Inhaltsverzeichnis
- Drei deutsche Teams stehen fest: Sie vertreten Deutschland beim europäischen Finale von ClimateLaunchpad
- Warum die Wahl auf den Standort Nürtingen fiel
- Erfahrene Fachjury entschied über die Platzierungen
- Die drei Gewinnerteams und ihre Innovationen
- Ausblick auf das europäische Regionalfinale und die globale Bühne
Drei deutsche Teams stehen fest: Sie vertreten Deutschland beim europäischen Finale von ClimateLaunchpad
CiX Greentech, exære und MAD haben die deutschen ClimateLaunchpad-Nationals in Nürtingen gewonnen und vertreten Deutschland nun beim europäischen Regionalfinale am 15. September 2026.
ClimateLaunchpad ist der weltweit größte Wettbewerb für innovative grüne Geschäftsideen. Getragen wird er von EIT Climate-KIC, Europas größter öffentlich-privater Innovationspartnerschaft im Klimabereich, die sich für nachhaltige Gründungen, Bildungsprogramme und systemischen Klimaschutz einsetzt. Seit mehr als zwölf Jahren ist der Wettbewerb in über 52 Ländern aktiv, seit seiner Gründung haben sich mehr als 18.000 Teams beworben. Die Alumni haben gemeinsam über 500 Millionen Euro an Finanzierung eingesammelt und arbeiten heute an Lösungen, die Energie-, Ernährungs- und Mobilitätssysteme weltweit verändern.
Zukunft.Gründen Venture Studio ist offizieller nationaler Partner von ClimateLaunchpad und verantwortet die Auswahl der besten deutschen Gründungsideen. Das diesjährige nationale Finale fand am 16. Juli an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen statt. Für die diesjährigen Nationals gingen 100 Bewerbungen aus ganz Deutschland ein, ein deutliches Zeichen dafür, wie schnell die Zahl klimaorientierter Gründerinnen und Gründer im Land wächst.
Die zehn Finalteams präsentierten Lösungen aus drei Bereichen: Energie und Infrastruktur, Kreislaufwirtschaft und neue Materialien sowie Wasseraufbereitung. Die Ideen reichten von Technologien, die Kommunen helfen, Energieprojekte schneller umzusetzen, über Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung und zur Skalierung von E-Mobilität bis hin zu zirkulären Ansätzen, die Böden regenerieren, kritische Rohstoffe sichern, Energie aus Abfall gewinnen und neue biobasierte Baumaterialien schaffen.
Warum die Wahl auf den Standort Nürtingen fiel
Nürtingen ist Sitz der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), die konsequent auf angewandte Wissenschaft setzt und Wirtschaft und Umwelt in enger Zusammenarbeit mit der Industrie verbindet. Genau dieser Fokus verleiht der Stadt echtes Gewicht in Deutschlands Klima- und Nachhaltigkeitsszene und ist der Grund, warum die Nationals hier stattfanden. Auch das Zukunft.Gründen Venture Studio selbst hat hier seinen Ursprung.
Die Standortwahl steht dabei für mehr als nur die Stadt. Baden-Württemberg gilt als eine der innovativsten Regionen Europas, und Greentech rückt zunehmend ins Zentrum dieser Reputation. Mehr als 420 Unternehmen sind bereits Teil von GreenTech BW, dem Greentech-Netzwerk des Landes, und folgen damit derselben Richtung, auf die auch Deutschland insgesamt setzt: einer Wirtschaft, in der Klima- und Ressourcentechnologien zu zentralen Exportgütern werden.
Erfahrene Fachjury entschied über die Platzierungen
Über die Platzierungen entschied eine vierköpfige Jury mit langjähriger Erfahrung an der Schnittstelle von Klimaschutz, Kapital und dem Aufbau funktionierender Unternehmen. Teil der Jury waren Matthias Ballweg, Mitgründer von Circular Republic und Direktor bei UnternehmerTUM, sowie Birgit Handl, die als erste Mitarbeiterin von ecoplanet das Unternehmen von der Pre-Seed- bis zur Series-A-Phase begleitete und heute zum Investment-Team von Aurum Impact gehört. Vervollständigt wurde das Gremium durch Cosima Richardson, Gründerin von Kynd Hair, und Andjela Cvetanovic, Head of Investment Management bei der Impact-Plattform capacura.
Matthias Ballweg betonte bei den Nationals, dass Kreislaufwirtschaft die Zukunft sei. Es sei kein Zufall, dass zwei der drei Gewinnerteams genau daran arbeiten. Auch Deutschlands eigene Zahlen bestätigen das: Eine BCG-Studie aus dem Jahr 2026 beziffert das Wertschöpfungspotenzial der Kreislaufwirtschaft für die deutsche Industrie auf 880 Milliarden Euro. Die zirkuläre Bruttowertschöpfung könnte sich demnach von heute 60 Milliarden Euro auf 125 Milliarden Euro bis 2045 mehr als verdoppeln.
Die drei Gewinnerteams und ihre Innovationen
Das Team CiX Greentech aus Nürnberg unter der Leitung von CEO Timo Fromm widmet sich der Beseitigung von PFAS, den sogenannten „ewigen Chemikalien“, direkt an der Quelle mit Fokus auf Flughäfen und Industriestandorte.
Das Hamburger Startup exære um CEO Yelda Demirdöğen arbeitet an der Rückgewinnung kritischer Metalle, darunter Seltene Erden, aus europäischen Abfallströmen wie Elektroschrott, Batterien und Schlacke.
Aus Berlin überzeugte das Team MAD – Material Alternative Design der Gründerinnen Marta Agueda Carlero und Manuela Garcia mit Verbundwerkstoffen aus Myzel als zirkuläre Alternative zu Hartplastik.
Ausblick auf das europäische Regionalfinale und die globale Bühne
CiX Greentech, exære und MAD vertreten Deutschland beim europäischen Regionalfinale am 15. September 2026 und treten dort gegen die nationalen Gewinnerteams aus ganz Europa an, um sich einen Platz im ClimateLaunchpad Global Grand Final in Singapur im Oktober zu sichern. Zukunft.Gründen Venture Studio begleitet alle drei Teams auch weiterhin auf diesem Weg. Diese Gründerinnen und Gründer haben eine echte Chance, das Finale zu erreichen, doch der Weg dorthin braucht kontinuierliche Unterstützung und eine Bühne, auf der sie gesehen werden.
Allein in diesem Jahr verzeichnete ClimateLaunchpad mehr als 4.150 Bewerbungen aus 51 Ländern, was einen Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet, wobei zwölf Länder erstmals teilnahmen. Dieses Wachstum zeigt deutlich, dass Klima- und Kreislaufwirtschafts-Ventures längst keine Nische mehr sind, sondern ein Bereich, in dem ein wachsender Teil der weltweiten Gründertalente aktiv wird.
Deutschland hat an dieser Entwicklung ein reales Interesse.
Diese Chance zu nutzen, gelingt aber nur mit Unternehmen, die bereit sind, sie auch zu ergreifen. Wettbewerbe wie dieser sind einer der wenigen Orte, an denen solche Unternehmen früh identifiziert, im internationalen Vergleich getestet und mit Kapital verbunden werden. Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung, drei Teams im September nach Europa zu schicken: Es ist Teil davon, wie Deutschland seinen Platz an einem Tisch behält, der von Jahr zu Jahr umkämpfter wird.
Ein besonderer Dank gilt der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen sowie dem Zukunft.Gründen Startup Campus für die Ausrichtung der Veranstaltung nebst den Eröffnungsworten von Dr. Johannes Fridrich, Oberbürgermeister von Nürtingen, und Prof. Dr. Andreas Frey. Dank gebührt ebenso den Sponsoren RSM Ebner Stolz und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen. Der Wettbewerb wird zudem von Irish Aid und der Bank of America unterstützt. Das Programm wird im Rahmen von „Nachhaltig wirken – Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen“ gefördert und finanziert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus.
Fotograf David George
Quelle Zukunft.Gründen – Venture Studio for Entrepreneurship & Innovation GmbH















