Montag, Mai 11, 2026
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Überzeugt und bewusst hinter den eigenen Entscheidungen stehen

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maloa poke bowl

Maloa: Poke Bowl traditionelles hawaiianisches Nationalgericht

Stellen Sie sich und das Startup Maloa doch kurz unseren Lesern vor!

Ma’Loa legt den Fokus auf etwas, von dem Hawaiianer sagen würden, dass es ohne nicht geht. Die Rede ist von Poké Bowl, dem traditionellen hawaiianischen Nationalgericht. Wir geben Euch die Gelegenheit mit Poké, in den Insel-Vibe Hawaiis zu gelangen. Wir servieren ein Stück Hawaii in Eurer Stadt: die besten Poké Bowls, die ihr bekommen könnt. Ma’Loa ist Entspannung, wie Du sie brauchst. Und das für fast jede Art von Diät: vegan, vegetarisch, kohlenhydratarm, glutenfrei oder paläo. Du kannst dir individuelle Poké Bowls für dich und deine Freunde nach Wunsch und Geschmack erstellen. Die abwechslungsreiche Mischung aus knusprigem Gemüse, Reis, Fisch, Fleisch, Sauce und Topping, ist ein Genuss für deinen Körper. Sei erfinderisch und entdecke die Vielfalt.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

In mir steckte schon immer der Wunsch, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wo ich meine Ideen und Visionen in die Tat umsetzen kann. Mir war es wichtig, unabhängig und frei Entscheidungen treffen zu können und dabei die Werte, für die ich stehe, umzusetzen. Eine offene Zusammenarbeit und flache Hierarchien standen für mich an oberster Stelle. 

Welche Vision steckt hinter Maloa?

Nach meinem Abitur entschied ich mich nach Hawaii zu verreisen und mich für ein halbes Jahr dort niederzulassen. Meine Intention war es, neue Kulturen kennen zu lernen, mich von diesen inspirieren zu lassen und auch Geschichten neuer Orte, Menschen und Nationen zu erkunden. Mir war es wichtig, Eindrücke aus aller Welt zu sammeln. 

Da ich damals schon eine gesunde und ernährungsbewusste Lebenseinstellung verfolgte, fiel die Entscheidung auf Hawaii – und dort sprang der Funke über. Ich war fasziniert von der Mentalität und Offenheit der einheimischen Menschen. Die Art und Weise, wie sie ihr Leben stämmen und dabei positiv und glücklich sind, begeisterte mich. 

Zurück in Deutschland trat ich mein BWL Studium an, merkte aber schnell, dass ich Sehnsucht verspürte. Ich vermisste all die Eindrücke und Erlebnisse dort – die Natur, das Meer, die großartigen Wasserfälle, die atemberaubenden Vulkane. Ich begann einen Business-Plan mit allen wichtigen Parametern zu erstellen und hatte das Ziel vor Augen, ein Stück Hawaii nach Deutschland zu bringen und daraus ein wirtschaftliches Geschäftsmodell zu entwickeln. Und somit begann die Reise 2017 von MA’LOA durch die ganze Welt. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eines der größten Herausforderungen war es, ein passendes Objekt zu finden. Für mich war es wichtig, den Store in einer starken und hoch frequentierten Lage in Berlin zu eröffnen. Es sollte ein Ort sein, wo Menschen offen für neue Konzepte sind. 

Bis ich den richtigen Standort gefunden und die Vermieter vom Konzept überzeugt hatte, vergingen sechs Monate. In den gesamten Prozess steckte ich sowohl mein Eigenkapital als auch Fremdkapital. Als wir dann begannen zu wachsen, war kein Fremdkapital mehr nötig, denn die Einnahmen der bereits bestehenden Stores finanzierten das Ganze. 

Wer ist die Zielgruppe von Maloa?

Unsere Zielgruppe sind gesundheits- und ernährungsbewusste Personen (m/w/d) im Alter zwischen 20 bis 40 Jahren. 

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

MA’LOA verwendet ausschließlich frische Zutaten und legt Wert auf Nachhaltigkeit. Wir können mit gutem Gewissen sagen, dass sowohl unser Fisch als auch Fleisch aus artgerechter Zucht oder aus fairen Fangmethoden stammt. 95% unserer Zutaten sind komplett unverarbeitet und naturbelassen. Außerdem bemühen wir uns alle Produkte möglichst regional zu beziehen.

Maloa, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell betreiben wir 21 Standorte. Für das Jahr 2022 sind weitere Stores in Planung. Unser langfristiges Ziel ist die Expansion in Europa voranzutreiben. Wir sind ebenso immer an der Erarbeitung neuer Ideen beteiligt und könnten uns in ferner Zukunft auch im Bereich Hotellerie sehen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Es ist besonders wichtig, überzeugt und bewusst hinter den eigenen Entscheidungen zu stehen und an sich zu glauben. Angehende Gründer sollten diszipliniert an ihren Zielen arbeiten. Nicht zu vergessen ist dabei, dass immer ein Risiko besteht, man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Selbstverständlich nimmt man Ratschläge und Ideen anderer an, aber am Ende bleibt man seinem eigenen Weg treu und beständig. 

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Finanzen und Buchhaltung von Anfang an als Kernthema betrachten

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finway

finway ermöglicht KMUs einfache und fehlerfreie Finanzprozesse

Stellen Sie sich und das Startup finway doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Jennifer Dussileck, Gründerin und Co-CEO von finway. finway ist ein Finanzbetriebssystem für kleine und mittlere Unternehmen, mit welchem diese ihre Finanzprozesse, insbesondere Budgetplanung, alle Einkaufs- und Rechnungsfreigaben, Zahlungen und die komplette dazugehörige vorbereitende Buchhaltung auf einer einzigen Plattform abbilden können. finway hat seinen Hauptsitz in München, doch als hundertprozentige Remote-Company haben wir Mitarbeiter:innen von San Francisco bis Bali. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Persönlich kam es für mich eher zufällig dazu, schon so schnell nach meinem Studienabschluss zu gründen. Das Ziel, etwas zu bewegen, Mehrwert zu schaffen und unmittelbar darauf Einfluss nehmen zu können stand aber schon früh fest in meiner Lebens- und Karriereplanung. Einen meiner Co-Founder, Csaba Krümmer, habe 2019 auf der START Summit in St. Gallen kennengelernt. Csaba hatte zu diesem Zeitpunkt bereits kleinere Unternehmen gegründet und betrieben, u.a. für Nahrungsergänzungsmittel. Von ihm kam die initiale Idee für finway, bei der wir zunächst eine Lösung für das Erkennen doppelt verarbeiteter Rechnungen in Unternehmen entwickeln wollten.

Diese Idee ist durch hunderte Gespräche mit CFOs deutscher KMUs dann schnell in ihrem Umfang gewachsen – und wächst bis heute! Der dritte im finway-Gründerbunde, Philipp Rieger hatte vor finway ebenfalls bereits Gründungserfahrung im Bereich Kryptowährungen. Er wollte ein Tech-Startup als CTO von Anfang an aus technischer Sicht leiten und entwickeln. Zu dritt ergänzen sich unsere Kompetenzen optimal. Für den “Go-to-Market”-Bereich haben wir uns dann ein halbes Jahr nach Unterzeichnung der Gründungsurkunde noch mit Christian Weisbrodt einen erfahrenen Kopf ins Team geholt, der bei finway Vertrieb, Marketing und Customer Success leitet. 

Welche Vision steckt hinter finway?

Unser Ziel ist es, dass Finanzprozesse in allen KMUs fehlerfrei, digital und automatisiert und über eine zentrale Plattform ablaufen, so dass alle daran beteiligten Abteilungen davon langfristig profitieren können. Mit finway sparen Unternehmen bis zu 85% der Zeit ein, die sie bislang für die Verarbeitung von Rechnungen und Belegen aufbringen müssen und sie erhalten zudem Echtzeit-Einblicke in ihre Budgets und Cashflows und vermeiden dabei unnötige Medienbrüche und Insellösungen für einzelne Prozesse. So ermöglichen wir es unseren Kunden, ihren Fokus auf Strategie und Wachstum zu richten, anstatt mit veralteten Zahlen zu planen und jeden Monat Stunde um Stunde durch vermeidbare manuelle Prozesse zu verlieren. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Seit unserer Gründung 2020 werden wir von Felix Haas und seinen Partnern von der 10x Group unterstützt. Im März 2021 haben wir eine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich mit einem Funding von 2,1 Millionen Euro abgeschlossen. Neu als Investoren kamen im Zuge dessen unter anderem btov Partners sowie mehrere Business Angels hinzu, die uns auch im laufenden Geschäft mit Rat und Tat beiseite stehen.

Eine große Herausforderung stellte zum Beispiel dar, den perfekten Kooperationspartner für unsere Firmenkartenlösung mit virtuellen und physischen Debitkarten zu finden. Unter zahlreichen Anbietern haben wir uns schließlich für das Londoner Fintech Weavr entschieden, welches vor kurzem eine Finanzierungsrunde in Höhe von 40 Millionen Dollar einfahren konnte. 

Fortlaufend muss noch erwähnt werden, dass auch der Aufbau unseres Teams natürlich sehr fordernd ist, gerade bei unserem aktuellen Wachstum. Es ist nicht immer leicht, die richtigen Personen zu finden, weil für uns neben dem fachlichen Wissen für die jeweiligen Positionen auch der Teamfit einen enorm großen Stellenwert hat. 

 Wer ist die Zielgruppe von finway?

finway richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen in Europa. Dabei sind wir generell branchenunabhängig. Die Digitalisierung der Finanzabteilung ist für jedes Unternehmen wichtig und sollte weit oben auf der Agenda in diesem Jahr stehen. finway kann aber insbesondere denjenigen Unternehmen tatkräftig unter die Arme greifen, die eine umfangreiche Kreditorenbuchhaltung zu erledigen haben. Das heißt, Unternehmen, die u.a. viele Eingangsrechnungen verarbeiten, in denen Mitarbeiter:innen viel reisen, in denen (Software-)Abonnements ein wichtiges Thema sind, die stets den Überblick über ihre Budgets behalten wollen und ihre Liquiditätsplanung über die gleiche Plattform handhaben möchten. 

Wie funktioniert finway? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

finway ist ein SaaS (Software as a Service) – Angebot made in Germany. Wir bieten monatliche oder jährliche Abos unserer Software an. Der große Vorteil gegenüber anderen Anbietern ist, dass wir von Anfang an die ganzheitliche Lösung im Visier hatten: Eine Plattform für alle Finanzprozesse und Mitarbeiter:innen im Unternehmen, über die der gesamte Prozess von der Budgetierung über die Einkaufs- und Rechnungsfreigabe, die Zahlung via direkter Bankanbindung oder mit integrierten virtuellen und physischen Firmenkarten bis hin zur Übergabe in die Buchhaltung abgebildet wird und über die Unternehmen auch ihre Cashflows in Echtzeit im Blick behalten können.

Diesen “Best of Suite”-Ansatz erweitern wir fortwährend. Anfang März 2022 haben wir unsere Software um eine umfangreiche Lösung für Liquiditätsplanung ergänzt und im weiteren Verlauf des Jahres werden noch andere spannende und relevante Funktionen dazukommen. Für das Liquiditätsmanagement sowie weitere Kernaufgaben von Finanzabteilungen, für die wir aktuell digitalisierte Lösungen in der Entwicklung haben, bietet der deutsche bzw. europäische fintech/SaaS-Markt bereits Insellösungen an. Unternehmen, die diese nutzen zahlen also gleich doppelt, und vermutlich noch für 2-3 weitere Tools um abdecken zu können, was wir mit einem einzigen Produkt anbieten können. 

finway, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Für die nächsten fünf Jahren haben wir uns große Ziele gesetzt. Unsere Softwarelösung hat das Zeug zum europäischen Marktführer, davon sind wir fest überzeugt und dieses Feedback bekommen wir auch von Investoren und Kunden. Der Kontakt zu unseren Kunden steht dabei stets im Mittelpunkt: Was brauchen Unternehmen, ihre Mitarbeiter und ihre Finanzabteilungen, um effizient und strategisch arbeiten zu können, besonders in Krisenzeiten? 

Um dieses Ziel zu erreichen, steht bei uns daher die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung unseres Produkts klar im Fokus. Das betrifft sowohl den Funktionsumfang als auch die Benutzerfreundlichkeit auf allen Endgeräten. Darüber hinaus ist unsere Verfügbarkeit ein zentrales Thema für die kommenden Jahre, wir arbeiten am Markteintritt in zahlreiche europäische Märkte und setzen uns intensiv mit den gesetzlichen und technischen Anforderungen auseinander, damit finway bald europaweit in KMUs zum Einsatz kommen kann. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Tipp 1 ist für mich ganz klar, dass Gründer:innen ihre Finanzen und ihre Buchhaltung von Anfang an als Kernthema betrachten. Das gilt in vielerlei Hinsicht: Jedes Unternehmen sollte stets wissen, wie es um die eigene Liquidität bestimmt ist, wo das Geld herkommt und wo es hinfließt – und das idealerweise in Echtzeit und nicht erst Wochen später, wenn der Monatsabschluss endlich erledigt ist. Zum anderen verdienen die Finanzen und die Prozesse dahinter auch im täglichen Geschäft mehr Aufmerksamkeit als sie heute noch großteils bekommen: Schlecht strukturierte Prozesse, Insellösungen und Exceltabellen führen zu Fehlern, zu erhöhten Zeitaufwand und lenken alle Beteiligten davon ab, bestmöglich zu performen. 

Tipp 2 gilt für Unternehmen, die bereits ein Produkt oder eine Dienstleistung soweit entwickelt haben, dass sie damit durchstarten wollen – diese Gründungsteams sollten sich intensiv damit auseinandersetzen, wie sie an Investoren kommen, die zu ihnen passen, und wie sie mit diesen langfristig zusammenarbeiten können. Dazu gehört auch der sehr wichtige Part, der unmittelbar an Tipp 1 anschließt: Ein fundiertes, korrektes Reporting an Geldgeber und Unterstützer ist nicht verhandelbar. Zu diesem Thema habe ich im im Februar mit Sebastian Bärhold von IDNow im Rahmen eines Webinars gesprochen, welches über unsere Website on-demand abrufbar ist.  

Tipp 3 lautet: Beim Personalaufbau höchsten Wert auf Team und Kultur legen! Gründer:innen brauchen die richtigen Leute in ihren Teams – und das sind Menschen, die sowohl zum Unternehmen als auch zueinander passen. Die richtigen Incentives müssen gesetzt werden, damit alle an den Unternehmenszielen arbeiten, motiviert sind und an einem Strang ziehen. 

Wir bedanken uns bei Jennifer Dussileck für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Krise als Chance: Remote First ist für unser Unternehmen das New Normal

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Am 19.03. endet die Homeoffice-Pflicht in Deutschland. Viele Arbeitnehmer:innen kehren dann an ihre Schreibtische im Büro zurück. Wo der Remote First Ansatz hingegen fest zur Unternehmenskultur gehört, können Arbeitnehmer:innen frei entscheiden, ob sie weiter im Homeoffice bleiben, oder nicht. So auch beim Hamburger Software-Entwickler Dealcode. Während der Pandemie im Sommer 2021 gegründet, setzt das Unternehmen mobiles Arbeiten seit Beginn strategisch für optimales Wachstum ein.

Dealcode Gründer Alexander Weltzsch erklärt, welche Ansätze dem Unternehmen dabei helfen, das Team von Grund auf remote aufzubauen und dabei eine starke Company Culture zu etablieren.

Warum habt ihr Dealcode als Remote First Company positioniert?

Meinem Mitgründer Dennis Hilger und mir war bereits lange vor dem Start unseres Unternehmens klar, dass wir Dealcode zu einem gewissen Grad als Remote Company etablieren möchten. Uns ist der Anspruch bewusst, den die Generationen Y und Z haben. Heutzutage ist für viele Talente die Möglichkeit remote zu arbeiten eine Grundvoraussetzung im Job.

Als dann noch die Covid-19 Pandemie in unserer Gründungsphase die Welt in ungeahnter Weise und Geschwindigkeit veränderte, stand für uns fest, dass Dealcode eine Remote First Company wird. Wir haben ein Arbeitsmodell etabliert, das die Möglichkeiten der digitalisierten Arbeitswelt voll ausschöpft. Unsere Mitarbeiter:innen können innerhalb der EU für bis 183 Tage pro Jahr arbeiten, von wo sie möchten.

Remote First als wichtiger Teil der Unternehmenskultur

Die Bedeutung von Remote First findet sich in fast allen Bereichen unseres Culture Codes wieder, den wir bei uns im englischen Begriff der “GUITAR” zusammengefasst haben.

“G” für Growth, also Wachstum. Mit dem Remote First Ansatz können wir deutlich schneller und professioneller wachsen. Denn wir haben Zugriff auf Talente in der ganzen Welt.

“U” für User-Centricity, also einen Fokus auf die Bedürfnisse des Nutzers. Wir sehen nicht nur unsere Software Kunden:innen als Nutzer*innen, sondern auch die Dealcode Mitarbeiter:innen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es unserem Team damit ermöglicht wird, Berufliches und Persönliches besser in Einklang zu bringen.

“I” für Innovation. Remote First schafft für unser Team eine Ausgangsposition mit vielen Freiheiten, welche ein innovatives Mindset erst ermöglicht.

“T” für Transparenz. Diese ist in einem Remote First Unternehmen wichtiger denn je. Schließlich findet ein Großteil der Kommunikation über digitale Kanäle wie Slack und Google Meet statt. Damit niemand den Anschluss über aktuelle Entwicklungen verliert, muss die Transparenz in allen Teams extrem hoch gehalten werden.

“A” für Agilität. Vermutlich macht uns kaum eine andere Maßnahme als “Remote First” agiler. So sind wir flexibler in der Talentgewinnung in Bezug auf Skills, aber auch auf Sprachen und Wohnsitz. Wir sind agil, weil Mitarbeiter:innen flexibler sind und nicht den “Dienst nach Vorschrift” leben. Wenn etwas fertig werden muss, klappt das auch wenn jemand am spanischen Atlantik oder den österreichischen Alpen sitzt.

“R” steht für Respekt. Im Remote First Kontext bedeutet Respekt, dass wir so viele Formen der Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle respektieren wie möglich. Wir wollen für jedes Talent das optimale Modell finden, um bei Dealcode glücklich und erfolgreich zu sein.

Welche Hürden gab es mit Remote First bisher?

Bislang gab es kaum welche. Im Gegenteil: Wir haben sogar, das Gefühl, dass unsere Mitarbeiter:innen viel produktiver arbeiten. Vermutlich liegt es daran, dass sie sich durch den Remote First Ansatz vollends auf sich selbst konzentrieren können. Die schwierigste Aufgabe war es bislang, Talente aus dem EU Ausland für eine deutsche Firma auf Remote Basis einzustellen. Hier fällt etwas mehr Papierkram an als üblich, aber auch diese Herausforderung konnten wir gut meistern.

Remote First bedeutet nicht, dass wir uns nie persönlich sehen

Trotz Remote First findet jedes Teammitglied einen Arbeitsplatz in Dealcodes Büro in Hamburg. In unserem Heimathafen treffen wir auch unsere Bewerber:innen vor der Einstellung mindestens einmal persönlich. Uns ist wichtig, dass man sich vor so einer Zusammenarbeit, die viel auf gegenseitigem Vertrauen beruht, einmal persönlich in die Augen geschaut hat.

Zudem treffen wir uns regelmäßig für eine Woche persönlich. Bei diesen “Co-Working Offsites” kommen wir zusammen, um gemeinsam zu Arbeiten, aber natürlich auch, um Spaß zu haben und Persönliches auszutauschen. Aus unserer Sicht entsteht durch diesen Zyklus ein idealer Spannungsbogen und man ist immer wieder gespannt darauf, das Team zu treffen. Nach einer Woche hat man dann ausreichend Energie getankt, um wieder voll produktiv ins Remote Office zu wechseln.
Remote First schafft Wachstum und Vertrauen

Wir arbeiten mit Expert:innen zusammen, die wir mit einem pendler-konformen Suchradius um Hamburg oder Berlin vielleicht nie gefunden hätten. Ohne Remote First wäre die Skalierung unseres Teams mit solch einer Expertise auf keinen Fall möglich gewesen.

Wir sehen, dass die Flexibilität unseres Arbeitsmodells großes Vertrauen schafft und unser:e Mitarbeiter:innen umso motivierter sind, je mehr Freiheiten wir bieten. Mit unserem Remote First Ansatz haben wir ein Team aufgebaut, dem wir 100 Prozent vertrauen können.

Autor:

Alexander Weltzsch, CEO und Mitgründer von Dealcode ist seit 11 Jahren in der SaaS-Branche tätig. Zuvor war er als Chief Sales Officer bei Facelift tätig. Dort verantwortete er den Auf- und Ausbau des Vertriebs und Business Developments.
www.dealcode.ai

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Finde dein Team

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Faktor Mensch: Plattform für Gesundheitsmanagement

Faktor Mensch: Plattform für Gesundheitsmanagement in Unternehmen

Stellen Sie sich und das Start-up Faktor Mensch doch kurz unseren Lesern vor!

Moin, ich bin Francesco Jäger, Gründer und Geschäftsführer von Faktor Mensch. Ich komme ursprünglich aus der Versicherungsbranche und habe viele Jahre als Inhaber einer Beratungsagentur, sowie einer Versicherungsmaklerei mit dem Schwerpunkt der Krankenversicherung gearbeitet. Ich wollte schon immer zwei Punkte dauerhaft verändern: Das Zwei-Klassen-Prinzip in der deutschen Krankenversicherung verändern und das langweilige Produkt „Versicherung“ erlebbar machen. 

Mit Faktor Mensch haben wir uns auf den Weg gemacht, genau diese beiden Themen dauerhaft zu verbessern und mit den Bereichen Medizin, Ernährung und Fitness zu komplementieren.

Das heißt, wir vereinen die Leistungen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung mit den Leistungen von Kooperationspartnern wie z. B. Shop Apotheke, Mister Spex, HelloBetter, Machfit und zusätzlichen Services wie Facharztterminvergabe, ärztlicher Videotelefonie, Gesundheitstelefon und Gesundheitsbox. 

Daher verstehen wir uns als Plattform für das Thema Corporate Health Management.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Wie bereits erwähnt habe ich es mir zu Aufgabe gemacht, dass Zwei- Klassen- Prinzip der deutschen Krankenversicherung zu verändern und jedem Arbeitnehmer Zugang zu erstklassiger medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Versicherungsmakler, stieß ich hier aber immer wieder an meine Grenzen, weswegen die Gründung von Faktor Mensch ein logischer und notwendiger Schritt war, um dieses Ziel langfristig erreichen zu können. 

Das eigene Unternehmen ermöglicht mir durch personelle und strukturelle Flexibilität eine Herangehensweise, von der ich bisher nur träumen konnte. Außerdem wollte ich als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen und das umsetzen und leben, was wir unseren Kunden mit dem Faktor- Mensch- Konzept ans Herz legen.

Welche Vision steckt hinter Faktor Mensch?

Wir bauen die größte Plattform für Gesundheitsmanagement auf. Ich würde diese Vision als eine Art Sonnensystem beschreiben, welches viele verschiedene Gesundheitsleistungen vereint. Der Arbeitnehmer steht dabei als Sonne im Zentrum. In dieser Vision ist jeder Planet ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Faktor Mensch betrachtet immer den gesamten Menschen. Wir wissen aus eigener Erfahrung: umso körperlich fitter und psychisch gesünder, desto besser fühlen wir uns. Das ist ein wichtiger Aspekt, den wir dauerhaft für die Menschen verbessern und lösen werden. Ein Mensch der sich gut fühlt, ist in der Lage, den Alltag deutlich besser zu meistern, als einer bei dem das nicht der Fall ist.

Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir viele verschiedene Planeten, die um die Sonne kreisen. Somit wird das Faktor Mensch- Universum, Planeten mit unterschiedlichsten Fokusthemen vereinen und in die richtige Umlaufbahn bringen.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen, und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war es, die geeigneten Gründer zu finden. Uns war Die größte Herausforderung war es, die geeigneten Gründer zu finden. Uns war wichtig, dass jeder der Gesellschafter und auch die ersten Mitarbeiter einen strategischen Mehrwert in der Positionierung am Markt mitbringen. Das Team ist für mich der wichtigste und entscheidendste Faktor zum Erfolg. Finanziert haben wir die Firma und die ersten Mitarbeiter aus eigenen Mitteln. Jetzt skalieren wir aus den laufenden Umsätzen. 

Wer ist die Zielgruppe von Faktor Mensch?

Derzeit ideal sind für uns Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern, aufgrund der schnellen Entscheidungswege und der Agilität, die diese mit sich bringen, um das Rahmenkonzept zu erstellen. Für uns ist aber jede Firma, der Gesundheitsthemen wichtig sind, interessant.

Wie funktioniert Faktor Mensch? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Neben dem Mehrwert für den Arbeitnehmer profitiert auch der Arbeitgeber von unserem Konzept. Es wird eine stärkere Unternehmensbindung erzeugt, was helfen wird, kompetente Mitarbeiter langfristig zu halten und sich als Arbeitgebermarke abzusetzen. Zusätzlich kann der Krankenstand durch die bessere medizinische Versorgung reduziert werden, was Kosten spart.

Gemeinsam mit unseren Partnern aus verschiedenen Kernbereichen wie etwa Ernährung, Bewegung, körperliche und geistige Medizin, sowie Versicherungen, erarbeiten wir ein Gesundheitskonzept, das sowohl den Arbeitnehmern als auch den Arbeitgebern einen starken Mehrwert gibt. 

Weitere Punkte sind: unbürokratische Abläufe, Steuer Optimierung, Briefing aller Mitarbeiter, und all das aus einer Hand. So etwas gibt es noch nicht am Markt

Faktor Mensch – wohin geht der Weg? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir möchten in 5 Jahren eine Marke sein, an der man im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement nicht mehr vorbeikommt. Unser Fokus liegt jetzt zwar noch zu 100% auf deutschen Firmen, ich bin mir sicher, dass es in vielen anderen europäischen Ländern auch einen Markt für uns gibt. Deutschland hat schon ein sehr gutes Gesundheitssystem und der „Need“ in anderen Ländern ist deutlich höher. 

Um unsere Services leichter nutzbar zu machen, arbeiten wir derzeit an einer App, über die sowohl das Einreichen von Arztrechnungen, Terminbuchung, Leistungs- und Kontoübersicht, Verknüpfungen zu Partnern von Faktor Mensch und weiteren Möglichkeiten nutzbar gemacht werden.

Zum Schluss: Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Wer bin ich?“

Wer bin ich? Was kann ich gut? Wo sind meine Schwächen? Was ist mein Antrieb? – Diese Fragen zu ergründen und ebenso ehrlich wie hart mit sich ins Gericht zu gehen ist wichtig, umkommende Hürden und Herausforderungen meistern zu können. 

„Finde dein Team.“ 

Im Team muss nicht jede Person für die Firma agieren. Es geht auch um die Berater des Gründers, also Mentoren, Eltern, Investoren, andere Unternehmer im Freundeskreis usw. Diese Personen geben einem Gründer weitere Blickwinkel, schützen einen womöglich vor unnötigen Fehlern und gleichen die eigenen Schwächen aus. 

„Vertraue deinem Bauchgefühl.“ Ich denke, das spricht für sich. 

Fotograf: Robin Schmiedebach

Wir bedanken uns bei Francesco Jäger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Faktor Mensch

Kontakt:

Faktor Mensch GmbH
Fuhlsbüttler Straße 257
D-22307 Hamburg

faktor-mensch.eu
info@faktor-mensch.eu

Ansprechpartner: Francesco Jäger

Social Media:
LinkedIn

Geht lieber kleine Schritte und baut keine Luftschlösser

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Janado Go-To-Plattform gebrauchte wiederaufbereitete Elektronikartikel

Janado Go-To-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete Elektronikartikel

Stellen Sie sich und Janado doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Jan Rubinski und ich bin der Gründer und CEO von Janado, einer Go-To-Plattform für gebrauchte und wiederaufbereitete Elektronikartikel. Unsere Kund:innen können in unserem Online-Shop qualitätsvolle Premium Consumer Electronics zu einem sehr guten Preis einkaufen. Unser Ziel ist es, das Image von Gebraucht- und B-Ware durch Top-Qualität, umfangreiche Services und einer ansprechenden Webseite auf ein neues Level zu heben.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Schon bevor ich Janado gegründet habe, war ich jahrelang in der Mobilfunkbranche tätig. Dabei sind mir vor allem die extrem langen Transportwege aufgefallen, die bei der Lieferung, bei Reparaturen sowie bei Rücksendungen zurückgelegt werden müssen. Viele unserer Geräte kamen aus Asien und wurden nach Gebrauch der Geräte auch wieder dahin zurückgeschickt, um da weiterverkauft zu werden. Da dachte ich, dass es doch eine umweltfreundlichere Alternative zu dem Vorgehen geben muss, um diese Marktlücke zu schließen: Bei Janado versuchen wir weitestgehend unsere Geräte lokal zu beziehen, wir bereiten sie hier in Deutschland wieder auf und versenden sie dann an die Kund:innen. Mein Ziel vor sechs Jahren war es, Gebrauchtwaren und B-Ware einen höheren Stellenwert zuzuschreiben – so, wie es aktuell der Fall ist. 

Welche Vision steckt hinter Janado?

Wir wollen die Kreislaufwirtschaft voranbringen: Zwei Jahre alte Smartphones gehören weder in die Schublade noch in die Mülltonne. Viele der weggeworfenen oder herumliegenden Geräte sind noch voll funktionsfähig – der Grund, warum sich viele Nutzer:innen trotzdem neue Handys kaufen, ist schlichtweg der, dass es wieder ein neues Modell auf dem Markt gibt. Wir wollen den Menschen zeigen, dass Gebraucht- und B-Ware genauso gut sein kann wie die neuesten Modelle. Unsere Intention ist es, Nachhaltigkeit cool und attraktiv für jeden zu machen – und das nicht nur mit günstigen Preisen, sondern mit einer neuwertigen Qualität und profitablen Dienstleistungen. 

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Wir sind ein inhabergeführtes Unternehmen und finanzieren uns komplett selbst, ohne die Unterstützung von Investoren. Uns ist es wichtig, dass alle in unserem Team zu 100 Prozent hinter der Marke und der Vision von Janado stehen. 

Eine große Herausforderung ist das Refurbishing selbst, denn die Hersteller machen es immer schwieriger, gebrauchte Geräte aufzubereiten und defekte Einzelteile zu ersetzen. Beispielsweise ist es sehr kompliziert, die fest eingebauten Akkus auszutauschen – früher konnten sogar die Nutzer:innen selbst einfach einen neuen Akku kaufen und einsetzen. 

Wer ist die Zielgruppe von Janado?

Bei uns kann und soll jede:r einkaufen, die/der gerade auf der Suche nach einem neuen Smartphone oder Tablet ist.

Was macht Janado? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Bei Janado verkaufen wir hochwertig aufbereitete, gebrauchte Technikware sowie B-Ware weiter. Die angebotenen Produkte werden im Vorfeld auf einen technisch einwandfreien Zustand geprüft, gereinigt und bei Bedarf in einem komplexen, detailgenauen Prozess aufbereitet. Auf die Weise können wir unseren Käufer:innen neuwertige Geräte bis zu 70 Prozent günstiger anbieten als die Neuware.

Viele denken, dass die gesamte Refurbishing-Branche komplett grün ist – dem ist aber nicht so. Wir wollen dem Greenwashing in der Branche ein Ende setzen. Oft werden die gebrauchten Geräte aus Asien oder den USA nach Europa gebracht, was bedeutet, dass die meisten Geräte einen weiten Weg zurücklegen und wieder für einen erheblichen CO₂-Ausstoß verantwortlich sind. Wir beziehen die meisten unserer Geräte aus der EU und sind quasi ein regionaler Anbieter. Beim Kauf unserer Geräte können im Vergleich zu einem fabrikneuen Gerät bis zu 70 kg CO₂-Emissionen eingespart werden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Während der Coronapandemie kam es an verschiedenen Stellen zu Lieferengpässen, besonders der Chipmangel stellt die Elektronikbranche vor große Herausforderungen, weil viele Technikgeräte wie Smartphones nicht ohne Chips auskommen. Die Lösung darauf ist die Kreislaufwirtschaft: Wenn wir alte Geräte und Ersatzteile wiederverwenden, kommt es zu keinen Engpässen. Durch die Aufbereitung von Gebrauchtwaren in unseren eigenen Werkstätten können wir unseren Kund:innen permanent neuwertige Produkte anbieten und sind nicht von Lieferanten abhängig.

Gleichzeitig können wir uns vorstellen, dass mit dem Ende der Coronamaßnahmen, für viele Endgeräte, die im Homeoffice oder im Homeschooling benutzt wurden, keine Verwendung mehr gefunden wird – oder viele der Geräte auch schon nicht mehr den Anforderungen der Mitarbeiter:innen und Schüler.innen entsprechen. Hier könnten wir beispielsweise Abhilfe leisten, indem wir die alten Smartphones und Tablets aufbereiten und neue Abnehmer:innen finden. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir streben das Ziel an, nicht nur mehr Endkonsument:innen, sondern auch mehr Unternehmen von Janado zu überzeugen. In den großen Firmen liegen vermutlich tausende, gebrauchte Diensthandys und Tablets herum, für die die Unternehmen keine Verwendung mehr finden. Statt diese in irgendwelchen Lagerräumen verstauben zu lassen, könnten sie diese an uns geben, wir bereiten sie auf und verkaufen sie weiter – das würde einerseits Janado helfen, zu wachsen, andererseits könnte das in die CSR-Strategien der Unternehmen einspielen. 

Wir wollen in den nächsten fünf Jahren unseren Kundenstamm vergrößern, neue Kooperationen eingehen und unser Produktangebot erweitern, um den Bedürfnissen unserer Kund:innen langfristig gerecht zu werden. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Geht lieber kleine Schritte und baut keine Luftschlösser: Legt lieber kurze Sprints zurück und errichtet Ziegelstein für Ziegelstein ein solides Fundament.
Das Team ist der Schlüssel: Nur mit einem guten Team, das die Werte des Unternehmens widerspiegelt, erreicht ihr eure gesetzten Ziele.
Probleme gehören dazu: Als Gründer:innen werdet ihr euch früher oder später gewissen Hürden stellen müssen. Dabei gilt es, sich nicht vom Weg abbringen zu lassen, sondern immer das Ziel im Auge zu behalten.    

Wir bedanken uns bei Jan Rubinski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Durchhalten und geduldig sein für die ersten 5 Jahre

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vereinsplaner 2 minuten 2 millionen

Lukas Krainz Gründer Vereinsplaner, digitaler Helfer in der Verwaltung für den Vereinsvorstand mit mobiler App für die Mitglieder, war in der PULS 4 Gründershow 2 Minuten 2 Millionen

Stellen Sie sich und das Startup Vereinsplaner doch kurz vor!

Mein Name ist Lukas Krainz und ich bin einer der beiden Gründer hinter Vereinsplaner. Ich leite dabei vor allem die Markeitng- & Salesagenden beim Vereinsplaner. Dazu gehören neben unserer Kernsoftware, dem Vereinsplaner“ auch das Vereinshandbuch und der Muster-Dokumentenbereich für Vereine. Der Vereinsplaner selbst ist ein digitaler Helfer in der Verwaltung für den Vereinsvorstand mit mobiler App für die Mitglieder. Mitglieder werden dadurch wieder zentral ins Vereinsgeschehen eingebunden und können mit Vereinsplaner ihren Verein aktiv mitgestalten. Vorstände können sämtliche Bereiche im Verein, von Terminen, über Mitglieder bis hin zu Finanzen digital verwalten und sparen sich so enorme Zeit bei gleichzeitig steigender Datenqualität. 

Wie ist die Idee zu Vereinsplaner entstanden?

Entstanden ist der Vereinsplaner aus einem eigenen Need, bei den eigenen Vereinen heraus. Mein Co-Founder und technischer Geschäftsführer Mathias Maier hat 2016 (neben dem Studium) den Vereinsplaner für seine Landjugend und Feuerwehr entwickelt. Das kam so gut an, dass er die App öffentlich stellte und schnell viele Nachbarvereine drauf aufsprangen. Ende 2017 habe ich Mathias kennengerlernt und bin dann Schritt für Schritt als Marketing-Lead und wirtschaftlicher GF dazu gestoßen.

Welche Vision steckt hinter Vereinsplaner?

Der Vereinsplaner ist ein Baustein einer großen Plattform, wo wir neben dem Vereinsplaner als Productivity-Tool auch bereits einen Wissensbereich und Muster-Dokumentenbereich (Rechtsdokumente von einem Anwalt aufbereitet) für Vereine aufgebaut haben. Viele 10.000 Vorstände/Funktionäre lesen und nutzen unsere Blogbeiträge jährlich. Hier sehen wir auch ganz klar unsere Mission: Vereinen das Leben in vielen Bereichen zu erleichtern und dabei eine zentrale Plattform aufzubauen. Ein weiterer Bereich ist der Verbandsplaner, wo wir auch Verbänden zukünftig eine Software zuer Verwaltung zur Verfügung stellen wollen. Und nicht zuletzt eine Matchingplattform (Vereinskaufhaus), wo wir Vereine und Firmen mit vereinsnahen Dienstleistungen (Zeltverleih, Caterer, Getränkelieferant, …) zusammen bringen. Wir befinden uns im Vereinswesen in einer Nische, die derzeit noch kaum digital ist und deswegen gibt es ein sehr großes Potenzial nach oben.

Wer ist die Zielgruppe von Vereinsplaner?

Die primäre Zielgruppe sind, wie der Name schon sagt, Vereine. Das reicht von Feuerwehren, über Musikkapellen bis hin zu Sport- & freizeitverienen. Sprich überall dort, wo viele Menschen regelmäßig zusammen kommen und ein gemeisnames Interesse verfolgen. Insgesamt gibt es im D-A-CH-Raum 800.000 Vereine und 20.000 Verbände (in Europa sind es 6 Mio Vereine).

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu bewerben?

Wir hatten schon des öfteren überlegt uns bei 2Min2Mio zu bewerben – der Zeitpunkt hat aber nie wirklich gepasst. Wir sind heuer (2022) mit unserer neuen Version 2 des Vereinsplaners live, die wir unbedingt einer breiten Zusehereschaft zeigen wollten. Deswegen haben wir uns beworben und Gott sei dank, hat es auch gleich beim ersten mal geklappt. Wir freuen uns sehr auf die Ausstrahlung am 15.03. um 20:15 Uhr auf Puls4.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben unsern Pitch gefühlt 100te mal wiederholt. Bis alles gesessen hat. Dabei haben uns Mentoren aus der Linzer Startupszene unterstützt, um unsere Message auf 2 Minuten zu reduzieren. Das ist gar nicht so einfach, wie es klingt 😉 Vor der Ausstrahlung haben wir natürlich jetzt noch die Webseite auf vordermann gebracht und letzte wichitge Features ins Tool programmiert.

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Wir sind wirklich sehr dankbar es in die Show geschafft zu haben. Das hat uns auch in der Vorbereitung als gesamtes Team sehr motiviert – es ist ein großes Ziel auf das wir gemeinsam hingearbeitet haben.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch 2 Minuten 2 Millionen viele Interessenten und auch Medien auf Vereinsplaner aufmerksam werden?

Ein Auftritt wie dieser, kann für Startups ein richtiger Wachstumsboost sein. Wir haben mit dem Vereinswesen ein Thema, das Millionen von Menschen, die in einem Verein in Österreich sind, beschäftigt. Daher hoffen wir auf großen Zuspruch durch die Ausstrahlung. Viele Medenvertreter haben sich schon im Vorfeld bei uns gelmeldet, weil das Thema super spannend für eine große Schicht der Bevölkerung ist. Was die Ausstrahlung wirklich bringt wird sich zeigen – wir hoffen natürlich die Server bleiben stabil

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Felix Ohswald, der Gründer von GoStudent, der selbst vor 4 Jahren bei 2Min2Mio war und seitdem einen enormen Wachstumskurs hingelegt hat.

Vereinsplaner, wo geht der Weg hin?

Derzeit arbeiten wir intensivst an einem großen Feature in der Mitgliederverwaltung, das für unsere Software ein Gamechanger sein könnte. Damit wollen wir dann im Eiltempo auch auf dem deutschen Markt flächendeckent Fuß fassen. Wir stehen jetzt bei knapp 4.500 Vereine, die einen unserer Services nutzen. Ende nächsten Jahres sollen es 20.000 sein.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren wollen wir mit dem Vereinsplaner und den Komplimentärprodukten (Verbandsplaner, Vereinskaufhaus & Vereinshandbuch) Marktführer im gesamten deutschsprachigen Raum sein. Das ist ein weiter Weg und um das zu erreichen, müssen wir jeden Tag Vollgas geben. Wir leben unser Produkt und wir haben ein richtig starkes 6-köpfiges Team. Daher ist alles möglich.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1.) Die privaten Lebenskosten auf ein Minimum runterfahren

2.) Durchhalten und geduldig sein für die ersten 5 Jahre, dabei aber jeden! Tag Vollgas geben

3.) Das machen wofür man 100% brennt

Wir bedanken uns bei Lukas Krainz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Gut zuhören und gut weghören

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Aeditive Factory Berlin Community

Das Startup Aeditive ist Teil der Factory Berlin Community: In diesem Interview erzählt der Gründer Alexander Türk mehr über sich und sein Unternehmen

Stellen Sie sich kurz unseren Leser:innen vor!

Ich bin ein technologiebegeisterter Mensch, habe Mathematik studiert und dann einige Jahre als Strategieberater für große Tech-Unternehmen gearbeitet. 2019 habe ich mit Hendrik Lindemann, Roman Gerbers und Niklas Nolte Aeditive gestartet.

Stellen Sie uns das Startup Aeditive doch kurz vor!

Aeditive entwickelt 3D-Druck-Technologie für die Bauindustrie, konkret für den Betonbau. Beton als “flüssiger Stein” ist nach wie vor das am meisten verwendete Baumaterial auf diesem Planeten. Wir kombinieren Maschinenbau, Softwareentwicklung, Architektur und Betonchemie unter einem Dach. Unser Team besteht zurzeit aus etwas mehr als 20 Personen. 

Welche Vision steckt hinter Aeditive?

Die noch größtenteils händischen und komplexen Prozesse zu automatisieren und vereinfachen. Damit die Arbeitsplätze im Betonbau sicherer und attraktiver zu machen. Letztlich können wir durch den 3D-Druck Beton einsparen und machen den Bau so auf einfache Weise nachhaltiger. Man darf nicht vergessen, dass Zement für rund 8 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich ist.

Wer ist die Zielgruppe?

Beton wird direkt auf den Baustellen und in sogenannten Fertigteilwerken verwendet. Wir sehen einen großen Trend zur Vorfertigung und fokussieren uns aktuell ganz auf diese Fertigteilwerke im deutschsprachigen Raum.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Ihnen aus?

Kein Tag ist wie der andere. Ich arbeite ein bis zwei Tage pro Woche aus unserem Teamraum in der Factory Hammerbrooklyn. Weitere zwei Tage bin ich an unserem Entwicklungsstandort am Hamburger Stadtrand in Norderstedt. Dazu kommen Reisen zu Kund:innen und Lieferant:innen. Ich versuche meine Tage so zu strukturieren, dass ich maximal die Hälfte der Zeit in Meetings verbringe und die andere Hälfte für fokussiertes Arbeiten und ad-hoc Themen verfügbar habe. Letztere gibt es im Startup-Leben ja naturgemäß viele.

Warum haben Sie sich entschieden, Teil der Factory Hammerbrooklyn Community zu werden? 

Wir betreiben unseren Entwicklungsstandort in Norderstedt, da wir von Beginn an große Flächen zum Aufbau unserer 3D-Druckanlage benötigten. Dieser Standort liegt in einem eher industriellen Umfeld. Uns ist aber auch wichtig, dass wir Kontakt zu anderen Startups haben und uns austauschen können. Die meisten Herausforderungen bei einer Gründung hat ja schonmal jemand gelöst, da hilft ein starkes Netzwerk, das man in der Factory Hammerbrooklyn findet.

Können Sie uns ein paar Worte zur Factory Hammerbrooklyn sagen, und inwiefern hat sie Ihren Weg beeinflusst?

Die Factory Hammerbrooklyn ist für mich ein Ort, an dem ich mich mit anderen Gründern und Gründerinnen offen austauschen kann. Selten gehe ich abends ohne eine neue Idee nach Hause. Ich bekomme neue Impulse, die ich dann wieder für Aeditive nutzen kann. Beliebte Orte für das Community-Leben sind die Kaffeeküche oder auch die vielen Außenbereiche mit Blick auf die Elbe.

Wie kann so eine Community und ein Netzwerk Startups in der Anfangsphase unterstützen?

Der Austausch von Erfahrungen kann helfen, die “üblichen” Fehler zu vermeiden. Außerdem hilft ein großes Netzwerk dabei, Dinge schnell ausprobieren und umsetzen zu können. Auch finde ich es gut, Sparringpartner:innen aus verschiedenen Disziplinen zu haben – man kocht sonst doch leicht im eigenen Saft und schaut nicht mehr nach rechts und links.

Wo sehen Sie sich und Ihr Startup in fünf Jahren?

In fünf Jahren ist unsere Technologie der neue Industriestandard im Betonbau. Außerdem werden wir nicht nur in Deutschland, sondern im europäischen Ausland und darüber hinaus anzutreffen sein. Das ist für ein Hardware-Startup einfach gesagt, aber erfordert sorgsame Planung. Schließlich müssen wir unsere Anlagen auch Service-seitig bedienen können.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben? 

Möglichst viele Menschen von der eigenen Idee zu begeistern – dann gibt es Unterstützung aus jeder Richtung, manchmal auch erst nach einiger Zeit.

Gut zuzuhören und gut wegzuhören: Gut zuhören, bspw. wenn es um den Product Market Fit geht; Gut weghören, wenn jemand es zu gut meint oder zu skeptisch ist.

Durchhalten, wenn es mal zäh ist!

Wir bedanken uns bei Alexander Türk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie sehen die Bedürfnisse der Kunden aus

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Necara saas.do no-code

Necara: No-Code Plattform saas.do für Unternehmen, um Prozesse einfach und schnell zu digitalisieren

Stellen Sie sich und das Startup Necara doch kurz unseren Lesern vor!

Necara ist ein junges Softwareunternehmen aus dem rheinhessischen Ingelheim und betreibt die No-Code-Plattform saas.do. Das ist eine Entwicklungsumgebung für Unternehmen, die damit ihre Prozesse einfach und schnell digitalisieren können.

Torben Daudistel und ich, Thorsten Winternheimer, sind Gründer und Geschäftsführer der Firma. Wir wollen unsere Plattform immer weiter verbessern und damit möglichst viele Unternehmen unterstützen, effizienter und innovativer zu werden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Torben und ich hatten schon immer eigene Unternehmen. So richtig entschieden haben wir uns nie dafür. Wir machen das einfach, weil es gut ist.

Welche Vision steckt hinter saas.do?

Ideas to Software. Mit unserer Plattform kann man seine Ideen in unglaublich kurzer Zeit in Software gießen und sofort produktiv damit arbeiten. Es muss nicht mehr sein, dass das nur mit langwieriger Programmierung durch schwer verfügbare Fachkräfte möglich ist. Man kann es auch einfach selbst machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Saas.do schwebte uns schon lange in unseren Köpfen vor. Wir haben also schon vor der eigentlichen Unternehmensgründung aktiv daran gearbeitet. Da wir uns immer an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, haben wir schon nach kurzer Zeit einige davon für uns gewinnen können. Wir finanzieren uns von Beginn an nach dem “Software-as-a-Service”-Modell. Das heißt Firmen bezahlen für die Nutzung unserer Plattform und für unsere Unterstützung dabei.

Herausforderungen gibt es manchmal, wenn bei der Einführung der Plattform in Unternehmen eine gewisse Skepsis von der IT-Abteilung ausgeht. Sobald aber deutlich wird, was man mit saas.do alles machen kann, legt sich das wieder. Informatiker müssen sich dann weniger um die IT-Probleme ihrer Kollegen in den Fachabteilungen kümmern. Das ist für alle ein Gewinn.

Wer ist die Zielgruppe von saas.do?

Das sind vor allem mittelständische und große Unternehmen, die das Potential von No-Code erkennen und aktiv für ihre Abläufe und ihr Geschäft umsetzen wollen.

Wie funktioniert saas.do? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Saas.do befähigt in Unternehmen auch IT-fremde Angestellte dazu, unkompliziert Software zu entwickeln. Die Benutzeroberfläche erlaubt es, grafische Elemente per Drag-and-Drop zu individuellen Anwendungen zusammenzusetzen. Im Hintergrund werden dabei vorgefertigte und bereits getestete Codebausteine kombiniert. Im Vergleich zu herkömmlicher Programmierung entspricht das einer bis zu zehnmal schnelleren Entwicklung. Ein besonders wichtiger Vorteil ist auch, dass fachliches Personal an der digitalen Prozessoptimierung in hohem Maße beteiligt wird. Dadurch werden Unternehmen agiler und innovativer.

Anders als bei anderen Anbietern ist unsere Plattform nicht auf bestimmte Branchen oder Unternehmensbereiche beschränkt und ist daher sehr flexibel einsetzbar. Außerdem hat saas.do besondere Fähigkeiten als Middleware. Man kann sich das als eine Art Vermittler zwischen verschiedenen – auch fremden – Anwendungen vorstellen, die somit leichter miteinander kommunizieren können.

Necara, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir sind bereits recht stark im Automotive-Bereich vertreten. In den kommenden Jahren werden wir uns in weiteren Branchen als führende professionelle No-Code-Plattform breit machen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ganz wichtig: Denkt zuerst an die Kunden. Wie sehen ihre Bedürfnisse aus? Wo brauchen sie Unterstützung? Wie könnte sich das zukünftig entwickeln? Wenn man das bestenfalls schon vor ihnen erkennt, ist eine starke Kundenbindung sicher.

Seid agil. Die Zeiten starrer Geschäftsmodelle sind so gut wie vorbei. Die Marktbedingungen können sich jederzeit kurzfristig ändern. Wenn es dazu kommt, profitieren vor allem die anpassungsfähigsten Firmen. Übrigens: agil bedeutet nicht unstrukturiert, sondern dass die Organisationsstrukturen Spielraum für Veränderung haben. Das ist wichtig zu unterscheiden.

Die passende Software macht’s! Ohne geht es mittlerweile kaum mehr. Im Optimalfall ist sie auch genau auf das Geschäftsmodell zugeschnitten und lässt sich bei Bedarf leicht anpassen. So kann auf lange Sicht besonders bei wachstumsorientierten Firmen eine Vielzahl von Prozessen effizienter gestaltet werden – eine wichtige Grundlage für den Unternehmenserfolg.

Wir bedanken uns bei Thorsten Winternheimer  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie sich das Start-up Nyxoah in der MedTech-Branche etabliert hat

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Nyxoah Genio-System

Weltweit leiden rund 936 Millionen Menschen zwischen 30 und 69 Jahren an obstruktiver Schlafapnoe, kurz OSA. Es ist die häufigste schlafbezogene Atmungsstörung, die mit erhöhten Mortalitätsrisiken und schweren Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Mit der Mission, OSA-Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und ihre Gesundheit und Lebensqualität wiederherzustellen, wurde 2009 Nyxoah gegründet. Hierbei handelt es sich um ein MedTech-Unternehmen, das sich seitdem auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte und Dienstleistungen zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe konzentriert.

Seit 2019 vertreibt Nyxoah in Europa eine einzigartige Neurostimulationslösung, das Genio-System.

Neue Wege gehen

Mit zunehmendem Alter schnarcht fast jeder zweite Erwachsene. Schuld an den nächtlichen Geräuschen ist die Halsmuskulatur, die sich im Schlaf entspannt. Doch in manchen Fällen können Betroffene schwer erkranken – vor allem, wenn die Atmung aussetzt. Als Behandlungsmethode für Patienten mit OSA ist seit Langem das Tragen einer Maske, einer Art medizinischen Mini-Beatmungsgeräts, die gängigste Lösung. Für viele Betroffene ist diese Therapieform jedoch sehr unangenehm in der Anwendung, weshalb etwa zehn Prozent der Patienten sie ablehnen und weitere 50 Prozent nach einiger Zeit ganz darauf verzichten. Nyxoah hat sich daher der Herausforderung gestellt, eine alternative Behandlungsmethode auf den Markt zu bringen. Das aus internationalen Experten bestehende Team des Unternehmens entwickelte den weltweit ersten Neurostimulator ohne Batterie oder Kabel für die Behandlung von mittelschwerer bis schwerer OSA, der mit nur einem einzelnen Schnitt implantiert wird. 

Innovative Lösung

Das miniaturisierte Implantat wird im Kinnbereich implantiert und stimuliert den primären Zungennerv. Bei dessen nächtlicher Stimulation löst das Genio-System eine sanfte Vorwärtsbewegung der Zunge aus und hält so die Atemwege offen. Betroffene kleben vor dem Schlafengehen den Aktivierungschip, der die Batterie und das „Gehirn“ des Systems enthält, unter das Kinn. Im Schlaf beginnt die Stimulation. Am Morgen entfernt der Patient den Aktivierungschip und lädt ihn für die nächste Nacht wieder auf.

Von der Idee zum Erfolg

Bei der Entwicklung dieses neuen Genio-Systems setzten die Experten auf ein völlig neuartiges Neuroimplantat. Im Vergleich zu bestehenden Produkten ist Nyxoah weniger invasiv. Die Behandlung erfordert nur einen einzigen Schnitt, um das Implantat unterhalb des Kinns des Patienten zu platzieren. Darüber hinaus bleiben die gesamte Genio-Software und Batterien außerhalb des Patienten. Bei einem Software-Update oder einem Batteriewechsel sind somit keine weiteren Eingriffe erforderlich. 

Doch wie so oft im Leben ist eine gute Idee allein kein Garant für Erfolg – ​​insbesondere auf einem Markt mit stark gestiegenem Wettbewerbs- und Kostendruck. Die Medizintechnikbranche sieht sich aufgrund strengerer regulatorischer Anforderungen und neuer Möglichkeiten durch die Digitalisierung inmitten eines tiefgreifenden Veränderungsprozesses. Neben der finanziellen Unterstützung durch private High-End-Investoren hat sich Nyxoah mit internationalen Meinungsführern in den Bereichen HNO und Schlaf zusammengeschlossen, um das Genio-System zu entwickeln. Sie wurden bei jedem Schritt der Technologieentwicklung konsultiert. Wegweisend in der Unternehmensetablierung war auch, dass Nyxoah ein umfangreiches klinisches Programm initiierte, an dem Ärzte und Krankenhäuser aus der ganzen Welt teilnahmen. Starke klinische Ergebnisse aus der sogenannten BLAST-OSA-Studie bestätigten die Sicherheit und Wirksamkeit des Produkts, das im März 2019 die CE-Zulassung erhielt. Seitdem wird das Implantat in Deutschland, der Schweiz und Spanien vermarktet und von den jeweiligen Gesundheitssystemen erstattet. Weitere Länder wie Belgien, Frankreich und die Niederlande dürften folgen. 

Nächstes Ziel: Marktführer

Bis heute arbeiten mehr als 110 Mitarbeiter weltweit für das Unternehmen. Nyxoah schloss erfolgreich zwei Börsengänge in weniger als 12 Monaten ab, wobei das Unternehmen erstmals im September 2020 an der Euronext notiert wurde, gefolgt von einem zweiten Börsengang an der Nasdaq im Juli 2021. Nyxoah wächst weiter, zieht neue Talente in die Organisation und erweitert seine Produktionskapazität mit einer zweiten Produktionsstätte in Lüttich, Belgien.

Mit innovativen Technologien erweitert das Team von Nyxoah die Behandlungsoptionen für Schlafmediziner und OSA-Patienten. Dabei wurde der kommerzielle Erfolg dahingehend definiert, die Therapiedurchdringung zu steigern und Marktführer in Deutschland, dem größten europäischen Markt, zu werden. Um dieses Ziel zu unterstützen, werden daher aktuell das Vertriebsteam sowie umfangreiche digitale Marketingprogramme ausgebaut. Der nächste Schritt in der Expansion wird darin bestehen, die US-amerikanische FDA-Zulassung zu erhalten und die Kommerzialisierung in den USA einzuleiten. Nyxoah führt zu diesem Zweck derzeit die zulassungsrelevante DREAM-Studie durch. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Aufrechterhaltung seiner innovativen Führungsposition, indem es in die klinische Forschung investiert, um die Indikationen für das Genio-System auszuweiten. 

Die exklusive Partnerschaft mit der renommierten Vanderbilt University in den Vereinigten Staaten stellt darüber hinaus die Weichen dafür, dass Nyxoah an einem weiteren revolutionären Neurostimulationsansatz zur Behandlung von OSA arbeiten kann. Das Unternehmen ebnet den Weg für einen Paradigmenwechsel in der OSA-Therapie und geht weiter auf unerfüllte Bedürfnisse von Millionen von Betroffenen ein.

Autor

Olivier Taelman kam 2019 zu Nyxoah und wurde im selben Jahr zum CEO ernannt. Er verfügt über mehr als 17 Jahre Erfahrung in der Neurostimulation in globalen Unternehmen wie Medtronic und Nevro.

Bildquelle Nyxoah

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Seid stets kundenorientiert.

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feniska stealth mode 2021

Das Startup Feniska war Teil des Stealth Mode Förderprogrammes 2021 und ist jetzt ein Alumni-Startup: In diesem Interview erzählt die Gründerin Sonita Soth mehr über sich und ihr Unternehmen

Stell dich und dein Startup doch kurz unseren Leser:innen vor! 

Ich bin Sonita, 30 Jahre alt und komme ursprünglich aus dem Schwabenland. Nach Berlin bin ich 2019 gezogen, um mein eigenes Startup zu gründen. Seit 2020 bin ich die Gründerin von Feniska und verantworte dort die Produktentwicklung.

Feniska entwickelt IoT (Smart Home) Produkte für Hunde und Katzen, die den Besitzern Einblicke in die Gesunheit der Tiere gewähren. Wir sind inzwischen ein fünfköpfiges Team. Meine Mitgründerin Ropafadzo Murombo lernte ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber SAP kennen. Wir entdeckten schnell unser gemeinsames Interesse für die Themen Unternehmertum, Frauen in der Tech-Branche und Haustiere. Das alles vereinen wir jetzt in unserer eigenen Firma. 

Warum hast du dich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Die Idee für Feniska entstand aus meiner eigenen Not heraus. Ich bin selbst Katzenmama und musste immer akribisch die Gesundheitsdaten von meinem Kater dokumentieren. Mein Kater Django leidet an einer chronischen Blasenentzündung und Struvitsteinen, daher ist es für mich sehr wichtig sein Gewicht, seine Tages- und Schlafrhythmen sowie Toilettengänge im Blick zu behalten, damit ich schnell reagieren kann, wenn sein Gesundheitszustand sich verschlechtert. Unser Produkt trackt automatisiert genau diese Daten und analysiert sie zusätzlich. Die Haustierbesitzer:innen wird zudem noch über Anomalien informiert. 

Haustiere haben in unserer Gesellschaft den gleichen Stellenwert wie Familienmitglieder. Nachdem ich also bei anderen Hunde- und Katzenbesitzer:innen das Bedürfnis gesehen habe, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Tiere besser zu verstehen, habe ich mich entschlossen Feniska zu gründen.

Was war bei der Gründung von Feniska die größte Herausforderung?

Da meine Mitgründerin Ropa keine EU-Bürgerin ist, hatten wir nicht nur mit der “gängigen” Gründungs-Bürokratie zu kämpfen, sondern mussten uns auch mit dem Thema Visum und der Ausländerbehörde rumschlagen. Das hat uns sehr viel Zeit und Energie gekostet, alles ins Rolle bringen, bis wir dann tatsächlich die Firma gründen konnten.

Die zweite Herausforderung war für uns das Thema Fundraising. Wir bewegen uns im Hardware und Deep-Tech Bereich, hier ist es leider noch sehr unüblich, auf ein reines Gründerinnen-Team zu stoßen. Es kommt auch hinzu, dass das Netzwerk und die Kontakte, die man hat, beim Fundraising wesentlich sind. Das Stealth Mode Programm hat uns hierbei sehr gut unterstützt und uns PR und Netzwerk zur Verfügung gestellt und Türen geöffnet.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, definitiv! Gemäß dem Motto “Done is better than perfect”.

Welche Vision steckt hinter Feniska?

Wir helfen Haustierbesitzern dabei, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Haustiere zu verbessern, indem wir intuitive und smarte Produkte für die Haustiergesundheit entwickeln.

Wer ist die Zielgruppe? 

Hunde- und Katzeneltern.

Was unterscheidet Feniska von anderen Anbieter:innen auf dem Markt?

Unsere Produkte haben das Ziel, die Gesundheit der Haustiere zu fördern und sind in einem Smart Home Konzept integriert. Das erleichtert und automatisiert das Sammeln von wichtigen Daten und ermöglicht uns, dies in einem nichtinvasiven Kontext zu tun. 

Warum hast du dich für das Stealth Mode Förderprogramm beworben? 

Das Stealth Mode Programm der Factory Berlin war genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Die Mentor:innen und  Workshops zum Thema Fundraising und Pitching waren sehr hilfreich. Zudem bietet die Factory Berlin ein riesiges Netzwerk an und hat selber eine große Community und Community Spaces. Unterstützt wurde das Programm zudem durch Henkel dx und Google for Startups.

Wie ging es nach dem Stealth Mode Förderprogramm weiter?

Nach Stealth Mode haben wir uns weiter auf die Produktentwicklung fokussiert, eine Beta-Version unserer Feniska App gelauncht und uns ins Fundraising gestürzt. Wir haben inzwischen unsere Pre-Seed Runde im sechsstelligen Bereich eingesammelt und können dieses Jahr endlich unsere Feniska Base auf den Markt bringen. Zu unseren Investor:innen gehören unter anderem das Familienunternehmen LAT aus Berlin und weitere Business Angels aus den Branchen IoT, Mobilfunk, Gesundheit und Fitness. 

Inwieweit hat dich das Programm in deiner Entwicklung weitergebracht?

Wenn man zum ersten Mal gründet, fehlt es einem an Erfahrung. Daher sind ein Netzwerk und Mentor:innen, die einen begleiten und die Erfahrungen mit dir teilen, essenziell. Das Stealth Mode Programm hat mich dabei sehr unterstützt. 

Hast du Veränderungen an deinem Startup vorgenommen?

Wir haben gelernt schneller zu iterieren und haben kurz nach dem Programm unsere App auf den Markt gebracht. Wir haben auch OKR’s bei uns eingeführt und arbeiten seit dem Stealth Mode Programm danach.

Würdest du anderen Gründer:innen die Teilnahme empfehlen?

Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung Stealth Mode nur weiterempfehlen. Es ist ein sehr besonderes Programm mit Fokus auf weibliche, non-binäre und unterrepräsentierte Gründer:innen. Die Unterstützung der Factory Berlin hört nach dem Programm aber nicht auf. Wir sind sehr dankbar für den kontinuierlichen Support!

Wo siehst du dich und dein Startup in fünf Jahren? 

Wir hoffen, dass wir in 5 Jahren unserem Ziel ein großes Stück näher gekommen sind und Haustierkrankheiten frühzeitig erkennen und bei der Prävention dieser Krankheiten unterstützen können. 

Welche 3 Tipps würdest du angehenden Gründer:innen mit auf den Weg geben?

Ich denke, dass es eine grundlegende Regel gibt, die ich allen angehenden Gründer:innen ans Herz legen möchte: Seid stets kundenorientiert. Behauptet es nicht nur, lebt diesen Wert und habt bei wichtigen Entscheidungen immer den Nutzen und das Wohl eurer Kund:innen im Sinn.

Wir bedanken uns bei Sonita Soth für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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