Finanzierungsbedingungen als Treiber. Internationale Präsenz gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovationsprozesse. Neben dem Wachstum realisieren Mittelständler oft Skaleneffekte, Kostennachteile gegenüber Großunternehmen werden damit teilweise kompensiert. Dabei empfiehlt es sich als Mittelständler, auf eine Nischenstrategie zu setzen. 

Chancen der Internationalisierung für den Mittelstand

Der Hauptantrieb für ein internationales Unternehmen liegt an der Größe des globalen Marktes. Ein großer Markt hat im Vergleich zu einem Regionalmarkt zwangsläufig ein Plus an potenziellen Käufern. Wenn Teile der Produktion ins Ausland verlegt werden, erhöht sich die Kundennähe. Die geografische Diversifikation erlaubt die Erschließung neuer Rohstoffquellen, womit das Unternehmen widerstandsfähiger bei politischen Umwälzungen und Umweltkatastrophen wird. Letztendlich profitieren international aufgestellte Unternehmen durch den Austausch von Know-How mit ihren internationalen Partnern.

Doch sollten auch die Gefahren erkannt werden, wenn sich kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) dem Internationalisierungsprozess verschreiben. Diese können sich in Form von Kapazitätsproblemen hinsichtlich finanzieller und personeller Ressourcen ausdrücken. Dadurch reagieren KMU empfindlicher auf extern auftretende Herausforderungen.

Diese Punkte sind zu beachten

Oft liegt der Fehler im Detail. So kann z.B. die Nische, auf die es abgesehen wird, schon besetzt sein. Für Startups, Gründer und Mittelständler wird ein Vorgehen nach dem Prinzip der Wasserfallstrategie empfohlen. Die Internationalisierung wird Schritt für Schritt angegangen. Dabei tritt ein Unternehmen erst in einem Land in Geschäftsbeziehungen ein, um sich danach dem nächsten zu widmen. Bei jedem Schritt wird aus Fehlern gelernt und die Managementkapazitäten werden nicht überfordert. Im Extremfall kann eine Expansion mit begrenztem Schadensumfang abgebrochen werden.

Auf jeden Fall bietet sich für deutsche Firmen an, die Expansionswünsche auf dem D-A-CH Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz) zu starten. Danach können die Bemühungen auf den gesamteuropäischen Markt ausgeweitet werden. Erst dann sollte sich in Übersee umgeschaut werden. Gesetzgebungen und Zollbedingungen sind dabei besonders genau zu betrachten. In vielen außereuropäischen Ländern sind Unternehmer nur eingeschränkt geschäftsfähig und horrende Abgaben bei der Einfuhr können das Produkt derart verteuern, dass es schlicht uninteressant wird. Letztendlich sind mögliche Währungsschwankungen in die Kalkulationen einzubeziehen.

Bild pixabay

Autor: Ina Geißler

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nur wer teilen kann, kann auch multiplizieren

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Smint.io

Smint.io: Smint.io Enterprise Content Buying® und Smint.io Portals für Unternehmen, bei denen sich alles um Digital Assets und um Content dreht.

Stellen Sie sich und das Startup Smint.io doch kurz unseren Lesern vor!

Ein freundliches Hallo aus dem wunderschönen Linz in Oberösterreich. Mein Name ist Reinhard Holzner und ich bin CEO des 2018 gegründeten Start-ups Smint.io. Smint.io ist ein SaaS Unternehmen im B2B-Bereich, das mit seinen Produkten Smint.io Enterprise Content Buying® und Smint.io Portals vor allem die Bereiche in Unternehmen adressiert, bei denen sich alles um Digital Assets und um Content dreht.

Unser Claim „Lovable software for beautiful content” ist nicht nur ein Marketinggag, sondern unsere Mission. Und die wird von uns tagtäglich gelebt. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil ich ein Problem erkannt habe und ich es liebe, Probleme zu lösen und neue Wege zu beschreiten. Zudem ist Smint.io nicht mein erstes „Baby“. Und ganz ehrlich, natürlich muss man auch ein klein wenig Abenteuerlust im Herzen haben.

Welche Vision steckt hinter Smint.io?

Wir bei Smint.io lieben großartigen Content. Denn wenn man das schönste Bild, das lustigste Video, den coolsten Song perfekt an die Zielgruppe angepasst präsentiert, kann man auch heute noch die Menschen erreichen, sie bewegen und sie positiv berühren.

Wir helfen unseren Kunden in der Beschaffung, damit dieser aussergewöhnliche Content überhaupt erst entstehen kann. Und wir bieten mit Smint.io Portals die Digital Experience, damit der Content die anspruchsvolle Zielgruppe auch maßgeschneidert erreicht.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als Enterprise B2B Software-Firma sind wir sehr auf Messen und Events als Absatzkanal angewiesen. Den Totalausfall dieser Channels während der Covid-19-Pandemie kann man wohl als große Herausforderung bezeichnen. Wir haben schnell umgeschaltet und haben weitergemacht, uns online breiter aufgestellt – in diesem Zuge haben wir den weltweit größten Bildungsverlag und eine der größten deutschen Werbeagenturen als Kunden gewonnen. Sehr notwendige, motivierende Erfolge in schwierigen Zeiten.

Wir befinden uns derzeit in der Seed Phase. Finanziert haben wir uns bisher durch Business Angels. Während der Covid-19-Pandemie haben wir zudem auch 6-stellig aus eigener Tasche investiert.

Wer ist die Zielgruppe von Smint.io?

Smint.io bedient mit seinen Produkten Menschen, die in ihrer Arbeit mit jeder Art von Content bzw. Digital Assets zu tun haben. Das schließt in Unternehmen sowohl Digital-Asset-Manager, Marketers als auch Brand Manager mit ein. Und dann gibt es natürlich noch Agenturen, die von unseren Tools stark profitieren.

Wie funktioniert Smint.io? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Beschaffungs-Bereich bieten wir mit Smint.io Enterprise Content Buying weltweit das einzige Produkt seiner Art an. Wir bündeln dabei eine große Auswahl an Stock-Agenturen auf einer zentralen Such- und Einkaufsplattform. Dadurch können unsere Kunden extrem schnell recherchieren, effizient in der Auswahl zusammenarbeiten und dann zentral und lizenzsicher Content beschaffen und optional auch in ihr Digital-Asset-Management (DAM) System übertragen.

Smint.io Portals ist unser neues Produkt, mit dem ein computeraffiner Marketing-Nutzer in Self-Service (“No-Code”) und sehr schnell CI-konforme Content-Portale für verschiedene Zielgruppen erstellen kann. Zum Beispiel eine Medien-Galerie, ein Dokumentations-Portal oder ein Portal für Partner, Presse oder auch für die Mitarbeiter. Der Content kann dabei direkt aus Sharepoint, Google Drive oder z.B. auch aus dem DAM-System genutzt werden, ganz ohne dabei schon wieder den nächsten Content-Silo zu erschaffen.

Smint.io, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Da Smint.io Portals noch ein sehr junges Produkt ist, gibt es noch jede Menge Potential, in dem Bereich besser zu werden und den Innovations-Vorsprung den wir hier haben, ordentlich auszubauen. In 5 Jahren wird definitiv jeder wissen, dass man dank Smint.io Portals kein komplexes IT-Projekt mehr benötigt, um die perfekte Digital Experience für Partner, Presse & Co. bereitstellen zu können.

Ansonsten stehen bei uns die Zeichen ganz auf Wachstum. Im Bereich Content Buying bauen wir den neuen Markt auf, “educaten” was das Zeug hält, und sichern unsere einzigartige Position indem wir wichtige Enterprise Deals abschließen. Da sind wir noch lange nicht am Limit.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Liegen bleibst Du nur, wenn Du ein Mal öfter hinfällst, als Du aufstehst.
  • Wer schnell sein will, geht allein. Wer weit kommen möchte, geht gemeinsam.
  • Und wenns um Shares geht: Nur wer teilen kann, der kann auch multiplizieren.

Wir bedanken uns bei Reinhard Holzner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Smint.io

Kontakt:

Smint.io GmbH
Schubertstrasse 4 / 4
4020 Linz / Austria
www.smint.io
reinhard@smint.io

Ansprechpartner: Reinhard Holzner (CEO)

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Facebook: https://www.facebook.com/Smint.io
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/smint-io/

Suche dir Verbündete und Unterstützer:innen!

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mädchenflohmarkt secondhand mode

Mädchenflohmarkt Plattform für Secondhand Mode mit Concierge Service

Stellen Sie sich und das Startup Mädchenflohmarkt doch kurz unseren Lesern vor!

Mädchenflohmarkt haben Peter Ambrozy, Thorsten Lückemeier und ich 2012 gemeinsam in Stuttgart gegründet. Heute gehören wir mit einem zweistelligen Millionenumsatz, mehr als 1,5 Millionen Nutzer:innen und knapp 1 Million Artikeln im Sortiment zu den führenden Secondhand-Plattformen Deutschlands. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Zuerst war tatsächlich mein Gründungswunsch da, erst dann kam die eigentliche Idee. Selbst zu gründen war schon lange ein Traum von mir, mein Vater ist Unternehmer und ein großes Vorbild für mich. Ich habe aber schnell gemerkt, dass „nur“ von außen dabei zu sein oder es selbst zu tun zwei völlig unterschiedliche Dinge sind – dennoch wusste ich, dass ich mir ein sehr selbstbestimmtes Berufsleben wünsche und niemals irgendwo fest angestellt sein möchte.

Der Entschluss selbst zu gründen fiel am Ende meines Masterstudiums, als mich ein Kommilitone mit zu einer „Entrepreneurship Week“ mitgenommen hat und ich zum ersten Mal Gründer:innen getroffen habe, die alle eine Vision hatten und etwas bewirken wollten – und nicht wie für BWLer üblich primär über ihre Karriereplanung und Themen wie Jobsicherheit gesprochen haben. Da entschied ich, dass das die Art von Menschen ist, mit denen ich mich umgeben möchte. Kurz darauf bewarb ich mich gezielt bei einigen Start-ups, um Erfahrungen zu sammeln und zu lernen wie Gründungen funktionieren. Bereits zwei Monate später arbeitete ich gemeinsam mit meinen Co-Gründern Peter und Thorsten an der Idee zu Mädchenflohmarkt.

Was war bei der Gründung von Mädchenflohmarkt die größte Herausforderung?

Für mich persönlich waren die ersten sechs Monate die härtesten, da meine beiden Co-Gründer noch an ihr vorheriges Unternehmen gebunden waren und ich Mädchenflohmarkt operativ nahezu alleine aufbauen musste. Ich war 23 und hatte das Gefühl, eigentlich keine Ahnung von dem zu haben, was ich da tue. Die Mädchenflohmarkt-Plattform war zu dem Zeitpunkt eigentlich nur ein „Proof of Concept“ – und noch weit weg von einem Prototypen oder etwas, das man als Betaversion bezeichnen könnte. Ich musste also innerhalb kürzester Zeit ein Unternehmen gründen, Prozesse einführen und eine funktionierende Plattform programmieren lassen – und irgendwie alles zusammenhalten. So zehrend es auch war – was mich in dieser Zeit unglaublich motiviert hat weiterzumachen, waren die täglichen Anrufe der Kundinnen, um uns einfach zu sagen, dass sie uns toll finden.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ich denke in den allerwenigsten Fällen ist schon alles perfekt, wenn man startet. Mir fällt tatsächlich kein Geschäftsmodell ein, das beim ersten Versuch gleich einen Volltreffer im Sinne „Product-Market-Fit“ gelandet hat. Im Gegenteil: Die meisten pivotieren ein oder mehrere Male. Und das Nachjustieren hört ja nie auf – wer besser werden will, muss stetig an sich arbeiten und den Status quo hinterfragen.

Ich glaube übrigens auch, dass das passende Team immer wichtiger ist, als die eigentliche Idee. Ein gutes Team findet immer eine Lösung, wenn die ursprüngliche Idee nicht funktioniert. Es ist also besser, früh und mit wenig Einsatz von Mitteln zu starten, erstes Feedback von Freund:innen, Familie und potenziellen Kund:innen einzuholen und darauf dann das Produkt aufzubauen, als zu lange auf den perfekten Moment zu warten. 

Welche Vision steckt hinter Mädchenflohmarkt?

Secondhand soll sich als eine Selbstverständlichkeit für jede Frau etablieren und zu einem nachhaltigeren Lebensstil inspirieren. Das erreichen wir, wenn wir bereits beim Erstkauf abwägen, was später mit dem Kleidungsstück passieren soll, also in Zirkularität denken. Wir möchten mit MF das Verkaufen und Kaufen von Second Hand convenient und gleichzeitig bedeutsam gestalten. Das erreichen wir nur gemeinsam als gesamte Secondhand-Industrie.

Wenn ich mir die Zahlen unserer aktuellen Appinio-Umfrage anschaue, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auf genau dem richtigen Weg sind: Knapp jede:r vierte Deutsche will 2021 mehr Secondhand-Mode kaufen, als in den Vorjahren. Von denen, die bereits Secondhand-Shopper:innen sind, möchten zukünftig ganze 28,1 Prozent mehr Secondhand-Mode kaufen – bei den 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 40,7 Prozent. Und wer Secondhand-Mode kauft, tut dies sehr häufig, weil es nachhaltiger und besser für die Umwelt ist (48,7 Prozent). 

Wer ist die Zielgruppe vom Mädchenflohmarkt?

Vor allem sind Frauen zwischen 25 und 35 Jahren unsere Zielgruppe – tatsächlich ist das auch genau die Altersgruppe, die dem Thema Secondhand-Mode besonders offen gegenüber steht. Über 60 Prozent von ihnen haben bereits Secondhand gekauft und über 70 Prozent haben schon gebrauchte Kleidung verkauft. 

Wie funktioniert der Mädchenflohmarkt?

Verkäufer:innen bei Mädchenflohmarkt können ihre Artikel entweder selbst einstellen oder aber den sogenannten Concierge Service nutzen, bei dem das Mädchenflohmarkt-Team die komplette Abwicklung übernimmt. Die Kund:innen schicken uns dazu einfach ihre Artikel und das Team übernimmt die gesamte Abwicklung: Prüfung von Qualität und Echtheit, Produktbeschreibung, Fotos, Lagerung, Zahlungsabwicklung und Versand. Diese Option lohnt sich vor allem ab zehn Teilen, es fallen 40 Prozent des Verkaufspreises bzw. mindestens 9,90 Euro als Provision an. Wer weniger Artikel verkaufen möchte und diese selbst einstellt, zahlt 10 Prozent des Verkaufspreises als Provision.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Der Concierge Service ist definitiv etwas besonderes, gerade wenn man „Wardrobe Detox“ macht und viele Artikel auf einmal verkaufen möchte – aber das Ganze mit möglichst wenig Aufwand. Was ebenfalls sehr gut ankommt, sind die digitalen Kleiderschränke von bekannten Persönlichkeiten, zum Beispiel den Influencerinnen Leonie Hanne, Lisa Banholzer von Blogger Bazaar oder der Musikerin Jennifer Weist (Jennifer Rostock). Vor kurzem ist außerdem ein absolutes Herzensprojekt live gegangen: unsere Soforthilfe-Aktion für lokale Secondhand-Boutiquen, die bei uns kostenlos ihre Produkte verkaufen können. 

mädchenflohmarkt kleider ständer

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Beschleunigt durch ein stetig steigendes Bewusstsein für nachhaltigeren Konsum und die anhaltende Corona-Krise, wurde 2020 mehr Secondhand-Mode ver- und gekauft als je zuvor. Und wenn wir uns die optimistischen Prognosen von internationalen Marktforschungsinstituten ansehen, stehen der gesamten Branche spannende Zeiten bevor. Seit April 2020 stellten Verkäufer:innen bei Mädchenflohmarkt im Vergleich zum Vorjahr 23 Prozent mehr Artikel zum Verkauf ein, was zu einem Gesamtwachstum von über 50 Prozent führte. Für 2021 erwarten wir ein Umsatzplus zwischen 60 und 80 Prozent. Was uns aber fehlt, ist der fehlende soziale Austausch mit Kolleg:innen. Und die vielen spontanen Ideen und Funken, die manchmal überspringen, wenn man Gespräche im Büro führt.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Eine unserer ersten Reaktionen war die Einführung eines „Remote Guides“ für das Homeoffice. Auch wenn natürlich alle, bei denen es möglich ist, von zuhause aus arbeiten können, haben wir einen freiwilligen Team-Day, an dem ein Team ins Office kommen darf, um sozialen Austausch zu haben. Dienstag ist beispielsweise Marketing-Tag und Donnerstag ist Support-Team-Tag.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die größte Chance in dieser Krise aus Sicht eines digitalen Technologieunternehmens ist, dass die Digitalisierung stärker voranschreitet und viele Verhaltensänderungen vermutlich auch nach der Krise bestehen bleiben. Diese aber sind schwer zu antizipieren, weil alle Veränderungen gerade im privaten und nicht im öffentlichen Raum stattfinden. Es wird sich also erst danach zeigen, wie die Pandemie uns alle verändert hat. 

Mädchenflohmarkt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Getreu unserer Vision – wir wollen Secondhand zu einer Selbstverständlichkeit in den Kleiderschränken machen. Dazu müssen wir das Thema in den Fokus einer noch breiteren Zielgruppe rücken. Das schaffen wir unter anderem mit den richtigen Partnerschaften, wie beispielsweise unserer Zusammenarbeit mit About You im Rahmen der ihrer „Second Love“-Rubrik. Denn nur, wenn alle Player der Branche zusammenarbeiten, schaffen wir einen ökologischen Impact – und das mit gleichzeitig kommerziellem Erfolg. In fünf Jahren wollen wir genau das erreicht haben. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Ich habe aus unzähligen Gesprächen mit gründungsinteressierten Frauen den Eindruck erlangt, dass die meisten sich selbst im Weg stehen. Sie denken, dass ihre Produkte perfekt sein müssen und wollen vorher alles erst genau durchplanen. Daher meine Tipps:

„Einfach machen, anfangen, loslegen!“ – unsere ehemalige Mitarbeiterin Denise Haverkamp, die letztes Jahr Finance, Baby! gegründet hat, nennt es: „Start before you are ready!“ Und damit hat sie absolut recht. 

Du musst zu Beginn nicht gleich „All in“ gehen, baue deinen „Proof of concept“ in deiner Freizeit, hol dir Feedback von Freund:innen, Familie und Early-Adoptern. Wenn es funktioniert, hast du den Spielraum zu entscheiden, ob es ein „side hussle“ bleibt oder du nun bereit bist, deinen Job für Deine Gründung zu kündigen.

Suche dir Verbündete und Unterstützer:innen! Der Support unter den weiblichen Gründerinnen ist sehr groß. Schreibt mir, wenn ich dir oder euch helfen kann! Aber genauso wichtig ist es, sich mit der gesamten Branche zu vernetzen, denn spätestens, wenn es um die Finanzierung mit Wagniskapital gehen sollte (was nicht für alle Businessmodelle die geeignete Wahl ist), hilft es auf ein Netzwerk zurückgreifen zu können. Der oftmals schwierige Zugang zu Wagniskapital ist vermutlich der größte Nachteil, den man leider noch als Gründerin hat. Zum Glück findet aber auch hier ein Umdenken statt.

Wir bedanken uns bei Maria Spilka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sich nicht unterkriegen lassen

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Zava Online-Arztpraxis Diagnose Rezept David Meinertz
David Meinert

Zava Online-Arztpraxis: Ärztliche Beratung, Diagnose, Rezept und Krankschreibung

Stellen Sie sich und das Startup Zava doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin David Meinertz, Gründer und CEO Zava. Zava ist mit über fünf Millionen telemedizinischen Beratungen und Behandlungen die führende Online-Arztpraxis in Europa. Patientinnen und Patienten können über das Smartphone, Tablet oder Laptop unsere Ärztinnen und Ärzte konsultieren und das unabhängig von Ort und Zeit. Das Sprechzimmer im eigenen Wohnzimmer oder der „Arzt to Go“. Egal wo ich bin, der Arzt ist nur ein paar Klicks entfernt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Es gibt viele Menschen mit Krankheiten, die nie zu Patienten werden, da sie keinen Arzt aufsuchen. Das wollten wir ändern: Uns ging es darum, Menschen einen schnellen und einfachen Zugang zum Arzt zu geben. Wir wollen die Hemmschwelle für den Arztbesuch senken.

Das Gefühl zu lange auf einen Arzttermin zu warten oder lange im Wartezimmer zu sitzen, kennt wohl jeder. An Sprechzeiten gebunden zu sein, stört. Und ein Rezept immer wieder aus der Praxis abholen zu müssen, das kann nerven. Das betrifft vor allem Menschen mit chronischen Leiden. Wir haben uns gedacht: Das geht auch patientenfreundlicher – zeit- und ortsunabhängig online über das Smartphone von unterwegs oder vom Tablet oder Computer von zu Hause aus. Wir haben damals die erste echte Online-Arztpraxis in Europa gegründet, die nicht nur zu Gesundheitsfragen über Telefon, Videosprechstunde und E-Mail berät, sondern auch behandeln kann und Rezepte für Medikamente ausstellt.

Welche Vision steckt hinter Zava?

Die Digitalisierung setzt sich durch im Patienten- und Arzt-Alltag. Telemedizin kann dazu beitragen, überfüllte Wartezimmer in Städten zu entlasten und den zunehmenden Ärztemangel in ländlichen Räumen abzufedern. Ganz ohne Ansteckungsrisiko für beide Seiten.

Zentral aus meiner Sicht: Telemedizin fördert das selbstbestimmte Gesundheitsmanagement, hilft kritische Symptome früher zu erkennen und wirkt der Verschleppung von Krankheiten entgegen. Außerdem vereinfacht sie das Informations- und Dokumentenmanagement erheblich.

Einer aktuellen Studie von Fortune Business zufolge soll der globale Telemedizinmarkt mit einer jährlichen Rate von 23,5 Prozent wachsen. Bis 2026 soll er ein Volumen von 170 Milliarden Euro (186 Milliarden US-Dollar) erreichen. Das deutsche Marktvolumen steigt, laut Schätzung des Roland-Berger-Instituts, bis 2025 auf 38 Milliarden Euro an.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung für ein StartUp ist es, die richtigen Leute zu finden, die sehr gut qualifiziert sind und auch den richtigen „personal fit“ mitbringen. Das ist auch bei Zava so. Ob Arzt oder Programmierer, wer bei Zava arbeitet, hat Spaß daran, „out of the box“ zu denken und die medizinische Versorgung für Menschen so angenehm und praktisch wie möglich zu machen. Übrigens: Wir stellen laufend ein.

Wer ist die Zielgruppe von Zava?

Die eine Zielgruppe gibt es gar nicht. Unsere Angebote nutzen Frauen und Männer gleichermaßen. Das Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre. Aber die Spanne ist hoch: Unser ältester Patient ist 104 Jahre alt. Wir sind international aufgestellt und haben europaweit bereits fünf Millionen telemedizinische Beratungen und Behandlungen durchgeführt.

Wie funktioniert Zava? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Um die Telemedizin-Angebote von Zava zu nutzen, benötigen Patienten neben Internet einen Laptop, ein Smartphone oder ein Tablet. Einfach ein Nutzerkonto bei www.zavamed.com/de anlegen. Das war es.

Über die Online-Arztpraxis werden Patienten von erfahrenen Ärzten 24/7, diskret und kompetent aus der Ferne beraten und behandelt. Über die medizinischen Anamnesebögen können Patienten verschreibungspflichte Rezepte zu über 35 Indikationen anfragen. Der behandelnde Arzt entscheidet anhand der Informationen, welche Art der Behandlung in Frage kommt oder ob eine weitere Konsultation notwendig ist. Bei Hautproblemen bietet die Online-Arztpraxis zudem eine Foto-Diagnose innerhalb von 24h an.

Über die Zava App (Android und iOS) können Patienten ganz einfach mit einem in Deutschland ansässigen Arzt per Video oder Telefon sprechen. Ärztliche Beratung, Diagnose, Rezept und Krankschreibung werden bequem über das Handy erledigt. Auch digitale Gesundheits-Applikationen (DiGAs) können auf Rezept verschrieben werden.

Rezepte werden je nach Patientenwunsch digital an eine Vor-Ort-Apotheke der Wahl, eine Versandapotheke oder postalisch in Papierform übermittelt. Vor Ort liegen Medikamente in der Regel innerhalb von drei Stunden nach Eingang der Behandlungsanfrage zur Abholung bereit.

Zava, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir bleiben Europas größte Online-Arztpraxis und werden auch fest im gesetzlichen Gesundheitssystem verankert sein. Die Gesundheitsreise der Patientinnen und Patienten wird reibungslos zwischen digitalen und lokalen Angeboten wechseln.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhalten! Das ist das A und O. Sich nicht unterkriegen oder entmutigen zu lassen. Es gibt so viele Rückschläge, Durststrecken und immer wieder Gegenwind. Fragen, auf die man keine Antworten weiß. Ich versuche dann immer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Meine besten Mitarbeiter sind die, die passioniert sind und an der Sache dranbleiben, an den Erfolg glauben. ‚Persistence and drive’, wie die Engländer sagen. Wer etwas wirklich erreichen will, der schafft es auch.

Wir bedanken uns bei David Meinertz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Nicht lang quatschen, sondern machen

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Scoolio App Schüler Schulen Danny Roller

Scoolio kostenfreie App die Schüler und Schulen den Alltag erleichtert

Stellen Sie sich und das Startup Scoolio doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Danny Roller, 33 Jahre alt und komme aus Dresden. Im Herzen von Sachsen haben wir 2016 das Startup Scoolio gegründet – eine kostenfreie Schulapp, die Schülern und Schulen ihren Alltag erleichtern soll.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee zu Scoolio kam mir tatsächlich an einem Sonntagmorgen im Bett. Da habe ich mit Zettel und Stift alle Gedanken dann direkt festgehalten. Die Idee war: Warum nicht ein digitales Hausaufgabenheft und eine Community aufbauen, die sich auch wirklich auf die Bedürfnisse der Zielgruppe konzentriert. Mit meinen Erfahrungen, die ich mit dem Print-Kalender FuturePlan gesammelt habe, wusste ich, dass es Zeit ist, die digitale Transformation mitzubegleiten.

Welche Vision steckt hinter Scoolio?

Scoolio will Schüler erfolgreich machen! Wir wollen die Schüler auf ihrem ersten Bildungsweg begleiten und dabei erfolgreich mit Unternehmen sowie Hochschulen vernetzen. Der gelungene Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung oder das Studium ist für uns der Erfolg.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ganz ehrlich, direkt und gerade heraus: Es ist die größte Challenge neue Kunden zu einer Zusammenarbeit zu bewegen – Vertrieb ist kein Zuckerschlecken in Deutschland!

Scoolio ist VC-finanziert, aber das reicht bei weitem nicht aus, um hier ein großes Unternehmen hochzuziehen. Wir brauchen auch die Unterstützung durch die öffentliche Hand, weitere Fördermittel und natürlich Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, um unser Produkt langfristig zu skalieren. Entsprechend ist immer auch die Skalierung von unseren Produkten, Prozessen und Mitarbeitern eine Herausforderung.

Wer ist die Zielgruppe von Scoolio?

Wir begleiten vor allem Schüler auf dem ersten Bildungsweg an allgemeinbildenden Schulen. Die App kann in allen Schulklassen genutzt werden, wobei wir in der selbstständigen Organisation mit Scoolio vor allem Schüler im Alter von 12-18 Jahren sehen. Die webbasierte Cloudlösung Scoolio Box stellen wir Schulen und Lehrern ebenso kostenfrei zur Verfügung. Es vereinfacht den Datenaustausch zwischen den Schülern und Lehrkräften, insbesondere auch in den herausfordernden Zeiten von Homeschooling.

Wie funktioniert Scoolio? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Scoolio vereint für die Schüler das tägliche Organisationstool (Notenübersicht, Hausaufgaben, etc.) mit der beruflichen Orientierung. Dafür haben wir in unserem Futurespace unter anderem ein Jobgame integriert, in dem sich die Schüler über 550 Berufe informieren können. Der Gamification-Ansatz erleichtert es, sich mit der eigenen Persönlichkeit und den Vorstellungen für die weitere Laufbahn auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ermöglicht das Jobgame eine innovative Leadgenerierung, mit der wir Schüler und Unternehmen direkt matchen. Damit sind wir einzigartig auf dem Markt.

Für die Gen Z ist es zudem maßgeblich wichtig, sich in eigenen Interessengruppen zu organisieren, was wir über das Communitybuilding sehr gut aufgreifen. Insbesondere während der Herausforderung Homeschooling können wir den Schülern so soziale Kontakte ermöglichen.

Scoolio, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben ein klares Ziel mit Scoolio: Europas größte Schülercommunity 2025! Wir möchten mit unserer App noch mehr Schüler begeistern und somit die App auch in weiteren Ländern außerhalb des deutschsprachigen Raums zur Verfügung stellen. 

Ab Sommer 2021 werden wir mit einer weiteren App Scoolio auch für Eltern zur Verfügung stellen. Sei es der unkomplizierte Austausch von Vertretungsplänen mit den Kids oder die Vorschläge zu Ausbildungsmöglichkeiten für den Nachwuchs.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Geht so lange wie möglich euren eigenen Weg – Also ohne Fremdkapital. Es klingt platt, aber die VC-Welt ist nicht rosarot. Wenn der Markt die Bereitschaft zeigt, stärker über Umsatz zu laufen, dann ist Kapital von außen nicht notwendig. 

Und sonst: Nicht lang quatschen, sondern machen

Wir bedanken uns bei Danny Roller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Baue dein Netzwerk weiter aus

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Delphine Remy-Boutang JFD GEN France

Delphine Remy-Boutang CEO von the Bureau & JFD und Präsidentin vom Global Entrepreneurship Network (GEN) France im Interview

Bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor

Delphine Remy-Boutang: Ich bin Delphine Remy-Boutang, CEO von the Bureau & JFD und Präsidentin vom Global Entrepreneurship Network (GEN) France. Nachdem ich als Kommunikationsdirektorin im EMEA Raum und nachfolgend als Social Media Direktorin für IBM weltweit tätig war, gründete ich 2012 the Bureau, eine Kommunikationsgruppe, die für engagierte Kampagnen mit Einfluss steht. Im Jahr 2013 habe ich JFD mitgegründet, eine Organisation die Frauen ehrt und verbindet, welche die Welt durch Digitalisierung verändern. Durch verschiedene Aktionen in Europa und Afrika fördert JFD die Einbeziehung und gleichberechtigte Vertretung von Frauen im digitalen Unternehmertum und in digitalen Berufen.

2019 wurde ich zur Präsidentin des französischen Büros des GEN ernannt. GEN France ist Teil einer internationalen Initiative, die 2008 von der Kauffman Foundation ins Leben gerufen wurde, um ein globales Ökosystem von Unternehmern aufzubauen.

Ich gelte als Expertin für die Themen digitale Transformation von Unternehmen, digitale und strategische Kommunikation, weibliches Unternehmertum und die Vertretung von Frauen in der digitalen Welt. Regelmäßig werde ich zu öffentlichen Interventionen oder Anhörungen mit Abgeordneten und der Regierung hinzugezogen. Weiterhin bin ich Teil des Digital Board von Madame Valerie Pecresse, als Präsidentin der Région Ile-de-France und bin ebenso Mitglied des Amazon Future Engineer Advisory Committee. Kürzlich habe ich drei Vorschläge an die französische Regierung verteidigt, um die berufliche Gleichstellung zu beschleunigen und die Nudge-Technik einzusetzen, um schneller Ergebnisse zu erzielen: „Encourage and Enforce: The Winning Duo for Gender Equality“.

Bitte stellen Sie uns Ihr Unternehmen JFD vor

Delphine Remy-Boutang: JFD (Journée de la Femme Digitale) ist die führende internationale Bewegung zur Verbesserung der Darstellung von Frauen und Mädchen, die die Welt verändern. Seit 2013 inspirieren und ermutigen wir Frauen und Mädchen, sich zu trauen und innovativ zu sein. JFD mobilisiert aktiv und gezielt Wirtschaftsakteure und Medien als auch private und öffentliche Organisationen, um Frauen und Mädchen zu unterstützen, die im digitalen Bereich tätig sind. Wir dienen als Business Accelerator für Frauen und entwickeln Kampagnen, Events und Initiativen, um den Bedürfnissen einer inklusiven digitalen Welt gerecht zu werden. 

JFD hat die Bewegung der „White Shirts“ ins Leben gerufen, die zum Symbol für weibliches Unternehmertum und Intrapreneurship in Frankreich wurde. Anlass war ein Artikel über französische Startups in einem bekannten Magazin: Sie wählten 11 Männer in weißen Hemden und Jeans, um die Startup-Nation Frankreich zu porträtieren. JFD organisierte die Antwort, indem wir 13 weibliche Startup-Gründerinnen, ebenfalls in weißen Hemden und Jeans, zusammenbrachten, um die Unterrepräsentation von Frauen in der Szene in den Medien anzuprangern.

Der „White Shirts“-Bewegung folgte das JFD-Manifest für eine inklusive digitale Welt.

Mit dem JFD-Manifest rufen wir internationale Wirtschaftsakteure, Organisationen, Akademiker und Regierungen auf, jetzt zu handeln und sich Maßnahmen zu verpflichten, die die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern reduzieren. 

Unsere Kampagne für das Jahr 2020 lautete „2120: Nein, Parität wartet nicht!“ und folgt auf einen Bericht über die Geschlechterkluft des Weltwirtschaftsforum von 2020. In diesem wird davon ausgegangen, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Welt erst im Jahr 2120 erreicht sein würde. Die Kampagne hat es geschafft das Bewusstsein im öffentlichen Raum zu schärfen: Wir müssen jetzt handeln, um die Parität weit vor den angekündigten 100 Jahren zu erreichen.

Neben der Entwicklung von Kampagnen und Initiativen ist JFD auch ein Club: Der JFD Club ist ein Netzwerk von mehr als 400 einflussreichen Frauen. Wir sind in Paris (Frankreich) und seit 2019 in Libreville (Gabun) ansässig.

Jedes Jahr feiern wir Unternehmerinnen und Intrapreneurinnen in Europa und Afrika mit dem Les Margaret Awards und seit diesem Jahr feiern wir auch junge Mädchen mit der neuen Kategorie: Les Margaret Junior.

Können Sie uns und unseren Lesern etwas über die Les Margaret Awards erzählen?

Les Margaret Awards ist ein internationaler Preis mit 6 Kategorien: Entrepreneur Europa, Entrepreneur Afrika, Intrapreneur Europa, Intrapreneur Afrika, Junior Europa und Junior Afrika. 

Dies ist eine Hommage an Margaret Hamilton, die es Männern ermöglichte, auf dem Mond zu laufen, indem sie zum Apollo-Programm der NASA beitrug. Sie war eine der Pionierinnen in der IT Branche. 

Jedes Jahr ehren wir Frauen, und dieses Jahr werden wir zum ersten Mal junge Mädchen mit Les Margaret Junior feiern, unserer neuen Kategorie, die Mädchen zwischen 7 und 18 Jahren gewidmet ist. Dieser Preis steht unter der hohen Schirmherrschaft des französischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport. 

Die Jury-Beratungen fanden am 12. Februar 2021 in La Sorbonne mit Digital-Experten, Entscheidungsträgern und Journalisten statt. Am 8. März werden wir die Kreativität, den Mut und die Innovation von vier europäischen und afrikanischen Frauen und zwei Mädchen auszeichnen.  

Die 2021 Margaret-Preisträgerinnen profitieren von einer Reichweite in verschiedenen Medienkanälen von über einer Million, einem diversen Netzwerk und finanzieller Unterstützung (5.000 Euro für die Unternehmerinnen und 1.000 Euro Stipendium für die Juniorinnen). 

Mit der Hilfe unserer Partner erhalten die Preisträgerinnen für die Entwicklung ihrer Projekte Unterstützung der größten F&E-Labore der Welt, (EDF, Idemia, Dassault Systèmes, Groupe La Poste, Microsoft, Paypal, Total, …), bekommen Mentoren und können an Coaching-Workshops mit Führungskräften (Groupe La Poste, Microsoft, Total, Mastercard, PayPal…) teilnehmen und werden mit digitaler Ausrüstung von Crédit Agricole ausgestattet.  

Ein weiteres Projekt derzeit ist der Start unserer allerersten JFD Entrepreneurship Expedition in den USA und in Afrika, auf den Spuren von Margaret Hamilton.

Wer kann sich für die Les Margaret Awards bewerben?

Delphine Remy-Boutang: Gesucht wurden europäische und afrikanische Gründerinnen oder Mitgründerinnen innovativer Startups, Mitarbeiterinnen in Unternehmen, die in Absprache mit ihren Arbeitgebern digitale Projekte entwickelt haben und Mädchen zwischen 7 und 18 Jahren, die innovativ sind. Die Bewerbungsfrist endete am 8. Februar. 

Für die Junioren-Kategorie werden wir zwei Arten von Profilen berücksichtigen: die aufstrebende Unternehmerin, die eine Idee hat, die einem gesellschaftlichen Problem (Gesundheit, Umwelt, Bildung…) durch die Anwendung einer Technologie begegnet; und die Kreative, die an einem Softwareprogramm, einer App, einem Spiel gearbeitet hat oder eine Technologie (IA, 3D, IoT…) bei der Entwicklung eines Prototyps verwendet hat. Auf joinjfd.com können sich Frauen und Mädchen bewerben. 

Was ist die Vision hinter den Les Margaret Awards?

Wenn wir uns für einen Moment auf Europa konzentrieren, machen Frauen 52 % der Bevölkerung aus, haben aber nur 15 % der Tech-Jobs inne, obwohl die Europäische Kommission sagt, dass ein größerer Anteil von Frauen in der digitalen Welt das europäische BIP um 16 Milliarden Euro steigern würden. 

Mit den Les Margaret Awards wollen wir den Wachstum und den internationalen Einfluss von Frauen-geführten Startups und Unternehmensinitiativen unterstützen. Wir wollen ihnen helfen, der Welt zu helfen. 

Ziel der Erweiterung um Les Margaret Junior ist das Bereitstellen einer hervorragenden Plattform für junge Mädchen, die unsere Zukunft gestalten werden. Wir wollen zugängliche Vorbilder vermitteln und die technologischen Bereiche und Karrieren der digitalen Welt entmystifizieren, um das Talent und die Berufung von jungen Mädchen zu fördern. 

Bitte erzählen Sie uns etwas über die letzten Les Margaret Awards

Delphine Remy-Boutang: Unsere letzte Margaret Entrepreneur Europe war Aline Muylaert aus Belgien. Sie hat Wirtschaftsingenieurwesen in Brüssel studiert und als studentische Unternehmerin CitizenLab mitbegründet. CitizenLab ist eine E-Demokratie-Plattform, die es Regierungen ermöglicht, ihren Bürgern ein direktes Mitspracherecht bei den Themen zu geben, die ihnen wichtig sind. Heute wird die Bürgerbeteiligungsplattform von mehr als 200 Regierungen in 10 Ländern genutzt. Sie bringt lokale Demokratien in das digitale Zeitalter. 

Karen Vernet, die Entwicklungsleiterin beim E-Commerce Unternehmen Printemps.com, war unsere Margaret Intrapreneur Europe. Durch das Design und die Intrapreneur-Entwicklung von Printemps.com erweiterte sie ihre Fähigkeiten um den digitalen E-Commerce Bereich. Unter ihrem Vorstoß wurde Printemps.com im März 2020 mit einer bestimmten Vision von Luxusmodedesignern gegründet, die konsequent inklusiv, exklusiv und fürsorglich ist.

Unter unseren letzten Margarets haben wir auch Lucie Basch, Gründerin von Too Good To Go, Joséphine Goube, Gründerin von Techfugees, Roxanne Varza, Direktorin von Station F, usw. Ich habe jetzt nur ein paar erwähnt, aber Sie können alle unsere Margaret hier finden. 

Was denken Sie über die französische Startup-Szene?

Delphine Remy-Boutang: Die französische Startup-Szene ist sehr dynamisch. Das französische Ökosystem wird für Investoren immer attraktiver und mehr französische Startups erobern jetzt internationale Märkte. Trotz der Gesundheitskrise stellt 2020 einen neuen Rekord für Risikokapitalaktivitäten auf: 5,4 Mrd. € wurden von französischen Startups eingesammelt, ein Plus von 3 % im Vergleich zu 2019 (Quelle: Eldorado). Wir haben 10 Einhörner, die auf der globalen Bühne glänzen: Blablacar, Contentsquare, Dataiku, Doctolib, Kyriba, Ivalua, Meero, Mirakl, OVH, Voodoo. Aber es war festzustellen, dass keine Frau als Gründerin dazugehört oder als Mitgründerin in Sicht ist und das finden wir schade. 

Die Finanzierungslücke zwischen weiblichen und männlichen Unternehmern beträgt 1,4 Billionen Euro (Quelle: Global Invest Her). Aus diesem Grund denke ich, dass wir mehr tun sollten, um die Investitionen in weibliche und männliche Unternehmer auszugleichen. Bei dieser Verteilung und dem erheblichen Ungleichgewicht ist es unmöglich, den Erfolg und die Relevanz eines Startups anhand der erhaltenen Finanzierung zu bewerten.  

Es gibt einen Mangel an Vielfalt bei den Investmentfonds, der zu einem Mangel an Vielfalt bei den wachsenden Startups führt. Bei Investitionen geht es um Vertrauen. Ein 40-jähriger weißer Mann wird in einen 40-jährigen weißen Mann investieren. Man vertraut demjenigen, der so aussieht wie man selbst. 

Was tut die französische Regierung für die Startup-Szene?

Delphine Remy-Boutang: Im Jahr 2019 sagte Präsident Emmanuel Macron, dass er 5 Milliarden Euro für die Spätphasenfinanzierung bereitstellen würde, um im Jahr 2025 mindestens 25 Einhörner zu verzeichnen. Ein Ziel, das vor einigen Monaten von Cédric O, Staatssekretär für digitalen Wandel und elektronische Kommunikation, bekräftigt wurde. 

Unser Community-Partner, die French Tech Mission, ist eine Verwaltung unter der französischen Regierung, die sich um öffentliche Politik und Finanzierung sowie Marketing und Programmgestaltung kümmert, um das Wachstum der nationalen Startups zu unterstützen. Zu ihren Initiativen gehören French Tech for the Planet, das die Entwicklung von GreenTech-Startups in Frankreich und darüber hinaus beschleunigt… oder auch die F&E-Steuergutschriften, die die F&E-Aktivitäten von Unternehmen aller Größen und aus allen Branchen unterstützen.  

Auf dieser Ebene helfen auch wir der französischen Regierung, ihre ehrgeizigen Ziele mit unserer Diversity-Vision zu erreichen. Zum Beispiel mit den Les Margaret Awards und im weiteren Sinne die Initiativen von JFD (JFD Manifest, Vorschläge zur Verringerung arbeitsbedingter Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern…)

Welche 3 Tipps haben Sie für GründerInnen?

1. Niemals aufgeben! 

Xavier Dolan sagte einmal: „Alles ist möglich für diejenigen, die träumen, sich trauen, arbeiten und niemals aufgeben“. 

2. Finde die richtigen Leute, mit denen du dich umgeben möchtest, und die gleichen Werte vertreten. 

3. Baue dein Netzwerk weiter aus: Allein gehst du schnell, aber zusammen kommen wir weit. Ein afrikanisches Sprichwort! 

Wir bedanken uns bei Delphine Remy-Boutang für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sprecht über eure Ideen

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Protofy

Protofy Digitalisierung-as-a-service für die digitale Welt von morgen

Stellen Sie sich und Protofy doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Moritz, lebe in Hamburg, bin Ex-Leistungssportler und heute Gründer und Unternehmer. Ich habe gemeinsam mit meinem Team Protofy und STADTSALAT gegründet. Mit unserer Agentur Protofy wollen wir dafür sorgen, dass sich die Digitalisierung in Deutschland beschleunigt und damit unsere Gesellschaft zukunftsfähig machen.

Protofy ist die Essenz aus der Arbeitsweise erfolgreicher Startups. Um digitale Produkte und Geschäftsmodelle schnell und ressourcenfreundlich aufzuziehen, nutzen wir mit Protofy unsere Weiterentwicklung der „Lean Startup“-Methode. So brechen wir die Komplexität eines digitalen Geschäftsmodells auf einen einfachen und zeitsparenden Prozess herunter. Dabei fangen wir mit dem Kern-Mehrwert des Produkts, also einem minimalen Produktumfang an und erweitern das Produkt dann, nachdem es sich bewährt hat. So vermeiden wir das Risiko, am Bedürfnis der Zielgruppe unserer Kund*innen vorbei zu entwickeln. Aus unserer Erfahrung in hunderten Projekten schaffen wir so etwas wie eine “Wunderpille” zur digitalen Transformation. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Die Idee zu Protofy entstand, nachdem ich mit meinem ersten Unternehmen Feelgood gescheitert war. Wir waren zu langsam – nicht mutig, schnell an den Markt zu gehen. Wir haben uns im Elfenbeinturm verkünstelt. Bricht man das Produkt herunter und geht mit einem MVP an den Markt, wird dadurch das Risiko gesenkt, da man früher echtes Feedback und echte Daten seiner Zielgruppe bekommt. Mit STADTSALAT haben wir unsere Idee, das MVP in seiner reinsten Form, ausprobiert und waren erfolgreich. Das war unsere Inspiration, mit Protofy Digitalisierung-as-a-service anzubieten. Durch unsere Arbeitsweise bei Protofy können wir unseren Kund*innen eine gewisse technologische Freiheit ermöglichen.

Dazu kommt, dass es mir wichtig ist, für mich selbst den größtmöglichen Grad an Wachstum und Freiheit zu erreichen. Die eigene Gründung ist wohl das größte Maß der Verantwortung – für die Idee, für die Mitarbeiter*innen, für das Geschäft. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen, an denen ich wachsen darf. Gleichzeitig fühle ich mich frei in meinen Entscheidungen und habe die Möglichkeit, mein Umfeld selbst zu gestalten.

Welche Vision steckt hinter Protofy?

Wir wollen den Mittelstand digitalisieren. Ich habe für mich selbst ein resilientes Setting aufgebaut und alle Zügel in der Hand, um das zu ermöglichen, was ich erreichen will. Genau das wollen wir für die Kund*innen von Protofy. Wir entwickeln gemeinsam mit ihnen erfolgreiche digitale Lösungen für eine vielfältige Welt von morgen und zeigen ihnen, wie sie ihre Ziele erreichen können. Ich glaube daran, dass jedes Unternehmen in der digitalen Welt erfolgreich sein kann!

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wenn man auf meine Gründergeschichte schaut, gab es ja vorher schon Feelgood.  An dessen Ende stand eine Entscheidung: jetzt irgendwo anstellen lassen oder Unternehmer bleiben? Wir waren wie ein Phoenix, der aus der Asche aufersteht, haben das genutzt, was wir noch hatten: ein bisschen Geld und Tech-Know-how. Wir wollten aus unseren Fehlern lernen und zeigen, dass unsere neue Philosophie funktioniert. Also haben wir einen Prototypen für STADTSALAT gebaut und die Idee getestet. Mit ersten Agenturaufträgen bei Protofy haben wir das Ganze zu Beginn querfinanziert und gebootstrapped.

Nach einem Jahr haben wir STADTSALAT ausgegründet und mit unseren Investoren das Wachstum in Hamburg, Berlin und Frankfurt umgesetzt.

Protofy selbst ist aus dem eigenen Cashflow gewachsen. Wir haben heute etwa 30 Mitarbeiter*innen. Wenn man als Unternehmen wächst, gibt es aber natürlich immer wieder Herausforderungen. Wir haben zum Beispiel auch einmal eine echte Fehleinstellung gemacht, einen Mitarbeiter gehabt, der toxisch für unser Team war. Wir haben uns außerdem mal ein “Klumpenrisiko”, eine Abhängigkeit von einem großen Kunden, aufgebaut. Das ging nach hinten los. Wir haben daraus gelernt und uns sicherer aufgestellt.

Wer ist die Zielgruppe von Protofy?

Finanzierte Start-ups, die (noch) kein In-house-Tech-Team haben. Mittelständische Unternehmen, die sich digitalisieren. Große Unternehmen, die sich digital beschleunigen möchten.

Wie funktioniert Protofy genau, wie läuft eine Zusammenarbeit? Wo liegen die Vorteile?

Wenn sich ein*e Kund*in an uns wendet, dann durchleuchten wir gemeinsam die Idee von A-Z. Was für eine Idee ist es genau, wer ist die Zielgruppe, wie soll das Geschäftsmodell aussehen und für wann ist der Markteintritt geplant? Wir haben im Laufe der Zeit bestimmte, feststehende Erfolgsfaktoren ausgemacht, anhand derer wir das Potential einer Idee bewerten.

Wenn wir uns mit dem*der Kund*in einig sind, dass wir zusammenarbeiten, geht’s los: Wir erstellen ein Konzept und entwickeln einen Prototypen. Es erfolgt möglichst früh die erste Validierung mit der Zielgruppe. Danach lassen wir die Learnings, das direkte Feedback der Prototyp-Kund*innen, einfließen, entwickeln weiter und messen die Ergebnisse – build, measure, learn. Immer wieder. Erst wenn das Produkt auf soliden Beinen steht und vom Markt akzeptiert wird, skalieren wir es.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir ermutigen unsere Auftraggeber*innen, mit neuen Digitalprodukten früher in den Markt zu gehen. So früh, dass es unbequem ist. Wir glauben daran, dass dies die beste Form der Validierung mit der Zielgruppe ist.

Dadurch, dass wir früher im Markt sind, arbeiten wir 100 Prozent nutzerzentriert. Wir stellen User-Insights über alles, wirklich alles! Wir erheben Daten, an denen wir den Erfolg des Produktes messen können – und lernen dadurch, wo es noch nicht funktioniert und wo es verbessert werden kann. Entscheidungen, die getroffen werden, basieren bei uns nicht auf dem Bauchgefühl oder Geschmack von uns oder den Auftraggeber*innen, sondern auf diesen Daten.

Was macht Ihr Produkt und Ihren Ansatz so besonders?

Wir kennen die Methoden und Vorgehensweisen der erfolgreichsten Startups: von Lean-Startup-Strategien über Growth Hacking bis hin zu modernen Technologien. Wir haben diese in über 120 Digitalprojekten mit Unternehmen wie Die ZEIT Akademie, DEPOT, Siemens oder dem FC St. Pauli und in unserer erfolgreichen Ausgründung STADTSALAT angewendet. So sammeln wir Erfahrung in unterschiedlichsten Industrien und Branchen, können Annahmen bestätigen und rekombinieren. Wer mit Protofy arbeitet, profitiert von diesem Erfahrungsschatz. 

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Protofy ist von einer remote-möglich zu einer remote-first Company geworden. Tatsächlich wäre es für uns vor einem Jahr unvorstellbar gewesen, dass wir neue Kolleg*innen oder Auftraggeber*innen onboarden, teils ohne uns jemals live gesehen zu haben – aber das funktioniert. Muss ja! 

Dabei haben wir davon profitiert, dass wir schon vor Corona einen außergewöhnlichen Zusammenhalt im Team aufgebaut haben. Das aufrecht zu erhalten, ist für uns die Herausforderung dieser Zeit. Arbeiten können wir remote, aber das Aufbauen und Pflegen von Verbindungen ist schwieriger.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir waren glücklicherweise gut vorbereitet, hatten alle Tools und Spielregeln, die wir brauchten, um gut als Remote-Team arbeiten zu können. Wir haben bestehende Rituale ins Virtuelle übertragen: Virtual Drinks, Frühstücksrunde, Lunch Dates unter Kolleg*innen, aber auch All-hands-Meetings mit Pizza, jede*r dann eben zu Hause. Selbst unsere Weihnachtsfeier hat remote super funktioniert.

Was wir gelernt haben: Nicht jedes Format ist für jede*n was. Man stellt sich auf einen neuen Tagesablauf ein, sodass es für viele zu unterschiedlichen Zeiten des Tages passt oder eben manchmal auch nicht passt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise ist eine Chance für die Digitalisierung. Viele Unternehmen erkennen den Druck, ihre Geschäftsmodelle verändern zu müssen. So ist die Corona-Krise der vielzitierte Beschleuniger für den digitalen Wandel, den unsere Wirtschaft in den letzten Jahren verschlafen hat. Was ich aber wirklich sehe: Unternehmen sind mutiger geworden, neue Dinge  auszuprobieren, ohne sich zu verkünsteln. Ich spüre einen extremen Aufbruchswillen.

Für uns als Digitalisierer ist das eine große Chance – wir können und möchten Unternehmen bei diesen Schritten unterstützen. Einer unserer Kunden sagte letztens, dass wir eine Art “Wunderpille” für die Digitalisierung seien. Daran glauben wir!

Protofy, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sammeln Erfolgsmodelle und lernen aus Misserfolgen. Protofy und die Nutzerzentrierung sind letztlich eine sehr wissenschaftliche Vorgehensweisen. Ich möchte da hin, dass wir nicht nur ein Erfolgsrezept, sondern eine Erfolgsgarantie für Digitalisierung werden. Mir hat das Wort “Wunderpille” gefallen. Das sollte genau unser Ziel sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das wichtigste meiner Meinung nach: Sprecht über eure Ideen. Sammelt Feedback. Habt keine Angst, dass eure Idee geklaut wird. Der Austausch macht euch stärker, nicht angreifbarer.

Konzentriert euch auf den einen Kern-Mehrwert eures Produkts. Was ist es, das euch wirklich erforderlich und unersetzbar macht? Realisiert diesen Aspekt, nicht die anderen 100 Punkte eurer Vision. Das hilft euch, früher in den Markt zu gehen.

Und zuletzt: seid mutig. Traut euch, früh raus zu gehen. Früher als es euch bequem ist. Man muss sich eigentlich noch für die Idee schämen, dann ist es früh genug. Wenn ich mir heute “Version 1” von STADTSALAT anschaue, ist das so rudimentär, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass jemand dort etwas bestellt. Hat aber geklappt! (grinst)

Wir bedanken uns bei Moritz Mann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wenn du nicht gesehen wirst, weiß auch keiner, dass es dich gibt

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Voltfang verwertet gebrauchte Elektroautobatterien in Batteriespeicher

Voltfang verwertet gebrauchte Elektroautobatterien in Batteriespeicher

Stellen Sie sich und das Startup Voltfang doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind ein Aachener Startup, welches gebrauchte Elektroautobatterien in Batteriespeichern weiterverwendet. Wir bieten nachhaltige Stromspeicher für den stationären Gebrauch zuhause oder im Unternehmen an. Damit können die wiederaufbereiteten Batterien verschiedener Hersteller in einem Komplettsystem den von Photovoltaikanlagen produzierten Strom zum zeitversetzten Verbrauch speichern.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Es sind mehrere Gründe gewesen, die zusammengekommen sind. Zunächst einmal, haben wir uns gefragt, was überhaupt mit den gebrauchten Elektroautobatterien passiert. Als wir erfahren haben, dass die größtenteils entsorgt werden, wollten wir an dieser Tatsache etwas ändern. Wir wollten nicht auf die Politik warten müssen, um Klimathemen anzupacken, sondern glauben, dass wir durch Innovation und Motivation unseren Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten können.

Welche Vision steckt hinter Voltfang?

Die Marktdurchdringung der Elektromobilität ist im vollen Gange. Immer mehr Hersteller produzieren eine Vielzahl an Elektrofahrzeugen. Generell unterstützen wir natürlich die Elektromobilität, wollen jedoch auch auf die ganzheitliche Umweltverträglichkeit ein Augenmerk legen. Die reine Produktion, vor allem die der Traktionsbatterien, ist nun einmal nicht sonderlich ressourcenschonend. Mit Voltfang wollen wir genau hier ansetzen und die Lebensdauer der Batterie deutlich erweitern und damit den ökologischen Fußabdruck reduzieren. Zum einen verbessern wir damit die Nachhaltigkeit in der Mobilitätsbranche und zum anderen ermöglichen wir dem Endkunden den Erwerb eines nachhaltigen Speichers.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die rechtliche Lage rund um das Thema 2nd Life ist noch nicht vollständig erneuert worden. Deswegen nehmen wir momentan die Gesetzte von anderen Ländern und projizieren das auf deutsches Recht. Außerdem ist die Zertifizierung noch im Gange, aber diese werden wir auch bis April beenden können. Bisher haben wir alles selbst finanziert, aber möchten im April unsere erste Finanzierung starten.

Wer ist die Zielgruppe von Voltfang?

Im Allgemeinen richtet sich Voltfang an alle Kunden, die auf Nachhaltigkeit und Umwelt Wert legen, jedoch kann der Batteriespeicher von allen Interessenten genutzt werden//Doppelt gemoppelt?. Grundsätzlich wird zwischen 2 Zielgruppen unterschieden. Einerseits kann der Voltfang-Batteriespeicher in gewerblichen Anwendungen in Unternehmen mit hohen Stromverbräuchen und hohen Lastspitzen seine Vorteile klar ausspielen. Der Voltfang stellt zu Zeiten hoher Lastspitzen Energie zur Verfügung und kann diese somit abfangen. Durch diese sogenannte Lastspitzenkappung können hohe Strompreise eingespart werden. Zudem ist der Voltfang in der Heimvariante ebenso für Privatanwender gedacht. Hier kann der von einer PV-Anlage produzierte Strom tagsüber erzeugt, gespeichert und beispielsweise abends oder nachts zur Eigenverbrauchsoptimierung genutzt werden. Dadurch kann man als Solaranlagenbetreiber auf die unrentable Einspeisevergütung verzichten und die eigene Autarkie erhöhen. Überdies dient der Voltfang als Notstromaggregat bei Stromausfällen und gewährleistet auch dann eine Weiterversorgung des Haushaltes.

Wie funktioniert Voltfang? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Natürlich liegt der erste Unterschied in der Nachhaltigkeit des Voltfang. Während andere Hersteller und auch die Automobilhersteller Konfliktmaterialien abbauen, um die Batterien zu produzieren, setzen wir auf die Kreislaufwirtschaft. Dieser Punkt wird vor allem noch dadurch verstärkt, dass es derzeit kein flächendeckenden Recycling-Konzept der gebrauchten Elektroautobatterien gibt, sodass ein Großteil der Batterien einfach entsorgt werden. An diesem Punkt setzt Voltfang an und gibt den Batterien einen 2nd-Life Use-Case, der die Lebenszeit der Batterien mehr als verdoppeln soll. Dabei bieten wir durch die Volltfang Batterieflat einen Service an, der garantiert, dass man die nächsten Jahre immer eine bestimme Restkapazität verfügbar hat. Das ist vergleichbar mit Ihrem Handy: bei unserem Service würden wir den Akku immer dann austauschen, wenn die Batterie aufgrund von natürlichen Kapazitätsverlusten zu schnell entlädt. 

Voltfang, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Verkauf des Voltfang ist für uns nur der erste Schritt in unserer Vision. Auf lange Sicht wollen wir die Energiewende unterstützen. Aktuell besteht das Problem, dass in Deutschland produzierter Strom aus erneuerbaren Energien ungenutzt bleibt, da nicht ausreichend Speichermöglichkeiten und Transportkapazitäten zur Verfügung stehen. Der Voltfang soll dafür Stabilität in Form von Primärregelleistung garantieren und erneuerbaren Strom speichern. Dazu werden alle in Betrieb genommene Voltfang-Einheiten in einem virtuellen Kraftwerk miteinander vernetzt und die Energie intelligent verteilt, sodass bei einer Nachfrage die Energie aus einem Speicher stammt, der im Moment nicht benötigt wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Niemals von Rückschlägen demotivieren lassen, Gründer*innen sollten sich eher auf möglichen Erfolg freuen

Wenn du nicht gesehen wirst, weiß auch keiner, dass es dich gibt

Glück ist, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft – Seneca

Wir bedanken uns bei Afshin, David und Roman für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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