Robo-Guru schafft mehr Transparenz im Markt für professionelle Robotik und ermöglicht Unternehmen einen unabhängigen Vergleich verschiedener Hersteller.
Können Sie Robo-Guru kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für eine unabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik entstanden ist?
Robo-Guru ist eine herstellerunabhängige Beratungs- und Vergleichsplattform für professionelle Robotik im deutschsprachigen Raum. Unternehmen finden bei uns Orientierung in einem zunehmend unübersichtlichen Markt: Welcher Roboter passt zu meiner Fläche, meinem Budget und meinem Einsatzfall? Was kostet der Betrieb wirklich — und ab wann rechnet sich die Investition? Vom ersten Informieren über den Modellvergleich bis hin zu konkreten Angeboten mehrerer Anbieter begleiten wir den gesamten Entscheidungsprozess.
Die Idee entstand im Dezember 2025. Ich beschäftigte mich damals intensiv mit der Frage, warum es in der professionellen Robotik keinen zentralen Ort für Austausch und Wissen gibt — eine Community mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, mit Videos, Bildern und ehrlichen Einschätzungen von Menschen, die diese Maschinen tatsächlich im Einsatz haben. Ich hatte mir sämtliche Marken angesehen, alle einschlägigen Foren durchforstet — und musste feststellen: So etwas existierte schlicht nicht. Dabei war es genau das, was ich mir als Branchenkenner selbst immer gewünscht hatte.
Also habe ich nicht lange überlegt, sondern angefangen. Ich habe die erste Version der Plattform eigenhändig mit WordPress aufgebaut — mit unzähligen Plugins, unzähligen Arbeitsstunden und, ganz ehrlich, auch mit einigen schlaflosen Nächten. Stück für Stück habe ich das Projekt weiterentwickelt und ausgebaut, bis ich irgendwann an einen Punkt kam, an dem klar wurde: Mit WordPress stoße ich an technische Grenzen. Die Plattform, die mir vorschwebte, ließ sich damit nicht mehr sauber und zukunftsfähig umsetzen.
An diesem Punkt habe ich meinen Freund und Entwickler Sebastian Angelone angerufen und ihm meine Idee vorgestellt: eine ganzheitliche, professionelle Plattform für gewerbliche Robotik — unabhängig, fundiert und mit echtem Mehrwert für die Betreiber. Er war sofort Feuer und Flamme. Seine Reaktion war unmissverständlich: Dieses Thema greifen wir gemeinsam an — und wir wollen im Bereich der B2B-Robotikplattformen Marktführer im deutschsprachigen Raum werden. Aus dieser gemeinsamen Überzeugung ist Robo-Guru entstanden.
Wer steht hinter Robo-Guru, und welche Erfahrungen bringen Sie ein?
Hinter Robo-Guru stehen Sebastian Angelone und ich, Sebastian Hosbach. Wir haben das Unternehmen 2026 als GbR mit Sitz in Dortmund gegründet. Ich bringe über 20 Jahre B2B-Vertriebserfahrung mit, davon einen erheblichen Teil in der professionellen Robotik — ich kenne also beide Seiten des Tisches: die Argumentation der Anbieter und die tatsächlichen Fragen der Betreiber. Genau dieses Insiderwissen macht die Plattform glaubwürdig: Wir wissen, wo Datenblätter schönen und wo die echten Kostentreiber liegen.
Welche Vision verfolgen Sie, und wie erleichtern Sie Unternehmen den Zugang?
Unsere Vision: Robo-Guru soll die zentrale Anlaufstelle für gewerbliche Robotik im deutschsprachigen Raum werden — vom ersten Informieren bis zum konkreten Angebot. Konkret erleichtern wir den Zugang dreifach: mit dem Robot-Finder, der aus dem Einsatzprofil passende Modelle filtert, mit Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die aus dem Bauchgefühl eine belastbare Zahl machen, und mit der Anfrage, über die Interessenten bis zu fünf vergleichbare Angebote erhalten — oft bis zu 30 % günstiger als die Listenpreise auf den Websites.
An welche Zielgruppen richtet sich Robo-Guru, und welche Herausforderungen lösen Sie?
Unser Kern sind Gebäudedienstleister, Facility Manager und Betreiber größerer Flächen — Handel, Logistik, Hotellerie, Kliniken, Kommunen. Ihre Herausforderungen sind immer dieselben: Personalmangel, steigende Kosten und ein unübersichtlicher Anbietermarkt. Viele wissen, dass Robotik helfen kann, aber nicht, welches Gerät für ihren Fall taugt und ab wann es sich rechnet. Wir nehmen ihnen die Recherche ab, übersetzen Technik in Betriebswirtschaft und bringen sie mit den passenden Anbietern zusammen.
Warum fällt es Unternehmen trotz des vielfältigen Marktes schwer, die passende Lösung zu finden?
Gerade weil der Markt so vielfältig geworden ist. Es gibt Dutzende Hersteller, ständig neue Modelle, und die Datenblätter sind untereinander kaum vergleichbar — Flächenleistungen werden unter Idealbedingungen gemessen, Folgekosten für Verbrauchsmaterial, Service und Software tauchen oft gar nicht auf. Dazu kommt: Wer beim Hersteller anfragt, bekommt naturgemäß dessen Lösung empfohlen. Ohne neutrale Instanz vergleicht der Kunde Äpfel mit Birnen und entscheidet am Ende nach Sympathie statt nach Fakten.
Was macht Robo-Guru besonders im Vergleich zur direkten Beratung durch Hersteller oder Händler?
Der Hersteller berät im Rahmen seines Portfolios — das ist legitim, aber begrenzt. Wir starten beim Einsatzfall des Kunden und schauen dann über den gesamten Markt, welche Lösung passt. Dazu pflegen wir eine bewusst spezifikationskritische Redaktion: Wo Herstellerangaben unklar oder widersprüchlich sind, benennen wir das offen, statt Marketingtexte zu übernehmen. Und am Ende erhält der Interessent nicht ein Angebot, sondern mehrere im direkten Vergleich — das allein verändert die Verhandlungsposition erheblich.
Wie stellen Sie sicher, dass die Unabhängigkeit langfristig erhalten bleibt?
Durch das Geschäftsmodell selbst. Wir leben nicht von einem einzelnen Hersteller, sondern von der Vermittlung qualifizierter Anfragen — und jede Anfrage geht an bis zu fünf Anbieter gleichzeitig, die sich im Wettbewerb um den Kunden bemühen müssen. Kein Partner bekommt Exklusivität, kein Partner kann sich ein besseres Ranking kaufen. Redaktion und Vermittlung sind sauber getrennt: Was wir über einen Roboter schreiben, hängt nicht davon ab, ob der Hersteller Leads bei uns einkauft. Diese Struktur ist unsere Unabhängigkeitsgarantie — sie ist nicht von gutem Willen abhängig.
Wie wichtig ist der messbare ROI für Unternehmen bei der Entscheidung für Robotik?
Entscheidend. Kaum ein Unternehmen kauft einen Roboter, weil er beeindruckend fährt — gekauft wird, wenn die Rechnung aufgeht. Deshalb ist unser Wirtschaftlichkeitsrechner eines der meistgenutzten Werkzeuge auf der Plattform: Anschaffung oder Miete, Personalkosten, Flächenleistung, Laufzeit — daraus entsteht eine Amortisationsrechnung, mit der ein Facility Manager intern argumentieren kann. Unsere Erfahrung: Sobald der Business Case schwarz auf weiß vorliegt, wird aus „interessant“ sehr schnell „wann können wir starten“.
Welches Potenzial sehen Sie über Reinigungsroboter hinaus bei Service-, Transport- oder humanoiden Robotern?
Enormes. Reinigungsrobotik ist für uns der etablierte Einstieg, nicht die Obergrenze. Der Facility Manager, der heute einen Reinigungsroboter beschafft, ist morgen derselbe Ansprechpartner für Transport-, Service- und Inspektionsroboter — bis hin zu Laufrobotern und humanoiden Systemen. Wir folgen also der Kundenbeziehung, nicht einer einzelnen Technologie. Die Erweiterung unserer Kategoriestruktur läuft bereits, und gerade im humanoiden Bereich bauen wir aktuell aktiv Anbieterbeziehungen auf. Der Markt steht hier erst am Anfang — und genau dann ist neutrale Orientierung am wertvollsten.
Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei, diesen Markt transparent abzubilden?
Die größte ist die Geschwindigkeit: Modellzyklen werden kürzer, ständig treten neue Anbieter — vor allem aus Asien — in den Markt ein, und die Datenqualität der Hersteller ist sehr unterschiedlich. Herstellerangaben lassen sich nicht immer unabhängig verifizieren; damit gehen wir transparent um und kennzeichnen offene Punkte, statt sie zu glätten. Und schließlich müssen wir Komplexität reduzieren, ohne unseriös zu vereinfachen — ein Vergleich, der alles auf eine Schulnote eindampft, würde dem Thema nicht gerecht.

Welche nächsten Entwicklungsschritte stehen an, und wie möchten Sie die Plattform langfristig ausbauen?
Kurzfristig erweitern wir die Roboter-Segmente deutlich über die Reinigung hinaus. Der größte Schritt ist aber der Ausbau von robo-guru.de zur Community: ein Fachnetzwerk für Betreiber und Anbieter mit Erfahrungsberichten aus der Praxis, Fragen und Antworten, Gruppen nach Branche und Segment sowie einer Academy mit Kursen, Zertifikaten und Live-Webinaren. Denn die ehrlichste Information über einen Roboter kommt von dem, der ihn täglich im Einsatz hat. Langfristig folgt eine native App, damit die Plattform auch mobil das tägliche Werkzeug der Branche wird.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern in einem jungen Technologiemarkt geben?
Erstens: Baut auf Branchenwissen, nicht nur auf eine Idee. In einem jungen Markt ist Glaubwürdigkeit die härteste Währung — die bekommt man nur, wenn man das Geschäft der Kunden wirklich versteht. Zweitens: Verkauft früh. Nicht monatelang im stillen Kämmerlein perfektionieren, sondern mit einem funktionierenden Kern an den Markt und aus echten Anfragen lernen. Drittens: Wachst aus eigener Kraft, wo es geht. Ein profitables, fokussiertes Geschäft gibt einem die Freiheit, langfristig zu denken — und die braucht man in einem Markt, der sich alle sechs Monate neu sortiert.
Bildcredits Privat
Wir bedanken uns bei Sebastian Hosbach für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Premium Start-up:Robo-Guru

Kontakt:
Robo-Guru GbR
Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach
Seehang 28
44263 Dortmund
NRW, Germany
www.robo-guru.de
info@robo-guru.de
Ansprechpartner: Sebastian Angelone & Sebastian Hosbach














