Mittwoch, Juni 10, 2026
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Wird Teilen zum neuen Haben?

fainin ist eine Verleihapp für die Sharing Economy und ermöglicht das sichere Mieten und Vermieten von Gegenständen. Das Startup war am 22. Mai 2026 bei The Green Deal Show dabei und spricht im Interview über Vertrauen, nachhaltigen Konsum und die Zukunft des Teilens

Welche Idee steckt hinter fainin und wie entstand daraus eine Plattform für das sichere Mieten und Vermieten von Gegenständen?

Die Grundidee hinter fainin ist einfach: Nutzen ist immer wichtiger als Besitzen. In fast jedem Keller verstaubt hochwertiges Equipment, während andere Menschen genau diese Dinge für kurze Zeit teuer kaufen „müssen“ (jetzt nicht mehr). Wir haben mit fainin die sicherste App zum Leihen und Verleihen entwickelt. Mit der Verleihapp können alle teilnehmenden Nutzer clever Geld sparen, indem sie mieten statt kaufen, und gleichzeitig unkompliziert Geld verdienen, indem sie eigene Gegenstände sicher vermieten. Das Fundament für den Erfolg war die Beseitigung des größten Markthindernisses: dem Vertrauensdefizit. Aus dieser Vision haben wir eine technologische Plattform entwickelt, die das Teilen durch vollautomatisierte Verifikation, Vertragserstellung und maßgeschneiderte Absicherungen, jeden Verleih absolut risikofrei macht.

Wer sind die Menschen hinter fainin und wie ergänzen sich eure unterschiedlichen Stärken im Gründerteam?

Hinter fainin steht ein Drei-Personen-Gründerteam, das gemeinsam im Studium gegründet hat und technologische Exzellenz, strategischen B2B-Vertrieb und eine tiefe Leidenschaft für die Circular Economy (& die Veranstaltungs-, bzw. Content-Creation-Branche) vereint. Während unser CTO Kevin Mattutat unsere Tech-Abteilung leitet und unser Design-For-Trust in die technische Infrastrutkur integriert, fokussiert sich unser CPO Jan Seeberg auf die Suchmaschinenoptimierung und Inhaltserstellung. Unser CEO Maximilian Lehmann leitet gemeinsam mit Jan die Business-Seite und damit den strategischen Beziehungsaufbau im Enterprise-Bereich. Diese Symbiose ermöglicht es uns, nicht nur die intuitive Verleihapp fainin zu betreiben, sondern mit 2-SHARE.de gleichzeitig komplexe White-Label-PaaS-Lösungen für den Corporate-Markt bereitzustellen.

fainin war am 22. Mai Teil von „The Green Deal Show“. Mit welchen Erwartungen seid ihr in die neue YouTube Show gegangen?

Wir sind mit der klaren Erwartung angetreten, der breiten Masse und B2B-Partnern zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Profit keine Widersprüche sind. Da die Show eine exzellente Bühne für grüne Innovationen bietet, wollten wir beweisen, wie fainin als digitale Infrastruktur das Konsumverhalten radikal prägen kann. Unser Ziel war es, sowohl die Markenbekanntheit unserer Verleih-App zu stärken als auch das Interesse von Nachhaltigkeitsmanagern für unsere geschlossenen Unternehmens-Marktplätze zu wecken.

Das hat tatsächlich auch geklappt. Einige Kooperationen sind noch nicht spruchreif, aber viele tausende Nutzer sind durch den Aufruf auf die App gekommen und machen Teilen zum neuen Haben.

Wie habt ihr die Atmosphäre und den Austausch bei „The Green Deal Show“ erlebt?

Die Atmosphäre war extrem professionell, dynamisch und von echtem Pioniergeist geprägt. Der Austausch mit den Juroren und den anderen Teams hat gezeigt, wie hoch der Druck, aber auch die Motivation im Markt ist, skalierbare Kreislaufwirtschaft-Lösungen zu etablieren. Es war inspirierend zu sehen, wie fokussiert das gesamte Format darauf ausgelegt ist, echten Impact messbar und sichtbar zu machen.

Würdet ihr anderen Startups empfehlen, bei „The Green Deal Show“ mitzumachen, und warum?

Ja, absolut. Für jede Gründerin und jeden Gründer im Impact- und Climate-Tech-Bereich ist die Show ein mächtiger Hebel. Sie zwingt ein Startup dazu, die eigene Value Proposition messerscharf auf den Punkt zu bringen. Zudem bietet die mediale Reichweite eine unbezahlbare Validierung, die Türen bei Kunden, Investoren und strategischen Partnern öffnet.

Gab es für fainin einen Deal?

Wir haben die Bühne genutzt, um unsere führende Marktposition im Bereich digitaler Sharing-Infrastrukturen zu untermauern. Der wahre „Deal“ für uns ist das überwältigende Feedback im Nachgang der Show, das sowohl unsere Nutzerzahlen auf der Plattform als auch die Inbound-Anfragen von Großunternehmen für unsere Softwarelösung 2-SHARE.de massiv beflügelt hat.

Ob wir einen Deal am Ende mit einem Influencer mit nach Hause genommen haben? Das solltest Du am besten selbst herausfinden.

Viele Menschen besitzen Dinge, die nur selten genutzt werden. Wie möchte fainin das Thema Sharing im Alltag neu etablieren?

Im Grunde stoßen wir eine echte Verhaltensänderung an. Wir machen Schluss mit der Illusion, dass man alles besitzen muss, um es zu nutzen. Wir etablieren kollaborativen Konsum, indem wir ihn günstiger, bequemer und sicherer machen als den traditionellen Neukauf. fainin ist keine Nachhaltigkeits-Plattform, sondern ein Finanz- und Lifestyle-Tool für den Alltag. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Lebenshaltungskosten löst unsere Sharing Economy App zwei fundamentale Probleme gleichzeitig: Nutzer können massiv Geld sparen, indem sie Premium-Equipment wie Drohnen, Beamer, Event-Equipment oder Werkzeuge flexibel mieten, anstatt sie teuer neu zu kaufen. Auf der anderen Seite können Besitzer unkompliziert ein lukratives passives Einkommen generieren, indem sie ihre ungenutzten Gegenstände sicher vermieten. Wir verändern das Konsumverhalten nicht durch Verzicht, sondern durch finanziellen Mehrwert (= Geld sparen & verdienen per App). Und ganz nebenbei reduzieren wir die Scope-3-Emissionen unserer Gesellschaft.

Wie schafft es fainin, Vertrauen und Sicherheit zwischen Vermietern und Mietern aufzubauen?

Das größte Problem traditioneller P2P-Marktplätze war die psychologische Barriere. Manche nennen das das sogenannte „Stranger Danger“-Phänomen. Gerade wenn Budgets knapper werden, sind Menschen extrem protektiv mit ihrem Eigentum; niemand verleiht seine 1.000-Euro-Kamera an Fremde, wenn das Risiko von Diebstahl oder Beschädigungen im Raum stehen. Genau hier greift unsere „Design-for-Trust“-Architektur. Wir haben Vertrauen digitalisiert und in unserer Verleihapp automatisiert. Jedes Mitglied durchläuft vor der ersten Transaktion eine lückenlose, automatisierte Identitätsprüfung.

Das absolute Sicherheitsnetz ist jedoch unser integrierter Schutz: Jedes geteilte Objekt ist über unsere native Kooperation pro Transaktion bis zu einem Wert von 15.000 Euro vollumfänglich abgesichert. Dieses kompromisslose Versprechen nimmt den Nutzern die Angst und macht sicheres Mieten und Vermieten im Alltag überhaupt erst massentauglich. Dabei ist das Herzstück unserer Verleihapp ist das „Design-for-Trust“. Wenn etwas bei der Vermietung schief geht, greift unser System sofort. Dieses Versprechen nimmt den Nutzern jegliche Sorge und wird von hunderten Bewertungen auf Google & Trustpilot bei durchschnittlich 4,8 Sternen bestätigt.

Was unterscheidet fainin aus eurer Sicht von anderen Sharing oder Mietplattformen?

Klassische Peer-to-Peer-Plattformen bluten wirtschaftlich aus, weil die Kundenakquisitionskosten (CAC) im offenen Markt astronomisch hoch sind. Unser unfairer Wettbewerbsvorteil ist unsere zweigleisige Ökosystem-Strategie. Nachdem wir die extrem anspruchsvolle Vertrauens-Architektur im Endverbrauchermarkt perfektioniert haben, haben wir darauf aufbauend unser B2B-SaaS-Angebot 2-SHARE.de entwickelt. Mit dieser White-Label-Infrastruktur befähigen wir Großkonzerne (wie Sopra Steria, Tchibo, …) und Universitäten (wie die UHH, FUB, CAU Kiel, …), maßgeschneiderte, komplett geschlossene Sharing-Marktplätze für ihre eigenen Mitarbeitenden und Studierenden zu betreiben. Wir nutzen das bereits bestehende, tief verwurzelte institutionelle Vertrauen dieser Organisationen. So schaffen wir hyperlokale, hochaktive Sharing-Zellen und nennen sie „Atomic Networks“. Diese skalieren unsere Nutzerbasis bei nahezu gegen null gehenden Marketingkosten.

Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer Sharing Economy Plattform und wie geht ihr damit um?

Jeder zweiseitige digitale Marktplatz kämpft mit dem berüchtigten Henne-Ei-Problem: Ohne ein breites Angebot an Produkten gibt es keine Mieter, und ohne Mieter springen die Vermieter ab. Startups verbrennen meist Millionen, um künstlich Angebot und Nachfrage über bezahlte Werbeanzeigen zusammenzuhalten. Wir umgehen diesen Friedhof der Plattform-Ökonomie elegant durch unser B2B2C-Modell mit 2-SHARE.de. Wenn wir einen neuen Firmen-Marktplatz für ein Großunternehmen freischalten, aktivieren wir über Nacht ein geschlossenes, hochverdichtetes Netzwerk aus tausenden Kolleginnen und Kollegen, die sich bereits vertrauen. Das erzeugt sofortige Liquidität im Ökosystem: Das Angebot an ungenutzten Alltagsgegenständen schnellt augenblicklich hoch, während die Nachfrage durch die interne Firmenkommunikation direkt gepusht wird. Diese lokale Marktplatz-Liquidität ist der Schlüssel zur globalen Skalierung.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Löst das härteste Problem zuerst. Im Plattform-Business ist das nicht die Technologie oder das Design, sondern das Vertrauen. Wer das Kundenproblem nicht systemisch adressiert, wird niemals organisch wachsen.

Zweitens: Hinterfragt klassische Marketing-Wege. Statt teure B2C-Werbung zu schalten, sucht nach Hebeln, um bestehende Zielgruppen-Cluster Partnerschaften geschlossen zu onboarden.

Drittens: Nutzt den regulatorischen Rückenwind. Durch Gesetzesänderungen wie die europäische CSRD-Berichterstattung stehen Großkonzerne unter massivem Druck. Wenn euer Startup ein echtes, datengetriebenes Problem für Kunden löst, verkauft sich euer Produkt fast von selbst.

So schafft ihr es, unverzichtbar für Eure Kunden und Partner zu sein – und damit auch für die ökonomische Nachhaltigkeit im Unternehmertum zu sorgen.

Bildcredits/Fotograf: Silvano Ballone

Wir bedanken uns bei Maximilian Lehmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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