Freitag, Februar 6, 2026
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If it is not a hell yes, it is a no

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medudoc

medudoc SaaS-Plattform digitale Patient:innenaufklärung

Stellen Sie sich und das Startup medudoc doch kurz unseren Lesern vor!

medudoc – kurz für “medical education and documentation” – ist eine SaaS-Plattform, die für Patient*innen und deren Angehörige ein neues Zeitalter einleitet: Aktuell verzweifeln Patient*innen an unverständlichen medizinischen Informationen in Vorbereitung auf ihre OP und sind dennoch rechtlich dazu verpflichtet einzuwilligen, verständlich und umfangreich über ihren Eingriff und den damit verbundenen Risiken aufgeklärt worden zu sein. Ärzte auf der anderen Seite kämpfen mit hohem administrativen, repetitiven und analogen Aufwand. 

Kliniken leiden unter den Kosten. medudoc digitalisiert, animiert  und automatisiert die Patientenaufklärung in Zusammenarbeit mit medizinischen und medikolegalen Expert*innen und will damit mehrere hundert Millionen Euro für Kliniken einsparen und in Hinblick auf den akuten Fachkräftemangel Klinikpersonal zeitlich entlasten.  

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Patientenaufklärung findet in den meisten Ländern seit langer Zeit durch Papiervorlagen fast monopolartig statt. Es ist an der Zeit, das Thema an veränderte Bedürfnisse anzupassen, sowie patientenzentriert und digital zu gestalten. Die Idee stammt direkt aus dem Klinikalltag von Ärzt:innen, die täglich Patient:innen aufklären und sich nach einer Lösung gesehnt haben, die sie sinnvoll entlastet und sich gut in klinische Prozesse integrieren lässt. 

Welche Vision steckt hinter medudoc?

Wir zeigen mit medudoc, dass sich die Transformation des Gesundheitswesens durch innovative Patientenaufklärung sinnvoll beschleunigen lässt. 

Wir wollen Patient:innen dazu befähigen, gut vorbereitet und optimistisch ihrer Operation entgegen zu blicken, anstatt vom Informationsprozess überwältigt und resigniert zu sein. Parallel wollen wir Ärzt:innen durch sinnvolle digitale Hilfsmittel von redundanten Aufgaben im Klinikalltag entlasten. Wir wollen das Patientenaufklärung über die rechtliche Notwendigkeit hinausgeht und einen echten Wissenstransfer sowie ein medizinisches Verständnis für alle Beteiligten ermöglichen. Daher ist unsere Vision keine geringere, als einen internationalen Standard dafür zu schaffen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die drei größten Herausforderungen bisher, können wir in drei Bereiche unterteilen: Innovationsbereitschaft der Kliniken, Interoperabilität und Gesetzgebung. Der Markt für Patientenaufklärung ist durch traditionelle Verlagshäuser besetzt und viele Kliniken verwenden seit Jahrzehnten die gleichen Papierbögen. Unser Ansatz zur individualisierten Aufklärung mittels Video denkt das Konzept für eine informierte Patienteneinwilligung neu und nutzerorientiert. Von der Bereitstellung von Vorabinformationen bis hin zur Prozessintegration in den Klinikalltag.

Wir haben schnell gemerkt, dass wir (in einer Industrie deren bevorzugtes Kommunikationsmittel häufig noch das Faxgerät ist) ein autonomes Fortbewegungsmittel entwickelt haben, wobei sich im Gesundheitsbereich gerade erst darauf verständigt wurde, ein einheitliches Straßensystem zu bauen auf der keine Pferdekutschen mehr fahren dürfen. Das ist vielleicht überspitzt ausgedrückt, spiegelt aber unsere Erfahrungen wider. Wir haben unsere Lösung plattformagnostisch aufgebaut, sodass Kliniken medudoc auch ohne aufwändige Integration nutzen können.

Auf dem Weg dorthin war uns immer klar, dass wir nicht nur Geld einsammeln müssen, sondern vor allem Believer und Expert:innen an unserer Seite brauchen, die sich mit den Regularien und Herausforderungen im Gesundheitsmarkt auskennen und uns mit den richtigen Partnern ins Gespräch bringen können. Wir haben Anfang des Jahres unsere Seed Runde mit bekannten Digital-Health Business Angels finanziert und haben mit dem Investment ein schnelles Wachstum in Kliniken im DACH Raum geschafft.  Aufgrund des schnell wachsenden Interesses auch im internationalen Markt, arbeiten wir aktuell an einer Verlängerung der Runde, um unser Momentum voll nutzen zu können.

Wer ist die Zielgruppe von medudoc?

medudoc ist eine SaaS Plattform mit der Ärzte individualisierte Videos – abgestimmt auf unterschiedliche Patientenprofile und Indikationen oder OP-Verfahren – erstellen können. Ärzte sind unsere Hauptanwender der Plattform, aber natürlich erhält der Patient am Ende ein auf ihn abgestimmtes Video, das ihn über den Ablauf, die Risiken oder Behandlungsalternativen einfach und verständlich aufklärt. 

Wie funktioniert medudoc? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere „medical engine“ ermöglicht Ärztinnen/Ärzten in sekundenschnelle, personalisierte Aufklärungsvideos zu erstellen. Die digitale Dokumentation erfolgt automatisch und reduziert den bürokratischen Aufwand. Kliniken, die medudoc nutzen, reduzieren den Zeitaufwand für Aufklärungsgespräche durchschnittlich um 50%. Durch unsere Videoaufklärung sind Informationen auf die individuelle Patientensituation zugeschnitten. Somit bieten sie einen höheren Informationsgehalt als herkömmliches Aufklärungsmaterial und mehr Sicherheit für Ärzt:innen sowie Patient:innen. 

medudoc, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, einen internationalen Standard für die Patientenaufklärung zu schaffen. Wir wollen unsere Marktdurchdringung im DACH Raum ausbauen, den Markteintritt in UK schaffen und das weitere internationale Wachstum vorantreiben. Durch ein neues AI Feature bei der Inhaltserstellung werden wir auch automatisiert alle gängigen Sprachen anbieten können, wodurch wir den lang überfälligen Abbau von Sprachbarrieren zwischen Arzt und Patient schaffen möchten. 

Mit unserer, eigentlich recht profanen, Lösung zur Prozessoptimierung haben wir einen Nerv bei der Ärzteschaft und den Patienten getroffen. Durch die Modellierung medizinischer Eingriffe mit verschiedenen Datenparametern sind wir in der Lage, hyper personalisierte Videoinhalte zu generieren und schaffen dadurch einen transparenten Heathcare-Loop, der uns einzigartige Data-Insights zurückgespielt. Für einen noch effizienteren Klinikalltag, für predictive Healthcare und sogar zur Daten-Erkenntniss getriebenen Vorbeugung von Erkrankungen. Dort geht die Reise für uns hin. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Spezifisch im Bereich Digital Health: Uns hat es sehr geholfen, gerade in der Validierungs- und Prototypphase innovationsbereite Partner gefunden zu haben, die nicht nur essentiell bei der Produktentwicklung waren, sondern sich auch zu ersten Kunden entwickeln konnten. Durch die enge Zusammenarbeit und das Vertrauen in die gemeinsam entwickelte Lösung, haben sich unsere Klinikpartner zu Ambassadors entwickelt, was uns beim market access und der Finanzierung geholfen hat. 

Zweitens allgemein: If it is not a hell yes, it is a no. Zumindest solltest du dir das immer mal vor Augen halten. Die Personalentscheidung, gerade in der Anfangsphase, bei der du kein uneingeschränkt gutes Gefühl hast, wird dich einholen. Die Partnerschaft mit Menschen aus anderen Unternehmen, die du aus Prestigegründen eingehst, aber nicht weil es absolut klickt, wird dir Schwierigkeiten bereiten und die Kundinnen und Kunden die von Anfang an sehr fordernd sind, werden nicht den Return aufwiegen, den andere an Ihrer Stelle einfacher bringen. 

Und abschließend noch die Empfehlung, frühzeitig die Basis für eine Team-Kultur zu schaffen sowie den Company Purpose gemeinsam zu formen und klar zu kommunizieren sowie regelmäßig zu verankern. Jedes Teammitglied sollte unbedingt in der Lage sein diese Fragen zu beantworten: Was ist mein Purpose im Team und wie trage ich mit meiner Arbeit und meinen Fähigkeiten zum gemeinsamen Erfolg bei?

Bild: Gründerteam von links nach rechts Michael Horacek, Mona Ciotta, Dennis Beyer

Wir bedanken uns bei Michael Horacek, Mona Ciotta und Dennis Beyer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fokus Fokus Fokus auf das, was du am besten kannst

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informed informed digitale news-plattform app

Die digitale News Plattform informed bietet einfachen  Zugang zu Qualitätsjournalismus und faktenbasierten Informationen, übersichtlich kuratiert in einer App

Stellen Sie sich und das Startup informed doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Benjamin Mateev und habe informed gemeinsam mit meinen Mitgründern Axel Bard Bringéus und Martin Kaelble gegründet. Mit unserer digitalen News-Plattform wollen wir Nutzern helfen, über die wichtigsten Nachrichten und Themen auf dem Laufenden zu bleiben. Wir bieten einen einfachen Zugang zu Qualitätsjournalismus und faktenbasierten Informationen, übersichtlich kuratiert in einer App. Darin findet man täglich die relevantesten Artikel aus den renommiertesten englischsprachigen Medien wie der New York Times, der Financial Times oder dem Economist. 

Das Besondere: Die Auswahl dieser Nachrichten basiert nicht ausschließlich auf einem Algorithmus. Stattdessen haben wir ein eigenes Team von Journalisten bei informed, die die Berichterstattung täglich screenen, prüfen und die wichtigsten Artikel für unsere Nutzer kuratieren. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wir sind drei Gründer, die alle eine große Begeisterung für Journalismus mitbringen. Wir sind der Ansicht, dass dessen Wert für die Gesellschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Zugleich sehen wir den großen Bedarf an Lösungen, die News auf neue Art verfügbar machen. Genau jetzt ist unserer Meinung nach das Timing perfekt und der Markt reif für informed. Mit unserer News-Plattform können Verlage zusätzliche Umsatzquellen erschließen und neue Leser erreichen. Und auch die VC-Landschaft ist heute bereit, in solche Geschäftsmodelle zu investieren. Das war vor einigen Jahren anders, aber ohne VC-Finanzierung wäre der Aufbau unseres Geschäftsmodells nicht möglich gewesen. Bei uns kamen also eine gemeinsame Leidenschaft und das richtige Timing im Markt zusammen. 

Welche Vision steckt hinter informed?

Wir wollen Qualitätsjournalismus für möglichst viele Menschen verfügbar machen: Einfach und unkompliziert, bezahlbar und sorgfältig kuratiert. Viele Nutzer sind von der Nachrichtenflut überfordert, die immer größer und unübersichtlicher wird. Hinzu kommen Falschinformationen, die sich nicht immer leicht erkennen lassen. Viele Menschen haben nicht die Zeit, alle relevanten Nachrichtenquellen zu durchforsten. informed ist die Lösung für diese Herausforderungen. Bei uns bekommt man das alles bequem gebündelt in einer App.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Gegründet haben wir informed im Jahr 2021. Seitdem haben wir zwei erfolgreiche Finanzierungsrunden abgeschlossen: In der Pre-Seed-Runde haben 468 Capital sowie mehrere Business Angels etwas über eine Million Euro investiert. Eine Seed-Runde haben wir im April dieses Jahres abgeschlossen, in der wir fünf Millionen Euro einsammeln konnten – von HV Capital und 468 Capital. 

Herausforderungen gibt es in einem jungen Startup viele. Ein Beispiel: Während der Beta-Phase, in der wir mit Tausenden von Nutzern verschiedene, völlig neue Arten des Nachrichtenkonsums getestet haben, stellten wir fest, dass ihr Feedback und ihre Wünsche oft nicht mit ihrer tatsächlichen App-Nutzung einhergingen. Zum Beispiel beim Thema Personalisierung: Viele User sprachen sich im Research zunächst gegen eine Kuratierung von Artikeln entsprechend ihrer Interessen aus. Und zwar weil sie Filterblasen vermeiden wollten. Bei der Nutzung der App wollten dann aber doch viele zumindest ein Basis-Level an Personalisierung. 

Die Herausforderung bestand also darin, die News zwar auf die Interessen der Nutzer hin zu kuratieren – ihnen aber gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, aus ihrer Filter-Bubble auszubrechen. Hier die richtige Balance für den User zu finden, ist etwas, woran wir weiter intensiv arbeiten.

Wer ist die Zielgruppe von informed?

Grundsätzlich richten wir uns mit informed an alle Menschen, die gut informiert sein wollen, aber zugleich wenig Zeit haben oder einfach bequem sind. Es geht eher um den Mainstream der News-User. Menschen, die Qualitätsjournalismus zu schätzen wissen, aber es vielleicht gar nicht mehr schaffen, jeden Tag große Mengen an Artikeln zu lesen. Für diese Menschen sind wir quasi der persönliche News-Kurator, eine Art Concierge-Service für News. Ihnen helfen wir, jeden Tag bequem durch den unübersichtlichen News-Strom zu navigieren. 

Wie funktioniert informed? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

informed ist eine digitale News-Plattform, nutzbar über eine App. Nutzer haben die Wahl zwischen zwei Mitgliedschaften: Die kostenlose Version bietet Zugriff auf eine begrenzte Anzahl von Premium-Artikeln, während Nutzer des Premium-Abonnements Zugang zu allen von informed kuratierten Artikeln erhalten. Bei uns ist ein hohes Level an Qualität und eine diverse Themenauswahl gewährleistet. Wir arbeiten mit einigen der angesehensten Medien der Welt. 

Dieses Angebot werden wir nach und nach weiter ausbauen. Unsere Nutzer erhalten also in einer einzigen App Zugriff auf kuratierte, faktenbasierte Artikel aus Weltklasse-Medien. 

Wir konkurrieren grundsätzlich natürlich mit all den anderen digitalen Plattformen, die um die Aufmerksamkeit der Nutzer kämpfen – von TikTok bis Instagram. Zudem gibt es eine Reihe von Nachrichten-Plattformen, von denen wir uns aber in einer Reihe von Punkten unterscheiden. Wir haben in unserer Research gesehen, dass viele Nutzer nicht zufrieden  sind mit vielen bestehenden News-Apps, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und wir haben dann eine App gebaut, die genau auf diese Nutzer-Bedürfnisse eingeht. 

Nur ein Beispiel: Rein auf Algorithmen basieende Aggregatoren liefern aus Nutzer-Sicht einfach nicht die beste Kuratierung. Viele User fühlen sich überfordert von der Masse an Nachrichten und Quellen da draußen. Sie sehnen sich nach einer bequemen All-in-one-Lösung, nach einer Art “Safe Haven” für Nachrichten, wo sie den Quellen trauen können, wo sie eine handverlesene Auswahl der wirklich wichtigen Themen und Artikel bekommen. Eine App wie informed passt einfach zum Zeitgeist und zu den veränderten Nutzerbedürfnissen rund um Nachrichtenkonsum.

informed, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren haben wir nicht nur eine große, weiter wachsende und sehr zufriedene Leserschaft in aller Welt – wir arbeiten auch mit allen wichtigen Qualitäts-Nachrichtenquellen zusammen. Dazu gehören neben den großen Verlagshäusern z. B. auch Nischen-Publisher, einzelne Journalisten und Autoren, Podcasts und Newsletter. Wir wollen dann DIE digitale Plattform für kuratierten Qualitätsjournalismus sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erstens: Suche gute Leute, die dich in deiner Meinung challengen und gewinne sie für deine Firma.
Zweitens: Dein Produkt kann komplex sein, aber es muss einfach in der Handhabung und schnell verständlich sein.
Drittens: Fokus Fokus Fokus auf das, was du am besten kannst. Alles andere sollte man abgeben.

Bild: von links nach rechts die drei Co-Gründer Martin Kaelble, Benjamin Mateev und Axel Bard Bringéus. Copyright: infromed

Wir bedanken uns bei Benjamin Mateev für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wirklich ehrliches Feedback gibt es erst, wenn Geld im Spiel ist

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Das Startup Reonic ist Teil des SpinLab – The HHL Accelerator: In diesem Interview erzählen die Gründer:innen mehr

Stellt euch und euer Startup doch kurz unseren Lesern vor!

Reonic ist ein Softwareunternehmen, das dringend benötigte digitale Werkzeuge zur integrierten ökonomischen und ökologischen Bewertung erneuerbarer Technologien wie E-Mobilität, Photovoltaik oder Energiespeichern für Haushalte anbietet.

Zusätzlich entwickeln wir einfache, aber präzise Planungs- und Optimierungssoftware für erneuerbare Energiesysteme innerhalb komplexer Anwendungsfälle in Unternehmen. Generell betrachten wir Strom, Wärme und Mobilität ganzheitlich, schaffen durch unsere multienergetische Simulation Klarheit für Unternehmen und Haushalte und treiben damit die Energie- & Mobilitätswende voran.

Warum habt ihr euch entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Während unseres Studiums und unserer Forschungstätigkeit bei verschiedenen Fraunhofer Instituten haben wir an Potenzialen und Integrationsmöglichkeiten von erneuerbaren energetischen Systemen gearbeitet. Bestandteil unserer Betrachtungen waren stets die ökonomischen Auswirkungen bei entsprechendem Einsatz der Technologien, wodurch uns der enorme finanzielle Hebel frühzeitig bewusstwurde.

Über unser Netzwerk konnten wir unkompliziert Kontakt zu einem Stadtwerk herstellen und haben dabei festgestellt, wie groß der Bedarf an einfach bedienbarer und ganzheitlicher Planungs- & Simulationssoftware für energetische Systeme ist. Neun Monate später, während Corona haben wir einen Businessplan geschrieben, das Geld für einen GmbH-Mantel aufgebracht und losgelegt.

Wie habt ihr euch als Gründerteam zusammengefunden

Das Gründerteam, bestehend aus Tristan, Udo und Manuel, hat sich im Rahmen des Bachelorstudiums und gemeinsamer Projekte am Fraunhofer Institut kennengelernt. Der Grundstein für die multienergetische Simulation als Herzstück unserer Softwareprodukte ist durch die Kombination unserer Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte im Energiesektor entstanden.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei euch aus?

Zurzeit noch etwas chaotisch, alle drei Gründer haben in der letzten Woche bzw. im letzten Monat ihre Masterarbeiten abgeben. Zusätzlich dazu kam der Umzug in größere Räumlichkeiten, weshalb die Verfügbarkeit und Arbeitseinteilung in den letzten Wochen sehr dynamisch war. Mittlerweile bringen wir Ordnung in die Tagesabläufe durch tägliches Check-in und Check-out Gespräche und bauen klare Abstimmungsstrukturen auf.

Was unterscheidet euch von anderen Unternehmen?

Unsere Produkte sind einzigartig in der ganzheitlichen End-to-End Betrachtung über sämtliche erneuerbare Technologien, wodurch wir die Sektorenkopplung aus Wärme, Strom und Mobilität abdecken.  Zusätzlich differenzieren wir uns durch unseren flexiblen simulationsbasierten Ansatz der verallgemeinernden Annahmen vermeidet und so sehr präzise Berechnungen und Handlungsempfehlungen ermöglicht. 

Wer ist eure Zielgruppe?

Unsere Softwareprodukte können von jedem Unternehmen genutzt werden, das Komponenten und Systeme für erneuerbare Energien oder Energiedienstleistungen anbietet/plant. Aktuell nutzen unsere Software hauptsächlich Stadtwerke und Autohändlergruppe, um ihre Kunden vollumfänglich zu beraten. 

Warum habt ihr euch für die SpinLab – The HHL Accelerator beworben?

SpinLab – The HHL Accelerator gehört zu den besten Startup Accelerator Programmen in Europa. SpinLab Alumni Energiedock hatte bereits an dem Programm teilgenommen und hat uns eine Bewerbung wärmstens empfohlen. 

Wie werdet ihr unterstützt?

Zum einen werden wir durch zyklischen Input und Feedback von unseren laufenden Kunden unterstützt, die wir direkt in die Produktentwicklungszyklen miteinbinden. Zum anderen werden wir durch verschiedene Mentorenprogramme und Förderungen ideell sowie finanziell unterstützt. Besonders hervorheben möchten wir dabei das SET-Mentoring der deutschen Energieagentur, den Spinlab – The HHL Accelerator und das Green Startup Programm des DBU.

Wo möchtet ihr am Ende des SpinLab – The HHL Accelerator stehen?

Generell sind wir davon überzeugt, dass wir durch das Coaching beim SpinLab Impulse zur effizienten Unternehmensführung von erfahrenen Mentoren bekommen. Durch die enge Vernetzung und den regen Austausch wollen wir Kollaborationen mit anderen Startups und auch Pilotprojekte mit Partnern des SpinLabs und unseren potenziellen Kunden anstoßen, um unsere Produkte gezielt weiterzuentwickeln. Wir planen mit rund 100 Softwarekunden am Ende des SpinLabs und wollen dadurch gestärkt mit dem Netzwerk des SpinLabs auf Investorensuche gehen.

Wo seht ihr euch und euer Startup in fünf Jahren?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sehr schwierig ist im dynamischen Umfeld eines Startups Vorhersagen zu treffen, die länger als 6 Monate in der Zukunft liegen. Dennoch ist es unser Ziel führender Softwareanbieter für die Planung erneuerbarer Energiesysteme zu sein und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Mit unseren Produkten und unserem Know-How wollen wir den Weg in die Klimaneutralität ebnen – erste Resultate sollten bis dahin bereits sichtbar sein.

Welche 4 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Versucht euren Kunden so schnell wie möglich in die Produktentwicklung miteinzubinden. Beispielsweise haben wir initial meist nur kleinere Berechnungstools verkauft als Eintrittskarte zu neuen Kunden. Anschließend haben wir diese Kontakte genutzt, um uns Feedback einzuholen und ein Produkt entlang der Kundenbedürfnisse zu entwickeln.

Viele Leute wollen einen unterstützen und sagen, wie „toll“ die Lösung ist. Wirklich ehrliches Feedback gibt es erst, wenn Geld im Spiel ist. 

Ganz praktischer Tipp: Gründet keine UG, wenn ihr euch zu dem Schritt entscheidet, sattelt direkt auf eine GmbH. Vorteile: Man wird im B2B ernst genommen, vermeidet erhebliche Kosten bei Umfirmierung, vergleichbarer Buchhaltungsaufwand.

Konstant andere Pfade im Blick behalten, manchmal ergeben sich viel größere Möglichkeiten für eine Unternehmung, wenn man vom bisherigen Weg abweicht.

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen, ist entscheidend

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Staffery Autopilot mit KI offene Stellen besetzen

Staffery Autopilot – mit KI offene Stellen effizient und schnell besetzen

Stellen Sie sich und das Startup Staffery doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Sven Konzack, Gründer und Geschäftsführer von Staffery. Mit unserem derzeit 20-köpfigen HR-Startup aus Berlin helfen wir Unternehmen und Organisationen dabei, die richtigen Bewerber für offene Stellen zu finden. Konkret ermöglicht es der Staffery Autopilot, auf Jobsuchmaschinen wie Indeed, Jobrapido oder Adzuna ausgeschriebene Positionen schnell und effizient zu besetzen. Davon profitieren vor allem Branchen, in denen es besonders schwierig ist, Fachkräfte zu finden: Zum Beispiel Pflegeheime, Krankenhäuser, Supermärkte oder Logistikunternehmen. Die Professionals in der HR-Abteilung können sich dabei ganz entspannt zurücklehnen, weil unsere KI-basierte Lösung alles übernimmt. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Was mich als Entrepreneur inspiriert, ist die Freude daran, wirklich etwas zu verändern. Im Rahmen meines ersten Start-ups habe ich mit JobTime24 die erste Online-Personalvermittlung in Deutschland gegründet. Im Anschluss habe ich Timeworkers gestartet – die noch heute größte Jobbörse für Zeitarbeits-Jobs im DACH-Raum. Dabei hat unser Team Zehntausenden Menschen geholfen, einen neuen Job zu finden.

Diese Erfolge haben mich dazu inspiriert, auf einem anderen Level noch weitaus größeren Mehrwert zu schaffen: Mit dem Staffery Autopiloten wollen wir das Recruiting transformieren. Denn der Mangel an kompetenten Arbeitskräften ist eine erhebliche Bedrohung für uns alle. Überlegen Sie nur mal, was passiert, wenn immer mehr Stellen in der Pflege oder im medizinischen Umfeld vakant bleiben. Doch auch Fachkräfte im Einzelhandel oder in der Logistik sichern unseren Lebensstandard. Daher haben wir eine Technologie entwickelt, die die Personalgewinnung grundlegend zum Positiven verändern und helfen wird, die richtigen Mitarbeiter viel leichter und schneller zu finden. 

Welche Vision steckt hinter Staffery?

Wir wollen Recruiting radikal vereinfachen und optimieren. Als Innovationsführer geben wir unseren Kunden dabei alles an die Hand, was sie benötigen, um Personalsuche per Self Service zu betreiben. Mit der Philosophie „Educate your customers“ ermöglichen wir es, in Eigenregie zu agieren und automatisiert die richtigen Kandidaten zu gewinnen. 

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Am Anfang stand die Aufgabe einer klaren Positionierung als Startup – wie können wir unsere Idee so ausgestalten, dass daraus ein maximaler Mehrwert resultiert? Nachdem wir diesen Schritt gegangen sind galt es, uns einen Namen zu machen. Die Aufmerksamkeit zu gewinnen, die wir brauchen, um wirklich durchzustarten, ist eine stetige Herausforderung. Um dabei erfolgreich zu sein, setzen wir auf starke Kommunikation. Das ist wiederum auch eine wichtige Grundlage für die daran anknüpfenden Initiativen unseres Sales-Teams.

Eine weitere Challenge lag darin, auch für uns intern gute Mitarbeiter zu finden – zum Glück haben wir dafür eine Technologie an der Hand, die uns das erheblich erleichtert. Auch Investoren haben recht schnell die Chancen erkannt, die in unserer Technologie liegen. Daher hatten wir keine Probleme, uns die nötigen monetären Mittel an Bord zu holen. Doch ich bleibe auch meinerseits weiterhin an Staffery beteiligt.  

Wer ist die Zielgruppe von Staffery?

Der Staffery Autopilot unterstützt im Grunde jede Firma, die neue Mitarbeiter rekrutieren möchten. Mit unserer Kernlösung zum Jobkampagnen-Management adressieren wir in erster Linie Firmen und Organisationen, die ein höheres Volumen an Stellen zu besetzen haben. Innerhalb des Unternehmens sind es meist Recruiter und HR Spezialisten, die unsere Technologie einsetzen. 

Wie funktioniert Staffery? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser Staffery Autopilot übernimmt genau eine Aufgabe: Er sorgt für erfolgreiches Job-Kampagnenmanagement. Die datengetriebene Software navigiert mit den Ziel durch Indeed & Co., Stellen schnell und erfolgreich mit genau den Mitarbeitern zu besetzen, die den Unternehmenserfolg gewährleisten. Unsere Kunden profitieren von höchster Flexibilität ohne Vertragslaufzeit, von einem sehr hohen Automatisierungsgrad und weiteren individuellen Services.

Am Ende stehen nicht Bewerbungen, sondern Termine mit passenden Kandidaten zu Buche. Doch jüngst haben wir Tools lanciert, die zusätzlichen Mehrwert schaffen: So zeigt der gerade vorgestellte Staffery Job Optimizer genau an, wie Stellenanzeigen aufgebaut werden müssen, um erfolgreich zu sein. 

Staffery, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen Recruitern rund um den Globus das Leben leicht machen und damit Personalgewinnung grundlegend revolutionieren. Daher werden wir unser Portfolio noch skalieren – genau zugeschnitten auf die Herausforderungen von HR Professionals. Bei alledem teilen wir unser Wissen mit unseren Kunden. Diese sind in der Lage, ihre Prozesse mithilfe unseren starken Toolboxes effizient und nachhaltig zu steuern. Da Firmen weltweit überall vor ähnlichen Problemen stehen, wollen wir unsere Technologie sukzessive international ausrollen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Am Anfang sollten Gründer sich klar positionieren: Im Vordergrund steht dabei die Aufgabe, den Mehrwert für die Kunden klar herauszuarbeiten. Doch erfolgreich sind Startups erst, wenn sie lernen, den Nutzen auch zu vermarkten. Überzeugende Kommunikation und ein herausragender Vertrieb sind also unabdingbar. Entscheidend ist es auch, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu nehmen – dafür ist ein gutes Employer Branding notwendig. Außerdem ist der Einsatz innovativer Tools sinnvoll, die das Recruiting erleichtern.

Eine weitere Leitlinie: Nie vorschnell aufgeben. Selbst wenn einmal etwas nicht ad hoc klappt, sollten Gründer am Ball bleiben, indem sie Learnings mitnehmen und weitermachen. Etwas anderes gilt nur, wenn sich auf längere Sicht abzeichnet, dass eine Idee nicht durchschlagen wird. Dann kommen Entrepreneure nicht umhin zu prüfen, ob sie sich besser auf neue Aufgaben konzentrieren wollen. 

Wir bedanken uns bei Sven Konzack  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die Idee auf dem Markt testen

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upway refurbished e-bikes

Upway Online-Shop für refurbished (erneuerte) E-Bikes

Stellen Sie sich und das Startup Upway doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Toussaint, Co-Gründer und CEO von Upway. Upway ist Europas führender Online-Shop für refurbished (erneuerte) E-Bikes. Wir übernehmen alle Prozesse von Ankauf, Refurbishment bis Verkauf vollständig in-house. Auf upway.de können Kund:innen sich ein vollständig erneuertes E-Bike aus über 800 Modellen aller Marken aussuchen – und das mit einer einjährigen Garantie und bis zu 60 Prozent günstiger.

Mein Co-Founder Stéphane Ficaja und ich haben es uns zur Aufgabe gemacht, eine positive Veränderung in großem Umfang zu anzustoßen: Mit Upway verfolgen wir dieses Ziel, indem wir Elektromobilität für alle zugänglich machen und dabei die Verschwendung wertvoller Ressourcen vermeiden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Stéphane und ich beschlossen, Upway zu gründen, nachdem wir acht Jahre bei Uber waren, wo wir zuletzt Uber Eats in Europa und Nordamerika leiteten. Mit Upway möchten wir nachhaltige Mobilität fördern. Und das tun wir, indem wir in den folgenden drei Bereichen positive Veränderungen anstreben: 

Elektromobilität soll immer beliebter werden. Das unterstützen wir, indem wir einen niedrigeren Kaufpreis anbieten und somit einfachen Zugang ermöglichen. Dies ist entscheidend, um die CO2-Emissionen in der Mobilität deutlich zu reduzieren. 

Unser Ziel ist es, die Verschwendung wertvoller Rohstoffe zu minimieren. Wir möchten sicherzustellen, dass wir uns nicht daran gewöhnen, alte Produkte wegzuwerfen, um neue zu kaufen. Stattdessen schenken wir Millionen von E-Bikes in den kommenden Jahren ein neues Leben und somit auch neue Besitzer:innen.

Und schließlich wollen wir uns an der Wiederherstellung des Fahrrad-Know-hows in Europa beteiligen, indem wir ein Team von Mechanikern aufbauen, das über fundierte Kenntnisse im Bereich der Wiederaufbereitung von Fahrrädern verfügt.

Welche Vision steckt hinter Upway?

Wir erkannten, dass zwar viele Menschen gerne ein E-Bike kaufen und fahren würden, aber der Großteil davon vor vielen Herausforderungen steht: 

Neue E-Bikes sind teuer und die Lieferzeit beträgt oft Monate. Bei gebrauchten E-Bikes herrscht jedoch Unsicherheit bezüglich der Qualität der Fahrrads, insbesondere des Motors und der Batterie. Das hält viele Kund:innen vom Kauf eines gebrauchten Fahrrads ab. Und daher gründeten wir Upway. Da E-Bikes heute eine bequeme und umweltfreundliche Alternative zum Auto darstellen, verfolgen wir die Vision, diese erschwinglicher zu machen und die Lebensdauer jedes einzelnen Fahrrads zu verlängern. 

Von der Idee bis zum Start: was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee zu Upway hatten wir im Sommer 2021 und haben dann schnell gegründet. Zunächst erhielten wir 5 Mio. EUR in einer ersten Seed Runde von zwei Investoren, Sequoia Capital aus den USA und Global Founders Capital aus Deutschland, die an uns und unsere Vision glaubten. Außerdem stellten wir ein Startteam ein und eröffneten unsere erste Werkstatt in Paris, so dass wir im November letzten Jahres dem ersten E-Bike ein neues Leben schenken konnten.

Eine unserer größten Herausforderungen lag im Aufbau und Skalierung unserer industriellen Kapazität: Hierzu zählen der Aufbau von zwei Werkstätten in nur neun Monaten, das Einstellen von Mechaniker:innen und die stetige Verbesserung unserer Prozesse. Eine zweite große Herausforderung bestand darin, die Marke Upway bekannt zu machen und mehr Menschen darüber zu informieren. Dazu haben wir viel Wert auf Marketinginitiativen gelegt und konnten so eine großartige Verbrauchermarke aufbauen.

Wer ist die Zielgruppe von Upway?

Upway ist für jeden relevant, der ein qualitativ hochwertiges E-Bike zu einem erschwinglichen Preis kaufen möchte. Wir freuen uns sehr, dass sich schon heute eine Vielzahl von Kund:innen für Upway entscheidet, um ein E-Bike zu kaufen.

Dabei sehen wir einerseits junge Kund:innen aus Großstädten, die City-, Falt- oder Cargo-E-Bikes bestellen, um zum Beispiel ihre kleinen Kinder zum Kindergarten zu bringen.

Aber wir sehen auch eine große Nachfrage aus kleineren Städten und ländlichen Gebieten, wo Trekkingräder sowohl für den täglichen Arbeitsweg als auch für Wochenendausflüge in der Natur genutzt werden können. Hier sind auch Mountainbikes für sportliche Ausfahrten sehr beliebt.

Wie funktioniert Upway? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Upway funktioniert auf sehr einfache Weise. Wir kaufen gebrauchte E-Bikes aller Marken ein. Besitzer:innen können auf unserer Website ein kurzes Formular ausfüllen. Wir lassen das Fahrrad innerhalb weniger Tage abholen und bezahlen dieses entsprechend. Ebenso kaufen wir gebrauchte E-Bikes von Herstellern und Händlern. Unsere professionellen Mechaniker:innen führen dann eine 20-Punkte-Inspektion an jedem Fahrrad durch und erneuern dieses vollständig. Dabei halten wir uns an höchste Qualitätsstandards. Schließlich verkaufen wir diese Fahrräder online.

Für Upway Kund:innen ergeben sich so drei große Vorteile: Zum einen bieten wir mit Modellen ab 500 Euro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für alle E-Bike-Typen und -Marken, von Cube bis Riese & Müller oder Haibike, und das bis zu 60 Prozent günstiger als der Neupreis. Des Weiteren wird das Fahrrad in weniger als 5 Tagen nach Hause geliefert. Kund:innen haben außerdem ein 14-tägiges Rückgaberecht, wenn das Bike nicht den Anforderungen entspricht. Und schließlich profitieren Verbraucher:innen von einer einjährigen Garantie auf ein hochwertiges Fahrrad, das einer 20-Punkte-Inspektion durch einen professionellen Mechaniker:innen unterzogen wurde. Unser Support-Team betreut Kund:innen rund um die Uhr. 

Zusätzlich entlasten vollständig erneuerte E-Bikes die Umwelt, da einem bereits produzierten E-Bike ein neues Leben gegeben wird. So kann unnötiger Abfall vermieden und die Notwendigkeit, neue Produkte aus der ganzen Welt zu importieren, verringert werden.

Upway, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, Elektromobilität für alle Menschen zugänglich zu machen, um so wertvolle Ressourcen zu schonen. Diese Vision verfolgen wir, indem wir Tausende von E-Bikes in Europa und bald auch in Nordamerika vollständig erneuern und so ein neues Leben schenken. Heute sind wir stolz darauf, in vier europäischen Ländern die größte Auswahl an refurbished E-Bikes anbieten zu können. Ende 2022 werden wir in den USA und nächstes Jahr in weiteren europäischen Ländern an den Start gehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster Rat ist, den Schritt zu wagen und nicht zu zögern. Wenn man das Ziel hat, ein Unternehmen zu gründen, besteht das größte Risiko darin, dass es immer gute Gründe geben wird, dieses Projekt zu verschieben. Daher haben wir beschlossen, unsere Jobs zu kündigen, um unsere ganze Energie der Entwicklung und Umsetzung der richtigen Idee zu widmen. 

Sobald man eine vage Vorstellung davon hat, welches Problem man lösen möchte, empfehle ich, so schnell wie möglich einen Weg zu finden, die Idee auf dem Markt zu testen – aus dem tatsächlichen Kundenfeedback lerne ich so viel mehr als aus jeder Art von Forschung.

Schließlich sollte man sich mit Menschen umgeben, die die eigene Vision unterstützen. Ein Unternehmen zu gründen ist aufregend und eine tolle Erfahrung, aber auch herausfordernd: Es gibt Momente des Zweifels und viele Menschen werden gute Argumente finden, warum die Idee nicht funktionieren wird. In diesen Momenten ist es wichtig, dass man Personen um sich hat, die einen unterstützen, Kraft geben und dabei helfen, immer weiterzumachen.

Wir bedanken uns bei Toussaint Wattine für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Die wichtigsten Kunden sind Ihre Mitarbeiter!

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kunden mitarbeiter

Es ist kein Geheimnis, dass ohne entsprechende Mitarbeiter kein Unternehmen funktionieren kann. Selbst einfache Abläufe, die den täglichen Workflow betreffen, sind ohne Angestellte nicht möglich. Ebenfalls gibt es keine Möglichkeit, die eigenen Kunden zu betreuen, wenn niemand da ist, der das tun könnte. Eine Branche, die im Moment massive Probleme mit dem Halten und Finden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat, ist die Pflege. Kaum eine Branche weist eine solche Fluktuation auf, wie es hier der Fall ist. Doch wie kann nun Personal gefunden oder auch gehalten werden?

Was macht ein Unternehmen interessant?

Im heutigen digitalen Zeitalter sind Unternehmen mit nur wenigen Klicks im Internet auffindbar. Schnell können sich potentielle Bewerber ein Bild über diese Unternehmen machen. Mitarbeiter, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung sind, haben ganz einfach über Portale wie Google oder Kununu die Möglichkeit, herauszufinden, wie die Struktur eines Unternehmens ist und wie aktuelle oder ehemalige Angestellte diese bewerten.

Auch die Website, Social Media Kanäle und weitere “Spuren im Netz” geben ein Bild über den potentiellen Arbeitgeber her. Heute ist es Normalität, dass man sich als möglicher Bewerber erstmal informiert über den neuen Arbeitgeber. Und was macht man da? Einfach mal “googlen”. Ist eine Firma also gerade hier nicht richtig positioniert, wird sich die Mitarbeitersuche als wahre Herausforderung herausstellen.

Als Arbeitgeber richtig positionieren

Damit ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber erfolgreich am Markt positioniert werden kann, ist es wichtig, eine eigene Employer Brand aufzubauen. Diese lässt das Unternehmen mit seinen marktspezifischen Handlungen, aber auch mit dessen Vision und der Unternehmenspolitik öffentlich auftreten. Eben durch diesen öffentlichen Auftritt eignet sich das Unternehmen eine authentische Ausstrahlung nach außen an, welche dann von potenziellen Angestellten, aber auch von verschiedenen möglichen Partnern und Kunden wahrgenommen wird.

Genau wie bei einem normalen Kundenverhalten geht es hier um die Wahrnehmung sowie die Positionierung einer Firma am Markt. Hierbei spielt es keine Rolle, ob Kunden oder Mitarbeiter gefunden werden sollen. Wichtig ist, dass man von diesen selbst auch gefunden und wahrgenommen wird.

Eine normale Stellenausschreibung war einmal

Ist ein Unternehmen mit seiner Employer Brand erst einmal am Markt positioniert, passiert es oft, dass Bewerber sich ganz allein melden und für die Firma arbeiten wollen. Um diesem Vorgang nachzuhelfen, bietet es sich an, Stellenausschreibungen zu positionieren. Doch gerade in Branchen, in denen ein reger Fachkräftemangel herrscht, ist eine Anzeige, die einen Job beschreibt, den es zur Genüge gibt, nur eine weitere von vielen. Gibt man etwa den Begriff Pflegepersonal in Jobbörsen ein, erscheinen sehr viele Anzeigen.

Warum sollte sich ein Bewerber also genau auf diese bewerben, die von dem eigenen Unternehmen geschaltet worden ist? Das viele Geld, was diese Anzeigen oftmals kosten, können sich Unternehmerinnen und Unternehmer sparen, wenn sie nicht als einer von vielen wahrgenommen werden wollen. Heutzutage bedarf es ein wenig mehr Kreativität, um potenzielle Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen. Warum also lassen Unternehmen Ihre Stellenanzeigen nicht zu den Bewerbern kommen? Hierzu müssen mögliche Angestellte nur da angesprochen werden, wo sie sich ohnehin aufhalten: in Social Media Netzwerken.

Sei anders als alle anderen

Diesen Spruch haben fast alle schon einmal gehört, aber umsetzen tun es die wenigsten. Leider ist es auch heute noch so, dass viele Unternehmen, die Bewerber suchen, sich auf langweilige und überall gesehene Floskeln in Ausschreibungen beziehen, die einfach niemand mehr lesen will. Wer sich abheben möchte, der muss eben anders sein. Ebenfalls ungern gesehen ist eine Wortwahl, die beschreibt, dass „Firmenveranstaltungen“ regelmäßig stattfinden.

Meistens bezieht sich dieser Satz auf ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier, die jedes Jahr jeweils einmal veranstaltet werden. Hier fragen sich ehemalige Bewerber, die dann im Unternehmen angestellt sind, womöglich, welche Regelmäßigkeit hiermit gemeint war. Um genau an diesem Punkt anders zu sein, ist es wichtig, einen standhaften Teamspirit aufzubauen, welcher auch durch die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach außen getragen wird. Nur so ist gewährleistet, dass diese hinter dem Unternehmen stehen und andere, die ebenfalls dort arbeiten wollen, mitreißen.

Die wichtigsten Kunden sind Ihre Mitarbeiter!

Autor:

Basti Dörges Wurzeln liegen in der Beratung und im Marketing mittelständischer Unternehmen. Seit 16 Jahren arbeitet er mit und für verschiedenste Unternehmen in der Pflegebranche u.a. in der Projektplanung, dem Bau und der personellen Strukturierung von Pflegeheimen.

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ärmel hochkrempeln

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orthexo exoskelette

Orthexo Vergleichs­platt­form für Exoskelette: Reha, Hilfsmittel, Militär und Industrie 4.0

Stellen Sie sich und das Startup Orthexo doch kurz unseren Lesern vor!

Liebe Leserinnen und Leser, mein Name ist Tom Illauer (33 Jahre alt, aus Bochum) und ich bin Gründer von Orthexo.de. Orthexo ist ein Akronym für orthopädische Exoskelette, denn wir haben eine Vergleichsseite, oder in der Startup-Welt gesprochen einen kuratierten Asset-Light-Leadgen-Marktplatz, für medizinische und industrielle Exoskelette gegründet. Konkret finden Patientinnen Exoskelette für MS, Querschnitt, Parkinson, Spasmen und nach einem Schlaganfall zwecks Alltagsnutzung, Therapeuten Exoskelette für den Reha-Einsatz, Behörden militärische Exoskelette und die Industrie 4.0 industrielle Überkopf- und Rückenexoskelette. 

Weiterhin sind wir dabei die Medienmarke Nummer 1 für Exoskelette weltweit zu werden, bieten die Vermittlung von Fachanwälten bei Hilfsmitteln Ablehnungen an, wollen Sanitätshäuser als Leistungserbringer schulen und das Thema bekannter machen. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Bis ich in die Gesundheitsbranche kam, war ich typischer BWLer. Ich habe mich wenig mit dem Thema beschäftigt. Nach dem Dipl. Betriebswirt und dem Dipl. Investmentbanker, bin ich aus familiären Gründen in die Pflegebranche abgetaucht. Diese fand ich so spannend, dass ich u.a. als Berater & CRM Manager von Pflege.de gearbeitet habe, als CMO vom zweitgrößten Pflegeheimanbieter in Deutschland und schlussendlich als CMO und Head of eCommerce Deutschlands größter Sanitätshausgruppe. 

Hier konnte ich die Emotionen live miterleben, als ein querschnittsgelähmter Patient dank eines Exoskelettes nicht nur wieder laufen konnte, sondern Unabhängigkeit und Freiheit neu erlangte. Seitdem habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und musste feststellen, dass 4 von 5 Werkarbeitern später an Rückenschmerzen erkranken sowie dies ebenfalls der Grund für die höchsten krankheitsbedingten Abwesenheiten ist, obwohl es dafür industrielle technologische Exoskelette gibt. Also warum werden diese nicht inflationär genutzt? Dafür gab oder gibt es zwei Gründe. 1. Das Thema ist zu unbekannt und 2. Es fehlt an einer zentralen Vergleichs- und Informationsplattform mit allen weltweiten Lösungen.

Ich habe schon viele Vergleichsseiten gegründet und viele Geschäftsmodelle bei anderen Gründerinnen adressiert, denn mir hat immer etwas gefehlt, nämlich Fußstapfen zu hinterlassen und einen gesellschaften Engpass zu lössen, anstatt den siebten veganen Schokoriegel zu gründen. 

Welche Vision steckt hinter Orthexo?

Unser Ziel ist ganz klar. Wir wollen das Thema im Sinne der Hersteller und Händler größer machen. Wir wollen aufklären, beraten und für Aufmerksamkeit sorgen. Schon bald ist die Technologie so weit, dass Exoskelette preislich immer attraktiver werden. Dann gibt es auch keine Ausreden mehr. Weil jeder das Recht auf „Gehen“ und „Arbeiten ohne körperliche Einschränkungen“ hat. Daher werden wir zeitnah in den USA launchen, Interessenverbände gründen, das Produktportfolio weiter ausbauen, Exoskelette as a Service anbieten und vieles mehr. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich habe primär alleine gegründet und hätte mir jemand gesagt, dass es so viel exekutive Arbeit werden wird, hätte ich potentiell aufgegeben. In Summe sind fast 2.700 Stunden meiner eigenen Zeit in das Projekt geflossen. Der größte Engpass war die Produktrecherche, denn es gibt über 140 Hersteller weltweit und diese sind absolute Experten was das Thema Entwicklung und Forschung angeht, gleichwohl nicht im Marketing. Daher findet man online kaum Informationen, wie laut die Lösungen sind, welche Risiken es gibt, wie lange das Anlegen dauert, wie schwer diese sind und vieles mehr. 

Finanziert habe ich das Startup mit eigenen Mitteln. Bisher sind ca. 60.000 EUR in die Idee geflossen. Investoren haben wir keine. Vor kurzem konnte ich einen Experten aus der Branche als Co-Gründer für die Challenge gewinnen. Dies können wir jedoch erst publizieren, wenn sein Arbeitsvertrag ausgelaufen ist. Übrigens spannend ist, dass über 40 Investoren abgesagt haben. So kann es für Gründer auch laufen. Man muss das sportlich nehmen und die Ärmel hochkrempeln. Ich komme aus einem Dorf mit 3.000 Einwohnern, kenne nur Entwickler und Marketer. 

Aus der Studienzeit hat sich niemand getraut, alte Kolleginnen suchen Sicherheit, also gründet man alleine, weil man kein Startup-Netzwerk wie in Berlin hat. Danach sagen einem die VCs, dass sie nicht investieren können, weil eine Frau im Gründerteam fehlt und der TAM unter 5 Milliarden liegt. Es gibt halt Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, daher ist alles bootstrapped. Wenn das jedoch eine Expertin im Exoskelett-Markt liest und Bock auf die Reise hat: Welcome on Board…

Wer ist die Zielgruppe von Orthexo?

Eine ganz spitz positionierte demo- und psychografische Zielgruppe gibt es nicht. Industrielle Exoskelette werden von Einkäufern angefragt, Exoskelette für Rehaeinrichtungen von Therapeutinnen und Exoskelette zur Alltagsbewältigung bei bestimmten Diagnosen von Endverbrauchern. Letztere zahlen dann jedoch die Lösungen nicht selber, denn das wird dann wiederum von den Kassen (unter bestimmten Voraussetzungen) übernommen. Hier gibt es tolle Entwicklungen. Letzte Woche gab es hierzu ein bahnbrechendes Urteil, dass im Kontext sagt, dass Kassen Patienten mit Querschnittslähmung ein Exoskelett (die Kosten liegen hier ca. bei 100.000 EUR) als Invaliditätsausgleich genehmigen müssen. 

Wie funktioniert Orthexo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Es gibt am Markt bisher nur eine Plattform, die versucht hat, alle weltweiten Exoskelette zu pflegen. Diese verlinkt jedoch auf die Hersteller. Wir haben nicht nur doppelt so viele Lösungen identifiziert, respektive gelistet, sondern auch alle Informationen zu den Lösungen vergleichbar dargestellt. Das Haupt-USP ist jedoch „die bestmögliche Alternative“. Wir haben festgestellt, dass Einkäufer beispielsweise durch Brandwerbung von Herstellerlösungen hören. Sie suchen danach und stellen fest, dass die Lösungen überhaupt nicht mit den Bedürfnissen „matcht“. Genau das ist auch das große Problem bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen. 

Statt die Suche abzubrechen, weil das Gerät zu schwer ist oder nur für Tragende bis 99 Kilogramm geeignet ist, können wir zu jeder Lösung die bestmögliche Alternative anzeigen. Wir wissen, welche Exoskelette es für Rest-Muskelfunktion gibt, welche für MS besonders geeignet sind, welche Überkopfexoskelette man für die Automontage nutzen sollte usw. Das verschafft uns den Vorteil von effizienteren Kundenakquisekosten. Weiterhin komme ich aus der SEO-Welt und die Ratgeber sorgen jetzt schon für viele kostenfreie Anfragen. Nachbauen kann jeder Alles. Der Unterschied liegt in der Geschwindigkeit, dem Knowhow, dem Netzwerk und dem Willen. 

Orthexo, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir zur Anlaufstelle Nummer 1 für die Branche werden. Wir glauben, dass Exoskelette die gleiche Wirkung wie das Fließband haben werden. Wir sind nur vor der Zeit und bauen unsere Plattform so weiter aus, dass der Hype in zwei bis vier Jahren das Geschäftsmodell an die Spitze treiben wird. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Ärmel hochkrempeln“: Treffe keine Entscheidung auf Informationen von Branchen-Dinosauriern und baue einen MVP, der das Problem löst und zeige, dass deine Idee funktioniert. „Gehe All-In“: Wir leben in Deutschland. Unternehmen suchen nach außergewöhnlichen CVs mit Machern. Streuung und risikoaverse Strategien sind für Investoren toll, aber nicht für Gründer. Es gibt tausend Gründe zu scheitern. Ein Kunde zahlt nicht, Mitarbeiter kündigen, eine Versicherung will nicht zahlen…Aber dann hat man alles gegeben. Man sollte sich nie vorwerfen, gescheitert zu sein, weil man zu viel Angst hatte oder zu vorsichtig war. „Hört auf mit den Startup-Phrasen“: Wenn ich Sätze lese wie „Wir wollen XY demokratisieren“, dann gehen meine Alarmglocken an. 

Wir Gründer sollten mehr Demut vor Familienunternehmen und einfachen Selbständigen zeigen. Manche Dönerbude und mancher Bäcker macht mehr Umsatz als das Fintech von nebenan, wird aber nicht mit Milliarden bewertet und bezeichnet sich nicht als Unicorn. Baut einfach was cooles, brüllt es nach draußen und bleibt auf dem Boden. 

Und meine Erfahrung: Ich war für zwei Unternehmen mit Milliarden Bewertung Leiter Marketing und bin als pro bono Advisor für drei Startups aus der digitalen Pflege tätig. Wenn ich eins gelernt habe, dann redet mit so vielen Menschen aus der Branche, wie es nur geht. Besucht Messen, schreibt Personen auf Linkedin an und adressiert Eure Idee mit Wunsch auf Feedback bei Verbänden. Die Menschen wollen wirklich helfen. 

Wir bedanken uns bei Tom Illauer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Orthexo

Kontakt:

Orthexo.de
Am Kuhlenkamp 17a
D-44795 Bochum

www.orthexo.de
kontakt@orthexo.de

Ansprechpartner: Tom Illauer

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Gründer

Setzt Prioritäten: versucht nicht sofort alles auf einmal umzusetzen

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CxS startup startups

CxS: Customer meets Startup , ein Startup für Startups

Stellen Sie sich und das Startup CxS doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Sophia und Chris aus Köln und haben Ende August CxS – Customer meets Startup gegründet, ein Startup für Startups. 

Bei CxS stellen wir regelmäßig wechselnd neue Startups vor und geben ihnen Raum, um ihre Geschichten, ihre Missionen und Visionen zu erzählen. Parallel dazu bieten wir die Produkte der Startups in unserem Onlineshop an, binden sie in unsere Marketingaktivitäten ein und übernehmen den Versand an den Endkunden. Nach dem Kauf holen wir Feedback zu den Produkten ein und spielen dies an die Startups zurück. So können sie ihre Produkte optimieren und ihre Chancen erhöhen, langfristig am Markt zu bestehen.

Seit dem 6.November 2022 sind wir mit unserem Onlineshop auf shopstartups.de live und es kommen stetig weitere spannende, junge Unternehmen und Produkte hinzu.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Wunsch ein eigenes Unternehmen zu gründen, besteht schon seit längerer Zeit. Sophia hatte bereits während ihres Auslandssemester eine Idee, allerdings fehlte ihr damals noch der Mut, diese wirklich umzusetzen. In den letzten fünf Jahren waren wir beide als Unternehmensberater im Digitalisierungsbereich tätig. Diese Arbeit hat uns allerdings immer weniger erfüllt und die Werte in dem Unternehmen haben sich im Laufe der Zeit stark verändert. 

Uns war es wichtig wieder Spaß an der Arbeit zu haben, Energie daraus zu ziehen anstatt sie zu verlieren. Gleichzeitig wollten wir unsere Fähigkeiten mit mehr Wertigkeit und Sinnhaftigkeit verbinden. So haben wir uns während des ersten Corona Lockdowns hingesetzt und überlegt, was uns liegt und was uns interessiert.

Da wir beide schon immer gerne neue Produkte ausprobieren, aber bisher immer nur durch Zufall oder Empfehlungen davon erfuhren, kam uns die Grundidee für CxS. Diese haben wir über die Monate dann stetig weiterentwickelt. Da parallel zu der Beratertätigkeit nur wenig Zeit blieb, um die Vorbereitungen für die Gründung durchzuführen, hat Sophia Ende letzten Jahres den Mut gefasst und ihren Job gekündigt. Seit April 2022 konnte sie sich vollkommen auf die Gründung und die Umsetzung konzentrieren. Chris ist in der Frühphase weiterhin in der Beratung tätig. 

Welche Vision steckt hinter CxS?

Mit CxS wollen wir die Lücke zwischen Endkunden und Startups schließen und möglichst vielen jungen Unternehmen helfen, langfristig am Markt zu bestehen. CxS soll daher zu einer Marke werden, die bei den Kunden bekannt ist. Die Kunden sollen wissen, dass sie dort immer wieder neue Startups kennenlernen und somit schnell an innovative Produkte gelangen. Durch den Kauf und das anschließende Feedback unterstützen die Kunden zudem aktiv die Startups, was der Wirtschaft und dem Innovationsfortschritt in Deutschland letztlich ebenfalls zu Gute kommt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir sind bisher komplett eigenfinanziert. Zu Beginn war es eine Herausforderung nebenberuflich als Berater zu gründen, was wir dann relativ schnell durch Sophias Kündigung lösen konnten. Doch dies blieb nicht die einzige Herausforderung bei der Gründung. Es war schwierig die richtigen Informationen zu finden, die entsprechenden Gründungsschritte zur richtigen Zeit durchzuführen, die langen Warte- und Bearbeitungszeiten und die teilweise karge und lückenhafte Kommunikation der Ämter mit uns als auch untereinander. Das alles kostet viel Zeit und Nerven.

Parallel dazu mussten wir erste Startups gewinnen, die an uns und unsere Idee glauben. Wir haben zunächst den Weg der Kaltakquise per E-Mail versucht, doch darauf reagieren eher wenige Startups. Ab Anfang September haben wir den Fokus auf verschiedene Startup-Events in Köln gelegt. Dort kamen wir wesentlich besser mit Gründern in Kontakt und konnten so die ersten Partner-Startups für uns gewinnen. Inzwischen funktioniert die Mund-zu-Mund Empfehlung ganz gut und es kommen einige Anfragen über unser Kontaktformular auf der Homepage ein.

Aktuell ist unsere größte Herausforderung unser Konzept und unsere Marke bekannt zu machen, potentielle Kunden zu erreichen und für uns zu gewinnen. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ein wirklicher Kraftakt. Doch auch diesen nehmen wir an und hoffen, dass sich die Kunden insbesondere dieses Jahr bei ihrem Konsum für die Unterstützung von inländischen Startups entscheiden, anstatt bei den Big Playern zu kaufen.

Wer ist die Zielgruppe von CxS?

Wir haben eine recht breite Zielgruppe, da wir Produkte aus verschiedensten Bereichen, wie beispielsweise Sport, Entspannung, Beauty & Kosmetik aber auch Haus & Garten anbieten. An sich sprechen wir alle Menschen an, die sich für neue und innovative Produkte interessieren und gerne Feedback geben. 

Wir haben uns zu Beginn auch bewusst dazu entschieden, unseren Fokus nicht nur auf nachhaltige Startups zu legen, da es bei manchen Produkten leider einfach schwierig ist in der Frühphase wirklich alle Aspekte der Nachhaltigkeit abzudecken. Wir stellen allerdings fest, dass der überwiegende Teil der Startups sehr gut mit dem Thema vertraut ist, sie ihr Bestes geben und wir dadurch bereits eine Vielzahl an nachhaltigen Produkten anbieten können. 

Wie funktioniert CxS? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Als Kunde ist es ganz einfach: zu uns auf shopstartups.de kommen, die Startups kennenlernen, ihre Produkte erwerben und die Bestellung in wenigen Tagen per DHL Go Green oder in Köln per Lastenrad erhalten. Im Anschluss senden wir eine E-Mail mit einem kurzen Fragebogen aus, in dem der Kunde seine Erfahrung und Zufriedenheit zu den Produkten abgeben kann – natürlich freiwillig. Dieses Feedback spielen wir gebündelt und anonymisiert an die Startups zurück.

Für teilnehmende Startups haben wir es ebenfalls möglichst einfach gehalten: Kontaktformular auf shopstartups.de ausfüllen, absenden und wir melden uns innerhalb von 48h Stunden für einen Termin zum Kennenlernen. Wir haben auch kleine Leitfäden und Checklisten für die Startups erstellt, damit sie eine Übersicht und möglichst wenig zusätzlichen Aufwand bei der Partnerschaft mit CxS haben.

Was uns vom Standard abhebt? Bei uns stehen die Startups im Vordergrund. Wir möchten sie im Markt sichtbarer machen, mit den Kunden verknüpfen und ihnen einen zusätzlichen Mehrwert durch das Feedback geben. Zudem setzen wir auf ein eigenes Logistikkonzept, schließen Dropshipping kategorisch aus und testen auch selbst alle Produkte bevor wir sie aufnehmen. 

CxS, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir hoffen, dass das Konzept möglichst viel Anklang findet, auch in den aktuell schwierigen Zeiten. Auf unserer Future-Wish-List stehen einige Ideen, die wir in den kommenden Monaten umsetzen werden. Bald wird es beispielsweise auch eine lokale Abholstation in Köln geben. Tatsächlich möchten wir auch in 4-5 Jahren das Konzept von CxS um eine Beratungsleistung für Startups im Bereich Marketing & Vertrieb erweitern. Und auch eine App für die Plattform und die Feedbacks würden wir uns in naher Zukunft wünschen. Zudem hoffen wir, dass wir unser Team baldmöglichst erweitern können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Wenn ihr eine Idee habt, geht raus und sprecht möglichst früh darüber. So könnt ihr euch erstes Feedback einholen und prüfen, ob die Idee wirklich Potenzial hat. Und oftmals bekommt ihr noch weitere Tipps, die wirklich hilfreich sein können!

2. Setzt Prioritäten: versucht nicht sofort alles auf einmal umzusetzen. Lieber step-by-step und dafür gut umgesetzt. Sonst besteht die Gefahr schnell überfordert zu sein und sich in all den Optionen zu verlieren.

3. Holt euch einen Coach oder Mentor für die Schritte der Gründung an die Seite. Uns hat es nämlich wirklich viele Nerven und Zeit gekostet, um uns alleine als Neulinge in diesem Bereich durchzukämpfen.

Wir bedanken uns bei Raphael Messe für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Nähe zum Kunden

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GelatoPack lieferbox speiseeis

GelatoPack PCT-patentierte Lieferbox für Speiseeis, die über zwei innenliegende Kühlkammern mit unterschiedlichen Temperaturzonen verfügt

Stellen Sie sich und das Startup GelatoPack doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Andreas Siebrecht. Ich bin Gründer von GelatoPack und Erfinder der gleichnamigen PCT-patentierten Lieferbox für Speiseeis, die über zwei innenliegende Kühlkammern mit unterschiedlichen Temperaturzonen verfügt. 

In die Entwicklung von Gelatopack konnte ich über zwei Jahrzehnte Erfahrung aus verschiedenen Bereichen der Unternehmensberatung, des Vertriebs und des Marketings mit Personalverantwortung u.a. aus der Division Trockeneis & Lebensmittelgase bei der global agierenden Linde GmbH, sowie als Inhaber verschiedener Eisdielen mit einem Flagship Store im Hamburger Flughafen einbringen. 

GelatoPack ist ein absolutes Novum und eröffnet Eisdielen, ital. Restaurants u.a. weltweit zum ersten Mal die Möglichkeit, ihre Eisbecher mit oder ohne Toppings aus Sahne und/oder Früchten – in Kooperation mit Lieferdiensten – im Home Delivery Service oder als Take-Away zu verkaufen. So einfach, wie man es vom Pizza-Lieferdient kennt. 

Die Eiskreationen behalten im Liefervorgang stets die verzehroptimale Qualität – selbst bei 40° im Schatten, für mindestens 60 Minuten. Kein Kleckern, Tropfen, Schmelzen oder gefrieren der Toppings. 

Das HIGHLIGHT: Die Lieferbox ist für den Handel und deren Kunden kostenneutral. Sie kostet nur 0,95€ und finanziert sich durch die 12-prozentige USt.-Ersparnis. Denn für Eiskreationen außer Haus gilt der Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, während beim Verzehr vor Ort (z.B. Eisdiele 19 Prozent) verlangt werden muss.

Die GelatoPacks sind selbstverständlich komplett nachhaltig. Sie sind mehrwegfähig, bestehen zu 100 % aus nachwachsenden Rohstoffen und sind zu 100 % recyclebar und/oder kompostierbar.

Welche Vision steckt hinter GelatoPack?

Ziel es ist die Gelatopack GmbH zum weltweiten Marktführer für alle thermosensiblen Produkte auszubauen. 

Denn Rahmen der Forschung um lebensmittelgeeignete Phasenwechselmaterialien (PCM) als Kühlflüssigkeit für dekoriertes Speiseeis konnten nicht nur PCM entwickelt werden, die geeignet sind Speiseeis während der Lieferdauer konstant auf eine Temperatur von ca. -13°C und die Deko aus Sahne und Früchten auf Kühlschranktemperatur (0 bis +7°C) zu kühlen, sondern auch PCM, die den gesamten Temperaturbereich von -79°C bis +20°C abdecken. 

Damit verfügt die GelatoPack GmbH schon heute über das Knowhow, um neben Speiseeisprodukten auch zahlreiche weitere thermosensible Produkte bspw. im eCommerce-Handel mit Frische-Lebensmitteln, Pharma- und Biotechnologie auf dem Logistikweg optimal zu kühlen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war die Forschung an einer Kühlflüssigkeit, die einen Phasenwechsel bei -13°C hat, lebensmittelecht und sensationell preisgünstig in der Herstellung sein musste. 

Denn nur so lässt sich kostengünstig Speiseeis in jedem Zeitpunkt der Lieferung auf verzehroptimale konstante 13°C kühlen. Der Temperatur, in der das Eis in der Gelateria gekühlt wird. Denn bei dieser Temperatur ist das Eis ist nicht so kalt, hart und geschmacklos, wie das bei Eis aus dem Supermarkt der Fall ist. Die Kühlung der Deko auf rund 7°C verhindert ein Gefrieren der Sahne, als auch das Verflüssigen selbiger. Denn geschlagene Sahne schmilzt bei Temperaturen über 10°C.

Das Pre-Seed wurde aus Eigenmitteln finanziert. Das einzuwerbende Beteiligungskapital in Höhe von 1,2 Mio. Euro für 20 Prozent der Gesellschafteranteil, soll jetzt den Start in die Eissaison 2023 und die Teilnahme an der weltgrößten Speiseeis-Messe (SIGEP) mit über 250.000 Fachbesuchern aus aller Welt sichern. 

Wer ist die Zielgruppe von GelatoPack?

Nur dank der hohen Skalierbarkeit des Geschäftsmodells – über globale Lizenzverträge auf das den Premium Speiseeis-Lieferverpackungen innewohnende Kühlverfahren – mit Einnahmen von 10 bis 30 Cent je verkauftem GelatoPack, lassen sich äußerst lukrative EBIT-Renditen von über 50 Prozent und Lizenzeinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe prospektieren.  

So können Vertriebspartner wie Häagen-Dazs mit eigenen Eiscafés in 52 Ländern und einem Umsatz von über einer Milliarde Euro im Jahr, aber auch Speiseeisproduzenten von Nestle bis Unilever und General Mills, sowie die im jeweiligen Markt führenden Lieferdienste, alle Komponenten des GelatoPacks in Eigenregie produzieren oder produzieren lassen und selbständig vermarkten. 

Natürlich lassen sich die extrem margenträchtigen Eisbecher/Produkte zur Gewinnmaximierung der Lieferdienste auch ohne Umweg über Eisdielen & Co. in den Delivery-Warenlagern der Ballungszentren konfektionieren und vertreiben. Schließlich gilt es einen neuen Milliardenmarkt für Home-Delivery-Speiseeisprodukte zu verteilen.

Wie funktioniert GelatoPack? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das GelatoPack revolutioniert das Außer-Haus-Liefergeschäft mit Premium-Eisbechern, Parfaits & Milchshakes in verzehroptimaler Qualität. 

Hierdurch kann der bereits bestehende große Premium Speiseeis-Markt, mit Schlüsselteilnehmern wie Froneri (Häagen Dazs), Unilever (Carte d’Or) und Dunkin Donuts (Baskin‘-Robbins) essenziell (um das Außer-Haus-Liefergeschäft) erweitert werden. 

Die bisherigen Versuche eine Außer-Haus-Lieferung zu implementieren, trugen zwar einen großen Forschungs- und Versuchsaufwand der weltgrößten Speiseeishersteller mit sich, konnten sich jedoch nicht am Markt durchsetzen. Beispielweise floppte Häagen-Dazs im Jahr 2018 in London mit dem Versuch, einen temperaturgeregelten Lieferwagen mit Hilfe von Facebook Messenger Chatbots und einer Geotagging-Funktion als mobile Filiale einzusetzen. 

GelatoPack, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Der Break Even wird für 2025 erwartet. Während für 2023 und 2024 noch von einem zunächst negativen EBIT-Ergebnis von rund 0,5 Millionen respektive 0,2 Millionen Euro ausgegangen wird.  Die Prognose geht von einem EBIT-Ergebnis von 3,5 Millionen Euro im Jahr 2025 aus, dass bis 2027 auf mindestens 14 Millionen Euro p.a. ansteigt. 

Dank der Vermarktung des Patentanspruchs im Rahmen von weltweiten GelatoPack-Lizenzverträgen wird mit Erreichen des Break-Even-Points eine operative Marge von rund 60 Prozent erwartet, die auch in den Folgejahren in gleicher Höhe fortgeschrieben werden dürfte.  Ein Wert, den sonst nur einige führende Software-Unternehmen über ihre Skalierung erreichen. Und das in einem globalen Markt mit einem Speiseeisumsatz von jährlich über 60 Milliarden US-Dollar.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ideen gibt es viele, manchmal gute, manchmal weniger gute, doch aus den meisten lässt sich in der Regel Kapital schlagen. Bei völlig neuen Ideen sollten sich die Starter sehr gut auf die Entwicklungsphase vorbereiten.

Lösungen für bestehende Probleme vieler Menschen zu finden, gehört immer noch zu den erfolgreichsten Konzepten für eine Neugründung. Wer weiß, was die Leute brauchen oder was ihnen das Leben erleichtert, kann nicht viel falsch machen.

Die Verbesserung von bestehenden Produkten, Dienstleistungen oder Services sollte nicht unterschätzt werden, denn viele Kunden und User geben ihr Feedback regelmäßig ab und wünschen sich Veränderungen. Diese Nähe zum Kunden ist auch für GelatoPack der Grund alle Komponenten der Lieferbox in Deutschland über Dritte produzieren zu lassen. Und über Multiplikatoren wie Lieferdienste, Eisdielenketten zu vermarkten. Denn dies sichert das direkte Kunden-Feedback. Außerhalb Deutschlands kann man sich auf die strategischen Lizenzpartner verlassen, die gegen eine Lizenzgebühr von 0,10-0,30€ je verkauftem GelatoPack die Verpackung (nebst aller Komponenten) im eigenen Land herstellen und eigenverantwortlich vermarkten.

Wir bedanken uns bei Andreas Siebrecht für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Schnell in die Sichtbarkeit – mit Persönlichkeit und Authentizität

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sichtbarkeit

Es ist voll geworden auf dem Online-Marktplatz und in den sozialen Netzwerken. Voll und laut. Spätestens seit Corona auch die konservativsten mittelständischen Unternehmen ins Internet gespült hat, sind einzelne Anbieter in der Masse schwer aufzufinden. Doch gerade für junge Startups ist es essenziell, schnell sichtbar zu werden. 

Sich abheben aus der Masse. Schnell sichtbar werden. Wie soll das heute noch funktionieren? Antwort Nummer 1: mit der richtigen Atmung. Kein Scherz. Mehrmals täglich sechs bis acht tiefe Atemzüge in den Bauch wirken Wunder. Die richtige Atmung reguliert das Nervensystem. Gute Nerven werden gebraucht. Denn Antwort Nummer 2 lautet: mit authentischem Personal Branding. Du gehst online mit allem, wofür du stehst. Mit deiner Persönlichkeit. 

Elon Musk, Oprah, Steve Jobs und viele andere haben längst bewiesen, dass Persönlichkeit und Lifestyle von Gründer*innen positiv auf die Produkte abstrahlen und das Interesse in der Öffentlichkeit erhöhen. Was im Großen funktioniert, geht auch im Kleinen und ohne großes Marketing-Budget. Laut Philipp Westermeyer, Gründer von OMR (Online Marketing Rockstars) ist authentisches Marketing nach wie vor im Trend, aktuell in Kombination mit Dokumentation.

Raus aus der Komfortzone

Aber machen wir uns nichts vor: Wer sichtbar ist, ist auch angreifbar. Wir leben in Zeiten von anonymen Hatern, Cybermobbing und ungefilterter Verurteilung von Menschen, die in sozialen Netzen erfolgreich für ihre Träume und Ziele eintreten. Es ist nachvollziehbar, wenn sich junge Unternehmerinnen und Unternehmer aus Angst gegen persönliches Marketing und damit gegen den schnellen Weg in die Sichtbarkeit entscheiden. 

Nachvollziehbar? Ja.
Richtig: Nein. 

Wer immer in der Komfortzone bleibt und nichts riskiert, wird als Unternehmer*in keinen nachhaltigen Erfolg haben.

Zu der Angst vor Negativ-Reaktionen im Netz kommt die im Unterbewusstsein verwurzelte Furcht, nicht gut genug zu sein. Eine innere Stimme flüstert: Was ich tue, was ich erlebe oder leiste, ist doch nichts Besonderes… also ist es auch nichts, wovon ich mit Freude und Stolz berichten kann. Ich werde mich nur lächerlich machen.

Wenn dann noch der Gründungsstress dazu kommt, Schlaf fehlt, die gesunde Ernährung zu kurz kommt und die Investorensuche auch noch die letzte Kraft verschlingt, ist das Nervensystem komplett dereguliert. 

Klarheit und Selbstbewusstsein adé. Authentisches Personal Branding? Auf keinen Fall. Die Angst übernimmt. 

Deshalb also: Immer wieder tief atmen. Bewusste Atemzüge machen einen unglaublichen Unterschied und sorgen für eine Verbesserung deiner gesamten Verfassung. Sie helfen, dein Nervensystem wieder zu regulieren. Du kannst deine Ängste erkennen, sie rational betrachten und so bewusst entscheiden, durch die Angst in die Sichtbarkeit zu gehen. 

Du und der Kanal deiner Wahl

Konkret geht es darum, im Social-Media-Kanal deiner Wahl über dich und dein Unternehmen zu berichten. Lass deine Wunschkundinnen am Wachstumsprozess teilhaben, nimm sie mit auf die Reise deines Unternehmens. 

Erzähle – dokumentiere – für sie, was du tust, wie du es tust und warum. Alles ist von Interesse: der Alltag, das Team, das Produkt, der Fortschritt und die emotionale Achterbahn, die eine Gründung bedeutet. Wenn du nicht allein gegründet hast: Wer von euch kann eure Geschichte mit Freude und Energie am besten erzählen, die Vision am besten in die Online-Welt tragen? 

Sehr gut ist es, mit den eigenen Werten anzufangen. Denn die Werte sagen schon viel über die Person aus. Diese Werte können immer wieder in Inhalte einfließen. Für dich sind Empathie, Engagement und Tierschutz wichtig und du verbringst einen Teil deiner knappen Freizeit im Tierheim? Dann könntest du darüber sprechen und passende Bilder zeigen. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Produkt?

Euch liegt die Umwelt am Herzen? Was tut ihr, um sie zu schützen? Wie nachhaltig arbeitet das Unternehmen? Hobbies, Interessen, besondere Erlebnisse können Themen sein – alles, was echt ist und wofür ihr steht.

Und wenn tatsächlich Ablehnung und Kritik kommen? Dann tut das weh, es ist unangenehm. Na und? Mehr passiert in der Regel nicht, damit lässt sich leben. 

Die eigene Vision ist wichtiger als die Komfortzone. Du willst mit deiner Arbeit anderen Menschen helfen. Du willst Wachstum erfahren – im Business und persönlich. Das ist es, was zählt. Authentizität basiert darauf, dass man sich echt und wahrhaftig zeigt. Mit allen Fehlern, Schwächen und Erfolgen. Offenheit schafft Vertrauen und Nähe zur Community. Wir sind alle Menschen und Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen.

Zur Person:

Die Betriebswirtin, Vertriebs- und Marketing-Expertin Nicole Wehn begleitete seit 2018 bereits mehr als 800 Unternehmerinnen auf dem Weg von der gestressten Selbständigen zur erfolgreichen Unternehmerin. Sie ist außerdem als Transformational Embodiment Coach zertifiziert. Ihr Wissen teilt sie in ihrem Podcast „Her Brand“.

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