Freitag, Februar 13, 2026
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Eine Lösung für ein bestehendes Problem finden

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Julep Podcasts

Julep Vermarktung, Produktion und Distribution von Podcasts

Stellen Sie sich und das Startup Julep doch kurz unseren Lesern vor!

Julep ist eine 360°-Plattform für die Vermarktung, Produktion und Distribution von Podcasts. Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, dass jeder Podcaster mit seinen Inhalten Geld durch Werbung verdienen kann (Julep Media). Zudem produzieren wir Podcasts (Julep Studios), und hosten und distribuieren diese (Julep Hosting). Inzwischen sind wir ein Team von rund 15 Leuten, verteilt auf die beiden Standorte München und Berlin. Fast alle von uns haben bereits sehr viel Erfahrung in anderen Firmen wie ProSiebenSat.1, Studio71, Yahoo, Vice Media und MySpace sammeln können. Wir wissen also, wovon wir im Medienbereich sprechen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir eine Marktlücke gesehen haben, die wir schließen wollten. Es gibt mehrere Tausend Podcasts im Markt, manche Schätzungen liegen bei 20.000. Jedoch gab es bislang in Deutschland keine etablierten Möglichkeiten für Werbetreibende, übergreifend Podcasts als Werbemedium zu nutzen. Das Potenzial ist enorm. Im Vergleich zu den USA hinken wir in Deutschland drei bis vier Jahre hinterher.

Welche Vision steckt hinter Julep?

Wir wollen den Podcast-Markt revolutionieren. Und Podcastern die Option eröffnen, für ihre Arbeit angemessen entlohnt zu werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Von der Idee bis zum Start vergingen gerade einmal vier Monate. Kaum waren wir auf dem Markt, kam die Corona-Krise. Diese haben wir ganz gut meistern können, auch wenn wir natürlich, wie jedes andere Medienunternehmen, mit den Konsequenzen der Pandemie zu kämpfen haben. Gleichwohl sind wir in vielen Bereichen schneller gewachsen als erwartet. In den letzten Monaten haben wir vier Eigenproduktionen an den Start gebracht und eine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Als neue Kapitalgeber konnten wir unter anderem Jan Möllendorf und Claus Schuster von Defacto X, den ehemaligen Axel-Springer-Vorstand Andreas Wiele sowie Feliks Eyser, Birger Veit und Marcus Prosch als Privat-Investoren gewinnen. Insgesamt wurde durch die Gründer, das Management und die Seed-Runde bereits ein siebenstelliger Betrag in Julep investiert. 

Wer ist die Zielgruppe von Julep?

Werbetreibende und Mediaagenturen auf der einen Seite und Podcaster auf der anderen. Die erste Resonanz ist ausgesprochen positiv – von Podcastern und Werbetreibenden gleichermaßen. Mehr als 140 Podcaster mit mehr als 11.000 Episoden haben wir bereits an Bord. Unsere vermarktbare Reichweite liegt bei rund sechs Millionen Streams im Monat. Zu den Werbekunden gehören Unternehmen wie Sonos, Deezer, WaipuTV, Shape Republic, Braineffect oder Readly.

Wie funktioniert Julep? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das ist für alle drei Marken unterschiedlich. Julep Media ist ein B2B-Angebot mit einem Marktplatz, der plattformübergreifend funktioniert. Unsere Podcaster können auf allen Distributionsplattformen stattfinden und darüber Reichweite generieren. Wir sorgen dann dafür, dass sie heruntergeladen beziehungswiese die gestreamten Podcasts mit Werbeintegrationen versehen werden. Julep Studios steht für projektbasierte Produktionsaufträge und Julep Hosting für verschiedene Leistungen wie Hosting, Analytics und Distribution von Podcast-Episoden, für die wir eine monatliche Gebühr erhalten.

Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist, dass wir mit unseren drei Marken Julep Media, Julep Studios und Julep Hosting der einzige deutsche „Podcast Player“, sind, der alle Bereiche im Podcast-Marketing aus einer Hand anbietet. 

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Um ehrlich zu sein: Gar nicht. New Work, Home-Office und flexible Arbeitsmodelle waren für uns schon vor Corona eine Selbstverständlichkeit. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Corona-Krise hat die Entwicklung der Podcast-Nutzung sicher beschleunigt. Denn die Menschen hatten mehr Zeit und Muße, sich durch Podcasts inspirieren zu lassen. Einmal auf den Geschmack gekommen, wird sich daran sicher nichts ändern. Denn der große Vorteil von Podcasts ist, dass man sie überall konsumieren kann.

Die Menschen hören mehr Podcasts denn je. Laut einer Studie von Bitkom hat in 2019 jeder vierte Deutsche regelmäßig Podcasts gehört. Diese Zahl dürfte inzwischen deutlich höher liegen. Von dieser Entwicklung profitieren alle Marktteilnehmer. 

Julep, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir stehen am Anfang einer spannenden Reise. In den kommenden 12 Monaten wollen wir mehr als 1000 Podcastern auf unserer Plattform eine Heimat bieten und damit die Möglichkeit, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Unser Ziel ist es, im gleichen Zeitraum als führender 360° Podcast Marketing-Anbieter in Deutschland etabliert zu sein. In fünf Jahren werden wir auch in weiteren Märkten im europäischen und nicht-europäischen Ausland aktiv sein und würden uns freuen, spätestens dann erneut mit StartupValley zu sprechen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Eine Lösung für ein bestehendes Problem zu finden, ist immer noch das erfolgreichste Konzept für eine Neugründung.
  2. Einfach mal loslegen, nicht in Details verlieren. 
  3. Stellt euch ein komplementäres Team zusammen. Das bringt die besten Ergebnisse.

Wir bedanken uns bei Steffen Hopf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Glaube an dich und deine Idee

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Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Stellen Sie sich und das Startup Essento Insect Food doch kurz unseren Lesern vor!

Essento ist der Europäische Pionier für innovative Lebensmittel basierend auf Insekten. Seit 2013 widmen wir uns dem kulinarischen Potential von Insekten und bieten damit eine alternative und sinnvolle Proteinquelle. Wir entwickeln, produzieren in-house in unserer Zürcher Manufaktur und vermarkten Spezialitäten aus essbaren Insekten für den Einzelhandel, die Gastronomie und über den Onlineshop. Insekten sind ein zukunftsgerichtetes, genussvolles Lebensmittel und ergänzen unseren Speiseplan auf sinnvolle Weise. Die Vorteile Entotarier* wird der Bevölkerung immer klarer. Es gibt aber immer noch Hemmungen in den Köpfen abzubauen, damit allen klar wird wie “lecker” und “gesund” Insekten sind.

Unsere Mission besteht auch darin zu zeigen, dass solche Produkte wirklich lecker sind. Darum engagieren wir uns auch sehr für die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung und organisieren Degustationen, Kochkurse, Workshops, Teamevents und haben das zweifach ausgezeichnete Insektenkochbuch “Grillen, Heuschrecken & Co.” herausgebracht.

* Entotarier*in ist jemand, der auch Insekten isst.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Mich beschäftigt schon lange die Fragen, ob der Status-Quo unseres Konsumverhaltens der richtige Weg ist, um gesund und in Einklang mit unserer Umwelt zu leben und ob wir damit auch die wachsende Bevölkerung nahrhaft und ökologisch vertretbar langfristig ernähren können.

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Ich habe Insekten auf Reisen in Südamerika bereits als Lebensmittel kennengelernt und probiert, echt lecker! Zurück in der Schweiz wunderte ich mich, warum wir in Europa keine Insekten essen und ein wenig nachgeforscht. Dabei habe ich festgestellt, dass die Zucht von Insekten im Vergleich zu andere tierischen Proteinquellen um ein Vielfaches ressourceneffizienter und nachhaltiger sein kann. Insekten können zum Beispiel mit sog. «Food Waste» gefüttert werden, brauchen fast kein Wasser und Platz und stossen so gut wie keine Treibhaugase aus. Ein zweiter grosser Vorteil von Insekten sind ihre Nährwerte. Sie sind ein absolutes «Superfood», enthalten sie unter anderem doch 40-60% Protein (im getrockneten Zustand), viel Vitamin B12, Eisen und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

Darum habe ich Essento gegründet mit dem Ziel, Insekten hierzulande als alternativen Proteinlieferanten bekannt zu machen. Doch: Bis 2017 war es in der Schweiz noch verboten Insekten als Lebensmittel zu verkaufen! Wir konnten das ändern und sind jetzt in beim grössten Retail der Schweiz mir mehreren Produkten gelistet und beliefern seit kurzem auch die Burgerkette Hans im Glück in Deutschland.

Welche Vision steckt hinter Essento?

Unsere Vision ist es mit Insektenfood eine nachhaltige & ausgewogene Ernährung für alle sicherzustellen, heute und in Zukunft – dafür engagieren wir uns seit 2013. Lebensmittel aus essbaren Insekten sind gut für uns und gut für unseren Planeten. Darum haben wir die Insekten Food Revolution gestartet, damit Insekten als leckere Proteinquelle auch in Europa anerkannt werden! Als Food Pionier setzen wir uns Tag für Tag dafür ein, leckere, proteinreiche und sinnvolle Innovationen auf den Teller zu bringen, lokal produziert in unserer Zürcher Manufaktur mit rein natürlichen und ehrlichen Zutaten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Neben dem Aufbau des Unternehmens ging es allem voran darum, die Gesetzesgrundlage zu schaffen, um Insekten überhaupt als Lebensmittel anbieten zu dürfen. Dank geschickter und tatkräftiger Überzeugungsarbeit gelang es schliesslich, dass Insekten als Lebensmittel zugelassen wurden – ein wichtiger Meilenstein auf unserer Reise und für den Konsum von Insekten in Europa. Finanziert haben wir uns anfangs über Eigenkapital, Startup-Förderprogramme und strategische Investoren.

Wer ist die Zielgruppe von Essento?

Alle Personen, die sich sinnvoll ernähren möchten. Viele Personen, die bewusst Fleisch konsumieren (sog. «Flexitarier»), sind offen auch Insekten zu essen. Und wir kennen einige Personen, die sich aus ökologischen Gründen vegan oder vegetarisch ernähren und ab und an zu Insekten greifen, aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe.

Welche Produkte haben Sie im Portfolio? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir bieten ein breites Produktsortiment von unsichtbar verarbeiteten Insekten bis zu den Ganzen an, um verschiedenen Möglichkeiten zu bieten um die köstliche Welt essbarer Insekten kennenzulernen.

Essento innovative Lebensmittel basierend auf Insekten

Wir bieten alles aus einer Hand: Ganzen, ungewürzten Insekten zum Selberkochen, Proteinriegel, gewürzten Snacks und auch Convenience Produkte, wie unsere Bio-Insektenburgern.

Unsere USPs: Wir sind seit 2013 dabei und kennen den Markt und die Herausforderungen sehr gut. Dadurch dass wir alle Produkte selbst entwickeln und produzieren können wir einfach und schnell auf das Feedback unserer Kunden reagieren und sind stets dran unsre Produkte zu verbessern und auch neue Produktideen zu testen und umzusetzen.

Wie ist das Feedback?

Sehr positiv. Als wir 2017 mit zwei Produkten im Einzelhandel starteten waren wir regelmässig ausverkauft. Das war überwältigend! Auch auf Events, bei denen viele zum ersten Mal Insekten probieren, sind diejenigen, die ihre mentale Blockade überwinden, sehr überrascht über den unerwartet guten Geschmack. Die Anzahl derer, die regelmässig Insekten essen steigt und steigt, das motiviert und zeigt, das wir auf dem richtigen Weg sind.

Essento, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir rechnen fest damit, dass sich Insektenfood mehr und mehr in Europa etablieren wird, auch wenn viele nicht daran glauben. Bei Sushi hat die Akzeptanz damals rund 20 Jahre gedauert. Wir setzten uns tagtäglich dafür ein, dass es bei Insekten einiges schneller geht und sind sehr zuversichtlich. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Glaube an dich und deine Idee / Vision
  • Versammle ein motiviertes Team um dich mit dem gleichen Mindset
  • Dranbleiben

Titelbild: Bildquelle Zürich-Tourismus

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Christian Bärtsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

An sich selbst und die eigenen Ideen glauben

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SABINNA Modelabel Nachhaltigkeit Storytelling Innovation

SABINNA Modelabel steht vor allem für Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation

Stellen Sie sich und das Startup SABINNA doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Sabinna Rachimova und ich bin Gründerin des Modelabels SABINNA, öffentliche Rednerin für Fashtech-Themen, female empowerment und Nachhaltigkeit sowie Dozentin an der University of Arts London. Das Unternehmen SABINNA (instagram.com/sabinna_com/) steht vor allem für Nachhaltigkeit, Storytelling und Innovation. Wir bieten nachhaltige Produkte sowie Events, Workshops und Webinars an. Unser Ziel ist es Menschen miteinander zu vernetzen, ihnen das Konzept eines nachhaltigen Lebens näher zu bringen und ihnen zeitgleich hochwertige Modeprodukte zu bieten. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Meine Großmutter hat mir als Kind beigebracht, wie man näht, häkelt und strickt. Schon damals wollte ich meine Zukunft mit dieser Art von Handwerk verbinden. Erst später habe ich verstanden, dass Mode eine ganze Branche ist, bestehend aus komplexen Konstrukten und Konzepten. Meinen ersten Sommerjob hatte ich mit 14 und seitdem habe ich alles Mögliche in der Modebranche gemacht – unzählige Jobs, manche waren spannend, andere wiederum weniger. Ich habe dann auch Modedesign an der renommierten Central Saint Martins studiert und in dieser Zeit ist mit bewusst geworden wie viel in der Modewelt falsch läuft. Wenig bis keine Transparenz, wenig Inklusivität und beinahe keine Gleichberechtigung. Ich habe SABINNA gegründet, um die Modebranche zu challengen und zu zeigen, dass es auch anders geht.

Was war bei der Gründung von SABINNA die größte Herausforderung?

Es ist schwierig nur eine Sache herauszuheben, denn es gab definitiv mehr als nur eine Herausforderung. Einerseits die Finanzierung, dann noch die Skalierung und vor allem die richtigen Menschen zu finden, die nicht nur an die Idee glauben, sondern auch bereit sind diese mitzugestalten. Ich habe die Gründung auch definitiv unterschätzt, hatte keinen Business background und musste mich viel durch ‚ trial and errors‘-Situationen durcharbeiten. Aber es war jede Sekunde wert und ich bin nach wie vor sehr zufrieden, dass ich diesen Schritt gewagt habe. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Meiner Meinung nach ja. Man sollte es sogar. Denn was ist schon perfekt? Ich unterrichte auch an der Universität und arbeite viel mit Student/innen, die sich auf Entrepreneurship fokussieren. Ich sehe oft, wie der Wunsch zur Gründung da ist aber geglaubt wird, dass man auf diesen einen perfekten Moment warten muss. Diesen gibt es aber nicht. Man muss es einfach wagen und natürlich bereit sein die Konsequenzen für diese Entscheidung zu tragen.

Welche Vision steckt hinter SABINNA?

SABINNA challenged die Modebranche, hinterfragt existierende Konzepte und fokussiert sich auf Nachhaltigkeit, die nicht beim Produkt endet. Wir wollen mit unserem Konzept zeigen, dass lokale Produktion, digitale Innovation, ein Fokus auf die Community und Transparenz die zukunftsweisenden Aspekte unserer Branche sind. 

SABINNA Modelabel Nachhaltigkeit Storytelling Innovation

Wer ist die Zielgruppe von SABINNA?

Unsere Zielgruppe sind natürlich vor allem Frauen – uns ist es wichtig, dass wir uns nicht zu sehr auf eine bestimmte Altersgruppe fokussieren und stattdessen ein breiteres Publikum erreichen können. Wir Frauen werden immer emanzipierter, wir wollen immer weniger gelabelt werden und distanzieren uns bewusst von den klassischen Rollen, die uns die Gesellschaft vorschreibt. So wird auch das Kundenprofil vielfältiger und man kann nicht wie einst Produkte kreieren, die nur eine kleine Gruppe an Frauen ansprechen. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Es ist vor allem die Kombination aus nachhaltigen Produkten, online experiences und einem bildenden Denkansatz die SABINNA zu dem macht was es ist. Unsere Kunden wissen, dass man bei uns mehr als nur nachhaltige Produkte bekommt und schätzen das sehr.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir mussten schnell handeln und unsere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auf die Probe stellen. Als Modelabel mit einem Fokus auf nachhaltige Kleidung sowie Events und Workshops traf uns die Krise sehr. Alle unsere Events und Workshops mussten abgesagt werden und auch der Verkauf von Kleidung nahm drastisch ab.
Als erstes haben wir alle unsere Workshops digitalisiert und online auf unsere Webseite gestellt.

Außerdem haben wir begonnen DIY kits für zu Hause anzubieten. Wir haben auch unsere Social Media und Newsletter Inhalte angepasst. Wir wollten ein Ort sein, an den man sich zurückzieht, wenn einem alles zu viel wird. Und wir haben bewusst auf positive Nachrichten gesetzt und wollten unseren Kunden und unserer Community in dieser Krise so gut wie möglich beistehen. Wir haben auch einen Podcast (CONNECTING PEOPLE) – dieser ist im Moment besonders gefragt. Wir wollen diese Zeit auch nutzen, um neue Kollaborationen aufzubauen. Und wir sind alle betroffen und sollten jetzt zusammenrücken und uns gegenseitig helfen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube der Satz ‚desperation breads innovation‘ ist recht passend in diesem Zusammenhang. In Krisensituation ist man gezwungen Optionen in Betracht zu ziehen, die vorher weniger relevant waren. Man denkt in neuen Mustern und man muss ein gewisses Risiko eingehen. All das bringt auch Chancen mit. Wir können alle wahnsinnig viel aus dieser Situation lernen – aus unternehmerischer sowie auch als menschlicher Sicht. Als Unternehmerin muss ich flexibel und innovativ denken können. Mein Team und ich nutzen diese Zeit, um tägliche Abläufe zu verbessern, unser digitales Angebot auszuweiten und natürlich die Vorteile der digitalen Kommunikation zu nutzen. Ich bin davon überzeugt, dass nach dieser Krise Geschäftsmodelle vielfältiger werden und viele Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten sowie ein vermehrtes Home Office Angebot anbieten werden.

SABINNA, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Weg geht in die Zukunft! Und diese Zukunft soll bitte nachhaltiger, stabiler und inklusiver sein. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass ich meinen Drive weiterhin beibehalte und nie aufhöre nach neuen Konzepten und Optimierungen des Mode-Konstrukts zu suchen. Ich sehe mich auf jeden Fall auch in 5 Jahren in dieser Branche, weiterhin Fragen stellend, weiterhin mittendrin im Geschehen. Mal sehen ob ich recht habe. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Wir müssen uns von der Illusion verabschieden, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur wirklich möchte. Die Realität ist, dass gesellschaftliche Strukturen und die daraus entstehenden Benachteiligungen von gewissen Gesellschaftsgruppen dazu führen, dass man von vornherein bereits nicht nach denselben Regeln spielt. Deshalb bin ich auch immer sehr vorsichtig mit Tipps. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es sich immer auszahlt an sich selbst und die eigenen Ideen zu glauben, dass absolut nichts eine one-woman oder one-man show ist und man früher oder später Hilfe brauchen wird. Und dass harte Arbeit manchmal trotzdem nicht ausreicht, um die eigenen Visionen zu verwirklichen. Aber nichts ist jemals umsonst oder verschwendete Zeit. Und wenn man den Fokus auf den Weg legt anstatt auf das Ziel, wird man als Gründer/in mehr von der Erfahrung haben. 

Bild: Sabinna Rachimova photo by Marc Sethi

Wir bedanken uns bei Sabinna Rachimova für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Produkte so schnell wie möglich testen

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Büffel Bill Gourmet Produkte aus dem Fleisch vom Wasserbüffel

Stellen Sie sich und das Startup Büffel Bill doch kurz unseren Lesern vor!

Die Idee Büffel Bill zu gründen entstand, nachdem wir einen Zeitungsartikel über den Umgang mit männlichen Büffeln in der Mozzarella-Produktion gelesen haben. Da sie keine Milch geben, wurden sie entweder unter moralisch fragwürdigen Bedingungen aufgezogen oder sogar entsorgt. Für uns stand fest, dass es auch anders gehen muss und man diesem sanftmütigen Tier sein Schicksal ersparen kann. Unser Wunsch war es, einen Beitrag zu nachhaltigem und ethischem Fleischkonsum zu leisten, so dass der Kunde das Fleisch vom Wasserbüffel kennenlernt und wertzuschätzen weiß. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir sind beide immer schon sehr lebensmittelaffin gewesen. Ich, Martin Jaser, bin in einer Metzgersfamilie aufgewachsen und habe somit schon immer einen besonderen Bezug zu Fleisch gehabt. Die Anerkennung für das Produkt ist leider durch das Angebot in Discountern und die Massentierhaltung gesunken. Das wollen wir ändern. Manuel Ruess ist von uns beiden derjenige, der die Gastronomie in- und auswendig kennt und mit viel Liebe und Leidenschaft dahinter steht. Er weiß, was es heißt, für den Gast ein Erlebnis von der Küche bis zum Tisch zu kreieren. Manuel und ich sind schon lange befreundet. Die Idee, an der Produktion von Büffelmozzarella und -fleisch etwas zu ändern, lässt sich mit unseren beruflichen und privaten Interessen super verbinden. 

Welche Vision steckt hinter Büffel Bill?

Unsere Vision ist es, den Konsumenten an einen bewussten Fleischgenuss heranzuführen. Wir versuchen, in der Produktion weitestgehend auf Abfälle zu verzichten und verfolgen das sogenannte „Nose-to-tail“-Prinzip. Wir sprechen ungerne von Edelstücken, denn in unseren Augen ist jedes Stück Fleisch gleichwertig, man muss nur wissen, wie man es zubereitet. Was viele nicht wissen ist, dass nur 4 kg von den insgesamt 400 kg Fleisch des Büffels Filetstücke sind. Wir haben uns der Herausforderung angenommen, die Stücke, die beispielsweise auf Grund ihres intramuskulären Fettgehaltes keine Filets sind, in andere Premium-Produkte zu verarbeiten. So entstanden unter anderem Produkte, wie unser Büffel Jerky. In die Entwicklung haben wir drei Jahre harte Arbeit gesteckt, um dem Produkt und seinen Anforderungen gerecht zu werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ein Beispiel für eine größere Herausforderung ist es, dem Kunden die Garantie zu geben, dass alle Cuts einer bestimmten Sorte immer gleich groß sind. Der Gast und Kunde erwartet natürlich ein gleichbleibendes Niveau, welches wir sicherstellen müssen. Hier hatten wir von Beginn an tolle gastronomische Partner an unserer Seite, die uns mit ihrem Fachwissen während der Anfangsphase unterstützt haben. Das heißt natürlich auch, dass wir viel Geld in Forschung stecken mussten.

Wie lange und unter welchem Umständen muss das Fleisch reifen? Wie werden die Tiere am Besten gefüttert? Und wie ist es möglich, dass Tier möglichst leidfrei zu schlachten? Welches Stück eignet sich für welche Zubereitung? Wir haben ganz klein mit einem Kühlschrank und einer Kühltruhe angefangen und sind mit unseren Büffelburgern auf Festivals und Veranstaltungen gegangen. So konnten wir einen schnellen Cash-Flow generieren und dieses Geld wieder einsetzen, um unsere Produkte weiter zu optimieren. Heute beliefern wir 850 Gastro-Partner und sind zu einem 14-Mann Unternehmen herangewachsen. 

Wer ist die Zielgruppe von Büffel Bill?

Wir bedienen drei Zielgruppen, welche sich auch in ihren Interessen ergänzen. Zum Einen sind da die Genussmenschen, Genießer und Gourmets. Sowohl in Privathaushalten als auch in der gehobenen Gastronomie konnten wir Köche und Gäste schnell vom feinen Geschmack des Büffelfleischs überzeugen. Zum Anderen bedienen wir Kunden, die großen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit (nachhaltiges Fleisch) legen. Sie unterstützen unseren Appell, auf Massentierhaltung zu verzichten und essen lieber weniger Fleisch, dafür Gutes. Zudem bemerken wir auch, dass immer mehr Sportler auf unsere Produkte zurückgreifen. Büffelfleisch ist sehr proteinreich, reich an Omega-3 und vereint quasi die Vorteile von Rind und Geflügel. All unsere Kunden vereint der hohe Qualitätsanspruch an sich und die Produkte, die sie essen. Sie wissen den Preis eines guten Stück Fleisches zu schätzen und sind bereit diesen auch zu bezahlen. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Besondere an Büffelfleisch sind die sehr guten Nährwerte. Das Fleisch hat sehr wenig intramuskuläres Fett. Der saftige Geschmack liegt im Fleisch und wird nicht über einen Fettrand abgegeben. Durch eine gute Fütterung wird der Geschmack noch intensiver. Die Tiere stehen freilaufend auf großen Weiden und ernähren sich ausschließlich von Gras und Kräutern. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch für die Tiere besonders verträglich und gesund. 

Wir haben uns auf den Wasserbüffel spezialisiert, um so mit geballtem Wissen das Beste Ergebnis zu erzielen. Wir schätzen sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Tiere, arbeiten nach dem Nose-To-Tail-Prinzip, um Produktionsabfälle zu vermeiden und sind konstant dabei, uns nachhaltig weiterzuentwickeln. So schaffen wir es, uns durch einen unvergleichlichen Produktstandard zu den Mitbewerbern abzugrenzen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir hatten tatsächlich Glück im Unglück. Wir haben vorher einen Großteil unserer Umsätze durch die Gastronomie und Events eingefahren. Das wurde natürlich eingestellt, aber die Platzierung dort war eine gute Werbung für Foodies, die nun Kunden in unserem Online-Shop sind. Dieser ist geradezu explodiert und auch, nachdem jetzt die ersten Lockerungen stattfinden, halten sich die Käufe hier sehr gut. Aus guten Umsätzen konnten wir sehr gute Umsätze machen. Wir nutzen die aktuelle Zeit, um weitere Bereiche, wie Metzgereien und den Einzelhandel mit unseren Premium-Produkten abzudecken. Wir haben also versucht die Nachteile durch Corona in Vorteile für Büffel Bill umzuwandeln.

Ein tolles Projekt, welches uns sehr viel Spaß gemacht hat und bei dem wir auch noch echt viel gelernt haben, ist das Gourmet-Menü für zuhause in Zusammenarbeit mit unseren Gastro-Partner Benjamin Maerz. Der logistische Aufwand war immens, wir haben die Zutaten an Benny geschickt, wo sie dann zubereitet und wieder abgeholt wurden. Die fertigen Menüs haben wir dann an die Kunden geschickt, die es dann ganz schnell zuhause erwärmen und anrichten konnten – das Ganze natürlich auf Sterne-Niveau. Die Kooperation wiederum war sowohl für Benny als auch für uns eine tolle Werbung, um neue Kunden und Partner zu gewinnen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Durch die neuen Bereiche, die wir bedienen, mussten wir unsere Lagerstrukturen anpassen. Wir hatten ab sofort weniger große Gastro-Bestellungen, sondern mussten umstellen auf viele kleine Privat-Bestellungen. Wir haben eine neue Software entwickelt, diese muss noch weiter optimiert werden, damit wir noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren können. Die Bedürfnisse der Kunden haben sich durch die Corona-Zeit ja auch geändert und das war für ein Anlass, Convenience-Produkte zu entwickeln und diesen einen frischen Wind zu verleihen. Wir haben mit einem lokalen Metzger eine Sauce Bolognese kreiert, weitere Produkte sind schon in Planung. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Krisen sind ja immer eine Chance, neue Prozesse anzupassen. Wir konnten neue Ideen etablieren, neue Produkte entwickeln und haben so neue Kunden an unseren Online-Shop gebunden. Das ist unsere Chance weiter zu wachsen, zu lernen und uns stetig weiterzuentwickeln. 

Büffel Bill, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Natürlich werden wir uns immer weiter entwickeln und das gesamte Sortiment ausbauen. Es sind weitere Menüs geplant, Weihnachten steht ja auch bereits wieder vor der Tür. Der Trend zu nachhaltigem Fleischkonsum ist auf dem Besten Weg, da sind wir uns sicher, und die Nachfrage nach qualitativen Produkten in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Unser Ziel in den nächsten 5 Jahren ist es, Büffelfleisch als Delikatesse zu etablieren. Wir arbeiten stark auf die Akzeptanz der Kunden hin und dass Büffelfleisch so bekannt und beliebt wird wie Rind und Geflügel. Natürlich ist es uns ein großes Anliegen unsere nachhaltige Produktion noch besser zu machen. Das Team wächst, wir haben tolle Partner, eine großartige Produktpalette und können uns voll auf die Ausrichtung auf den Kunden konzentrieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Eigentlich können wir es auf zwei Tipps herunterbrechen. Versucht, eure Produkte so schnell, wie möglich zu testen und probiert so lange, bis sie zu 100% euren Vorstellungen, Erwartungen und Ansprüchen genügen. Und zweitens: lasst euch nicht unterkriegen. Gründer müssen bereit sein, verschiedene Wege zu gehen, manchmal sind es Umwege, aber das zu erreichende Ziel am Ende ist umso schöner. Dafür lohnt sich jeder Meter, den man gegangen ist. 

Wir bedanken uns bei Manuel Ruess und Martin Jaser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Homepage-Baukästen für Startups – ein Vergleich

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Homepage-Baukästen für Startups

Die eigene Homepage zu erstellen, markiert einen wichtigen Schritt im Gründungsprozess. Die Firmen-Page macht Unternehmen erst greifbar für Menschen, die sich im digitalen Raum über Produkte, Dienstleistungen oder die Firma selbst informieren möchten. Sie ermöglicht aber auch potenziellen Kunden, mit dem Betrieb in Kontakt zu kommen, ohne dass diese dessen Namen oder Geschäftskonzept kennen. Wenn der Kunde beispielsweise über eine Suchmaschine nach einem bestimmten Produkt sucht und dabei auf die Firmen-Homepage stößt, bedeutet das einen großen Vorteil. Die eigene Website verstärkt also allgemein die Präsenz eines Unternehmens – speziell im digitalen Raum – und ermöglicht es, Online-Marketing zu betreiben

Eine Homepage selbst zu erstellen, gestaltet sich allerdings mitunter schwierig, da es Gründern oft an Know-how in diesem Bereich fehlt. Heutzutage gibt es allerdings glücklicherweise eine Vielzahl von Tools in Form von Homepage-Baukästen, die Laien Hilfestellung leisten. Solche bestechen durch eine ganze Reihe von Vorteilen, die sie Usern bieten: 

  • Einfache Bedienung
  • Umfangreiche Design-Vorlagen 
  • Nach Branchen vorgefertigte Seiten, Texte und Fotos
  • Die Erstellung einer Website selbst dauert nur wenige Minuten
  • Keinerlei Vorkenntnisse erforderlich
  • Automatische Datensicherung

Startups können also enorm profitieren, wenn sie einen entsprechenden Provider nutzen. 

Bevor man einen Anbieter auswählt, sollte man sich allerdings einen Überblick über die verschiedenen Baukästen verschaffen. In Funktionsweise und -umfang unterscheiden diese sich nämlich mitunter stark. Im Folgenden finden Interessierte daher eine Liste, die Stärken sowie Schwächen einiger Hosting-Provider zusammenfasst. 

Anbieter für Homepage-Baukästen: 

WIX: 

Im Mittelpunkt von WIX stehen extrem geschmackvolle und vielseitige Designs, die Unternehmen in vielen verschiedenen Branchen ansprechen sollen. Rund 300 kostenlose Vorlagen für Fotografie, Restaurants etc. bietet der Provider an. Gleichzeitig gehört das Programm zu den einfachsten, benutzerfreundlichsten Website-Baukästen. Der Editor funktioniert komplett über „Drag and Drop“ und ist absolut intuitiv zu bedienen. WIX verfügt außerdem über einen eigenen Online-Shop-Bereich mit mehreren Zahlungsoptionen. 

Ein Nachteil ist allerdings, dass die Versand- sowie Steueroptionen begrenzt sind und der eCommerce-Bereich nicht sämtliche EU-Vorschriften erfüllt. WIX ist daher in erster Linie für kleinere Unternehmen interessant, die innerhalb der Grenzen des Binnenmarktes agieren. Für die Software verlangt WIX 4 bis 20 Euro pro Monat. 

GoDaddy: 

Der Anbieter GoDaddy ist besonders für Anfänger geeignet. Ein umfassender Assistent unterstützt User beim ersten Erstellen der Website. Neben einer Sparte fürs Shared Webhosting offeriert dieser Anbieter eine separate Produktlinie zum Business-Hosting. Diese Angebote sind speziell auf den Bereich E-Commerce und Online-Marketing zugeschnitten. Privatnutzer sollten allerdings die herkömmlichen Shared-Webhosting-Pakete nutzen, mit denen man einfache Webseiten und Blogs einrichten kann. Für Firmen, die die Business-Pakete verwenden, fallen mitunter Kosten von über 200 Euro pro Jahr an – dieser Anbieter ist also vergleichsweise teuer, dafür verfügen die Pakete aber über einen großen Funktionsumfang. 

Jimdo: 

Jimdo gehört zu den größten deutschen Homepage-Baukästen. Es ist extrem leicht zu bedienen und bietet eine große Bandbreite von ansprechenden Designs, die sich allerdings nicht ganz so flexibel an variierende Branchen oder Professionen anpassen lassen, wie etwa bei WIX. Dank mobiler App kann man dafür allerdings auch unterwegs mit dem Programm arbeiten. Außerdem verfügt es über mehrere SEO-Optionen, eine integrierte Blogging-Funktion sowie einen Online-Shop. Zu haben ist Jimdo für 4 bis 20 Euro im Monat. 

Eine Alternative zu herkömmlichen Homepage-Baukästen bilden CMS-Systeme wie WordPress, die Benutzern viele Arbeitsschritte abnehmen, die im Laufe der Arbeiten an der Website anfallen. Solche sind also in erster Linie für Menschen geeignet, die sich nicht direkt mit dem Erstellen und Verwalten der Website befassen möchten. Beim Finden des geeigneten Systems kann ein Webhoster mit fundiertem Fachwissen unterstützen

Letztlich müssen Startups selbst bestimmen, welcher Provider sich am besten für sie eignet, indem sie ihre individuellen Bedürfnisse ausloten. 

Insbesondere in der Anfangsphase der Gründung sollte allerdings im Vordergrund stehen, eine schnelle Lösung zu finden. Schließlich kann man nie früh genug anfangen, Präsenz im digitalen Raum zu zeigen. 

Autor: Simon Riedel

Nach dem Abschluss seines Grafikdesign-Studiums in Berlin arbeitete Simon Riedel als freiberuflicher Webdesigner und -entwickler. Hier sammelte er über die Jahre einiges an Erfahrung, weshalb er sich 2012 dazu entschied auch im redaktionellen Bereich mitzuwirken. Seitdem arbeitet er als Autor, berät zusätzlich Unternehmen und Selbstständige zu verschiedenen Webthemen und steht Ihnen bei der Entwicklung des eigenen Onlineauftritts zur Seite.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Netzwerk aufbauen

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Promateur Fußball Manager Amateurfußball

Promateur Online Fußball Manager für den Amateurfußball 

Stellen Sie sich und das Startup Promateur doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, wir sind Hendrik, Uwe, Tobi und Stefan und wir haben gemeinsam das Startup Promateur gegründet. Promateur ist ein Online Fußball Manager für den Amateurfußball, welcher auf den realen Ereignissen der Amateurligen basiert. Es ist also das Comunio für die Kreisliga. Mit Promateur machen wir einfache Amateure zu den Stars in den Amateurligen. Jeder Amateurfußballer wird individuell für seine sportliche Leistung bewertet und kann somit das Spiel aktiv beeinflussen. Als Kreisligamanager kann man außerdem sein Wissen innerhalb seiner Liga unter Beweis stellen. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als kleine Jungs träumten wir, wie fast jeder Junge, davon einmal Fußballprofi zu werden. Wir haben es jedoch nie höher als bis zur Bezirksliga geschafft und sind schließlich alle Amateure geblieben. 

Wir fanden jedoch, dass wir den Profis in Sachen Leidenschaft und Herzblut in nichts nachstehen. Im Gegenteil: Wir Amateurfußballer sind es doch, die mit zerrissenen Stutzen, viel zu kleinen kurzen Hosen und immer den falschen Trikotgrössen voller Stolz auf dem Platz stehen und alles für unsere Mannschaft geben. 

Und weil wir der Meinung sind, dass das mehr Anerkennung verdient hat, haben wir Promateur entwickelt. Einen Online Fussball Manager, nur für uns Amateure. Es ist nicht nur ein Online Game, sondern eine Bühne, auf der jeder Amateurfußballer seine Leistung und Leidenschaft zeigen kann.

Welche Vision steckt hinter Promateur?

Wir möchten allen deutschen Amateurfußballern und dem gesamten deutschen Amateurfußball mehr Respekt und Anerkennung zukommen lassen. Schließlich bilden die Amateure die Basis für den Profifußball. Wir wollen das sich jeder Amateur durch unsere App wie ein Profi fühlen kann, da er zur Hauptfigur eines Online Games wird. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finanziert haben wir uns komplett selbst, also 100% Bootstrapping. 

Von der Idee bis zur Gründung lief erst einmal alles wie geplant: Wir hatten schnell das perfekte Team mit allen nötigen Fähigkeiten gefunden: Tobi kümmerte sich um Vertrieb und Finanzen und ich fokussierte mich auf Marketing und Kommunikation. Zusammen besprachen wir alle strategischen Entscheidungen. Uwe und Hendrik sind zwei unglaublich talentierte Entwickler, welche direkt loslegten und den ersten MVP programmierten. Das User-Feedback für unseren MVP in einer Testliga in unserer Heimat Ostfriesland war gigantisch. Deshalb beschlossen wir die App weiteren Ligen zur Verfügung zu stellen. Wir tippten bis dato jedoch alle Fußball-Daten bis spät Sonntagsnachts per Hand in die App ein. Für mehrere Ligen wäre das unmöglich gewesen, also musste eine automatische Schnittstelle zu einem der großen Datenlieferanten für Fussballdaten her. Frag mal als kleines Startup, welches noch nicht mal gegründet hat bei den Big Playern an und bitte sie um deren Daten. No Chance. 

Einige Zeit später flogen Tobi und ich im Rahmen einer Studiums-Exkursion in das Silicon Valley (San Francisco, USA). Und wie der Zufall es so wollte lernten wir jemanden kennen, der uns die erste Tür öffnen konnte. Seitdem beziehen wir unsere Daten aus offizieller Hand.

Wer ist die Zielgruppe von Promateur?

Unsere Zielgruppe sind Amateurfußballer, männlich, 14-45 Jahre.

Wie funktioniert Promateur? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Promateur funktioniert so: Als erstes gründet man eine Managerliga, um mit Freunden oder Fremden innerhalb dieser Liga zu spielen. Dann erhält man eine zufällige Mannschaft aus echten Amateurfußballern und etwas Budget für den Transfermarkt. Dort kann man nämlich Spieler kaufen und verkaufen, um seine bestmögliche Start-11 aufzustellen. Je nach dem wie gut oder schlecht diese Spieler dann in der Realität spielen, bekomme ich als Manager Punkte. Und jeder Fußballer erhält individuell Punkte für jeden Spieltag und entwickelt somit seinen Marktwert. 

Die User können so vielmehr über ihre „local heroes“ erfahren und die einzelnen Spieler sowie sich selbst genauer analysieren. 

Promateur Fußball Manager Amateurfußball

Es gibt viele Anbieter in Bereich Online Fußball Manager, aber lediglich für den Profifußball – wir sind die einzigen im Amateurbereich. Um die Amateure objektiv bewerten zu können haben wir einen einzigartigen Algorithmus entwickelt. Damit werden alle zugrundeliegenden Daten miteinander in Relation gebracht und jeder Spieler individuell analysiert und bewertet. Dieser Algorithmus bildet übrigens das Herzstück von Promateur. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Wir sind gerade an den Start gegangen, da kam Corona und der fussballerische Spielbetrieb ruhte. Das war für uns natürlich eine große Herausforderung. Aber dadurch, dass der Transfermarkt unabhängig vom Spielbetrieb ist, konnten wir viele aktive User in der App behalten. Nichs desto trotz sind die wiederkehrenden User sichtlich zurückgegangen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben den USP, dass wir unsere User trotz der spielfreien Zeit aktiv in der App behalten genutzt, um in der Branche strategische Kooperationsgespräche aufzunehmen. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden wir recht bald verkünden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

In dieser Krise kommt es mehr denn je auf die Entrepreneure an, denn nun heißt kreative Lösungen zu finden, um aus seinem Nachteil einen Vorteil zu machen.

Promateur, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Als erstes wollen wir Promateur jedem deutschen Amateurfussballer zur Verfügung stellen können. Dazu müssen wir natürlich jede Amateurliga bis in die unterste Kreisliga mit aufnehmen. Das wird die nächste Herausforderung. In 5 Jahren hat nicht nur jeder deutsche Amateurkicker unsere App auf dem Smartphone, sondern ganz Fußball-Europa.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Einfach machen! Nicht lange alles zerdenken, sondern schnell aus den Quark kommen, raus gehen und seine Idee z.B. mit einem MVP validieren.

2. Netzwerk aufbauen! Es ist so wichtig ein gutes Netzwerk zu haben. 

3. Gründe im Team! Was uns sehr geholfen hat: Wir waren zu viert. Ängste aber auch Erfolge werden geteilt. Entscheidungen werden diskutiert und durchlaufen immer mehrere Köpfe. Ganz nach dem Zitat: „If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together.” 

Wir bedanken uns bei Stefan Sunken, Hendrik Zimmermann, Uwe Kettler, Tobias Reinhardt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Geduld haben

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Fixando Online Portal Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen

Fixando Online Portal Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen

Stellen Sie sich und das Startup Fixando doch kurz unseren Lesern vor! 

Fixando, ist ein Online Portal für die einfache Suche und Vermittlung von lokalen Dienstleistungen, quasi die Gelben Seiten 2.0. Unsere Kunden finden über die Fixando Webseite oder die Fixando App Dienstleister aus 1200 verschiedenen Kategorien – vom Fotografen, über den DJ und den Personal Trainer bis hin zum Handwerker ist da wirklich alles dabei. Umgekehrt sind wir für diese Freiberufler, Selbstständigen und Kleinunternehmer ein effektives Werkzeug, um neue Kunden und Aufträge zu akquirieren und ihren Webauftritt zu optimieren.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Tatsächlich ist Fixando nicht das erste Unternehmen, das wir mit unserem Team gegründet haben. Insgesamt verfügen wir alle über mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich Online Kleinanzeigen. Wir haben uns diesen Markt dann nochmal genauer angesehen und in der Vermittlung von Dienstleistungen eine gewisse Marktlücke entdeckt. Denn für den Kauf und Verkauf von physischen Produkten – egal ob neu oder gebraucht – gibt es viele Plattformen. Für Services aber eben noch nicht so viele. Und da kommt Fixando dann ins Spiel!

Welche Vision steckt hinter Fixando?

Fixando möchte es für Kunden und Servicedienstleister so einfach wie möglich machen ins Geschäft zu kommen. Unsere Kunden können mit wenigen Klicks einen Dienstleister beauftragen. Und zwar nicht irgendeinen, sondern einen absoluten Experten in seinem Gebiet und das natürlich zu einem fairen Preis. Da kommt dann zum Beispiel unsere Bewertungsfunktion, mit der jeder Kunde seinen Dienstleister nach Abschluss der Arbeiten bewerten kann, ins Spiel. 

Das gleiche gilt letztlich auch für unsere Dienstleister. Auch diesen möchten wir es so einfach wie möglich machen neue Kunden und Aufträge zu gewinnen, sowie einen Überblick über verfügbare Auftrräge zu erhalten. Gerade bei Handwerkern gibt es zum Beispiel viele Topleute, absolute Experten auf ihrem Gebiet. Aber beim Thema Marketing und insbesondere Online Marketing tun sich diese Menschen dann doch oft schwer. Genau da setzen wir an. Fixando bietet dieser Zielgruppe auf einfache Weise einen Online Auftritt und versorgt sie mit neuen Aufträgen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben uns bisher aus eigenen Mitteln der Gründer finanziert, sowie natürlich aus den regelmäßigen Umsatzeinnahmen.

Wer ist die Zielgruppe von Fixando?

Unsere Auftraggeber sind alle Privatleute und Unternehmen, die eine Dienstleistung benötigen. Auf der anderen Seite zählen zu unseren Dienstleistern vor allem Selbstständige und Freiberufler, aber auch kleine und mittelständische Betriebe. In Deutschland gab es in 2019 alleine 1,43 Mio Selbstständige – da sprechen wir also schon über eine ziemlich große Zielgruppe.

Wie funktioniert Fixando? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Alles geht los in dem ein Kunde, also der Auftraggeber, eine Dienstleistungsanfrage bei uns einstellt. Das geht ganz einfach, indem er oder sie einen kurzen Fragebogen ausfüllt. Damit erheben wir alle notwendigen Informationen, die der Dienstleister für die Abagbe seines Angebots benötigt. Anschließend senden wir diese Anfrage an alle Dienstleister, die aufgrund ihrer Kenntnisse, ihrem Berufsbereich und ihrem Standort für den Auftrag in Frage kommen. Für den Auftraggeber ist das alles kostenlos.

Unsere Dienstleister können sich die Anfrage dann in allen Details dann ebenfalls kostenfrei ansehen. Wenn die Anfrage dann wirklich gut passt und der Dienstleister ein Angebot abgeben möchte, kann er das dann gegen eine geringe Gebühr tun und er erhält sofort die bestätigten Kontaktdaten des Kunden.

Viele andere Plattformen verwenden hier ein Abomodell oder verlangen eine Provision vom Auftragsvolumen. Das alles tun wir bei Fixando nicht. Und damit der Kunde das Angebot der Dienstleister auch wahrnehmen kann und jeder Dienstleister eine realistische Chance hat den Auftrag zu gewinnen, dürfen pro Anfrage auch immer nur max. 5 Angebote abgegeben werden.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Unsere Dienstleister haben den Lockdown natürlich schon zu spüren bekommen. Mit der Schließung der Fitnessstudios waren zum Beispiel unsere Fitness Trainer von heute auf morgen ohne Arbeit. Wir haben dann mit unseren Partnern zusammengearbeitet, um innovative Lösungen für die von der Krise besonders betroffenen Bereiche zu finden.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Zunächst haben wir unsere Dienstleister und Auftraggeber dazu aufgerufen innovativ zu denken. Manche Dienstleistungen können zum Beispiel auch als Remote Service über das Telefon oder per Skype oder Zoom Telefonat durchgeführt werden. 

Außerdem ermöglichen wir jetzt jedem Dienstleister sich als „sicher“ zu kennzeichnen. Das kann er dann tun, wenn er sich an gewisse Hygienevorschriften in der Zusammenarbeit mit seinen Kunden hält, also zum Beispiel eine Maske trägt und sich regelmäßig die Hände desinfiziert. 

Darüber hinaus haben wir ein paar Features etabliert mit denen der Dienstleister seine Arbeitsabläufe noch effizienter gestalten kann. Das beinhaltet zum Beispiel eine Kalenderfunktion und die Möglichkeit direkt mit dem Auftraggeber per Whatsapp in Kontakt zu treten.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir denken, dass sich unsere Gesellschaft nun noch schneller ins digitale Zeitalter weiter entwickeln wird. Durch Corona arbeiten viel mehr Menschen und viel mehr Betriebe virtuell zusammen – und wir sehen es funktioniert. Deshalb sehen wir die Krise durchaus als Chance für unser Unternehmen, denn die immer mehr Menschen werden immer mehr online machen wollen. Und dann gucken sie bei der verstopften Wasserleitung eben nicht mehr in die Gelben Seiten, sondern beauftragen gleich online einen Experten – zum Beispiel über Fixando.

Fixando, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es weiterhin das Beauftragen von lokalen Dienstleistern so einfach und so transparent wie möglich zu gestalten. Wir sind da auf einem guten Weg, aber es gibt da noch einige Features, die wir aufbauen möchten. 

Außerdem wollen wir international weiter wachsen. Aktuell sind wir außerhalb der DACH-Region insbesonderen noch auf der iberischen Halbinsel, also in Spanien und Portugal aktiv. Weitere Länder stehen aber schon in den Startlöchern – diese Schnelligkeit ist eben das schöne bei einem skalierbaren Business! 

Insgesamt wollen wir uns einer Referenz, also einer Institution für das Suchen von lokalen Services entwickeln. Vor 10, 20 Jahren griff jeder zu den Gelben Seiten, wenn er einen Experten gesucht hat. Und da wollen wir irgendwann auch hin – Fixando als die Gelben Seiten des 21. Jahrhunderts.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster Tipp lautet: Habt Geduld! Ein Internet Start-Up wird nicht über Nacht groß. Es braucht 5-7 Jahre bis man sich in einem Markt richtig etabliert hat. Also seht zu, dass ihr die notwendige Geduld und die entsprechenden finanziellen Mittel habt um diesen Zeitraum zu überbrücken.

Außerdem sollte eurer Gründerteam divers sein. Es bringt nichts ein Team aus 5 Entwicklern zu haben. Gleichzeitig ist es aber auch Quatsch, wenn sich 5 BWLer zusammen tun, von denen keiner ein technisches Grundwissen hat. Jedes Unternehmen braucht verschiedene Fähigkeiten. Davon könnt ihr euch natürlich einige zukaufen oder Experten einstellen, aber es ist immer gut mit einem Team aus verschiedenen Leuten an den Start zu gehen.

Die Entwicklung eures Produkts und der Aufbau eines Kundenstamms sollte immer im Mittelpunkt stehen. Ich habe schon Firmen gesehen, die immer nur von einem Investment aufs nächste hin gearbeitet haben, dabei aber völlig den Fokus auf die Entwicklung ihres Produkts und das Zufriedenstellen ihrer Kunden verloren haben. Deshalb – passt auf das euch das nicht passiert.

Wir bedanken uns bei Miguel Mascarenhas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Diversität im Unternehmen ist immer eine Stärke

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Stellen Sie sich und das Startup Taxando doch kurz unseren Lesern vor!

Maciej Wawrzyniak und ich haben 2017 das FinTech Taxando zusammen gegründet. Taxando ist eine Steuer-App, mit der Nutzer vollständig digital in rund 15 Minuten ihre Steuererklärung per App erstellen und an das Finanzamt übermitteln lassen können.  Zudem ist die App auf Deutsch, Polnisch, Englisch und Russisch verfügbar, eine türkische Version ist ebenfalls geplant. Wer zusätzliche Beratung benötigt, dem steht ein Steuerberater zur Seite. Er überprüft die Steuererklärung, schlägt zusätzliche Steuerabzüge vor und vertritt den Kunden komplett gegenüber dem Finanzamt. Eine Besonderheit ist, dass für Expats bzw. deren noch im Ausland lebende Partner*innen auch Angaben von ausländischem Einkommen möglich sind.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Der Ausgangspunkt war natürlich die Erkenntnis, wie schwierig und vor allem aufwendig es für viele Menschen ist, ihre Steuererklärung zu erledigen. Wir sahen allerdings zusätzlich eine Marktlücke in den besonderen Bedürfnissen, von beispielsweise Expats, die bisher so nicht wahrgenommen wurden. Also haben wir die Initiative in die Hand genommen, um den Prozess der Steuererklärung für alle einfacher und schneller zu machen. 

Welche Vision steckt hinter Taxando?

Unser Ziel ist es, Steuererklärungen für alle, inklusive in Deutschland lebende Ausländer sowie Expats, einfach und schnell zu gestalten. Wenn schon deutsche Muttersprachler an manchen Formulierungen und Angaben scheitern, so gestaltet sich diese Aufgabe für Menschen, die keine Muttersprachler sind, noch schwieriger. Unsere App ist daher auch in drei weiteren Sprachen verfügbar. Dabei haben wir allerdings nicht auf eine automatische, sondern auf eine professionelle Übersetzung gesetzt. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Vor uns gingen bereits mehrere Anbieter von Steuer-Apps an den Markt und konnten sich dementsprechend etablieren. Wir haben zwar eine Marktlücke erkannt, die nun zu den USPs unseres Startups zählt, dennoch ist es ein langer Weg vom Erkennen des eigenen Mehrwerts bis hin zur zufriedenstellenden Umsetzung für uns und unsere Kunden.

Bisher haben wir uns über Eigenkapital und durch Einnahmen aus dem B2B-Geschäft, digitale Lösungen für Steuerkanzleien für Expats in Polen, finanziert. Ende 2018 und 2019 hat die EURO-TAX.pl AG Anteile an Taxando gekauft. Die EURO-TAX.pl AG in Polen und in anderen Ländern Europas ist eine der führenden Steuerkanzleien für im Ausland Beschäftigte. Damit haben wir einen professionellen Partner gewonnen sowie sein wertvolles Wissen.

Wer ist die Zielgruppe von Taxando?

Alle Arbeitnehmer*innen in Deutschland, die steuerpflichtig sind und ihre Steuererklärung abgeben müssen bzw. wollen, sind Zielgruppe für Taxando. Da die App auch ausländische Einnahmen berechnen kann, richten wir uns auch an ebenso englisch-, polnisch- und russisch-sprachige Expats Natürlich wollen wir auch Selbständigen, wie bspw. Freelancern sowie kleinen Gewerbetreibenden, unsere Lösung anbieten und arbeiten derzeit daran, dies zu ermöglichen – sowohl im Self-Service als auch mit Unterstützung eines Steuerberaters.

Wie funktioniert Taxando? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die App erstellt automatisch mittels eines Fotos der Lohnsteuerbescheinigung die Steuererklärung und führt den Nutzer durch weitere Fragen und Formalitäten. Innerhalb von 15 Minuten ist der Prozess der Steuererklärung zu 100 Prozent digital abgeschlossen. Direkt im Anschluss berechnet Taxandos Steuerrechner die zu erwartende Steuerrückzahlung. Mit unserem Premiumpaket übermitteln wir die Steuererklärung online ans Finanzamt für eine einmalige Gebühr. Mit der kostenlosen Basisversion erstellen Nutzer die Erklärung auch vollständig online, schicken diese aber selbst per Post an das Finanzamt und haben keine Möglichkeit, Werbungskosten geltend zu machen. 

Ein weiterer, besonderer Aspekt – neben der Erklärung von ausländischem Einkommen sowie der Sprachenvielfalt – unserer App ist die Möglichkeit, einen Steuerberater hinzuzuziehen. In dem Paket STEUER++ ist eine persönliche Beratung zu komplexen Sachverhalten enthalten. Darauf sind wir besonders stolz.

Taxando – wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Markt und somit auch das Potential für Taxando ist mit circa 45 Millionen Steuerzahlern sehr groß. Wir möchten uns langfristig auf diesem Markt als der Experte für einfache, schnelle und digitale Steuererklärungen in Deutschland beweisen. Zudem arbeiten wir fortlaufend an sprachlichen Erweiterungen unserer App, um diese möglichst vielen Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache beherrschen, zugänglich zu machen. Zudem möchten wir zukünftig den Dienst von Steuerberatern mehr einbinden bzw. noch weiter ausbauen, so dass unsere Kunden zumindest ihre steuerlichen Sorgen komplett dem Berater überlassen können. Durch den automatisierten Prozess der Online-Beratung können wir unseren Klienten einen vergleichsweise niedrigen Preis für diese professionelle Hilfe anbieten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Diversität im Unternehmen ist immer eine Stärke. Dadurch findet ein steter Perspektivenwechsel statt und ihr könnt über eure eigene Brille hinaus blicken. Davon wird letztendlich auch euer Produkt profitieren. Fördert also von Anfang an die Diversität in euren Startups.

Zudem solltet ihr euch stets fragen, ob ihr die Bedürfnisse der Kunden im Blick habt. Schließlich ist das Ziel, das Leben eurer Nutzer, auf welche Weise auch immer, einfacher zu machen. Daher würde ich die Extrameile gehen und mir kontinuierlich Feedback holen.

Nicht zuletzt müssen sowohl Gründer*innen als auch gestandene Unternehmer*innen den Markt im Blick behalten und schauen, welche Wege die Konkurrenz einschlägt. Man kann viel von den Wettbewerbern lernen. Das heißt aber nicht, dass diese nachgeahmt werden sollten. Startups sollten vielmehr innovative Wege gehen, um sich durch Besonderheiten von der Masse abzusetzen.

Wir bedanken uns bei Maciej Tadeusz Szewczyk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Umgebt Euch mit den richtigen Menschen

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Quite Quiet nachhaltiges Schmucklabel: Schmuck aus Fairtrade zertifiziertem Gold und laborgezüchteten Edelsteinen

Quite Quiet nachhaltiges Schmucklabel: Schmuck aus Fairtrade zertifiziertem Gold und laborgezüchteten Edelsteinen

Stellen Sie sich und das Startup Quite Quiet doch kurz unseren Lesern vor!

Quite Quiet ist ein nachhaltiges Schmucklabel mit Sitz in Berlin, mit einem designfokussierten und nachhaltigen Ansatz, und das erste deutsche Schmucklabel, das von Anfang an ausschließlich Fairtrade zertifiziertes Gold und laborgezüchtete Edelsteine verarbeitet. Wir sind Johanna Schoemaker und Jonas Buck und haben vor unserer Gründung als Produktdesigner in Design Agenturen in den USA gearbeitet.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir sind beide von Herzen Produktdesigner und wollten unser eigenes Unternehmen gründen, um ganzheitlich gute Produkte zu gestalten. Wir wollten tiefer gehen als Form und Funktion und uns auch damit auseinandersetzen wie und unter welchen Bedingungen die Produkte produziert werden, woher die Materialien dafür kommen und wie die Produkte präsentiert und verkauft werden. Nachhaltigkeit war für uns schon immer ein wichtiges Thema und die Gründung eines eigenen Unternehmens ermöglicht uns darauf einen Schwerpunkt zu legen.

Welche Vision steckt hinter Quite Quiet?

Schmuck ist ein sehr emotionales Produkt, welches oft im Zusammenhang mit einem besonderen Anlass im Leben gekauft oder verschenkt wird. Gerade deshalb finden wir es umso wichtiger, dass auch die Materialien, aus denen der Schmuck gemacht ist, eine rundum positive Geschichte in sich tragen. Wir möchten mit Quite Quiet im Schmuckbereich eine ethisch, nachhaltige Alternative bieten. In vielen Lebensbereichen gibt es unserer Meinung nach leider noch nicht genug wirklich gute nachhaltige Alternativen. Denn ein Produkt ist letztendlich nur dann nachhaltig, wenn es auch in allen anderen Bereichen mindestens so gut funktioniert oder aussieht, wie ein weniger nachhaltig hergestelltes Konkurrenzprodukt.

Unsere Vision ist, dass unsere Schmuckstücke durch ihre besondere, jedoch zeitlose Ästhetik und einer positiven Geschichte ein Leben lang getragen werden und unsere Kunden glücklich machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Einige unserer Schmuckstücke stellen wir komplett in unserer eigenen Werkstatt her, für bestimmte Designs und Herstellungstechniken sind wir aber auf die Hilfe von größeren Schmuckmanufakturen angewiesen. Am Anfang war es sehr schwierig Hersteller zu finden, die diese Schritte für uns übernehmen konnten und bereit waren, Fairtrade Gold zu verarbeiten, da die Fairtrade Gold Richtlinien sehr streng sind und die komplette Rückverfolgbarkeit garantiert werden muss.

Eine weitere sehr große Herausforderung ist es Sichtbarkeit zu bekommen. Unser Marketing Budget ist relativ klein gewesen und das Wachstum daher organisch. Auch ist es im Schmuckbereich anders als bei der Mode und viele Menschen wissen gar nichts über die Problematik des Gold– und Diamant Bergbaus. So muss man erst einmal viel Aufklärungsarbeit leisten.

Unabhängigkeit war uns sehr wichtig und daher sind wir finanziert durch Kredite und Eigenkapital aus unserer Beratungsarbeit als Produktdesigner.

Wer ist die Zielgruppe von Quite Quiet?

Auf Grund unseres breiten Sortiments haben wir verschiedene Zielgruppen. Ehe- und Verlobungsringe werden von jüngeren Kunden (25+ gekauft) und gerade diese kommen oft sehr bewusst zu uns, weil Nachhaltigkeit für sie ein wichtiges Thema ist und sie gut aufgeklärt sind. Andere Schmuckstücke werden oft eher von älteren Kunden gekauft, die wegen unserer klaren Designsprache zu uns kommen und die Nachhaltigkeit aber meistens auch sehr schätzen. Das ist dann mehr ein „Aha“ Moment. Verbindend ist das Interesse an visuell klaren und nachhaltigen Optionen.

Wie funktioniert Quite Quiet? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Da wir eine eigene Werkstatt haben und viele Goldschmiedearbeiten bei uns durchgeführt werden, haben wir ein tiefes Verständnis der Produkte und können dementsprechend gut beraten. Viele Kunden finden es toll, dass sie aus unserem Laden direkt in die Werkstatt schauen können und sehen, wie die Schmuckstücke entstehen.

Gleichzeitig haben wir durch unseren Hintergrund als Produktdesigner eine breitere Perspektive. Wir sind dadurch sehr vertraut mit vielen verschiedenen Herstellungstechniken und diese ermöglichen uns wiederum eine größere Formenvielfalt. Durch die Kombination von traditionellem Handwerk mit computergestütztem Design und digitalen Herstellungstechniken schaffen wir eine neue Ästhetik im traditionellen Schmuckbereich. Unsere Schmuckstücke der Frames Kollektion welche eine technische Keramik mit Fairtrade Gold kombinieren oder unsere „Woven“ Ketten aus hauchdünnen gesponnenen Golddrähten mit natürlich gegerbtem Leder sind schöne Beispiele dafür.

Ein weiteres Unterscheidungsmaterial ist unsere ethische und nachhaltige Ausrichtung durch die bewusste Wahl der von uns verwendeten Materialien und die lokale Herstellung.

Für die ausschließliche Verwendung von Fairtrade-Gold haben wir uns entschieden, weil die Benutzung von recyceltem Gold den Goldabbau nicht stoppen kann. Aufgrund des hohen Wertes von Gold wurde dieses schon immer recycelt, doch den Abbau von Gold und die damit verbundenen negativen Folgen hat dies nicht verhindert oder verringert.
Weltweit leben über 100 Millionen Menschen vom kleingewerblichem Gold Bergbau und arbeiten unter häufig schlechten Arbeitsbedingungen mit mangelndem Zugang zu Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Schulbildung. Nach Fairtrade-Standards zertifiziertes Gold ermöglicht kleingewerblichen Bergbauarbeitern bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Durch die Verwendung von laborgezüchteten Diamanten und Farbedelsteinen können negative Umwelteinflüsse von Minen, wie z.B. Trinkwasser-Verschmutzung, Bodenerosion, Abholzung und die Zerstörung von Ökosystemen vermieden werden, und laborgezüchtete Edelsteine sind garantiert konfliktfrei.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Quite Quiet nachhaltiges Schmucklabel: Schmuck aus Fairtrade zertifiziertem Gold und laborgezüchteten Edelsteinen

Wir sehen eine leichte Verlagerung zu mehr Onlinekäufen über unseren Onlineshop. In dem für uns wichtigen eigenen Ladengeschäft in Berlin Mitte hatten wir durch die Schließungen natürlich starke Ausfälle.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Da wir auch schon zuvor auf unser eigenes Ladengeschäft + Onlineverkauf gesetzt haben, ändert sich an unserer Grundausrichtung nichts. Wir haben jedoch einen etwas größeren Fokus auf Social Media Kanäle (https://www.instagram.com/quitequietjewelry/) gelegt und die Zeit der Ladenschließung genutzt kleinere Änderungen auf unserer Website vorzunehmen und neue Produkte einzupflegen.
Um einen guten Infektionsschutz zu gewährleisten gibt es natürlich im Detail viele Veränderungen im Laden. Wir beraten mit Mundschutz und alle Ringe werden nach einer Beratung gründlich desinfiziert.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir glauben, dass eine solche Krise auch Anlass zur Reflektion sein kann. Wir hoffen stark, dass eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung in den Fokus rückt.

Quite Quiet, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen uns fest als nachhaltige Alternative im Schmuckbereich etablieren und den Bekanntheitsgrad deutlich steigern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Durchhaltevermögen und Geduld: Es ist sehr wichtig nicht zu schnell aufzugeben. Der Anfang ist schwierig und langsam. Man muss an seine Idee glauben und braucht vor Allem viel Geduld und Durchhaltevermögen. Auch finanziell sollte man sich immer einen guten Puffer einplanen oder wenn möglich erstmal noch ein zweites Standbein aufrechterhalten. Die ersten Jahre haben wir nur geschafft, weil wir gleichzeitig noch beratend als Produktdesigner gearbeitet haben.

Umgebt Euch mit den richtigen Menschen: Es ist sehr wichtig, sich in allen Bereichen die richtigen Menschen auszusuchen, mit denen man zusammenarbeiten möchte. Egal ob Hersteller, Zulieferer, Personal oder sogar Kunden – die Arbeit macht viel mehr Spaß und es erspart Stress, Zeit und Ärger, wenn man mit und für die richtigen Leute arbeitet.

Flexibilität: Man muss flexibel bleiben und sollte alle Prozesse so offen wie möglich gestalten, sodass man aus anfänglichen Fehlern lernen kann und Dinge schnell verändern kann.

Wir bedanken uns bei Johanna Schoemaker und Jonas Buck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Jetzt loslegen, offen zuhören und nicht aufgeben

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Skin Match Technology bietet innovative Beauty-Tech und AI-Lösungen

Skin Match Technology bietet innovative Beauty-Tech und AI-Lösungen

Stellen Sie sich und das Startup Skin Match Technology doch kurz unseren Lesern vor!

Als Konsumenten sind wir in den letzten Jahren im Einkauf aufmerksamer und fordernder geworden, wir achten auf Ethik sowie umweltschädigende Einflüsse von Produkten. So auch in der Kosmetik. Hier wollen wir jedoch Produkte die beides können, unsere persönlichen Präferenzen entsprechen und unsere Hautbedürfnisse befriedigen. Skin Match Technology bietet innovative Beauty-Tech und AI-Lösungen um Kosmetikmarken und Händler in der Konsumentenberatung gewinnbringend zu unterstützen. Vom bekannten Skin Care Quiz im Online-Shop bis hin zu Barcode-Scannern auf dem Handy mit persönlicher Beratung im Geschäft bieten wir da Beratung wo sie der Konsument fordert.

Dabei steht Transparenz ganz im Zentrum unserer Beratung, denn 60 Prozent der Konsumenten lesen Bewertungen vor dem Kauf und 72 Prozent wollen mehr über Inhaltsstoffe erfahren. Durch unseren B2B Ansatz können Marken jeder Größe sowie Händler Marken-Übergreifend den Konsumenten die nötige Information über ihre Produkte liefern, damit sich beide einem geglückten Einkauf erfreuen können. Unsere Beratungstools sind z.B bei der Import Parfumerie (https://www.impo.ch/skinmatch), Team Dr. Joseph (https://www.teamdrjoseph.com/en/) oder Puresense.ch (https://www.puresense.ch/de/was-ist-skin-match-technology) im Einsatz.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Für mich war nie die Frage warum, sondern immer nur wann. Mein Vater hat mir die Selbständigkeit vorgelebt und ich habe gespürt, dass sein Einsatz, Freude und Motivation eine Andere ist als ich in meiner Anstellung bei der Bank erlebt habe. Auch ich wollte morgens aufstehen und Tag für Tag etwas Aufbauen auf was ich später stolz zurückschauen kann.

Was war bei der Gründung von Skin Match die größte Herausforderung?

Ursprünglich hatte ich die Idee für Skin Match als Online-Shop für Kosmetik der Kunden hilft das beste Produkt schnell zu finden und abgestimmt auf die eigenen Bedürfnisse transparente Informationen zu bekommen. Alles zugeschnitten auf das eigene Profil. Dieses Unternehmen habe ich dazumal auch gegründet und in den USA gestartet. Nach einer Weile wurden Kosmetikunternehmen und Händler darauf aufmerksam und so ist das B2B Software Geschäft von Skin Match Technology Switzerland AG entstanden. Die Firma in den USA haben wir beibehalten und in einen innovativen Beauty Blog umfunktioniert. Auf https://www.ruecinq.com publizieren wir einmal im Monat ein Skin Care Quiz „powered by Skin Match“ für ein spezielles Hautbedürfnis, Thema oder einen Hauttyp. Dabei gehen wir voll und ganz auf Wunschthemen der Leser ein. Die empfohlenen Produkte sind ein Gemisch von bekannten Namen wie Lancôme oder Esteé Lauder bis hin zu jungen Niche-Marken wie KLARSKIN oder COOLA.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Gibt es eine andere Möglichkeit? Spaß bei Seite, ich glaube es ist extrem wichtig so früh wie möglich auf den Markt zu gehen um Kundenfeedbacks zu sammeln. Egal ob Idee, Prototype, Design oder fertiges Produkt. In der Tech-Szene sprechen wir von der Erreichung des „Product-Market-Fit“ bevor überhaupt je große Kampagnen lanciert werden. Wir haben offiziell fünf Produkte auf dem Markt und sind immer noch konstant am Optimieren. Dabei haben wir intern ein eigenes Vorgehen entwickelt welches wir „100 Customers“ nennen. Jede Rückmeldung der ersten 100 Kunden werden notiert und wo immer möglich und für alle Sinnvoll umgesetzt. Das Ziel ist am Ende ein Produkt zu haben, dass 100 Kunden lieben und auch weiterempfehlen würden. Was uns einige Türen öffnet und davon abhält tausende von potentiellen Kunden erfolglos anzugehen. 

Welche Vision steckt hinter Skin Match Technology?

Konsumenten können ihr persönliches Profil über getskinmatch.com speichern und bei verschiedenen Händlern ihre Produktvorschläge direkt sehen. Mit ihrem persönlichen Skin Match Profil haben sie ihre Haut- bzw. Haar-Typ und Bedürfnisse, Präferenzen und auch sonstige Informationen wie z.B Allergien einmalig gespeichert. Beim Händler wie z.B Jelmoli.ch erhalten sie dann mit der Auswahl von Skin Match persönliche Vorschläge mit detaillierter Erklärung geliefert. Unsere Vision ist es für den Online-Handel von Kosmetik zum Standard zu werden. Was heute mühsam gefiltert und über mehrere Seiten gesucht werden muss, wird schnell gefunden und mit komplett transparenter und persönlicher Information angezeigt.

Wer ist die Zielgruppe von Skin Match Technology?

Beautymarken sowie Kosmetikhändler denen Beratung und Kundenservice ein Anliegen ist. Unsere Lösungen können von jungen Startups bis Groß-Unternehmen eingesetzt werden, bezahlt wird nur wenn der Konsument das gelieferte Tool auch wirklich verwendet.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Produkt-Vorschlagsalgorithmen sind im E-Commerce und dem Beauty Markt schon länger ein Begriff, dabei gibt es auch schon diverse Online-Fragebogen mit Produktempfehlungen. Was mir jedoch immer gefehlt hat ist die Erklärung dahinter. Ich will eine unkomplizierte Produktempfehlung, welche all meinen Bedürfnissen entspricht und mir erklärt weshalb dieses Produkt empfohlen wird. Was ist im Produkt, ist dieses vegan, hat es eine Anti-Aging Wirkung und enthält es keine Inhaltsstoffe, welche meine sensible Haut irritieren könnten? Unsere eigen entwickelte AI-Technologie liefert darauf alle Antworten in Verbindung mit einer sehr detaillierten Produktdatenbank sowie einer eigens aufgebauten Inhaltsstoff-Datenbank.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Neue Technologien können beim „social distancing selling“ unterstützen, indem sie Einzelhändlern helfen, den physischen Kontakt zum Personal oder den Kosmetikprodukten einzuschränken. Laut einer Umfrage des Zahlungsdienstes Service Fast haben 89 Prozent der Käufer Bedenken gegenüber dem Einkauf in Geschäften. Wir haben den Lockdown genutzt und den Skin Match Mobile Scanner entwickelt. Dieser erleichtert den Verkauf in den Geschäften durch Selbstbedienung in der Produktberatung. Das testen, öffnen oder ausprobieren von Kosmetikartikeln in den Geschäften ist ab sofort nicht mehr erlaubt. Das Online-Berater Tool mit Produktempfehlungen, haben wir somit in einen mobilen Scanner umgewandelt, der es den Verbrauchern ermöglicht, sich auf ihrem eigenen Handy im Geschäft kontaktlos beraten zu lassen.

Einzelhändler oder Marken können innerhalb weniger Tage QR-Codes in ihren Geschäften verteilen und Konsumenten können den Scanner auf ihrem eigenen Handy aktivieren. Der Kunde äußert seine Bedürfnisse und scannt dann den EAN-Code der Produkte. Der erforderliche Abstand zum Personal wird eingehalten und der Kunde erhält alle Informationen für einen erfolgreichen Kauf. DUFRY Duty-Free, der Marktführer im Duty-Free Geschäft, hat sich bereits entschlossen, die mobilen Produkte-Scanner von Skin Match Technology in ausgewählten Filialen zu testen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

In der Beauty-Branche ist das digitale Wachstum in vollem Gange, dennoch ist es noch immer so, dass die Top 20 Marken nur 14% des digitalen Umsatzes, aber noch 96% des Offline-Umsatzes ausmachen. Der Lockdown hat, so hoffe ich, vielen Händlern und Marken die Augen geöffnet. Der Online-Shop sollte so gut betreut sein wie eine Filiale und auch dort qualitative Beratung liefern. Unsere Tools haben in den letzten Monaten einen Nutzungsanstieg von 80% erlebt. Ich sehe somit eine sehr gute Chance für unsere Lösungen da das Anliegen der Kunden rund um Beratung online mehr Gewicht erhalten hat.

Skin Match, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich sehe einen starken Ausbau in Richtung Standardisierung und „Do it yourself“ Lösungen für Beauty-Unternehmen. Wir streben es an das „Shopify“ für Beauty-Tech Lösungen zu werden und dabei Produkt- und Marktdaten in der Qualität von Google Analytics zu liefern. Einfach online selbst konfigurieren und ohne IT-Ressourcen auf dem eigenen Shop integrieren und den Markt mit Beauty Insight analysieren.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Jetzt loslegen, offen zuhören und nicht aufgeben. 

Als Gründerin bist du jeden Tag mit einer neuen Situation konfrontiert. Es lohnt sich nicht „mehr Erfahrung“ im angestellten Verhältnis zu sammeln. Am meisten lernst du, wenn du einfach loslegst. Frage dich; „Was kann ich heute tun, um meine Geschäftsidee vorwärts zu treiben?“ und dann lege los. 

Am Fashion Institute of Technology in New York hatte ich eine Dozentin, die uns aufgetragen hatte für eine Geschäftsidee mit drei Personen aus der Branche zusammenzusitzen, um Fragen zu stellen. Ich war so positiv von der Hilfsbereitschaft und der daraus gezogenen Inspiration überrascht, dass ich es auch heute noch mache. Oft verlieft man sich in Themen und versucht alles selber zu lösen. Heute versuche ich mich zu fragen „Wer hat dies schon mal erlebt/gemacht?“ und gehe mit offenen Ohren in ein Gespräch.

In der Presse liest man oft immer nur die Erfolgsgeschichten von Gründern und Startups, die Realität ist jedoch geprägt von einem konstanten auf und ab. Hier ist Durchhaltevermögen gefragt. Ich empfehle mal einen Podcast Beitrag von „How I built this“ von NPR zu hören, die Interviews geben einen guten Einblick und zeigen, dass es sich lohnt nicht aufzugeben.

Wir bedanken uns bei Estella Benz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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