yummy.world verbindet Rezepte mit KI und unterstützt Familien dabei, Gerichte zu entdecken, Mahlzeiten zu planen und den Einkauf vorzubereiten
Können Sie yummy.world kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?
yummy.world ist ein KI-Koch-Co-Pilot für Familien. Die Plattform verbindet eine illustrierte Rezeptwelt mit Menü- und Wochenplanung sowie einer strukturierten Einkaufsliste. Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Obwohl immer mehr Rezepte verfügbar waren, wurde die tägliche Frage „Was koche ich heute?“ nicht leichter. Mit dem öffentlichen Launch 2025 haben wir Rezeptentdeckung als
visuelle Reise durch eine Welt des Essens neu gedacht.
Wer steht hinter yummy.world, und welche Erfahrungen bringen Sie in den Aufbau des Unternehmens ein?
Hinter yummy.world stehe ich, Steffen Matzke, als Gründer. Ich bringe langjährige Erfahrung mit Digitalisierung, Software, KI und komplexen Produktökosystemen ein. Beim Aufbau verbinde ich diese Perspektive mit sehr praktischer Produktarbeit: Nutzerproblem verstehen, einen kleinen Lösungsweg testen, Rückmeldungen auswerten und die Bedienung konsequent vereinfachen.
Viele Familien haben Zugang zu unzähligen Rezepten. Warum fehlt es Ihrer Erfahrung nach trotzdem häufig an Entscheidungshilfe?
Eine große Auswahl löst das Entscheidungsproblem nicht automatisch – sie kann es sogar verstärken. Im Familienalltag müssen gleichzeitig Geschmack, Zeit, Ernährung, vorhandene Zutaten und unterschiedliche Wünsche berücksichtigt werden. Menschen brauchen deshalb oft keine tausend weiteren Treffer, sondern wenige passende Vorschläge und einen klaren Weg von der Inspiration zur umsetzbaren Entscheidung.
Welche Vision verfolgen Sie mit yummy.world, und welche Rolle spielt dabei die Verbindung von FoodTech und KI?
Unsere Vision ist, die tägliche Essensplanung von einer wiederkehrenden Belastung zu einem kurzen, inspirierenden Moment zu machen. FoodTech schafft die Verbindung zwischen Rezept, Planung und Einkauf; KI hilft dabei, aus individuellen Wünschen passende Vorschläge zu machen. Wichtig ist uns, dass KI als transparenter Co-Pilot unterstützt und nicht den persönlichen Geschmack oder die Entscheidung des Menschen ersetzt.
Statt klassischer Rezeptlisten setzen Sie auf eine interaktive Food Map. Was möchten Sie mit dieser Form der Rezeptentdeckung verändern?
Listen funktionieren gut, wenn man bereits weiß, wonach man sucht. Die Food Map setzt früher an: Man kann sich visuell treiben lassen, Regionen und Küchen entdecken und auf ein Gericht stoßen, nach dem man nie aktiv gesucht hätte. So wird Rezeptsuche zu echter Entdeckung und nicht nur zur Abarbeitung bekannter Suchbegriffe.
Welche UX-Prinzipien waren bei der Entwicklung der visuellen Food Map besonders wichtig?
Im Mittelpunkt standen Orientierung, visuelle Klarheit und kurze Wege. Nutzer sollen zuerst einen appetitlichen Überblick erhalten und Details erst dann sehen, wenn sie ein Gericht auswählen. Ebenso wichtig sind konsistente Symbole, verständliche Interaktionen und ein ruhiger Übergang von der Inspiration zur Planung, damit die Karte spielerisch wirkt, aber nicht verspielt oder unübersichtlich.
yummAI unterstützt bei Menü- und Wochenplanung sowie Einkaufslisten. An welchen Stellen kann KI den Kochalltag aus Ihrer Sicht wirklich vereinfachen?
KI ist besonders hilfreich, wenn viele Bedingungen gleichzeitig zusammenkommen: verfügbare Zeit, Ernährungsweise, Budget, Anlass, Vorlieben oder Zutaten im Kühlschrank. yummAI kann diese Angaben bündeln, passende Gerichte beziehungsweise Menüs vorschlagen und daraus einen Wochenplan sowie eine strukturierte Einkaufsliste ableiten. Der größte Nutzen liegt nicht im spektakulären Einzelrezept, sondern darin, mehrere kleine Entscheidungen in einen nachvollziehbaren Ablauf zu verwandeln.
Wie schaffen Sie es, Inspiration und praktische Planung auf yummy.world so miteinander zu verbinden, dass die Plattform im Alltag einen echten Mehrwert bietet?
Jede Entdeckung soll direkt handlungsfähig werden. Ein Gericht aus der Food Map kann gespeichert, mit weiteren Rezepten kombiniert, in einen Wochenplan übernommen und in eine gebündelte Einkaufsliste übersetzt werden. Wo regionale Integrationen verfügbar sind, können Zutaten anschließend über Lebensmittelhändler wie REWE oder Amazon Fresh gesucht werden. So bleibt Inspiration nicht bei einem schönen Bild stehen, sondern führt bis zur konkreten Vorbereitung des Essens.
Was unterscheidet yummy.world von klassischen Rezeptplattformen und anderen digitalen Angeboten rund ums Kochen?
Klassische Angebote starten meist mit einem Suchfeld, Feed oder einer Trefferliste. yummy.world kombiniert dagegen visuelle Entdeckung auf einer illustrierten Weltkarte mit kuratierten Rezepten, KI-gestützter Planung und einem klaren Weg zum Einkauf. Der Unterschied ist weniger ein einzelnes Feature als die durchgehende Nutzerreise: entdecken, entscheiden, planen und vorbereiten in einem zusammenhängenden Erlebnis.
Welche Erkenntnisse beim bisherigen Aufbau von yummy.world haben Ihre ursprünglichen Annahmen besonders verändert?
Zu Beginn lag der Fokus stark auf der Größe und Vielfalt der Rezeptwelt. Im Aufbau wurde deutlich, dass gute Auswahl, verständliche Orientierung und verlässliche Daten wichtiger sind als reine Menge. Eine weitere Erkenntnis: KI wirkt dann am besten, wenn Nutzer ihre Vorschläge nachvollziehen und jederzeit einfach ändern können. Deshalb investieren wir mehr in Führung, Transparenz und Kontrolle als in möglichst viele automatisierte Funktionen.
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der Plattform, und welche nächsten Schritte haben Sie geplant?
Die größte Herausforderung ist, Personalisierung und KI-Unterstützung spürbar nützlich zu machen, ohne die Oberfläche kompliziert oder die Empfehlungen beliebig werden zu lassen. Gleichzeitig müssen Rezepte, Mengen und Einkaufsinformationen zuverlässig bleiben und regional unterschiedlich verfügbare Angebote berücksichtigen. Als nächste Schritte verbessern wir die Wochenplanung, verfeinern die Personalisierung, erweitern die kuratierte Rezeptwelt und testen die gesamte Nutzerreise gezielt mit Familien.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein digitales Produkt an der Schnittstelle von Food und KI entwickeln möchten?
Erstens: Beginnt mit einem konkreten Alltagsproblem und nicht mit der Technologie. Zweitens: Testet früh mit echten Nutzungssituationen – zwischen Idee, Einkauf und Kochen liegen viele Details, die am Schreibtisch unsichtbar bleiben. Drittens: Behandelt KI als assistierende Produktschicht; Qualität, Transparenz und einfache Korrekturmöglichkeiten schaffen langfristig mehr Vertrauen als ein möglichst autonomes System.
Bildcredits yummy.world
Wir bedanken uns bei Steffen Matzke für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

















