Samstag, Januar 17, 2026
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Warum scheitern so viele gute Ideen auf dem Weg in den Markt?

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HIGHEST Gründung und Transfer aus der Forschung Harald Holzer Fotocredit: HIGHEST/Benjamin Schenk

HIGHEST unterstützt Gründerinnen und Gründer dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig in marktfähige Geschäftsmodelle und nachhaltige Unternehmen zu überführen

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die enge Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft, um Innovationen in Deutschland zu fördern?

Sie ist zentral. Deutschland verfügt über exzellente Forschung – Innovation entsteht aber erst dann, wenn Wissen konsequent in Anwendungen, Produkte und Geschäftsmodelle überführt wird. Gerade bei Deep-Tech mit langen Entwicklungszyklen braucht es diese Verzahnung, um Relevanz zu sichern, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Skalierung zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt HIGHEST dabei, Forschungsergebnisse aus der TU Darmstadt in marktfähige Produkte und Geschäftsmodelle zu überführen?

HIGHEST versteht sich als Partner für Menschen. Wir kommen sehr früh mit potenziellen Gründerinnen und Gründern in Kontakt – oft bevor eine konkrete Idee oder ein Geschäftsmodell steht. In dieser Phase schärfen wir unternehmerisches Denken, prüfen Marktbedarfe und unterstützen beim Teamaufbau. Wenn Marktverständnis und Teamreife zusammenwachsen, entsteht die Grundlage für tragfähige Produkte und skalierbare Geschäftsmodelle.

Was motiviert Sie persönlich, sich für den Wissens- und Technologietransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft einzusetzen?

Wir wissen als Gesellschaft technologisch im Grunde alles – die Lösungen liegen auf dem Tisch. Was uns fehlt, ist der Mut und die Umsetzungskraft, daraus konsequent Unternehmen und neue Märkte zu schaffen. Als Mehrfachgründer habe ich erlebt, wie groß diese Lücke zwischen Wissen und Wirkung ist. Genau deshalb motiviert es mich, meine Erfahrung einzubringen und dabei zu helfen, Forschung in nachhaltige, international wettbewerbsfähige Unternehmen zu übersetzen.

Wie hat sich die Gründungs- und Innovationskultur an der TU Darmstadt in den vergangenen Jahren entwickelt?

Sie hat sich deutlich professionalisiert. Unternehmertum wird stärker als gleichwertige Option neben Wissenschaft und Industrie wahrgenommen. Durch den Ausbau von Partnerschaften und Kooperationen ist spürbar mehr Dynamik entstanden – mit Hochschulen, Industrie, Investoren und Initiativen wie Futury. Innovation wird dadurch weniger isoliert gedacht, sondern als gemeinschaftlicher Prozess im Ökosystem. Das erhöht Sichtbarkeit, Geschwindigkeit und Qualität von Gründungsvorhaben.

Was unterscheidet HIGHEST von anderen Gründungszentren in Deutschland?

Wir setzen bewusst sehr früh an. Während viele Angebote stark bei Businessplänen, Programmen oder Finanzierung starten, begleiten wir Menschen und Teams bereits vor der konkreten Gründungsidee. Statt standardisierter Formate arbeiten wir in dieser Phase individuell, passgenau und praxisnah – mit Fokus auf Team, Marktverständnis und unternehmerische Entwicklung. Kombiniert mit unserer Nähe zur TU Darmstadt und dem Schwerpunkt Deep Tech und Green Tech ergibt das einen Ansatz, der Gründungen nicht nur ermöglicht, sondern langfristig tragfähige Unternehmen aufbaut.

Welche Faktoren machen die Region Frankfurt-Rhein-Main/Neckar zu einem besonders attraktiven Standort für Deep-Tech- und Green-Tech-Startups?

Ein wesentlicher Faktor ist die Bündelung von Kräften. Mit der RheinMain Startup Factory FUTURY haben Hochschulen, Wirtschaft und Investoren Aktivitäten gebündelt, um Innovation in skalierbaren Strukturen voranzubringen. So entsteht eine kritische Masse an Talenten, Forschung und Partnern. Das beschleunigt den Weg von der Idee in den Markt – durch frühe Einbindung von Unternehmen, realistische Anwendungsfälle, Pilotprojekte und investierbare Spin-offs.

Wie unterstützt HIGHEST Gründerinnen und Gründer konkret auf ihrem Weg von der Idee zum erfolgreichen Unternehmen?

Wir begleiten Teams entlang der frühen und mittleren Phasen – mit Fokus auf die Menschen hinter der Idee. Konkret unterstützen wir bei der Schärfung von Problem- und Lösungsverständnis, bei Marktvalidierung und beim Aufbau eines performanten Gründerteams. Dazu kommen Beratung zu IP- und Transferfragen, Unterstützung beim Zugang zu Fördermitteln und Investoren sowie gezielte Vernetzung mit Industriepartnern und Pilotkunden. Ziel ist, Teams in die Lage zu versetzen, tragfähige und international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen.

Welche Rolle spielt das internationale Netzwerk von HIGHEST bei der Förderung von Innovationen?

Es ist ein wichtiger Beschleuniger. Über FUTURY und die europäische Hochschulallianz UNITE! ist HIGHEST in internationale Netzwerke eingebunden, die Forschung, Unternehmertum und Industrie verbinden. Das eröffnet Gründerinnen und Gründern Zugang zu Talenten, Märkten, Investoren und Partnern. Gerade Deep-Tech und Green-Tech müssen früh international gedacht und validiert werden.

Wie funktioniert das Modell „IP for Shares“ und welchen Mehrwert bietet es Startups und Forschenden?

In der Arbeit mit zahlreichen Start-ups sehen wir immer wieder, dass klassische IP-Transfermodelle für junge Unternehmen eine große Hürde darstellen. Lizenzgebühren oder IP-Käufe binden in einer sehr frühen Phase Liquidität und erschweren häufig den Zugang zu Investoren. Genau aus diesen Erfahrungen der Startups heraus wurde an der TU Darmstadt das Modell IP4Virtual Shares entwickelt: Das geistige Eigentum wird auf das Start-up übertragen, die Universität erhält im Gegenzug virtuelle Anteile. So liegt das IP vollständig im Unternehmen, es entstehen keine laufenden Zahlungen, und die Struktur bleibt investorenfähig. Gleichzeitig profitieren Universität und Forschende über eine faire Beteiligung am langfristigen Erfolg – ohne den Gründungsprozess auszubremsen.

Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem HIGHEST eine wissenschaftliche Idee dabei unterstützt hat, in den Markt zu kommen?

Ein gutes Beispiel ist das Deep-Tech-Startup Illutherm, das aus der Forschung an der TU Darmstadt hervorgegangen ist und inzwischen offiziell mit dem TU-Darmstadt-Spin-off-Label ausgezeichnet wurde. Die zugrunde liegende Technologie basiert auf neuartigen keramischen Materialien mit hohem Potenzial für energieeffiziente Heiz- und Lichtanwendungen.
HIGHEST hat das Team bereits in einer sehr frühen Phase begleitet – noch vor einer formalen Gründung oder einem ausgearbeiteten Geschäftsmodell. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf der IP-Beratung und dem strukturierten Transfer der Forschungsergebnisse aus der Universität heraus.

Wie sehen Sie das Potenzial Deutschlands, im internationalen Vergleich mehr bahnbrechende Innovationen hervorzubringen?

Deutschland verfügt über exzellente Forschung und enormes Innovationspotenzial. Der Engpass liegt nicht im Wissen, sondern in der konsequenten Umsetzung. Dafür braucht es deutlich mehr Kapital für Gründungen sowie substanzielle, verlässliche Budgets für Transfer und Ausgründungen. Insbesondere Deep-Tech- und Green-Tech-Vorhaben benötigen längere Entwicklungszeiten und entsprechend ausgestattete Finanzierungsstrukturen.
Gleichzeitig müssen Wissenschaftseinrichtungen systematisch stärker auf Transfer und Xchange ausgerichtet werden. Das erfordert nicht nur kulturellen Wandel, sondern vor allem klare Priorisierung in der Mittelvergabe: Transfer darf kein Nebenprojekt sein, sondern muss mit eigenen Budgets, professionellen Strukturen und Entscheidungsspielräumen ausgestattet werden. Wenn Kapital, Budgets und Mut zu schnellen Entscheidungen zusammenkommen, hat Deutschland beste Voraussetzungen, international führende Technologieunternehmen hervorzubringen.

Welche Herausforderungen erleben Sie aktuell im Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik?

Eine zentrale Herausforderung ist aus meiner Sicht die fehlende Kompatibilität zwischen den Systemen. Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verfolgen oft ähnliche Ziele, arbeiten jedoch mit unterschiedlichen Logiken, Zeitachsen und Instrumenten. Das zeigt sich besonders bei Förderprogrammen, die nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind und dadurch Brüche im Innovationsprozess erzeugen.
Für Gründungsteams bedeutet das hohen Koordinationsaufwand, lange Wartezeiten und Unsicherheit in entscheidenden Phasen. Gerade im Deep-Tech-Bereich, mit langen Entwicklungszyklen und hohem Kapitalbedarf, wirkt sich diese fehlende Kompatibilität besonders stark aus.
Was es braucht, sind klar verzahnte Förderpfade, schnellere Entscheidungen und eine stärkere strukturelle Verankerung von Transfer – inklusive eigener Budgets und echter Handlungsspielräume. Nur so kann aus exzellenter Forschung unternehmerische Wirkung entstehen.

Was wünschen Sie sich von der Politik, um den Innovationsstandort Deutschland langfristig zu stärken?

Klare Priorität für Innovation: weniger Bürokratie, schnellere Entscheidungen und bessere Bedingungen für Kapital und Skalierung – etwa durch stärkere Anreize für Wagniskapital und die Einbindung institutioneller Investoren. Dazu gehören verlässliche Rahmenbedingungen: digitale Infrastruktur, Fachkräftegewinnung und Räume, in denen neue Technologien regulierungssicher erprobt werden können.

Wie wird sich HIGHEST in den kommenden Jahren weiterentwickeln, um Gründerinnen, Forschende und Unternehmen noch besser zu vernetzen?

Wir fokussieren uns künftig noch stärker auf den Beginn der Startup Journey: Entrepreneurship früh sichtbar machen, Talente aus Wissenschaft und Studium aktivieren und Teams intensiv begleiten – oft noch bevor eine konkrete Idee steht. Parallel bauen wir den HIGHEST Company Builder im Deep-Tech-Bereich aus, um Teams in der frühen Phase strukturell und operativ noch stärker zu unterstützen.
Ab 2026 wird der Company Builder darüber hinaus auch die Möglichkeit haben, in ausgewählte Start-ups erste Investments zwischen 50.000 und 100.000 Euro zu tätigen. Damit stärken wir gezielt die frühe Phase und schließen eine zentrale Lücke zwischen Ideation, Gründung und Anschlussfinanzierung.

Welche Vision verfolgen Sie persönlich für die Zukunft von HIGHEST und den Innovationsstandort Deutschland?

Meine Vision ist, dass aus der TU Darmstadt regelmäßig neue Technologie-Champions entstehen – sichtbar, skalierbar und international wettbewerbsfähig. Gemeinsam mit FUTURY schaffen wir dafür die kritische Masse, um wissenschaftliche Innovationen nicht nur zu gründen, sondern erfolgreich zu skalieren.
Bis 2030 soll Gründen eine selbstverständliche Karriereoption sein, mit dem klaren Ziel: ein Startup pro Woche aus der TU Darmstadt.
HIGHEST fokussiert sich auf den Beginn der Startup Journey und den Aufbau unternehmerisch starker Teams, FUTURY übernimmt Skalierung, Kapital und Marktanschluss. So entsteht ein europäischer Leuchtturm für Deep-Tech-Innovation – regional verankert, global relevant.

Bild: Fotograf/ Bildcredits: @ Fotocredit: HIGHEST/Benjamin Schenk

Wir bedanken uns bei Harald Holzer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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Karolinenplatz 5
D-64283 Darmstadt

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Kann lokales Marketing heute wirklich einfach und skalierbar sein?

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Localyzer lokales Online-Marketing durch Automatisierung

Localyzer ist eine Softwareplattform für lokales Online-Marketing, mit der Unternehmen standortbasierte Werbekampagnen automatisiert, markenkonform und über mehrere digitale Kanäle hinweg steuern können.

Wie würden Sie Localyzer in wenigen Sätzen jemandem vorstellen, der das Unternehmen noch nicht kennt?

Localyzer ist die smarte Software-Lösung für lokales Online-Marketing. Unsere Plattform ermöglicht es Unternehmen, schnell und einfach personalisierte und markenkonforme Werbeanzeigen auf Kanälen wie Google, Facebook, Instagram, YouTube, ATV und vielen mehr zu schalten. Wir ermöglichen es Marken wie Vodafone, Canon, Mitsubishi oder Jeans Fritz, tausende standortbasierte Kampagnen automatisiert zu steuern. Bei Localyzer vereinfachen wir die sehr komplexe Welt des Online-Marketings für jeden, insbesondere für lokale Kund:innen – ohne Mindestbudgets und hohe Agenturkosten. Durch die Bereitstellung dieser Möglichkeit in Form einer benutzerfreundlichen Software haben unsere Kund:innen volle Transparenz und Kontrolle über ihre Aktivitäten.

Was hat Sie und Ihr Team dazu bewegt, Localyzer zu gründen – gab es einen bestimmten Moment oder Bedarf im Markt, der den Anstoß gegeben hat?

Auslöser waren der hohe Druck, unter dem Unternehmen mit lokalen Standorten aufgrund des E-Commerce und des „Innenstadtsterbens“ stehen, sowie die zunehmende Komplexität im Online-Marketing. Kleine Standortbudgets treffen auf immer mehr Kanäle, komplizierte Tools und Marketing-Fachjargon. Mit Localyzer lösen wir diese Komplexität für das Standortmarketing mit wenig Zeit und begrenztem Budget pro Standort. Wir ermöglichen Unternehmen mit vielen Standorten, personalisierte, markenkonforme Multi-Kanal-Kampagnen für alle Standorte mit einem einzigen Mausklick zu erzeugen. Ermöglicht wird dies durch Automatisierung und den zunehmenden Einsatz von KI.
Mit unserer neuen Marke Ctrl+A haben wir dieses Know-how auch in eine benutzerfreundliche All-in-one-SaaS-Lösung umgesetzt, die den gesamten Kampagnenprozess automatisiert. Sie ermöglicht es Kleinst-KMUs, Gründer:innen sowie Solo-Selbstständigen, maßgeschneiderte, automatisierte Kampagnen einfach und schnell zu erstellen und zu schalten.

Localyzer hilft Marken, lokale Online-Marketingkampagnen effizient umzusetzen. Was war die ursprüngliche Vision hinter dieser Idee, und wie hat sie sich seit der Gründung entwickelt?

Mit Localyzer haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, lokales Online-Marketing radikal zu vereinfachen. Mit wenigen Klicks kann man von der Idee zur standortbasierten Kampagne gelangen, und das unabhängig davon, ob ein Unternehmen zehn oder tausend Standorte hat. Gerade für Filialisten und mittelständische Unternehmen war es bisher kaum möglich, für jeden Standort individuelle, aber trotzdem skalierbare Kampagnen umzusetzen. Genau diese Lücke schließt Localyzer, indem wir hyperlokale, multikanalfähige Kampagnen zentral steuern, automatisieren und gleichzeitig pro Standort personalisieren.

Mit Ctrl+A entwickeln wir diese Idee konsequent weiter, aber für eine andere Zielgruppe: kleine Unternehmen, Soloselbstständige und Agenturen mit sehr begrenzten Ressourcen. Während Localyzer komplexe Marketingstrukturen im Mittelstand und größeren Organisationen bedient, übersetzt Ctrl+A dieselbe Logik in ein KI-basiertes All-in-one-Tool für den „Friseur um die Ecke“, den lokalen Shop oder die kleine Agentur. Unsere Vision dahinter: Online-Marketing soll für diese Zielgruppe so einfach sein wie das Schreiben einer E-Mail. Professionelle Kampagnen sollen ohne Fachwissen, ohne große Budgets und ohne Agentur möglich sein.

Welche Branchen oder Unternehmen profitieren besonders stark von Ihrer Plattform, und wie stellen Sie sicher, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Standorte berücksichtigt werden?

Zu den Kund:innen von Localyzer zählen vor allem Einzelhandels- und Franchiseketten, Banken, Automobilhersteller:innen und Handelsketten mit vielen Standorten. Jede Filiale erhält eigene Motive, Angebote und Botschaften, die automatisiert und selbstständig aus einer zentralen Schnittstelle bereitgestellt und bei Bedarf lokal angepasst werden können – etwa an regionale Preisaktionen, Services oder Zielgruppen. Zusätzlich richtet sich Ctrl+A ganz bewusst an kleine Betriebe, lokale Shops, Praxen und Agenturen, die oft vor der Frage stehen: Wie fange ich mit Online-Werbung überhaupt an und wie schaffe ich das ohne große Budgets und ohne eigene Marketingabteilung?

Wie gelingt es Ihnen, trotz Automatisierung die Individualität und Authentizität lokaler Kampagnen zu bewahren?

Wir automatisieren Prozesse, nicht die Persönlichkeit der Marke. Localyzer sorgt für die Skalierung, während die Inhalte pro Standort angepasst werden: andere Bilder, andere Preise, andere Aktionen. Die KI liest die Website aus, generiert individuelle Anzeigen und optimiert Budgets, bleibt dabei aber immer im definierten Markenrahmen. Gleichzeitig kann das zentrale Marketing im Unternehmen auf Templatebasis den Rahmen für Werbemittel festlegen. Diese werden dann durch unsere Software pro Standort an definierten Stellen personalisiert.

Was unterscheidet Localyzer Ihrer Meinung nach von anderen Marketingplattformen, die ebenfalls auf Lokalisierung setzen?

Wir sind kein generisches Marketing-Tool, sondern zu 100 Prozent auf lokales Online-Marketing spezialisiert. Localyzer kombiniert Massenkampagnen, Multi-Channel-Buchung und Standortpersonalisierung in einer einzigen Plattform. Ein Unternehmen mit hunderten Filialen kann damit beispielsweise eine Aktion in ganz Deutschland ausrollen und trotzdem jede Filiale mit eigenen Motiven, Preisen und Botschaften ausstatten. Alles wird zentral gesteuert, ist aber lokal relevant.
Viele andere Lösungen decken nur Teilbereiche ab, beispielsweise nur Social Ads, nur Feed-Management oder nur einen Kanal. Wettbewerber:innen bieten zwar einzelne Bausteine, jedoch keine durchgängige Systemlösung speziell für das lokale Marketing mit vielen Standorten.

Ctrl+A baut genau auf dieser Erfahrung auf, richtet sich aber an eine andere Zielgruppe. Hier übersetzen wir die Logik von Localyzer in ein KI-gesteuertes All-in-one-Tool für kleine Unternehmen, Selbstständige und Agenturen. Ein Friseursalon gibt seine Website ein. Die KI liest die Inhalte aus, erstellt Anzeigen, wählt Zielgruppen aus, verteilt das Budget und spielt die Kampagnen parallel auf Google, Facebook, Instagram, YouTube und Websites aus. Dass dieser Ansatz wirklich innovativ ist und nicht nur gut klingt, wurde sowohl durch die Forschungszulage als auch durch ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) bestätigt. Unsere Entwicklungsarbeit wurde 2024 und 2025 von den zuständigen Stellen geprüft und gefördert, auch für 2026+.

Welche technologischen oder organisatorischen Herausforderungen mussten Sie bisher überwinden, um die Plattform zu skalieren?

Technologisch war es eine Herausforderung, tausende Kampagnen gleichzeitig über verschiedene APIs stabil zu erstellen, zu optimieren und transparent auszuwerten. Hinzu kommt die Herausforderung, KI-Modelle so zu integrieren, dass sie echte Arbeit abnehmen, ohne die Nutzer:innen zu überfordern. Organisatorisch haben wir uns bewusst schlank aufgestellt. Jeder Beitrag zahlt direkt auf das Produkt ein, entweder in der Softwareentwicklung oder im Online-Marketing.

Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag bei Localyzer aus – eher datengetrieben oder kreativ geprägt?

Im Kern arbeiten bei uns zwei Profile zusammen: Softwareentwickler:innen und Online-Marketing-Expert:innen. Beide tragen direkt zur Wertschöpfung bei. Wir denken analytisch und strukturiert, testen konsequent und verbessern die Plattform Schritt für Schritt mit einer klaren MVP-Mentalität.
Gleichzeitig prägen unsere Werte den Alltag: Wir leben eine offene Fehlerkultur, erwarten Selbstständigkeit und rollenübergreifendes Denken. So verbinden wir datengetriebenes Arbeiten mit pragmatischer Kreativität – immer mit dem Ziel, lokales Online-Marketing für unsere Kund:innen einfacher und wirksamer zu machen.

Viele Startups kämpfen mit der Balance zwischen Wachstum und Markenidentität. Wie gelingt es Ihnen, beides in Einklang zu bringen?

Wir wachsen durch Fokus, nicht durch eine Sammlung von Features. Unser Kern ist das lokale Online-Marketing, sowohl bei Localyzer für Enterprise-Kund:innen als auch bei Ctrl+A für kleine Unternehmen. Unsere Werte sind Ehrlichkeit und Transparenz. Diese sind bewusst Teil des Produkts: klare Preise, kein Mindestbudget und eine nachvollziehbare Mechanik statt undurchsichtiger Marketingkomplexität.

Was sind die nächsten großen Ziele oder Entwicklungen, die Sie mit Localyzer anstreben?

Mit Localyzer wollen wir unsere Position als Technologieplattform für lokales Online-Marketing in der DACH-Region und darüber hinaus festigen und ausbauen. Ctrl+A soll sich parallel als Standardwerkzeug für kleine Unternehmen etablieren, die ohne Marketingabteilung professionell werben wollen. Unser Ziel ist es, dass niemand mehr sagt: „Online-Werbung ist für uns zu kompliziert.“

Einerseits gibt es den klaren Wandel von klassischer Handelswerbung hin zu messbaren, hyperlokalen Kampagnen über Suchmaschinen, soziale Medien, Videos und Display-Werbung – inklusive Retail Media und Addressable TV. Andererseits erleben wir den produktiven Einsatz von KI: weg von Buzzwords, hin zu Tools wie „Ctrl+A”, die tatsächlich Arbeit abnehmen und Prozesse automatisieren – von der Anzeigenerstellung bis zur Budgetverteilung. Das Ergebnis ist ein klarer ROI statt nur schöner Dashboards.

Wenn Sie drei Ratschläge an junge Gründerinnen und Gründer geben könnten, welche wären das?

Erstens: Baut für ein klares Problem und eine klare Zielgruppe, nicht für „alle“.
Zweitens: Holt euch echtes Feedback von echten Kunden, nicht nur von Pitch-Jurys.
Drittens: Nutzt Automatisierung und KI frühzeitig, aber nur dort, wo sie euren Kund:innen tatsächlich Zeit und Geld sparen.

Matthias Lange Bildcredits @ Localyzer

Wir bedanken uns bei Matthias Lange für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Localyzer

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Localyzer GmbH
Schiffbauerdamm 5
D-
10117 Berlin
https://www.localyzer.io/de
ml@localyzer.de

Ansprechpartner: Matthias Lange, Jörg Kurzendörfer

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Wie fair ist unser Rechtssystem wirklich im digitalen Alltag?

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Radarprotest® Bußgeldbescheid prüfen und Einspruch einlegen Founder Team Bild Anja & Marco Salmen

Was ist Radarprotest® und welche Idee stand am Anfang der Gründung?

Radarprotest® ist eine KI-basierte Legal-Tech-Plattform, die Menschen hilft, Bußgeldbescheide schnell, einfach und kostenlos prüfen zu lassen.
Die Grundidee entstand aus einer klaren Beobachtung: Viele Bescheide sind fehlerhaft, aber die wenigsten legen Einspruch ein – nicht aus Zustimmung, sondern aus Unsicherheit, Aufwand oder fehlendem Zugang zu rechtlicher Unterstützung.
Radarprotest® macht dieses Verfahren so leicht wie eine Online-Recherche:
Daten eingeben → KI prüft → Empfehlung erhalten → optional Einspruch einleiten.

Wer sind die Menschen hinter Radarprotest® und welche Erfahrungen bringen sie aus den Bereichen Recht und Technologie mit?

Hinter Radarprotest® steht ein Team aus Expertinnen und Experten aus Recht, Technologie und digitalem Produktdesign. Wir vereinen juristisches Know-how aus dem Verkehrsrecht mit jahrelanger Erfahrung im Aufbau automatisierter, datengestützter Systeme. Unser Team versteht sowohl die rechtliche Komplexität von Bußgeldbescheiden als auch die technologische Herausforderung, diese Prozesse intelligent und sicher zu automatisieren.

Welche Vision verfolgt Radarprotest® im Umgang mit Bußgeldbescheiden und rechtlicher Durchsetzung?

Unsere Vision ist es, rechtliche Durchsetzung radikal zu vereinfachen und für alle zugänglich zu machen. Wir glauben, dass digitalisierte, datenbasierte Verfahren fairer sind – für Betroffene, aber auch für die öffentliche Verwaltung. Langfristig soll Radarprotest® ein Ökosystem schaffen, in dem Menschen ihre Rechte mit wenigen Klicks durchsetzen können, statt sich überfordert oder allein gelassen zu fühlen.

An welche Zielgruppe richtet sich euer Angebot besonders und welche Probleme nehmt ihr den Nutzerinnen und Nutzern konkret ab?

Unsere Kernzielgruppe sind alle Verkehrsteilnehmenden, die einen Bußgeldbescheid erhalten – vom Pendler bis zum Fuhrparkbetreiber. Aber insbesondere die Personen, die existentiell auf Ihren Führerschein angewiesen sind. Radarprotest® nimmt ihnen vor allem drei Probleme ab:
Unsicherheit: „Lohnt sich Einspruch überhaupt?“
Zeit & Aufwand: Formulare, Fristen, Behördensprache.
Kostenrisiko: Die Prüfung ist kostenlos, der Einspruch digital und transparent.
Kurz gesagt: Wir bieten Klarheit, bevor Kosten oder unnötiger Aufwand entstehen.

Wie erleben Betroffene heute den Prozess rund um einen Bußgeldbescheid und wie verändert Radarprotest® diesen Ablauf?

Heute erleben Betroffene den Prozess als mühsam und intransparent: komplizierte Schreiben, juristische Fachsprache, unklare Erfolgsaussichten und die Frage, ob sich ein Einspruch überhaupt lohnt. Viele zahlen vorschnell, obwohl sich eine Prüfung in vielen Fällen lohnen könnte.
Radarprotest® verändert diesen Ablauf grundlegend. Wir digitalisieren die Ersteinschätzung, erklären jeden Schritt verständlich und ermöglichen mit wenigen Klicks den gesamten Einspruchsprozess – schnell, klar und ohne Bürokratie.
Ein wesentlicher Vorteil: Nutzerinnen und Nutzer müssen nicht erst selbst auf die Suche nach einer spezialisierten Kanzlei gehen. Radarprotest® stellt sofort einen erfahrenen Profi-Anwalt im Verkehrsrecht zur Seite – ohne Zusatzaufwand und ohne Unsicherheit, ob man die „richtige“ Anwaltswahl trifft. So wird aus einem stressigen Behördengang ein strukturierter, rechtssicherer und digitaler Prozess, der nur wenige Minuten dauert.

Was macht Radarprotest® im Vergleich zu klassischen Einspruchswegen oder Kanzleien besonders?

Radarprotest® verbindet die juristische Expertise einer Kanzlei mit der Effizienz moderner KI- und Automatisierungstechnologie.
Dadurch können wir:
Prüfungen in Sekunden durchführen
Kostenrisiken minimieren
die Erfolgswahrscheinlichkeit datenbasiert einschätzen
Abläufe intuitiv statt bürokratisch gestalten
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das: schneller, transparenter, günstiger und zugänglicher als klassische Wege.

Welche Herausforderungen bringt der Einsatz von KI im rechtlichen Kontext mit sich und wie geht ihr damit um?

Wir arbeiten in einem sensiblen Bereich, in dem Zuverlässigkeit, Datenschutz und Transparenz höchste Priorität haben. Unsere KI unterstützt die Analyse, ersetzt aber kein rechtliches Urteil. Deshalb kombinieren wir automatisierte Prozesse mit juristischer Qualitätssicherung. Wir legen großen Wert auf:
nachvollziehbare Entscheidungen
verantwortungsvollen Umgang mit Daten
kontinuierliche Validierung der Modelle
KI ist bei uns ein Werkzeug – kein autonomer Entscheider.

Vertrauen spielt bei rechtlichen Themen eine große Rolle. Wie baut ihr dieses bei euren Nutzerinnen und Nutzern auf?

Durch Transparenz. Wir erklären klar, wie unsere Prüfung funktioniert, welche Daten wir nutzen und wie der Einspruchsprozess abläuft. Unser Service ist für Nutzer kostenlos, es gibt keine versteckten Kosten, keinen Risikoabzug, keine Abo-Fallen.
Außerdem arbeiten wir mit etablierten Rechtsdienstleistern und Kanzleien zusammen, was zusätzliche Sicherheit schafft.
Kurz: Wir machen den komplexen Prozess sichtbar und verständlich – Vertrauen entsteht aus Klarheit.

Welche Learnings habt ihr aus der bisherigen Entwicklung von Radarprotest® gezogen?

Die größte Erkenntnis: Menschen wollen ihre Rechte wahrnehmen – aber nur, wenn der Prozess barrierefrei und verständlich ist.
Ein weiteres Learning: Automatisierung beschleunigt juristische Abläufe enorm, aber sie muss sorgfältig und verantwortungsvoll implementiert werden.
Und: Nutzer schätzen Einfachheit mehr als alles andere. Gute Technologie ist die, die man kaum merkt – aber sofort spürt.

Wie soll sich Radarprotest® in den kommenden Jahren weiterentwickeln und wo seht ihr neue Anwendungsfelder?

Wir wollen Radarprotest® zur zentralen Plattform für digitale Rechtsdurchsetzung im Verkehrsbereich ausbauen – von Geschwindigkeitsverstößen bis zu komplexeren Verfahren.
Langfristig sehen wir Potenzial in weiteren Bereichen, in denen viele Menschen regelmäßig mit bürokratischen Verfahren konfrontiert sind: Unsere Vision: ein digitales Rechtsschutz-Ökosystem, das für alle zugänglich ist.

  1. Komplexes radikal vereinfachen.
    Erfolg hat, wer es schafft, juristische Abläufe auf Nutzerniveau herunterzubrechen.
  2. Technologie ist kein Selbstzweck.
    Sie muss echten Mehrwert bringen – Geschwindigkeit, Klarheit oder Zugang, nicht „Buzzwords“.
  3. Vertrauen zuerst.
    Gerade im rechtlichen Umfeld zählt Glaubwürdigkeit mehr als Features.
    Klare Kommunikation, Transparenz und Verantwortung sind entscheidend.

Bildcredits: @Radarprotest

Wir bedanken uns bei  Anja & Marco Salmen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann Unternehmertum heute schon mit 18 beginnen?

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Leonard Wolke CleverSmart Bricks eBay Titelbild: eBay Händler Awards 2025 Leonard Wolke CleverSmart Bricks Gründer des Jahres Bildcredits/Fotograf: © Patricia Kalisch

Im Interview erzählt Leonard Wolke, wie er bereits mit 18 Jahren unternehmerische Verantwortung übernommen hat, welche Rolle eBay beim Aufbau von CleverSmart Bricks spielt und warum Mut, Community und digitale Tools für ihn entscheidend sind.

Welche Bedeutung hat es für dich persönlich, dass du mit gerade einmal 18 Jahren zum „Gründer des Jahres“ ausgezeichnet wurdest – und zeigt das deiner Meinung nach eine Verschiebung im klassischen Bild von Unternehmertum?

Leonard Wolke: „Es ist eine riesige Ehre, als ‚Gründer des Jahres‘ von eBay mit einem Award ausgezeichnet zu werden! Für mich persönlich bedeutet das vor allem Anerkennung für die Arbeit, die ich in CleverSmart Bricks stecke – und es motiviert mich enorm, weiter Gas zu geben und mein Unternehmen professionell auszubauen. Gleichzeitig zeigt die Auszeichnung, dass sich das klassische Bild von Unternehmertum gerade stark verändert. Früher brauchte man viel Kapital, ein großes Netzwerk oder jahrelange Berufserfahrung. Heute zählt viel mehr die Idee, die Umsetzung und der Mut, einfach loszulegen. Alter ist da keine Eintrittsbarriere mehr. Dass jemand mit 18 ernst genommen und ausgezeichnet wird, macht deutlich, wie offen und digital die Gründungskultur geworden ist. Und ich hoffe, dass das auch andere junge Menschen ermutigt, ihre eigenen Projekte zu starten.“

Wie erklärst du dir deinen eigenen Mut und die Risikobereitschaft, schon in so jungem Alter unternehmerische Verantwortung zu übernehmen?

Leonard Wolke: „Ich glaube, mein Mut kam vor allem daher, dass ich am Anfang wirklich nichts zu verlieren hatte – nur die Chance, etwas dazu zu gewinnen. Hätte ich sofort hohe Summen investieren oder große Risiken eingehen müssen, wäre der Schritt sicherlich schwerer gewesen. Aber so konnte ich einfach anfangen und hatte das Gefühl, alles gut im Griff zu haben. Schon früh habe ich gemerkt, dass mir Verantwortung eher Sicherheit gibt, weil ich dann selbst entscheiden und Dinge aktiv gestalten kann. Ich habe nie versucht, alles perfekt zu planen, sondern bin bewusst den Weg des Ausprobierens gegangen: kleine Schritte, viel Lernen und schnelle Erfolgserlebnisse, die mich immer weiter motiviert haben.

Ein großer Faktor war auch die Unterstützung durch meine Community. Positive Rückmeldungen, Käuferbewertungen und direktes Feedback haben mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das hat mein Selbstvertrauen enorm gestärkt und mir die Gewissheit gegeben, dass Unternehmertum auch in jungen Jahren funktionieren kann, wenn man dranbleibt und offen für Verbesserungen ist.“

Welche digitalen Werkzeuge und Plattformen waren für dich entscheidend, um CleverSmart Bricks aufzubauen? Welche Rolle spielt eBay dabei, Einstiegshürden für junge Gründer:innen zu senken?

Leonard Wolke: „Für mich war eBay von Anfang an die zentrale Plattform. Ich konnte dort sofort loslegen, ohne große Investitionen oder technisches Know-how zu brauchen. Wenn das Angebot stimmt, entsteht schnell Reichweite – und damit wächst automatisch auch die Kundschaft. Besonders hilfreich waren die integrierten Werkzeuge: das Verkäufer-Cockpit, die Auswertungen, die Bulk-Bearbeitung oder das KI-Tool für Artikelbeschreibungen. Damit konnte ich meine Abläufe von Anfang an professionell organisieren und meine Angebote schneller und hochwertiger einstellen. Ergänzend nutze ich digitale Hilfsmittel wie Text- und Titeloptimierungen über KI sowie Cloud-Lösungen für Buchhaltung und Automatisierung. Social Media setze ich gezielt ein, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und trotz all der digitalen Unterstützung gehört natürlich auch Handarbeit dazu: Mein Vater hilft mir beim Packen und bringt die Pakete zur Post – ohne ihn wäre das alles deutlich schwieriger.“

Andreas Häntsch: „Genau darin liegt unsere Stärke: Wir nehmen jungen Gründerinnen viele Hürden ab, indem wir ihnen sofort Zugang zu Millionen potenzieller Käuferinnen ermöglichen und Tools an die Hand geben, die einen professionellen Auftritt erleichtern. Und mit Programmen wie unserem Durchstarter-Programm bieten wir zusätzliche Begleitung und Know-how. So können Gründer*innen wie Leonard nicht nur sehr schnell starten, sondern ihr Geschäft auch langfristig erfolgreich weiterentwickeln.“

Wie hat eBay konkret dazu beigetragen, dass CleverSmart Bricks so schnell Reichweite, Sichtbarkeit und Vertrauen aufbauen konnte?

Leonard Wolke: „eBay hat mir von Anfang an ermöglicht, als kompletter Newcomer sofort sichtbar zu werden – nicht nur für ein paar Interessierte, sondern für tausende potenzielle Käuferinnen. Dieser Vertrauensvorschuss war enorm wichtig. Durch die ersten Verkäufe und Bewertungen konnte ich sehr schnell Glaubwürdigkeit aufbauen, was mein Wachstum deutlich beschleunigt hat.
Die integrierten Verkäufer-Tools haben mir außerdem geholfen, meine Abläufe zu professionalisieren und mein Angebot zu erweitern, ohne direkt ein großes Team aufbauen zu müssen. Besonders die Möglichkeit, unkompliziert an Kundinnen im Ausland zu verkaufen, hat meinem Shop zusätzliche Reichweite verschafft, die ich allein niemals hätte erzielen können.
Seit meiner Teilnahme am eBay Durchstarter-Programm bekomme ich nun auch strategische Begleitung: Austausch, Tipps, fachliche Unterstützung – all das hilft mir, CleverSmart Bricks Stück für Stück noch professioneller und nachhaltiger weiterzuentwickeln.“

Was unterscheidet die Herangehensweise eines Gen-Z-Gründers wie Leonard Wolke von traditionellen Gründungswegen früherer Generationen?

Andreas Häntsch: “Gen-Z-Gründerinnen wie Leonard gehen Unternehmertum spürbar anders an als frühere Generationen. Während traditionelle Gründungen oft von Businessplänen, Netzwerken und Bankfinanzierungen bestimmt waren, bieten sich der Gen Z heute niedrigere Einstiegshürden und vielfältige digitale Möglichkeiten. Ein Business einfach auszuprobieren wird dadurch realistisch – „Be Bold“ und „Learning by Doing“ prägen ihre Gründermentalität. Im Alltag nutzen sie digitale Tools ganz selbstverständlich, schließlich sind sie damit aufgewachsen: von KI-gestützten Anwendungen bis zu Cloud-Lösungen. Sie denken stärker in Communities statt in Hierarchien, und Werte wie Nachhaltigkeit, Transparenz und gesellschaftlicher Impact sind für sie ebenso entscheidend wie wirtschaftlicher Erfolg. Das macht ihre Herangehensweise schneller, pragmatischer und zugleich werteorientierter. Genau hier setzt eBay an – mit niedrigschwelligen Einstiegsmöglichkeiten, großer Reichweite und Programmen, die junge Gründerinnen gezielt unterstützen.”

Andreas Häntsch, Senior Director Seller Engagement, eBay Deutschland
Andreas Häntsch, Senior Director Seller Engagement, eBay Deutschland

Welche Rolle spielt Community Building bei einem Nischenprodukt wie LEGO Sammlerartikeln – und wie hast du es geschafft, eine so hohe Bewertungsquote zu erzielen?

Leonard Wolke: „LEGO-Sammlerinnen sind extrem detailverliebt – und gerade deshalb spielt Vertrauen eine riesige Rolle. Wer seltene Steine oder Sets kauft, will sicher sein, dass Zustand, Vollständigkeit und Beschreibung wirklich stimmen. Deshalb lege ich viel Wert auf absolute Transparenz: Jede Bestellung wird sauber verpackt, klar beschrieben und Rückfragen beantworte ich so schnell wie möglich. Durch diese Verlässlichkeit entsteht mit der Zeit eine richtige Gemeinschaft rund um den Shop. Viele Kundinnen kommen wieder, empfehlen mich weiter oder schreiben Bewertungen, weil sie merken, dass ihnen jemand auf Augenhöhe begegnet. Meine hohe Bewertungsquote ist im Grunde das Ergebnis dieser Haltung: ehrlicher Service, faire Preise und ein respektvoller Umgang. So entsteht eine Community – nicht durch große Marketingaktionen, sondern durch konsequente Qualität und Vertrauen.“

Welche Programme bietet eBay generell für junge Gründer:innen?

Andreas Häntsch: „Mit dem Durchstarter-Programm unterstützen wir junge Gründerinnen gezielt – von individueller Beratung über Shop-Optimierung bis hin zu Best Practices. Dabei erhalten Gründerinnen von uns über vier Monate persönliche Beratung und einige weitere Vorteile. So schaffen wir ein Umfeld, in dem auch junge Unternehmer*innen schnell und nachhaltig wachsen können.“

Viele junge Unternehmer denken „Impact first“. Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung im eBay-Ökosystem – und wie unterstützt ihr Gründer:innen dabei?

Andreas Häntsch: „Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend für uns – sie gehört seit der ersten Stunde zur DNA von eBay. Wir sind als Second-Hand-Marktplatz gestartet und stehen seit jeher dafür, Produkten ein längeres Leben zu geben. Millionen Artikel, die sonst ungenutzt geblieben wären, finden bei uns neue Besitzerinnen. Das ist gelebte Kreislaufwirtschaft, und zwar im großen Maßstab. Gerade für junge Unternehmerinnen, die ‚Impact first‘ denken, ist das ein ideales Umfeld: Sie können nachhaltige Geschäftsmodelle sofort sichtbar machen, ohne große Einstiegshürden oder hohe Vorabinvestitionen. Unser Ziel ist es, ihnen nicht nur Reichweite zu geben, sondern eine Plattform, auf der verantwortungsvolles Wirtschaften von Anfang an selbstverständlich ist.“

Wie siehst du die Zukunft deines Unternehmens und welche nächsten Schritte planst du, um CleverSmart Bricks weiterzuentwickeln?

Leonard Wolke: „Für die Zukunft von CleverSmart Bricks habe ich klare Ziele: Ich möchte mein Sortiment im LEGO-Bereich weiter ausbauen – von Minifiguren über Sets bis hin zu Zubehör. Gleichzeitig arbeite ich daran, eine eigene Marke mit Wiedererkennungswert aufzubauen. Ein wichtiger Schritt wird auch die stärkere Automatisierung und effizientere Prozesse sein, damit ich noch professioneller arbeiten kann. Wenn das Wachstum anhält, plane ich, die ersten Mitarbeiter einzustellen. Dabei bleibt mein Fokus unverändert: höchste Qualität, eine starke Community und faire Preise.“

Andreas Häntsch: “Bei der Gen Z beobachten wir derzeit eine ganz eigene Dynamik im Onlinehandel. Ihr Konsumverhalten ist stark von Werten geprägt: Nachhaltigkeit, Transparenz und gesellschaftliche Verantwortung stehen für sie im Mittelpunkt. Der Kauf gebrauchter oder generalüberholter Produkte ist für diese Generation völlig selbstverständlich. Gleichzeitig erwarten junge Käuferinnen eine Form der personalisierten Ansprache, die ihre Privatsphäre respektiert. Sie wünschen sich relevante Angebote, möchten aber genau wissen, welche Daten sie dafür teilen – und behalten jederzeit die Möglichkeit, dem zu widersprechen. Dadurch gewinnen selbst bereitgestellte Angaben sowie eine offene, klar verständliche Kommunikation an Bedeutung.

Auch auf Seiten der Gründenden zeigt sich ein ausgeprägter Innovationsgeist. Viele junge Unternehmerinnen starten früh, pragmatisch und digital – oft mit kleinen Projekten, die sie zügig weiterentwickeln. Händlerinnen können von diesem Ansatz viel mitnehmen: den Mut, Neues auszuprobieren, den Aufbau echter Gemeinschaften rund um ihre Marke und die Fähigkeit, Werte wie Nachhaltigkeit und Fairness von Anfang an fest im Geschäftsmodell zu verankern. eBay unterstützt junge Gründerinnen dabei ganz konkret – etwa mit eigenen Starter-Events oder Formaten wie dem eBay for Business Discord Channel, der Raum für Austausch, Vernetzung und praxisnahes Lernen bietet.”

Welche Empfehlung würdest du anderen Jugendlichen geben, die überlegen zu gründen, sich aber noch nicht trauen?

Leonard Wolke: „Mein wichtigster Rat ist: einfach anfangen und nicht warten, bis alles perfekt ist. Startet mit einem kleinen, risikoarmen Projekt und nutzt Plattformen wie eBay, statt große Investitionen zu machen. So könnt ihr schnell lernen, viel ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Verantwortung solltet ihr nicht als Risiko sehen, sondern als Chance. Und ganz wichtig: Fehler gehören dazu – sie sind Teil des Prozesses und helfen euch, besser zu werden.“

Titelbild: eBay Händler Awards 2025 Leonard Wolke CleverSmart Bricks Gründer des Jahres Bildcredits/Fotograf: © Patricia Kalisch www.patriciakalisch.de

Wir bedanken uns bei Leonard Wolke und Andreas Häntsch für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie entsteht echter Genuss, wenn Wissen, Handwerk und Inspiration zusammenkommen?

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THE GOLDEN CIRCLE Plattform und Community für Genuss

THE GOLDEN CIRCLE ist eine kulinarische Streaming und E-Learning Plattform, die Wissen, Menschen, Produkte und Erlebnisse verbindet und hochwertiges Kochhandwerk verständlich und inspirierend zugänglich macht

Wie würden Sie The Golden Circle und das Team dahinter vorstellen.

THE GOLDEN CIRCLE ist eine aktive Community für Kulinarik, die Know-how, Menschen, Services, Marken und Produkte verbindet.
Wir bringen bewährtes Wissen zurück in den Alltag und vereinen kompromisslose Qualität und Stil. Ein Wohlfühlort, der zurückkehrt zum Ursprung unvergesslicher Genussmomente mit Gelinggarantie.
THE GOLDEN CIRCLE ermöglicht und motiviert Menschen, ihren persönlichen kulinarischen Lifestyle auszuleben. Menschen, die sich kennenlernen und voneinander lernen wollen. Die einander erlauben, ihre einzigartigen Geschichten, ihr Handwerk, ihre Produkte und Rezepte zu teilen.
Uns begeistert es, Neues und Unerwartetes zu entdecken. Wir bewundern genau jene Menschen, die andere inspirieren, denn Inspiration macht das Leben reicher, erweitert Horizonte, schafft Antrieb und bringt uns auf neue Gedanken.

Hinter THE GOLDEN CIRCLE steht ein Kernteam, das diese Haltung täglich lebt:

Mario Stockhausen – Founder & CEO: Verantwortet Markenführung, kreative Ausrichtung und strategische Weiterentwicklung.

Nils Hocke – Co-Founder & CEO: Bringt langjährige Business- und Vertriebsexpertise ein und verbindet Strategie mit Wachstum.

Fabian Aumiller – Co-Founder & CTO: Führt die technologische Entwicklung und sorgt dafür, dass aus unserer Vision ein innovatives, hochwertiges digitales Produkt wird.

Gemeinsam verbinden wir Handwerk, Technologie, Ästhetik und Community-Orientierung und formen daraus eine Plattform, die Kulinarik zugänglich, inspirierend und nachhaltig erlebbar macht.

Was war der Ausgangspunkt für die Idee, eine kulinarische Streaming und E-Learning Plattform aufzubauen?

Wir lieben gutes Essen und kochen gerne selber. Während der Pandemie wandten sich viele Menschen verstärkt dem Essen und Kochen zu. So auch wir. Wir suchten nach neuen Inspirationen, wollten uns kulinarisch weiterentwickeln und dabei Neues erlernen (über Google findet man überwiegend Rezepte, die “schnell gehen” oder “günstig sind”). Unsere befreundeten Sterneköche dienten uns dabei einerseits als optimale Inspirationsquelle und andererseits gaben sie uns immer wieder die besten Tipps und Tricks. Erstaunt darüber, wie groß der geschmackliche Unterschied sein kann, wenn man die richtigen Techniken und Rezepturen kennt, ist uns die Idee gekommen, eine kulinarisch kuratierte Plattform aufzubauen, die das Wissen der Besten demokratisiert.

Welche Vision verfolgt The Golden Circle langfristig und welche Schritte sind entscheidend, um diese Vision zu realisieren?

Unsere Vision ist es, THE GOLDEN CIRCLE zu einer führenden Plattform für „Access to Genius“ auszubauen. Ein Culinary-Hub, der das Wissen der besten Sterneköche bündelt und mit hochwertigen Inhalten, ausgewählten Produkten und besonderen Erlebnissen verbindet.
Langfristig möchten wir ein Ecosystem schaffen, das kulinarisches Lernen, Entdecken und Genießen nahtlos mit Menschen, Marken, Produkten und Services zusammenführt, international skalierbar ist und durch KI individuell auf die Bedürfnisse der Nutzer:innen eingeht.
Um diese Vision zu erreichen, setzen wir auf drei Bausteine:

Ein starkes Netzwerk an Expert:innen, das echtes Spitzenwissen vermittelt.

Ein integriertes Angebot aus Content und Commerce, das durch KI personalisiert und unterstützt wird.

Eine skalierbare technologische Plattform, die Wachstum, Automatisierung und neue Formate ermöglicht.

So entsteht Schritt für Schritt eine verlässliche Anlaufstelle für alle, die Kulinarik auf hohem Niveau erleben und gleichzeitig individuell lernen möchten.

Für wen entwickeln Sie Ihre Masterclasses und Rezepte und wie stellen Sie sicher, dass die Inhalte für unterschiedliche Könnensstufen zugänglich sind?

Unsere Inhalte richten sich an ambitionierte Hobbyköchinnen und -köche. Menschen, die neugierig sind, die gerne dazulernen und Wert auf einen guten Geschmack legen.
Wir arbeiten bewusst mit einer klaren Struktur:

Einsteiger:innen profitieren von Grundlagenteilen und Technikerklärungen,
Fortgeschrittene erhalten tiefere Einblicke und professionelle Kniffe,
Profis finden Inspiration und neue Ansätze.

Jede Masterclass wird didaktisch geplant, sodass niemand überfordert wird, aber alle dazulernen.

Viele Nutzerinnen und Nutzer kochen zu Hause ohne teures Equipment. Wie berücksichtigen Sie diese Realität bei der Gestaltung Ihrer Kurse?

Wir entwickeln alle Inhalte nach dem Grundsatz: Was ist mit normaler Küche und haushaltsüblichem Equipment möglich?
Unsere Köche zeigen Profi-Techniken, aber immer mit Alternativen, Vereinfachungen oder Methoden, die zu Hause funktionieren. Wir möchten niemanden ausschließen, im Gegenteil: Es geht darum, die Magie guter Küche für alle zugänglich zu machen. Mit zunehmender Wissensvermittlung wird der Drang nach professionellen Geräten und Ausstattung immer größer. Insbesondere bei der Zielgruppe der LOHA’s und “Golden Ager”. Daher gibt es auch ein großes Bedürfnis aus der Industrie Dampfgarer, Sou Vide und Co. dem Endverbraucher nahe zu bringen.

Was unterscheidet The Golden Circle im Kern von klassischen Kochkursen oder anderen digitalen Lernplattformen?

Drei Dinge:

Ästhetik und Erzählung: Unsere Kurse sind cineastisch produziert und vermitteln ein Gefühl von Handwerk, Ruhe und Inspiration.
Know-how auf Sterne-Niveau, aber für den Alltag übersetzt.
Ein integriertes Produkt- & Erlebnis-Ecosystem, das von Zutaten, Events bis Tools alles bietet, was das Lernen unterstützt.

Wir verbinden Genuss, Wissen und Qualität in einem ganzheitlichen Erlebnis.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Aufbau und Betrieb einer hochwertigen Food und Education Plattform und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung liegt im Gleichgewicht aus Qualität und Skalierung. Hochwertige Inhalte sind zeit- und ressourcenintensiv. Gleichzeitig erwarten Nutzer:innen eine stetig wachsende Auswahl.
Wir begegnen dem mit klaren Produktionsprozessen, einem starken Netzwerk an Expert:innen und einer Technologie, die Inhalte effizienter ausspielbar macht. Qualität & Authentizität bleibt dabei immer unser Kern.

Ihre Feinkost und Produktwelt erweitert das Angebot über die Kurse hinaus. Welche Rolle spielt dieser Bereich im Gesamtmodell?

Die Feinkost- und Produktwelt ist kein Shop „nebenbei“, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Modells. Sie ermöglicht den Nutzer:innen, genau die Zutaten und Werkzeuge zu erhalten, die sie in den Kursen entdecken – kuratiert, hochwertig und oft exklusiv. Gleichzeitig sind alle Produkte digital verlängert: Wer ein Produkt kauft, wird auf unserer Plattform automatisch zu passenden Rezepttipps, Anwendungshinweisen und relevanten Masterclasses geführt. So entsteht ein geschlossenes Erlebnis: Lernen, Verstehen, Anwenden und Genießen – unterstützt durch Inhalte, Produkte und Wissen, die sinnvoll miteinander verknüpft sind. Dadurch wird aus einem einzelnen Produktkauf ein inspirierender Einstieg in die Welt von THE GOLDEN CIRCLE.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit mit Köchen, Pâtissiers oder Sommeliers für die Qualität der Inhalte und was macht diese Partnerschaften besonders?

Ohne diese Menschen gäbe es The Golden Circle in dieser Form nicht. Unsere Partner teilen ihr echtes Wissen, ihre Geschichten, ihre Handschrift, ihr Netzwerk, ihre Produzenten. Das schafft Tiefe und Glaubwürdigkeit. Besonders ist, dass wir ihnen Raum geben, so zu arbeiten, wie sie wirklich sind, keine überinszenierten Rollen, sondern authentische Persönlichkeiten mit handwerklicher Expertise.

Worauf können sich Ihre Nutzerinnen und Nutzer in Zukunft freuen. Welche Weiterentwicklungen oder neue Formate planen Sie?

Unsere Nutzerinnen und Nutzer können sich auf spannende Weiterentwicklungen freuen. Wir bauen unser Kursangebot kontinuierlich aus, im Dezember launchen wir noch die Masterclass von Alexander Wulf. Gleichzeitig arbeiten wir an neuen Features, die das Erlebnis auf der Plattform noch interaktiver und persönlicher machen:

Englische Version von Website und Apps, um international erreichbar zu sein,
Community-Funktionen wie Live-Streaming und Kalender,
Live-Events und Workshops, um kulinarische Erlebnisse offline erlebbar zu machen,
KI-basierter digitaler Berater, der Nutzer:innen nicht nur personalisierte Rezepttipps und Produktempfehlungen gibt, sondern auch Fragen rund um unsere Masterclasses beantwortet.
Schnittstelle zur Industrie, um unser Wissen mit Küchengeräten zu vernetzen

THE GOLDEN CIRCLE öffnet den Kreis der Besten für die Wissenschaft – damit unsere exzellenten Produkte nicht nur sensorische Emotionen wecken, sondern auch einen funktionalen Mehrwert bieten. So wird höchster Genuss auch für jene erlebbar, die aus gesundheitlichen Gründen auf Ersatzprodukte angewiesen sind oder bislang verzichten mussten. Unser erstes Produkt ist eine patentierte Schokolade, die den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst und zur Zahnmineralisierung beiträgt. Klingt unglaublich – finden wir auch.

So wächst die Plattform Schritt für Schritt mit den Bedürfnissen und Interessen unserer Community, digital, interaktiv und individuell unterstützt durch KI.

Was würden Sie Gründerinnen und Gründern raten, die selbst ein inhaltlich anspruchsvolles digitales Produkt aufbauen möchten?

Zwei Dinge:

Konsequent in der Qualität bleiben, auch wenn es anstrengend wird.
Bedürfnisse der Zielgruppe wirklich verstehen. Ein gutes digitales Produkt löst ein reales Bedürfnis, nicht umgekehrt.

Welche drei persönlichen Lehren aus Ihrem eigenen Gründungsweg halten Sie für besonders wertvoll für andere?

Starke Partner sind entscheidend: Um wirklich etwas aufzubauen, braucht man Menschen, die fachlich exzellent sind und die eigene Haltung teilen.
Fokus schützt: Man kann nicht alles gleichzeitig angehen. Klare Prioritäten helfen, Energie und Ressourcen auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Geduld zahlt sich aus: Manche Entwicklungen brauchen Zeit, bis sie wirklich Früchte tragen. Dranbleiben und langfristig denken ist entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

Teambild Bildcredits THE GOLDEN CIRCLE

Wir bedanken uns bei Mario Stockhausen und Nils Hocke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

iStock präsentiert die visuellen Marketingtrends 2026, die das Wachstum von KMU prägen werden

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Visuelle Inhalte Bilder und Künstliche Intelligenz Bildnachweis: FOTOGRAFIA INC./ iStock

iStock, eine führende E-Commerce-Plattform, die Premium-Inhalte für KMU, Kreative und Studierende weltweit bereitstellt, hat seine Marketingtrends 2026 veröffentlicht. Darin werden die visuellen und kulturellen Trends aufgeschlüsselt, die zeigen, wie KMU im Jahr 2026 Inhalte erstellen, kommunizieren und sich voneinander unterscheiden werden.

Während generative KI-Tools die Content-Erstellung rasant beschleunigen, stehen Marken jeder Größe unter wachsendem Druck, sich klar zu differenzieren – was eine visuelle Strategie wichtiger denn je macht. Laut iStocks VisualGPS-Studie geben sechs von zehn Menschen weltweit mittlerweile an, Werbung nicht mehr zu vertrauen, hauptsächlich weil sie glauben, dass sie KI-generiert oder manipuliert und unauthentisch sei. Für KMU schafft diese Vertrauenslücke sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance: Zielgruppen konsumieren mehr Inhalte als je zuvor, erwarten aber auch mehr Glaubwürdigkeit, Originalität und Authentizität von den Marken, mit denen sie interagieren.

„Kleine und mittlere Unternehmen agieren heute in einer Welt, in der die Flut an Inhalten explodiert, während das Vertrauen sinkt“, sagt Dr. Rebecca Swift, Senior Vice President Creative bei iStock. „Verbraucher überfliegen Bilder nicht mehr nur; sie prüfen sie ganz genau. Sie wollen eine menschliche Handschrift erkennen, eine klare Haltung, ein Gefühl von Wahrheit – etwas, das echt wirkt. Die aktuellen Bildtrends zeigen, in welche Richtung sich die Erwartungen der Zielgruppen entwickeln, und helfen Unternehmen dabei, visuelle Inhalte zu gestalten, die persönlich, unerwartet und wirklich nahbar sind. Wenn KMU diese Veränderungen verstehen, können sie den digitalen Lärm durchbrechen und tiefere, relevantere Beziehungen zu ihren Kundinnen und Kunden aufbauen.“

Das sind die wichtigsten Marketingtrends 2026 für KMUs:

Das Risiko visueller Gleichförmigkeit

Während generative Tools im Marketingalltag wie Präsentationen, E-Mails, Webseiten, Pitch-Decks und Social-Media-Beiträge immer stärker verankert werden, erstellen Marken mehr visuellen Content denn je. Daten aus der VisualGPS-Studie zeigen, dass 32 Prozent der Deutschen generative KI häufiger nutzen als noch vor einem Jahr, vor allem weil sich damit schnell und effizient hochwertige Inhalte erstellen lassen. Der Nachteil: Viele Inhalte sehen gleich aus und fühlen sich gleich an.

Um sich in einem Meer ähnlicher Bilder abzuheben, ist eine bewusste Differenzierung erforderlich. VisualGPS-Bildtests zeigten, dass 83 Prozent der Befragten weltweit angeben, dass Bilder von höherer Qualität eher hervorstechen. Das unterstreicht die Bedeutung von Klarheit, Realismus und Handwerkskunst – unabhängig davon, ob der Inhalt KI-generiert ist oder nicht.

Für KMU besteht die Chance darin, den intelligenten Einsatz von KI mit Authentizität in Einklang zu bringen. Generative Tools können dabei helfen, Ton, Farbe und Komposition individuell anzupassen. Gleichzeitig sorgen echte Bilder für Glaubwürdigkeit, schließlich bevorzugen 68 Prozent der deutschen Verbraucher echte Bilder in Werbung.

Zufall als Designprinzip

Zufall ist der Motor für stationäres Einkaufen, für unerwartete Entdeckungen und dieses Gefühl, plötzlich auf etwas Neues zu stoßen – sowohl in der Bildwelt als auch im Storytelling von Marken. VisualGPS-Studien zeigen, dass zu glatte, hyper-symmetrische oder klinisch wirkende Haut sowie eine zu perfekte Ausleuchtung zu den deutlichsten visuellen Signalen gehören, anhand derer Bilder als KI-generiert identifiziert werden können. Sobald ein Bild künstlich wirkt, bröckelt das Vertrauen sehr schnell.

Algorithmische Präzision weckt die Lust auf echte Materialien, spürbare Strukturen und naive, beinahe kindliche Kunst – also alles, was eindeutig von Menschen gemacht aussieht und sich auch so anfühlt. Für KMU bedeutet das radikale Vereinfachung, visuelle Geschichten, die den Prozess statt des perfekten Ergebnisses zeigen, und Ehrlichkeit statt Inszenierung. In einer Welt voller künstlicher Glätte sind es die glücklichen Zufälle, die heute für Authentizität stehen – und genau nach dieser sehnen sich die Menschen.

Wohlbefinden ist alles

Laut VisualGPS sind die derzeit größten Sorgen der Menschen Themen wie Weltfrieden, Inflation und Gesundheitskosten. In einem von wirtschaftlichem Druck, Jobunsicherheit und anhaltenden globalen Krisen geprägten Umfeld belegt die Forschung, dass sich Menschen in den kommenden drei Jahren vor allem eines wünschen: den Fokus auf ihre körperliche Gesundheit, finanzielle Sicherheit und ihr eigenes Wohlbefinden.

Dieses kollektive Bedürfnis nach persönlicher Balance treibt einen breiteren Wandel hin zu Pausen, Resets und Regeneration voran. Vor diesem Hintergrund wird Komfort zur neuen Sehnsucht – beim Reisen, bei der Arbeit und in der Zeit mit den Menschen, die uns wichtig sind. Visuell bedeutet das Motive, die Ruhe und Erholung zeigen, soziale Momente der Entschleunigung sowie kleine Runden und echte Begegnungen. Gefragt sind Bilder, die Wachstum, Balance und Erneuerung ausdrücken und damit die geerdete, regenerative Zukunft sichtbar machen, nach der sich die Zielgruppen sehnen.

Für mehr Inspiration, frische Bildideen und passende Videos für visuelle Marketingstrategien 2026 besuchen Sie die Webseite

Bildcredit: FOTOGRAFIA INC.-iStock

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie entsteht neue Stärke, wenn sich ein Unternehmen neu ausrichtet?

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forpeople definiert Produkte in moderner Kosmetik Fotograf/ Bildcredits: @Max Osetskyy

forpeople entwickelt wasserfreie Natur- und Biokosmetik mit 100 Prozent Wirkstoffen und verfolgt dabei den Anspruch, Hautpflege neu zu denken.

Stellen Sie sich bitte kurz vor und erzählen Sie, wofür forpeople steht

Ich bin Marc, einer der Gründer von forpeople. Unsere Marke steht für kompromisslose Natur- und Biokosmetik – ohne Wasser, dafür mit 100 % Wirkstoffen. Wir wollen zeigen, dass Pflegeprodukte nicht aus Füllstoffen bestehen müssen, sondern echten Mehrwert für Haut und Natur schaffen und dabei noch hochwirksam ist.

Wie haben Sie die Wochen vor der Insolvenzeröffnung erlebt und was ist intern in dieser Zeit passiert?

Die Zeit vor der Eröffnung war geprägt von Ungewissheit, weil wir lange auf den Beschluss warten mussten. Als es dann endlich losging, hat uns das eher motiviert, weil wir Klarheit hatten. Und als sich abzeichnete, dass es sogar positiv weitergehen kann, war die Stimmung im Team noch besser – wir haben den Neustart als echte Chance gesehen.

Welche Gründe haben letztlich dazu geführt, dass das Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnen musste?

Am Ende war es die Zahlungsunfähigkeit. Die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten ist zuletzt deutlich zurückgegangen, und das hat unsere finanziellen Reserven aufgezehrt. Wir mussten reagieren, um eine geordnete Lösung zu finden.

Wie kam der Kontakt zu Wilfried Gillrath zustande und was hat ihn überzeugt, trotz dieser schwierigen Situation in forpeople zu investieren?

Ich habe Wilfried über das Netzwerk brafe.space kennengelernt. Überzeugt hat ihn glaube ich, dass wir wirklich für unsere Idee brennen und nicht aufgeben. Außerdem hat er gesehen, dass die Chancen für einen erfolgreichen Neustart gut stehen – das war für ihn entscheidend.

Welche Rolle spielten weitere Branchenexperten bei der Rettung des Unternehmens und wie hat sich dieses Unterstützernetzwerk entwickelt?

Das war absolut entscheidend. Ohne das Team der naturkosmetikfabrik aus Sulzbach a. Main wäre der gesamte Deal nicht möglich gewesen. Zusätzlich haben uns viele aus unserem bisherigen Investorenkreis unterstützt, weil sie an uns und unsere Produkte glauben – einige sind sogar bei der zweiten Chance aktiv dabei.

Welche Aspekte Ihres nachhaltigen Geschäftsmodells haben Investoren davon überzeugt, dass forpeople auch nach einer Insolvenz eine Zukunft hat?

Wir waren ohne die Kreditlasten kurz vor der Profitabilität und hatten bereits eine loyale Kundschaft aufgebaut. Das hat sich gerade in der Insolvenz und noch stärker im ersten Monat nach der Restrukturierung gezeigt. Diese Basis und unser klarer Fokus auf Nachhaltigkeit haben die jetzigen Investor:innen überzeugt.

Wie wichtig war es Ihnen, das gesamte Team zu halten, und wie haben Ihre Mitarbeitenden diese Phase der Unsicherheit erlebt?

Das war für uns sehr wichtig – ohne unser Team hätten wir nicht weitermachen können. Unsere Mitarbeiterinnen haben forpeople entscheidend mit aufgebaut, und wir wollten, dass sie diesen Weg weiter mit uns gehen. Natürlich gab es Unsicherheit, aber wir waren im gesamten Prozess sehr transparent. Ich glaube, das hat Vertrauen geschaffen und wir sind den Mitarbeiterinnen sehr dankbar fürs “Mitziehen”.

Der neue Name lautet forpeople skincare GmbH. Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Rebranding und was soll er transportieren?

Wir hatten Anfang des Jahres bereits die Marke auf forpeople umgestellt, da lag dieser Schritt nahe. Mit forpeople wollen wir zeigen, dass unsere Kosmetik wirklich für Menschen und ihre Haut gemacht ist – und nicht für den Profit großer Konzerne. Wir stehen für echten Impact für Haut und Natur.

Inwiefern unterscheidet sich die neue strategische Ausrichtung von der Zeit vor der Insolvenz und welche Vision verfolgen Sie für die nächsten Jahre?

Wir setzen jetzt stärker auf unsere B2C-Kanäle, weil wir hier das größte Wachstum sehen. Außerdem kehren wir zu unseren Wurzeln im Outdoor-Bereich zurück. Mit der Partnerschaft mit Globetrotter haben wir 2025 gezeigt, dass unsere Kosmetik perfekt in jedes Outdoor-Abenteuer passt – das wollen wir weiter ausbauen.

Sie planen, das Sortiment auszubauen. Welche neuen Produkte dürfen Konsumentinnen und Konsumenten konkret erwarten?

Ganz neu sind unsere Seifen auf Aloe-Vera-Basis. Bald folgt ein Lipbalm mit LSF – ideal für den Skiurlaub, den Strand oder den Alltag. Und zur nächsten Saison bringen wir eine getönte Sonnencreme auf den Markt.

Ihre Produkte bestehen aus 0 Prozent Wasser und 100 Prozent Wirkstoffen. Warum ist dieser Ansatz so zentral für Ihre Marke und wie vermitteln Sie dessen Vorteile?

Weil wir zeigen wollen, dass es Füllstoffe und Konservierungsmittel nicht braucht. Sie führen oft zu Allergien oder Hautreizungen und verkürzen die Wirkungsdauer – am Ende profitieren vor allem die Konzerne, weil man häufiger nachkaufen muss. Mit unserem Ansatz gibt es volle Wirkstoffkonzentration und ein spürbar besseres Hautgefühl.

Was bedeutet die Rettung durch einen Impact-Investor für Ihre Mission rund um Nachhaltigkeit und Biodiversität?

Uns war wichtig, den Kern des Unternehmens nicht zu verlieren: neben wirtschaftlichem Erfolg der Natur etwas zurückzugeben. Mit unserem Impact-Modell können wir das auch weiterhin umsetzen – das war für uns ein entscheidender Punkt.

Viele Startups scheitern an fehlender Resilienz. Welche Faktoren haben Ihnen als Team geholfen, diese schwierige Phase zu bewältigen?

Ganz klar: Offenheit und Transparenz. Wir haben eine Kultur, in der Fehler besprochen werden dürfen, und das hat uns geholfen, gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Haltung war in der Krise Gold wert.

Welche persönlichen Lehren ziehen Sie aus der Insolvenz und der anschließenden Neuausrichtung des Unternehmens?

Wir haben gelernt, dass eine Insolvenz nicht automatisch Scheitern bedeutet. Es gab viele externe Faktoren wie Corona oder den Ukraine-Krieg/Inflation, die uns beeinflusst haben. Und wir nehmen mit, künftig noch stärker auf die wirtschaftliche Stabilität zu achten, bevor wir uns in zu vielen Möglichkeiten der Optimierung verlieren. Ein weiterer Punkt: Nicht alles selber machen, zum Beispiel die Inhouse-Produktion. Für den Start und die Story super, dann aber teuer und nicht ausgelsastet.

Was möchten Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die selbst vor einer Krise stehen oder mit Insolvenz konfrontiert sind?

Redet offen darüber – das hat uns am meisten geholfen. Sprecht mit eurem Team, Investor:innen und anderen Startups. Daraus entstehen oft die besten Ideen. In Deutschland hat man als Gründer schnell das Gefühl, zu scheitern, aber ein offener Umgang kann helfen.

Wohin soll sich forpeople in den kommenden zwölf Monaten entwickeln und welche Ziele definieren Sie für den Neustart?

Unser wichtigstes Ziel ist, schnell profitabel zu werden – wir planen, das bereits in Q1 zu erreichen. Im November konnten wir dank unserer starken Stammkundschaft schon wieder zum Vorjahresmonat wachsen, was uns sehr freut. Außerdem wollen wir als relevante Marke im Outdoor- und Sportbereich wahrgenommen werden und möglichst viele Menschen von juckender oder trockener Haut befreien – mit unserem 100 % Wirkstoff-Ansatz.

Bild: Fotograf/ Bildcredits: @Max Osetskyy

Wir bedanken uns bei Marc Seipel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: forpeople

forpeople logo grün weiss

Kontakt:

forpeople skincare GmbH
Offakamp 9e
D-22529 Hamburg

https://www.forpeople-skincare.de/
moin@forpeople-skincare.de

Ansprechpartner: Marc Seipel

Social Media:

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Kann man Immobilien wirklich verstehen lernen statt nur darüber zu reden?

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evoque vermittelt Immobilienwissen rund um Immobilieninvestments Vanessa Jung (l.) und Anabel Reeß (r.) Fotocredits/ Fotograf: Isabel Zander

evoque ist eine Bildungsplattform, die Immobilienwissen verständlich, praxisnah und strukturiert vermittelt, damit Menschen fundierte Entscheidungen treffen und Immobilieninvestments eigenständig umsetzen können

Wie ist evoque entstanden und welche Personen stehen heute hinter dem Unternehmen?

Evoque ist bei uns nicht am Reißbrett entstanden, sondern aus dem Alltag in der Immobilienpraxis. Gründerinnen des Unternehmens sind wir, Vanessa und Anabel. Wir haben uns im Masterstudium Real Estate Management kennengelernt und haben danach in unterschiedlichen Bereichen der Branche gearbeitet.

Vanessa hat ein duales Immobilienstudium in Baden-Württemberg gemacht, war anschließend in einem Asset Management Beratungsunternehmen im Leasing tätig und arbeitet heute in einem Familienunternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald, das Bestandsimmobilien hält und Neubauprojekte realisiert. Anabel hat Wirtschaftswissenschaften in Berlin studiert und ist nach dem Studium in das Property Management bei gegangen – mit Verantwortung für Mieterbetreuung, Vertrags- und Übergabemanagement sowie die Erhaltungsplanung für einen wachsenden Bestand. Aus genau dieser Mischung – Bestand, Entwicklung und operative Verwaltung – ist Evoque entstanden: als Plattform, die Immobilienwissen so vermittelt, dass man es wirklich versteht und anwenden kann.

Was war der persönliche Auslöser, sich mit evoque auf Bildung rund um Immobilieninvestments zu fokussieren?

Der persönliche Auslöser war, dass wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder gesehen haben, wie groß die Lücke zwischen „Interesse an Immobilien“ und tatsächlicher Umsetzung ist. Gleichzeitig kam das Thema immer häufiger aus unserem direkten Umfeld: Freundinnen und Freunde sind auf uns zugekommen und haben gefragt, wie wir das eigentlich machen, worauf wir achten und wie wir Entscheidungen treffen, bevor wir kaufen. Fast alle hatten dabei dasselbe Problem – sie waren komplett von Infos aus dem Internet überflutet: Podcasts, YouTube, Instagram, Foren. Am Ende waren viele eher unsicherer als vorher, weil es zu viele Meinungen gibt, zu wenig Struktur und kaum eine klare Anleitung, was wirklich wichtig ist und in welcher Reihenfolge man vorgeht. Genau da wurde uns klar: Es braucht ein Angebot, das Immobilienwissen verständlich, praxisnah und geordnet vermittelt – und Menschen so unterstützt, dass sie ins Handeln kommen und eigenständig fundierte Entscheidungen treffen können.

Welche Vision verfolgt evoque langfristig und wie soll sie Schritt für Schritt Realität werden?

Langfristig ist unsere Vision, dass mehr Menschen Immobilieninvestments selbstbestimmt und verantwortungsvoll angehen können – mit einem klaren Fundament an Wissen, aber vor allem mit der Sicherheit, gute Entscheidungen eigenständig treffen zu können. Wir wollen, dass Immobilien nicht als „Geheimwissen“ oder etwas wirkt, das nur mit viel Kapital oder Insiderkontakten möglich ist, sondern als nachvollziehbarer Prozess, den man lernen kann.

Realität wird das Schritt für Schritt über einen klaren Lernpfad: Wir bauen strukturierte digitale Lernpakete auf, die komplexe Themen verständlich erklären und direkt in die Anwendung führen – mit Tools wie Wissenslektionem, Templates und Entscheidungsguides. Ergänzend schaffen wir mit der Community (bei uns: Qommunity) einen Raum für Austausch, Q&A und regelmäßige Live-Formate, damit Fragen nicht offen bleiben, man dranbleibt und aus Wissen wirklich Umsetzung wird.

An wen richtet sich das Angebot von evoque konkret und welche Bedürfnisse dieser Zielgruppe stehen im Mittelpunkt?

Evoque richtet sich ganz konkret an drei Gruppen, die an unterschiedlichen Punkten stehen – aber alle das gleiche Gefühl kennen: Unsicherheit und die Frage, wie man “richtig” anfängt oder dem Ganzen Struktur gibt, ohne sich zu verrennen.
Erstens an unsere STARTER: Menschen, die Vermögensaufbau im Kopf haben, aber sich schnell überfordert fühlen und Angst haben, Fehler zu machen. Ihr Hauptbedürfnis ist eine klare Orientierung: Was ist wirklich wichtig – und was ist der erste sinnvolle Schritt?
Zweitens an OWNER: Menschen, die schon Berührungspunkte haben – eine Immobilie, ein Erbe oder eine Vermögensbasis – und sich fragen, ob sie das eigentlich gut nutzen. Hier geht es vor allem um Einordnung, Ruhe und Entscheidungssicherheit in Bewertung, Bewirtschaftung und Strategie.

Und drittens an BUILDER: Menschen mit gutem Einkommen, die langfristig denken und ein stabiles System aufbauen wollen – passend zu Familie, Zukunft und Sicherheit. Sie suchen Struktur statt Einzelwissen und wollen Verantwortung nachhaltig und souverän gestalten.
Über alle Zielgruppen hinweg steht bei uns im Mittelpunkt: ein Raum ohne Druck, in dem jede Frage erlaubt ist – und Immobilien dadurch verständlich und machbar werden.

Wie gelingt es evoque, komplexe Themen rund um Immobilieninvestments verständlich und praxisnah aufzubereiten?

Wir machen komplexe Themen vor allem dadurch greifbar, dass wir sie immer an der Praxis aufhängen. Im Workshop arbeiten wir mit echten Objektbeispielen und führen Schritt für Schritt durch: Was schaue ich mir an, welche Zahlen sind entscheidend, welche Fragen muss ich stellen – und wie formuliere ich das so, dass ich es auch im Gespräch mit Makler oder Bank sicher vertreten kann. Dabei ist uns wichtig, dass niemand Hemmungen haben muss: Fragen sind ausdrücklich erwünscht, ohne Druck und ohne dieses Gefühl, man müsste schon alles können. Und nach dem Workshop hört es nicht auf. Statt „Content zum Durchklicken“ bauen wir eine Struktur, die in die Umsetzung führt: digitale Tools und Vorlagen, regelmäßige Q&A-Formate und eine Community, in der man dranbleibt.

Besonders praktisch ist, dass Mitglieder auch eigene Fälle einreichen können – zum Beispiel Exposé und Kalkulation hochladen, 2–3 konkrete Fragen dazu stellen und klares Feedback bekommen, schriftlich oder als kurzes Video. Wenn es passt, wird ein Fall auch live im Call besprochen. So wird aus Wissen nicht nur Verständnis, sondern echte Anwendung.

Was unterscheidet evoque von klassischen Coachings oder Weiterbildungsangeboten im Immobilienbereich?

Was Evoque von klassischen Coachings oder Weiterbildungen unterscheidet, ist vor allem der Rahmen: Es ist deutlich persönlicher. Die Teilnehmenden arbeiten eng mit uns beiden zusammen – zwei jungen Frauen aus der Immobilienpraxis – und erleben das Thema nicht „von der Bühne aus“, sondern nahbar, direkt und auf Augenhöhe. Dabei ist uns wichtig zu betonen: Wir arbeiten nicht mit einer aggressiven oder reißerischen Tonalität, sondern fundiert, klar und realistisch – ohne Druck, ohne Buzzwords, ohne „schnell-reich“-Versprechen. Der individuelle Blick ist entscheidend: Bei Evoque gibt es keine One-size-fits-all-Lösung. Wir schauen gemeinsam, wo jemand steht, welche Ziele und Lebensrealität dahinterliegen – und daraus leitet sich die persönliche Immobilienstrategie ab.

Denn eine Strategie muss zu Einkommen, Zeit, Risikoempfinden und Zukunftsplänen passen, sonst wird sie in der Praxis nicht getragen. Und genau deshalb verstehen wir uns als Mentorinnen: Wir geben nicht nur Wissen weiter, sondern helfen dabei, Klarheit zu gewinnen und Entscheidungen selbstständig treffen zu können. Mit echten Beispielen, Struktur, Tools und Formaten, die nicht bei Theorie enden, sondern in die Umsetzung führen.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell beim Aufbau und der Skalierung des Unternehmens und wie geht ihr damit um?

Eine der größten Herausforderungen gerade ist tatsächlich das Thema Vertrauen. Wenn Menschen uns noch nicht kennen, ist Immobilien ein Feld, in dem man verständlicherweise sehr vorsichtig ist – und gleichzeitig gibt es viele laute Stimmen am Markt. Da braucht es Zeit, bis jemand wirklich versteht, wofür Evoque steht und warum unser Ansatz anders ist. Eng damit verbunden ist die Reichweite: überhaupt die richtigen Menschen zu erreichen – also diejenigen, die ernsthaft lernen wollen und nicht nach schnellen Versprechen suchen. Wir stehen extrem hinter unserem Format, aber das muss nach außen erst greifbar werden.

Deshalb haben wir uns am Anfang auch sehr intensiv mit unserer Corporate Identity beschäftigt. Wir haben uns bewusst Zeit genommen, um glasklar herauszuarbeiten, wofür wir stehen, wie wir arbeiten, welche Werte uns wichtig sind und wie sich das in Sprache, Auftreten und Format widerspiegelt. Das war ein längerer Prozess – aber genau diese Klarheit ist entscheidend, wenn es um ein sensibles Thema wie Investments geht.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Inhalte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch zur tatsächlichen Umsetzung führen?

Wir stellen sicher, dass unsere Inhalte nicht nur „Wissen zum Konsumieren“ sind, indem wir Umsetzung ganz bewusst einbauen – über klare nächste Schritte, Tools, Vorlagen, Q&A-Formate und die Möglichkeit, eigene Fälle einzureichen und Feedback zu bekommen. Und ja: Auch der Betrag, den Teilnehmende investieren, spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht, weil Wissen nur dann wertvoll ist, wenn es teuer ist – sondern weil eine bezahlte Entscheidung automatisch Verbindlichkeit schafft. Wer etwas investiert, nimmt sich Zeit, setzt Prioritäten und bleibt eher dran, statt es „irgendwann mal“ zu machen. Wir kennen das auch von uns persönlich: Wir haben uns selbst einen richtig teuren Kurs gebucht.

Genau weil es so ein Investment war, wollten wir maximal viel daraus ziehen. Wir haben die Inhalte nicht nur angeschaut, sondern mitgeschrieben, Aufgaben umgesetzt und uns gezwungen, es wirklich in unseren Alltag zu übertragen – und genau das hat den Unterschied gemacht. Diese Energie wollen wir bei Evoque ebenfalls auslösen: nicht Druck, sondern Commitment.

Welche Rolle spielen Werte wie Verantwortung und persönliche Entwicklung in eurer Arbeit?

Für uns sind Verantwortung und persönliche Entwicklung kein „Extra“, sondern der Kern von Evoque. Gerade bei Immobilien vermitteln wir ganz klar: Eigentum verpflichtet. Das klingt erstmal nach einem Satz aus dem Gesetzbuch, trifft in der Praxis aber genau den Punkt. Eine Immobilie ist kein Projekt, das von allein läuft – und kein „passives Einkommen auf Autopilot“. Es gibt Mieterfragen, Instandhaltung, Entscheidungen unter Zeitdruck, manchmal auch Leerstand oder unerwartete Kosten. Wir kennen das aus der Praxis und sprechen es deshalb auch genauso an: Wer investiert, übernimmt Verantwortung – für das Objekt, für Menschen, die darin wohnen, und für die eigene finanzielle Stabilität. Und genau da kommt persönliche Entwicklung ins Spiel.

Es braucht Klarheit, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, mit Rückschlägen ruhig umzugehen, statt sich beim ersten Problem entmutigen zu lassen. Unser Ziel ist, dass unsere Teilnehmenden nicht nur rechnen können, sondern auch mental stabiler werden in ihren Entscheidungen – und am Ende wirklich sagen können: „Ich weiß, was auf mich zukommt, und ich kann das tragen.“

Wohin soll sich evoque in den kommenden Jahren entwickeln und welche neuen Angebote sind geplant?

In den kommenden Jahren soll Evoque sich von einem starken Workshop-Startpunkt zu einem klaren Lern- und Begleitweg entwickeln. Unsere Workshops bleiben das Herzstück – und wir wollen die Workshops Schritt für Schritt auch in weiteren Städten anbieten. Danach können Teilnehmende je nach Bedarf in unsere digitale Mitgliedschaft wechseln: Mitgliedschaft Basic für ein solides Fundament, Mitgliedschaft Boost mit mehr Praxis (z. B. Objektbegehungen, Tools und Vorlagen) und Mitgliedschaft Signature mit besonders enger Begleitung inklusive 1:1-Support und Office Hours. Inhaltlich bauen wir die Lernplattform weiter aus – mit Basics, Vertiefungen und Formaten, die wirklich in die Umsetzung führen: regelmäßige Q&As, Deep Dives, Spotlight-Fälle aus der Community und Mini-Checks.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Scheu dich nicht vor Finanzierung – Wachstum braucht oft Fremdkapital. Viele warten zu lange, weil sie Finanzierung als Risiko sehen. In der Praxis ist es aber häufig ein notwendiger Schritt, bewusst Fremdkapital aufzunehmen, um investieren und skalieren zu können. Wichtig ist: sauber rechnen, Puffer einplanen, Risiko realistisch einschätzen und eine Finanzierung wählen, die zu deiner Strategie und Lebensrealität passt.
Sprich darüber – mach dich sichtbar. Ein gutes Produkt bringt wenig, wenn es niemand mitbekommt. Erzähl, woran du arbeitest, zeig dich und nimm Menschen mit auf den Weg. So entsteht Vertrauen – und Weiterempfehlung passiert viel leichter.
Hol dir Unterstützung – du musst nicht alles allein tragen. Such dir Hilfe, wo du sie brauchst: fachlich, organisatorisch oder strategisch. Gute Gründerinnen und Gründer sind nicht die, die alles können – sondern die, die sich die richtigen Menschen und Ressourcen dazuholen.

Bild Vanessa Jung (l.) und Anabel Reeß (r.) Fotocredits/ Fotograf: Isabel Zander

Wir bedanken uns bei den Gründerinnen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Kann künstliche Intelligenz Finanzberatung wirklich besser zugänglich machen?

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Xaver Finanzberatung und Altersvorsorge mit KI

Xaver ist eine KI native B2B Plattform für digitale Finanzberatung und Vorsorgelösungen

Wie würden Sie Xaver und das Team dahinter vorstellen, und welche Expertise haben die Gründer in der Versicherungs- und Vorsorgebranche?

Xaver ist eine KI-native B2B-Plattform, die Banken, Versicherern und Vertrieben eine agentische AI-Workforce für Beratung und Vertrieb bereitstellt – gekoppelt mit einer BaFin-regulierten, MCP-fähigen Investment-Infrastruktur als „Execution Layer“. Hinter Xaver steht ein Team aus Founder-Operators mit tiefer Industrie- und Tech-Erfahrung: CEO Max Bachem (ehem. CEO Luko/Coya), CPTO Ole Breulmann (ehem. CPO Hypoport/Smart Insurtech), CFO Dr. Björn Holste (ehem. Managing Director Deutsche Bank/UBS) und COO Nigel Jankelson (ehem. COO Luko, CEO Coya). Wir kennen die regulatorische Realität und den operativen Alltag aus erster Hand – und bauen genau dafür.

Was war der ursprüngliche Auslöser für die Gründung von Xaver und welche Problemlücke im Bereich Altersvorsorge wollten Sie damit schließen?

Hochwertige, verlässliche Beratung ist knapp, teuer und nicht skalierbar – genau das verhindert, dass Menschen schnell zur passenden Vorsorgelösung finden. Unsere Gründungsidee: eine konforme agentische KI-Belegschaft, die 24/7 berät, dokumentiert und bis zum Abschluss führt – teils autonom, teils als Co-Pilot für menschliche Berater, die dadurch bis zu 65 % weniger Admin-Aufwand haben.

Ihre Plattform kombiniert künstliche Intelligenz mit klassischen Vorsorgeprodukten. Welche langfristige Vision verfolgen Sie damit?

Unsere Vision ist eine Zukunft, in der jeder Mensch weltweit bequemen, jederzeit verfügbaren Zugang zu personalisierter Finanzberatung hat. Wir glauben an das „Agentic Web“, in dem persönliche KI-Assistenten (wie ChatGPT oder Apple Intelligence) der primäre Einstiegspunkt für Finanzentscheidungen werden.

Langfristig wollen wir nicht nur Investments und Altersvorsorge abdecken, sondern uns zu einer holistischen Finanzberatung weiterentwickeln. Xaver soll dabei die operative Schicht, der „Execution Layer“, sein, auf dem die Finanzberatung der KI-Ära läuft.

Für welche Finanzinstitute, Banken oder Versicherer ist Ihre Lösung besonders relevant und wie adressieren Sie deren spezifische Anforderungen?

Unsere Lösung ist besonders relevant für Versicherer, Banken und große Finanzvertriebe, die unter dem Beratermangel leiden oder ihre digitale Abschlussstrecke modernisieren müssen. Wir haben bereits Partnerschaften mit namhaften Akteuren wie „Die Bayerische“, einem Europäischen Versicherer und einer großen Europäischen Bank.

Wir adressieren deren Anforderungen mithilfe unserer Modulare Platform:

Xaver ONE: Unsere KI-Plattform bietet sowohl autonome KI-Berater für Endkunden als auch KI-Assistenten, die menschliche Berater unterstützen und bis zu 65 % Zeit einsparen.
Xaver Asset Management: Für Partner, die moderne Produkte brauchen, bieten wir eine White-Label-Infrastruktur, um in 4–8 Wochen neue Investment- und Vorsorgeprodukte zu launchen. Dazu gehören z.B. auch das geplante „Altersvorsorgedepot“ und die „Frühstartrente“, die wir unseren Partnern schnell, attraktiv und kostengünstig für den Marktstart ermöglichen.

Die Automatisierung von Beratung und Abschlussprozessen ist anspruchsvoll. Mit welchen Herausforderungen sieht sich Xaver derzeit konfrontiert?

Die größte Herausforderung ist die Regulatorik im Bereich „High-Risk AI“ gemäß dem EU AI Act. Es reicht nicht, dass eine KI gut chattet – sie muss deterministisch korrekte Empfehlungen geben, erklären können, warum ein Produkt passt, und dies auditierbar dokumentieren.

Wir lösen dies durch eine Multi-Agenten-Architektur, die generative KI für die Konversation mit erklärbarer KI (Explainable AI) für die Entscheidungsfindung kombiniert. Eine weitere Herausforderung ist die Integration in die Legacy-Systeme der Banken und Versicherer, die wir durch unsere spezialisierte Integrationsschicht lösen.

Was unterscheidet Xaver technologisch und regulatorisch von anderen InsurTech- oder FinTech-Anbietern, die ebenfalls auf digitale Vorsorge setzen?

Unser entscheidender Vorteil ist die Kombination aus vertikaler KI und regulatorischer Tiefe:

Regulatorischer Burggraben: Xaver ist nicht nur ein Software-Anbieter, sondern ein BaFin-reguliertes Finanzinstitut. Das erlaubt unseren KI-Agenten, Transaktionen wirklich auszuführen (Kontoeröffnung, Handel), statt nur darüber zu reden.
Compliance by Design: Wir sind für „High-Risk“-Anwendungen unter dem EU AI Act gebaut und ermöglichen den ersten konformen Verkauf von Versicherungsprodukten direkt über KI-Assistenten wie ChatGPT.
Tiefe Integration: Wir bieten die komplette Wertschöpfungskette von der Beratung über den Abschluss bis zur Portfolioverwaltung aus einer Hand.

Sie bieten KI-basierte Berater und White-Label-Vorsorgeprodukte an. Wie verändert dieser Ansatz den klassischen Vertriebsprozess?

Wir bewegen uns von einem rein menschlichen Modell zu einer „Hybrid Reality“ und schließlich zum „Agentic Web“. Unser Ansatz verändert den Vertrieb in zwei Dimensionen:

Effizienzsteigerung: Menschliche Berater nutzen KI-Assistenten für Admin-Aufgaben, Transkription und Vorbereitung, was ihre Kapazität verzehnfacht und 65 % Zeit spart.
Neue Kanäle: Wir ermöglichen vollautonome Verkäufe (bei der Bayerischen bereits 20 % der Fälle ) und öffnen den Kanal der „Personal AI Agents“ (PAI), sodass Kunden direkt über ihren KI-Assistenten Produkte abschließen können. Wenn gewünscht, kann trotzdem jederzeit ein nahtloser Übergang zum menschlichen Berater geschaffen werden, dem dann alle Informatinen die bereits erfasst wurde vorab zur Verfügung stehen.

Welche Rolle spielt die BaFin-Lizenz für Ihre strategische Ausrichtung und welche Möglichkeiten eröffnet sie Ihnen?

Die Lizenz ist essenziell. Sie erlaubt uns, als voll reguliertes Finanzinstitut zu agieren, ähnlich wie eine Bank oder ein Versicherer. Das vereinfacht das Onboarding bei unseren B2B-Partnern enorm, da wir dieselbe „Compliance-Sprache“ sprechen. Strategisch ermöglicht sie uns das „Passporting“: Wir konnten beispielsweise unsere Lizenz innerhalb von nur 4 Wochen ins EU-Ausland transferieren. Das macht unsere Expansion in weitere EU-Märkte extrem schnell und skalierbar. Zudem erlaubt sie uns das autonome Finanzportfolio-Management (DPM) durch KI-Agenten.

In welche Produktentwicklung oder technologische Erweiterung wollen Sie in den kommenden zwei bis drei Jahren besonders investieren?

Unsere Roadmap für die nächsten 18–24 Monate ist klar definiert:

Produkt-Fokus: Wir bereiten uns darauf vor, einer der ersten Anbieter zu sein, der über Partner das neue Altersvorsorgedepot und die Frühstartrente anbieten kann, um unseren Partnern einen schnellen, attraktiven und kostengünstigen Markteintritt mit diesen Produkten zu ermöglichen.
Erweiterung der Beratung: Expansion von Investments/Rente hin zu holistischer Finanzberatung.
Voice & Avatar: Weiterentwicklung unserer echtzeitfähigen Voice-Native-Berater und fotorealistischen Avatare.
Agent-to-Agent (A2A) Commerce: Wir bauen unsere MCP-Schnittstellen aus, damit externe KI-Agenten über unsere Infrastruktur konform Finanzprodukte für Nutzer abschließen können.

Wie soll sich die Marktposition von Xaver im Bereich Vorsorge- und Versicherungstechnologien künftig weiterentwickeln?

Wir wollen der Standard-Layer für KI-basierte Finanzberatung in Europa werden.

Wir sehen uns als den „Enabler“, der es traditionellen Finanzinstituten erlaubt, im Zeitalter der KI wettbewerbsfähig zu bleiben und Neobanken technologisch zu überholen. Dazu positionieren wir uns als der Go-to-Partner für die schnelle Bereitstellung moderner und attraktiver Vorsorge- und Investmentprodukte (wie z.B. das Altersvorsorgedepot).

Unsere Strategie stützt sich dabei auf zwei Säulen:

Produkt-Enabler: Wir bieten die White-Label-Infrastruktur, um konforme und zeitgemäße Finanzprodukte in den Markt zu bringen.
Effizienz-Booster: Wir stellen eine umfassende Suite an KI-gestützten Tools bereit, um die Vertriebseffizienz unserer Partner signifikant zu heben und menschliche Berater massiv zu entlasten.

Sie sind Teil des Cologne Scaleup Program 2025. Welche nächsten Schritte haben Sie dort für Produktentwicklung, Marktpositionierung und fachliche Weiterentwicklung definiert?

Im Rahmen des Programms haben wir wichtige Erkenntnisse für unsere Skalierung gewonnen. Unsere nächsten Schritte sind:

Marktpositionierung: Fokus auf Märkte, in denen wir realistisch gewinnen und eine starke Durchdringung erreichen können (Deutschland als Kernmarkt, Expansion in NL/Nordics/Frankreich).
Produktentwicklung: Wir fokussieren uns darauf, über unsere Partner das neue Altersvorsorgedepot und die Frühstartrente anzubieten. Das ermöglicht unseren Partnern, diese attraktiven und kostengünstigen Lösungen als einer der Ersten im Markt zu launchen.
Vertrieb: Nutzung gezielter Vertriebsmaßnahmen („Sales Motions“), um die langen Verkaufszyklen im Enterprise-Bereich zu verkürzen.

Welche drei wichtigsten Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im B2B-FinTech- oder InsurTech-Umfeld skalieren möchten?

Vertical AI wins: Bau keine generischen Wrapper. Im regulierten Umfeld gewinnt Tiefe. Du musst die Prozesse und die tatsächlichen Pain Points deiner Kunden verstehen und technologisch tief integriert sein.
Unterschätze nicht die „Readiness to Scale“: Skalierung ist nicht nur Vertrieb. Stelle sicher, dass neben dem Produkt vor allem auch dein Team und deine Prozesse bereit sind, bevor du rasant wächst. Skalierung ist ein operativer Kraftakt.
Nutze Regulation als Burggraben: Compliance ist kein Hindernis, sondern dein stärkstes Asset, wenn du es richtig machst. Baue Sicherheit und Regulatorik von Tag 1 an in dein Produkt ein („Compliance-by-Design“).

Bildcredits: Xaver Group GmbH

Wir bedanken uns bei Max Bachem für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum brauchen Unternehmen heute wieder echte Begegnungen?

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smartvillage Events schaffen echte Begegnungen Bild Lukas Koppitz Bildcredits/ Fotograf ©Stefanos Notopoulos

smartvillage betreibt flexible Event und Meetinglocations für B2B Veranstaltungen und schafft Räume für anlassbezogene persönliche Zusammenarbeit

Wie hat sich aus der ursprünglichen Idee die heutige Ausrichtung von smartvillage entwickelt und welche Menschen stehen hinter dem Konzept?

Ich habe smartvillage Anfang 2018 gemeinsam mit Gerd Krohn gegründet, weil wir bemerkt hatten, wie fragmentiert und ineffizient der Markt für Veranstaltungslocations ist: Einerseits gibt es lokale Anbieter in jeder Stadt. Wenn diese gut geführt sind, ergibt sich für Kunden ein Wohlfühlerlebnis – häufig scheitert das aber an der Realität, spezifisch einem professionellen Team und Produkt – was wiederum eine große Volatilität im Erlebnis mit sich bringt. Auf der anderen Seite stehen Tagungshotels: Diese sind in der Regel professioneller, aber in ihren veralteten Denk- und Arbeitsweisen und Systeminfrastrukturen gefangen.

Sie besitzen über Ihre PMS Systeme zu wenig Daten und damit Wissen darüber, wie sich Kunden verhalten und was sie wann für welche Zwecke buchen möchten. Mit smartvillage schließen wir diese Lücke. Von der ersten Idee bis heute leben wir unsere Unternehmensphilosophie: Wir kombinieren Daten und Technologie mit einer starken Marke und einem einzigartigen Erlebnis, um ein perfektes Kundenerlebnis zu schaffen. Unser Hauptfokus liegt dabei auf B2B-Events für 200 bis 600 Personen. Heute sind wir mit einem Team aus über 50 Mitarbeitenden und auf mehr als 15.000 m² in München, Köln und Berlin präsent.

Welche Vision verfolgt smartvillage mit seinen flexiblen Locations und wie soll diese Vision bis 2030 mit einer Million Gästen realisiert werden?

Unser Antrieb ist es, unseren Gästen den schönsten Arbeitstag des Jahres zu ermöglichen. Das tun wir, indem wir Raum für echte Begegnungen schaffen. Unsere gesamte Unternehmenskultur und das Raumkonzept sind darauf ausgerichtet, Grenzen zu sprengen und Umgebungen zu kreieren, die Menschen inspirieren und Teams verbinden – denn wir glauben fest daran, dass echte Begegnungen zu echtem Wachstum führen. Alleine im Jahr 2025 haben wir mehr als 100.000 Menschen in unseren Locations begrüßt. Im Jahr 2030 wollen wir einer Million Gästen ein hervorragendes Erlebnis bieten.

Deshalb folgt 2026 unser nächster Schritt in der Skalierung: Wir eröffnen in Frankfurt und Hamburg zwei neue Locations. Bis 2028 werden wir insgesamt neun weitere Flagshipstores in der DACH-Region eröffnen und smartvillages in 13 Städten anbieten, anschließend wollen wir den EU-Markt erschließen. Die eine Million Gäste sind aber nur möglich durch unser Vertical, das wir nächstes Jahr an den Markt bringen. Damit werden wir den Markt für Hotelkonferenzflächen richtig aufmischen.

Für welche Zielgruppen ist das Angebot am wertvollsten und wie lösen Ihre Räume das Problem ungenutzter Office Fixkosten konkret?

Wir konzentrieren uns auf B2B-Events für 200 bis 600 Personen – zum Beispiel für Konferenzen, Kongresse, Messen, Teamevents und Firmenfeiern. Dahinter steckt tatsächlich auch viel makroökonomische Entwicklung: Der Trend zum Homeoffice hat die Arbeitswelt dauerhaft verändert und mit ihr den Büroimmobilienmarkt. Laut ifo-Institut halten mehr als ein Viertel der Unternehmen in Deutschland ihre Büroflächen für nicht ausreichend genutzt. Das ist insofern problematisch, als diese trotz geringer Auslastung hohe Fixkosten für Mieten, Energie, Reinigung und Instandhaltung binden. Gleichzeitig finden weniger persönliche Treffen statt, was wiederum den Zusammenhalt und die Motivation beeinträchtigt. Wir sehen die Lösung dieser beiden Probleme in anlassgebundenen Begegnungen. Statt ineffiziente, interne Großflächen vorzuhalten, können Unternehmen ihre frei werdenden Budgets tageweise flexibel in vollausgestattete, designorientierte Eventlocations investieren. Diese verursachen nur dann Kosten, wenn sie tatsächlich benötigt werden. So werden Unternehmen wirtschaftlich wieder effizienter und fördern gleichzeitig ihre Teamkultur.

Wie entsteht durch anlassbezogene Begegnungen wie Strategietage oder Retreats mehr Effizienz im Team und welche Rolle spielt smartvillage dabei?

Wir sehen aktuell, dass die Stimmung in deutschen Unternehmen derzeit miserabel ist. Erst im Juli hat eine EY-Studie gezeigt, dass mehr als ¼ der Mitarbeitenden aktuell unmotiviert sind. Die wirtschaftliche Lage drückt, Unternehmen müssen innovieren und transformieren, gleichzeitig versuchen viele Unternehmen, ihre Mitarbeitenden mit Präsenzpflichten wieder ins Büro zu holen. Aber gerade ein solcher Zwang schafft keine Nähe. Das zeigen auch Studien wie die vom Future Forum Puls aus 2024: Rund 70 Prozent der Beschäftigten empfinden eine verpflichtende Büroanwesenheit als demotivierend – Präsenz und vor allem Motivation lassen sich also nicht verordnen. Hier werden persönliche Treffen wieder zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Virtuelle Zusammenarbeit reicht für komplexe Themen, kulturellen Zusammenhalt oder echte Motivation nicht aus, doch genau das braucht es in Umbruchzeiten.

Strategietage, Offsites oder Retreats schaffen deshalb jene seltenen, aber wichtigen Momente, in denen Teams Vertrauen aufbauen, Ideen schärfen und gemeinsam Richtung finden – ohne die Routine des Büroalltags. Unsere kreativ gestalteten, professionell ausgestatteten Räume sollen genau den Rahmen bieten, den Teams brauchen, um produktiv und fokussiert zusammenzuarbeiten. Unternehmen können diese Begegnungen flexibel und ohne eigene, ungenutzte Großflächen realisieren – und statt Fixkosten in hochwertige, erlebnisorientierte Events investieren. So entsteht Effizienz auf zwei Ebenen: Teams arbeiten besser zusammen, und Unternehmen nutzen ihre Ressourcen deutlich wirtschaftlicher.

Was macht den Ansatz von smartvillage einzigartig und warum entscheiden sich Unternehmen gezielt für diesen Hidden Champion?

Unsere Locations sind darauf ausgelegt, dass unsere Gäste sich wohlfühlen – aber dahinter steckt ein Konzept: Wir kombinieren unser datengetriebenes Kundenwissen mit einem stark strategischen Geschäftsmodell – das merken auch unsere Kunden. Außerdem sind wir bisher ohne Investoren gewachsen und bieten auf vier Standorten schon 15.000 m² Fläche. Wir sind der einzige überregionale Anbieter, der in den letzten 15 Jahren den Markt für B2B-Veranstaltungen im Segment 200–600 Personen neu betreten hat – ein Markt mit einem geschätzten jährlichen Volumen von 37 Milliarden Euro alleine in Deutschland.

Als Einzige bieten wir ein integriertes Angebot, das Marke, Technologie sowie Räume, Technik, Services und Community ganzheitlich verbindet. Das reduziert Komplexität für Unternehmen im gesamten Angebots-, Durchführungs- und Rechnungsprozess. Die Arbeitswelt wird sich auch in den kommenden Jahren weiterhin stark verändern. Remote Work und der Einfluss von Künstlicher Intelligenz stellen dabei nur zwei Faktoren dar, die dafür sorgen werden, dass alte Raumkonzepte den Bedürfnissen von Unternehmen und der Wirtschaft bald nicht mehr gerecht werden. Hier sehen wir unsere Chance auf weitere Skalierung.

Außerdem machen wir im nächsten Jahr mit smartvillage as a Service einen weiteren Schritt auf den Markt: Ein Angebot, welches Software und operatives Betriebssystem mit einer Love-Brand kombiniert – und damit die Planung, Buchung und Orchestrierung von Meeting- und Eventflächen für Konferenzhotels zentralisiert. Die Plattform verbindet die Zuverlässigkeit standardisierter Hotelinfrastruktur mit der Erlebnisqualität und technologischer Infrastruktur von smartvillage. Buchung, Raumplanung und Ablaufsteuerung laufen über ein einheitliches digitales Interface. Hotels erhöhen so ihre Auslastung, ohne eigene Eventstrukturen aufzubauen, während Unternehmen bundesweit auf definierte Standards und wiederholbare Prozesse zugreifen können. Damit folgen wir dem Trend der Hotels, Leistungen, die nicht deren Kerngeschäft Hotelzimmer sind, outzusourcen.

Welche Bedeutung hat Ihr datenbasiertes, automatisiert gesteuertes Gästeerlebnis für die Qualität der Veranstaltungen und die Weiterentwicklung des Angebots?

Es ist die absolute Basis, um unsere Kunden und Kundinnen so stark in den Fokus stellen zu können. Nur so konnten wir wirklich datengetrieben lernen, wo die Needs und Bedürfnisse unserer Gäste liegen. Wir unterscheiden bei allen Kunden erstmal zwischen der Person, die bucht und die Veranstaltung plant und den Gästen – diese haben häufig sehr unterschiedliche Bedürfnisse.

Ein wichtiger Teil unseres datengetriebenen Ansatzes ist unser Feedbacktracking und die Auswertungen daraus. Wir erfassen bei jeder Veranstaltung in unserem zentralen System sowohl das Feedback der Buchenden als auch das der Gäste in unterschiedlicher Detailtiefe. Ein Beispiel dafür ist das Catering, wo wir bei großen Veranstaltungen nicht selten größere Differenzen in der Bewertung feststellen. Wenn ein Kunde das kleinste und kalte „Easy Menü“ bucht, um Kosten zu sparen, der Konferenzgast aber gleichzeitig 1.500 € für sein Tagesticket zahlt, haben wir am Ende einen zufriedenen Kunden, aber viele unzufriedene Gäste. Diese Diskrepanz können wir systemtechnisch sehen und dann konkret angehen, indem wir zu Veranstaltungen zahlenbasiert besser beraten und vor solchen Fehlern schützen können. Und das eben nicht nur aus einem Bauchgefühl oder einem einzelnen Feedbackgespräch heraus, sondern mit Daten untermauert und automatisiert.

Wie gelingt es Ihnen, ausschließlich gebootstrapped in München, Berlin und Köln zu skalieren und welche Erfahrungen möchten Sie dazu teilen?

Auch hier liegt viel Potenzial in unserem datengetriebenen Ansatz: Wir nutzen Hubspot Enterprise als Kernlösung – stark individualisiert und automatisiert. Durch diesen strategischen Einsatz von Technologie sind wir in der Kundenverwaltung sehr effizient und disruptiv: Wir können Multiplikatoreffekte erzielen und Mitarbeitenden mehr Zeit für komplexe Themen verschaffen. Wir sind in fast allen Jahren – außer während Corona – profitabel und fully bankable als Unternehmen. Das hat es uns ermöglicht, ohne Kapital von Investoren so groß zu werden. Trotzdem sind auch wir in unserer Skalierung nicht ohne Rückschläge vorangekommen. Wir hatten beispielsweise bereits eine Location in Finnland eröffnet, als die Corona-Pandemie aufkam. Das hat uns in der Skalierung sicherlich zwei bis drei Jahre zurückgeworfen und wir mussten den Standort in Finnland wieder schließen.

Dennoch sind wir stolz, als Anbieter von B2B-Locations die Corona-Pandemie so gut überstanden zu haben und seitdem stark zu wachsen. Auch wenn wir bisher keinen Investor an Bord haben, halten wir stets Kontakt. Wir sehen aktuell ein echtes Momentum am Markt – daher schließen wir es für die Zukunft nicht aus, uns mit Investoren zusammenzutun, um das Wachstumspotenzial voll ausschöpfen zu können.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich aktuell konfrontiert, wenn Nachfrage, Standorte und Prozesse parallel wachsen?

Wir befinden uns gerade einer spannenden Phase: Wir wachsen vom kleinen Unternehmen mit Startup-Kultur, Denkweise und Geschwindigkeit zum gewachsenen Unternehmen mit etablierten Prozessen. Das bringt für uns die Challenge, eine gute Balance zwischen notwendigen Prozessen und guter Geschwindigkeit zu halten – mit aktuell vier Standorten und knapp über 50 Mitarbeitenden funktioniert das wunderbar. Bei dem geplanten weiteren Wachstum wird sich die Herausforderung aber steigern.

Im Bereich der Nachfrage verhält es sich etwas anders: Derzeit sehen wir aufgrund von wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa und speziell Deutschland einen angespannten Markt. Das bedeutet, dass manche unserer Bestandskunden nicht dieselben Volumina am selben Standort buchen wie in den Vorjahren. Auch durch Insolvenzen und weniger Mitarbeitenden, die z. B. zu Offsites kommen, sehen wir hier eher eine Stagnation.

Trotzdem gewinnen wir gerade stark an Marktanteilen – durch unsere Expansion in neue Städte können wir die temporäre Stagnation im Markt überkompensieren. Gleichzeitig kommt auch hier unser datengetriebener Ansatz zum Tragen: Wir können Kundensegmente einfach zielgenauer bespielen und gewinnen. Dank unserer starken Marke können wir hohe Retention Rates erzielen und durch NPS-Werte von über 50 (der Branchenstandard liegt bei ca. 18) unsere Wettbewerber auch ganz klar im Bereich Kundenzufriedenheit übertreffen. Das erlaubt uns gerade entgegen dem Markt profitabel weiterzuwachsen. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn sich die Gesamtwirtschaftslage wieder ins Positive dreht. Das wird uns einen weiteren Wachstums- und Profitabilitätsboost geben.

Wie bereiten Sie sich strategisch auf die Eröffnung von zwei neuen Standorten im Jahr 2026 vor?

Wir haben uns vor der Eröffnung in Köln im November 2024 fast zwei Jahre Zeit genommen und uns intensiv und mit externer Begleitung durch eine Scale-up-Beratung auf das Wachstum, die typischen Fehler und Best Practices vorbereitet. Das ist etwas, was wir uns nur als profitables gebootstrapptes Unternehmen erlauben konnten. Es hat aber dazu geführt, dass wir unsere Prozesse, Strategie, Personal- und Firmenstrukturen wirklich professionell für Wachstum aufgestellt haben. Solange wir also im selben Rechts- und Währungsraum bleiben, ist die Eröffnung der neuen Standorte keine strategische, sondern eine sehr operative Aufgabe. Wir replizieren unsere Projektpläne von München, Köln und Berlin. Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn wir mit smartvillage as a Service den Markt betreten. Das ist eine sehr komplexe und strategische Aufgabe.

Was bedeutet es für smartvillage, schon jetzt über 100.000 Gäste jährlich zu begrüßen, und welche Learnings ziehen Sie daraus für Ihre künftige Expansion?

Für uns ist aus zwei Gründen ein großer Erfolg: Einerseits kommen wir damit unserer Vision näher, so vielen Gästen wie möglich den schönsten Arbeitstag des Jahres zu ermöglichen. Es macht uns stolz zu sehen, wie stark sich ein Tag bei smartvillage auf die Zufriedenheit von Mitarbeitenden und auf die Effizienz in Unternehmen auswirken kann. Andererseits sehen wir auch wirtschaftlich, dass unser Ansatz funktioniert und wir wirklich dabei sind, eine effektiv im Markt bestehende Lücke zu schließen. Mit jedem Event lernen wir auch weiterhin datengetrieben dazu und es ist und wird unser Anspruch bleiben, immer am Puls der aktuellen Herausforderungen zu agieren. Wir sind allerdings mit allen bisherigen Learnings und unserem Konzept jetzt schon so gut aufgestellt, dass wir diese Erfahrungen auch für die weitere Skalierung mitnehmen können.

Wohin soll sich smartvillage in den kommenden Jahren entwickeln und welche Rolle spielt persönliche, anlassbezogene Zusammenarbeit in der Arbeitswelt von morgen?

Wir hatten es schon kurz angesprochen: Die anlassbezogene Zusammenarbeit wird in der Arbeitswelt von morgen noch viel wichtiger werden. Wahrscheinlich hat mittlerweile jeder bemerkt, wie sehr der Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Arbeitsalltag verändert – das wird sich in den kommenden Jahren tendenziell noch verstärken. Gleichzeitig wird uns auch remote Work als Konzept erhalten bleiben. Diese beiden Faktoren stärken die Identifikation mit dem eigenen Unternehmen nicht unbedingt – persönliche Treffen, wertvoller Austausch und Teambuilding werden wichtiger denn je werden, um ein Team aus zufriedenen und motivierten Mitarbeitenden zu behalten und Beziehungen zu Kunden aufzubauen. Wir sehen keinen großen Sinn darin, immer wieder über Office-Pflichten zu sprechen – mit Zwang erreicht man einfach keine positiven Effekte bei den Themen Vertrauen, Identifikation und Zusammenarbeit. Es braucht positive, persönliche Erlebnisse – und diese lassen sich mit anlassbezogenen Events eben am besten umsetzen, weil sie gleichzeitig wirtschaftlich und effizient sind.

In den kommenden Jahren wollen wir auch bei dieser Entwicklung ein starker Partner sein. Einerseits entsteht mit smartvillage as a Service ein neues Marktsegment mit den Vorteilen von Hotelkonferenzflächen und denen von smartvillage in Kombination – datenbasiert, skalierbar, aber persönlich. Bis 2035 wollen wir 300 Standorte in der DACH-Region und in der EU betreiben. Geplant ist eine Kombination aus Flagship-Locations und „operated-by-smartvillage“-Flächen im SaaS-Modell.

Bild Lukas Koppitz Bildcredits/ Fotograf ©Stefanos Notopoulos

Wir bedanken uns bei Lukas Koppitz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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