RCKTCRW entwickelt hochwertige Laufsocken und baut eine Community für sportbegeisterte Menschen auf. Mit Fokus auf Design, Performance und nachhaltige Produktion arbeitet das Startup aktuell auch im Stoff im Kopf Accelerator an der Weiterentwicklung seiner Marke
Wie entstand die Idee zu RCKTCRW und wie habt ihr drei euch als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zu RCKTCRW entstand aus einem eigenen Problem & parallel dem Wunsch zu gründen. Amelie ist Läuferin und hat vor einigen Jahren selbst nach Laufsocken gesucht, die sowohl funktional als auch optisch modern & clean sind – und war überrascht, wie wenig Auswahl es in diesem Bereich gab. Oder besser: Dass es hier tatsächlich gar nichts passendes für sie gab. Die bisher technisch guten Laufsocken sahen aus wie Medizinprodukte oder waren so bunt, dass sie wohl nur zum einem weißen Blatt Papier passen würden, nicht aber zu meist bunten Laufschuhen. Alternativen wie Rennradsocken oder normale Tennissocken für den Alltag sind wiederum nichts für anspruchsvolle Läufer*innen. Wir wollten genau diese Lücke schließen und eine Marke schaffen, die beides vereint: Running-Produkte dürfen endlich ästhetisch UND performant sein.
Amelie pitchte die Idee kurzerhand Vicky und Max. Wir sind drei Freunde: Max und Amelie kennen sich aus dem Studium, Vicky ist Max‘ Frau. Wir hatten schon lange darüber gesprochen, gemeinsam ein Business zu starten, sobald die richtige Idee kommt. Menschlich harmonieren wir sehr gut und unsere Skills ergänzen sich perfekt. Mit RCKTCRW kam schließlich auch die passende Idee.
Warum habt ihr euch entschieden, ausgerechnet Laufsocken zum Mittelpunkt eurer Marke zu machen?
Neben der Marktlücke bzw. dem persönlichen Need von Amelie, ist der Running Markt und die gesamte Sportbranche durch das starke Wachstum ein sehr spannender Bereich. Immer mehr Menschen identifizieren sich mit dem Sport und dem Lifestyle dahinter. Die Energie in der Community ist unglaublich mitreißend.
Wir sehen hier langfristig großes Wachstumspotenzial und die Möglichkeit, rund um die Marke kreative Aktionen und analoge Events aufzubauen. Genau hier liegt unsere Leidenschaft und diese wollen wir mit einer eigenen Marke einfangen und weitertragen. Und was gibt es besseres, als das Produkt und die Gründung mit der eigenen Leidenschaft zu verbinden?
Laufsocken waren für uns außerdem der perfekte Einstieg, um RCKTCRW aufzubauen. Wir bootstrappen das Unternehmen und wollten mit einem Produkt starten, das eine realistische Anfangshürde hat, aber trotzdem enormes Potenzial bietet. Socken machen es uns möglich, uns kreativ auszuleben, schnell Feedback aus der Community zu bekommen und starke Brand-Momente zu schaffen.
Spannend war für uns auch der Kontrast zu unseren bisherigen beruflichen Hintergründen: Wir kommen alle drei aus digitalen, teils technischen Jobs und hatten Lust, etwas Physisches zu erschaffen: Ein Produkt, das man selbst entwickelt hat und wirklich in der Hand hält. Viele, die ihre Karriere bisher am PC verbracht haben, werden das vermutlich nachvollziehen können.
Welche Vision verfolgt RCKTCRW über das reine Produkt hinaus?
Unsere Vision geht weit über Sportsocken hinweg. Neben den besten Laufsocken bauen wir mit RCKTCRW eine Marke und eine Community auf, die Menschen verbindet. Wir glauben, dass Sport Menschen zusammenbringen kann – egal ob beim ersten Lauf, im Training oder bei Wettkämpfen. Niemand muss alleine starten. Unser Ziel ist es, eine Crew für alle zu sein.
Gleichzeitig beschäftigen wir uns intensiv mit der Frage, wie moderne Sportprodukte nachhaltiger gedacht werden können. Seit wir in der Textilbranche unterwegs sind, merken wir jeden Tag, wie viel Optimierungspotenzial es noch gibt. Viele Lösungen existieren heute noch gar nicht. Trotzdem sehen wir es als unsere Verantwortung, kontinuierlich besser zu werden und Produkte möglichst bewusst zu entwickeln. Wir produzieren in Europa, testen innovative Ansätze, wie Garn aus Kaffeesatz oder Versandverpackungen, die man zurückgeben kann und hinterfragen jede Entscheidung, egal ob bei der Produktentwicklung oder anderen Bereichen.
Wir arbeiten auch bereits mit Hochdruck an weiteren Produkten, die perfekt zu unserer Vision und unserer Community passen. Nicht nur für unsere Crew, sondern MIT unserer Crew. Wir wollen langfristig eine moderne Sportmarke aufbauen, die Performance, Design und Community miteinander verbindet. Nachhaltigkeit soll dabei ein Selbstverständnis sein. Und wer könnte hier bessere Entscheidungen treffen, als die Crew selbst?
Was macht die Laufsocken von RCKTCRW funktional besonders?
Wir legen großen Wert auf Komfort, Atmungsaktivität und Stabilität: Die Kompression sitzt gezielt dort, wo sie unterstützen soll, ohne unangenehm zu sein und sorgt dafür, dass die Socken genau dort bleiben, wo sie sollen. Dickere Bereiche an Ferse, Zehen und der Fußsohle sorgen für Dämpfung und beugen Blasen vor. Mesh-Bereiche sorgen für optimale Belüftung. Die Socken bestehen aus hochwertigem Polyamid – sie sind super angenehm weich und trotzdem der optimale Supporter für den Fuß.
Warum war euch ein minimalistisches und stylisches Design so wichtig?
Sport ist heute nicht mehr einfach nur Mittel zum Zweck. Viele Menschen möchten sich auch beim Training oder Laufen stilvoll fühlen.
Wir selbst mögen cleane Looks. Elegant und stilvoll, aber nicht langweilig. Genau das wollten wir auf die Laufsocken übertragen und legen Wert auf minimalistische und moderne Designs entwickelt. Socken können gleichzeitig ein Statement sein und sich ins Outfit einfügen – das ist kein Widerspruch.
Gleichzeitig passen reduzierte Designs auch besser zu unserem Nachhaltigkeitsgedanken: Viele Laufschuhe sind sehr auffällig in Farben und Mustern. Da ist es gut, Socken zu haben, die nicht basic sind und dennoch gut zu verschiedenen Schuhen passen.
Welche Bedeutung hat das Thema Community für eure Marke?
Community ist ein zentraler Bestandteil von RCKTCRW. Der Name selbst, die Mischung aus „Rocket“ (= Rakete) und „Crew“ (= Mannschaft) steht bereits für dieses Gefühl von Zusammenhalt und gemeinsamer Energie, das haben wir ganz bewusst so gewählt.
Wir möchten Menschen motivieren, sich gegenseitig zu inspirieren und gemeinsam aktiv zu sein. Deshalb denken wir RCKTCRW nicht nur als Produktmarke, sondern als Plattform für eine moderne Running Community.
Wie lief die einjährige Entwicklungsphase bis zum Verkaufsstart im November 2025 ab?
Die Entwicklungsphase war eine Mischung aus Produktentwicklung, unternehmerischer Themen und vielen Dingen, die wir zu Beginn gar nicht so groß auf dem Schirm hatten: von Unternehmens- und Markenanmeldung über Packaging, Logistik, Shopaufbau und Versandprozesse bis hin zu rechtlichen Themen wie Impressum oder AGB Erstellung.
Der Fokus lag natürlich immer auf dem eigentlichen Produkt: Von Herstellersuche über Materialfindung bis hin zu mehrmaligen Prototypentests. Dabei ging es nicht nur um die Funktionalität, sondern auch um Details wie Passform, Design und die richtige Verpackung.
Man darf dabei nicht vergessen, dass wir zwar bereits einiges an Erfahrung mitbringen, aber eine solche Gründung sehr viele Bereiche abdeckt. Das heißt Wissensaufbau in Form von Recherche, Expertengesprächen und co waren große Bestandteile im ersten Jahr. Gerade als erstes physisches Produkt war das ein riesiger Lernprozess.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Aufbau einer jungen Sportmarke?
Eine der größten Herausforderungen ist es, als junge Marke die richtigen Hersteller zu finden. Partner, die unsere Qualitäts- und Designansprüche umsetzen, Werte teilen und gleichzeitig mit Stückzahlen arbeiten, die für ein Startup realistisch sind. Rückblickend war genau diese intensive Phase aber unglaublich wertvoll, weil wir dadurch ein Produkt und eine Marke aufbauen konnten, hinter denen wir heute zu 100 Prozent stehen.
Gleichzeitig ist die Branche extrem schnell und immer mehr Marken entdecken das Potenzial im Running-Bereich. Dazu kommt die Challenge, in einem Markt mit etablierten Brands das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu gewinnen.
Genau darin liegt aber auch unsere Chance: Wir können schnell lernen, flexibel reagieren und sehr nah an der Community arbeiten. Besonders schön ist, wie supportiv die Running-Community ist – diesen gegenseitigen Support den viele aus Training und Wettkämpfen kennen, dürfen auch wir als Startup erleben. Dafür sind wir sehr dankbar.
Warum fiel die Entscheidung auf Entwicklung in Bayern und Produktion in Italien?
Uns war Qualität von Anfang an extrem wichtig, Kompromisse gehen wir bei unseren Produkten nicht ein. Deshalb wollten wir mit Partnern arbeiten, die viel Erfahrung im Bereich hochwertiger Sporttextilien haben.
Die Entwicklung in Bayern kommt ganz einfach daher, dass wir in Bayern wohnen: Unser Unternehmenssitz ist im schönen Pleinfeld. Die Produkte entwickeln wir selbst. Wir legen großen Wert auf qualitativ hochwertige Produktion in Europa. Italien wiederum steht seit Jahrzehnten für exzellente Textilproduktion und hochwertige Verarbeitung. Genau diesen Anspruch wollten wir auch für unsere Produkte, daher war das für uns ein Match.
Welche Rolle spielt die Teilnahme am Stoff im Kopf Accelerator für die Entwicklung von RCKTCRW?
Der Accelerator ist für uns eine große Chance, um als junge Marke schneller zu wachsen, unsere Produkte noch weiter zu optimieren, sichtbarer zu werden und von erfahrenen Menschen aus der Branche zu lernen.
Wir bündeln im Gründerteam viel Knowhow über IT, Finanzwissen, Foto- & Videografie oder auch Marketing. Im Textilbereich sind wir noch recht neu, das Wissen hierzu haben wir uns seit der Gründung selbst angeeignet und durch die Zusammenarbeit mit Experten erlernt. Bei Stoff im Kopf profitieren wir nun enorm von wertvollen Unternehmenskontakten, Mentoren, Expertennetzwerk und den Inhalten mittels Workshops.
Wie reagieren Läuferinnen und Läufer bislang auf eure Produkte und die Marke?
Das Feedback ist unglaublich positiv! Viele feiern, genauso wie wir, besonders die Kombination aus Funktion und Design, weil genau das im Markt oft fehlt.
Neben den Läufer*innen bekommen wir auch immer wieder tolles Feedback aus anderen Sportbereichen wie Radfahren, Hyrox, Golfen oder Wandern. Unsere Socken haben wir zwar ursprünglich zum Laufen entwickelt, sind aber offensichtlich richtige Allrounder.
Besonders schön ist es für uns zu sehen, dass Menschen nicht nur die Produkte tragen, sondern sich wirklich mit der Marke identifizieren und Teil der RCKTCRW Crew sein wollen. Wir haben durchaus häufig Anfragen von Athletinnen, die uns gerne als Sponsoren hätten. Viele Kundinnen schicken uns immer wieder Bilder, wenn sie die Socken im Urlaub, auf Wettkämpfen oder auch einfach nur auf dem Sofa tragen. Dazu beteiligen sich viele bei unseren Umfragen zu neuen Produkten, Designs oder schicken auch so einfach Ideen ein. Das nehmen wir jedes Mal als unglaublich große Wertschätzung wahr und hätten in keinster Weise damit gerechnet, schon in so kurzer Zeit so tollen Zuspruch zu bekommen.
Welche nächsten Schritte plant ihr für RCKTCRW in den kommenden Monaten?
In den nächsten Monaten haben wir viel geplant: Unser Fokus liegt vor allem auf dem weiteren Aufbau unserer Crew und der Entwicklung neuer Produkte, die perfekt zu unserer Marke passen. Sowohl funktional als auch optisch natürlich. Neue Schnitte und Designs sind bereits im Umsetzung und auch ganz andere Produkte könnt ihr schon bald in unserem Shop entdecken. Wir möchten RCKTCRW durch Community Events und Kooperationen, um Beispiel mit Runclubs oder Sportevents, noch erlebbarer machen.
Durch das tolle Feedback auf unsere Socken sehen wir außerdem großes Potenzial über den Running-Bereich hinaus. Unsere Produkte funktionieren für viele verschiedene Sportarten, weshalb wir uns hier breiter aufstellen werden.
Unser Ziel ist es, Schritt für Schritt eine moderne Sportmarke mit perfekt aufeinander abgestimmten Produkten aufzubauen.
Welche drei Tipps würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Erstens: Starten. Viele Menschen warten zu lange auf den perfekten Zeitpunkt, aber man lernt am meisten im Prozess. Legt einfach los, besser könnt ihr immer noch werden.
Zweitens: Vernetzen. Geht früh mit anderen Gründerinnen, Expertinnen und vor allem auch euren potentiellen Kundinnen in den Austausch. Gerade am Anfang kann ein gutes Netzwerk unglaublich helfen und viele Türen öffnen. Nutzt „Building in Public“ als erste Marketingmaßnahme und begleitet die Gründung direkt auf Social Media. Wer könnte euch besser sagen, was die Kundinnen wollen, als sie selbst?
Drittens: Verliert euch nicht lange in theoretischen Details. Natürlich solltet ihr nur mit einem guten Produkt live gehen. Es muss aber nicht komplett perfekt sein. Was am Ende wirklich relevant ist, merkt man oft erst am Markt durch echtes Kundenfeedback und viele Dinge, an welchen man zuvor lange getüftelt hat, werden so in Sekundenschnelle unrelevant. Deshalb: lieber schneller starten und lernen. Fail fast.
Bildcredits: RCKTCRW
Wir bedanken uns bei Amelie Hansel für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

























