Freitag, Januar 16, 2026
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Nimm deine Therapie selbst in die Hand

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INTELLI-Athletics App: Digitale Therapie für mehr Patientenerfolg

INTELLI-Athletics entwickelt eine digitale Plattform, die Physiotherapeutinnen unterstützt und Patientinnen eine aktivere Rolle in ihrer Genesung ermöglicht

Wie ist die Idee zu INTELLI-Athletics entstanden und wer steckt hinter dem Startup?

Alles begann mit einem Gespräch zwischen mir (Finn Schütt) und meinem damaligen Mitbewohner Leon Schmidt. Wir spielten zur Gründungszeit gemeinsam in der Jugendmannschaft des FC St. Pauli. An vielen Abenden am Küchentisch tauschten wir uns darüber aus, was wir neben dem Fußball aufbauen könnten. Durch gemeinsame Erfahrungen kamen wir schnell auf das Thema der digitalen Betreuung von Athleten und Patienten.

Aus der Idee wurde ein konkreter Plan, aus dem Plan eine Mission – und so gründeten wir 2019 die Progressix GmbH, mit dem Ziel, eine App zur digitalen Unterstützung von Physiotherapeuten und zur verbesserten Betreuung von Patienten zu entwickeln. Im Laufe der Zeit verfolgte Leon seinen Traum vom Profifußball intensiver, und so trat Emil Resch an seine Stelle im Unternehmen. Emil ist bis heute mein Partner bei INTELLI-Athletics.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie motiviert, eine digitale Lösung für die Physiotherapie zu entwickeln?

Meine Motivation entstand aus eigener Erfahrung als Patient. Als aktiver Fußballspieler beim FC St. Pauli hatte ich immer wieder Verletzungen und kam dadurch mit verschiedenen physiotherapeutischen Einrichtungen in Kontakt. Dabei fielen mir mehrere Defizite auf: Zum einen hatte ich ein schlechtes Verständnis über meinen eigenen Therapieverlauf, zum anderen fehlte mir die gezielte Kommunikation mit den Therapeut*innen.

Darüber hinaus wollte ich auch außerhalb der regulären Therapieeinheiten etwas für meine Gesundheit tun – wusste aber oft nicht, wie viel Belastung nach den Verletzungen überhaupt möglich war. Diese Unsicherheiten habe ich auch bei vielen anderen Betroffenen festgestellt. Gespräche mit Therapeut*innen zeigten zwei große Hürden: fehlende Zeit und keine Vergütung für viele der Leistungen, die eigentlich notwendig wären. Das war der Auslöser, um eine digitale Lösung zu entwickeln, die beide Seiten unterstützt.

Was ist die zentrale Vision von INTELLI-Athletics und wie wollen Sie diese in den nächsten Jahren verwirklichen?

Unsere Vision ist es, die Vorteile digitaler Tools mit denen der Vor-Ort-Therapie zu verbinden – und so die Therapiemöglichkeiten ganzheitlich zu erweitern. Dafür setzen wir auf eine Kombination aus gezielten Marketingmaßnahmen und starken Kooperationen, wie etwa mit dem VPT – Verband für Physiotherapie.

Diese Partnerschaften helfen uns nicht nur bei der Markterschließung, sondern auch dabei, unser Produkt weiterzuentwickeln und noch besser an die Bedürfnisse der Praxis anzupassen.

Wie profitieren Therapeut*innen konkret von Ihrer App im Praxisalltag?

Wichtig ist: Unsere App soll nicht den persönlichen Kontakt ersetzen, sondern den Therapiealltag effizienter gestalten. Sie unterstützt Therapeutinnen dabei, die Zeit zwischen den Terminen sinnvoll zu nutzen, die Kommunikation zu verbessern und Patientinnen auch außerhalb der Praxis aktiv zu begleiten.

Zudem erleichtert INTELLI-Athletics evidenzbasiertes Arbeiten – z. B. durch automatisierte Auswertungen von Testergebnissen und deren Einordnung in den Therapieverlauf. Das spart Zeit, steigert die Behandlungsqualität und macht das Berufsbild für Nachwuchskräfte attraktiver.

Die App kann in jeder Phase der Therapie eingesetzt werden – vom ersten Kontakt bis über den letzten Termin hinaus. Die Vorteile reichen von erhöhter Patienten-Compliance über zeiteffizientere Behandlungseinheiten bis hin zu möglichen Zusatzverdiensten für die Praxis.

An welche Zielgruppen richtet sich Ihre Lösung – und wie stellen Sie sicher, dass diese optimal unterstützt werden?

Unsere Lösung richtet sich an alle Einrichtungen, in denen Physiotherapeutinnen mit Patientinnen arbeiten: Praxen, Reha-Zentren sowie freiberuflich tätige Therapeut*innen.

Um eine optimale Integration in den Arbeitsalltag zu ermöglichen, bieten wir umfassende Unterstützung – von Erklärvideos und Begleitmaterialien über Werbeunterlagen bis hin zu Strategieberatung und persönlichem Support bei der Einführung.

Worin liegt der größte Mehrwert für Patient*innen, die INTELLI-Athletics nutzen?

Der größte Mehrwert liegt für mich in der Aktivierung und Wissensvermittlung. Patient*innen erhalten ein besseres Verständnis über ihre Gesundheit und ihren Therapiefortschritt. Dieses Wissen motiviert sie, auch zu Hause aktiv an ihrer Genesung mitzuarbeiten – ohne Angst, etwas falsch zu machen.

Dadurch wird die Eigenverantwortung gestärkt, und das Vertrauen in den Therapieprozess wächst. Die App schafft Sicherheit, Orientierung und ermöglicht eine kontinuierliche Betreuung über die Praxis hinaus.

Was waren die bisher größten Herausforderungen beim Markteintritt und wie sind Sie damit umgegangen?

Die größte Herausforderung war – und ist bis heute – die gezielte Ansprache von Physiotherapeut*innen. Es gibt kaum digitale Plattformen, auf denen man diese Zielgruppe effizient erreichen kann. Die Branche ist stark fragmentiert, was den Markteintritt erschwert.

Unsere Lösung war: persönliche Ansprache und Fleiß. Wir kontaktieren jede Praxis individuell, führen direkte Gespräche mit Entscheidungsträgern und setzen stark auf Telefonakquise. Unterstützend veröffentlichen wir Artikel in Fachmagazinen und bauen gezielt Kooperationen auf, um unsere Sichtbarkeit zu erhöhen.

Was unterscheidet INTELLI-Athletics von anderen digitalen Therapieangeboten?

INTELLI-Athletics verfolgt einen ganzheitlichen Therapieansatz – von der Vorbereitung auf die Therapie über die aktive Behandlungszeit bis hin zur Nachsorge und Eigenverantwortung der Patient*innen. Unsere App ist flexibel in jeder Phase einsetzbar und richtet sich nicht nur an einen Teil des Therapieprozesses.

Wir kombinieren dabei digitale Unterstützung mit persönlicher Betreuung – und ermöglichen so eine deutlich nachhaltigere, effizientere und individualisierte Therapie als viele andere Angebote auf dem Markt.

Wie soll sich die App in Zukunft weiterentwickeln – sind neue Funktionen oder Zielgruppen geplant?

Aktuell planen wir keine Ausweitung auf neue Zielgruppen. Stattdessen liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Plattform anhand des Feedbacks unserer aktiven Nutzer*innen.

Unser Grundsatz lautet: „Software hört nie auf.“ Die Anforderungen ändern sich ständig – und wir entwickeln unsere App entsprechend weiter. Das Feedback der Physiopraxen ist dabei unser wichtigster Kompass.

Welche Rolle spielt das Feedback von Physiopraxen in der Weiterentwicklung Ihrer Plattform?

Das Feedback der Physiopraxen ist essenziell. Wir beziehen es regelmäßig in die Weiterentwicklung unserer App ein. Nur durch den engen Austausch mit den Nutzer*innen können wir sicherstellen, dass unsere Lösung den echten Praxisalltag sinnvoll unterstützt und verbessert.

Was hat Sie im Austausch mit Therapeutinnen oder Patientinnen besonders berührt oder überrascht?

Besonders berührt hat mich mein eigener Therapeut, der mich trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben hat. Seine Geduld, sein Engagement und sein unerschütterlicher Glaube daran, dass ich wieder gesund werde, waren ein großer Antrieb für die Gründung von INTELLI-Athletics.

Diese Art von Unterstützung möchten wir möglichst vielen Menschen zugänglich machen – ohne dass sich Therapeut*innen dabei überlasten müssen. Das ist und bleibt meine größte Motivation.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Bereich Digital Health starten möchten?

Habt Geduld. Die Gesundheitsbranche ist langsam und stark reguliert – Fortschritte brauchen Zeit.

Kennt die Branche. Wer die Herausforderungen und Regularien nicht versteht, wird schnell ausgebremst.

Behaltet den Spaß. Es wird anstrengend – aber wenn die Begeisterung bleibt, lohnt sich der Weg.

Bild: Gründerteambild @ Progressix GmbH

Wir bedanken uns bei Finn Schütt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Was verrät der Zustand deiner Zellen wirklich über deine Gesundheit?

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Rivercyte zellen verformbarkeit Geschäftsführer Martin Kräter

Rivercyte entwickelt eine neuartige Technologie zur zerstörungsfreien Analyse physikalischer Zellfunktionen für Forschung und klinische Diagnostik

Was macht Rivercyte besonders im Vergleich zu anderen Ansätzen zur Zell-Analyse – und wie haben sich die Gründer und das Team gefunden?

Rivercyte verwendet einen komplett neuen, weltweit einzigartigen Ansatz zur Erfassung der Zellfunktion – wir nennen das „Zellfunktion erfühlen“. Dabei erfassen wir beschädigungsfrei und ohne Färbetechniken (label-free) die physikalischen Eigenschaften einer jeden einzelnen Zelle einer Probe, bspw. Blut. Ähnlich wie jeder Mensch den Reifegrad von Gemüsen im Supermarkt erfühlt, durch drücken einer Tomate oder Avocado, so drücken wir die Zellen um bspw. die Verformbarkeit, eine von 15 physikalischen Eigenschaften die wir erfassen, festzustellen.

Die Verformbarkeit gibt darüber Aufschluss wie eine Zelle im inneren beschaffen ist was einen direkten Einfluss auf ihre Funktion hat. Ein simples Beispiel ist die Zirkulation der roten Blutzellen durch den Körper. Die Zellen müssen sich durch feinste Kapillaren quetschen um zum Beispiel Sauerstoff in der Lunge aufzunehmen und in andere Organe zu transportieren. Sind die Zellen aber in ihrer Verformbarkeit beeinflusst wie bei bestimmten Infektionskrankheiten wie Malaria oder genetischen Defekten wie Sphärozytose (eine Form der Anämie), dann können die Zellen sich nicht ausreichend verformen, die Zirkulation wird verlangsamt und der Sauerstofftransport wird geringer. Natürlich kann unsere Technologie nicht nur für die verschiedenen Zellen des Blutes eingesetzt werden, sondern kann breite Anwendung in der Diagnostik, der Zelltherapie oder Pharmakologie finden.

Das Gründerteam besteht aus 6 Wissenschaftlern des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen und einem Unternehmer aus Frankfurt am Main. Aktuell beschäftigt Rivercyte noch einen Mitarbeiter aus dem Bereich Hardwareentwicklung. Kennengelernt hat sich das Team während der gemeinsamen Forschungsarbeit auf den Gebieten klinische Hämatologie, Biophysik, Softwareentwicklung, Mikrofluidik, IP-Strategie- und IVD-Entwicklung, was auch die Expertise des Gründerteams darstellt.

Welche Vision verfolgt Rivercyte mit deformability cytometry und wie möchten Sie diese Vision konkret umsetzen?

Die Erfassung physikalischer Parameter von einzelnen Zellen als Biomarker um ihren Gesundheitszustand und damit den des Patienten zu erfassen, ist eine 40 Jahre alte, viel diskutierte Forschungsidee. Bis heute gibt es aber kein klinisches Produkt. Der Grund ist der geringe Durchsatz von wenigen Zellen pro Stunde. Rivercytes Verformungszytometer tastet bis zu 3000 Zellen pro Sekunde ab und ist damit 100,000-mal schneller als vergleichbare Forschungsprodukte. Dabei benötigen wir nur 3 µl Blut um damit ein Blutbild zu erstellen und Infektionsdiagnostik zu betreiben. Gleichzeitig wird ein mikroskopisches Bild einer jeden Zelle erfasst und eine nachträgliche optische Bewertung ermöglicht. Hierzu benötigt man heutzutage Spezialdiagnostik und hochqualifiziertes Personal. Unser Ziel ist es daher die klinische Infektionsdiagnostik zu revolutionieren, indem wir sie schneller und kostengünstiger machen und gleichzeitig dringend benötigte neue Biomarker etablieren.

Aktuell verkaufen wir Forschungsgeräte und Verbrauchsmittel für den Markt der biomedizinischen Forschung. Hierbei bedienen wir die Nische der Hochdurchsatzmethoden zur Erfassung von physikalischen Zelleigenschaften. Dabei haben wir strategische Partnerschaften mit Key Opinion Leader in der klinischen Diagnostik, der Zelltherapieentwicklung und pharmakologischen Forschung etabliert. Diese werden uns erlauben einen klaren Anwendungsfall zu etablieren und ein Gerät für diesen Markt zuzulassen. Sobald das geschehen ist, werden wir uns Technologie in anderen Märkten etablieren.

Welche Zielgruppen sprechen Sie an – etwa Forschung, Klinik oder Industrie – und wie adressieren Sie deren unterschiedlichen Bedürfnisse?

Aktuell vertreiben wir ein Verformungszytometer „Naiad1“ für die Forschung, welches kostengünstig aber auch flexibel für unterschiedlichste Einsatzgebiete ist. Mit einigen Kunden haben wir feste Partnerschaften etabliert, mit denen wir die technische Entwicklung vorantreiben und an die unterschiedlichsten Bedürfnisse anpassen. So sind wir in der Lage von der Hardware über die Funktionsweise bis zur Software alle Erwartungen unserer Kunden zu adressieren. Bspw. lernen wir aus dem Einsatz in klinischen Einrichtungen, dass ein manuelles Handling bis auf ein Minimum reduziert werden muss und aus Industriepartnerschaften ein maximaler Zugang und Anpassungsfähigkeit erwartet wird. In der Entwicklung unserer Technologie können wir so frühzeitig spätere Bedürfnisse vorhersehen und reduzieren Fehlentwicklungen und doppelte Arbeit.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Technologie erschwinglich und leicht zugänglich bleibt?

Obwohl es sich um hochspezialisierte Technologie handelt, die die modernsten Verfahren der Mikrostrukturierung, Mikrofluidik, Hochdurchsatzmikroskopie und künstlicher Algorithmen zur Auswertung verwendet, haben wir starke Partnerschaften mit weltweit agierenden Firmen aufgebaut, die die benötigten Komponenten aus ihren Entwicklungen und ihren Produkten produzieren können. Somit müssen für unsere Verformungszytometer keine neuen Produktionslinien aufgebaut werden, was die Herstellung und Weiterentwicklung auch langfristig günstig und leicht zugänglich macht.

An welchem Use-Case oder Erfolg lässt sich der Mehrwert Ihrer Technologie besonders anschaulich demonstrieren?

Aktuell sind wir sehr stolz darauf, dass wir unsere Produkte schon weltweit etablieren konnten und es geschafft haben die Idee der Zellbiophysik zu verbreiten und die Technologie zu demokratisieren. Es zeigt sich, dass Institute und Forschungseinrichtungen basierend auf unserer Technologie neue Verfahren und Ideen für ihre eigene Forschung ableiten. Besonders anschaulich zeigt sich das in unserer Partnerschaft mit dem Fraunhofer Institut in Leipzig (IZI). Das Institut hat seinen Schwerpunkt in der Entwicklung von Zelltherapien zur Behandlung von bspw. Tumoren. Die Entwicklung dieser hochkomplexen Zelltherapien hat sich bisher vor allem auf die Verbesserung der Wirkungsweise der Zellen fokussiert. Dabei wurde die Zellfunktionalität die für eine erfolgreiche Anwendung notwendig ist aufgrund der aktuell komplexen Methoden diese zu erfassen vernachlässigt. Durch den Einsatz der Verformungszytometrie werden diese Tests massiv erleichtert und wir erhoffen uns eine große Rolle bei der Qualitätskontrolle der zelltherapeutischen Produkte zu spielen.

Welche technischen oder regulatorischen Hürden begegnen Ihnen aktuell und wie gehen Sie damit um?

Aktuell ist die größte Hürde die Technologie so Anwenderorientiert wie möglich und dabei trotzdem flexibel zu machen. In der Zukunft sehen wir uns mit der Zulassung der Technologie als Medizinprodukt nach MDR konfrontiert. Dabei sehen wir die größte Schwierigkeit in der Verwendung und Zulassung von konsekutiven selbstlernenden künstlichen Algorithmen. Ich denke, da liegt viel Arbeit und Überzeugungsarbeit vor uns.

Wie unterscheidet sich Ihr Ansatz durch Kombination von Mikrofluidik, Hochgeschwindigkeitsmikroskopie und KI von bestehenden Verfahren?

Nach meinem Kenntnisstand ist eine solche Kombination schon etwas Neues, da es zumindest in Deutschland kein zugelassenes Produkt gibt, welches diese 3 Komponenten vereint. Grundsätzlich unterscheidet sich unser Produkt, von den klinischen Standards in der Blutdiagnostik dadurch, dass es mit geringsten Mengen an Blut misst (ca. 3 µl), die mikroskopisch-optische Zellanalyse mit der Blutzählung kombiniert und natürlich dadurch, dass wir mit den physikalischen Zelleigenschaften neue Biomarker erfassen und zur Diagnose verwenden.

Wie planen Sie, die Zukunft der Zell-Physiologie in der Klinik mit Ihrer Technologie zu beeinflussen?

Die Erfassung der Zell-Physiologie ist ein Standard in der klinischen Blutdiagnostik, der zeitaufwändig, durch bspw. anfärben von Blutausstrichen, ist, Fachpersonal benötigt und dadurch teuer ist. Durch die Kombination der mikroskopisch-optischen Zellanalyse, der Erfassung der physikalischen Zelleigenschaften (physiologische Parameter die aktuell nicht erfasst und genutzt werden) und der voll automatisierten, bild-basierten Auswertung der Daten durch künstliche Algorithmen, erweitern wir den Informationsgehalt und vergrößern die Genauigkeit bei der Diagnosefindung. Da dies alles innerhalb von ca. 15 min. geschieht und kein Personal für die Datenerfassung und Probenpräparation benötigt ist das Verfahren kostengünstig und vor allem zeitsparend.

Welche neuen Produkte oder Entwicklungen stehen bei Rivercyte für die nächsten 12 bis 24 Monate an?

In den nächsten 12 bis 24 Monaten fokussieren wir uns auf die Entwicklung eines Prototyps der für die klinische Zulassung verwendet werden soll.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Forschungspartnern wie dem Max-Planck-Institut oder dem Universitätsklinikum Erlangen?

Die Zusammenarbeit mit den universitären und institutionellen Partnern auf der ganzen Welt funktioniert sehr einfach und unkompliziert. Nur die Erstellung von Kooperationsverträgen und der administrative Aufwand im Allgemeinen ist manchmal hakelig und dauert lange.

Wie möchten Sie das Team weiterentwickeln – etwa mit Blick auf neue Disziplinen oder internationale Kooperationen?

In naher Zukunft wollen wir das Team grundsätzlich vergrößern um eine bessere Strukturierung hinzubekommen und die anstehenden Aufgaben effektiv zu bearbeiten. Wir streben danach einen R&D Bereich zu schaffen und diesen vom operativen Geschäft unabhängig zu machen um neue Märkte zu erschließen und strategische Partnerschaften zu etablieren.

Welchen drei Ratschläge möchten Sie anderen Gründer:innen geben, basierend auf Ihrer Erfahrung von der Forschung zur Gründung?

Ich weiß nicht ob ich schon in der Position bin Ratschläge zu geben aber wichtig ist, den Schritt zur Gründung zu wagen, dabei Neugierig auf alles Neue zu bleiben und sich durch rechtliche, administratorische und unerwartete Probleme nicht entmutigen zu lassen.

Bild: Martin Kräter @ Rivercyte

Wir bedanken uns bei Martin Kräter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum digitale Ausgabenprozesse mehr sind als nur Buchhaltung?

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pleo unternehmensausgaben buchhaltung Founder Raymond Hüner

Pleo bietet eine smarte Plattform zur Verwaltung von Unternehmensausgaben und macht Finanzprozesse transparenter und effizienter für moderne Teams

Wer sind die Köpfe hinter Pleo und wie hat sich das Gründungsteam gefunden?

Pleo wurde 2015 von Jeppe Rindom (CEO) und Niccolo Perra gegründet. Beide kommen aus der Fintech-Welt und kennen die Herausforderungen rund um Unternehmensausgaben aus eigener Erfahrung – als CFO, als Manager und als Mitarbeitende. Immer wieder stießen sie auf dieselben Probleme: geteilte Kreditkarten, unkontrollierte Abos, fehlende Übersicht, aufwändige Buchhaltung.

Zwar gab es bereits Tools, aber die waren meist auf einzelne Fälle wie Reisen oder Spesen ausgelegt, nicht auf die Realität moderner Unternehmen.

Gleichzeitig zeichnete sich ein klarer Wandel ab: Mitarbeitende übernahmen mehr Verantwortung und tätigten selbst Ausgaben, beispielsweise für Tools, Werbung oder externe Dienstleistungen. Das vereinfacht zwar viele interne Abläufe, wurde aber schnell sehr unübersichtlich.

Jeppe und Nico sahen darin ein zentrales Problem und eine Chance. Wenn man Zahlungen mit Software verbindet, lässt sich Ausgabenkontrolle neu denken: in Echtzeit, nachvollziehbar und für alle Beteiligten transparent. Für die beiden war klar: Diese Herausforderung betrifft nicht nur einige wenige, sondern Unternehmen weltweit. Und genau da wollten sie ansetzen – und das Problem lösen.

Welche Vision verfolgt Pleo im Bereich Unternehmensausgaben und wie soll diese Realität werden?

Pleo verfolgt die Vision, Unternehmensausgaben nicht nur zu verwalten, sondern sie in einen steuerbaren, nachvollziehbaren und strategischen Bestandteil der Finanzprozesse zu überführen. Dabei geht es weniger um die bloße Ausgabe von Firmenkarten, sondern um die Frage, wie Finanzverantwortliche mehr Transparenz und Kontrolle über die alltägliche Ausgabenpraxis gewinnen, ohne Teams im operativen Geschäft auszubremsen.

Konkret heißt das: Unternehmen sollen in der Lage sein, Ausgabenprozesse so zu gestalten, dass sie sich in vorhandene Systeme und Arbeitsweisen einfügen. Im deutschen Markt sind dabei insbesondere die Themen Compliance, Datenschutz und Integration entscheidend. DATEV-Anbindungen, GoBD-konforme Archivierung und strukturierte E-Rechnungsverarbeitung sind hier keine Zusatzfunktionen, sondern Grundvoraussetzungen. Dasselbe gilt für die Erkennung und Vermeidung von fehlerhaften oder betrügerischen Transaktionen.

Langfristig geht es darum, Unternehmensausgaben aus der operativen Blackbox zu holen und sie als strategische Steuerungsgröße nutzbar zu machen – und das auf Basis von Daten, klaren Prozessen und realitätsnahen Workflows.

Wie hilft Pleo Unternehmen dabei, den Aufwand rund um Spesen und Ausgaben zu reduzieren?

Pleo automatisiert den gesamten Ablauf – von der Zahlung bis zur Übergabe an die Buchhaltung – und ersetzt viele manuelle Zwischenschritte. Mitarbeitende zahlen mit der Pleo-Karte, erhalten eine Push-Benachrichtigung, erfassen den Beleg per App, und die Ausgabe wird automatisch kategorisiert.

Abhängig von Betrag oder Team greifen dabei vorkonfigurierte Freigaberegeln: Verantwortliche erhalten eine Benachrichtigung und können Ausgaben mobil oder am Desktop direkt prüfen und freigeben.

Im Hintergrund verknüpft das System alle relevanten Informationen: Karte, Nutzer:in, Projekt oder Kostenstelle, Kategorie und Beleg. Diese Daten lassen sich strukturiert in kompatiblen Formaten exportieren. Die Buchhaltung erhält damit vollständige, geprüfte Datensätze statt fragmentierter Einzelinfos.

Kurz gesagt: Pleo reduziert den Aufwand nicht punktuell, sondern entlang der gesamten Ausgabenkette – und macht aus einem oft fehleranfälligen Vorgang einen durchgängig transparenten Prozess.

Was sind die häufigsten Herausforderungen, denen eure Kunden begegnen – und wie adressiert Pleo diese?

Viele Unternehmen kämpfen mit verteilten Tools, fehlender Datenkonsistenz und langsamen Freigabeprozessen – häufig zusätzlich noch durch regulatorische Anforderungen verschärft.

Pleo adressiert diese Herausforderungen mit einer einheitlichen Plattform: Alle Datenpunkte laufen zentral zusammen, Prozesse sind nachvollziehbar dokumentiert, und durch Automatisierung sinkt der manuelle Aufwand.

Inwiefern unterscheidet sich Pleo von klassischen Firmenkreditkarten und Buchhaltungstools?

Klassische Firmenkarten dokumentieren, was ausgegeben wurde. Pleo hingegen steuert, wie, wann und wofür Ausgaben getätigt werden. Mit flexiblen Limits, Regeln und Echtzeit-Transparenz wird die Ausgabe nicht erst im Nachgang geprüft, sondern bereits im Moment der Zahlung kontrolliert.

Gängige Buchhaltungstools wiederum setzen meist am Ende des Prozesses an. Pleo greift hier früher: Es unterstützt dabei, Budgets zu überwachen, Richtlinien durchzusetzen und Teams zu befähigen – mit einem System, das verständlich, intuitiv und jederzeit anpassbar ist.

Welche Branchen oder Unternehmensgrößen profitieren besonders vom Einsatz eurer Lösung?

Pleo passt besonders gut zu Unternehmen, in denen viele unterschiedliche Teams eigenständig Ausgaben tätigen – etwa in Agenturen, bei Eventproduktionen, Startups oder im international aufgestellten Mittelstand. Dort hilft die Plattform, Ausgaben transparent zu machen, ohne die Abläufe unnötig zu verkomplizieren.

Ein gutes Beispiel ist die global agierende 360 Experience Group. Das Team betreut große, internationale Veranstaltungen – unter anderem den Eurovision Song Contest. Dabei entstehen an vielen Stellen gleichzeitig Ausgaben: für Technik, Reisen, Dienstleister etc. Mit Pleo lassen sich diese Ausgaben direkt vor Ort erfassen und automatisch den richtigen Budgets zuordnen. Das spart Abstimmungen im Nachhinein und sorgt dafür, dass das zentrale Finanzteam auch bei komplexen Projekten den Überblick behält.

Gab es ein Kundenfeedback oder eine Nutzererfahrung, die euch besonders motiviert oder überrascht hat?

Pleo war zu Beginn nicht mit den in lokalen Märkten gängigen Buchhaltungssystemen verbunden. Kund:innen konnten zwar Ausgaben erfassen, hatten aber keine Möglichkeit, die Daten direkt in ihre Buchhaltungsprozesse zu überführen – was ein zentrales Hindernis im Alltag darstellte.

Wir haben die Integration dann so schnell wie möglich nachgeholt. Dieses Learning haben wir direkt in die Strategie für andere Märkte mitgenommen. So haben wir uns in Deutschland von Anfang an auf DATEV-Anbindung und ein strukturiertes Onboarding konzentriert.

Welche Rolle spielt Automatisierung in eurem Produkt – und wie verändert sie die Arbeitsweise in Finanzabteilungen?

Automatisierung ist bei Pleo zentraler Bestandteil. Viele Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden, wie etwa Belege einsammeln, Ausgaben zuordnen oder Rückfragen klären, laufen heute im Hintergrund automatisch – von der Kartenzahlung über die Belegerfassung bis zur Kategorisierung und Freigabe.

Das verändert auch die Rolle der Finanzabteilung spürbar. Statt Vorgänge nachzuarbeiten, können Teams frühzeitig steuernd eingreifen, strategischer planen und sich auf Analysen und Beratung konzentrieren. Die Zeit, die früher für Kontrolle und Korrektur verloren ging, wird nun für Themen wie Budgetsteuerung, Liquiditätsplanung oder interne Zusammenarbeit frei.

Was waren zentrale Hürden in der Skalierung von Pleo in Europa und wie seid ihr damit umgegangen?

Eine der größten Herausforderungen war, die Unterschiede zwischen den Märkten richtig einzuschätzen – besonders mit Blick auf Erwartungen an Transparenz, Sicherheit und Systemkompatibilität. In Deutschland hat sich schnell gezeigt: Ein erprobtes Produkt reicht nicht aus, wenn lokale Anforderungen nicht präzise berücksichtigt werden.

Wir haben darauf mit klaren strukturellen Maßnahmen reagiert. Ein eigenes DACH-Team arbeitet heute eng mit Produkt und Vertrieb zusammen und bringt Anforderungen aus dem Markt direkt in die Weiterentwicklung ein. Wir erfassen Rückmeldungen systematisch und übersetzen sie in konkrete Produktanforderungen. Statt nur bestehende Features anzupassen, analysieren wir gezielt, wie Buchhaltungsprozesse tatsächlich ablaufen – und wo unser Tool bestehende Systeme sinnvoll ergänzt oder ersetzt.

Heute zählt Deutschland zu unseren stabilsten Märkten.

Wie geht ihr bei Pleo mit dem Spannungsfeld zwischen Innovation und regulatorischen Anforderungen um?

Bei Pleo sehen wir Regulierung nicht als Hindernis, sondern als Rahmen, in dem wir Innovation verantwortungsvoll umsetzen. Gerade im Finanzbereich braucht es Vertrauen. Das entsteht nur, wenn neue Funktionen bestehende Anforderungen nicht umgehen, sondern aktiv mitdenken und implementieren.

In der Produktentwicklung stimmen wir uns deshalb eng mit lokalen Expert:innen ab und prüfen neue Features konsequent darauf, wie sie sich in bestehende Prozesse einfügen – technisch wie organisatorisch. So lassen sich Innovation und Rechtssicherheit praxisnah verbinden.

Was dürfen Nutzerinnen und Nutzer in Zukunft von Pleo erwarten – gibt es neue Funktionen oder Märkte im Fokus?

Ein wichtiger Schritt war der Start der Treasury-Funktion in diesem Jahr. Mit Features wie automatisierten Umbuchungen zwischen Konten unterstützt Pleo Unternehmen dabei, ihre Liquidität aktiver zu steuern – vor allem bei mehreren Budgets oder Standorten. Dieser Bereich soll weiter ausgebaut werden, etwa mit Multi-Währungs-Konten oder Tools zur Finanzplanung.

Auch die Rechnungsverarbeitung wird weiterentwickelt mit dem Ziel, Freigaben und Zahlungen stärker zu automatisieren.

Deutschland bleibt dabei ein klarer Fokusmarkt: Wir sehen hier nach wie vor eine deutliche Lücke für Lösungen wie Pleo. Vor allem dort, wo es um verlässliche Steuerung von Ausgaben, effiziente Prozesse und transparente Buchhaltung geht.

Wir wollen ein starkes europäisches Unternehmen aufbauen, das andere europäische Firmen dabei unterstützt, erfolgreicher zu arbeiten, indem sie Ausgaben smarter verwalten und insgesamt effizienter wirtschaften. Mit rund 40.000 Kund:innen haben wir bereits viel erreicht. Gleichzeitig wissen wir, dass wir angesichts der Vielzahl an Unternehmen in Europa noch ganz am Anfang stehen. Genau deshalb fokussieren wir uns auf nachhaltiges Wachstum – mit Lösungen, die Unternehmen nicht nur entlasten, sondern dabei helfen, wirklich voranzukommen.

Welche drei Tipps würdet ihr Gründerinnen und Gründern mitgeben, die ein Tech-Startup in einem regulierten Markt aufbauen wollen?

Lokalisierung beginnt nicht beim Produkt, sondern beim Verständnis.
Wer nicht weiß, wie Prozesse, Systeme und Entscheidungslogiken im Zielmarkt funktionieren, wird mit guter Technologie allein nicht überzeugen.

Gib deinem Team die Freiheit, den Markt zu vertreten – nicht nur das Produkt.
Lokale Teams brauchen Handlungsspielraum, um Anforderungen direkt zurückzuspielen und umzusetzen.

Sieh Compliance nicht als Checkliste, sondern als strategischen Teil des Produkts.
Wer regulatorische Anforderungen aktiv in die Entwicklung integriert, schafft Lösungen, die nicht nur bestehen, sondern Nutzer:innen echten Mehrwert und Wettbewerbsvorteile bieten.

Bild: Raymond Hüner @ Pleo

Wir bedanken uns bei Raymond Hüner für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Warum der Weg zum intelligenten Zuhause immer häufiger durch den Rechner führt

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fiveD simulation radar interviewpartner christian schüßler

fiveD entwickelt digitale Zwillinge für Radarsysteme und ermöglicht damit die realitätsnahe Simulation komplexer Umgebungen für Anwendungen von Smart Home bis Raumfahrt

Was ist die Gründungsgeschichte von fiveD und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen?

fiveD wurde 2024 als Spin-Off des Lehrstuhls für Hochfrequenztechnik an der FAU Erlangen gegründet. Die Idee entstand aus Forschungstätigkeiten im Bereich Radarsimulation – dann haben wir die Firma mit dem Ziel gegründet, eine Brücke zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung zu schlagen. Heute steht hinter fiveD ein interdisziplinäres Team aus Radar-, KI- und Softwareexperten, das auf einen großen Erfahrungsschatz aus Industrie und Forschung zurückblicken kann. Das Gründerteam besteht aus vier Personen – zwei davon mit starkem Fokus auf Technik, zwei auf Business und Marktentwicklung: Marcel Hoffmann, Dr.-Ing. Christian Schüßler, Lars Schwenger und Dr.-Ing. Michael Stelzig.

Welche Vision verfolgt fiveD mit seinen digitalen Zwillingen für Radarsysteme?

Unsere Vision ist es, die Entwicklung und Validierung von Radarsystemen radikal zu vereinfachen – durch eine digitale Umgebung, die die reale Welt physikalisch korrekt und skalierbar abbildet. Wir schaffen digitale Zwillinge, die es ermöglichen, Radarsysteme nicht mehr auf der Straße, sondern im Rechner zu entwickeln, zu testen und zu optimieren. So beschleunigen wir Entwicklungszyklen, reduzieren Kosten und machen neue Anwendungsszenarien möglich – vom autonomen Fahren bis zur Erdbeobachtung aus dem All.

Wie verändert euer Ansatz die Entwicklung von Radartechnologien im Vergleich zu klassischen Methoden?

Klassische Radartests erfordern teure Hardware, aufwendige Testfahrten und langwierige Validierungsprozesse. Unser Ansatz ersetzt diese durch eine simulationsbasierte Pipeline, in der sämtliche Radarantworten realistisch generiert werden – inklusive Mehrwegeausbreitung, Bewegungsartefakten und Materialspezifika. Damit ermöglichen wir eine verschränkte Optimierung von Hardware, Signalverarbeitung und KI – noch bevor der erste Prototyp gebaut wird.

Für welche Industrien ist die Technologie von fiveD besonders interessant – und warum?

Eigentlich für alle, die Radarsensorik entwickeln, einsetzen oder einsetzen wollen, um damit ein Umgebungsverständnis zu erlangen. Das reicht von automatisierten Klospülungen über autonome Fahrzeuge bis hin zu Sicherheitsscannern am Flughafen.

Wie stellt ihr sicher, dass eure Simulationen realitätsnah und für den industriellen Einsatz verlässlich sind?

Unser physikbasierter Ansatz beruht auf einer umfassenden Modellierung elektromagnetischer Wellen – inklusive Doppler, Polarisation und komplexer Reflexionseffekte. Validierung ist dabei ein zentrales Thema für uns: Neben numerischen und analytischen Tests kalibrieren wir unsere Modelle kontinuierlich gegen reale Messkampagnen – sowohl in Laboren als auch in realen Applikationen. Unser Anspruch ist es, die physikalische Ground Truth im Digitalen so genau wie möglich abzubilden – insbesondere für Edge-Cases, die im Feld nur schwer erfassbar sind.

Was war bislang die größte technische oder unternehmerische Herausforderung für euer Team?

Technisch war und ist es die größte Herausforderung, realistische Radarantworten für komplexe Umgebungen mit bewegten Objekten in möglichst niedriger Rechenzeit zu generieren – bei gleichzeitig skalierbarer Performance. Gleichzeitig stehen wir als junges Startup sicher noch am Anfang der unternehmerischen Herausforderungen. Hier geht es darum, einen hochspezialisierten Deep-Tech-Ansatz mit den konkreten Bedürfnissen verschiedener Industrien zu verheiraten – also eine Lösung zu bauen, die technisch exzellent und gleichzeitig wirtschaftlich attraktiv ist. Das Ganze muss danach natürlich auch noch vom Markt angenommen werden. Bleibt also spannend!

Was unterscheidet fiveD grundlegend von anderen Anbietern im Bereich Radarsimulation?

Unsere Radarexpertise. Viele andere Anbieter sind sehr breit aufgestellt und bieten Simulationslösungen für sehr viele verschiedene Dinge an – von Kamerasimulationen bis hin zu Wärmetransport. Wir haben hier einen sehr zielgerichteten Fokus auf Radar und können unsere Kunden dadurch entlang der kompletten Entwicklungskette unterstützen, auch weil wir die eben die Expertise im Haus haben. Unsere Kunden bekommen also nicht nur ein Tool, sondern einen verlässlichen Partner – vom Konzept bis hin zur finalen Implementierung.

Welche Rückmeldungen bekommt ihr aus der Industrie? Gibt es ein besonders prägendes Kundenbeispiel?

Wir hören immer wieder, dass es dringend eine Lösung wie unsere braucht, da die Entwicklung von Radaren einfach zu langsam und zu teuer ist. Dabei sind ganz unterschiedliche Anwendungsfelder vertreten – von Smart Home bis zu Sicherheitsscannern am Flughafen. Im Bereich ADAS / Autonomes Fahren konnten wir zum Beispiel die Leistungsfähigkeit eines Sensors untersuchen, der noch mehrere Jahre vom Prototypenstadium entfernt ist, und diesen mit aktueller state-of-the-art Sensorik vergleichen. Es ist spannend, schon heute zu sehen, wo sich die Industrie hinentwickeln könnte.

Wie adressiert ihr die spezifischen Anforderungen so unterschiedlicher Branchen wie Automotive, A&D und Smart Home?

Da hilft uns unsere breite Expertise im Radarbereich. Wir haben hier langjährige Erfahrung und wissen daher gut, wo der Schuh drückt – und haben unser Team gezielt erweitert, um unsere Toollandschaft ideal darauf abstimmen zu können. Dazu gehören unter anderem:
die richtigen Schnittstellen zum Laden von 3D-Welten und Assets im industrieüblichen Standard,
Einstellmöglichkeiten für gängige Signalformen und Prozessierungen,
sowie eine verständliche Visualisierung der Ergebnisse.
Und das Ganze variiert stark – die Erfassung menschlicher Bewegungen auf wenigen Metern im Smart-Home-Bereich ist fast schon eine andere Sportart als etwa die Radarsimulation für Remote Sensing aus dem Orbit.

Was sind eure nächsten Meilensteine? Gibt es neue Einsatzbereiche, die ihr erschließen wollt?

Da gibt es natürlich einige: Zunächst wird demnächst unsere Software erstmals als Demoversion verfügbar sein und kann direkt beim Kunden eingesetzt werden. Kurz darauf folgt dann die lizensierbare Vollversion. Wir konzentrieren uns zunächst auf unsere Fokusmärkte und nutzen das erste Kundenfeedback, um das Produkt weiter zu verbessern. Und ganz nebenbei feiern wir im Juli auch noch unser einjähriges Firmenjubiläum – das wird also eine spannende Zeit!

Was treibt euch persönlich an, an dieser technologischen Schnittstelle zu arbeiten?

Die Begeisterung für die Technologie – es ist einfach etwas ganz Besonderes, so ein Vorhaben von den ersten Skizzen im Forschungskontext bis zur hoffentlich marktetablierten Lösung zu begleiten.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Feedback ist ein Geschenk! Redet früh mit vielen Leuten: Kunden, Partnern, Freunden und Mentoren – da ergeben sich oft neue, spannende Perspektiven
Scheitern gehört zum Tagesgeschäft. Lasst euch davon nicht verunsichern. Wichtig ist, es richtig einzuordnen, daraus zu lernen und dann weiterzumachen.
Seid optimistisch, aber realistisch. Wer mehr verspricht als er liefern kann, hat am Ende weder zufriedene Kunden noch Freude an der Arbeit.

Foto: Christian Schüßler @ fiveD GmbH

Wir bedanken uns bei Chistian Schüßler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Man muss die Welt nicht allein retten

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Natascha Sagorski Demokratie Politik Familien Autorin, Initiatorin der Gesetzesinitiative zum Gestaffelten Mutterschutz Geschäftsführerin von Familie sind Alle gGmbH © Fionn Grosse

Kennst du Natascha Sagorski? Wenn ja, dann sicher als Initiatorin des brandneuen Gesetzes für den gestaffelten Mutterschutz. Mit ihrem neuen Buch „Wie wir mit unseren Kindern die Demokratie verteidigen“ möchte sie alle – und insbesondere Frauen und Mütter – ermutigen, sich politisch zu engagieren. Für sie selbst ist Aufgeben keine Option. Denn wenn wir unseren Kindern eine gute Zukunft sichern wollen, so viel steht für die Autorin fest, müssen wir zuallererst die Demokratie verteidigen. Sie selbst kandidiert bei den nächsten Kommunalwahlen für den Gemeinderat.

„Du musst nicht selbst eine Petition starten. Es reicht, wenn du Petitionen unterschreibst. Wichtig ist, dass du eine Haltung hast und dir deiner Gestaltungsmacht bewusst bist.“

herCAREER: Natascha, im Frühjahr hast du erfolgreich ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Jetzt hast du ein Buch über politisches Engagement herausgebracht. Willst du damit vermitteln: „Das könnt ihr alle auch!“?

Natascha Sagorski: Ich will mit dem Buch vor allem transportieren, dass Demokratie nur funktioniert, wenn wir sie alle leben und gestalten. Der Erfolg mit dem neuen Gesetz war insofern wichtig, als ich all den Zweiflern Wind aus den Segeln genommen habe, die gesagt haben: „Ach Natascha, das ist ja alles ganz toll, aber wir können doch eh nix bewirken.“ Jetzt kann ich sagen: „Ha, das bringt eben doch was!”

herCAREER: Und wenn es nicht geklappt hätte?

Natascha Sagorski: Auch wenn das Gesetz nicht gekommen wäre, hätte es trotzdem viel verändert, weil unser demokratisches Engagement einfach so viele Menschen über die Parteigrenzen hinweg motiviert hat. Wir haben gezeigt: Man kann Themen Raum verschaffen, die von alleine keinen Raum bekommen.

herCAREER: Warum liegt dir das so am Herzen?

Natascha Sagorski: Ich glaube, dass zu viele Menschen Demokratie als etwas Selbstverständliches ansehen und hinnehmen. Aber im Moment ist sie nicht mehr selbstverständlich. Ich möchte dazu anregen, es auch als Privileg zu sehen, sich demokratisch engagieren zu können. Ein Großteil der Menschen hat dieses Privileg nicht.

herCAREER: Es hat drei Jahre gedauert, das Gesetz zum gestaffelten Mutterschutz durch den Bundestag zu bringen. Das ist ein ganz schönes Commitment und doch sicher sehr kräftezehrend?

Natascha Sagorski: Ja, das waren drei lange Jahre für mich persönlich – und so wirkt es auf Menschen außerhalb des politischen Betriebs natürlich auch. Abgeordnete hingegen waren erstaunt und haben gesagt: “Wow, innerhalb einer Legislaturperiode, das ist ja wahnsinnig schnell!“ Es ist also immer eine Frage der Perspektive. Aber – man muss mit seinem Engagement nicht gleich auf Bundesebene starten, um politisch wirksam zu werden.

herCAREER: Ist Kommunalpolitik zugänglicher?

Natascha Sagorski: Ja. Um beim Thema Fehlgeburten zu bleiben: Ich wollte einen Erinnerungswald initiieren, wo Familien wie wir, die ein Kind in der Schwangerschaft verloren haben, einen Baum pflanzen können und so einen Ort des Gedenkens haben. Ich bin in den SPD-Ortsverein gegangen und habe gesagt, ich würde das gerne beantragen. Dann habe ich den Antrag geschrieben, der wurde im Gemeinderat eingebracht und einstimmig angenommen. Das hat ungefähr 10 Tage gedauert. Man kann in der Kommunalpolitik sehr schnell sehr viel bewirken.

herCAREER: Was sind weitere erste Schritte in ein politisches Engagement?

Natascha Sagorski: Der Elternbeirat zum Beispiel. Oder eine Petition! Für eine kommunalpolitische Petition brauchst du manchmal nur ein paar hundert Unterschriften und hast oft direkt Erfolg. In meinem Interview mit Jessica Seip von OpenPetition habe ich erfahren, dass es sich bei den meisten Petitionen auf der Plattform um familienpolitische Petitionen handelt und dass die erfolgreichsten Petitionen die zu kommunalpolitischen Themen sind.

herCAREER: Eine deiner zentralen Aussagen im Buch ist: “Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik.” Allerdings. Eine Bundeswirtschaftsministerin gab es bisher noch nie, den letzten Bundesfamilienminister hatten wir 1982. Wie bekommen wir mehr Frauen, aber vor allem mehr Mütter in die Politik?

Natascha Sagorski: Das geht meiner Meinung nach nur über die Parteien. Denn Parteimitglieder schreiben nicht nur die Wahlprogramme – aus ihnen rekrutiert sich auch das politische Personal. Der Ansatz „Mehr Mütter in die Politik“ muss von innen kommen, also müssen Parteien familienfreundlicher werden!

herCAREER: Hast du konkrete Ideen, wie das gehen kann?

Natascha Sagorski: In unserem Ortsverein sind wir gerade sehr viele Mütter und auch Väter. Wir planen familienfreundliche Veranstaltungen: Zu Ostern gab es Kindertattoos und Ostereiersuchen. Unsere Sitzungen sind immer hybrid und wir haben die Zeiten angepasst, damit die Termine nicht immer zur besten Familienzeit (wie Abendessen oder Zubettgehen) sind. Solche Veränderungen bekommt man schnell umgesetzt, sobald da nicht mehr nur eine, sondern drei oder vier Mütter in einer Gruppe sind. Und je mehr engagierte Leute zusammenkommen, desto mehr Spaß macht es auch. Sobald daraus eine Bewegung wird, läuft das!

herCAREER: Überall herrscht Politikverdrossenheit und laut Umfragen verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen in die Demokratie: Wie bleibst du optimistisch?

Natascha Sagorski: Viele – natürlich nicht alle – Abgeordnete sind wirklich gute Menschen, offen für Gespräche und angetreten, weil sie wirklich etwas verändern wollen. Mich nervt dieser Pessimismus. Immer ist alles schlecht, keiner kann was richtig machen. Und wenn mal ein guter Ansatz kommt, dann ist er nicht perfekt genug und dann wollen die Leute das nicht mittragen. Ich habe da eine andere Einstellung. Ich sage: „Geht doch erst mal mit!”

herCAREER: Wir brauchen also mehr Optimismus gegenüber den politischen Akteur:innen?

Natascha Sagorski: Unbedingt. Wie wollen wir unsere Kinder zu aufrechten Demokrat:innen erziehen, wenn sie von ihren Eltern hören: „Das sind alles Idiot:innen, die kannst du eh vergessen“? Wie kann man so Kinder für Demokratie begeistern?

herCAREER: Und wie kann man es besser machen? Wie kann ich Kindern ihre Gestaltungsmacht näherbringen und gleichzeitig notwendige Grenzen setzen?

Natascha Sagorski: Ich glaube, das Wichtigste ist, dass Kinder lernen: Meine Stimme zählt. Ich darf meine Meinung sagen und werde auch gehört. Im besten Fall – und da sind wir in der Demokratie – hat das auch eine Wirkung. Und diese Beispiele gibt es schon: Der Morgenkreis in der Kita zum Beispiel ist ein demokratisches Ritual. Da dürfen meine Kinder zum Beispiel kleine Punkte auf ein Plakat setzen und entscheiden, ob sie rausgehen oder spielen oder eine Laterne basteln.

herCAREER: Wie kann man das in der Familie umsetzen?

Natascha Sagorski: Der Familienrat ist ein tolles Instrument. Man muss es nicht übertreiben und ihn jede Woche hochoffiziell einberufen. Aber man kann zum Beispiel gemeinsam über das nächste Urlaubsziel entscheiden.

herCAREER: Wie kann man dabei realitätsnah bleiben und den Kindern vermitteln, dass es in einem demokratischen System auch Regeln und Grenzen gibt?

Natascha Sagorski: Familienrat heißt ja nicht, dass die Kinder die Eltern überstimmen können und wir sechs Mal im Jahr nach Florida ins Disneyland fliegen. Besser ist es, zwei Urlaubsziele zur Auswahl zu stellen und dann abzustimmen. Wichtig ist, dass die Eltern das Votum respektieren und die Kinder nicht überstimmen können.

herCAREER: Deine Kinder sind noch sehr klein. Wie habt ihr die Bundestagswahl mit ihnen erlebt?

Natascha Sagorski: Ein Wahltag ist bei uns ein Feiertag. Wir wollen vermitteln: Wahlen sind was Cooles. Bei uns war die ganze Wohnung voller Luftballons, richtige Partystimmung. Wir sind mit Freunden und Familie ins Wahllokal gegangen und die Kinder waren auch in der Wahlkabine. Das hat Spaß gemacht! Natürlich haben wir den Laden richtig aufgemischt. Danach haben wir gegrillt und gemeinsam die Hochrechnungen angeschaut. Mein Ziel ist es, schöne Erinnerungen zu schaffen und deutlich zu machen: Wählen ist ein Privileg.

herCAREER: Für die ganz Kleinen hast du im Buch Geschichten und Materialien vorgestellt, die Demokratie und Wahlen kindgerecht erklären. Ältere Kinder und Jugendliche informieren sich aber viel über soziale Medien. Wie können Eltern hier sicherstellen, dass sie Propaganda und Fake News erkennen lernen?

Natascha Sagorski: Hierüber habe ich mit Expert:innen des Deutschen Kinderhilfswerks gesprochen. Ein Aspekt ist sicherlich, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Eine gute Messlatte für Jugendliche ist: Würdest du dieses Bild auch draußen an einer Litfaßsäule kleben sehen wollen? Wichtig ist: Social Media ist da und wird bleiben. Und es hat so viel Gutes, auch in der Politik. Ohne Instagram wäre meine Petition nie so schnell erfolgreich geworden.

herCAREER: Hast du einen Tipp für Eltern, wie sie das richtige Maß an Kontrolle finden?

Natascha Sagorski: Ein Bild, das für mich gut funktioniert, ist die Sonne. Sie tut gut, ist gesund und wärmend. Aber sie kann auch sehr gefährlich für uns sein, deshalb ist es wichtig, den richtigen Sonnenschutz zu benutzen. Unsere Sonnencreme ist: Medienkompetenz, Medientraining, Aufklärung, Begleitung – wir müssen den Jugendlichen beibringen, sich sicher im Internet zu bewegen, und sie in die Lage versetzen, Gefahren zu erkennen. Demokratie bedeutet auch Mündigkeit.

herCAREER: Wen willst du mit deinem Buch erreichen?

Natascha Sagorski: Natürlich möchte ich Menschen außerhalb der Bubble erreichen. Aber ich glaube, dass die meisten Menschen, die das Buch kaufen werden, bereits politisch interessiert sind. Was ich mir wünsche, ist, dass Menschen, die vielleicht denken: „Mich interessiert das, aber ich habe keine Kraft, ich habe keine Zeit, ich schaffe das nicht“, in dem Buch eine Motivation finden.

herCAREER: Was können auch erschöpfte Menschen tun, um engagiert zu bleiben?

Natascha Sagorski: Du musst nicht selbst eine Petition starten. Es reicht, wenn du Petitionen unterschreibst. Wichtig ist, dass du eine Haltung hast und dir deiner Gestaltungsmacht bewusst bist. Du musst auch nicht zu jeder Versammlung gehen. Du kannst zum Beispiel in deinem Freundeskreis darauf hinweisen, dass es eine spannende Veranstaltung gibt, und sagen: „Ich kann nicht, aber ich würde mich freuen, wenn jemand von euch gehen kann und unsere Themen dort anspricht.” Man muss nicht immer alles selbst machen, man muss die Welt nicht allein retten.

herCAREER: Was ist dein Tipp für Leute, die Zeit und Energie in ein Thema investieren wollen?

Natascha Sagorski: Für mich war JoinPolitics ein Game-Changer, weil ich dort unter anderem finanzielle Unterstützung bekommen habe, sonst hätte ich mir das nicht leisten können. Das ist eine Starthilfe für politische Talente und Themen. Was mich am Laufen hält, sind Menschen, die an mich glauben. Das ist etwas, was man nicht unterschätzen darf: Man muss sich Leute suchen, die ähnlich ticken und die groß denken!

herCAREER: Ein Schlusswort für alle Nachrichtenmüden und Politikverdrossenen?

Natascha Sagorski: Wenn Menschen, die demokratisch eingestellt sind, aufhören, sich mit Politik und Nachrichten zu beschäftigen, ist die Demokratie wirklich in Gefahr. Es sind nicht die 20 Prozent Stimmen für die AfD, die unsere Demokratie gefährden – es sind die 80 Prozent der Demokraten, die keine Lust mehr haben, sich zu engagieren.

Das Interview führte herCAREER-Redakteurin Kristina Appel.

Auf der diesjährigen herCAREER Expo wird Natascha Sagorski am Freitag, den 10. Oktober, beim Podcast-MeetUp ein Gespräch darüber moderieren, wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft das Mutter-Dilemma auflösen können.

Was, wenn ein einfaches Kleidungsstück dein ganzes Auftreten verändert?

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FINN Schweiß Produkte Gründerin Nina Senghaas und Peer Senghaas @ FINN

FINN Design entwickelt funktionale Unterwäsche, die Menschen im Alltag unterstützt – mit Fokus auf Komfort, Wirkung und Selbstvertrauen.

Wie ist die Idee zu FINN entstanden und welchen persönlichen Hintergrund gibt es dazu?

Die Idee zu FINN Design ist im Alltag entstanden – aus einem echten Problem heraus: Schweißflecken, Unsicherheit, Unwohlsein. Peer, mein Mann und Mitgründer, wollte eine Lösung, die wirkt, bequem ist und nicht stigmatisiert. Ich war anfangs als Sparringspartnerin dabei, beruflich aber noch voll in meiner Rolle als Geschäftsführerin bei CHECK24 eingebunden. Irgendwann hat mich FINN nicht mehr losgelassen – heute verantworte ich unseren Online-Shop und bin mit ganzem Herzen Teil unseres Familienunternehmens.

Was genau war die erste Herausforderung auf dem Weg von der Idee zum fertigen Produkt?

Die ersten Herausforderungen waren zahlreich – wir hatten keinerlei Textil-Erfahrung. Schnitte, Materialien, Sourcing, Passformen: Alles war neu. Wir mussten vieles selbst lernen, durften aber auch mit jeder Iteration besser werden. Bis ein Produkt „FINN-ready“ ist, vergehen oft viele Monate, manchmal Jahre.

Welche Vision verfolgt FINN heute – und was treibt euch dabei an?

Unsere Vision ist es, Menschen dabei zu helfen, sich sicher und wohl in ihrer Haut zu fühlen – ganz ohne Scham. Ob bei starkem Schwitzen oder einem kleinen Bauchansatz: Wir möchten zeigen, dass funktionale Unterwäsche nicht medizinisch oder unsexy sein muss, sondern ein echter Gamechanger im Alltag sein kann. Diese Rückmeldungen treiben uns an.

Was unterscheidet FINN DESIGN von anderen Anbietern funktionaler Unterwäsche?

Wir sind im deutschsprachigen Raum de facto Marktführer für Anti-Schweiß-Produkte und Shapewear für Männer. Es gibt kaum andere Anbieter, die diese Nischen mit echter Expertise und Produktqualität bedienen. Über Jahre haben wir unsere Produkte gemeinsam mit der Community weiterentwickelt – wir hören genau hin, testen unermüdlich und optimieren so lange, bis wirklich alles passt.

Für welche Menschen entwickelt ihr eure Produkte und wie holt ihr euch Feedback von eurer Zielgruppe?

Unsere Produkte sind für alle gemacht – unabhängig von Größe, Geschlecht oder Figur. Unser Ziel ist, den Alltag einfacher zu machen – ob beim Bewerbungsgespräch, unter dem Hemd bei der Hochzeit oder im Büroalltag. Wir machen den gesamten Kundenservice selbst und bekommen so unglaublich wertvolles Feedback. Daneben holen wir regelmäßig strukturierte Bewertungen ein, um gezielt weiterzuentwickeln.

Was bedeutet Qualität für euch – und woran macht ihr sie bei euren Produkten fest?

Qualität bedeutet für uns: keine Kompromisse. Vom Material über die Verarbeitung bis hin zur Funktion muss alles stimmen. Das dauert – aber lohnt sich. Wir arbeiten nur mit sorgfältig ausgewählten Lieferanten, die wir persönlich kennen und regelmäßig besuchen. Vertrauen ist hier essenziell.

Wie gelingt es euch, als Paar ein wachsendes Unternehmen und Familienleben zu vereinen?

Die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum ist eine tägliche Herausforderung – aber auch ein großes Glück. Wir teilen uns die Care-Arbeit bewusst auf und genießen die Zeit mit unseren zwei (bald drei) Jungs sehr. Gleichzeitig lieben wir unseren Job und schätzen die Freiheit, als Familie und als Gründer:innen unsere eigenen Wege zu gehen. Einfach ist es nicht – aber erfüllend.

Wie wichtig ist euch das Thema Female Leadership und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Female Leadership ist für mich persönlich ein Herzensthema. Ich habe mich beruflich nie benachteiligt gefühlt – bis ich schwanger wurde. Plötzlich wurde mir bewusst, wie viel Verantwortung Frauen noch immer allein tragen – gerade, wenn es um Kinderbetreuung geht. Ich bin stolz, dass wir ein gleichberechtigtes Modell leben – und damit auch unseren Jungs zeigen, dass es anders geht. Ich liebe meinen Beruf und sehe ihn als wichtigen Ausgleich. Deshalb werde ich auch nach der Geburt unseres dritten Kindes wieder schnell mit einsteigen – sofern es die Gesundheit zulässt.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei der Entwicklung und Produktion eurer Textilien?

FINN Design Gründerin Nina Senghaas im Hängestuhl sitzend

Nachhaltigkeit spielt für uns eine große Rolle. Wir arbeiten überwiegend mit Lenzing Modal, einer nachhaltigen Naturfaser, die besonders weich ist – aber auch anspruchsvoll in der Verarbeitung. Wir wählen unsere Partner sehr sorgfältig aus und achten nicht nur auf Umweltstandards, sondern auch auf faire Arbeitsbedingungen.

Wie geht FINN mit gesellschaftlichen Tabus rund um Schweiß, Körperform und Unsicherheit um?

Gesellschaftliche Tabus wie Schweiß, Unsicherheit oder Körperform sprechen wir ganz bewusst an. Gerade Männer tun sich oft schwer, über solche Themen zu sprechen. Aber genau da möchten wir ansetzen: Unsere Kunden lieben unsere Produkte – gleichzeitig erleben wir in den sozialen Medien auch Ablehnung und Irritation. Aussagen wie „Ein echter Mann trägt sowas nicht“ motivieren uns umso mehr, diese veralteten Denkmuster aufzubrechen.

Was sind die nächsten Entwicklungsschritte oder Produktideen, an denen ihr arbeitet?

Aktuell arbeiten wir an einer neuen Shapewear-Linie mit stärkerer Kompression für Männer. Auch im Damenbereich entwickeln wir weiter – sowohl bei Anti-Schweiß als auch bei Shape-Produkten. Und ein weiteres spannendes Projekt: Anti-Schweiß-Socken!

Welche drei persönlichen Ratschläge gebt ihr Gründerinnen und Gründern, die ein eigenes Produkt auf den Markt bringen möchten?

Erstens: Einfach machen. Man findet immer Gründe, etwas nicht zu tun – aber bereut meist eher das, was man nicht versucht hat.
Zweitens: Rede früh mit echten Kund:innen – ihre Probleme sind dein bester Kompass.
Drittens: Fokussier dich auf ein starkes Produkt statt zehn halbe Ideen. Qualität schlägt Quantität.

Foto: Gründerin Nina Senghaas und Peer Senghaas @ FINN

Wir bedanken uns bei Nina Senghaas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: FINN Design

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Kontakt:

FINN Design
Raabestraße 24
D- 63165 Mühlheim

www.finn-design.de
service@finn-design.de

Ansprechpartnerin: Nina Senghaas

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Wie nah kann dir Natur sein, ohne dass du das Haus verlässt?

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LIROGA indoor pflanzen Gründer Stefan Kuhnert vor Indoor-Garten im hängestuhl sitzend

LIROGA bringt automatisiertes Indoor-Gardening in den Wohnraum und verbindet dabei innovative Technik mit Design, Funktion und echter Selbstversorgung.

Wie ist LIROGA entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem vollautomatisierten Indoor-Garten?

LIROGA hat in einer Berliner Dachgeschosswohnung angefangen – auf einer Europalette, mit Wasserrohrrahmen und dem Wunsch nach echtem Grün, mitten im Alltag. Der Kopf dahinter? Nur einer – meiner. Mit ein bisschen Support von meinem Vater bei der Steuerung. Der Rest: Schweiß, Holzspäne und jede Menge Learning by Doing.

Was war der ausschlaggebende Moment, in dem euch klar wurde, dass Indoor-Gardening eine neue Dimension braucht?

Als ich zum dritten Mal im Winter trauriges Supermarkt-Basilikum wegwerfen musste – und mir klar wurde, dass die vorhandenen Indoor-Gardening-Produkte oft nur Deko mit LED sind. Ich wollte Frische, die bleibt. Technik, die funktioniert. Und etwas, das mehr kann als hübsch aussehen.

Welche Vision verfolgt LIROGA langfristig und wie spiegelt sich diese im aktuellen Produkt wider?

LIROGA ist kein Zusatzgerät, sondern ein echtes Alltags-Element: tatsächliche Selbstversorgung (72 Steckplätze, drei differenzierte Wachstumsebenen) und Raumbegrünung in einem. Statt Kunststoff und teuren Aftersale-Modellen – wie man sie vielleicht kennt – verstehe ich mich als Hardware-Anbieter: industrielle Indoor-Farming-Technologie im Kompaktformat, mit freier Saatgutauswahl und offener Systemarchitektur. Langfristig will ich zeigen, was möglich ist, wenn man Indoor-Gardening ernst nimmt – technisch, ästhetisch und mitten im Leben. Wenn etwas wirklich gut gemacht ist, spricht es für sich.

Für wen wurde LIROGA entwickelt – und wie habt ihr die Bedürfnisse dieser Zielgruppe in eure Lösung übersetzt?

LIROGA ist für Menschen gemacht, die Design und Funktion nicht getrennt denken – und die selbst bestimmen wollen, was bei ihnen wächst. Für alle, die Pflanzen lieben – unabhängig von Alter oder Lebensstil. Für alle, die ihr Zuhause lebendiger machen wollen. Und für alle, die Freude an frischem Grün haben – egal ob in der Stadt, im Vorort oder auf dem Land.

Was unterscheidet euren Indoor-Garten grundlegend von anderen Systemen auf dem Markt?

Die bisherigen Systeme sehen nett aus – bis sie versagen. Meist hapert’s an Technik, Handling oder beidem. Auch der Output ist für den Anspruch auf regelmäßige Versorgung zu gering. LIROGA geht einen anderen Weg: mit dreizoniger System-Architektur abgestimmt auf Keimung, Entwicklung und Reife der Pflanzen. Mit einer selbst entwickelten Steuerung, die Zyklen aus Licht, Luft und Wasser frei programmierbar macht – in Dauer, Frequenz und Intensität. Mit professionellen Horticulture-LEDs abgestimmt auf jede Wachstumsebene. Und mit einem Open-Seed-Ansatz, also freie Saatgutwahl statt teure Kapselbindung. Und durch die vertikale Anordnung mit einem einzigartigen Design, das sich farblich personalisieren lässt – vom Holzkorpus über das Gestell bis zu den Pflanzeninlays.

Welche Rolle spielt die Fertigung in Karlsruhe für eure Qualitätsansprüche und Markenidentität?

Die Fertigung in Karlsruhe ist kein Zufall. Hier habe ich die Kontrolle über jeden einzelnen Schritt – von der Auswahl der Holzmaserung bis zur passgenauen Integration der Technik. Viele Details, die LIROGA ausmachen, lassen sich nicht einfach outsourcen. Zu speziell sind die Lösungen, zu präzise die Anforderungen. Gleichzeitig ist die Nähe zur Entwicklung ein klares Statement: Sie steht für Qualität, Eigenständigkeit und eine Markenidentität, die sich bewusst von anonymer Massenfertigung abgrenzt – und sich über Präzision und Anspruch definiert.

Gab es technische oder logistische Herausforderungen beim Aufbau des automatisierten Systems?

Oh ja – wenn man kein bestehendes System einkauft, sondern selbst entwickelt, gibt es an jeder Ecke Herausforderungen. Die Grundanforderungen klingen simpel: etwas Licht, Wasser und Luftzirkulation, damit Pflanzen gedeihen. Doch im Detail wird es schnell komplex – von Fließgeschwindigkeit und Sauerstoffanreicherung der Nährstofflösung über Lichtspektren und Lichtaufnahme bis hin zum Systemaufbau, der ein intuitives, einfaches Handling ermöglichen soll – um nur einen Bruchteil der eigentlichen Herausforderungen zu nennen. Insgesamt sind sieben Jahre Entwicklung in LIROGA geflossen – mit vielen Rückschlägen unterwegs, aber mit einem System, das heute bereit ist, den nächsten Schritt zu gehen.

Wie sieht ein typischer Anwendungsfall bei euren Kundinnen und Kunden aus?

LIROGA ist für Menschen, die gern kochen und natürlich genießen. Die wissen, was frische Kräuter und Salate geschmacklich – und auch optisch – ausmachen. Ein bisschen Schnittlauch übers morgendliche Spiegelei, frisches Basilikumpesto zum Mittag oder ein knackiger Salat am Grillabend. Und das, ohne auf das schmale Supermarktsortiment angewiesen zu sein. Mit LIROGA lässt sich Vielfalt entdecken: feines Buschbasilikum für Tomate-Mozzarella, Wasabino-Salat mit leichter Senfnote – oder was immer sonst gefällt. Was wächst, entscheidet man selbst – 365 Tage im Jahr, greifbar, nah und ohne die Hausschuhe ausziehen zu müssen.

Gibt es bereits Pläne für Weiterentwicklungen oder neue Funktionen, die LIROGA ergänzen sollen?

LIROGA bildet das Fundament – und wird auch künftig die Basis bleiben. Es holt das Empfindlichste dorthin, wo es geschützt und ganzjährig verfügbar ist: in den Wohnraum. Kräuter und Salate reagieren besonders sensibel auf Umwelteinflüsse – Indoor-Growing ergibt hier am meisten Sinn. Und genau dafür wurde LIROGA entwickelt: für zuverlässige Versorgung, einfaches Handling und maximale Frische. In einem nächsten Schritt könnte über tauschbare Module auch der Anbau fruchttragender Pflanzen realisiert werden – etwa Erdbeeren, Tomaten oder Paprika. Dafür braucht es jedoch einen zweiten Wasserkreislauf, eine abgestimmte Nährstofflösung und angepasste Lichtspektren – also eine höhere Komplexität, die auch mehr Wissen beim Nutzer voraussetzt.

Wie sorgt ihr dafür, dass Technologie, Nachhaltigkeit und Design im Einklang bleiben?

Technologie, Nachhaltigkeit und Design schließen sich bei mir persönlich nicht aus – sie greifen ineinander. Ein System wie LIROGA soll nicht nur funktionieren, sondern auch Ressourcen schonen und sich ästhetisch in den Wohnraum einfügen. Deshalb setze ich auf langlebige Komponenten, nachhaltige Materialien und ein Design, das nicht im Keller versteckt wird – sondern zeigt, wie modern Indoor-Gardening aussehen kann.

Was war für euch persönlich die größte unternehmerische Lernkurve seit Gründung von LIROGA?

Der Spagat zwischen Vision und Realität. Man sieht vor sich ein Produkt, das Menschen begeistern soll – aber der Weg dorthin ist voller Hürden, die man vorher nicht kannte. Die größte Herausforderung lag in der Breite: Hardware-Entwicklung, Markenaufbau, Finanzierung, Zeitmanagement – alles auf einmal. Ich habe mir Fähigkeiten angeeignet, die weit über das Technische hinausgehen – und gleichzeitig gelernt, mit Rückschlägen umzugehen, Entscheidungen zu treffen, ohne alle Antworten zu haben – und trotzdem weiterzugehen. Die Lernkurve ist dabei nicht abgeschlossen – sie begleitet mich bis heute. Und das ist auch gut so.

Welche drei Ratschläge gebt ihr anderen Gründerinnen und Gründern, die Hardware-Produkte auf den Markt bringen wollen?

Mach es greifbar. Kein Pitch ersetzt ein funktionierendes Produkt – gerade bei Hardware zählt das Erleben mehr als jede PowerPoint.
Rechne in Zeit, nicht nur in Geld. Entwicklung frisst Ressourcen – aber vor allem frisst sie Monate. Das zu unterschätzen tut doppelt weh.
Mach dich nicht von Anfang an abhängig. Externe Dienstleister, Investoren, Förderungen – all das kann helfen. Aber baue so, dass es auch ohne ginge. Zumindest am Anfang.

Bild: Stefan Kuhnert @ privat

Wir bedanken uns bei Stefan Kuhnert für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie kann finanzielle Orientierung heute gelingen?

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fiindo: Nutzer profitieren von klar aufbereiteten Daten Dustin Klass CEO fiindo

fiindo ist eine KI-gestützte App, die Finanzinformationen verständlich aufbereitet und Menschen dabei hilft, eigenständig fundierte Investmententscheidungen zu treffen

Wer steht hinter fiindo und wie ist die Idee zum Unternehmen entstanden?

fiindo wurde von Christoph Kurze und Dustin Klass gegründet. Beide bringen langjährige Erfahrungen aus der Banken-, Finanz- und Techwelt mit. Die Initialzündung kam, als sie erkannten, dass viele Menschen zwar den Wunsch haben, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, aber oft an fehlendem Hintergrundwissen verzweifeln. Aus dieser Erkenntnis entstand fiindo: eine KI-gestützte App, die exakt die Informationen liefert, die Nutzer wirklich brauchen, ohne sie mit irrelevanten Details zu überfordern.

Welche Vision verfolgt fiindo und wie wird diese konkret im Alltag umgesetzt?

In Deutschland liegen fast 3 Billionen Euro unverzinst auf Giro- und Sparkonten, was enorme Opportunitätskosten bedeutet, insbesondere verglichen mit möglichen Renditen am Aktienmarkt. Unsere Vision ist es, Menschen dabei zu helfen, diese Chancen zu erkennen und zu nutzen. Im Alltag setzen wir dies mit unserer App um, die Investitionen für Privatpersonen einfacher und unterhaltsamer macht. Unser Ansatz ist es, Finanzinformationen verständlich und individuell aufzubereiten. Unsere KI-basierte Plattform erstellt personalisierten und unterhaltsamen Content, der Nutzer langfristig motiviert und am Ball hält.

Welche Zielgruppe spricht fiindo an und wie gelingt es euch, ihre Bedürfnisse präzise zu treffen?

Unsere Kernzielgruppe sind vor allem diejenigen, die investieren möchten, jedoch von der Flut an Zahlen, Daten und Fakten eingeschüchtert sind. Gleichzeitig unterstützen wir auch Anleger, die bereits investiert sind, indem wir ihnen spannende und informative Inhalte bieten, die sie bei der Erreichung ihrer finanziellen Ziele begleiten. Unsere Zielgruppe ist digitalaffin und schätzt präzise, gut aufbereitete Informationen, die ihren Alltag bereichern. Die fiindo-App verwandelt Finanzinformationen durch ihren Social-Media-Charakter von trockenen Daten in spannende, intuitive und interaktive Inhalte, die zum Scrollen, Liken und Teilen einladen. Unser vom Algorithmus gesteuerter Content ist dabei individuell auf jeden Nutzer zugeschnitten und erleichtert den Zugang zu Finanzdaten erheblich. So schaffen wir neue Anreize, sich auch zwischendurch mal mit der individuellen Geldanlage auseinanderzusetzen.

Was unterscheidet fiindo von anderen Lösungen auf dem Markt?

Im Bereich der Finanz-Apps gibt es vor allem klassische Trading-Apps oder Webseiten, die sehr komplexe Daten bereitstellen, oder Plattformen, mit denen Nutzer ihre Portfolios verwalten können. Viele dieser Lösungen richten sich an erfahrene Anleger und Analysten und sind für den durchschnittlichen Privatanleger kaum nutzbar. Wir verfolgen daher bewusst einen anderen Ansatz: fiindo stellt eine moderne, KI-gestützte Datenplattform zur Verfügung, mit der alle Informationen zu Aktien oder ETFs so aufbereitet werden, dass jeder Nutzer intuitiv und unterhaltsam genau die Inhalte erhält, die er für eigenständige Investmententscheidungen benötigt.

Gab es auf dem bisherigen Weg besondere Herausforderungen? Und wie seid ihr damit umgegangen?

Für uns als Unternehmen gibt es einige Herausforderungen. Ein wichtiges Thema ist hierbei immer die Integrität der Daten – künstliche Intelligenz tendiert schnell dazu, Daten unbeabsichtigt zu verändern oder gar zu „halluzinieren“. Da aber für uns jeder einzelne Datenpunkt essenziell ist, haben wir ein komplexes Tracking-System implementiert, um sicherzustellen, dass sämtliche Informationen stets korrekt weitergegeben werden. Für den Endnutzer ist diese Datenherkunft jederzeit transparent nachvollziehbar. Außerdem hervorzuheben ist zudem das Thema der Regulierung in Deutschland. Wir möchten unsere Nutzer dabei unterstützen, eigenständige Investmententscheidungen zu treffen und umzusetzen, gleichzeitig sind wir jedoch keine Berater, sondern ausschließlich Informationsanbieter. Um das klarzustellen, müssen wir sehr genau darauf achten, welche Informationen unsere KI liefert und wie wir diese kommunizieren.

Wie sieht ein typischer Tag im Gründeralltag bei euch aus?

Typisch und Gründeralltag sind wahrscheinlich zwei Begriffe, die kaum zusammenpassen. Primär geht es bei uns aber immer um das enge Zusammenspiel aus Kundenbedürfnissen und Produktentwicklung. Wir beschäftigen uns intensiv mit Interviews, Umfragen und Tests, um herauszufinden, wo genau die Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Kunden liegen. Diese Daten werten wir sehr genau aus und stimmen unser Produkt darauf ab.

Welche Entwicklungen und Neuerungen plant fiindo für die kommenden Monate?

Aktuell entwickeln wir unsere Testversion kontinuierlich weiter. Dabei führen wir eine große Zahl an Interviews und Umfragen durch, um möglichst genaue Einblicke in den Markt und unsere Nutzer zu erhalten. Zusätzlich läuft derzeit der erste Test mit freiwilligen Nutzern unserer stetig wachsenden Warteliste, die unseren Prototyp testen. In den nächsten Wochen werden wir zudem unser erstes Beta-Produkt öffentlich zugänglich machen. Mithilfe des gesamten Nutzerfeedbacks können wir die App weiter optimieren und neue Funktionen integrieren. Der breite Start unserer finalen App-Version ist bis Ende dieses Jahres/Anfang nächsten Jahres geplant.

Wie wichtig ist euch Nachhaltigkeit oder gesellschaftliche Verantwortung im Geschäftsmodell?

Viele junge Menschen wissen heute bereits, dass die staatliche Rente in Zukunft nicht mehr ausreichen wird und eine eigenverantwortliche Vorsorge notwendig ist. Angebote wie Onlinebroker bieten zwar einen einfachen Zugang zu Aktien und Fonds, oft fehlt Privatanlegern jedoch das nötige Hintergrundwissen zu einzelnen Unternehmen und Branchen. Dadurch entstehen Unsicherheiten, und viele Anleger bleiben langfristig nicht am Ball. Mit fiindo möchten wir einen Beitrag leisten, damit junge Menschen einfacher und nachhaltiger Zugang zu finanzieller Bildung erhalten, sich langfristig mit Aktien, Fonds & Co. beschäftigen und motiviert bleiben, Geld für die eigene Altersvorsorge anzulegen. Wichtig ist uns, dass Menschen nicht nur erkennen, dass sie etwas für ihre Zukunft tun müssen, sondern auch eine praktikable Möglichkeit erhalten, dies umzusetzen. Dafür stehen wir ein.

Welche Rolle spielt Technologie bei fiindo – eher Mittel zum Zweck oder zentraler Bestandteil?

Technologie ist bei uns ein zentraler Bestandteil. Um relevante Daten und Informationen für die Nutzer präzise und unterhaltsam aufzubereiten, nutzen wir eine speziell entwickelte KI. Diese greift auf Primär- und Sekundärquellen wie Geschäftsberichte, Analystenreports oder externe Datenanbieter zurück. Dabei verändert die KI die Daten nicht, sondern bereitet sie gezielt auf. Sie erstellt verständliche Texte, informative Grafiken und passende Videos, die genau auf den Nutzer und den Kontext seiner Suche zugeschnitten sind.

Welche drei Learnings würdet ihr Gründerinnen und Gründern unbedingt mit auf den Weg geben?

Investiert ausreichend Zeit in die Auswahl eurer Teammitglieder. Der richtige Mix aus Kompetenz, Sympathie und Diversität ist entscheidend für den Erfolg eures Unternehmens.
Sprecht intensiv mit eurem Markt und euren zukünftigen Kunden. Versteht genau, welche Bedürfnisse tatsächlich bestehen, bevor ihr ein Produkt entwickelt.
Bleibt standhaft und lasst euch nicht von Rückschlägen demotivieren. Marktbedürfnisse sind oft komplex und nicht immer sofort ersichtlich. Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit zahlen sich langfristig aus.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft von fiindo – in einem Jahr, in fünf Jahren?

Wir hoffen, dass immer mehr Menschen durch fiindo Zugang zu den Finanzmärkten finden und langfristig motiviert bleiben. Wenn Geld besser investiert wird, nutzt das nicht nur jedem Einzelnen, sondern auch der gesamten Wirtschaft und letztlich der Gesellschaft.

Bild: Dustin Klass @ fiindo

Wir bedanken uns bei Dustin Klass für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Fördermittel für Startups 

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förderung gründer Quelle Unternehmensberatung Schüren GmbH_Geschäftsführer Stephan Schüren

Warum viele Gründer Chancen verschenken – und wie man es besser macht

Für viele zukünftige Unternehmerinnen und Unternehmer steht die Gründung eines Startups für den Inbegriff von Freiheit, Innovationsgeist und Zukunftsvision. Doch so faszinierend die Idee vom eigenen Unternehmen auch ist – sie bringt fast immer finanzielle Unsicherheiten mit sich. Gerade in den frühen Phasen entscheiden wenige Monate oft über Erfolg oder Scheitern. Wer für diese Zeit keine tragfähige Finanzierung aufbauen kann, sieht sich schnell mit stagnierender Entwicklung, Ressourcenmangel und wirtschaftlichem Druck konfrontiert. Genau hier können staatliche Fördermittel ansetzen. Doch erstaunlich viele Startups lassen diese Form der Unterstützung ungenutzt.

Dabei fällt das Angebot in Deutschland nicht gerade klein aus. Von direkten Zuschüssen über vergünstigte Kredite bis hin zu staatlich unterstütztem Risikokapital gibt es eine Vielzahl von Programmen, die darauf ausgerichtet sind, junge Unternehmen zu stabilisieren und natürliches Wachstum zu ermöglichen. Trotzdem scheitern viele Startups nicht an ihrer Geschäftsidee – sondern zu oft an fehlendem Wissen über verfügbare Fördermöglichkeiten.

Labyrinth aus Möglichkeiten

Deutschland verfügt über eine der vielfältigsten Förderlandschaften weltweit. Gründerinnen und Gründer sehen sich einem undurchsichtigen Geflecht aus Bundes-, Landes- und EU-Förderungen gegenüber. Für jemanden, der gerade dabei ist, ein Unternehmen aus der Taufe zu heben, kann diese Komplexität schnell abschreckend wirken. Begriffe wie „nicht rückzahlbarer Zuschuss“, „Kombinationsfinanzierung“, „Förderfähige Kosten“ oder „Investitionszulage“ wirken auf viele eher wie ein juristisches Minenfeld denn als Hilfe zur Selbsthilfe. Programme wie der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit – der zur Sicherung des Lebensunterhalts in der Anfangszeit beiträgt – oder der ERP-Gründerkredit „StartGeld“ der KfW mit bis zu 125.000 Euro, sind in der Theorie vielen bekannt. In der Praxis fehlt jedoch oft das Wissen über Zugangsvoraussetzungen, Antragsschritte oder Kombinationsmöglichkeiten.

Auch regionale Förderinstitute wie die NRW.BANK bieten Mikrodarlehen bis zu 50.000 Euro für kleine Gründungsvorhaben an. Besonders technologieorientierte Ausgründungen aus Hochschulen finden im EXIST-Programm einen starken Partner. Doch auch diese Programme wirken oft wie gut gehütete Geheimtipps, die nur ein Bruchteil der Gründer nutzt.

Beratung als Schlüssel

Ein entscheidender Grund, warum so viele Gründer auf Fördergelder verzichten, liegt im fehlenden Überblick und der Scheu vor Bürokratie. Förderanträge gelten als zeitintensiv, kompliziert und nicht selten auch als unberechenbar im Ergebnis. Diese Wahrnehmung ist leider nicht unbegründet: Viele Programme haben spezifische Bedingungen, unterschiedliche Antrags- und komplexe Nachweispflichten. Doch wer sich hier Unterstützung sucht, kann seine Chancen deutlich verbessern. Fördermittelberatung – sei es durch spezialisierte Unternehmensberatungen, IHK-Standorte oder Gründungszentren – hilft dabei, aus der Vielzahl der Programme die passende Förderung zu identifizieren. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch in der professionellen Begleitung: Gut vorbereitete Anträge, strukturierte Dokumentation und die richtige Planung erhöhen nicht nur die Erfolgschancen, sondern sparen auch wertvolle Zeit, die Gründer sonst in langwierige Recherchen investieren müssten und von der sie als junge Unternehmer ohnehin nur wenig haben. Zudem sind viele Beratungsleistungen selbst förderfähig. 

Branchen und Themen im Fokus

Bestimmte Themenfelder stoßen derzeit auf besonders großes Interesse seitens der Fördergeber. Startups, die sich in den Trendbereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit, sozialem Unternehmertum oder innovativer Technologie aufhalten, finden häufig Zugang zu spezialisierten Programmen. Der High-Tech-Gründerfonds beispielsweise stellt bis zu eine Million Euro als Risikokapital für vielversprechende technologiegetriebene Startups zur Verfügung. Auch private Investoren, die sich über das Programm INVEST an Unternehmen beteiligen, können staatliche Zuschüsse erhalten – ein Hebel, der auch das Vertrauen weiterer privater Kapitalgeber stärkt. Diese Programme bieten nicht nur finanzielle Mittel, sondern oftmals auch Zugang zu exklusiven Netzwerken, Coaching, Infrastruktur oder kreativen Anschlussfinanzierungen. Damit wird aus der Förderung ein strategisches Instrument, das nicht nur kurzfristig unterstützt, sondern langfristig auf die Wettbewerbsfähigkeit baut.

Früh planen, richtig handeln

Häufig machen Gründerinnen und Gründer den Fehler, sich erst mit Fördermitteln zu beschäftigen, wenn der Druck bereits extrem angestiegen ist. Dabei gilt: Wer Förderung schon frühzeitig in die Gründungsplanung einbezieht, kann systematisch vorgehen und seine Erfolgschancen so maximieren. Eine kluge Förderstrategie beginnt somit bereits beim Businessplan. Schon in dieser Phase sollten potenzielle Fördermittel als integraler Bestandteil der Finanzierung berücksichtigt werden. Das zeigt nicht nur finanzielle Weitsicht, sondern signalisiert auch Professionalität gegenüber Banken, Investoren oder anderen Geldgebern. Wichtig ist dabei, Fördermittel nicht als reine Geldquelle zu betrachten. Vielmehr geht es darum, eine Finanzierungskultur zu etablieren, die öffentliche Programme als Ergänzung zu Eigenkapital, Bankkrediten oder Venture Capital nutzt. Diese Mischung schafft Unabhängigkeit, reduziert das unternehmerische Risiko und vergrößert den strategischen Handlungsspielraum.

Kein Bonus, sondern Teil des Fundaments

Aus Erfahrung lässt sich sagen: Tausende von Startups könnten jährlich von staatlicher Förderung profitieren, doch nur ein Bruchteil ruft die verfügbaren Mittel auch tatsächlich ab. Der Grund liegt dabei selten im Fehlen geeigneter Programme – vielmehr spielen unzureichende Informationen, fehlende Zeit und falsche Prioritätensetzung übergeordnete Rollen. Doch gerade in der Startphase können Fördergelder den entscheidenden Unterschied machen. Sie sichern die Liquidität, ermöglichen strategische Investitionen und schaffen Stabilität in einer sonst von Unsicherheit geprägten Zeit. Gründerinnen und Gründer, die den Mut aufbringen, sich analytisch mit dem Thema zu beschäftigen und sich professionelle Beratung ins Boot zu holen, können daraus einen echten Wettbewerbsvorteil ziehen. Fördermittel sind kein bürokratisches Beiwerk. Richtig eingesetzt, bieten sie einen Hebel, der Innovationen vorantreibt, Risiken abfedert und Wachstum beschleunigt. Wer gründet, sollte Förderung nicht dem Zufall überlassen – sondern zum festen Bestandteil seines Erfolgsplans machen.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Wie schafft man als Berater online Vertrauen, bevor ein Wort gesagt wird?

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Gesundheitswesen Kommunikation Sichtbarkeit Esther Vynograd Vynograd Copywriting

Vynograd Copywriting hilft Beratungsfirmen im Gesundheitswesen, ihre Kommunikation gezielt zu verbessern, um Sichtbarkeit, Vertrauen und Wirkung zu steigern

Was hat dich inspiriert, Unternehmen mit Kommunikationspsychologie zu helfen?

Schon in der Studienzeit habe ich mich für Kommunikation, Sprache und Psychologie begeistert. Parallel habe ich 2020 ein großes Kunstprojekt veröffentlicht: ein 150-seitiges Mixed-Media-Magazin. Die Vernissage war ein voller Erfolg: über 300 Gäste an einem Abend, die Magazine innerhalb weniger Stunden ausverkauft. 2021 habe ich daraufhin gemeinsam mit anderen Künstlern an einem Magazin für eine Kollektion von Gucci gearbeitet.

Doch ich hatte trotz dieser Erfolge das Gefühl, dass ich noch nicht das volle Potenzial meiner Fähigkeiten auslebe und, dass Kommunikationspsychologie für substanziellere Themen verwendet werden kann. Nach einer Reise durch Süd-Ost-Asien beschloss ich mein Wissen im Bereich Online-Marketing in einer speziellen Ausbildung zu vertiefen. Je mehr ich in das Thema eintauchte, desto größer wurde Faszination dafür – das ist heute immer noch so.

Welche persönliche Geschichte oder welches Schlüsselerlebnis hat deine Mission geprägt, dich speziell auf den Gesundheitssektor zu konzentrieren?

Als Kind habe ich Ärzte immer bewundert, wobei für mich früh klar war, dass meine Stärken eher in der Kommunikation und im kreativen Bereich liegen und nicht im OP oder am Behandlungsstuhl. Doch der Gedanke, das Leben anderer Menschen zu verbessern (vielleicht sogar zu retten), war schon immer sehr inspirierend.

Für mich hat es nie Sinn ergeben, dass Mediziner – die Leben retten – in unserem Gesundheitssystem komplett überarbeitet und dabei unterbezahlt werden. Umso beeindruckender fand ich es, als ich merkte, dass es Berater in diesem Bereich gibt, die Medizinern hier die Business-Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie selbst gut leben und anderen helfen können. Aber trotzdem merkte ich, dass diese Berater ein Problem hatten.

Wie genau unterstützt du Berater im medizinischen Bereich und wie wirkt sich das auf das Gesundheitswesen aus?

Meine Kunden sind meist Unternehmen, die durch Ihre Beratung oder Dienstleistung Medizinern helfen, besser zu wirtschaften oder effektiver zu kommunizieren – damit sie so eine bessere Versorgung gewährleisten können.

Viele haben das Problem, dass sie zwar eine sehr hohe Expertise auf Ihrem Gebiet haben, oft aber nicht wissen, wie sie diese „laientauglich“ kommunizieren – vor allem online.

Ich baue sozusagen die Brücke zwischen meinen Kunden und den Medizinern – denn ich zeige Ihnen, wie Sie online sichtbarer werden und neue Kontakte knüpfen können. So habe ich indirekt einen positiven Impact auf die Entwicklung des Gesundheitswesens.

Welche Herausforderungen begegnen dir in der Zusammenarbeit mit Beratungsunternehmen für Mediziner und wie meisterst du diese?

Eine Herausforderung für meine Kunden, die Mediziner beraten, ist, dass Ärzte tendenziell eher zurückhaltend und eine konservative Branche sind. Daher ist es wichtig, den richtigen Ansatz mit den richtigen Worten zu finden. Nur wenn die Ansprache in den Texten online und offline zielgruppengerecht ist, können meine Kunden auch ihre Reichweite steigern und mehr Praxisinhaber für sich gewinnen.

Was unterscheidet dich von anderen Anbietern für Copywriting oder Kommunikationsberatung im Gesundheitswesen?

Meine Kunden melden immer zurück, dass Sie sehr schätzen, dass ich selbst tief im Thema des Gesundheitswesens bin und viel über die Zielgruppe „Mediziner und Zahnmediziner” weiß.

Das erleichtert nicht nur den Prozess der Zusammenarbeit, weil die Kunden mir nicht alles akribisch erklären müssen, sondern ist auch die Grundvoraussetzung für jede gute Marketing-Kampagne.

Denn nur, wer seine Zielgruppe im Kern versteht, wird seine Botschaft erfolgreich kommunizieren können.

Ein weiterer Aspekt ist, dass ich nicht nur Werbetexte schreibe, sondern mit dem Kunden eine ganzheitliche und individuelle Marketing-Strategie entwickle. Ein großer Teil meiner Arbeit ist das Consulting, denn ohne klaren Fahrplan kann man keine Segel setzten. Deswegen ist der erste Schritt immer die komplette digitale Überzeugungsstrategie zu entwerfen, bevor ein Text erstellt wird.

Wie sieht deine Vision für dein Unternehmen in den kommenden fünf Jahren aus?

Ich möchte so vielen Unternehmen wie möglich helfen, einen positiven Impact auf das Gesundheitssystem in Deutschland zu haben. Damit das System der Gesundheit aller Menschen dient – anstatt Ärzte und Zahnärzte zu belasten.

Ich werde noch mehr öffentlich und mit anderen Unternehmen über das Thema sprechen, um darauf aufmerksam zu machen. Ich glaube auch, dass das Thema Sichtbarkeit, vor allem auf LinkedIn und anderen sozialen Medien als auch Webinare in Zukunft immer wichtiger sein werden.

Mein kleines Team aus 5 Mitarbeitern darf natürlich auch noch wachsen, denn es ist schön, gemeinsam an einer größeren Vision zu arbeiten.

Was würdest du Gründerinnen und Gründern raten, die ebenfalls in beratungsintensiven Branchen Fuß fassen möchten?

Geduld ist wichtig. Beziehungsaufbau. Und eine sehr tiefe Nischenrecherche in jedem Kundenprojekt.

Zum Abschluss: Was treibt dich persönlich jeden Tag an, deine Mission weiterzuverfolgen?

Zu sehen, wie vielen Unternehmen ich bereits geholfen habe, ihre Kommunikation und Kundengewinnung zu verbessern.

Und das Wissen, dass es da draußen noch so viel mehr Unternehmen gibt, die von diesem (eigentlich nicht geheimen, aber trotzdem sehr wenig bekannten) Wissen profitieren würden.

Foto: Esther Vynograd @ privat

Wir bedanken uns bei Esther Vynograd für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


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