Dienstag, März 3, 2026
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Was tun, wenn sich die Haut verändert, man aber unsicher ist?

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Autoderm und Dermatologie bei Hauterkrankungen dr alexander borve autoderm @privat

Autoderm entwickelt eine KI-gestützte Infrastruktur für die Dermatologie, die Hauterkrankungen frühzeitig einschätzen hilft und digitale Gesundheitsangebote gezielt entlastet

Was genau macht Autoderm und welches Gesundheitsproblem wollt ihr damit lösen?

Autoderm ist ein KI-basiertes Analysewerkzeug für Dermatologie. Über eine Programmierschnittstelle ermöglichen wir es unter anderem Apotheken, Telemedizin-Plattformen, Krankenkassen und Arztpraxen, klinisch validierte Hautanalysen in ihre digitalen Angebote zu integrieren. Autoderm erkennt mehr als 70 Hauterkrankungen anhand eines einzigen Smartphone-Fotos, darunter alle relevanten Formen von Hautkrebs. Mit einer diagnostischen Genauigkeit von 79 Prozent liefern wir dermatologische Entscheidungsunterstützung auf klinischem Niveau – skalierbar und jederzeit verfügbar.
Damit gehen wir ein zentrales Versorgungsproblem an: Weltweit gibt es zu wenige Dermatologinnen und Dermatologen, entsprechend lang sind die Wartezeiten. Gleichzeitig gehören Hauterkrankungen zu den häufigsten Gründen für Hausarztbesuche, obwohl Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern oft die spezialisierte dermatologische Ausbildung fehlt. Das führt zu unnötigen Überweisungen, verzögerten Diagnosen und steigenden Kosten.

Wer sind die Menschen hinter Autoderm und welche beruflichen Hintergründe bringen sie in das Unternehmen ein?

Ich heiße Dr. Alexander Börve und bin Mediziner und Unternehmer. Ich habe früh an der Verbindung von Dermatologie und Technologie geforscht. Meine Arbeit bildete unter anderem die Grundlage für das schwedische Hautkrebs-Screening-Programm. Seit über 15 Jahren beschäftige ich mich mit digitaler Dermatologie und habe 2008 mit First Derm/iDoc24 eine der ersten Teledermatologie-Plattformen gegründet. 
Autoderm ist mein zweites Unternehmen. Das aus vier Personen bestehende remote arbeitende Team ist bewusst klein und hoch spezialisiert: Wir vereinen medizinische Expertise mit KI- und Machine-Learning-Kompetenz. Außerdem werden wir von erfahrenen Beraterinnen und Beratern unterstützt, die Know-how aus dem Healthcare-Venture-Capital, der digitalen Gesundheitsstrategie und der Branchenanalyse einbringen. Wir beschäftigen natürlich auch die gesetzlich vorgeschriebene Verantwortungsperson, auch Person Responsible for Regulatory Compliance oder kurz PRRC genannt, die eine Zertifizierung für Medizinprodukte besitzt.

Was ist Autoderms Vision für den Einsatz von KI in der Dermatologie und wie nähert ihr euch diesem Ziel Schritt für Schritt?

Unsere Vision ist es, dermatologisches Screening auf Expertenniveau durch KI-gestützte Infrastruktur universell zugänglich zu machen – für jeden Hauttyp, jedes Geschlecht und jedes Alter. Wir glauben, dass KI das Gesundheitswesen sinnvoll ergänzen sollte, anstatt Menschen zu ersetzen. Autoderm möchte die medizinische Versorgung verbessern und dem Laien schnelle Orientierung für seine Hautgesundheit geben.
Dafür haben wir zunächst unsere Technologie klinisch validiert. Parallel dazu haben wir international die regulatorischen Voraussetzungen geschaffen, darunter die CE-Kennzeichnung für Europa.
Technisch setzen wir auf eine schnittstellenbasierte Plattform, die sich innerhalb weniger Stunden und ohne operative Reibung in bestehende Systeme integrieren lässt. Wir skalieren über strategische Partnerschaften, etwa mit DocMorris in Deutschland. Aktuell stärken wir unsere Präsenz in Europa und bereiten gleichzeitig den Markteintritt in den USA vor.

An welche Zielgruppen richtet sich eure KI-gestützte Hautanalyse und welche Bedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt?

Unsere primäre Zielgruppe ist B2B: Wir stellen Infrastruktur für digitale Gesundheitsplattformen bereit. Unsere Kundinnen und Kunden können damit dermatologische Fähigkeiten anbieten, ohne intern Expertise aufbauen zu müssen.
Entscheidend ist die Positionierung: Dermatologen betrachten KI-Diagnostik oft als Bedrohung für ihre Praxis, während Allgemeinmediziner und Laien sie als Werkzeug annehmen. Indem wir Hausärzten dabei helfen, Erkrankungen zu behandeln, die sie normalerweise überweisen würden, positionieren wir uns als Partner der Gesundheitsversorger, anstatt gegen sie zu konkurrieren.

Wie unterstützt Autoderm digitale Gesundheitsdienste, Apotheken oder Telemedizin-Plattformen konkret in der täglichen Praxis?

Die Integration ist bemerkenswert einfach: Partner verbinden sich mit unserer Schnittstelle und können innerhalb von durchschnittlich drei Stunden ihren Nutzerinnen und Nutzern KI-gestützte Hautanalyse anbieten. Diese laden einfach ein Smartphone-Foto hoch, und unser System liefert eine klinische Bewertung mit potenziellen Erkrankungen und empfohlenen nächsten Schritten.
Für Apotheken wie DocMorris bedeutet dies, dass Kundinnen und Kunden Orientierung erhalten können, ob sie für ihr Hautproblem ein Drogerie- oder Apothekenprodukt oder eine ärztliche Begutachtung brauchen. Telemedizinanbietern hilft Autoderm dabei, Online-Konsultationen zu strukturieren und dringende Fälle schneller zu erkennen.

Was unterscheidet Autoderm von anderen digitalen Hautanalyse-Lösungen?

Autoderm unterscheidet sich in mehreren Punkten vom Wettbewerb. Statt einer reinen Endkunden-App oder spezieller Hardware bieten wir eine skalierbare KI-Infrastruktur, die sich über eine API-Schnittstelle in nahezu jede digitale Plattform integrieren lässt.
Inhaltlich decken wir bereits heute über 70 Hauterkrankungen ab – Tendenz steigend. Damit erfassen wir rund 90 Prozent der Hautprobleme, mit denen Patientinnen und Patienten tatsächlich ärztliche Hilfe suchen. Viele Wettbewerber konzentrieren sich dagegen ausschließlich auf Hautkrebs, was nur einen Teil der realen Versorgung abbildet.
Ein weiterer Vorteil ist unser Datensatz. Wir verfügen über mehr als drei Millionen medizinisch aufbereitete Smartphone-Bilder, von denen bereits 150.000 von Dermatologinnen und Dermatologen ausgewertet wurden. Diese Qualität an Trainingsdaten ist komplex, wird aber zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Auch regulatorisch sind wir weit. Autoderm ist als Medizinprodukt zertifiziert, arbeitet an der erweiterten europäischen Zulassung und wurde von der US-Arzneimittelbehörde FDA als besonders innovativ eingestuft. Das unterstreicht unseren Anspruch auf klinische Qualität und grenzt uns klar von einfachen Wellness-Apps ab.

Welche Rolle spielen medizinische Validierung und regulatorische Anforderungen in eurer Produktentwicklung?

Die Erfüllung regulatorischer Vorgaben gehört fest zu unserer Strategie. Da Autoderm ein Medizinprodukt ist, müssen wir deutlich strengere Anforderungen erfüllen als einfache Gesundheits- oder Wellness-Apps. Das ist aufwendig, verschafft uns aber auch einen klaren Vorteil. In Europa ist Autoderm CE-zertifiziert. Zusätzlich arbeiten wir an der erweiterten MDR-Zulassung der Klasse IIa, die strenge Auflagen zu Qualität, Sicherheit und Dokumentation verlangt. Die regulatorischen Vorgaben in Europa sind komplex und werden durch neue Regeln für KI im Gesundheitswesen weiter verschärft.
In den USA haben wir den FDA-Breakthrough-Status erhalten, dieser beschleunigt den Weg zur Zulassung. Insgesamt verfolgen wir eine klare Doppelstrategie: Mit der CE-Zertifizierung sind wir bereits in Europa aktiv, während wir parallel die Zulassung für den US-Markt vorbereiten.

Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Entwicklung eines KI-Medizinprodukts und wie geht ihr damit um?

Die größte technische Herausforderung ist die Datenaufbereitung. Gute KI braucht hochwertige Trainingsdaten. In der Dermatologie bedeutet das: Jede Bildauswertung muss von Fachärztinnen und Fachärzten geprüft werden. Von über drei Millionen Bildern sind bislang rund 150.000 überprüft worden. Das ist aufwendig und teuer. Wir bauen diesen Prozess derzeit gezielt aus.
Hinzu kommt eine komplexe Regulierung. Medizinprodukte- und KI-Vorgaben entwickeln sich ständig weiter, in Europa wie in den USA. Wir begegnen dem mit eigener regulatorischer Expertise und enger Abstimmung mit den Behörden.
Ein weiteres zentrales Thema ist Gleichstellung. Hauterkrankungen sehen je nach Hauttyp unterschiedlich aus. Deshalb achten wir darauf, dass unsere Modelle für verschiedene Bevölkerungsgruppen zuverlässig funktionieren.
Eine eher unterschätzte Herausforderung ist die Bezahlung. Viele erwarten, dass KI kostenlos sein sollte. Dabei fließt ein Großteil unseres Budgets in regulatorische Anforderungen. Ein Vergleich hilft: Autonomes Fahren ist heute oft teurer als ein klassischer Fahrdienst – liefert aber auch eine andere Qualität.

Wie wichtig ist Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer für Autoderm und wie schafft ihr dieses Vertrauen?

Vertrauen entsteht bei uns auf mehreren Ebenen: Zum einen durch wissenschaftliche Studien – unsere Ergebnisse wurden in Fachzeitschriften veröffentlicht und von unabhängigen Expertinnen und Experten geprüft. Das zeigt, dass unsere Technologie zuverlässig arbeitet.
Zum anderen durch offizielle Zertifikate. Verschiedene Aufsichtsbehörden haben unsere Lösung positiv auf medizinische Standards überprüft.
Wichtig ist uns auch Transparenz. Autoderm stellt keine Diagnosen. Es unterstützt Ärztinnen und Ärzte bei Entscheidungen und hilft Patientinnen und Patienten, ihre Hautprobleme besser einzuordnen. Die medizinische Verantwortung bleibt immer beim Menschen.
Zusätzlich schafft die Zusammenarbeit mit etablierten Gesundheitsmarken Vertrauen. Wenn ein Partner wie DocMorris unsere Technologie einsetzt, ist das ein starkes Signal. Auch die Nutzung in der Praxis spricht für sich: Über zwei Millionen Anwendungen und nur zwei Beschwerden zeigen, dass Autoderm zuverlässig im Alltag funktioniert.

Welche weiteren Entwicklungen und nächsten Schritte plant ihr für Autoderm in den kommenden Monaten?

In den kommenden Monaten stehen mehrere Themen im Fokus. Die Gespräche mit Investorinnen und Investoren aus dem Gesundheitsbereich verlaufen positiv, auch nach Treffen auf der JPM Health Conference 2026 in San Francisco.
Gleichzeitig bauen wir unser Geschäft in Europa weiter aus, vor allem in Deutschland über die Partnerschaft mit DocMorris sowie in Großbritannien. Parallel bereiten wir den Markteintritt in den USA vor und arbeiten weiter an der FDA-Zulassung. Dabei prüfen wir auch Kooperationen mit Universitätskliniken, die uns mit zusätzlichen Studiendaten unterstützen können.
Technisch verbessern wir unsere KI kontinuierlich. Wir erweitern die Auswertung medizinischer Bilddaten und bauen die Zahl der erkennbaren Hauterkrankungen weiter aus. Neue Funktionen und leistungsstärkere Modelle werden zunächst in den USA eingeführt. In Europa folgen sie, sobald die nächste regulatorische Zulassung abgeschlossen ist.

Welche drei Ratschläge würdest du anderen Gründern geben, die ein Startup im Health-Tech-Bereich aufbauen möchten?

Mein erster Rat ist, die eigene Rolle im Gesundheitssystem genau zu verstehen. Entscheidend ist, welchen konkreten Mehrwert man bietet. Bei uns war es der Fokus auf Geschwindigkeit und Einfachheit: Foto hochladen, kurze Zeit später eine fundierte Einschätzung erhalten.
Zweitens sollten Zertifizierungen und Zulassungen von Anfang an oberste Priorität haben. Viele Gründerinnen und Gründer sehen sie als lästige Pflicht. In Wahrheit sind sie ein klarer Wettbewerbsvorteil. Wer früh in regulatorische Expertise investiert, gewinnt Vertrauen, Zugang zum Markt und langfristige Stabilität.
Drittens lohnt es sich, Infrastruktur statt einzelner Produkte zu bauen. Autoderm stellt Technologie bereit, die andere nutzen können, statt selbst um Endkundinnen und -kunden zu konkurrieren. Das schafft starke Partnerschaften und ermöglicht Wachstum über bestehende Kanäle.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Dr. Alexander Börve für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Autoderm

autoderm logo blau weiss

Kontakt:

Autoderm Inc.
Dr. Alexander Börve
2991 Sacramento St, Unit #183
Berkeley, CA 94702
USA

https://landing.autoderm.ai/de
support@autoderm.ai

Ansprechpartner: Alexander Börve

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Copla sichert sich 6 Millionen Euro in Series-A-Runde

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Compliance treibt Copla Wachstum im RegTech Gründungsteam von Copla: Nojus Bendoraitis (CLO), Aurimas Bakas (CEO) und Andrius Minkevičius (CTO) – © Judita Gigelyté (Verslo žinios)

Über 100 regulierte Finanzunternehmen nutzen bereits die Compliance-Plattform Copla

Frisches Kapital für Ausbau des Deutschlandgeschäfts und Internationalisierung

Regulatorische Neuerungen und Cyberrisiken erhöhen Druck auf Finanzdienstleister

Copla, ein europäisches RegTech-Unternehmen, das eine Compliance-Infrastruktur in Echtzeit für regulierte Finanzdienstleister anbietet, erhält 6 Millionen Euro. Die Series-A-Runde wurde von Iron Wolf Capital angeführt, einem baltischen Investor mit Fokus auf DeepTech, Defence, Security, Resilience und KI. Der US-amerikanische Investor Operator Stack beteiligt sich gemeinsam mit den Bestandsinvestoren Specialist VC, SuperHero Capital, FirstPick, NGL Ventures und Loggerhead Partners.

Vom Markteintritt zur internationalen Skalierung

Gegründet wurde Copla 2023 von einem Team mit umfassender Fintech-Erfahrung und regulatorischer Expertise: CEO Aurimas Bakas und CTO Andrius Minkevičius gründeten zuvor die Core-Banking-Plattform Paysolut und verkauften diese 2021 erfolgreich an das Fintech-Einhorn SumUp. Der Jurist Nojus Bendoraitis, Chief Legal Officer und Director of Regulatory Compliance Solutions bei Copla, ist spezialisiert auf Compliance und Cybersicherheit im Finanzsektor.

Nur gut ein Jahr nach der Seed-Runde erreichte Copla einen siebenstelligen jährlich wiederkehrenden Umsatz und betreut mittlerweile über 100 regulierte europäische Kunden. Das neue Kapital wird zur Expansion und zum Ausbau des Produkts eingesetzt.

„Cybersecurity ist Verteidigung. Die Bedrohungslandschaft hat sich nicht verändert, sie entwickelt sich unaufhörlich weiter“, erklärt Lead-Investor Viktoras Jucikas, Gründungspartner von Iron Wolf Capital. „Copla verwandelt Compliance von Theater zum echten Betrieb. Die Gründer haben Core-Banking-Infrastruktur aufgebaut und erfolgreich verkauft, und sie wissen, was es bedeutet, in einem Umfeld zu agieren, in dem Scheitern keine Option ist. Wir unterstützen die Resilienz-Infrastruktur, auf die künftig jede regulierte Organisation angewiesen sein wird.“

Compliance-Plattform: Von Dokumentationspflicht zu operativer Resilienz

Die Compliance-Plattform von Copla übersetzt komplexe regulatorische Rahmenwerke in strukturierte, nachweisgestützte Arbeitsabläufe. Copla unterstützt unter anderem den Digital Operational Resilience Act, den EU AI Act und den Cyber Resilience Act. Die SaaS-Anwendung zerlegt Anforderungen in konkrete Aufgaben, verfolgt deren Umsetzung und speichert relevante Nachweise automatisch in Echtzeit. Compliance wird nicht als wiederkehrende Dokumentationspflicht behandelt, sondern als stetiger Bestandteil der Tagesprozesse. Governance-, Risk-, Security- und Operations-Teams bleiben dadurch jederzeit prüfungsbereit, während manueller Aufwand und das Risiko von Verstößen deutlich reduziert werden.

„Die Regulierungsanforderungen werden immer umfassender, aber die meisten Compliance-Prozesse stecken immer noch in Excel-Tabellen fest. Wir haben Copla entwickelt, damit Compliance standardmäßig aktuell bleibt und Unternehmen mit Zuversicht statt Audit-Angst wachsen können“, sagt Aurimas Bakas, Mitgründer und CEO von Copla. „Diese Runde gibt uns den Schwung, Copla zur ersten Anlaufstelle für regulierte Finanzdienstleister in Europa und darüber hinaus zu machen. Besonders den deutschen Markt sehen wir als Wachstumsmarkt.“

Durch den Ersatz statischer Tabellen und Register hält die Plattform Verzeichnisse von Assets, Anbietern, Risiken und Kontrollen aktuell, während das Geschäft wächst und sich die Regulierung weiterentwickelt. Wo Automatisierung an ihre Grenzen stößt, ergänzen Coplas CISO-Experten sowie ein Netzwerk von Partnern in ganz Europa. Diese unterstützen bei Audits, Risikoentscheidungen und im Austausch mit Aufsichtsbehörden.

Geplant ist zudem die Einführung von Copla Bridge, einer neuen Plattformebene, die es Partnern, Beratern und Multi-Entity-Organisationen ermöglicht, Compliance über mehrere Unternehmen hinweg aus einer einheitlichen Ansicht zu verwalten.

Wachsender Regulierungsdruck in Europa

Die Anforderungen der Aufsichtsbehörden an regulierte Institute in Europa steigen kontinuierlich: DORA ist bereits in Kraft, zentrale Verpflichtungen des EU AI Act folgen im August 2026 und der Cyber Resilience Act gilt ab Dezember 2027. Parallel dazu erhöhen KI-gesteuerte Cyberrisiken den Druck auf die operative Resilienz von Organisationen, und das in einem Tempo, mit dem herkömmliche Compliance-Ansätze nicht Schritt halten können.

Diese Entwicklung offenbart eine strukturelle Herausforderung, insbesondere für Fintechs und andere regulierte Drittanbieter. Sie benötigen Unterstützung für Governance- und Risikofunktionen, während sie ihr Geschäft skalieren. Laut der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit richteten sich Ransomware-Angriffe im europäischen Finanzsektor überproportional gegen kleinere und weniger etablierte Dienstleister und machten 29 Prozent aller Vorfälle aus. Häufige Folgen waren die Offenlegung und der Verkauf sensibler Daten.

Für regulierte Finanzdienstleister können solche Cybervorfälle und Compliance-Lücken ernste Konsequenzen haben, darunter Strafen, Reputationsschäden bis hin zum Verlust von Lizenzen in schweren Fällen. Die Plattform von Copla verankert Compliance im Tagesgeschäft und macht sie zum integralen Bestandteil regulierter Unternehmen.

Bild: Gründungsteam von Copla: Nojus Bendoraitis (CLO), Aurimas Bakas (CEO) und Andrius Minkevičius (CTO) – © Judita Gigelyté (Verslo žinios)

Quelle Breforth Communications GmbH

Plato sichert sich $14,5 Millionen Seed-Finanzierung

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Großhandel: Plato erhält 14,5 Mio. für KI Oliver Birch (CTO), Benedikt Nolte (CEO) and Matthias Heinrich (CPO)

Plato erhält 14,5 Millionen US-Dollar Seed-Finanzierung für KI-Betriebssystem im Großhandel

KI-Betriebssystem für den Großhandel soll international skaliert werden

Plato, das KI-basierte Betriebssystem für Großhändler, gibt den erfolgreichen Abschluss seiner 14,5 Millionen US-Dollar Seed-Finanzierungsrunde bekannt. Die Runde wurde vom führenden europäischen Venture-Capital-Fonds Atomico angeführt und von Bestandsinvestoren wie Cherry Ventures sowie Discovery Ventures und D11Z.Ventures begleitet. Die erneute Finanzierung unterstreicht das Vertrauen der Investoren in Platos Vision, die rund 3 Billionen US-Dollar große KI-Chance im globalen Großhandel zu erschließen.

Plato entwickelt KI-native Software, die zentrale Workflows in den Bereichen Vertrieb, Angebotserstellung und ERP-Prozesse für Großhandelsunternehmen automatisiert. Großhändler bewegen jeden fünften Dollar der globalen Produktionsleistung, sind jedoch bis heute massiv unterversorgt mit moderner Software. Platos Lösung stattet Vertriebsteams mit einem KI-Copiloten aus, steigert Profite und erhöht die Vertriebseffizienz durch AI Agents.

„Wir haben die Probleme aus erster Hand im Großhandel meiner Familie erlebt und Plato gemeinsam mit Experten entwickelt, um die Arbeitsweise der Branche neu zu denken. Wir bauen das KI-Betriebssystem für den Großhandel, beginnend mit einer intelligenten Automatisierungsplattform im Vertrieb. Mit dieser Finanzierung skalieren wir Plato, um die gesamte Branche zu transformieren und einen Tech-Champion für die Handelsökonomie aufzubauen – aus Deutschland, für die Welt“, sagt Benedikt Nolte, CEO von Plato.

Skalierung des KI-Betriebssystems für den Großhandel

Die Plattform erschließt verborgene ERP-Daten und automatisiert manuelle Aufgaben, sodass Vertriebsteams vom reaktiven ins proaktive Verkaufen wechseln können. Plato hat bereits mehrere der führenden Großhändler Europas mit sechsstelligen Vertragsvolumina gewonnen. Die Finanzierung ermöglicht es dem Unternehmen, sein vertikales Produktangebot auf Kundenservice und Einkauf auszuweiten und die internationale Expansion voranzutreiben.

Zu den zentralen Plattformfunktionen gehören:

Vertriebsintelligenz: Aufzeigen von Risiken und Chancen bei Kunden durch proaktive KI zur Umsatzsteigerung
Prozessautomatisierung: Automatisierung repetitiver Prozesse wie Auftragsabwicklung und interne Kommunikation
Branchensoftware: Speziell für den Großhandel entwickelt und optimal auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten

„Besonders überzeugt hat uns an Plato die außergewöhnliche Qualität des Gründerteams. Das Team hat in diesem Bereich ein echtes Right to win und brennt für den Großhandel. Es vereint tiefgehende Branchenexpertise aus erster Hand mit starker technischer Umsetzung und dem Anspruch, ein branchenprägendes vertikales KI-Unternehmen aufzubauen. Großhändler suchen dringend nach branchenspezifischer KI-Software, um operative Herausforderungen zu lösen – und genau diese Lösung ist Plato“, sagt Andreas Helbig, Partner bei Atomico.

Eine Schlüsselbranche mit großem Innovationsbedarf

Gegründet wurde Plato von Benedikt Nolte, Matthias Heinrich Morales und Oliver Birch. Die Plattform entstand ursprünglich aus Noltes familiengeführtem Großhandelsunternehmen heraus, das mit veralteter Software und Fachkräftemangel zu kämpfen hatte. Dieser praxisnahe Ursprung prägt bis heute Platos industriegetriebenen Ansatz für KI-Transformation.

Der Großhandel sieht sich mit Fachkräftemangel, geringen Margen, einer stagnierenden Wirtschaft und den digitalen Erwartungen moderner B2B-Einkäufer konfrontiert. Plato ersetzt manuelle Vertriebs- und ERP-Prozesse durch agentenbasierte KI und steigert so direkt Umsatz und Effizienz.

Bis zu 15 Prozent Umsatzsteigerung durch bessere Vertriebsempfehlungen
5 Stunden Zeitersparnis durch automatisierte ERP-Angebotsprozesse
10x höhere Vertriebseffizienz durch optimierte Kommunikation im Außen- und Innendienst

Der Großhandel bewegt die Welt, Plato bewegt den Großhandel. Mit dieser Finanzierung ist das Unternehmen positioniert, die 3 Billionen US-Dollar große Vertical-AI-Chance als KI-Betriebssystem für die Handelsökonomie anzuführen. Sell smarter, grow faster.

Bild Oliver Birch (CTO), Benedikt Nolte (CEO) und Matthias Heinrich (CPO) Bildcredits Plato

Quelle COHORT GmbH

Was entscheidet heute über nachhaltigen Erfolg?

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Plato bringt KI Struktur in Vertrieb und ERP Leadership.Bild Oliver Birch (CTO), Benedikt Nolte (CEO) und Matthias Heinrich (CPO) Bildcredits Plato

Plato entwickelt eine KI Plattform für den Großhandel, die Vertrieb und ERP Prozesse automatisiert und datenbasiert optimiert

Was war der persönliche Auslöser für die Gründung von Plato und welche Erfahrungen aus dem familiengeführten Großhandelsbetrieb haben Sie dabei konkret geprägt?

Der Auslöser für die Gründung von Plato war sehr persönlich. Ich bin Nachfolger in dritter Generation eines familiengeführten Großhandelsbetriebs. Mein Bruder hat das Familienunternehmen übernommen – für mich war klar, dass ich als Wirtschaftsinformatiker zumindest Software für den Mittelstand bauen wollte.
Im Alltag des Großhandels habe ich immer wieder gesehen, wie lange es dauert, bis Vertriebschancen im Außendienst zwischen allen Daten sichtbar werden und wie viel Zeit im Innendienst durch manuelle ERP-Prozesse verloren geht. Wichtige Daten sind zwar vorhanden, aber nicht nutzbar – genau dort gehen Umsatz und Effizienz verloren.
Zusammen mit meinen Mitgründern hat uns dies dazu gebracht, mit Plato eine KI-Vertriebsplattform für proaktiven Vertrieb im Großhandel zu bauen, die Daten intelligent zusammenführt und operative Prozesse im ERP automatisiert. Unsere Mission ist es, den Mittelstand mit KI so auszustatten, dass er auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt.

Wie würden Sie Plato heute in wenigen Sätzen beschreiben und welche Rollen spielen Sie und Ihr Team im Unternehmen?

Plato ist das KI-Betriebssystem für den Großhandel, mit dem wir beim Vertrieb beginnen. In vielen Großhandelsunternehmen sind alle relevanten Daten zwar vorhanden, aber über zahlreiche Systeme verteilt und im Alltag kaum nutzbar. Plato bündelt diese Daten und zeigt via Künstlicher Intelligenz auf einen Blick, wo Kunden abwandern und wo zusätzliche Umsatzpotenziale liegen – so lassen sich bis zu 15% mehr Umsatz generieren.
Gleichzeitig verbessern wir den Prozess operativ: Angebote können direkt aus den KI-Analysen im ERP erstellt werden, und Besuchsberichte lassen sich per Spracheingabe erfassen. So sparen Vertriebs- und Innendienstteams 3–5 Stunden pro Woche und können sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Meine Rolle als CEO ist es, Vision, Produkt und Markt eng zusammenzubringen. Gemeinsam mit meinem Team aus Großhandels-Experten und KI-Spezialisten bauen wir Plato Schritt für Schritt zum Industriestandard für den Großhandel.

Welche Vision verfolgen Sie mit Plato für den Großhandel und wie soll ein technologisch moderner Großhandel in fünf bis zehn Jahren aussehen?

Als Unternehmen helfen wir dem Mittelstand in Zeiten von Fachkräftemangel weiter zu wachsen und die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage zu meistern. Uns treibt es an, unsere Kunden erfolgreicher und nachhaltiger zu machen, indem wir einen Tech-Champion aus Europa heraus bauen.
Als Kunde merkt man in Zukunft sofort, ob ein Großhändler mit Plato arbeitet. Anfragen werden nicht mehr langsam per E-Mail beantwortet, sondern innerhalb von wenigen Sekunden. Egal ob ich eine Bestellung per Mail, WhatsApp, PDF oder GAEB schicke – sie wird automatisch erfasst, korrekt ins System übernommen und ich erhalte schnell ein passendes Angebot zum optimalen Preis.

Produkte sind verfügbar, weil der Händler genau weiß, was ich regelmäßig kaufe und hat automatisch beim Einkauf vorbestellt. Gibt es einen Artikel gerade nicht auf Lager, organisiert Plato automatisch den Nachschub via Sonderbestellung beim Hersteller und gibt mir die Wartezeit transparent weiter.

Auch im persönlichen Kontakt ist der Unterschied spürbar: Der Vertrieb kennt meine Bedürfnisse, macht relevante Vorschläge und meldet sich proaktiv, bevor Probleme entstehen. Ist die Leitung einmal besetzt, meldet sich stattdessen Plato KI-Assistent am Telefon. Bestellungen laufen reibungslos, Lieferzeiten sind zuverlässig, Plato übernimmt Vorfinanzierungen falls nötig und Preise sind individuell optimiert.
Kurz gesagt: Der Großhändler wird vom reaktiven Lieferanten zum proaktiven Partner. Plato sorgt im Hintergrund dafür, dass Prozesse automatisch laufen – und der Kunde davon profitiert, ohne die Komplexität zu sehen.

Der Großhandel gilt als technologisch vernachlässigt. Warum ist gerade diese Branche aus Ihrer Sicht besonders reif für ein KI-Betriebssystem?

Der Großhandel ist eine der größten, aber technologisch am stärksten vernachlässigten Branchen weltweit. Jeder fünfte Euro der globalen Produktion läuft durch den Handel – ein Marktvolumen von rund 50 Billionen Euro. Gleichzeitig gibt es bis heute keine vertikale KI-Lösung, die diesen Markt ganzheitlich adressiert. Die Herausforderungen sind branchenübergreifend ähnlich: Ob Schrauben oder Chemieprodukte – am Ende zählen Drehzahlen, Verfügbarkeiten und Effizienz.
Großhändler profitieren besonders stark von KI, da sie riesige Produktportfolios, tausende Kunden und hochkomplexe Preis- und Lieferstrukturen managen. Die relevanten Daten sind vorhanden, aber über viele Systeme verteilt. KI schafft hier erstmals Transparenz und liefert konkrete Handlungsempfehlungen.
Automatisierung ist dabei entscheidend. Klassische Sales-Tools stoßen in Märkten mit niedrigen Margen und großen Vertriebsorganisationen an ihre Grenzen. Genau hier setzt Plato an: Wir verknüpfen die bestehende Systemlandschaft intelligent, steigern Umsätze und senken Kosten – und machen den Großhandel effizient, skalierbar und zukunftsfähig.

An welche Großhändler richtet sich Plato konkret und welche zentralen Probleme lösen Sie im Vertriebs- und ERP-Alltag?

Plato richtet sich an mittelständische und große Großhändler mit komplexen Produktportfolios und Vertriebsorganisationen. Fokus ist dabei auf Großhändlern, die sich auf das Bauhandwerk und die Industrie konzentrieren.

Wie hilft die agentenbasierte KI von Plato Vertriebsteams dabei, effizienter zu verkaufen und bessere Entscheidungen zu treffen?

Unsere KI analysiert Kunden-, Preis- und Kaufdaten und gibt konkrete Handlungsempfehlungen, etwa zu Abwanderungsrisiken oder Cross-Selling-Potenzialen. Gleichzeitig automatisiert sie operative Aufgaben wie Angebotserstellung und Auftragserfassung. So können sich Vertriebsteams auf Beratung und Abschluss konzentrieren.

Plato spricht von bis zu 15 Prozent mehr Umsatz bei Kunden. Welche Veränderungen im Arbeitsalltag der Unternehmen sind dafür ausschlaggebend?

Der Umsatzanstieg entsteht durch proaktiven Vertrieb statt reaktiver Bearbeitung. Vertriebsmitarbeiter erkennen frühzeitig Kaufchancen, sprechen Kunden gezielter an und verlieren weniger Bestandskunden. Gleichzeitig reagieren Unternehmen schneller auf Anfragen und Marktveränderungen, da man mit Plato alles direkt ins ERP-System zurückspielen kann und Kundenanfragen direkt beantwortet werden.

Was war bislang die größte Herausforderung beim Aufbau von Plato und wie sind Sie als Gründer damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war es, KI tief in hochkomplexe und individuelle ERP-Landschaften zu integrieren. Wir sind das Problem pragmatisch angegangen, indem wir eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten und iterativ aus dem realen Betrieb heraus entwickelt haben. Diese Nähe zum Markt ist heute ein klarer Vorteil, da wir am tiefsten von allen Anbietern am Markt integriert sind, was langfristig einen höheren Mehrwert beim Kunden ermöglicht.

Mit Atomico als Investor positioniert sich Plato als europäischer Vertical AI Champion. Was bedeutet dieser Schritt strategisch für das Unternehmen?

Atomico bestätigt unsere Ambition, ein europäischer Vertical-AI-Champion zu werden. Strategisch unterstützt uns das Team insbesondere beim internationalen Wachstum und beim Aufbau einer skalierbaren Organisation. Gleichzeitig stärkt es unsere Sichtbarkeit im globalen Markt.

Was unterscheidet Plato von anderen KI Lösungen im B2B Umfeld und warum ist Ihr Ansatz besonders relevant für den Mittelstand?

Plato ist keine generische KI, sondern eine vertikale Lösung, die speziell für die Prozesse des Großhandels gebaut wurde. Wir verstehen die Realität niedriger Margen, großer Vertriebsorganisationen und komplexer Produktdaten. Zudem können wir durch unsere tiefe Integration auf der KI Unternehmensdaten als Kontext geben was generische Tools wie ChatGPT nicht erlauben. Aus diesem Grund ist unser Ansatz besonders relevant für den Mittelstand.

Welche nächsten Entwicklungsschritte sind bei Plato geplant und welche Rolle soll KI künftig im globalen Großhandel spielen?

Ein zentraler nächster Entwicklungsschritt ist die automatische Verarbeitung von Textdateien wie E-Mails, PDFs oder WhatsApp-Nachrichten. Plato liest diese Informationen aus, überführt sie direkt ins ERP und erstellt Angebote und Aufträge autonom. Dadurch sparen Vertriebsteams bis zu 20 Stunden pro Woche und gewinnen Zeit für wertschöpfende Beratung und KI-gestützte Analysen. Gleichzeitig hilft das, den zunehmenden Fachkräftemangel im Großhandel nachhaltig abzufedern.

Welche Rolle soll KI künftig im globalen Großhandel spielen?

KI wird zum zentralen Steuerungsinstrument im Großhandel. Sie schlägt vor, priorisiert und automatisiert – der Mensch entscheidet. So entsteht ein effizienterer, transparenter und wettbewerbsfähiger Handel.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die KI-Lösungen für traditionelle Branchen entwickeln möchten?

Erstens: Probleme im echten Betrieb verstehen und überlegen, was ohne KI vorher nicht möglich war – große Datenmengen mit LLM schnell verarbeiten etc.
Zweitens: Bestehende Systeme wie ERPs als Partner integrieren, anstatt diese zu ersetzen.
Drittens: KI immer mit messbarem wirtschaftlichem Nutzen verbinden und mit dem Kunden definieren, welche Kennzahlen man optimieren will

Bild Oliver Birch (CTO), Benedikt Nolte (CEO) und Matthias Heinrich (CPO) Bildcredits Plato

Wir bedanken uns bei Benedikt Nolte für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Agaton sichert sich 10 Mio. US-Dollar für Voice-KI

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KI bringt Agaton 10 Mio. US-Dollar im Enterprise. Bild: Agaton Team Bildcredits/Fotograf: Christine Knutsson

Agaton sammelt 10 Mio. US-Dollar für Voice-KI ein und verdoppelt Abschlussquoten im Enterprise-Vertrieb

Das Stockholmer KI-Startup verarbeitet über 4 Mio. Calls und erzielt 2x höhere Sales-Conversions

Agaton gibt heute seine 10 Mio. US-Dollar Seed-Finanzierung bekannt. Das Unternehmen hat eine agentische KI-Plattform entwickelt, welche die große Menge an Kundengesprächen von Enterprise-Unternehmen in Umsatzwachstum verwandelt, indem sie auf Basis fortschrittlicher Voice-Analyse Verkaufschancen für Sales-Teams identifiziert und deren Umsetzung vorantreibt. Mit dem neuen Kapital werden die Go-to-Market-Strategie, die Voice-AI-Fähigkeiten und die Produktentwicklung des Unternehmens beschleunigt. Zudem plant Agaton im kommenden Jahr die Teamgröße mehr als zu verdoppeln und zusätzliche globale Hubs aufzubauen.

Gespräche in Umsatzwachstum verwandeln

Agaton hilft Unternehmen, unstrukturierte Informationen aus Kunden- und Verkaufsgesprächen nutzbar zu machen. Die Plattform analysiert Inhalte, erkennt Verhaltensmuster sowie Stimmungen und automatisiert wiederkehrende Abläufe, um Umsatz und Kundenbindung zu steigern.

Indem quantitative Signale mit qualitativen Erkenntnissen aus Millionen Gesprächen verknüpft werden, erkennt die Plattform Kaufsignale frühzeitig, personalisiert Angebote in Echtzeit und identifiziert Potenziale, die klassischen Tools entgehen.

Nachweisbare Marktdynamik

Seit der Gründung hat Agaton mehrere Millionen an unterzeichnetem ARR gesichert und unterstützt Enterprise-Unternehmen wie Telenor, Telia, Lendo und Axo Finans. Die Plattform hat bislang über 4 Millionen Kundencalls analysiert, die Sales-Conversion bei Top-Performern verdoppelt, die Quality-Assurance-Zeit um bis zu 80 Prozent reduziert und ein 7x Umsatzwachstum im Jahresvergleich erreicht.

Entwickelt für die Zusammenarbeit von Mensch und KI

Agatons Plattform ist für hybride Belegschaften konzipiert, in denen Menschen und KI nahtlos zusammenarbeiten. Mit Fokus auf Enterprise-Security und Datenhoheit integriert sie sich in bestehende Tech-Stacks und ermöglicht es Unternehmen, eigene Gesprächsdaten sicher in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen.

Andreas Kullberg, CEO und Co-Founder von Agaton, betont, dass KI-gestützte Sales-Überlegenheit entscheidend für den Wettbewerbsvorteil moderner Enterprise-Teams sei. Unterstützt wird diese Vision von Investoren wie Inception Fund und Alstin Capital, die in der Seed-Runde als Lead-Investoren auftreten.

Bild: Agaton Team Bildcredits/Fotograf: Christine Knutsson

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

6,5 Millionen Euro Series A: happyhotel treibt KI im Revenue Management voran

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KI-Agent von happyhotel für Hotels erhält 6,5 Mio Bildcredits happyhotel Founders Sebastian Kuhnhardt, Rafael Weissmüller und Marius Müller (c)happyhotel

KI-Agent übernimmt Revenue-Management-Aufgaben im Hotel, ergänzt durch menschliche Expertise

Die Series A wird die europaweite Expansion beschleunigen
Die Finanzierungsrunde wird von Reimann Investors angeführt

happyhotel, die Revenue-Management-Software für unabhängige Hotels und Hotelgruppen in Europa, hat erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde über 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom Venture-Capital-Fonds Reimann Investors. Auch bestehende Investoren wie der Start-up BW Innovation Fonds (verwaltet von der MBG Baden-Württemberg), seed + speed Ventures sowie das Family Office Wecken & Cie haben erneut investiert.

Hotels im Wandel – happyhotel bietet die Antwort

Hotels stehen heute unter zunehmendem Druck: Steigende Kosten, volatile Nachfrage, Personalmangel, und die Abhängigkeit von Online-Buchungsportalen erschweren es vielen Hotels, profitabel zu wirtschaften. happyhotel unterstützt Hoteliers mit automatisierter Preisoptimierung, kombiniert mit Expertenwissen und künstlicher Intelligenz. Bereits heute optimiert happyhotel den Vertrieb von über 50.000 Hotelzimmern in 12 Ländern und steigert damit den durchschnittlichen Hotelumsatz um rund 15%. Damit steuert happyhotel einen jährlichen Hotelumsatz von über 1 Milliarde Euro.

Der neue Standard für Hotels: Von der Revenue-Management-Software zum KI-Agenten

Mit dem frischen Kapital beschleunigt happyhotel seine Expansion in Europa und investiert in die Weiterentwicklung seines Commercial-KI-Agenten. Der KI-Agent unterstützt die Nutzer dabei, die richtigen Preis- und Vertriebsentscheidungen zu treffen, und soll sukzessive komplexere Aufgaben übernehmen. Dabei analysiert der KI-Agent in Echtzeit eine Vielzahl an Markt- und Nachfragedaten. Ein Team an internen erfahrenen Revenue Managern ergänzt den KI-Agenten bei grundlegenden strategischen Fragestellungen.

“Wir bauen unser System nicht für den Revenue Manager – wir automatisieren die Aufgaben eines Revenue Managers“, erklärt Rafael Weißmüller, CEO von happyhotel. „Unser Ziel ist es, jedem Hotel ein professionelles Revenue Management zu ermöglichen und den Verkauf von Hotelzimmern vollständig zu automatisieren, damit sie sich voll und ganz auf ihre Gäste konzentrieren können“.

Strategische Partnerschaft für europäische Expansion

„happyhotel vereint alles, was wir in dieser Phase suchen: ein erfahrenes Gründerteam, ein skalierbares Produkt mit messbarem Kundennutzen und einen großen, bislang nur teilweise erschlossenen Markt“, sagt Hans-Christian Perle von Reimann Investors. „Rafael und sein Team haben überzeugend gezeigt, dass sie die Anforderungen im Bereich Hospitality umfassend verstehen und in eine leistungsfähige Lösung übersetzen. Wir freuen uns darauf, happyhotel als aktiver Sparringspartner in der nächsten Wachstumsphase zu begleiten.“

Bildcredits happyhotel Founders Sebastian Kuhnhardt, Rafael Weissmüller und Marius Müller (c)happyhotel

Quelle Maschmeyer Group MM Support GmbH

Warum ist Menstruation noch immer ein Tabuthema?

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Rouge Menstruation Zyklus Gründerin Tina Frey

Rouge entwickelt einen funktionalen Drink rund um Menstruation und Zyklus und setzt sich für mehr Sichtbarkeit und Enttabuisierung im Alltag ein

Wie ist Rouge entstanden und wie ist das Team heute aufgestellt?

Rouge wurde 2022 von mir und mit Unterstützung meines Partners in der Schweiz gegründet. Wir waren neugierig, ob sich meine Idee verwirklichen lässt. Mittlerweile haben wir 300’000 Rouge-Drinks verkauft, zahlreiche Projekte umgesetzt und sind seit Ende 2025 auch offiziell in Deutschland vertreten.

Ich bin als Gründerin und Geschäftsführerin zwar verantwortlich, aber im Alltag bin ich vor allem eines: Mädchen für alles. Zwei wunderbare Frauen unterstützen mich operativ, mein Partner hilft, wo immer es nötig ist und für den Markteintritt in Deutschland haben wir eine starke Partnerin im Schwarzwald gefunden.

Was war der persönliche Auslöser, sich mit Rouge so klar dem Thema Menstruation und Enttabuisierung zu widmen?

Ich habe in meinem Freundinnenkreis gemerkt, wie stark die Periode unseren Alltag beeinflusst. Gleichzeitig wird nur selten oder wenn, dann negativ darüber gesprochen. Dabei ist die Menstruation ein biologisches Wunder und hat diese Negativität und Tabuisierung sicher nicht verdient! Zumal die Hälfte der Menschheit einen Zyklus hat! Ich fragte mich also: Wie könnte man das ändern?

Ich habe Kommunikation studiert und weiss, dass Symbole mächtige Werkzeuge sind, um eine Botschaft auch emotional zu transportieren. Also sucht ich nach einem passenden Symbol und so kam ich auf Getränke. Denn heute gibt es für jede Lebenslage ein Getränk: Muskelaufbau, Energie, Konzentration, Erkältung, Fussball-WM usw. Aber für die Periode nicht. Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen.

Welche Vision verfolgt Rouge langfristig und welche konkreten Schritte sind notwendig, um diese Realität werden zu lassen?

Meine Vision ist, dass Menstruation kein Tabuthema mehr ist, sondern ein normaler Teil unserer Gesprächskultur. Dass eine Rouge-Flasche auf dem Schreibtisch keine Verwunderung auslöst, sondern vielleicht ein positives Gespräch. Und dass Frauen ihren Zyklus nicht als Schwäche, sondern als Teil ihrer Kraft sehen.

Um das zu erreichen, braucht es mehrere Ebenen: Sichtbarkeit im Alltag, nicht nur in Kampagnen. Kooperationen mit Marken und Organisationen, die ähnliche Werte vertreten. Eine starke Community, die mitträgt. Und wirtschaftliche Stabilität, denn nur ein gesundes Unternehmen kann langfristig Wirkung entfalten.

An wen richtet sich Rouge in erster Linie und welche Bedürfnisse rund um Menstruation möchtet ihr gezielt adressieren?

Rouge richtet sich in erster Linie an Frauen, die ihren Zyklus bewusster wahrnehmen möchten. Frauen, die sagen: Ich möchte in dieser Phase nicht immer leiden oder nur funktionieren, sondern gut für mich sorgen.

Wir adressieren drei zentrale Bedürfnisse: Erstens das Bedürfnis nach einem bewussten Ritual, das dich dabei unterstützt, deinen Zyklus als etwas Positives wahrzunehmen. Zweitens die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralien. Und drittens das Bedürfnis nach Normalität. Die Periode darf sichtbar sein, ohne dass man sich dafür erklären muss.

Welche Rolle spielt der Rouge Drink im Gesamtkonzept des Unternehmens und wie fügt er sich in eure Mission ein?

Der Drink ist Herzstück und Symbol zugleich. Er ist das erste coole Periodengetränk der Welt. Ein Nahrungsergänzungsmittel, das in Wasser gelöst wird und in unserer Rouge-Flasche seine charakteristische Farbe annimmt. So wird er zu einem Statement.

Wenn die Flasche auf dem Tisch steht, wird die Periode sichtbar. Und genau das ist Teil unserer Mission. Aus einem Blick wird eine Frage, aus einer Frage entsteht oft ein Gespräch. Gleichzeitig fließt ein Teil des Erlöses direkt in soziale Projekte. Der Drink verbindet also Selbstfürsorge und gesellschaftliches Engagement ganz konkret.

Was unterscheidet Rouge aus eurer Sicht von anderen Marken im Bereich Periodengesundheit und Selbstfürsorge?

Viele Marken setzen auf Diskretion. Möglichst unauffällig, möglichst funktional. Wir gehen bewusst einen anderen Weg. Rouge ist sichtbar, ästhetisch und selbstbewusst. Wir wollen nicht verstecken, sondern zeigen.

Außerdem verstehen wir uns nicht nur als Supplement Marke, sondern als Bewegung. Wir verbinden Produkt, Community und Social Impact. Diese Kombination aus Ritual, Haltung und Engagement macht Rouge für mich einzigartig.

Mit welchen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Herausforderungen ist Rouge konfrontiert und wie geht ihr damit um?

Gesellschaftlich stoßen wir immer noch auf Unsicherheiten. Manche sind begeistert, andere irritiert. Das gehört dazu, wenn man ein Tabu berührt. Für mich ist genau das ein Zeichen, dass wir etwas bewegen.

Wirtschaftlich ist es herausfordernd, ein physisches Produkt aufzubauen. Mindestbestellmengen, regulatorische Anforderungen, unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland und der Schweiz. Wir sind bewusst langsam gewachsen, haben viel gebootstrappt und immer wieder priorisiert. Nicht alles gleichzeitig, sondern Schritt für Schritt.

Wie wichtig ist der Social Impact für Rouge und wie wählt ihr die Projekte aus, die ihr unterstützt?

Social Impact ist kein Marketinginstrument für uns, sondern Teil unseres Selbstverständnisses. Ein Teil jedes verkauften Produkts fließt in Projekte, die Frauen in weniger privilegierten Situationen unterstützen.

Mir ist wichtig, dass wir Projekte sorgfältig auswählen und persönlich prüfen. Es geht nicht um große Worte, sondern um konkrete Wirkung. Hilfe zur Selbsthilfe, langfristige Perspektiven und Transparenz stehen für uns im Mittelpunkt.

Welche Entwicklungen oder neuen Angebote plant Rouge für die kommenden Jahre?

Wir möchten unsere Präsenz in Deutschland weiter ausbauen und noch stärker mit Partnern vor Ort arbeiten. Außerdem beschäftigen wir uns kontinuierlich mit Produktweiterentwicklungen, neuen Geschmacksrichtungen und zusätzlichen Mehrwerten rund um den Zyklus.

Gleichzeitig wollen wir unsere Community Formate ausbauen, mehr Events, mehr Austausch, mehr Kooperationen. Rouge soll wachsen, aber auf eine Art, die zu uns passt.

Wie reagiert eure Community auf den offenen Umgang mit Menstruation und die Sichtbarkeit, die ihr schafft?

Meistens sehr positiv und oft sehr emotional. Viele Frauen schreiben uns, dass sie sich durch Rouge bestärkt fühlen. Dass sie zum ersten Mal offen über ihre Periode sprechen oder die Flasche bewusst im Büro stehen lassen. Auf der anderen Seite wurden wir im Vorfeld einer Bestellung auch schon gefragt, ob die Verpackung neutral sei, weil man nicht will, dass Briefträger oder Nachbarn davon wissen.

Ich glaube, Sichtbarkeit verändert Verhalten. Wenn etwas ästhetisch und selbstverständlich präsentiert wird, verändert sich auch die Wahrnehmung. Es braucht Zeit, aber wir erleben es «live» mit in unserer Community.

Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein wertegetriebenes Startup aufbauen möchten?

Erstens: Bleib offen, aber deiner inneren Überzeugung treu. Du wirst auf Widerstand stossen, gerade wenn du in der Gesellschaft etwas verändern möchtest.

Zweitens: Wähle deine Partner sehr bewusst. Insbesondere am Anfang ist es wichtig, dass alle den persönlichen «Drive» mitbringen.

Drittens: Wachse in deinem Tempo. Es ist verlockend, schnell zu skalieren. Aber nachhaltiges Wachstum schafft Stabilität und Glaubwürdigkeit.

Bildcredits Selfspring GmbH

Wir bedanken uns bei Tina Frey für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Rouge

Rouge logo

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Selfspring Deutschland
Bonndorfer Strasse 20
DE-79853 Lenzkirch

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Ansprechpartner: Tina Frey

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Kann man ein alltägliches Handwerksproblem endlich dauerhaft lösen?

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eezee macht Silikonieren mit innovativen Produkten einfacher eezee Höhle der Löwen v.l. Tom Lewis, Heiko Geffers, Sandra Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

eezee entwickelt patentierte Fertigsilikonfugen und erleichtert das Silikonieren im Sanitärbereich mit innovativen Produkten für dauerhaft saubere Ergebnisse und wird am 23. Februar 2026 in der Höhle der Löwen vor den Investoren pitchen

Wie ist das Startup eezee entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Zunächst gab es nur den Anspruch, das Silikonieren im eigenen Sanitärbetrieb einfacher und weniger reklamationsanfällig zu machen. Sandra Geffers suchte bereits seit 15 Jahren nach einer Lösung, fand aber lange Zeit kein Gehör bei ihrem Mann. Als das Unternehmerpaar dann doch in die Entwicklung und Patentierung ging, stellte sich schnell heraus, dass alle Familienmitglieder zum Gelingen etwas beitragen konnten und mussten. Denn das Vorhaben wurde immer zeitintensiver und anspruchsvoller. Hinter eezee steht eine Familie mit Handwerkserfahrung: Heiko und Sandra Geffers gründeten 2023 zusammen mit ihren Söhnen Tom-Lewis und Tiago die eezee Vertriebs GmbH.

In welcher Branche ist eezee tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Das Unternehmen vertreibt Sanitärartikel, genauer beschrieben, selbst entwickelte, patentierte Fertigsilikonfugen für Sanitärporzellane. eezee Produkte schaffen einen Mehrwert durch Einsparung von Arbeitszeit, Trocknungszeit und Restmüll. Und sorgen zudem für einheitliche Optik und ein hohes Maß an Hygiene durch schimmelresistente Oberfläche und einfache Austauschbarkeit durch jedermann.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von eezee? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Es gab definitiv eine Marktlücke. Silikonfugen an WCs, Waschbecken, Bidets und Urinalen sind nach herkömmlichen Verfahren selten gleichmäßig. Oft reißt die Fuge in Benutzung schnell, vergilbt oder setzt Schimmel an. Eine einheitliche Optik ist eine Seltenheit und abhängig von der Fingerfertigkeit des Ausführenden. Und an manchen Objekten, wie z.B. den meisten Dusch-WCs ist auf herkömmliche Art überhaupt kein Silikonieren möglich, weil mit der Silikonspritze der Spalt nicht erreicht werden kann.

Was macht das Konzept oder die Technologie von eezee besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Seit eezee kann jeder Silikonieren, der Profi und Nichtprofi!

Die Produkte sind einzigartig, Form und Anwendungszweck sind geschützt. eezee Fugenringe passen sich durch Elastizität und die spezielle Formgebung ideal dem Fugenspalt an. Sie halten durch Eigenspannung ohne Klebstoffe und hinterlassen keine Rückstände beim Entfernen oder Wechseln. Für Formen, bei denen die Ringe nicht anwendbar sind, wurde das Fugenband mit porzellanseitiger Klebebeschichtung und ebenfalls patentierter Formgebung entwickelt. Auch hier entstehen bei Entfernen keine Rückstände. Das Grundmaterial der eezee Fertigsilikonfugen wird für andere Zwecke schon lange in der Lebensmittelindustrie verwendet, ist schimmelresistent und vergilbungsfrei. Durch Wegfall von Trocknungszeiten und Ausdünstungen haben eezee Produkte in Bereichen mit vorgeschriebenem Wechselturnus und bisher ärgerlichen Raumsperrzeiten einen doppelten Mehrwert.

Welche Vision verfolgt eezee? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Eine Weiterentwicklung von eezee für Anwendung über Sanitärporzellane und Waschtischkonsolen hinaus ist bereits in Arbeit. Wir gehen davon aus, dass eezee Produkte sich in absehbarer Zeit in Ausschreibungen für Haustechnik etablieren werden. Denn gerade im öffentlichen und medizinischen Bereich, sowie in großen Wohnanlagen bieten die Produkte einen hohen Mehrwert im Vergleich zum herkömmlichen Silikonieren. Darüber hinaus möchten wir eezee Produkte im 2026/2027 auch über Deutschland und Österreich hinaus etablieren.

Warum fiel die Entscheidung, sich mit eezee bei der Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Als wir auf den ersten beiden Messen im Jahr 2024 von fast jedem Besucher am Stand hörten: „Das ist ja wahnsinnig! Warum habe ich so einen Problemlöser nicht erfunden?“ war uns klar, dass unsere Produkte das Potential haben, zum Standard zu werden. Wir selbst hatten aber jahrzehntelange Erfahrung im Handwerk und nicht im Vertrieb. Für uns stellten sich zwei Fragen: Wie machen wir unsere Produkte möglichst schnell einem größeren Kreis bekannt. Und wie gewinnen wir einen Partner oder Investor mit Vertriebserfahrung, Kompetenz im Markenaufbau und entsprechenden Kontakten, damit wir Wachstum auch „wuppen“ können. Da wir „Die Höhle der Löwen“ als Unternehmer in den vergangenen Jahren auch oft mit großem Interesse verfolgt hatten, lag der Schritt auf der Hand.

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Perfekt wäre, wenn eezee durch die Show an Bekanntheit gewinnt und wir einen Investor gewinnen, der zu unserer Familie und zu unseren langfristigen Plänen passt.

Welche nächsten Schritte sind nach der Show geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Im Grunde planen wir unseren Businessplan aus 2023 weiter zu verfolgen und den Absatz bis 2028 zu vervielfachen. Dafür werden wir im Produktionsprozess weiter automatisieren und investieren. Auch zu Weiterentwicklung werden wir sicher in absehbarer Zeit berichten.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Das Brennen für ein Vorhaben führt dazu, dass man jahrelang überall und mit jedem über sein Thema spricht. Dabei entstehen sehr viele Hinweise. Kritik und Zuspruch von Fremden sollte man jeweils ernst und nicht ruhen, bis man jede Kritik verstanden und bearbeitet hat und jedem Zuspruch Glauben schenken kann.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Etwas Neues zu beginnen braucht Durchhaltevermögen. Man sollte sich nicht schnell entmutigen lassen. Wenn auch Fremde Dein Produkt oder Deine Dienstleistung verstehen und sich dafür begeistern, bist Du auf dem richtigen Weg.

Sehen Sie eezee am 23. Februar 2023 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen

Bild: eezee v.l. Tom Lewis, Heiko Geffers, Sandra Geffers Credit RTL Bernd Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Sandra und Heiko Geffers für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wann beginnt Marge wirklich zu kippen?

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MARGINOS macht Margenrisiko im Bestand sichtbar Patrick und Boris

MARGINOS hilft Autohäusern, Margenrisiko im Bestand frühzeitig zu erkennen und tägliche Priorisierungen datenbasiert zu steuern

Wie ist MARGINOS entstanden und wer sind die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen?

Hinter MARGINOS stehen Patrick Maghazehi und Boris Panic.

Der Ursprung war kein Businessplan, sondern der tägliche Blick in Autohäuser. Schnell wurde klar, dass es kein System gibt, das hilft, den Fahrzeugbestand konsequent zu priorisieren und Margenrisiken früh zu erkennen.

Auf dieser Basis wurde MARGINOS aufgebaut und anschließend gemeinsam mit über 25 Autohäusern weiterentwickelt, validiert und perfektioniert. Die Lösung ist direkt aus realen Problemen entstanden und genau dafür gemacht.

Was war der Auslöser für die Idee, Autohäusern bei der täglichen Priorisierung ihres Bestands zu helfen?

Der Auslöser war eine einfache Erkenntnis: Autohäuser verlieren Marge nicht, weil sie schlecht arbeiten, sondern weil sie zu spät reagieren. Im Alltag fehlt ein klarer Moment, der sagt, welche Fahrzeuge heute wirklich Aufmerksamkeit brauchen. Genau diese fehlende Priorisierung im Tagesgeschäft war der Startpunkt für MARGINOS.

MARGINOS spricht von Margenrisiko im Fahrzeugbestand. Wie definieren Sie dieses Risiko und warum wird es unterschätzt?

Margenrisiko entsteht lange vor dem Verkauf. Es entsteht durch Standzeit, falsche Preisentscheidungen und fehlende Reaktion. Dieses Risiko wird unterschätzt, weil es nicht plötzlich auftaucht, sondern schleichend wächst. MARGINOS macht sichtbar, wo dieser Punkt erreicht ist, bevor tatsächlich Geld verloren geht.

Welche konkreten Datenquellen verbindet MARGINOS, und wie entstehen daraus Handlungsempfehlungen?

MARGINOS nutzt bestehende Bestandsdaten, Marktinformationen und Vermarktungsdaten.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Daten selbst, sondern in der Übersetzung. Es geht nicht darum, Zahlen zu analysieren, sondern zu verstehen, was sie konkret für ein einzelnes Fahrzeug bedeuten. Daraus entstehen klare Hinweise, ob gehandelt werden sollte oder nicht.

Mit über 25 Autohäusern wurde MARGINOS entwickelt und validiert. Wie sah diese Zusammenarbeit aus?

Die Zusammenarbeit war eng, ehrlich und sehr praxisnah. Wir haben Prototypen gezeigt, Feedback bekommen und vieles wieder verworfen. Über alle Autohäuser hinweg sind immer dieselben Probleme aufgetreten. Genau diese wiederkehrenden Muster haben MARGINOS geformt. Nicht als Theorie, sondern als Antwort auf reale Entscheidungen im Alltag.

An wen richtet sich MARGINOS konkret innerhalb eines Autohauses?

An alle, die Verantwortung für Bestand und Marge tragen. Geschäftsführung, Verkaufsleitung und Disposition. MARGINOS ersetzt keine Rollen, sondern sorgt dafür, dass alle auf Basis derselben Prioritäten entscheiden können.

Was unterscheidet MARGINOS von klassischen Reporting- oder Controlling-Tools?

Klassische Tools erklären, was bereits passiert ist. MARGINOS hilft dabei zu erkennen, was jetzt wichtig ist. Ein Blick genügt, um zu wissen, wo Handlungsbedarf besteht und wo bewusst nichts getan werden sollte. Diese Art der täglichen Priorisierung gab es im Autohandel so bisher nicht.

Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen für MARGINOS im Markt?

Die größte Herausforderung liegt im Umdenken. Weg von monatlicher Analyse, hin zu täglicher Entscheidung. Technisch ist vieles möglich. Entscheidend ist, dass Autohäuser lernen, ihre Aufmerksamkeit gezielt einzusetzen. Wer das einmal erlebt, will nicht mehr zurück.

Wie stellen Sie sicher, dass Empfehlungen nicht nur gelesen, sondern umgesetzt werden?

Indem MARGINOS keine Entscheidungen abnimmt. Das System zeigt Konsequenzen auf, die Verantwortung bleibt beim Menschen. Genau das sorgt dafür, dass Entscheidungen ernst genommen und umgesetzt werden.

Welche Vision verfolgen Sie mit MARGINOS für die kommenden Jahre?

MARGINOS soll der tägliche Startpunkt im Autohaus werden. Ein ruhiges System, das Orientierung gibt, bevor Probleme entstehen. Langfristig geht es darum, bessere Entscheidungen im gesamten Betrieb zu ermöglichen, nicht nur im Bestand.

Wie verändert sich aus Ihrer Sicht der Umgang mit Margen und Bestandsentscheidungen im Automobilhandel?

Marge wird künftig nicht mehr im Nachhinein erklärt, sondern im Voraus gesteuert.
Wer früh erkennt, wo etwas kippt, gewinnt Zeit. Und Zeit ist heute der wichtigste Faktor im Handel.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben?

Geht tief in den Alltag eurer Zielgruppe. Baut nichts, was ihr selbst nicht täglich nutzen würdet. Und unterschätzt niemals, wie groß ungelöste Alltagsprobleme wirklich sind.

Bildcredits: @privat

Wir bedanken uns bei Patrick Maghazehi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: MARGINOS

MARGINOS LOGO

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MARGINOS
Erich-Kästner-Str. 12
80796 München

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Ansprechpartner: Patrick Maghazehi

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Staffelauftakt mit mutigen Gründern

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23. Februar 2026: KI Startup und Gründer Battle sorgen bei Die Höhle der Löwen für Spannung, Emotionen und kontroverse Diskussionen. Die "Löwen" Janna Ensthaler und Ralf Dümmel nehmen die Kondomschutzhülle von "Concard" genau unter die Lupe. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer
Die "Löwen" Janna Ensthaler und Ralf Dümmel nehmen die Kondomschutzhülle von "Concard" genau unter die Lupe. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Am 23. Februar 2026 startet Die Höhle der Löwen mit KI Startup, Gründer Battle und Familienunternehmen in die neue Staffel bei VOX.

Wenn sich die Türen der Höhle erneut öffnen, zeigt sich direkt zum Auftakt, wie vielfältig und ambitioniert die deutsche Gründerszene 2026 ist. Die erste Folge, die bereits ab dem 16. Februar auf RTL+ verfügbar ist, verbindet technologische Innovation, emotionale Familiengeschichten und ein temporeiches Wettbewerbsformat zu einem spannenden Staffelstart.

23. Februar 2026: Ein Auftakt mit Innovationskraft

Der 23. Februar 2026 markiert den Beginn einer neuen Staffel und setzt thematisch ein klares Zeichen. Von künstlicher Intelligenz über nachhaltige Ernährung bis hin zu handwerklicher Problemlösung reicht die Bandbreite der präsentierten Geschäftsideen.

Auffällig ist die Professionalität vieler Gründerinnen und Gründer. Sie betreten die Höhle nicht mehr nur mit einer Vision, sondern mit marktreifen Produkten, validierten Geschäftsmodellen und klarer Positionierung. Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Investoren ist intensiver denn je.

KI Startup admark.ai sorgt für Diskussionen

Für besondere Aufmerksamkeit sorgt ein außergewöhnlich junger Gründer. Christopher Luis Zoellner, 18 Jahre alt, präsentiert mit admark.ai eine KI gestützte Plattform für datenbasiertes Social Media Marketing Made in Germany.

Entwickelt wurde das Tool nach eigenen Angaben im Kinderzimmer. Die Idee entstand aus persönlicher Erfahrung: Als Teenager baute Zoellner mehrere erfolgreiche Instagram Accounts mit bis zu 200.000 Followern auf. Aus dieser Praxis entwickelte er ein skalierbares Analyse Tool für Unternehmen.

admark.ai bewertet Inhalte auf Instagram, Facebook und LinkedIn, vergibt Erfolgsscores und liefert Optimierungsvorschläge für Texte, Emojis sowie Bild und Videoinhalte. Ziel ist es, Social Media Marketing messbar erfolgreicher zu machen. In der Höhle sorgt der KI Ansatz für intensive Diskussionen. Während einige Investoren die technologische Tiefe und Marktpositionierung kritisch hinterfragen, zeigen sie sich zugleich beeindruckt von der unternehmerischen Reife des jungen Gründers.

Gründer Battle bringt Tempo in die Höhle der Löwen

Ein zentrales Element der Auftaktfolge ist das Gründer Battle. Zwei Startups treten direkt gegeneinander an und haben jeweils nur 60 Sekunden Zeit, um das Interesse der Investoren zu wecken. Nur wer überzeugt, darf seinen Pitch fortsetzen.

Im direkten Duell stehen sich Bierbommel und LUBELL gegenüber. Bierbommel präsentiert eine Lösung für sicheren Bechertransport im Stadion und adressiert damit ein alltagsnahes Problem mit großer Zielgruppe. LUBELL hingegen setzt auf ein duftspendendes Armband, das Lifestyle und Funktionalität verbindet.

Das Gründer Battle verdeutlicht, wie entscheidend Klarheit, Storytelling und Bühnenpräsenz sind. In nur einer Minute muss eine Geschäftsidee verständlich, relevant und investierbar erscheinen. Das Format erhöht den Druck und bringt zusätzliche Dynamik in die Verhandlungen.

Familienunternehmen eezee setzt alles auf eine Idee

Für einen der emotionalsten Momente sorgt das Familienunternehmen eezee aus der Nähe von Freiburg. Sandra und Heiko Geffers treten gemeinsam mit ihrem Sohn Tom Lewis an. Über zwei Jahrzehnte führten die Eltern einen erfolgreichen Heizungs und Sanitärbetrieb mit rund 50 Mitarbeitenden.

Die Idee zu eezee entstand direkt aus dem Arbeitsalltag. Ungleichmäßige oder rissige Silikonfugen führten regelmäßig zu unzufriedenen Kunden. Die Familie entwickelte eine flexible Fertigfuge, die sowohl Profis als auch Heimwerkern saubere Ergebnisse ermöglicht.

Um sich vollständig auf das neue Produkt zu konzentrieren, verkaufte die Familie ihren Handwerksbetrieb. eezee ist bereits am Markt etabliert und verzeichnet starke Verkaufszahlen. In der Höhle wird schnell deutlich, dass es sich nicht um ein Nischenprodukt handelt, sondern um einen universellen Problemlöser mit breitem Marktpotenzial. Die Verhandlungen entwickeln sich emotional und intensiv.

Nachhaltige Ernährung mit Andenkraft

Mit Andenkraft bringt Justinian Gomez Moreno eine natürliche Zuckeralternative auf Basis der Yaconwurzel aus den peruanischen Anden in die Höhle. Die Wurzel ist für ihre präbiotischen Eigenschaften bekannt und wird seit Jahrhunderten traditionell genutzt.

Gemeinsam mit Kleinbauern in Peru verarbeitet das Unternehmen die Yaconwurzel zu Sirup und Haselnusscreme, ohne Industriezucker und palmölfrei. Der Pitch erhält eine besondere emotionale Note, da die Familie des Gründers sichtbar hinter dem Projekt steht.

Die Investoren würdigen Geschmack und gesundheitlichen Ansatz, stellen jedoch kritische Fragen zur Marktaufklärung und Positionierung. Andenkraft steht exemplarisch für den wachsenden Trend zu funktionalen Lebensmitteln mit nachhaltigem Anspruch.

Kontroverse Reaktionen auf CONCARD

Für hitzige Diskussionen sorgt schließlich CONCARD, eine flache Kondomschutzhülle für das Portemonnaie. Gründer Patrick Beyer will damit sicherstellen, dass Kondome im Alltag tatsächlich geschützt bleiben und Safer Sex nicht an falscher Aufbewahrung scheitert.

Der provokante Pitch polarisiert. Während einige Investoren das Produkt kritisch beurteilen, erkennen andere das Potenzial hinter einem alltäglichen, aber sensiblen Thema. Auch hier zeigt sich, wie unterschiedlich Geschäftsmodelle bewertet werden können.

Der Staffelauftakt zeigt deutlich: Zwischen KI Startup, Gründer Battle und Familienunternehmen präsentiert sich die neue Runde von Die Höhle der Löwen vielfältig, emotional und innovationsgetrieben.

Bild Die „Löwen“ Janna Ensthaler und Ralf Dümmel nehmen die Kondomschutzhülle von „Concard“ genau unter die Lupe. Bildcredits/ Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

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