backlessory entwickelt Backlets für BHs und macht den klassischen BH Verschluss zu einem sichtbaren Fashion Accessoire für rückenfreie Outfits. Das Startup ist Teil des Stoff im Kopf Accelerators und arbeitet aktuell am Marktstart seiner ersten Kollektion
Wie entstand die Idee zu backlessory und wer steckt hinter dem Startup?
Ich hatte ein Kleid mit Rückenausschnitt und wusste nie, was ich darunter anziehen soll. Es gibt einfach keine Lösung, die Komfort und Styling bietet. Da hatte ich die Idee und ich habe angefangen einen ersten Prototypen zu nähen. Meine Mutter unterstützt mich im Hintergrund, wir sind also ein Mutter-Tochter-Team.
Warum war der klassische BH Verschluss für euch der Ausgangspunkt für ein neues Fashion Konzept?
Bei Rückenausschnitten ist immer ein Teil des BH-Verschlusses sichtbar. Ich habe mir gedacht: Was ist so schlimm daran, dass man den BH-Verschluss sieht? Die einzige Antwort, die mir dazu eingefallen ist: Nichts, er ist nur hässlich. So ist die Idee entstanden, aus dem BH-Verschluss ein It-Piece zu machen.
Wie kamt ihr auf die Idee, den BH Verschluss bewusst sichtbar und zum Statement-Piece zu machen?
Zuerst dachte ich daran, die Rückseite des BHs ganz dünn und zierlich zu gestalten. Aber je länger ich darüber nachgedacht und ausprobiert habe, desto besser fand ich die auffälligeren Designs. Wenn das Band gut zum Outfit passt, ist das ein echter Hingucker. Ich glaube ich kann sagen: wir haben ein neues Accessoire erfunden – das Backlet!
Welche Zielgruppe möchtet ihr mit backlessory besonders ansprechen?
Unsere Zielgruppe sind primär junge Frauen, die sich durch Mode ausdrücken wollen.
Welche Rolle spielen Individualität und Styling bei euren Produkten?
Das Styling ist natürlich der primäre Faktor – es geht ja um ein Accessoire oder sogar Statement-Piece. Langfristig möchten wir unsere Backlets auch gerne individualisierbar machen.
Wie wichtig ist euch neben dem modischen Aspekt auch der Komfort im Alltag?
Enorm wichtig! Denn genau darum geht es ja: Die bisherigen Lösungen für rückenfreie Outfits sind immer ein Kompromiss zwischen Styling und Komfort. Wir bieten die Möglichkeit einen ganz normalen BH unter einem rückenfreien Outfit anzuziehen. Also Styling ohne Einbuße in Komfort und Halt.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Fashion Marke?
Ganz klar: die Zuliefererkette. Es ist enorm schwierig Business Partner zu finden, die auch kleinere Abnahmemengen liefern. Dazu kommt, dass wir branchenfremd sind und uns erst einmal in die Fachtermini und die branchenüblichen Abläufe einfinden mussten.
Wie reagiert eure Community bislang auf die Idee hinter backlessory?
Wir bekommen sehr gutes Feedback! Die häufigste Antwort auf unsere Idee ist: Warum gibt es das noch nicht? Das gibt uns natürlich enormen Rückenwind und hilft uns auch bei Rückschlägen weiterzumachen.
Welche Bedeutung hat die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für eure Entwicklung?
Ich bin ein großer Fan des Programms! Man hat von der ersten Minute an gemerkt, wie viel Engagement und Detailarbeit dort einfließt. Alle, egal ob Organisatorinnen, Teilnehmerinnen oder Mentor*innen, sind unglaublich unterstützend und immer offen für Fragen. Auch aus den Workshops habe ich enorm viel mitgenommen, was mich sicherlich nicht nur im Startup weiterbringt.
Was unterscheidet backlessory aus eurer Sicht von klassischen Accessoire oder Fashion Labels?
Backlessory schlägt die Brücke von einem BH, den man eigentlich versteckt, und einem Accessoire, das man bewusst zeigt. Wir haben den BH uminterpretiert und mit den Backlets ein neues Accessoire erfunden. Ich ziehe immer den Vergleich zu Socken. Socken waren früher unauffällig, meist schwarz oder weiß. Heute sind sie knallbunt und funktionieren als Teil des Outfits. Genau da möchte ich die Backlets auch hinbringen.
Welche nächsten Schritte plant ihr für backlessory in den kommenden Monaten?
Wir arbeiten an unserer ersten Kleinserie und werden in den nächsten 1-2 Monaten launchen.
Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Einfach mal machen! Man muss loslegen und darf nicht zu verkopft an die Sache herangehen.
Zweitens: Sich selbst erlauben nicht perfekt zu sein. Das erste Produkt wird nicht perfekt und das ist okay, das muss man akzeptieren. Man ist eben kein etablierter Großkonzern, sondern ein Startup.
Drittens: Niemals aufgeben. Es wird Rückschläge geben, und zwar viel mehr als man denkt. Wichtig ist wieder aufzustehen und die Kraft zu finden weiterzumachen.
Bildcredits privat
Wir bedanken uns bei Ilka Pfisterer für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


























