Inhaltsverzeichnis
- Digitale Unternehmensgründung gewinnt in Europa an Bedeutung
- Digitale Unternehmensgründung soll Bürokratie verringern
- Digitale Unternehmensgründung wird für Gründer wichtiger
- Studie zeigt hohe Offenheit für digitale Gründung im EU Ausland
- EU Inc soll digitale Unternehmensgründung erleichtern
- e-Residency zeigt Wege für digitale Unternehmensgründung
- Digitale Unternehmensgründung gewinnt auch für deutsche Gründer an Bedeutung
- Studie untersucht digitale Unternehmensgründung in Deutschland
Digitale Unternehmensgründung gewinnt in Europa an Bedeutung
Die digitale Unternehmensgründung wird für viele Gründerinnen und Gründer in Deutschland immer wichtiger. Eine aktuelle Studie von Civey im Auftrag von e-Residency of Estonia zeigt, dass viele Menschen wegen bürokratischer Hürden sogar eine Gründung in einem anderen EU Land in Betracht ziehen.
Civey-Studie im Auftrag von e-Residency of Estonia
Zwei Drittel der Gründungswilligen in Deutschland würden ihr Unternehmen in einem anderen EU-Land gründen
Bürokratie ist das größte Gründungshemmnis – Mehrheit wünscht sich vollständig digitale Prozesse
Tallinn/Berlin, 21. Mai 2026. Bürokratische Hürden sind das größte Hindernis für Menschen in Deutschland auf dem Weg zum eigenen Unternehmen – noch vor dem finanziellen Risiko. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von e-Residency of Estonia. Befragt wurden 1.500 Personen in Deutschland, die konkret planen, in den kommenden zwei Jahren ein Unternehmen zu gründen oder dies ernsthaft in Erwägung ziehen.
Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich digitale und einfache Gründungsprozesse. Gleichzeitig sind viele Menschen bereit, dafür auch über nationale Grenzen hinaus zu denken.
Digitale Unternehmensgründung soll Bürokratie verringern
Bürokratie schlägt Finanzrisiko als größtes Gründungshemmnis
Auf die Frage, welche Aspekte sie derzeit am meisten von einer Unternehmensgründung abhalten, nennen 35,6 Prozent der Befragten bürokratische Hürden als entscheidenden Faktor. Damit liegt Bürokratie noch vor dem finanziellen Risiko mit 33,3 Prozent.
Weitere Hemmnisse sind fehlende Zeit durch private Verpflichtungen mit 12,8 Prozent, eine fehlende Geschäftsidee mit 12,1 Prozent sowie mangelnde Erfahrung mit 11,8 Prozent. Rund jeder Fünfte mit 22,3 Prozent sieht aktuell keine der genannten Hürden.
Digitale Unternehmensgründung wird für Gründer wichtiger
Zwei Drittel wollen vollständig digital gründen
65,5 Prozent der gründungswilligen Befragten halten es für wichtig, ein Unternehmen vollständig digital und ohne physische Behördentermine gründen zu können. Nur knapp 30 Prozent stufen dies als weniger oder gar nicht wichtig ein.
Das Signal ist deutlich. Digitale Prozesse gelten für eine klare Mehrheit nicht mehr als Zusatz, sondern als wichtige Grundlage moderner Gründungsbedingungen.
Studie zeigt hohe Offenheit für digitale Gründung im EU Ausland
Knapp 70 Prozent offen für Gründung in einem anderen EU-Land
Das vielleicht bemerkenswerteste Ergebnis der Studie: 68,7 Prozent der Befragten können sich vorstellen, ihr Unternehmen in einem anderen europäischen Land zu gründen – vollständig digital und ohne ihren Wohnsitz in Deutschland aufzugeben. Nur 26,7 Prozent schließen dies aus.
Diese Zahl zeigt, dass viele potenzielle Gründerinnen und Gründer die Standortwahl zunehmend funktional betrachten. Nicht die nationale Zugehörigkeit entscheidet, sondern die Qualität der Rahmenbedingungen.
EU Inc soll digitale Unternehmensgründung erleichtern
Ergebnisse im Kontext der EU-Inc.-Debatte
Die Studienergebnisse erscheinen in einer Zeit, in der auf europäischer Ebene intensiv über eine optionale und EU weit einheitliche Unternehmensform diskutiert wird. Am 18. März 2026 hat die Europäische Kommission ihren Legislativvorschlag für EU Inc. vorgestellt. Die einheitliche europäische Rechtsform soll vollständig digitale Gründungen innerhalb von 48 Stunden ermöglichen und zentrale Regeln für Start ups europaweit vereinheitlichen.
Die Civey Daten zeigen, dass diese Reformansätze auf eine reale und messbare Nachfrage unter gründungswilligen Menschen in Deutschland treffen.
e-Residency zeigt Wege für digitale Unternehmensgründung
Estland hat mit e-Residency bereits seit 2014 eine digitale Infrastruktur aufgebaut, die vieles von dem operativ umsetzt, was EU Inc. als Ziel formuliert. Dazu zählen vollständig digitale Unternehmensgründungen, grenzüberschreitende Nutzungsmöglichkeiten und schnelle Prozesse innerhalb weniger Stunden. Über 41.000 Unternehmen wurden so von Gründerinnen und Gründern aus 185 Ländern gegründet.
+++ Weitere Einordnungen sowie zusätzliche Hintergrundinformationen zur EU-Inc.-Debatte finden Sie hier. +++
„Wenn mehr als zwei Drittel der Gründungswilligen in Deutschland offen dafür sind, ihr Unternehmen in einem anderen EU-Land zu gründen, signalisiert das einen grundlegenden Wandel: Unternehmer:innen wählen einen Unternehmensstandort nicht mehr aus Gewohnheit, sondern sind bereit, digital fortschrittliche Alternativen zu suchen, die für sie funktionieren. Estland bietet genau das: eine schnelle, einfache und vollständig digitale Unternehmensgründung, ein transparentes regulatorisches Umfeld und ein florierendes Start-up-Ökosystem – alles remote zugänglich. Deutschland ist unser am schnellsten wachsender Markt. Die Anträge stiegen 2025 um 49 Prozent. Das zeigt: Die Nachfrage ist da – und sie wächst stetig“, sagt Mats Kuuskemaa, Country Manager DACH & Polen bei e-Residency.
„Die grenzüberschreitende Infrastruktur für Unternehmensgründungen, die die EU Inc. anstrebt, funktioniert in Estland bereits seit über einem Jahrzehnt. Die Hälfte der e-Residents kommt aus der EU, und bereits knapp die Hälfte aller estnischen Start-ups hat einen e-Residenten an Bord. Wir begrüßen die EU Inc. als Bestätigung des von Estland eingeschlagenen Weges und als Chance, das estnische Modell als funktionierendes Vorbild zu präsentieren, das digitales Unternehmertum zum europäischen Standard machen kann“, sagt Liina Vahtras, Managing Director des e-Residency-Programms.
Digitale Unternehmensgründung gewinnt auch für deutsche Gründer an Bedeutung
Über e-Residency
Das estnische e-Residency-Programm startete Ende 2014 mit dem Ziel, ausländischen Staatsangehörigen einen sicheren Zugang zu den elektronischen Behördendiensten Estlands zu ermöglichen. Gleichzeitig soll das Programm grenzüberschreitendes Unternehmertum fördern und zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt schaffen.
Für Gründer bedeutet dies, dass sie ein Unternehmen in Estland remote aufbauen und führen können. Seit dem Start des Programms im Jahr 2014 haben mehr als 140.000 Personen aus 185 Ländern den e-residenten Status erhalten und zusammen etwa 41.000 Firmen gegründet. Bis heute haben mehr als 8.600 deutsche e-residenten fast 3.000 Firmen mit e-Residency gegründet. https://www.e-resident.gov.ee/de/
Studie untersucht digitale Unternehmensgründung in Deutschland
Über die Studie
Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von e-Residency of Estonia durch. Befragt wurden 1.500 Personen in Deutschland, die planen, in den nächsten 24 Monaten ein Unternehmen zu gründen oder dies ernsthaft in Erwägung ziehen.
Der Befragungszeitraum lief vom 31. März bis 17. April 2026. Der statistische Fehler liegt bei rund 5 Prozent. Mehrfachantworten waren bei der Frage zu Gründungshemmnissen möglich.
Bild Liina Vahtras, Managing Director e-Residency-Programms / Bildrechte: e-Residency
Quelle Agentur Frau Wenk +++ GmbH
























