Donnerstag, April 23, 2026
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Die ticken doch nicht ganz richtig!

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(Arbeits-)Kampf der Generationen und wie er gelöst werden könnte

Der demografische Wandel und der lang angekündigte Fachkräftemangel schlägt nun in der Arbeitswelt auf und entfacht einen teils heftigen Streit über Arbeitsmoral, Einstellungen und sogar über Werteverfall oder Wertewandel. Personen in den aktuellen Top-Entscheidungspositionen entstammen in vielen Organisationen aus der Baby Boomer Generation, diese trifft nun völlig irritiert auf eine Generation Z, die schon in den Vorstellungsgesprächen neuartige Erwartungen formuliert.

Jede Generation ist verschieden, und dass die vorhergehende Generation die nachfolgende eher despektierlich und anders wahrnimmt, ist nichts Neues. Die Generationen sind genetisch nicht anders, sondern schlichtweg stets das Ergebnis der Rahmenbedingungen und den Prägungen der Vorgeneration. Außerdem muss festgehalten werden, dass jeder Mensch anders ist und es immer Ausnahmen gibt. Die Kategorisierung in Generationsgruppen ist nicht die beste Lösung, da sie nur einen noch größeren Graben schafft. Allerdings gibt es klare Unterschiede zwischen den Altersgruppen und diese scheinen so groß wie noch nie zu sein.

Den Babyboomern wurde klar gemacht, dass sie nicht die einzigen sind und sich extrem anstrengen müssen, damit sie, aufgrund der hohen Nachfrage einen guten Job bekommen können. Diese Generation war stets im Verdrängungswettbewerb und Erfolg stellte sich durch harte und lange Arbeitsbereitschaft ein. Mit diesem Erfolgsrezept empfangen nun die Babyboomer die potentiellen Arbeitnehmer der Generation Z. Diese hat jedoch andere Rahmenbedingungen und dreht nun den Spieß im Bewerbungsverfahren um, denn die Firmen müssen sich jetzt bei ihnen bewerben.

Wo liegen die Standpunkte und worauf fußen die Perspektiven, die diese Generationen haben – aber vor allem auch – wie lässt sich eine produktive und wertvolle Situation für beide Seiten erreichen?

Lassen wir zunächst zwei Briefe die Perspektiven erzählen.

Sehr geehrte Boomer,

Wir sind Ihnen sehr dankbar dafür, was Ihre Generation an Wohlstand geschaffen hat. Die Welt hat sich allerdings verändert und es scheint so, als wären Sie und die gesamte Arbeitswelt überfordert. Die Gen Z kommt und alle rufen nach Hilfe.

Das Klischee besagt: Wir sind nicht kritikfähig, faul, haben zu idealisierte Vorstellungen, sind nicht belastbar, denken zu realitätsfern und wollen selbstverständlich eigentlich nur alle berühmt werden und sind handysüchtig. Ein solches Bild ist in erster Linie natürlich nicht die optimalste Startposition und auch wenn einige von diesen Punkten aus der Sicht der älteren Generation stimmen mögen, hier ein kleiner Perspektivwechsel.

Wir sind die erste Generation die „ganz normal“ analog aufgewachsen ist und doch seit der Pubertät eine Welt ohne Internet und Social Media nicht kennt. Von den negativen Auswirkungen dieser Entwicklung abgesehen, bietet das Internet nicht nur spaßige Apps sondern eben auch die Möglichkeit sich unbegrenzt Wissen anzueignen. Obwohl wir also noch so jung und so ahnungslos zu sein scheinen, sind wir trotzdem die bestgebildetste Generation junger Leute, simpel erklärt deswegen, weil wir diese Möglichkeiten haben. 

Damit möchte ich darauf hinweisen, dass wir uns mit diversen Themen auseinandersetzen, Quellen leicht hinterfragen können und viele Meinungen, Artikel und Berichte problemlos zur Hand haben. Wir hinterfragen. So hinterfragen wir beispielsweise die Arbeitsmoral, die manchen von ihnen so wichtig erscheinen mag. Wer fleißig ist, kann was erreichen. Arbeit macht glücklich. Nun leider scheint das nicht ganz der Fall zu sein und wie die vielen Beispiele von Burn Outs aufzeigen, da geht etwas nicht ganz auf. Wir haben den Eindruck, dass Sie leben um zu arbeiten. Wir möchten leben. Dass Arbeit hierfür eine tragende Rolle spielt ist uns natürlich auch bewusst, uns geht es hierbei darum aufzuzeigen, dass wir nicht Nicht arbeiten wollen. 

Wir möchten uns lediglich nicht so fühlen, als hätten wir unsere wertvolle Lebenszeit vor lauter Arbeit verschwendet. In einem kürzlich besuchtem Seminar hat ein Arzt schockiert davon berichtet, wie eine junge Ärztin, die in seiner Klinik begonnen hat zu arbeiten, darum gebeten, den Mittwochnachmittag immer frei zu bekommen, da dort ihr Töpferkurs stattfindet. Sie mögen darüber nun auch schmunzeln, aber was ist so schlimm daran, dass diese Person sich einfach dazu entscheidet, für die Dinge, die ihr Spaß machen und sie erfüllen, auch Raum zu schaffen? 

Warum soll es denn so viel besser sein, jede Woche durchzuarbeiten, nie Zeit für Freunde, Familie, Hobbies und erfüllende Aktivitäten zu haben, nur damit man eben fleißig war? Glücklicher wird man davon nicht, das haben wir nach jahrelangem Zuschauen unserer Eltern-Generation gelernt und möchten diesen, wie wir es sehen, persönlichen Fehler keinesfalls wiederholen. 

Es scheint gerade für Boomer eine Untugend zu sein, glücklich sein zu wollen. Spaß bei der Arbeit haben und diese gerne und mit Überzeugung durchführen wollen, was ist nur in uns gefahren? Sind wir deshalb faul oder achten wir einfach mehr auf unser Wohlbefinden, auf ein erfüllendes Leben und überlegen uns lieber andere, effektivere Formen und Arten von Arbeit?  Wenn wir neue, progressive Vorschläge bringen, die die gesamte Arbeitswelt langfristig verändern könnten, sind diese „zu realitätsfern“, „das funktioniert doch in der Praxis gar nicht“ und „Ihr werdet schon noch auf den Boden der Tatsachen kommen“. Aber wieso nicht etwas mehr Mut zur Veränderung? Ob das alles so aufgeht, wird man früher oder später sehen, dann kann man notfalls immer noch auf die alte, bewerte Art und Weise zurückgreifen.

Nun zu dem Vorwurf der Nichtbelastbarkeit. Die Gesellschaft vermittelt uns vor allem eines: Druck. Mit 57% gilt der gefühlte Leistungsdruck als besonders prägend für die Gen Z. Wir legen extrem viel Wert auf die Meinung anderer und vergleichen uns, wenn auch unterbewusst, ständig. Anders als die Generationen vor uns, gibt es hierfür auch genügend Möglichkeiten. Nicht nur in der Schule oder im Alltag mit Bekannten, nein. Vergleichen können wir uns bequem aus der Hosentasche und dann gleich mit Menschen aus der ganzen Welt. Der hat die coolsten Freunde, die sind schon wieder im Urlaub, sie ist auf den coolsten Partys usw. 

Wir vergleichen alles, von der Kleidung über Beziehungen, das Aussehen, bis hin zur eigenen Freizeit und wer diese interessanter und cooler gestaltet. Das ist anstrengend.. Dazu kommen diese unendlichen Möglichkeiten (Ausbildungsgänge/Studienangebote, Jobs, Tätigkeitsbereiche, Entwicklungsmöglichkeiten) von denen Sie nur hätten „schwärmen“ können, doch daraus resultiert schlussendlich vor allen Dingen eines, Überforderung. Zu viel, zu schnell. Dies belegt eine Studie der Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM) die junge Menschen als ziemlich unsicher und entscheidungsschwach darstellt. 

Dies ist kein Wunder. Bei all den Möglichkeiten möchte man sich ungern festlegen und wie schon so oft gesehen, könnte man mit etwas Glück auch der nächste Top Content Creator  werden und damit ohne festen Job sein Geld verdienen. Wir stellen also nicht so hohe Ansprüche in dem Sinne, wir fordern nur Gründe zu bleiben, denn Alternativen haben wir genug. Das steht fest und das ist womöglich auch der Schlüssel zum Verständnis dieser Haltung. 

Abschließend möchte ich sagen, dass wir keine verantwortungslosen Jugendlichen sind, denen alles egal ist und denen man nichts zutrauen kann. Wir sind politisch aktiv, engagieren uns, sind ambitioniert und haben Meinungen. Nur werden diese leider zu oft nicht gehört und daher kommt auch der Frust mit dem einige von uns zu kämpfen haben. Viele von Ihnen können es vermutlich nicht mehr hören, aber ja die Klimakrise ist real und bei weitem noch nicht gelöst. Die soziale Frage bleibt weiterhin eine Frage ohne Antwort. Dann wäre da noch die Corona Pandemie und ein Krieg mitten in Europa. Das ist unsere Zukunft.

Wir haben ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein und sind Ihnen dankbar dafür, was Sie aufgebaut haben. Nur scheint dieser Wohlstand Stück für Stück zu verschwinden. Die alten Mechanismen funktionieren nicht mehr in der neuen Welt und es ist Zeit voneinander zu lernen, ins Gespräch zu kommen und schlussendlich voneinander zu profitieren.

Liebe Next Generation – oder liebe Gen Z,

ihr wirbelt den Arbeitsmarkt gerade ordentlich auf. Frischer Wind und neue Gedanken und Ansätze sind sicherlich sehr wichtig. Ich möchte ehrlich und offen zu Euch sein: ihr habt ein ausgewachsenes Image-Problem.

Wenn wir Workshops und Seminare mit Führungskräften durchführen, hören wir so Attribute wie: arbeitsscheu, nicht leistungsbereit, nicht belastbar, nicht konzentrationsfähig, überheblich, oft krank, können sich nicht vorstellen, dass Arbeit erfüllend ist. Ganz ehrlich – darauf hat die Babyboomer Generation keine Lust und findet diese Einstellung sehr anmaßend und borniert. 

Natürlich auch viele positive Aspekte wie Medien affin, digital, selbstbewusst. Diese positiven Attribute stehen jedoch im Schatten. Die Boomer-Generation, aber auch die Generation X, hat eine andere Arbeitswelt erfahren und die Personen, die heute in Entscheidungspositionen sitzen, haben ein internes Erfolgsrezept, wie man eben auf eine solche Position kommt und vergleichen dieses Rezept nun mit euren Ansprüchen. Und da ist eine Diskrepanz. Ob diese Art und Weise zu arbeiten sinnvoll oder smart war, steht hier zunächst nicht zur Debatte. 

Was oft auch vergessen wird ist, dass diese Personen durch viel Arbeits-/Zeiteinsatz etwas aufgebaut haben (ggf. mit viel finanziellem Risiko) und diese wollen das natürlich nicht einfach aufs Spiel setzen, mit der Befürchtung, dass die nächste Generation den Karren gegen die Wand fährt. Ihr fordert viel – seid aber wenig bereit zu geben. Beweist doch bitte den anderen Generationen, dass es anders geht – dazu müsst ihr aber auch Nachweise liefern. Oder zeigt auf, wie das Gesamtsystem verändert werden muss/kann/soll…

Ihr seid in einer Zeit großgeworden, in der Wissen verfügbar und ergoogelbar ist – ihr habt in jungen Jahren teils ein unglaublich großes Fachwissen – aber was euch fehlt (und was ihr nicht erkennt) ist der Mangel an Erfahrungswissen/Erfahrungsschatz. Ich wünsche mir von euch viel frischen Wind, smarte Ansätze, konkrete Lösungsvorschläge wie es anders und besser funktioniert. Viele Boomer sind ggf. auch schlicht weg neidisch auf euch und eure Ansprüche – aber oft fehlt die Vorstellung wie das gehen kann und soll. Baut Prototypen, entwickelt Konzepte oder Keimzellen und schafft so ein Verständnis für die neue Arbeitswelt, die ihr euch wünscht. 

Wie lässt sich dieser Konflikt denn nun lösen?

Klar ist, dass wir uns in einem waschechten Change befinden, der auch als solches behandelt werden sollte- von allen Seiten. Die neue Arbeitnehmerschaft will die Firmen umkrempeln, die bestehende etablierte Arbeitnehmerschaft will ihre Verdienste und Errungenschaften bewahren und aus ihrer Sicht nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. „Betroffene zu Beteiligten machen“ oder „miteinander reden“ sind zwei wichtige Grundeinstellungen im Wandel, die oft als zu weich abgetan werden, aber genau hierum geht es. 

Es muss von beiden Seiten zugehört werden, auf Augenhöhe. Es sollte ein Wille zum wirklichen verstehen da sein, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Sich wechselseitig auf die Dinge einzulassen einerseits, aber andererseits auch den Sinn des Bestehenden zu erkennen. Erst verstehen, dann verändern, ist ein weiterer Leitsatz im Change. Wissen ist heute schnell verfügbar und im Zweifel „ergoogelbar“ – Erfahrungswerte jedoch nur schwer. Wertschätzung, Respekt und Anerkennung sind Schlüsselqualifikationen im Wandel- den beide Seiten mit- oder aufbringen sollten.

Eine sehr wertvolle Methode, um den Generationskonflikt zu verstehen und zu überwinden, ist Mentoring und Reverse Mentoring. Das Konzept Mentoring ist in vielen Organisationen bereits erprobt- dabei gibt die erfahrene Person (meist ältere) einer weniger erfahrenen Person (meist jünger) Erfahrungen weiter und unterstützt diese in der Entwicklung. Beim Reverse Mentoring dreht man den Spieß um und tauscht die Rollen. Die jüngere Person unterstützt die ältere in Erfahrungen, Blickwinkel und Ansichten. Mit der Verbindung dieser beiden Methoden kann mit viel Wertschätzung ein großer Schatz erhoben werden, der für alle Beteiligten Mehrwert schafft. 

In vielen Organisationen werden neue Impulse und Ansätze angestoßen, indem die Kinder der Entscheidungsträger ihre Eltern quasi im privaten Umfeld auf solche Missstände hinweisen. So setzen sich plötzlich sehr konservative Geschäftsführer für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, weil ihre Töchter in genau diesem Dilemma stecken, oder andere Unternehmen stecken plötzlich ihre Marketingbudgets in Social Media Kanäle, weil die Kinder der Entscheidungsträger das Unternehmen als Old School titulierten.

Warum diese Chance also nicht intern nutzen und schon vorausschauend mehr auf junge Mitarbeiter eingehen und ihnen zuhören. Dann braucht es aber auch konkrete Lösungsvorschläge, wie die Herausforderungen mit den neuen Denkansätzen konkret bewerkstelligt werden können. Dies ist der einfachste Weg, die Bedenkenträger zu überzeugen. Trotzdem bedarf es auch des Mutes und der Bereitschaft, neue Ansätze schlichtweg auch mal auszuprobieren. Keimzellen- Experimente können dazu wunderbar dienen, um im sicheren Bereich neue Wege gemeinsam zu begehen und Menschen zu überzeugen.

Einfach mal anders denken! Aber auch durchdenken!

Die Welt wird komplexer und Musterlösungen funktionieren nicht mehr. Die Arbeitswelt wird sich verändern (müssen) – ob sie will oder nicht. Die spannende Aufgabe von allen Beteiligten wird es sein, ausgetretene (erfahrene) Wege zu verlassen, Konzepte und Ansätze wirklich frei neu zu denken, um sie dann quasi auf den Prüfstand zu stellen und auf Beständigkeit und Funktionalität zu prüfen. Warum fahren wir mit den neuen Konzepten nicht mal ordentlich über die Rüttelstrecke und schauen, ob das hält und nicht auseinanderfällt? 

Welche Chancen/Risiken aber auch Hoffnungen/Ängste beinhalten oder verursachen die neuen Ansätze bei den mittelbar und unmittelbar Beteiligten? Wenn diese Aspekte dann geklärt werden konnten, heißt es, den Mut zu haben und neue Wege zu gehen. Oft hilft es auch zu überlegen, wie sich die Arbeitswelt allein in den letzten 30 Jahren teils schon stark verändert hat und sich bewusst zu sein, dass der Satz „Das haben wir aber schon immer so gemacht!“ übrigens noch nie gestimmt hat und jeder mal jung war, Visionen und Träume hatte, für die man nun ja vielleicht sogar mehr Raum schaffen kann. 

Also auf! Gemeinsam mit Erfahrungen und neuem Denken die Arbeitswelt verändern.

Claudia Wöllhaf; Jahrgang 2003, Studentin der Wirtschaftspsychologie in Augsburg 

Rainer Krumm, Jahrgang 1971, Managementtrainer und Autor, Geschäftsführer der Unternehmensberatung axiocon GmbH

Kontakt: www.axiocon.de 

Bildquelle: Bild von Amarily Moreno auf pixabay

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Geht agil, strategisch voran und bleibt dabei immer schön authentisch

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CUENCO markenstrategie agentur wien

CUENCO Agentur für Markenstrategie aus Wien

Stellen Sie sich und das Startup CUENCO doch kurz unseren Lesern vor!

Servus, Grüezi und Hallo – wir sind CUENCO, eine kleine, aber feine Agentur für Markenstrategie aus Wien. Unser Team besteht aus uns beiden Gründern und Brand-Strategy-Experten Marko Hirschnigg und Mirco Düsterhöft. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir es einfach lieben, Dinge zu „unternehmen“ oder besser gesagt voranzubringen – intern wie extern. Wir sind allerdings nicht als das „klassische“ Startup zu sehen. CUENCO gibt es seit über einer Dekade. Vor Corona fungierten wir als Werbeagentur. Seit jeher sind wir jedoch unserer Leidenschaft rund um das Thema „Marke“ verfallen. Dieser Passion zu widerstehen, fiel uns zunehmend schwerer, weshalb wir uns in den letzten Jahren immer mehr auf den Bereich Markenstrategie spezialisiert haben und uns schlussendlich „eingestehen“ mussten: Es kann nur eine Liebe geben – die Marke. 

Doch die größte Begeisterung für ein Fach nützt in der Geschäftswelt nichts, wenn der Funke nicht auch auf andere Menschen überspringt und ihnen echten Mehrwert bietet. Da wir es jedoch in unserer Zeit als Werbeagentur oft erlebt haben, dass unseren Kund*innen die entscheidende Grundlage gefehlt hat, um eine langfristig erfolgreiche Marke zu entwickeln, war für uns klar: Da gibt es ein Need. Denn ein Haus ohne Fundament zu bauen, könnte auf Dauer zu einer durchaus schwierigen Angelegenheit werden.

Die Liebe, die langjährige Erfahrung im Fachbereich und ein klares Bedürfnis des Kunden war also gegeben. Der harte Cut musste 2020 her. Wir sagten Bye Bye Werbeagentur und fokussierten uns ausschließlich darauf, mit dem Kunden an ihrem besagten Fundament zu arbeiten und Unternehmen mit ihrer Marke strategisch optimal aufzustellen. Die Quintessenz ist der von uns entwickelte, und unter anderem von Google Ventures inspirierte, „Brand Sprint“. 

In diesem Markenentwicklungs-Prozess können wir unsere agile, Startup geprägte Arbeitsweise gepaart mit unserer Erfahrung in der Kreativwelt vollends ausleben und damit wertvolle Coaching- und Consultant-Arbeit für strategische „Hausbauer“ sein. 

Welche Vision steckt hinter CUENCO?

Wir haben uns zum Auftrag gemacht, Unternehmen entscheidend besser zu machen. Das bedeutet, dass wir gemeinsam mit ihnen versteckte Potenziale aufspüren und Klarheit auf vielen Ebenen schaffen, sodass sie langfristig die besten Entscheidungen für ihr Unternehmen treffen können.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir mussten CUENCO zwar nicht „from scratch“ aus dem Boden stampfen, haben aber unser komplettes Business-Modell verändert. Diese Entscheidung in einer weltweiten Krise zu treffen, war und ist ohne Frage eine Herausforderung, die zu Beginn noch von unseren langjährigen Werbeagentur-Kunden mitfinanziert wurde. Generell ist unser Mindset das eines ambitionierten Startups. Wir stellen uns den Aufgaben und suchen strategisch nach Lösungen, um jede Herausforderung zu meistern. Es ist genau das Mindset, das wir auch in unserem Brand Sprint den Kunden vermitteln: Wenn ihr wisst, wo ihr hinwollt, gemeinsam ein klares Ziel aus der Passion heraus verfolgt, dann finden sich Mittel und Wege, um das angestrebte Ziel zu erreichen. 

Wer ist die Zielgruppe von CUENCO?

Unsere Zielgruppen sind sowohl etablierte Unternehmen als auch Startups und Gründer*innen, die ihr Business nachhaltig positiv verändern möchten. Genauer gesagt, Unternehmen, die absolute Klarheit, Identität und Positionierung in Form einer Strategie benötigen, um nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihre Unternehmenskultur langfristig erfolgreich gestalten zu können. 

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir nehmen das Beste aus drei Welten und kombinieren es mit unserer Kompetenz und Empathie – unserem Know-how. So entsteht eine maximal authentische, hocheffiziente und direkt anwendbare Markenstrategie, die spielerisch in 1,5 Tagen entwickelt wird und nachhaltig die Denkweise des Kunden prägt.

Was sind diese drei Welten? 

In unserem Brand Sprint verbinden wir die tiefgründige Arbeit von Strategieagenturen und Unternehmensberatungen, mit der Reduktion auf das Wesentliche einer Full-Service-Agentur und der Hands-on Mentalität eines Startups. Heißt konkret: Komplexe Inhalte werden auf das wirklich Wichtige reduziert und so aufgearbeitet, dass es direkt anwendbar ist.

Aber um noch besser verstehen zu können, was uns konkret von anderen Anbietern unterscheidet, müssen wir hier noch etwas weiter ausholen:  

Unsere Marktbegleiter lassen sich grob in zwei Gruppen unterteilen: Die erste Gruppe besteht, wie bereits erwähnt, aus den großen Strategieagenturen und Unternehmensberatungen. In der zweiten Gruppe befinden sich die Branding-Agenturen, Marketing-Agenturen, Werbeagenturen, usw. Beide haben grundlegend andere Herangehensweisen, wenn es um das Thema „Markenstrategie“ geht. 

Die Strategieagenturen und Unternehmensberatungen legen ihren Fokus hauptsächlich auf großen Unternehmen und Konzerne. Dementsprechend sind auch ihre Markenentwicklungsprozesse gestaltet. Es dauert oft Monate, teilweise Jahre, um die Marke wirklich mal auf die Beine zu stellen bzw. zu verändern.

Im Hintergrund laufen Marktanalysen, Zielgruppenanalysen, Interviews, usw. Diesen wissenschaftlichen Ansatz finden wir grundsätzlich super und bis zu einem bestimmten Maße sinnvoll. Was uns dabei aber am meisten fehlt, ist das Herz einer Marke – also Intuition und Authentizität. Sie geht dabei zwangsläufig verloren. Es entstehen Marken, die mit großen finanziellen Investitionen auf den Markt und die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten werden, aber in den seltensten Fällen ein Alleinstellungsmerkmal aus sich heraus besitzen und leben.

Man stelle sich vor, Apple wäre hauptsächlich durch eine Unternehmensberatung entstanden. Wahrscheinlich würde es den Konzern und seine Anziehungskraft für eine nicht unbeträchtliche Masse von Menschen und die damit einhergehenden Innovationen gar nicht geben. Es wäre im besten Fall vielleicht nur eine Marke von vielen. 

Die zweite Gruppe, das Potpourri an Kreativagenturen, hat logischerweise ihren Schwerpunkt in der Kreativarbeit. Der Fokus liegt grundsätzlich bei den Gewerken, die auf der Markenstrategie aufbauen – dem Visuellem, dem Inhaltlichen. Corporate Design, Corporate Story, Marketing, Website, Social Media, etc. Die Strategie einer Marke ist bei einer Agentur, die verschiedenste Dienstleistungen anbietet, oft nur ein „Side Project“. Wenn nun eine solche Agentur eine Markenentwicklung startet, wird vielleicht sogar vorab eine Art „Markenworkshop“ angesetzt. In diesem „Workshop“ werden verschiedenste Aspekte der Identität und Positionierung erarbeitet. Das tun wir selbstverständlich auch, jedoch gibt es dabei drei kleine, aber entscheidende Unterschiede. 

Unterschied Nr.1: Wir können nicht Gefahr laufen, während unseres Workshops in einen möglichen Gewissenskonflikt zu kommen. Aus unserer Erfahrung als frühere Werbeagentur wissen wir, wie schwer es als Coach sein kann, neutral zu bleiben, wenn man weiß: Wir müssen das Erarbeitete auch umsetzen und werden hauptsächlich an dieser Umsetzung gemessen. Da könnte sich der ein oder andere verleiten lassen in eine Richtung zu coachen und zu beraten, die für die Agentur am leichtesten umsetzbar ist, aber nicht die, die das Maximum für den Kunden herausholt. Das ist nicht böse gemeint, sondern menschlich und legitim.

Unterschied Nr. 2: Wir sind vollkommen auf Markenstrategie spezialisiert. Unsere Methoden sind zigfach auf allerhöchstem Niveau erprobt. Die Erarbeitung der Identität und Positionierung und damit der Markenstrategie, ist das Herzstück unserer Arbeit. Entsprechendes Know-how dürfen die Kunden daher auch in der Zusammenarbeit mit uns erwarten.

Unterschied Nr. 3: Wir vermitteln den Kunden in einem individuellen Consulting, wie die zuvor im intensiven Workshop entwickelte Strategie intern oder mit einem beliebigen Partner extern, erfolgreich umgesetzt werden kann. Diesen aufeinander aufbauenden, in sich nach 1,5 Tagen abgeschlossenen und spielerisch angelegten Markenstrategie-Prozess aus Workshop, Analyse und Consulting kennen wir von keiner Kreativagentur.

CUENCO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Bei uns gibt es nur eine Richtung: Immer tiefer und weiter in den Fachbereich, der uns am Herzen liegt und in dem wir für unsere Kunden den größten Mehrwert liefern können, einzutauchen. Unser größtes Ziel ist es, dass wir in 5 Jahren vielen Unternehmen entscheidend weitergeholfen haben und sie durch die mit uns erarbeiteten Mehrwerte einen Beitrag für eine bessere Welt leisten können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nur wer ein konkretes Problem löst, wird langfristig die Chance haben, am Markt bestehen zu können. Bedeutet: Liebe dein Produkt, aber sei ehrlich zu dir selbst und hinterfrage immer wieder kritisch, ob es wirklich das Problem der Zielgruppe löst oder ihr einen wichtigen Mehrwert bietet.

Baut ein erfolgshungriges Team auf, das durch dick und dünn geht und euer Mindset teilt. Ein Unternehmen aufzubauen ist ein spannender Prozess mit vielen „Ups and Downs“. Da kann Loyalität ein mitentscheidender Faktor für den Erfolg sein.

Geht agil, strategisch voran und bleibt dabei immer schön authentisch. Merke: Es wird nicht jedes Unternehmen mit Strategie erfolgreich, aber jedes erfolgreiche Unternehmen hat eine Strategie.

Wir bedanken uns bei Marko Hirschnigg und Mirco Düsterhöft für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: CUENCO

Kontakt:

CUENCO
Siebensterngasse 31/7
1070 Wien
Österreich

https://www.cuenco.at/
hello@cuenco.at

Ansprechpartner: Marko Hirschnigg und Mirco Düsterhöft

Social Media:
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Instagram

Verabschiedet euch von starren Arbeitsmodellen und Hierarchien

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greenflash solaranlage team bild

Greenflash die Solaranlage von morgen die intelligent mit Ladeinfrastruktur, Stromspeicher und zahlreichen weiteren Energiequellen vernetzt werden kann

Stellen Sie sich und das Startup Greenflash doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne. Greenflash versteht sich als Lösungsanbieter für die Solaranlage von morgen – die intelligent mit Ladeinfrastruktur, Stromspeicher und zahlreichen weiteren Energiequellen vernetzt werden kann. Wir nutzen das enorme Dachpotenzial von großen mittelständischen Unternehmen, um Sie unabhängig von den steigenden Energiekosten zu machen und Ihnen eine grüne Zukunft zu bieten. Dafür übernehmen wir das komplette Projektmanagement – unsere Kunden können sich entspannt zurücklehnen, während wir uns um alles kümmern.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe in meinen jungen Jahren schon viel ausprobiert und nach meiner Ausbildung zum Elektroniker selbst Solaranlagen aufgebaut. Bedeutet: ich komme aus dem Handwerk und habe gesehen, dass hier der Engpass liegt. Wir müssen die Gewerke miteinander vernetzen und das Handwerk digitalisieren, um das Dachpotenzial in Deutschland nutzen zu können.

Zudem wusste ich immer, was ich NICHT wollte: traditionelle Arbeitsmodelle mit starren Hierarchien und unflexiblen Zeitfenstern. Deshalb habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet, in dem wir nach dem New Work Konzept arbeiten. Ich vertraue jedem meiner Mitarbeiter zu 100% und lasse ihnen ihre Freiheiten und die Chance selbst Entscheidungen zu treffen.

Welche Vision steckt hinter Greenflash?

Wir wollen mit unserem Konzept die Energiewende realisieren und für ein Umdenken sorgen – und zwar smart und schnell. Dazu vereinen sich bei uns Experten, Entwickler und Visionäre, die für ihre Zielsetzungen brennen und stets das Beste aus einer Dachfläche herausholen wollen.

Wer ist die Zielgruppe von Greenflash?

Großkunden aus Industrie und Gewerbe, die große Dachflächen zur Verfügung stellen können. Dazu gehören Logistikbetriebe, der Einzelhandel aber auch Tankstellen, die umrüsten wollen. Um es auf den Punkt zu bringen: Unternehmen, die einen hohen Stromverbrauch haben und gut damit fahren, diesen selbst zu produzieren.

Wie funktioniert Greenflash? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das sind viele Fragen auf einmal. Kurz zusammengefasst unterscheidet sich unser Unternehmen dadurch, dass wir 360° denken, jede Menge digitales Knowhow und eine clevere Software mitbringen. Wir sind die Schnittstelle zwischen den Gewerken und kennen die Herausforderungen von Unternehmen bei der Energiewende. Denn wer seinen Betrieb erstmal umrüsten will, muss lange Recherchieren und viele Auftragsfirmen recherchieren und organisieren, um ein so großes Projekt zu stemmen. Das kostet Zeit, Nerven und Ressourcen – die wir liefern!

Nach einer ausführlichen Beratung und der Machbarkeitsanalyse nehmen wir unseren Kunden die Organisation Ihres Großprojektes komplett ab und kümmern uns darum, dass Sie schnell und smart von Ihrer Investition profitieren. Bei uns gibt es keine komplizierten Regelungen und Gesetze, sondern eine einheitliche Softwarelösung für sämtliche Fragen.

Greenflash, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unsere Zielsetzungen sind hoch. Wir glauben fest daran, auf unserem Gebiet Marktführer zu werden und noch mehr bewegen zu können. Denn Fakt ist, dass wir alle davon profitieren, wenn Unternehmen umrüsten. Pro Unternehmen, das wir betreuen, können ca. 150 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Glaubt fest an das, was ihr tut, und visualisiert eure Zielsetzungen

Verabschiedet euch von starren Arbeitsmodellen und Hierarchien und schenkt euren Mitarbeitern Wertschätzung

Lasst euch nicht von anderen beeinflussen und bleibt euch und eurer Vision selbst treu – auch wenn ihr anfangs belächelt werdet

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Tauscht euch über Ideen aus anstatt sie geheim zu halten

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bugshell Cypersicherheitsplattform: IT-Sicherheit für Unternehmen mit einer Community aus hochspezialisierten IT-Sicherheitsexperten

bugshell Cypersicherheitsplattform: IT-Sicherheit für Unternehmen mit einer Community aus hochspezialisierten IT-Sicherheitsexperten

Stellen Sie sich und das Startup bugshell doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Volker Haupt, Inko Lorch und Jakob Semmler – zusammen haben wir die Cybersicherheitsplattform bugshell gegründet. Über unsere Lösung bringen wir IT-Sicherheitsexperten und Unternehmen zusammen. Das Ziel ist es die Infrastruktur aus dem Blickwinkel eines Angreifers zu prüfen und aufzuzeigen, wie Sicherheitslücken behoben werden können. Mithilfe von IT-Penetrationtests evaluieren wir die IT-Systeme unserer Kunden.

Dabei arbeiten wir ausschließlich mit einer europäischen Community aus erfahrenen Sicherheitsexperten zusammen. Unseren Fokus, Unternehmen vor feindlichen Angriffen zu schützen, erweitern wir über diverse Beratungsleistungen, wie Workshops. Wir wollen nicht nur Analysen anbieten, sondern auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für IT-Sicherheit am Arbeitsplatz sensibilisieren. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben alle schon einige Erfahrungen im Bereich Startups der Techbranche gesammelt. Wir sehen schon lange IT-Sicherheit als eines der drängendsten Probleme für jedes öffentliche, aber auch private Unternehmen. Ob wirtschaftliche Schäden oder Betrugsfälle aus dem eigenen Umfeld – wir wollten einen neuen Ansatz finden, um IT-Infrastrukturen zu schützen. Um dieses Problem aus eigener Kraft zu lösen, benötigt es oft einen ganzen Stab von Mitarbeitern, der für die wenigsten Unternehmen finanziell tragbar ist. Selbst wenn das nötige Kapital für den Aufbau eines IT-Sicherheitsteams zur Verfügung steht, ist es dennoch eine große Herausforderung diese Fachkräfte am Markt für sich zu gewinnen.

Welche Vision steckt hinter bugshell?

Wir wollen die digitale Welt sicherer machen. Alteingesessene Strukturen von Organisationen sind nicht agil genug, um den modernen Angriffsszenarien standzuhalten. Auf der anderen Seite entwickeln sich Hackergruppen schneller und sind teils sehr gut ausgebildet. Für diejenigen, die sich für IT-Sicherheit begeistern, fehlte bislang ein System, das den Einstieg in das legale Hacking vereinfacht ohne, dass sie sich in einer kriminellen Grauzone bewegen. Mit bugshell wollen wir diesen digitalen Raum in Europa schaffen, der genau dieses Bedürfnis erfüllt. Wir sind davon überzeugt, dass in Hinblick auf die Rahmenbedingungen ein Ansatz nur dann erfolgreich ist, wenn er mit unseren gelebten europäischen Werten, rechtlichen Normen und Gesetzen konform geht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben gleich von Anfang eine Pre-Seed Finanzierung durch einen Business Angel bekommen. So konnten wir unsere Ideen schnell umsetzen und unsere Plattform optimieren. Tatsächlich ist das Schwierigste die Früherkennung von Fehlern. Es galt für uns ein schlankes Team aufzustellen, Prioritäten zu setzen und auch mal schwierige Entscheidungen zu treffen. Fragen wie „Passt es so wie wir uns gerade entwickeln?“ oder „Sind alle zufrieden mit den definierten Zielen und Visionen?“, begleiten uns seit jeher und wir sind stets im Austausch, wie sich unser Unternehmen entwickelt. So haben wir auch unser Business Model an einigen Stellen immer wieder ausgebaut und optimiert. 

Wer ist die Zielgruppe von bugshell?

Grundsätzlich braucht jedes Unternehmen Hilfe im Bereich IT-Sicherheit. Betriebsblindheit ist ein oft auftretendes Phänomen und besonders bei der eigenen Infrastruktur kann das massive Konsequenzen haben. Aktuell fokussieren wir uns auf mittelständische Unternehmen in Deutschland, doch auch das europäische Ausland ist für uns auf dem Radar. Nachfrage erhalten wir aktuell besonders aus den Branchen Automotive, Health und Telekommunikation. Abhängig vom Feedback und der Resonanz werden wir unser Angebot auf eine Zielgruppe ausbauen, so können wir dann dieses spezifische Marktsegment erobern. 

Wie funktioniert bugshell? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir sind dann gefragt, wenn ein Unternehmen wirklich verstehen möchte, wie es um die eigene IT-Sicherheit bestellt ist. Wir arbeiten mit einer Community aus hochspezialisierten IT-Sicherheitsexperten zusammen und koordinieren den gesamten Prozess. Mit unser Plattform sehen unsere Kunden, was für Sicherheitslücken bei ihnen identifiziert worden sind. Das ermöglicht es, dass Unternehmen mit unseren Experten eng zusammenarbeiten können. Der Aufwand wird für beide Seiten dadurch erheblich reduziert.

Mit unserem Ansatz sind wir die einzige Plattform, die diesen Service anbietet, denn wir unterscheiden uns von der internationalen Konkurrenz dahingehend, dass die Daten und die Community sich ausschließlich in der EU befindet. Gleichzeitig ist unsere Plattform die einzige, die ganze Angriffsszenarien für Kunden aufbaut und über die Plattform auswertet. Wir schaffen das über unser ausgeklügeltes Partnersystem, die Community und unsere Plattformmodule.

Bugshell, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren soll bugshell zu den größten IT-Sicherheitsanbietern Deutschlands gehören und auch schon in ein paar anderen europäischen Ländern bekannt sein. Unser großer Fokus liegt auch auf der Community, wir wollen uns zu der Anlaufstelle für IT-Sicherheitsexperten entwickeln. Wir haben dabei nämlich nicht nur kommerzielle Ziele:  Wir wollen, dass Europa sich zu dem InnovationHub in der Welt entwickelt. Des Weiteren wollen wir IT-Sicherheit greifbarer machen und mit der Community-Plattform den Austausch zwischen Cybersecurity-Experten verbessern. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Gebt euch regelmäßig Feedback, tauscht euch über Ideen aus anstatt sie geheim zu halten. Auch gilt es sich Rat von außen zu holen – sprecht mit Branchen-Experten aber auch mit Kennern der Branche oder Investoren. Nehmt dieses Feedback und testet eure Ideen mit potenziellen Kunden. Für uns war es wichtig auch eine transparente Fehlerkultur zu pflegen. Der innere Austausch muss sitzen, Probleme und Unzufriedenheit offen angesprochen werden, damit die Team-Chemie stimmt. Das bedeutet auch für das Recruiting, dass ihr euch Menschen und Visionäre dazuholt, die ähnlich ticken und transparent zu jeder Zeit mit euch kommunizieren.

Und einen Tipp haben wir noch: kümmert euch frühzeitig, um Fördermittel. Es gibt so viele Hilfen von den unterschiedlichsten Institutionen, die euch gerade in der Gründung und Frühphase helfen können. Jedes Bundesland oder auch Stadt hat Ansprechpartner, bei denen ihr euch unverbindlich melden könnt. Sucht auch nach Accelerators und Incubators, die eure Vision mit Wissen und ggf. finanziellen Zuschüssen unterstützen. 

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Reduziert blinde Flecken

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Autarq solardachziegel

Autarq Solardachziegel verwandeln jedes Dach in ein attraktives Solarkraftwerk

Stellen Sie sich und das Startup Autarq doch kurz unseren Lesern vor!

Young at heart, scherze ich ganz gerne. Denn das Durchschnittsalter der Führungsmannschaft ist jenseits der 50. Autarq ist Deutschlands führender Anbieter für Solardachziegel. Was uns auszeichnet ist unsere unvoreingenommene Aufnahme diverser Perspektiven und die damit verbundene Agilität. Die braucht es täglich um ein junges Technologieunternehmen in einer solch krassen Wachstumsphase sicher zu navigieren. 

Autarq vereint mehr als 65 Menschen von der Produktion unseres Gründungsstandortes Prenzlau über die Verwaltungszentrale in Frankfurt bis hin zu den Team-Standorten in Berlin und Hamburg. Grundsätzlich arbeiten alle Kolleg:innen außerhalb der Produktion jedoch flexibel und hybrid verteilt über Deutschland oder gar Europa. Wir sind radikal in der Innovation der gebäudeintegrierten Photovoltaik die wir treiben und stellen unter Beweis das führende Klimatechnologie in Europa produziert werden kann.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen/einzusteigen?

Ich mag die Geschwindigkeit und Aufgabenkomplexität junger Organisationen. An jeder Ecke gibt es etwas anzupacken und tägliche Verbesserung ist kein Image Slogan. Mich energetisiert die umfassende Verantwortung und das hochfrequente treffen von Entscheidungen. Als langjährig erfahrener Generalist macht es einfach Spaß in der vollen Breite der gewachsenen Expertise gefordert zu sein.

Welche Vision steckt hinter Autarq?

Natürlich geht es darum mit einem hochinnovativen Klimatechnologieprodukt Geld zu verdienen, aber es steckt noch viel mehr dahinter. Was uns antreibt ist das „und es geht doch“ – Next Level Roofs! Ja, Teilhabe der „Vielen“ im Energiesektor ist möglich! Teilhabe über den privaten Kapitalmarkt ist möglich! Deutsche Klimatechnologie kann konkurieren! Europäische Solarwirtschaft ist leistungsfähig! Und ja, es macht Spaß, hat einen direkten Nutzen und nimmt so viele auf diesem Weg mit wie möglich. Wir setzen einen Veränderungsimpuls ohne die Angst vor Verlust, Verzicht oder Einschränkung. Die Chance Orientierung dominiert unser Handeln und in Frage stellen des Status quo.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung ist das „Verlernen“. Auch wir haben mit einer Idee begonnen wie es klappen muss gebäudeintegrierte Photovoltaik für jeden einfachst und sicher anwendbar zu machen und dabei auch noch „geil“ auszusehen. Der Weg bis zur heutigen massenmarktfähigen Produktgeneration 4 ist dabei gepflastert mit dem sprichwörtlichen „hinfallen, Krone richten, weitermachen“. Cornelius Paul, unser Gründer, sagt gerne, er habe bei der durch ihn selbst begleiteten Umsetzung von gut 150 Solardächern den kleinen Dachdeckergesellen gemacht.

Sicher ein Schlüssel um praktisch zu erfahren was das Produkt in seiner Anwendung leisten können muss. Stellt niemals das Produkt und dessen abstrakte Funktionalität in den Mittelpunkt. Kern der Ausrichtung sollte der Anwendernutzen sein und bleiben. Das verliert sich vielleicht machmal. Finanziert sind wir maßgeblich von der econnext AG die in einer, ich sage ganz gern, sequentiellen Seed-Runde knapp EUR 15 Millionen investiert hat.

Wer ist die Zielgruppe von Autarq?

Energiewender! Und davon gibt es erfreulich viele und an Stellen, wo man sie nicht immer vermutet. Klar wird unsere Solardachziegel-Technologie letztendlich von Hauseigentümern gekauft und aufs Dach gebracht. Auf dem Weg dahin bedarf es jedoch einer ganzen Reihe an wichtigen Stakeholdern in der Wertschöpfungskette. Angefangen vom traditionellen Ziegelhersteller mit Fähigkeit und Wunsch zur Produktinnovation und endend beim Dachhandwerk, das sich dem unbekannten öffnet und die Chance ergreift aktiver Teil in der Gesellschaftsaufgabe Energiewende zu sein. Verkaufen tun wir unsere Solardachziegel Systemtechnologie an unsere Partner in der Ziegelindustrie, die sie über den Bauhandel an das Dachhandwerk verkauft, die sie dann den Hauseigentümern anbietet. 

Wie funktioniert Autarq? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Zentraler Unterschied zu allen aktuell erhältlichen Solardachlösungen ist die kompromisslose Konsequenz mit der wir den Anwender:innen Nutzen in den Mittelpunkt der Produktentwicklung stellen. Denn das führt dazu, das nur das Autarq Solardachziegel System in Kleinspannung, parallel geschaltet ein echtes Plug&Play ermöglicht. Das Autarq System hat keinerlei Leistungselektronik wie Mikrowechselrichter oder Optimiser auf dem Dach nötig, es ist bei Installation, Betrieb und Instandhaltung aufgrund der geringen Betriebsspannung von 80VDC absolut ungefährlich und Anwender:innen brauchen daher keine zusätzliche Befähigung zur Elektroinstallation auf dem Dach.

Grundlage für diese Systemeigenschaften ist im Wesentlichen die Miniaturisierung des eingesetzten, selbst designten und in Europa hergestellten Solarmoduls auf den Dachziegeln, gepaart mit unserem hauseigenen Kabelbaum. Durch diese maximale vertikale Integration machen wir uns Fit for Future und noch unabhängiger von spezifischen Lieferketten. Wir können unproblematisch Technologiesprünge der Standard Solarindustrie mitgehen und bleiben dadurch stets auf höchstem Level was Leistung und Effizienz angeht.

Autarq, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Momentan begrenzt alleinig der Zugang zu Kapital unser noch agressiveres Wachstum. 2023 produzieren und verkaufen wir 1,5 Millionen Solardachziegel und skalieren dann bis 2027 auf 12 Millionen Solardachziegel pro Jahr. Das entspricht in etwa 12.000 gebäudeintegrierten Solardächern. In den kommenden drei Jahren werden wir die Kategorie „Solardachziegel“ als Leader besetzen und europaweit etablieren. Gleichzeitig weiten wir unser Engagement auf dem privaten Kapitalmarkt aus und werden neben der bereits voll zurückgezahlten Schwarmfinanzierungsrunde aus 2018 und der aktuellen Kampagne mit econeers Investor:innen mit zukünftigen Crowd-Fundings noch intensiver auch finanziell an der Energiewende partizipieren lassen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Nehmt euch nicht zu ernst. Manchmal sind Wände dazu da umlaufen zu werden.

Reduziert blinde Flecken und holt euch frühzeitig starke Mitstreiter:innen ins Team.

Macht es nicht nur fürs Geld!

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bleibt authentisch und ehrlich

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Leucht One entwickelt und betreibt neuartige und kreative Coworking Spaces, Innovationsflächen und Eventflächen in ganz Deutschland

Stellen Sie sich und das Startup Leucht One doch kurz unseren Lesern vor! 

Ich bin Manuel, Gründer und Geschäftsführer der Leucht1 GmbH. 

Wir entwerfen und betreiben für unsere Kunden die hauseigenen Coworking Spaces und Innovationsstandorte. Der Fokus liegt meist im Betrieb der Flächen, aber auch dem zielführenden Vernetzen der ansässigen Stakeholder sowie dem Identifizieren und Ansiedeln neuer Partner. Je nach Standort bestehen die Kernthemen oft aus einem Mix aus New Work, Community-, Event- und Location-Management. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Ich habe einige Jahre gebraucht, um meine Profession zu finden. Nach einer abgeschlossenen IT-Ausbildung, einem Studium bei der Berliner Kriminalpolizei, dem anschließenden BWL-Studium und einigen Jahren Berufserfahrung als Arbeitnehmer, war dann wohl irgendwie das Gründen an der Reihe. Der Weg ist das Ziel. 

Die Unternehmensgründung entstand dabei durch einen Zufall, als ich bei einer Anbieterrecherche in meinem damaligen Werkstudenten Job über eine vermeintliche Marktlücke gestolpert bin. Wir suchten einen modernen Betreiber für einen neuen Konzern Coworking Space. Leider waren alle Angebote von den klassischen und oft leidenschaftslosen Old Economy Personaldienstleistern. 

Ich dachte mir, „das kann ich besser“ und keine vier Wochen später war die GmbH durchgegründet. Seitdem verdoppelt sich jedes Jahr unser Team und wir entwickeln stetig neue Projekte mit unseren Kunden. 

Welche Vision steckt hinter Leucht One? 

Keine leichte Frage, denn unsere Vision entwickelt sich jedes Jahr weiter. Was anfangs nur eine Bedarfsdeckung für Corporate Coworking war, veränderte sich durch das anhaltende weltpolitische Geschehen und die jährlichen Jahrhundertkatastrophen. 

Als Coworking Spaces zum Start der Pandemie vermehrt schließen mussten, entwickelten wir digitale Formate und nachhaltiges Mobiliar für den aktuellen und kommenden Markt. Als einige Monate später Unternehmen vermehrt auf Home-Office umstellen und ihre Mitarbeiter verstärkt in die Coworking Spaces drängten, entwarfen wir neuartige Office Konzepte inkl. passenden vor Ort Community- und Feel Good Managern, damit die zukünftige Büroerfahrung mehr wird als ein leeres, graues Großraumbüro. 

Ich denke, ein Unternehmen muss heutzutage sehr anpassungsfähig sein, um auf dem Markt zu bestehen. Wir unterstützen hier in der Umsetzung. 

Auch unser Portfolio deckt immer mehr Bereiche ab, wie z.B. 

  • Corporate Coworking Spaces
  • Community Creation & Ökosysteme
  • Location & Facility Management
  • Event & Kongress Management
  • Office & Feel Good Management
  • Hochwertige 3D Scans für Räume, Immobilien und sogar Yachten
  • Nachhaltige Office & CoWorking Space Mobiliar

Als neuestes Projekt und in Folge der Pandemie planen wir auf sieben Hektar, im Norden Portugals, einen Coworking und Co-Living Space. Hier bieten wir der wachsenden Anzahl an Expats, Digital Nomads und sonstigen Home-Office Flüchtigen einen modernen, jedoch sehr naturnahen Ort zum Arbeiten und Leben. Die Sichtweite vom Surfstrand hilft vermutlich auch etwas beim Digital Detox.

Von der Idee bis zum Start: Was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Von der Idee bis zum Start vergingen nur Tage, bis zur formellen Gründung nur wenige Wochen. Die größte Herausforderung waren hierbei die eher sportlich besetzten Berliner Behörden und die Deadlines diverser Ausschreibungen. Denn es gab kein VC Kapital oder sonstiges, sodass wir auf diese Aufträge angewiesen waren. 

Schlussendlich hat alles gepasst und wir laufen seit Tag 1 profitabel und ohne Fremdkapital. 

Wer ist die Zielgruppe von Leucht One? 

Theoretisch alle Unternehmen, Städte und Institutionen, welche über Coworking oder gemeinschaftliche Innovationsstandorte nachgedacht haben. Unsere eigentlichen Kunden sind dann schließlich alle Arbeitnehmer:innen. Für diese schaffen wir ein kooperatives und modernes Arbeitsumfeld. 

Dort verbinden wir Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen, Altersgruppen oder Communities, fördern dabei gezielt den Austausch und das Miteinander, sodass innovative Projekte in Gemeinschaft leichter entstehen können. 

Wie funktioniert Leucht One? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Unsere Kunden kommen zu uns, wenn sie bei der Umsetzung einer New Work Office Fläche, eines Coworking Spaces oder dem Aufbau eines ganzen Innovations Campus Hilfe benötigen. 

Noch vor der eigentlichen Umsetzung eines neuen Projektes definieren wir dann gemeinsam das Ziel des jeweiligen Campus oder Standortes, bewerten Chancen und Risiken und zeigen verschiedene Laufrichtungen auf. 

Danach geht es in die eng abgestimmte Konzeptionsphase, Partnerauswahl und so weiter. Ab dem Punkt, an dem der klassische Unternehmensberater dann fertig wäre, gehen wir selbst in die Umsetzung und Betrieb des Konzeptes und kümmern uns u.a. um Location-, Community- und Eventmanagement. Je nach Projekt, mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Mal ist es nur „einfaches“ Coworking Space und Feel Good Management, in anderen Projekten vernetzen wir uns mit der lokalen Politik, entwerfen Marketingkampagnen oder moderieren selbst entwickelte Podcast Formate für das Projekt. 

Was uns unterscheidet, ist die maßgeschneiderte Individuallösung. Jedes Projekt ist anders, daher werden wir auch jedes Projekt anders angehen. 

Dieses individuelle Full-Service-Angebot, zusammen mit einer großen Portion Leidenschaft für jedes einzelne Projekt, macht uns einzigartig auf dem Markt und unterscheidet uns von einer Unternehmensberatung oder dem klassischen Facility Management. 

Leucht One, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Neben weiteren Kundenprojekten wollen wir ein eigenes Social Impact Projekt umsetzen. Dafür entwickeln wir im Norden Portugals einen Ort namens „Kukuksnest. Dort erschaffen wir, gemeinsam mit weiteren Co-Foundern, einen Co-Working- und Co-Living Space, mit eigener Permakultur, autarken Gebäuden und Versorgung. Perfekt für die wachsende Remote-Work-Kultur und um dabei auch mal den Kopf freizubekommen und dennoch arbeitsfähig zu bleiben. 

Aber für unsere Kunden haben wir viele neue Entwicklungen geplant. Von eigenen Business-Influencern, welche jedes Projekt schon in der Planungsphase öffentlich wirksam begleiten können, bis hin zu Locations im Metaverse haben wir viel in der Pipeline. 

Die gesellschaftlichen Bedürfnisse unserer Zeit sind hierbei unsere Inspirationsquelle. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Bleibt authentisch und ehrlich. Alles andere fliegt euch auf Dauer um die Ohren. Dazu eine Portion Leidenschaft und ihr werdet auf die notwendige Offenheit zu euren Ideen stoßen.

Austausch und Netzwerken ist Key–dies ist nicht nur unserGeschäftsmodell, sondern auch ein essenzieller Faktor jedes Unternehmens. Ohne die richtigen Kontakte bringt das beste Produkt / der beste Service nichts.

Bleibt flexibel in der Anfangszeit und holt euch früh Feedback. So entwickelt ihr nicht an eurer Zielgruppe vorbei. 

Wir bedanken uns bei Manuel Leucht für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Latex, Nitril und Co. – Welchen Einmalhandschuh für welchen Einsatz?

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einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe sind ein wichtiger Teil der hygienischen Schutzausrüstung. Sie kommen zum Beispiel im medizinischen Bereich, in der Lebensmittelindustrie und Gastronomie, in der Reinigungsbranche und im Handel zum Einsatz. Darum gibt es nicht nur eine Art von Einmalhandschuhen. Stattdessen gibt es für jede Nutzung ein passendes Modell. Sie unterscheiden sich in den Materialien, der Machart und den daraus entstehenden Eigenschaften. 

Die gängigsten Materialien sind Latex, Nitril und Vinyl. Aber woher weiß man, welcher Einmalhandschuh für welche Tätigkeit der richtige ist? Worin unterscheiden sich die verschiedenen Varianten? In diesem Artikel erklären wir alles, was man über Einmalhandschuhe wissen muss. Mit diesen Informationen weiß man genau, wie sich die Eigenschaften der Einmalhandschuhe unterscheiden und worauf man beim Kauf achten muss. So hat man immer die richtige Schutzausrüstung parat.

Wofür braucht man überhaupt Einmalhandschuhe?

Einmalhandschuhe werden als hygienische Maßnahme genutzt, um Infektionen und Verunreinigungen zu vermeiden. Sie dienen dabei nicht nur dem Schutz anderer Personen, sondern beschützen auch die tragende Person vor unerwünschten Kontakten. Menschen berühren täglich unzählige Dinge mit ihren Händen. Neben Händewaschen und Desinfizieren sind Handschuhe ein wichtiges Mittel, um die Übertragung von Keimen zu stoppen. Gleichzeitig schützt man sich selbst vor gefährlichen Substanzen und Infektionen.

Je nach Tätigkeit ist es wichtig, dass die Handschuhe vor unterschiedlichen Dingen schützen. Dazu gehören Alkohol, Lösungsmittel, Säuren und Krankheitserreger. Sie sollten außerdem bequem zu tragen sein und nicht reißen. Für diesen Zweck gibt es Einmalhandschuhe aus verschiedenen Materialien.

Welche Arten von Einmalhandschuhen gibt es?

Die unterschiedlichen Materialien haben verschiedene Vor- und Nachteile, die sie für bestimmte Tätigkeiten geeignet machen. Dazu gehören Tragekomfort, Schutz und Preis. Letzteres ist besonders für Arbeitgeber relevant, die Einweghandschuhe in großen Mengen bereitstellen müssen. Die richtigen Einmalhandschuhe kann man online beispielsweise bei https://hygiene-gmi.de/einmalhandschuhe kaufen.

Latexhandschuhe

Einmalhandschuhe aus Latex sind die klassische Option, die in vielen Bereichen nach wie vor verwendet wird. Gerade im medizinischen Sektor ist Latex das meistgenutzte Material. Der Stoff ist elastisch, robust und reißt nur in Extremfällen. Latex ist unempfindlich gegenüber aggressiven Chemikalien wie Säuren und Laugen. Die Handschuhe sind angenehm zu tragen und behindern nicht bei präzisen Tätigkeiten.

Latexhandschuhe sind durchlässig für Fette und Öle, darum sind sie nicht für die Arbeit mit diesen Stoffen geeignet. Ein weiteres Manko ist, dass eine gewisse Anzahl der Menschen gegen Latex allergisch reagiert. In diesem Fall muss man andere Handschuhe benutzen.

Nitrilhandschuhe

Nitril ist eine alternative Option zu Einmalhandschuhen aus Latex. Das Material ist angenehm zu tragen, elastisch und reißt nicht. Sie sind ebenfalls widerstandsfähig gegen chemische Substanzen, allerdings nicht gegen Lösungsmittel. Sie lassen sich leichter anziehen und ausziehen als Latexhandschuhe. Und sie sind besonders im medizinischen Bereich gefragt, weil sie Viren und Bakterien nicht durchlassen.

Vinylhandschuhe

Einmalhandschuhe aus Vinyl sind besonders weich und fühlen sich auf der Haut angenehm an. Allerdings sind sie nicht so vielseitig wie Handschuhe aus Latex oder Nitril. Sie sind weniger elastisch und stören bei einigen Tätigkeiten. Außerdem passen sie weniger genau. Diese Eigenschaften machen sie weniger geeignet für den Gesundheitssektor. Trotzdem bieten sie einen guten Schutz.

Darauf muss man achten

Bevor man Einmalhandschuhe verwendet, muss man ihren Zustand überprüfen. Schäden an der Verpackung können dafür sorgen, dass die Handschuhe nicht mehr hygienisch einwandfrei sind. Bevor man die Handschuhe anzieht, sollte man seine Hände waschen und desinfizieren. Nach dem Gebrauch müssen die Handschuhe entsorgt werden, damit sie keine Keime übertragen können. Im Zweifelsfall sollte man immer Ersatzhandschuhe haben, damit keine Gefahr entsteht.

Fazit

Hygienisches Arbeiten ist ohne Einmalhandschuhe in vielen Branchen nicht möglich. Die Handschuhe sorgen dafür, dass keine Keime übertragen werden und dass man beim Arbeiten mit gefährlichen Substanzen geschützt ist. Für jede Tätigkeit gibt es Einmalhandschuhe, die passende Eigenschaften besitzen. Mit den Informationen aus diesem Artikel kann man ganz einfach die richtigen Einmalhandschuhe auswählen. Damit ist man bei der Arbeit immer bestens geschützt.

Bildquelle: Bild von Leo 2014 auf pixabay

Autor Annabel Hauguth

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Eine Geschäftsreise planen

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geschäftsreise planung

Viele Selbstständige oder Mitarbeiter in einem Unternehmen sind regelmäßig unterwegs. Wer schon mal eine berufliche Reise durchgeführt hat, der weiß, wie wichtig es ist, dass diese möglichst angenehm und einfach abläuft. Daher erklären wir Ihnen im Folgenden, worauf Sie bei der Planung der Reise achten sollten und was besonders wichtig ist.

Die Reise durchdacht buchen

Es stehen immer verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um an das gewünschte Ziel zu gelangen. In der Regel wird sich dabei für die schnellste und komfortabelste Verbindung entschieden, was in den meisten Fällen das Flugzeug ist. Beachten Sie dabei ebenfalls, dass Sie einfach und günstig am Flughafen parken, um sowohl Zeit als auch Kosten zu sparen. Somit verzichten Sie auf Stau auf der Autobahn oder überfüllte Züge. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Anreise sowie Abreise gut geplant sind. Ebenso sollte die Mobilität vor Ort gewährleistet sein. 

Entweder mietet man sich einen Wagen oder setzt auf öffentliche Verkehrsmittel. Bei der letzteren Variante müssen Sie mehr Zeit einplanen und sind weniger flexibel, dafür ist der Gebrauch von Bus, Bahn und Co. günstiger als ein Mietwagen. Wer häufig fliegt, der sollte an Vielfliegerprogrammen teilnehmen, um Meilen zu sammeln. Hier lohnt es sich, nur auf eine Airline zu setzen, die Loyalität wird belohnt. Sie können sich von den Punkten oder Meilen Upgrades buchen oder Flughafen-Lounges in Anspruch nehmen. Dadurch lässt sich die Wartezeit produktiv überbrücken, dort können Sie in der Regel in Ruhe arbeiten.

Nur Handgepäck mitnehmen

Wer das Gepäck bei der Flugreise aufgeben möchte, der muss sowohl mehr Zeit einplanen als auch mit einem gewissen Risiko kalkulieren. Schließlich gehen Gepäckstücke immer wieder verloren. Daher ist es empfehlenswert, ausschließlich mit Handgepäck zu reisen. Wer zusätzlich einen Koffer mitnimmt, der sollte zumindest darauf achten, dass die wichtigsten Dinge im Handgepäck sind. Dazu gehören Hygieneartikel sowie Laptop oder Tablet, auf denen die wichtigsten Daten gespeichert sind. Führen Sie ebenfalls die wichtigsten Dokumente und Zahlungsmittel mit im Handgepäck. Dann sind Sie unabhängig und flexibel, selbst wenn der Koffer verloren geht.

Reibungslose Planung

Der Zielort und Anlass der Reise entscheiden immer über die Planung. Erstellen Sie gerade bei komplexen Reisen eine Checkliste, um im hektischen beruflichen Alltag keine wichtigen Punkte der Reiseplanung zu vergessen. Achten Sie ebenso darauf, dass Sie während der Reise auf alles vorbereitet sind. Vor allem, wenn man keine Angestellten hat oder es keine Vertretung gibt, sollten Sie Smartphone und Laptop unbedingt auf der Reise mitführen. Alle wichtigen Dokumente sollten zudem offline verfügbar sein, damit man sie im Notfall ohne WLAN abrufen kann. 

Beachten Sie, dass das Internet im Hotel häufig sehr schwach ist. Ein mobiler Router, beispielsweise in Form eines Internetsticks, ermöglicht eine schnelle Verbindung und gewährleistet, dass Sie von überall aus online arbeiten können. Informieren Sie Mitarbeiter oder Kunden über die Reise, sodass sie Bescheid wissen, wenn Sie nicht sofort erreichbar sind.

Alle wichtigen Dokumente mitführen

Vor allem bei der Reise ins Ausland sollten Sie an alle Ausweispapiere denken. Prüfen Sie im Vorhinein, ob diese noch gültig sind und ob Sie eventuell einen Reisepass oder ein Visum benötigen. Bei einem Visum sind Wartezeiten einzuplanen, diese können je nach Reiseland mehrere Monate betragen. Ebenso sollten alle Impfungen durchgeführt werden, diese sind ein paar Wochen vor Beginn der Reise empfehlenswert. Weitere wichtige Punkte sind ausreichend Bargeld, eventuell in der Fremdwährung, sowohl die Firmenkreditkarte als auch die private Kreditkarte mitzuführen sowie alle Unterlagen rund um die Reise und die wichtigsten Dokumente stets abrufen zu können.

Die Kosten für die Reise absetzen

Alle Ausgaben, die während der Reise getätigt werden, lassen sich selbstverständlich steuerlich geltend machen. Dazu gehören Kosten für das Hotel, den Transport, das Parken oder eine Maut. Ebenso erhalten Sie Pauschalen für die Verpflegung vor Ort. Wer selbstständig ist, der bekommt die Ausgaben zwar nicht direkt erstattet, kann sie jedoch als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Dazu müssen alle Belege gesammelt und erfasst werden. Die Ausgaben der Mitarbeiter werden nach Vorlage der Belege direkt erstattet und anschließend als Betriebsausgaben abgesetzt. Eine Firmenkreditkarte eignet sich in solchen Fällen, damit niemand in Vorleistung gehen muss.

Was zählt als Geschäftsreise?

Eine Geschäftsreise zählt immer als solche, wenn Sie außerhalb der regelmäßigen Arbeitsstätte beruflich tätig sind. Alle dann anfallenden Kosten können steuerlich geltend gemacht werden. Zudem gibt es pauschale Beträge, die für den Aufwand der Verpflegung erstattet werden. Wer insgesamt 24 Stunden abwesend ist, der erhält 28 Euro pro Tag. Bei einer Abwesenheit von 8 Stunden sowie am Tag der An- und Abreise erhalten Sie eine Pauschale von 14 Euro für die Verpflegung.

Sinnvolle Apps

Wer viel unterwegs ist, dem helfen eine Reihe von Apps weiter, die eine Geschäftsreise deutlich erleichtern können. Laden Sie sich beispielsweise die App Ihres CarSharing-Anbieters herunter, um die Autos in der fremden Stadt sofort nutzen zu können. Ebenso lohnen sich Apps, mit denen ein Taxi gerufen werden kann. Auch die App der eigenen Airline empfiehlt sich, so kann unterwegs eingecheckt werden und die Bordtickets sind direkt auf dem Handy. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenn die Büro-Software ebenso auf dem Handy verfügbar ist und Dokumente darüber abgerufen werden können. 

Mittlerweile können Sie Kreditkarten auf Ihrem Handy abspeichern und direkt damit bezahlen. Auch die Apps öffentlicher Verkehrsmittel sind empfehlenswert, um schnell von A nach B zu kommen und nicht lange suchen zu müssen. Sie profitieren durch die Applikationen insbesondere von Zeitersparnissen, die bei eng getakteten Geschäftsreisen jedoch besonders wichtig sind. Achten Sie jedoch immer darauf, dass Ihr Handy geladen ist, Aufladegeräte im Handgepäck sind oder Sie beispielsweise eine Powerbank mitführen.

Eine Geschäftsreise planen

Bildquelle: Bild von Hans auf pixabay

Autor Annabel Hauguth

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Habt keine Angst, Wege zu beschreiten, die bisher noch niemand gegangen ist

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Caster macht Remote-Arbeit zu etwas Selbstverständlichem

Stellen Sie sich und Ihr Startup Caster doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Shota Nakagawa und ich habe Caster im September 2014 gegründet. Ich komme ursprünglich aus Japan. Als ich 20 war, habe ich einen Secondhand-Shop für Kleidung gegründet und später dann bei einer Internet-Werbeagentur gearbeitet. Als ich versetzt werden sollte, habe ich gekündigt und wechselte stattdessen zu einem Anbieter für Outsourcing-Dienstleistungen.

Dort habe ich mich mit Business Process Outsourcing (BPO) beschäftigt und kam in Kontakt mit Crowdsourcing. Dadurch habe ich mitbekommen, wie schlecht die Arbeitsbedingungen von Outsourcing-Mitarbeitern oft sind. So kam ich auf die Idee, selbst eine Firma zu gründen, die bessere und flexiblere Arbeitsbedingungen für diese Arbeitnehmer bietet, gerade was Telearbeit und Homeoffice angeht. So ist Caster entstanden.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen? 

Durch meinen Kontakt mit Crowdsourcing-Plattformen habe ich viele Probleme entdeckt. Es gibt auf diesen Plattformen sehr viele talentierte Leute, die aber nicht durch Arbeitsgesetze geschützt werden und keinen Anspruch auf Mindestlohn haben. Deswegen werden die Preise sehr nach unten gedrückt und sie verdienen teilweise nur 100 Yen (also etwa einen Euro) pro Stunde. Die Leute können nicht davon leben, was nicht nur unzumutbar ist, sondern auch demotivierend. Ich wollte nicht nur zusehen, sondern diesen Menschen eine bessere Alternative bieten. 

Außerdem gibt es in Unternehmen eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Dort sind die Arbeitstage meistens sehr lang, weil die Leute nicht mehr mit der Arbeit hinterherkommen. Auch steigt die Nachfrage nach Remote-Arbeit stetig. Japan ist sehr zentralisiert aufgebaut, weshalb die meisten Menschen in Ballungsgebieten rund um die Städte leben, um arbeiten zu können. Tatsächlich würden viele Menschen aber auch gerne im ländlichen Raum leben, um sich beispielsweise um Haus und Familie kümmern zu können. Dort gibt es aber kaum Arbeitsmöglichkeiten. Caster bietet auch für diese Menschen eine Lösung an.


Was denken Sie jetzt, rückblickend, über die Gründung von Caster?

Ich bin sehr froh, dass ich Caster gegründet habe. Ich kann so zur dringend notwendigen Reform unserer Arbeitsweise meinen Beitrag leisten. Auch habe ich den Eindruck, dass sich die Situation schneller zuspitzt als gedacht. Das merke ich auch daran, wie rapide die Anfragen an Caster steigen. Es gibt immer mehr Leute, die Telearbeit machen und immer mehr Unternehmen, die nach Telearbeitern suchen! Wir erhalten derzeit monatlich 2000 Bewerbungen für eine Anstellung. Dabei spielt für uns keine Rolle, wie alt die Leute sind, welchen akademischen Hintergrund sie haben, welches Geschlecht sie haben oder wo sie wohnen. Wir geben Menschen, die arbeiten möchten, eine Chance und zahlen die Löhne, die für die jeweilige Stadt üblich sind.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Mir wurde oft gesagt es sei unmöglich ein Unternehmen aufzubauen, das rein über Remote-Arbeit läuft. Auch gab es Skeptiker, die nicht geglaubt haben, dass es möglich ist Arbeit von externen Unternehmen zu bündeln und so zu koordinieren, dass ein guter und produktiver Workflow entsteht. Wir haben mit Caster das Gegenteil bewiesen.

Wir konnten 2017 den ersten Investor, der 300 Millionen Yen mit an Bord brachte, an Land ziehen (WiL). 2020 kamen dann noch einmal drei weitere dazu (DIP Corporation, STRIVE, Yamaguchi Capital). Zuletzt, im Jahr 2022 haben wir viele weitere Investoren überzeugen könnten, die insgesamt 1,3 Milliarden Yen (etwa 10 Millionen Euro nach aktuellem Wechselkurs) eingebracht haben. Wir werden all dies nutzen, um in den Ausbau unserer Kapazitäten zu investieren und die Sicherheit und die Geschäftsverwaltungssysteme auszubauen. Wir würden nämlich gerne noch viel mehr Menschen die Telearbeit ermöglichen.

Wer ist die Zielgruppe von Caster?

Unsere Zielgruppe sind Start-ups, die unter Arbeitskräftemangel leiden, und Unternehmen, die Reformen des Arbeitsstils vorantreiben. Gerade in Deutschland ist die Start-up-Szene zwei- bis dreimal so groß wie in Japan, weshalb wir uns viel versprechen. Generell ist der Arbeitskräftemangel ein ernsthaftes Problem in unserer Gesellschaft. Allein in Japan fehlen aufgrund von alternder Gesellschaft und Akademisierung in zehn Jahren sechs Millionen Arbeitskräfte. Daher müssen wir unbedingt auch Leute abholen, die aus dem bisherigen System fallen und für die flexiblere Modelle attraktiv sind. Ich spreche hier von Hausfrauen, Menschen, die im ländlichen Raum arbeiten, Rentnern …

Wie funktioniert Caster? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei Caster bieten wir 14 verschiedene Dienstleistungen an, darunter unseren Online Assistenz-Service CASTER BIZ. Unsere Mitarbeiter können beispielsweise das Planen von Business-Meetings, die Buchhaltung und Recherchen übernehmen oder auch beim Recruiting helfen. Mit unserer Hilfe können Unternehmen nach Bedarf ihr Team ergänzen und auch entlasten. Wir koordinieren und verteilen die Arbeit entsprechend unter unseren Mitarbeitern und stellen einen passenden „Cast“ zusammen. Daher auch unser Name. Unsere Mitarbeiter haben mit uns den Vorteil eines Festgehalts und einer sicheren Anstellung. Es ist eine Win-Win-Situation. In Japan sind wir tatsächlich der größte Teleworking-Anbieter mit über 1.000 Angestellten, die in ganz Japan verteilt arbeiten. Im Übrigen hat die Fernarbeit auch den großen Vorteil, dass keine Reisezeiten anfallen. Das macht uns unheimlich effizient und spart Zeit und Geld.

Welche Vision steckt hinter Caster? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Caster macht Remote-Arbeit zu etwas Selbstverständlichem. Wir wollen eine neue Form von Arbeitskultur implementieren und ein Ansprechpartner für Unternehmen sein, die es uns gleichtun wollen. So schreiten wir selbst voran, unsere eigene Belegschaft arbeitet zu 90 Prozent remote. 

Dennoch wollen wir unseren Mitarbeitern auch die Möglichkeit bieten, vor Ort zusammenzukommen und sich auszutauschen. Wir haben ein Headquarter-Büro in Tokyo und seit neuestem in Berlin. Dazu wollen wir weitere Regionalbüros aufbauen. Dabei setzen wir auf transparentes Holokratie-Management mit flachen Hierarchien.

Derzeit nutzen mehr als 1.500 Unternehmen unsere Dienste und wir haben 1.500 Vertragsarbeiter und Angestellte. Unser Ziel ist es aber, in 10 Jahren 10.000 voll angestellte Mitarbeiter weltweit zu haben. Das wird uns vermutlich zur größten Remote-Arbeits-Firma weltweit machen. Das heißt wir wollen perspektivisch weiterwachsen in Japan und nach Europa und auch in die USA expandieren. Aktuell fokussieren wir uns auf die Unterstützung von Backoffice-Tätigkeiten. Wir wollen in Zukunft aber auch unseren IT-Helpdesk ausbauen und Ingenieurstätigkeiten anbieten, so dass wir perspektivisch auch hochrangige Beratungstätigkeiten im Repertoire haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Wenn euch etwas unglücklich macht, schau nicht zu, sondern seid ein Teil der Lösung. Denkt nicht zu lange nach. Habt keine Angst, Wege zu beschreiten, die bisher noch niemand gegangen ist.

Wir bedanken uns bei Shota Nakagawa für das Interview

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Schnell und viel testen

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jamie automatisiert - das Schreiben von Meeting-Zusammenfassungen

jamie automatisiert – das Schreiben von Meeting-Zusammenfassungen

Stellen Sie sich und das Startup jamie doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind ein Kölner Start-up, welches es sich zur Mission gemacht hat, die Arbeit für dezentrale Teams zu vereinfachen. Deshalb haben wir mit jamie ein Produkt gebaut, welches eine lästige Aufgabe automatisiert – das Schreiben von Meeting-Zusammenfassungen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben einen starken Wandel im Markt gesehen und gesehen, dass die Themen Transparenz, Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeitermotivation an Relevanz gewonnen haben. Daraufhin haben wir zu Beginn eine Lösung zur internen Kommunikation entwickelt und mit einem kleinen, ersten Angel Investment einhergehend unser Start-Up gegründet. Dies geschah allerdings zu der Zeit, als wir Gründer noch International Business in Maastricht studiert haben, sodass wir erst einmal als “Teilzeit-Gründer” gestartet sind.

Welche Vision steckt hinter jamie?

Mit jamie haben wir das Ziel, eine Aufgabe zu automatisieren, die jeder hasst. Das Schreiben von Meeting Zusammenfassungen. jamie kann Meetings in Sekundenschnelle durch Künstliche Intelligenz (KI) zusammenfassen, sodass man dies nicht mehr manuell machen muss. Dadurch spart man sich extrem viel Zeit und vor allem stellt man sicher, dass wichtige Informationen, die im Meeting besprochen wurden, nicht mehr verloren gehen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben seit unserer Gründung ein paar Produktanpassungen vorgenommen. Ich glaube, es ist immer eine Herausforderung, sich von einer Idee gewissermaßen zu “trennen”. Des Weiteren war es eine Herausforderung, die Balance zwischen Studium, Gründung und Privatleben zu halten. 

Vor Kurzem haben wir dann unsere Pre-Seed Runde mit zahlreichen Business Angels aus der deutschen Start-up Szene durchgeführt.

Wer ist die Zielgruppe von Jamie?

Zielgruppe für jamie, sind grundsätzlich erst einmal alle Personen, die viel Zeit in Meetings verbringen. Dies können Executives sein, welche sonst eine/-n Kolleg/-in im Gespräch für Notizen dabei haben oder auch Personen, die normalerweise selber mitschreiben würden, aber sich dadurch nicht zu 100% auf das Gespräch konzentrieren können.

Wie funktioniert Jamie? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

jamie kann grundsätzlich vor jedem Meeting plattformunabhängig aktiviert werden und fasst Meetings intelligent zusammen, in dem sogenannte Cause-Effect Relationship erkannt werden. Somit werden nur Dinge festgehalten, die wirklich wichtig sind.

jamie, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mit jamie, möchten wir in fünf Jahren das “AI-powered collective brain” für Unternehmen sein. Aktuell geht noch unglaublich viel Wissen in Organisation verloren. Dies möchten wir verhindern und mit unseren Produkten dafür sorgen, dass Informationen festgehalten werden, einfach geteilt werden können und jederzeit wiedergefunden werden können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Schnell und viel testen. 

Außerdem ist es sehr wichtig ein gutes (Gründer) Team aufzubauen, mit dem man sich auch privat gut versteht.

Und als letzten Punkt: Versucht so viel wie möglich von anderen Personen/Mentoren zu lernen, die Euch schon ein paar Schritte voraus sind.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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