DPP-Flash unterstützt Unternehmen dabei, den digitalen Produktpass mithilfe einer automatisierten Softwarelösung einfacher und schneller umzusetzen
Können Sie DPP-Flash kurz vorstellen und erzählen, wie die Idee für die Plattform entstanden ist?
DPP-Flash ist eine B2B-Softwareplattform, die mittelständischen Unternehmen die Umsetzung des digitalen Produktpasses so einfach wie möglich macht. Die Idee entstand, als Mitgründer Julian Gräfen auf die anstehenden EU-Regulierungen aufmerksam wurde und das enorme Problem erkannte, vor dem der Mittelstand bald stehen würde. Er suchte nach einem passenden Co-Founder, wir haben uns kurzgeschlossen und schnell realisiert, welches Potenzial in der automatisierten Lösung steckt. Aus dieser gemeinsamen Vision ist DPP-Flash entstanden.
Wer steht hinter DPP-Flash, und welche Erfahrungen bringen Sie als Gründerteam in das Unternehmen ein?
Hinter DPP-Flash stehen Julian Gräfen und Nico Bergstreiser. Julian ist als operativer Kopf für den Aufbau und die technische Infrastruktur der Plattform verantwortlich. Nico deckt als Co-Founder die Bereiche Marketing und Vertrieb ab. Durch diese Aufteilung verbinden wir technische Produktentwicklung mit einer zielgerichteten Go-to-Market-Strategie, um den Mittelstand direkt anzusprechen.
Ab 2027 wird der Digitale Produktpass für Unternehmen zunehmend relevant. Welche Herausforderungen entstehen dadurch insbesondere für den Mittelstand?
Große Konzerne haben ganze Abteilungen und enorme IT-Budgets, um Transparenzpflichten umzusetzen. Der Mittelstand steht hingegen vor einer riesigen bürokratischen und vor allem technischen Hürde. Es fehlen oft die Ressourcen, um Daten manuell aus hunderten Dokumenten zusammenzusuchen, Lieferanten nachzutelefonieren und komplexe Compliance-Vorgaben einzuhalten. Ohne spezialisierte Software droht hier ein enormer Zeit- und Kostenaufwand.
Viele mittelständische Unternehmen verfügen nicht über die notwendige eigene IT-Infrastruktur. Wie setzt DPP-Flash genau an diesem Punkt an?
Unternehmen brauchen für DPP-Flash keine eigene, komplexe IT-Infrastruktur und müssen keine teuren IT-Projekte finanzieren. Wir wollen den digitalen Produktpass für jedes Unternehmen zugänglich machen – ganz ohne hohe Investitionskosten oder langwierige Integrationen. Unsere Plattform funktioniert out-of-the-box und ist sofort einsatzbereit.
Ihre Software nutzt KI, um relevante Produktinformationen aus vorhandenen Dokumenten zu extrahieren. Wie verändert das den bisherigen Aufwand für Unternehmen?
Der Aufwand schrumpft von Stunden auf wenige Sekunden. Unsere KI liest unstrukturierte Daten aus PDFs, Datenblättern oder Zertifikaten automatisch aus und bringt sie in das geforderte Format. Der Clou dabei: Fehlen wichtige Dokumente, kontaktiert die KI auf Wunsch sogar automatisiert die Lieferanten und fordert die Unterlagen nach. Erst wenn alles vollständig vorliegt, wird der Pass anschließend generiert. Das nimmt den Teams in den Unternehmen extrem viel manuelle Arbeit ab.
DPP-Flash verspricht eine einfache und rechtssichere Umsetzung. Wie schaffen Sie es, komplexe regulatorische Anforderungen möglichst unkompliziert abzubilden?
Wir machen die juristischen und technischen Anforderungen der EU im Hintergrund einfach verständlich und übersetzen sie in eine benutzerfreundliche Oberfläche. Der Kunde muss sich nicht mit einzelnen Paragrafen oder komplizierten Datenformaten beschäftigen, sondern wird Schritt für Schritt durch den Prozess geführt. Dabei stellt die Plattform sicher, dass alle relevanten Vorgaben eingehalten werden, ohne den Nutzer mit unnötigem Fachjargon zu überfordern.
Der Digitale Produktpass wird zunächst häufig als zusätzliche Pflicht wahrgenommen. Wie kann daraus für Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil entstehen?
Wer frühzeitig volle Transparenz über seine Lieferketten und Materialien bieten kann, baut Vertrauen bei Kunden und Geschäftspartnern auf. Mittelständler, die ihren digitalen Produktpass sauber und schnell bereitstellen, zeigen Innovationskraft und Nachhaltigkeit. Aus einer reinen Pflichtaufgabe wird so ein echtes Qualitätsmerkmal im Vertrieb.
Regulatorische Vorgaben können sich verändern und weiterentwickeln. Welche Herausforderung bedeutet das für den Aufbau Ihrer Plattform?
Für uns bedeutet das, dass wir die Infrastruktur von DPP-Flash von Anfang an extrem modular und flexibel gestalten müssen. Neue Richtlinien oder erweiterte Datenfelder der EU lassen sich zentral in unserer Software aktualisieren, sodass die Pässe unserer Kunden automatisch auf dem neuesten Stand bleiben, ohne dass diese selbst aktiv werden müssen.
Transparenz und Nachhaltigkeit werden für Hersteller zunehmend wichtiger. Welche zusätzlichen Möglichkeiten entstehen durch strukturierte Produktdaten?
Strukturierte Daten schaffen Klarheit im eigenen Betrieb. Unternehmen erkennen zum ersten Mal auf einen Blick, wo Schwachstellen in der Lieferkette liegen oder welche Materialien optimiert werden können. Das erleichtert nicht nur die Kreislaufwirtschaft, sondern spart langfristig auch Eindeckungs- und Materialkosten.
Was unterscheidet DPP-Flash von anderen Lösungen rund um Digitale Produktpässe?
Uns unterscheidet vor allem das unkomplizierte Setup, die schnelle Geschwindigkeit und die Automatisierung durch KI. Während andere Lösungen oft komplexe enterprise-level Softwareprojekte erfordern, erstellen wir digitale Produktpässe in Sekunden statt Stunden. Unser Fokus liegt zu 100 % auf der Praxistauglichkeit für den Mittelstand – erschwinglich, schnell und ohne IT-Hürden.
Welche Vision verfolgen Sie mit DPP-Flash, und wie möchten Sie die Plattform in den kommenden Jahren weiterentwickeln?
Unsere Vision ist es, bis 2027 zur führenden B2B-Datenplattform und zum führenden Anbieter für digitale Produktpässe im DACH-Raum und anschließend in der gesamten EU zu werden. Wir wollen der Standard sein, auf den KMUs vertrauen, wenn es um produktbezogene Transparenz und Compliance geht.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die aus neuen regulatorischen Anforderungen ein Geschäftsmodell entwickeln möchten?
Erstens: Das echte Problem verstehen. Hört den Betroffenen genau zu und findet heraus, wo der größte Schmerz bei der Umsetzung der Regulierung liegt.
Zweitens: Einfachheit. Baut keine überladene Software, sondern eine Lösung, die dem Kunden die Komplexität der Gesetze mit wenigen Klicks komplett abnimmt.
Drittens: Geschwindigkeit vor Perfektionismus. Regulierungen haben strenge Deadline-Vorgaben – wer früh am Markt ist und eine funktionierende Lösung bietet, sichert sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.
Fotocredits: privat
Wir bedanken uns bei Nico Bergstreiser für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
















