Dienstag, April 14, 2026
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Wie viel kostet dich dein Auto wirklich jeden Monat?

Fahrfuchs ist eine App, die Kosten rund ums Auto transparent macht und Einsparpotenziale bei Versicherung und Nutzung aufzeigt

Was steckt hinter Fahrfuchs und wie ist die Idee zur App entstanden?

Für uns war klar, eine Tankstelle eröffnen können wir nicht und Leuten vor der Zapfsäule Geld in die Hand drücken wird auch schwer, trotzdem wollten wir eine Lösung dafür finden, dass individuelle Mobilität für jedermann jederzeit möglich bleibt. Denn wir finden, die alleinerziehende Mutter sollte nicht an der Zapfsäule stehen müssen und entscheiden, ob sie ihr Kind in die Kita oder sich selbst zur Arbeit fährt, und so haben wir im Laufe unserer Recherche entdeckt, dass sich oft Kosten an der einen Stelle sparen lassen, wenn es an der anderen mal teurer wird.

Zum Beispiel: Wenn die Spritpreise steigen, lohnt es sich umso mehr, die Versicherung zu prüfen oder das Fahrverhalten anzupassen – das gleicht sich oft aus, aber das sieht man eben nur, wenn man alles zusammen betrachtet. Das ist bei jedem ganz individuell und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine App zu entwickeln, die das einfach, kostenlos und ohne Werbung anzeigt und dabei noch alle Daten lokal auf dem Handy speichert – so, dass niemand sich darum Sorgen machen muss, dass die App weiß, wohin ich wann fahre.

Wer sind die Köpfe hinter Fahrfuchs und welche Erfahrungen bringen sie in das Thema Mobilität und Kostenoptimierung ein?

Hinter Fahrfuchs stecken Jannik und ich, zwei Abiturienten, die sich vor allem infolge der letztlich gestiegenen Spritpreise darüber unterhalten haben, wie sich das Problem lösen lässt. Einen klassischen Background in dem Bereich hatten wir nicht, ganz im Gegenteil: Weder Jannik noch ich besitzen einen Führerschein, auch wenn wir hart dran arbeiten, dass sich das ändert. Aber genau das hat uns angetrieben: Wir haben uns so in die Problematik verbissen, wochenlang recherchiert, Daten ausgewertet und vor allem mit Menschen gesprochen, die jeden Tag unter den hohen Kosten leiden, und welchen, die es weniger tun. Daraus haben wir gelernt und dieses Wissen geben wir jetzt interaktiv in unserer App weiter.

Welche Vision verfolgt Fahrfuchs im Bereich Transparenz von Fahrzeugkosten?

Das Auto steht wie kein anderer persönlicher Gegenstand in unserer Gesellschaft so sehr für die persönliche Freiheit und das ist spürbar. Wenn die Benzinpreise steigen, wird das Thema oft heiß diskutiert und das zurecht. Viele Menschen sind einfach im Alltag auf ihr Fahrzeug angewiesen, sei es der Pendler, der jeden Morgen eine Stunde zur Arbeit fährt, oder die vielen Menschen, die mit ihrem Auto am Wochenende einen Ausflug machen. Wir wollen, dass das möglich bleibt, und haben deshalb Fahrfuchs entwickelt. Der Kern ist Transparenz, denn die meisten Autobesitzer unterschätzen ihre tatsächlichen Kosten erheblich – viele rechnen nur mit Sprit und Versicherung, vergessen aber Wertverlust, Wartung, Steuern und kleinere Reparaturen. Und wenn ich nicht weiß, was mich mein Auto wirklich kostet, weiß ich auch nicht, wo sich sparen lässt.

Viele Menschen unterschätzen die tatsächlichen Kosten eines Fahrzeugs. Wie setzt Fahrfuchs genau hier an?

Das Problem ist: Immer wird etwas unterschätzt, bekomme ich das ja nie mit, das ist der erste Schritt. Wir müssen den Leuten klarmachen: Okay, hier besteht Einsparpotenzial. Das Auto kostet mich eben nicht nur 10–15 % meines monatlichen Einkommens, sondern oft noch deutlich mehr, denn neben dem Sprit kommen ja noch Versicherung, Steuern, Verschleiß, Wertverlust und all die Kosten dazu, an die man im Alltag gar nicht denkt. Sobald das verstanden ist, kann man anfangen, einzelne Kosten zu senken, das zeigt die App dann ganz individuell über den Sparfuchs-Score an.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Fahrfuchs gezielt an und welche Bedürfnisse stehen im Vordergrund?

Es gibt keine genaue Zielgruppe, Bedingung ist eins: Es ist ein Auto vorhanden, alles andere ist egal, denn jeder Mensch kann bei seinem Auto sparen und dieses Bedürfnis steht dann für uns auch im Vordergrund. Natürlich wird der Porsche-Fahrer weniger auf seine Autokosten achten als jemand mit einem alten Golf, aber auch der profitiert davon, weil die App in Sekunden blinde Flecken aufdeckt, an die man selbst nicht denkt – und das ganz ohne Aufwand. Egal was ich fahre oder wie viel Geld ich habe, so einfach wie sich mit Fahrfuchs Geld sparen lässt, ist das auch immer sinnvoll.

Der Sparfuchs Score ist ein zentrales Element Ihrer App. Wie hilft er Nutzerinnen und Nutzern konkret beim Sparen?

Ich habe ihn gerade schon mal erwähnt bezüglich der unterschätzten Kosten, der Sparfuchs-Score soll konkret visualisieren, wo sich wie viel sparen lässt. Auf Basis hunderter eigens recherchierter Testprofile haben wir errechnet, wo im Verhältnis zum Durchschnittsfahrer Einsparpotenzial besteht. Konkret heißt das zum Beispiel: Du bekommst angezeigt, dass du bei deiner Versicherung 120 Euro mehr zahlst als der Durchschnitt für dein Profil, oder dass deine Spritkosten deutlich über dem liegen, was für deine Strecken üblich wäre. Gleiches gilt für unseren Versicherungsrechner in der Pro- und Plus-Version, der es ermöglicht, seine Versicherung gegen den Durchschnitt gegenzurechnen. Dafür nutzen wir Daten aus hunderten Versicherungsangeboten, die wir uns erstellt haben lassen, und auch wenn das viel Arbeit ist, bietet es einen Vorteil: Wir sind völlig unabhängig von Provisionen, Empfehlungen oder Sonstigem und geben so auch unabhängige Empfehlungen, das war uns besonders wichtig.

Fahrfuchs vereint mehrere Funktionen wie Tankpreise, Versicherungsvergleiche und Kostenanalysen. Was war die Idee hinter diesem All in One Ansatz?

Das, was ich bereits angesprochen habe: Wenn sich an der einen Stelle Kosten steigern, lassen sich meist an einer anderen welche sparen. Verschiedene Kostenpositionen beim Auto entwickeln sich oft nicht in die gleiche Richtung – wenn das Tanken teurer wird, kann es zum Beispiel sein, dass sich ein Versicherungswechsel gerade besonders lohnt oder dass Anpassungen im Fahrverhalten woanders was einsparen. Dieses Beziehungsverhältnis ist schwer zu verstehen, wenn es über zahlreiche Apps hinweg verfolgt werden muss, und deshalb bieten wir alles in einem.

Datenschutz spielt bei Fahrfuchs eine große Rolle. Warum haben Sie sich bewusst gegen Cloud und Tracking entschieden?

Wir geben ohnehin schon hunderte Daten jeden Tag weiter, das tue ich auch und finde das nicht immer problematisch. Aber es gibt Informationen, auf die sollte niemand anderes Zugriff haben als man selbst, das kann sein, wann ich mein Kind wie lange und wohin zur Kita fahre, aber auch, wo ich arbeite oder wo meine Eltern wohnen. Egal wie sicher eine Cloud ist, am Ende des Tages können Daten immer nach außen gelangen, das zeigen die vielen bekannten Fälle der letzten Jahre, in denen sensible Kundendaten selbst bei großen Unternehmen aus vermeintlich sicheren Systemen abgeflossen sind. Es gibt keinen Grund, dass diese Daten woanders sind als in der eigenen Hosentasche, was ich mache, bleibt bei mir und das ist auch richtig so.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Entwicklung einer so umfassenden App im Mobilitätsbereich?

Ich weiß kaum, wo ich hier anfangen soll, es gibt so viele große Player, so komplizierte Zusammenhänge in einem System, das sich seit Jahrzehnten immer weiter etabliert hat, und da spreche ich nicht nur über Versicherungen, sondern auch über bereits bestehende Lösungen und Apps. Wir fangen als kleines Hamburger Startup – einem Zwei-Mann-Team, das nebenbei noch sein Abitur macht – an und wollen mit unserer Idee große Player verdrängen, die alle nur eines der vielen Features von uns abdecken. Der USP ist klar bei uns, aber unsere größte Herausforderung ist Sichtbarkeit – als neues Team ohne großes Marketingbudget müssen wir uns über Qualität und Mundpropaganda etablieren und das braucht Zeit.

Was unterscheidet Fahrfuchs von anderen Apps rund um Autofahren und Kosten?

Es gibt viele Apps, die einzelne Bereiche abdecken, die eine zeigt Tankpreise an, die andere vergleicht Versicherungen, wieder eine andere trackt Spritkosten. Wir bringen das alles in einer App zusammen und zeigen vor allem die Wechselwirkung zwischen diesen Kosten – genau da liegt das Sparpotenzial, das andere übersehen. Dazu kommt unser Datenschutzansatz: keine Werbung, keine Cloud, keine Tracker. Das alleine schon trägt dazu bei, denn so gibt es keine Anbieter, die Kundendaten tracken und verkaufen können. Und es sind viele weitere Features geplant, die das Ganze noch weiter ausbauen werden.

Welche nächsten Schritte plant Fahrfuchs für die Weiterentwicklung der Plattform?

Das Stichwort habe ich gerade schon gegeben, es ist in Zukunft viel geplant. Jeden Tag arbeiten wir mehrere Stunden daran, die App weiter auszubauen. Gerade trainieren wir ein KI-Modell, das lokal auf dem Gerät ressourcenschonend in die App integriert wird und so direkte Fragen zum Auto beantworten kann und dabei hilft, Kosten einfacher und noch schneller einzutragen. Auch hier gilt wieder: Alles bleibt in der Hosentasche, auf dem Gerät, ohne Chance auf Export nach außerhalb, aber das ist aufwendig und ein wirklich kompliziertes Projekt – aber wir arbeiten daran und wollen das in den nächsten Monaten als eines der vielen neuen geplanten Features veröffentlichen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Nummer eins: Einfach machen. Wir beide haben uns vorher nie mit Apps, Softwareentwicklung oder geschweige denn Formeln zur Versicherungsberechnung beschäftigt – wir haben die App gestartet, ohne je eine Zeile Code geschrieben zu haben, und es hat funktioniert. Natürlich hätte Vorwissen geholfen, aber wir leben in einer Welt, in der ich auf alle Informationen zu jedem möglichen Zeitpunkt vom Handy aus zugreifen kann, die besten KIs der Welt stehen uns quasi zum Nulltarif zur Verfügung und beantworten Fragen und können jederzeit und überall helfen. Nutzt das!

Zweitens: Gründet gemeinsam mit jemandem, der euch nicht alles nachquasselt. Jannik und ich haben ganz andere Perspektiven auf das Projekt und trotzdem im Kern die gleiche Meinung. Das ist großartig, denn so gehen wir Probleme ganz unterschiedlich an und treffen uns am Ende in der Mitte, und das ist immer besser, als die eigene Meinung durchzuringen und am Ende mit einer Version seiner Idee dazustehen, die überhaupt nicht mehr das ist, was sie mal sein sollte, denn sie wurde nie kritisch hinterfragt.

Und drittens empfehle ich jedem, sich zu trauen, Hilfe von außen anzufordern. Schreibt Leuten, fragt Personen, die ihr einmal in eurem Leben gesehen habt, nach ihrer Meinung, nur so könnt ihr den gemeinsamen Nenner aller finden und eure Lösung zielgerichtet anbieten!

Bildcredits: @Fahrfuchs

Wir bedanken uns bei Florian Ritzel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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