Donnerstag, Februar 12, 2026
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Spart nicht an der falschen Ecke

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Charge X Mehrfachsteckdose Elektroautos höhle der löwen
ChargeX

Tobias Wagner und Michael Masnitza Gründer von ChargeX, Mehrfachsteckdose für Elektroautos, in der Höhle der Löwen

Stellen Sie sich und das Startup ChargeX doch kurz vor!

ChargeX ist ein E-Mobility Startup mit Sitz in München. Mit Aqueduct haben wir die erste intelligente Mehrfachsteckdose für Elektroautos entwickelt.
Unser System kann Plug&Play installiert werden und lädt mehrere Elektroautos zeitversetzt mit einem cleveren Lademanagement auf.

Wie ist die Idee zu ChargeX entstanden?

Die Idee entstand im Alltag mit dem Elektroauto. Unser früherer Arbeitgeber hatte nur sehr wenige Ladepunkte und der Ausbau wäre sehr teuer und aufwendig gewesen. Wir waren überzeugt, dass wir nicht die einzigen mit dem Problem sind – so kam uns die Idee einer Mehrfachsteckdose in den Sinn. Nach mehreren Prototypen war es dann soweit und Aqueduct war geboren.

Welche Vision steckt hinter ChargeX?

Wir müssen dringend unsere Emissionen im Transportsektor reduzieren. Elektromobilität in Kombination mit erneuerbaren Energien ist ganz klar die Zukunft unserer Mobilität. Damit wir jedem diese Zukunft ermöglichen können, muss jeder Stellplatz zu einem Ladeplatz werden. Deswegen gibt es ChargeX.

Wer ist die Zielgruppe von ChargeX?

Unsere wichtigste Zielgruppe sind derzeit Unternehmen und Flottenbetreiber. In naher Zukunft wollen wir unsere Lösung aber auch Wohnungsbaugesellschaften und privaten Eigentümergemeinschaften anbieten.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für die Sendung Die Höhle der Löwen zu bewerben?

Ein Löwe würde nicht nur Kapital, sondern auch viel Erfahrung und Wissen in unser Startup bringen. Zudem lieben wir es in unserem Startup Ideen auf die Probe zu stellen – wo könnte man das besser tun als in der Höhle der Löwen?

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Wir haben uns durch die alten Staffeln gewühlt und uns viele Pitches angesehen. Als Gründer ist man allerdings gewöhnt seine Idee vor Publikum zu pitchen, also waren wir davor gar nicht so nervös. Zumindest bis dann das Licht anging und die Kameras auf uns gerichtet wurden 

Sie sind eines der wenigen Startup Unternehmen, dass es in die Sendung Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend war das für Sie?

Uns war sehr schnell klar, dass man eine solche Chance nicht jeden Tag bekommt. Als man uns angesprochen hat, haben wir daher auch keine Sekunde gezögert und sofort unsere Unterlagen für die Bewerbung eingereicht.

Wie wichtig war dieser Schritt für Sie als Startup Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch Die Höhle der Löwen viele Interessenten und auch Medien auf ChargeX aufmerksam werden?

Wir erhoffen uns sehr viel für die Bekanntheit unserer Marke ChargeX, die für das einfache und flexible Laden von Elektroautos steht. Als junges Startup ist es eine Herausforderung seine Zielgruppe flächendeckend zu erreichen. Wir sind sehr neugierig, wie sich die Ausstrahlung auf die Kundenanfragen auswirkt.

Welchen Investor hatten Sie im Fokus?

Wir sind selbst Green-Tech Unternehmer – daher war Nico Rosberg auf jeden Fall unser Wunschlöwe.

ChargeX, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Für uns geht es nun darum unsere Ladelösung zu skalieren und sehr viele Ladepunkte im Feld zu installieren. ChargeX soll sich zum führenden Anbieter von flexibler Ladeinfrastruktur entwickeln, der sehr viele Elektroautos in Einklang mit dem Stromnetz auflädt.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  • Genug Schlaf: Ein Startup gründen ist ein Marathon und kein Sprint. Spart nicht an der falschen Ecke.
  • Mama-Test: Wenn ihr eure Lösung oder eine neue Funktion kommunizieren wollt, fragt eure Mama ob sie es verstanden hat. Falls nicht, wird es euer Kunde vermutlich auch schwer haben
  • Unterstützung holen: Besonders als junger Gründer hat man zwar genug Motivation, aber noch wenig Erfahrungswerte. Umgebe dich mit Menschen von denen du lernen kannst, wie z.B. Mentoren, andere Gründer oder Business Angels wie Nico Rosberg

Bild: Tobias Wagner (l.) und Michael Masnitza aus München präsentieren mit „Charge X“ die Mehrfachsteckdose für Elektroautos. Sie erhoffen sich ein Investment von 1 Million Euro für 16,7 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie ChargeX am 31. August in der Höhle der Löwen

Wir bedanken uns bei Tobias Wagner und Michael Masnitza für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Rekord-Bieterei für Traum-Start-up!

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staffel hoehle der loewen

Start der neuen Staffel „Die Höhle der Löwen“ am 31.08. um 20:15 Uhr bei VOX

Die mehrfach preisgekrönte Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ kehrt am Montag, 31.08. um 20:15 Uhr endlich mit acht neuen Folgen zurück auf den VOX-Bildschirm! In der achten Staffel warten auf das Löwen-Rudel wieder innovative Erfindungen, leidenschaftliche Gründer und hart umkämpfte Deals.

Pro Pitch sitzen fünf Investoren in der Höhle, darunter Beauty-Expertin Judith Williams, Wirtschaftsgröße Carsten Maschmeyer, Medienunternehmer Georg Kofler, Handelsmogul Ralf Dümmel, Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl, Orthomol-Geschäftsführer Nils Glagau und Neu-Löwe Nico Rosberg!

Und gleich in Folge 1 gibt es ein absolutes Novum: Bei einem Start-up geben alle Löwen ein Einzelangebot ab!

Carsten Maschmeyer: „Ich finde Sie Weltklasse! Sie sind absolut ein Gründer-Traum!“ Und auch Georg Kofler wittert: „Ich sehe eine Weltmarke!“ Doch das letzte Wort hat die Gründerin; für welches Angebot wird sie sich entscheiden? 

Außerdem in Folge 1: 

Manuel Kössl (37) und David Krusch (25) haben mit „GRPSTAR“ den Fußballschuhen ein Update verpasst. Während sich normale Fußballstollen relativ schnell abnutzen, basieren ihre Stollen auf einem zum Patent angemeldeten System. Die GRPS können individuell in der Höhe und der Bodensituation angepasst werden. Für die anstehende Internationalisierung benötigen die Gründer 85.000 Euro, im Gegenzug bieten sie 10 Prozent ihrer Firmenanteile. 

Das Thema E-Mobilität gewinnt immer mehr an Relevanz im Alltag und doch gibt es immer noch ein Problem: Für all die E-Autos sind einfach zu wenig Ladestationen vorhanden. Das wollen Tobias Wagner (27) und Michael Masnitza (27) mit ihrem Start-up „Charge-X“ ändern. Ihr Modul funktioniert wie eine Mehrfachsteckdose und ermöglicht das zeitversetzte Aufladen von zehn Autos an einer Ladestation. Um ihr Produkt überall anbieten zu können, benötigen die Jungunternehmer 1.000.000 Euro und bieten dafür 16,7 Prozent ihrer Anteile. Kommt es zum großen Deal in der Höhle?

Zudem wollen diese Start-ups in der ersten neuen Folge bei den Investoren punkten: „Yumbau“ (asiatische Dim Sum und Soßen), „gitti“ (innovativer Nagellack) und „Flapgrip“ (Smartphone-Halterung). Außerdem gibt es für die Zuschauer ein Wiedersehen mit „iCapio“ und „Gentle Monkeys“. 

VOX zeigt die acht neuen Folgen „Die Höhle der Löwen“, moderiert von Amiaz Habtu, ab 31. August 2020 immer montags um 20:15 Uhr. Im Anschluss an die VOX-Ausstrahlung ist die Gründer-Show auf TVNOW abrufbar. Außerdem zeigt VOXup freitags um 20:15 Uhr und ntv sonntags um 10:30 Uhr die aktuelle DHDL-Folge von Montag als Wiederholung. Für hörgeschädigte Zuschauer besteht wieder die Möglichkeit, „Die Höhle der Löwen“ mit Untertiteln zu sehen.

Bild: V.l.: (hinten) Carsten Maschmeyer, Nils Glagau, Ralf Dümmel, (vorne) Dr. Georg Kofler, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg
Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Quelle MEDIENGRUPPE RTL DEUTSCHLAND GMBH

Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit

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Foodiary persönlicher und individueller Ernährungsplan

Foodiary persönlicher und individueller Ernährungsplan

Stellen Sie sich und das Startup Foodiary doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix Mergenthaler und ich habe mich vor fünf Jahren dazu entschieden Foodiary, eine App für die Ernährungsplanung zu entwickeln. Die App von Foodiary erstellt persönliche Ernährungspläne. Hierbei verfolgen wir den Ansatz einer ganzheitlichen und individuellen Erstellung. So analysieren wir im ersten Schritt den Kunden, fragen nach den Zielen, den körperlichen Daten und den aktuellen Essensgewohnheiten.

Anhand dieser Daten werden die benötigten Kalorien und Makronährwerte berechnet. Im Anschluss wählt ein Algorithmus die passende Ernährungsformen und kombiniert diese direkt mit passenden den Rezepten. Der Nutzer erhält dadurch umgehend seinen persönlichen Ernährungsplan für 12 Wochen, welcher einfach über unsere App zu bedienen ist.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Als Fitnesstrainer und Ernährungsberater für namenhafte Studios habe ich täglich Kunden betreut, welche ihre körperlichen Ziele erreichen wollten. Dabei kamen immer wieder die gleichen Fragen auf: Wie viel Kalorien darf ich essen? Welche Lebensmittel/Rezepte soll ich wählen? Brauche ich Proteinshakes?

Und meine Antworten waren ebenfalls immer die Gleichen. Du musst Deine Kalorien und mit der Zeit anpassen. Die Lebensmittel hängen von Deiner Ernährungsform und Deinen Gewohnheiten ab. Proteinshakes benötigst Du nur, wenn Du Deinen Tagesbedarf nicht decken kannst.

Diese Situation der sich ständig wiederholenden Fragen & Antworten wollte ich ändern und habe damit begonnen, kleine Excel Programme zu schreiben und so den Alltag der Kunden zu erleichtern. Schritt für Schritt wurde daraus eine Webanwendung, ein kleines Unternehmen und mit der Zeit wuchs die ursprüngliche Excel Datei, zu einem größeren Unternehmen und folglich der App von Foodiary. n und mit der Zeit wuchs es zu einem größeren Unternehmen und der App von Foodiary.

Welche Vision steckt hinter Foodiary?

Mit Foodiary möchte ich unsere Kunden dazu motivieren und sie dabei unterstützen, eine gesunde Ernährung in ihren Alltag zu integrieren. Durch das bestehende Überangebot und die Informationsflut auf dem Markt sind potentielle Kunden mit der Erstellung eines Ernährungsplans überfordert und kommen dadurch nicht effektiv an ihr gesetztes Ziel. Foodiary unterstützt sie bei dieser Herausforderung und gibt ihnen alles an die Hand, was sie für einen dauerhaft gesunden Ernährungsstil benötigen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Ich denke, dass der größte Schritt der erste Schritt war. Sich von den alten Denkmustern zu lösen und damit zu beginnen sein Ziel zu verfolgen. Im Laufe der Zeit folgen dann immer weitere Herausforderungen, welche man aber Schritt für Schritt meistert. Durch viele Nebenjobs und vorangegangenen unternehmerischen Tätigkeiten konnte ich das Unternehmen und die App bis heute bootstrappen. Dies war mir immer wichtig, da ich kein Fan von zu frühem Venture-Capital oder Investoren bin.

Wer ist die Zielgruppe von Foodiary?

Foodiary hat eine ganz klare Mission und somit auch eine klare Zielgruppe. Es geht nicht darum, einen sportlichen Athleten noch sportlicher zu machen, sondern darum Menschen zu mehr Selbstvertrauen und zu einem besseren Selbstwertgefühl zu verhelfen. Wer sich gut ernährt, der fühlt sich auch gut, wer sich gut fühlt, stahlt dies aus und gewinnt so ein Vielfaches an Lebensenergie und -qualität.

Wie funktioniert Foodiary? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Geschäftsmodell verfolgt das Ziel der Erstellung eines ganzheitlichen und individuellen Ernährungsplans. Der USP liegt darin, dass wir unsere Kunden dort abholen, wo sie stehen und ihnen nicht einfach nur ein Tool zum Kalorientracken an die Hand geben, sondern Rezepte für ihre individuellen Ziel integrieren und sogar Einkauflisten basierend auf ihren Plänen erstellen. Wir achten auch auf den Tagesablauf und passen jeden Tag entsprechend an.

Viele Mitbewerber fokussieren sich nur auf ein Teilgebiet. So gibt es z. B. Apps für das Intervallfasten, die ketogene Ernährung oder aber auch das reine Kalorientracken. Jedoch nur wenige haben es sich zum Ziel gemacht, einen ganzheitlichen Ernährungsplan anzubieten.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Das Unternehmen Foodiary besteht aus zwei Apps, die App von Greenline Nutrition, einer B2B-Ernährungsberatung und Foodiary, der B2C Variante. Durch Corona und die Schließung der Fitnessstudios wurden in den Fitnessstudios natürlich auch keine Beratungen mehr angeboten. Aus diesem Grund haben wir beschlossen Greenline Nutrition erstmal vom Markt zu nehmen und in der unsicheren Zeit neu aufzusetzen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Da das Unternehmen digital und remote aufgebaut ist, hatten wir zum Glück keine weiteren Einschränkungen im Arbeitsalltag.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Persönlich finde ich, dass wir aus der Krise menschlich, aber auch unternehmerisch viel lernen können. Zum einen ist es wichtig, dass wir privat aber auch beruflich enger zusammenwachsen und so gemeinsam viel erreichen können. Zum andern, dass wir mit der Digitalisierung von Prozessen, wie dem Homeoffice deutlich hinterher sind/waren und vieles diesbezüglich überdenken können und neue Strukturen aufbauen sollten.

Foodiary, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aktuell planen wir das Wachstum des Unternehmens, wozu auch das Erschaffen neuer Arbeitsplätze gehört. Für diesen Schritt treten wir mit Investoren in Verbindung, welche uns in diesem Prozess unterstützen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Dazu fällt mir spontan ein „Einfach mal machen“.

Klar sollte man immer eine Strategie dahinter stecken, aber man sollte auch nicht alles 100 % durchplanen. Oft kommt es anders als man erwartet.

Man benötigt viel Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit um an seinem Ziel festzuhalten. Oft gibt es Rückschläge und Situationen, in denen man Ratlos ist, aber es gibt immer ein Weg!

Der schnellste Weg muss nicht immer der Beste sein. Oft ist es wichtig ein Gang zurückzuschalten und nachhaltiges Wachstum vor schnellem Skalieren zu wählen.

Wir bedanken uns bei Felix Mergenthaler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Teste Dein Produkt in realer Umgebung

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lialo Berlin

Mit lialo Berlin auf eine spielerische Art entdecken und kennenlernen

Stellen Sie sich und das Startup doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Andree Sadilek. Ich bin Gründer und Geschäftsführer von lialo, einer App für alle, die Berlin auf eine andere, spielerische Art entdecken oder genauer kennenlernen möchten. Ganz ohne Download oder Anmeldung kann man mit dem Smartphone lialo aufrufen und zwischen aktuell 21 unterschiedlichen Touren wählen und sofort in kurzweilige und zugleich informative Themenwelten mit spannenden Aufgaben, die es zu lösen gilt, eintauchen. 

Das Besondere an lialo – eine Abkürzung für „like a local“ – ist dabei, dass der Fokus weniger auf typisch touristischen Informationen liegt, sondern vielmehr auf weniger bekannten Geschichten und Geheimtipps, die nur echte Berlin-Kenner parat haben. Zudem kann man lialo nicht nur in Berlin, sondern überall nutzen, um selbst Touren zu erstellen, die nicht öffentlich, sondern privat oder von Freunden gespielt werden können. So kann man bspw. anlässlich einer Geburtstagsparty die Lieblingsorte des Jubilars erkunden oder zu einem Junggesellenabschied die vom Brautpaar gemeinsam besuchten Plätze besuchen und jeweils mit Anekdoten und Erinnerungen versehen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Weil wir erkannt haben, dass den Spaß, den unsere Kinder auf spielerischen Erkundungstouren hatten, auch erwachsene Menschen haben können, wenn man sie interessante, häufig verborgene Orte erkunden lässt. lialo Touren führen Menschen nun genau zu solchen Orten.

Welche Vision steckt hinter lialo?

Spaß am Entdecken wunderbarer Orte und ihrer Geschichten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Es ist uns gelungen, die spielerische Idee in ein klar strukturiertes Spiel- und Tourkonzept in einer App umzusetzen. lialo wird vom Mitgründer, Christian Wegner (Momox-Gründer), finanziert.

Wer ist die Zielgruppe?

lialo bietet viele unterschiedliche Touren an. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei, deswegen sprechen wir Familien, Paare, Kinder, Touristen und Berliner gleichermaßen an. Viele unserer Touren sind zudem barrierefrei und können somit auch von Rollstuhlfahrern oder Familien mit Kinderwagen gespielt werden. 

Wie funktioniert lialo? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Ohne Download, Installation oder Anmeldung können aktuell 21 thematisch ganz unterschiedliche Touren kostenlos in der Stadt gespielt werden.

Das Erkunden von Orten steht im Mittelpunkt. Jede Tour besteht aus einer Einleitung, Wegbeschreibungen, Aufgaben und Informationen an den einzelnen Zwischenstopps sowie Informationen zum Abschluss der Tour. Was uns zudem von anderen Anbietern unterscheidet ist, dass man mithilfe von lialo auch eigene, private Touren erstellen und Freunde und Familie auf selbst konzipierte Entdeckungstour schicken kann.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Das lialo Team hat von Anfang an dezentral gearbeitet, daher gab bezüglich der Arbeitsabläufe keine Veränderungen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

An unseren lialo Touren mussten wir nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Insbesondere jetzt während der Corona-Pandemie ist lialo eine tolle Möglichkeit, für eine unterhaltsame Freizeitaktivität, bei der alle geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln problemlos eingehalten werden können. Mit lialo kann man Berlin kennenlernen oder auch neu entdecken. Die Touren sind also für Berlin Besucher, sowie für Berliner interessant.

Insbesondere unsere Touren in den Außenbezirken laden zum Entdecken neuer Orte ein. Das ist Urlaub in der eigenen Stadt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise brachte auch eine Art der Besinnung. Vielleicht ist nun Zeit, sich endlich mal all die wunderbaren Orte in der Nachbarschaft anzusehen und deren Geschichten zu hören.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich würde mich über ein buntes Tourangebot in Deutschland freuen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Konzentriere Dich auf die wesentlichsten Produktfeatures.

2. Teste Dein Produkt in realer Umgebung mit echten Menschen in jeder einzelnen Entwicklungsphase.

3. Höre anderen Menschen zu und lerne für das Produkt.

Wir bedanken uns bei Andree Sadilek für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Das Glück ist mit den Tüchtigen

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McBrikett Grillkohle grillen Kokokosnussschalen Bambus Marabu

McBrikett hochwertige und umweltfreundlicher Grillkohle aus Kokokosnussschalen, Bambus und Marabu

Stellen Sie sich und das Startup McBrikett doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Kasper Damkier, Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer der McBrikett GmbH. Wir haben uns auf die Vermarktung von hochwertiger und umweltfreundlicher Grillkohle aus Kokokosnussschalen, Bambus und Marabu spezialisiert. Inzwischen ist der FUSL – Fett und Schmutzlöser mit dazu gekommen. Und weitere spannende innovative Produkte rund um das Grillen folgen. Wir sind mit unserer Grillkohle absoluter Platzhirsch in der Grill- und BBQ-Szene, alle letzten 6 BBQ-Europameister schwören auf unsere Produkte, wir beliefern seit 3 Jahren Grill den Hennsler und möchten jetzt mit unseren Produkten die Gärten der Nation erobern.  

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Nach meinem Burnout 2010 war es Zeit, etwas Neues zu machen. Ich fand das Produkt Kokoskohle einfach gut, weil ich auf Qualität, Grillen und Nachhaltigkeit stehe. Und all das vereint Kokoskohle, mit der ich angefangen habe. 

Welche Vision steckt hinter McBrikett?

Wir möchten Grillen nachhaltiger, entspannter und bequemer machen, durch Qualität und schonenden Umgang mit Ressourcen. Das eine schließt das andere nicht aus. Im Gegenteil, unsere verwendeten Rohstoffe, sind alle energieehaltiger als das hierzulande beliebte Buchenholz.
Qualität nicht trotz Upcycling, sondern dank Upcycling. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Finanziert wurde das Projekt mit Eigenkapital. Der Anfang ist noch überschaubar, aber in die Tiefe und in Breite wachsen ist dann die große Herausforderung, da die Lieferzeiten 10-12 Wochen betragen und man dadurch große Teile seines Kapitals in Ware stecken muss, was die Liquidität natürlich schmälert. Und, weil Ware für Banken keine Sicherheit darstellt, waren die leider auch keine Hilfe. Der Anfang war nicht einfach, aber das Gröbste haben wir hinter uns.

Aber die größte Herausforderung ist es immer noch die potentiellen Kunden (Endverbraucher) davon zu überzeugen, dass sie etwas mehr pro Kilo Grillkohle ausgeben müssen, um Geld zu sparen. Denn unsere Kohle glüht 3 mal länger als normale Baumarktkohle, was zu einen nahezu unerreichten Preis-Leistungsverhältnis führt. Aber das zu kommunizieren ist tatsächlich die täglich größte Herausforderung. Aber auch das gelingt immer besser, da die Kohle für sich spricht und jeder, der sie mal im Grill hatte, weiß, dass wir nicht lügen und sie wirklich so heiß brennt und so lange hält.

Wer ist die Zielgruppe von McBrikett?

Natürlich alle, die gerne und viel grillen. Jeder mit bewusstem und nachhaltigem Lebensstil. Qualitätsbewusste Menschen, die wissen, wer günstig kauft muss es sich leisten können, das ist bei Grillkohle nicht anders. In Zahlen ausgedrückt ist unsere Kernzielgruppe 30 – 55 Jahre,  männlich mit Haus und Garten. Wobei  wir auch gerade an Produkten und Konzepten arbeiten, die Frauen ansprechen werden. 

Was ist das Besondere an der Grillkohle? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wie schon erwähnt verwenden wir für unsere wichtigsten Produkte mit Kokosnussschalen, Bambusspänen und Marabu Rohstoffe, die früher als Abfall, bzw. Nebenprodukte angefallen sind. Durch Upcycling stellen wir daraus wertvolle Güter her. Dank großem Knowhow und unseren guten Partnern können wir Grillkohle herstellen, die qualitativ der normalen Supermarktkohle weit voraus ist. Alle unsere Grillkohlen, egal ob Briketts oder Holzkohle, sind rauchfrei und geruchsneutral. Was nicht nur den Nachbarn, sondern auch die eigene Nase freuen dürfte, wenn man nach dem Grillen nicht nach Lagerfeuer stinkt und die Klamotten sofort in die Wäsche können.  Unsere Kohle glüht heißer und wesentlich länger als 0815-Kohle, was in einer sensationell günstigen Grillstunde resultiert. Der Preis pro Leistung ist entscheidend, nicht pro Kilo. Der Aschegehalt ist mit 2-6% sehr gering und bei Bedarf kann man die Kohlen ersticken und beim nächsten Grillen wieder hernehmen. Das geht nur, weil die Qualität so hoch ist.  

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Der Onlineumsatz hat enorm zugenommen. Während des Lockdowns ist der Traffic und die Suchanfragen gut nach oben gegangen. Alle waren zuhause und haben bei dem schönen Wetter so viel gegrillt wie nie zuvor. Entsprechend war, bzw. ist die Grillbranche einer der wenigen Profiteure von Corona gewesen. Isoliert betrachtet hätte ich geschäftlich nichts gegen einen zweiten Lockdown, privat kann ich sehr gut drauf verzichten. Und nicht isoliert betrachtet würde ein zweiter Lockdown die gesamte Wirtschaft zum Erliegen bringen. Entsprechend freue ich mich auf eine Welt nach Corona. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir waren davor schon gut aufgestellt was das Onlinegeschäft angeht, darum mussten wir zum Glück nicht so viel verändern. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Es überlebt nicht der Stärkste, sondern der sich am besten anpasst. Und durch Corona hat sich die Welt verändert, und jede Veränderung bringt neue Möglichkeiten, neuen und verlagerten Bedarf sowie Nischen mit sich. In den Zeiten einer Krise, bzw. in Zeiten von Corona muss man als Unternehmer schnell sein, diesen neuen Bedarf analysieren und sich mit entsprechend anpassen.  

McBrikett, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir hoffen doch schwer, dass wir bis dahin den Großteil der Griller erreicht haben und von unseren Produkten überzeugen konnten. Dass Qualität, Nachhaltigkeit und Geldsparen sehr einfach vereinbar sind. Wir möchten in die Breite mit einer größeren Produktvielfalt und in der Tiefe wachsen ohne an Qualität zu verlieren. Wenn in 5 Jahren alle guten Griller an McBrikett denken, wenn sie an Grillkohle denken, wäre das Ziel auf jeden Fall erreicht.     

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Die Einstellung muss stimmen. Wer für seine Idee brennt, Liebe und Leidenschaft mitbringt kann viel bewegen, egal in welcher Branche.
Die richtigen Geschäftspartner auswählen, die mit dem gleichen Tempo in die gleiche Richtung gehen wollen und können.
Wenn du jeden Tag hart arbeitest und Spaß an dem hast, was du machst, kommt der Erfolg meist von selbst. Wobei selten über Nacht. Das Glück ist mit den Tüchtigen.

Wir bedanken uns bei Kasper Damkier für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Eine klare Kundenorientierung

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schubwerk Marketing Business Analytics

schubwerk smarte Marketing und Business Analytics Software

Stellen Sie sich und das Startup schubwerk doch kurz unseren Lesern vor!

schubwerk ist ein junges Unternehmen mit Standorten in Wiesbaden und Berlin, das ein Tool zur intelligenten Marketing- und Business-Steuerung entwickelt hat. Neben der smarten Marketing und Business Analytics Software bietet schubwerk auch Services im Bereich digitales Marketing und Leadmanagement sowie Tracking-Lösungen an.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Es begann damit, dass uns als Online-Marketeers das ständige Einloggen in unterschiedliche Tools und die mühsame Verknüpfung der diversen Datenmengen zu viel Zeit stahl. Bis wir diese Daten dann auch noch schön und übersichtlich in Excel oder Power Point dargestellt hatten, vergingen weitere Stunden – Stunden, die alle anderweitig noch sinnvoller hätten investieren können. So formte sich in unseren Köpfen zunehmend eine Vision: Ein Tool, das all diese Schritte vereinen könnte. Ein Instrument, das die Kampagneneffizienz anzeigt, alle relevanten Tools und KPI’s verbindet und die Verknüpfung aller Daten auf einen Blick darstellt, um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

Zunächst haben wir das Tool entwickelt, um die Performance der von uns durchgeführten Marketing-Aktivitäten steuern und optimieren zu können – ohne lange Excel-Listen. Es herrschte jedoch auf Messen und in Gesprächen mit Kunden reges Interesse an der damaligen Rohversion, wodurch wir den Entschluss fassten, diese Marktlücke zu nutzen und das Tool zusammen mit unseren Kunden weiterzuentwickeln. So geben wir auch anderen Interessenten die Möglichkeit, davon zu profitieren.

Welche Vision steckt hinter schubwerk?

Wir möchten mit unserem Tool Geschäftsführern, Top Managern und Online-Marketeers die Möglichkeit geben, ihre Marketing- und Vertriebsperformance einfach, übersichtlich, operativ und ihren Bedürfnissen und Anforderungen entsprechend steuern zu können. Hierfür arbeiten wir stetig an der Anbindung diverser Tools aus unterschiedlichen Bereichen sowie an einem intelligenten, selbstlernenden System zur Prognose von Businessaktivitäten.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung bestand vor allem in der Programmierung und Erstellung unserer Marketing Analytics Software. Dort steckt wirklich viel Herzblut, Zeit und Konzeption drinnen. Wir haben sogar öfter Programmier-Grill-Wochenenden und Night Sessions veranstaltet, um das Tool voranzubringen. Natürlich ist die aktuellste Herausforderung, als junges Unternehmen durch die Corona-Krise zu kommen. Finanziert haben wir uns durch Eigenfinanzierung.

Wer ist die Zielgruppe von schubwerk?

Die Zielgruppe von schubwerk sind Geschäftsführer, Top Manager und Online-Marketeers.

Wie funktioniert schubwerk? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Vorteile eines Marketing Analytics Tools wie schubwerk sind unter anderem die einfache Bedienung und die hohe Transparenz der Marketing-Aktivitäten. Bei schubwerk hat man beispielsweise ein Cockpit, bei dem man alle relevanten Online- und marketingspezifischen Kennzahlen unterteilt in Business-, Marketing-, Performance und Usability-KPI auf einen Blick hat. Man kann dort mithilfe eines Ampel-Systems sofort einschätzen, ob sich bestimmte Indikatoren positiv oder negativ entwickelt oder konstant geblieben sind. Somit hat man aufgrund hinterlegter Marketing-Kennzahlen automatisch eine Interpretation der Ergebnisse.

Bei schubwerk hat man darüber hinaus alle Systeme und KPI übersichtlich und verständlich auf einen Blick.

Ein weiterer Vorteil ist, dass schubwerk nicht auf Drittanbieter angewiesen ist und somit die Daten in Echtzeit zur Verfügung stellen kann. Im Dashboard sieht man dann den kompletten Lead- und Sales Funnel, sodass man die Entwicklungen bis hin zum Kauf verfolgen kann und eine Korrelation der Daten bis Lead und Sales zur Verfügung stehen hat.

Bei den pragmatischen Tabellen-Tools wie Excel fehlen die Interpretation der Ergebnisse, Handlungsempfehlungen, die Korrelation der Daten bis hin zu Lead und Sales sowie die Abbildung des gesamten Lead- und Sales Funnel. Man hat auch nur bedingt alle Systeme und KPI auf einen Blick und es fehlt damit einhergehend auch die Transparenz über die Erfolge oder Misserfolge der Marketing-Aktivitäten.

Das Problem bei teilautomatisierten Tracking-Tools wie beispielsweise Google Analytics ist, dass nicht alle Daten einfließen sowie eine Zurückverfolgung zum Lead beziehungsweise Kauf gerade im Dienstleistungsbereich sehr schwierig ist. Darüber hinaus kann man mit der Fülle der Daten bei Google Analytics oftmals nichts anfangen oder keine Zusammenhänge erkennen, da man nicht alle Systeme und KPI auf einen Blick hat und somit auch keine hohe Transparenz der Marketing-Aktivitäten besteht. Die Bedienung ist schwer und muss erst erlernt werden und die Daten sind nur bedingt in Echtzeit verfügbar. Darüber hinaus fehlt eine einfache Interpretation der Ergebnisse und daraus resultierende Handlungsempfehlungen. 

Man merkt somit beim Vergleich der unterschiedlichen Lösungswege, dass schubwerk – insbesondere, wenn man häufig Reportings macht – gegenüber anderen Tools klare Vorteile bietet. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Es hat sich vor allem verändert, dass man mehr Gespräche führen musste und dass Aufträge, die bereits sicher waren, storniert oder eingefroren wurden. Daraufhin musste man als Unternehmen viel mehr Akquise machen, um neue Kunden zu gewinnen und damit die Situation stabil halten zu können. Das stellte uns natürlich auch im Management vor harte Herausforderungen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir hatten immer ein Ziel vor Augen, sodass wir uns relativ schnell auf die Veränderungen eingestellt haben. Wenn man eine Leidenschaft für sein Thema hat und so viel Arbeit reinsteckt, muss man einfach flexibel sein und sich schnell an neue Herausforderungen anpassen. Durch Corona ist aber vor allem die langfristige Liquiditätssicherung zu einem großen Thema geworden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sind der Meinung, dass jede Krise immer auch Chancen bietet. In unserem Fall ist die Chance, verstärkt neue Kunden akquirieren und somit unser Netzwerk vergrößern zu können, unsere Anpassungsfähigkeit zu stärken und unter Beweis zu stellen sowie motiviert mit dem Wissen herauszutreten, dass wir auch in herausfordernden Zeiten nach Lösungen suchen und diese auch finden können. 

schubwerk, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es das Top-Unternehmen im Bereich Tracking, Audits und Software und ein entscheidender Player im Business- bzw. Business Analytics-Markt zu werden. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir haben in der vergangenen Zeit gemerkt wie wichtig Leidenschaft, Durchhaltevermögen (Viel mehr als in jedem Ratgeber geschrieben steht) und eine klare Kundenorientierung und Zielvorstellung sind. Man muss bereit sein, seine Zeit, seine Kraft und sein Geld zu investieren und auch in herausfordernden Zeiten sein Ziel weiter zu verfolgen, sich schnell anzupassen und nicht aufzugeben. Je mehr Leidenschaft vorhanden ist, desto erfolgreicher hält man unserer Meinung auch in herausfordernden Zeiten durch, denn die Leidenschaft ist es, die einen inspiriert und antreibt.

Wir bedanken uns bei Dr. Steffen Behler und Stefan Mahendiran für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kunden gut zuhören

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Avocadostore Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle

Avocadostore Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle

Stellen Sie sich und das Startup Avocadostore doch kurz unseren Lesern vor!

Avocadostore ist der führende Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle. Vor mehr als 10 Jahren gab es bereits einen sehr stark wachsenden Bedarf an ökologischen Non Food-Produkten, die fair und umweltverträglich hergestellt wurden. Parallel entwickelte sich eine Szene junger Designer und Hersteller, die einzigartige, nachhaltige Produkte entwarfen und produzierten. Avocadostore hat ihnen im April 2010 einen Marktplatz gegeben, sie sichtbar und für einen großen Kundenkreis zugänglich gemacht. Hier konnten sie einfach, kostengünstig und ohne großes Risiko ihre Ware online verkaufen. Heute kann der Kunde*in unter 4.000 Top-Marken und unter 250.000 nachhaltigen Produkten auf Avocadostore.de auswählen. 

Ich bin ein Pionier der ersten Stunde bei Avocadostore, habe 2011 begonnen, wurde zwei Jahre später zur Geschäftsführerin ernannt. Auch heute noch fördere ich nachhaltige Startups und Jung-Designer, um ihnen den Gründer-Alltag zu erleichtern und ihr Geschäft richtig zu positionieren. So bin ich nicht nur in der Handelskammer in verschiedenen Ausschüssen aktiv, sondern auch in verschiedenen Jurys (Ethical Style Guide/Messe Frankfurt, Green Product Award/Berlin), wo es immer darum geht, gemeinsam nachhaltigere Produkte zu gestalten. 

Außerdem setze ich mich im Moment gemeinsam mit anderen Eco Fashion-Labels für die Fair Fashion Solidarity-Initiative ein. Hier geht es um das Überleben kleiner Eco Fashion Brands, die im Rahmen der Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck geraten sind. Darüber hinaus habe ich ein Buch geschrieben: „Nachhaltig leben JETZT“. Der Nachhaltigkeitsguide ist Ende Juni im Buchhandel erschienen.

Welche Vision steckt hinter Avocadostore?

Wir wollen für jedes konventionelle Produkt eine nachhaltige Alternative bieten. Wir möchten nachhaltigen Konsum in die breite Masse tragen, mit Vorurteilen aufräumen, transparent sein, informieren und zeigen, dass ein nachhaltiger Lifestyle viel Spaß macht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als stark wachsendes Unternehmen schafft man es nicht immer rechtzeitig, die Strukturen parallel mitlaufen zu lassen. Ich denke, es gibt nicht “die große Herausforderung”, sondern eher viele kleine, subtile Dinge, wie zum Beispiel zu merken, dass Führung anders funktioniert, wenn man am Anfang nur 10 Leute und heute 40 Mitarbeiter im Team hat. Oder ein anderes Beispiel: Wann ist das richtige Timing für eine Strategieänderung? Manchmal waren wir da auch durchaus zu früh dran, manchmal zu spät. 

Zur Finanzierung: Zu Beginn haben mehrere Businessangels an die Idee Avocadostore-Idee geglaubt und die Finanzierung gesichert. Seit 2017 hält auch die GLG Green Lifestyle GmbH 100 Prozent der Anteile. 

Wer ist die Zielgruppe von Avocadostore?

Wir haben eine Kernzielgruppe, die eher weiblich, aber auch männlich und zwischen 35 und 50 Jahren alt ist. Seit dem ersten Halbjahr 2019 wächst bei uns aber überproportional die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Sie ist  um fast 150 Prozent gestiegen. Dieses Kundensegment wächst viel schneller als die anderen Altersgruppen. Deswegen glauben wir, dass Nachhaltigkeit längst keine Nische mehr ist und auch kein Trend sein wird, sondern eine Bewegung ist, die gerade erst anfängt. 

Darüber hinaus fällt uns bei Avocadostore auf, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihr Leben nachhaltiger gestalten wollen. Vergleichbar vielleicht mit der „Vegan-Welle“, die 2012 begann. Aber heute geht es längst nicht mehr nur um Tofu statt Fleisch, sondern um einen ganzheitlichen Lebensstil: von der Mode und Kosmetik über Ernährung, Wohnen bis hin zum digitalen Leben und Verreisen. Viele Menschen wollen wirklich wissen, wie sie umweltfreundlicher leben können und nicht nur z.B. gesünder. Die Entwicklung geht klar dahin, dass weniger, aber „besser“ konsumiert wird. „Besser“ steht dann meist für faire Produktion und gute Qualität, ohne Abstriche in Style und Design.

Wie funktioniert Avocadostore? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Durch unsere 10 Nachhaltigkeitskriterien schaffen wir Transparenz rund um unser Sortiment, der Kunde*in sieht am Produkt, warum es nachhaltig ist und kann sogar Fragen zum Produkt stellen. 

Von den folgenden Kriterien muss mindestens eines erfüllt sein, damit ein Produkt bei uns verkauft werden kann: ressourcenschonend, schadstoffreduzierte Herstellung, Bio-Rohstoffe, fair&sozial, cradle to cradle, recyclebar oder recycelt, vegan, Made in Germany, CO2-sparend, lange haltbar. 

So schaffen wir Standards, und der Begriff der Nachhaltigkeit verliert seine Vieldeutigkeit. Darüber hinaus bieten wir jedem Kunden*in die Möglichkeit zu kommentieren, zu kritisieren, zu argumentieren und zu diskutieren. So kann es auch mal vorkommen, dass man ein Produkt wieder runternimmt oder ein anderes aufnimmt, wenn die Kunden es wünschen. Durch unsere enge Kundenbindung erkennen wir aktuelle Konsumentenwünsche und setzen sie soweit wie möglich um. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Bei uns hat sich durch die Corona-Pandemie einiges verändert. Der Monat März war bei uns, wie auch bei vielen anderen E-Commerce-Geschäften, ziemlich schlecht. Das lag wohl vor allem daran, dass nur noch gekauft wurde, was wirklich notwendig ist, denn wir waren wohl alle erst mal unter Schock und wussten nicht, wie sich das Ganze entwickeln wird. Da wir bei Avocadostore nicht nur Mode, sondern auch Haushaltsutensilien, Yoga-Zubehör und Kinderspielzeug verkaufen, machten wir so zumindest noch etwas Umsatz. 

Glücklicherweise hat sich die Lage ab Ende März wieder etwas entspannt und ist heute bei uns stabil. Ich glaube, viele Menschen kaufen immer noch vorsichtig, aber das was sie kaufen, hinterfragen sie mehr und setzen auf Nachhaltigkeit und faire Produktion. Eine Krise lässt uns eben gängige Muster neu betrachten und ist eine große Chance für Veränderung. 

Gleichzeitig haben wir eine große Welle der Solidarität gespürt. Wir sind heute noch viel in Kontakt mit Herstellern und Händlern, unterstützen uns gegenseitig und tauschen uns aus. Auch unsere Kunden waren der Wahnsinn: Sie kauften, um uns und die hinter Avocadostore stehenden Marken zu unterstützen – und sie haben uns oft aufmunternde und bestärkende Worte geschickt. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben den Vorteil, dass wir auch schon vor Corona sehr agil gearbeitet haben. D.h. Homeoffice war für uns keine große Umstellung, höchstens die Anzahl der Videokonferenzen. Besonders im März hatten wir starke Umsatzeinbrüche, seit Anfang April hat sich das wieder erholt, und wir freuen uns über eine stabile Umsatzsituation. Zu Beginn der Umsatzeinbrüche haben wir sofort begonnen, unsere technologische Priorisierung zu hinterfragen und anzupassen. Da wir knappe Ressourcen haben, ist das Bottleneck Technologie immer da und agiles arbeiten ist dort für uns essentiell. Die zweite Maßnahme, die besonders im Digitalen öfters unterschätzt wird, ist Kommunikation. Wir haben uns sehr gut überlegt, wann wir wie kommunizieren und sehr bewusst unseren Content in Newslettern, auf der Seite und auf Social Media der Situation angepasst. Wir setzen bis heute auf Transparenz und Offenheit und sind im Dialog mit Kunden*innen, aber auch Brands und Hersteller*innen. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir merken, dass wir einige neue Kunden durch die Krise gewonnen haben, die jetzt mehr Wert auf das legen, was sie kaufen. Produkte, die besonders gut funktioniert haben, waren nachhaltige Yogamatten, Kinderspielzeug, Wohnaccessoires und Eco-Sneaker.

Avocadostore, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir waren die ersten, die nachhaltigen Konsum online für viele zugänglich gemacht haben. Wir fühlen uns als Pionier und haben wir uns in den letzten Jahren eine starke Position erarbeitet. Und wir wachsen seit 5 Jahren über 40% jährlich und hoffen, in ein paar Jahren im Mainstream angekommen zu sein. Unser Ziel ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, nachhaltiger einzukaufen. Avocadostore.de wird dann hoffentlich die führende Plattform sein, auf der man für jedes herkömmliche Produkt eine „grüne“ Alternative findet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich glaube daran, dass die Gründer am erfolgreichsten sind, die mit ihrem Geschäftsmodell ein Problem beseitigen und Menschen den Alltag erleichtern. Unsere Idee kam zur richtigen Zeit, denn immer mehr Menschen wollen bewusster konsumieren.

Als zweiten Tipp würde ich Gründern geben, dass sie ihren Kunden gut zuhören. Und damit meine ich echte Kunden, nicht nur Freunde und Familie. Nette Worte sind kein hilfreiches Feedback. Wenn Freunde z.B. sagen, gute Idee, aber nie das Produkt kaufen, muss man herausfinden wieso. Wir haben durch das Feedback unserer Konsumenten pausenlos an unserem Produktsortiment gearbeitet und sind dabei flexibel geblieben. Wir können uns den Bedürfnissen des momentan sehr dynamischen Eco-Markts jederzeit anpassen. Trotzdem haben wir unsere Idee immer klar formuliert und ihren Benefit in den Vordergrund gestellt.

Und der wohl wichtigste Tipp: Man sollte dabei immer authentisch bleiben, denn Authentizität überzeugt. Wenn man irgendwo noch nicht perfekt ist, darf man den Mut haben, dies auch zu kommunizieren. Hier ist das „wie“ entscheidend, denn je authentischer man kommuniziert, desto mehr sind Kunden bereit, sich auf eine Marke einzulassen und weiter konstruktives Feedback zu geben. 

Wir bedanken uns bei Mimi Sewalski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Folge deiner Intuition

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bonfire

Bonfire ermöglicht remote arbeitenden Teams intuitivere Kommunikation

Stellen Sie sich und das Startup Bonfire doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin 32 Jahre alt, geboren in Rheinland-Pfalz, Wirtschaftspsychologe und klinischer Psychologe, Partner bei conufactur.com sowie Gründer des Remote Work-fokussierten Start-ups bonfireoffice.com. 

Bonfire ermöglicht remote arbeitenden Teams einen sozialeren Austausch und intuitivere Kommunikation, indem wir virtuelle Büro-Räume entwerfen, die ähnlich wie kooperative Online-Spiele funktionieren. Dadurch werden die Teams befähigt, einfacher soziale Strukturen und eine eigene Kultur zu entwickeln. Sie bleiben motivierter, sichtbarer und mental gesund.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Wunsch, etwas Eigenes zu starten, war schon lange in mir angelegt. Bereits als Grundschüler habe ich – teilweise sehr kuriose – Geschäftsideen am PC festgehalten und mir gesagt, wenn ich irgendwann “eine richtig gute” habe, werde ich sie realisieren. Jetzt, 20 Jahre später, war es dann endlich soweit. Die Umstände und die Umgebung haben gepasst. Außerdem glaube ich daran, dass man an dem, was man beruflich tut, grundsätzlich Spaß haben sollte. Und was klingt nach mehr Spaß, als die Entwicklung eines Online-Office-Rollenspiels, das die Zusammenarbeit auf Distanz völlig auf den Kopf stellt?

Bei und nach der Unternehmensgründung hat mir meine psychologische Ausbildung geholfen, ein tiefergehendes  Verständnis von Menschenführung aufzubauen. So hilft mir die Psychologie bei der Auswahl von neuen Kollegen und der Zusammenarbeit mit meinem Team. Ich bin davon überzeugt, dass ein gut funktionierendes Team das Fundament für ein erfolgreiches Produkt ist. Die finale Entscheidung zur Gründung habe ich im Open Innovation Hub wayra Deutschland getroffen – das diverse Umfeld mit den unterschiedlichsten GründerInnen, die jeden Tag hart daran arbeiten, ihre Ideen zu realisieren, hat mich sehr motiviert, diesen Schritt zu gehen.

Welche Vision steckt hinter Bonfire?

Unsere Vision ist es, Remote Work zu einer sozialen Erfahrung zu machen und dezentral arbeitende Teams näher zusammenzubringen. Wir sind davon überzeugt, dass ortsunabhängiges Arbeiten für viele Berufsgruppen und auch für unseren Planeten die Zukunft ist. Zum einen, weil die Produktivität der Arbeitnehmer laut Studien im Schnitt steigt und die Menschen selbstbestimmter leben und arbeiten können. Zum anderen, weil die Umwelt durch weniger Pendelverkehr signifikant entlastet wird. Damit Remote Work langfristig funktioniert, muss aber die soziale Interaktion zwischen den Kollegen ebenso im Fokus stehen wie deren Produktivität. Dafür gibt es heute noch keine Lösung und diese Lücke wird Bonfire füllen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung waren die schieren Mengen an neuen Informationen und Anforderungen, mit denen man sich beschäftigen muss, die aber oft nichts mit dem Produkt selbst zu tun haben. Und egal wie viel  Feedback man bekommt, es bleibt diese latente Ungewissheit, ob und wie das eigene Produkt angenommen wird. Hier ist es wichtig, dass man sich selbst vertraut und Skeptiker zwar ernst nimmt, ihnen aber nie zu 100 Prozent Glauben schenkt.

Finanziert haben wir uns einerseits über meine Tätigkeit als Organisationspsychologe, andererseits über die für Start-ups so essentiellen drei Fs – Friends, Family und Fools. Wir planen diesen Herbst zudem eine erste Finanzierungsrunde, in der externes Kapital für das notwendige Wachstum beschafft werden soll.

Wer ist die Zielgruppe von Bonfire?

Unsere Zielgruppe sind Teams und Unternehmen, die zum Großteil oder bereits komplett dezentral arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten. Auch Fernuniversitäten werden mit Bonfire interessante Möglichkeiten bekommen. 

Wie funktioniert Bonfire?

Bonfire kann man als ernsthafte Bürosimulation verstehen. Man stelle sich das Spiel “Die Sims” vor, nur dass die Avatare, die man auf dem Bildschirm sieht, Kollegen sind, die im echten Leben vielleicht überall auf der Welt verteilt sind. Mit Bonfire fühlt es sich so an, als würde man ein Büro mit ihnen teilen. Die Nutzer loggen sich einfach über ihren Browser mit ihrer E-Mail-Adresse ein. Sie erstellen einen individuellen Avatar mit entsprechendem Kurzprofil und betreten ihr virtuelles Office, wo sie dann auf ihre Avatar-Kollegen treffen. Unser innovatives Videostreaming rundet die Erfahrung ab. Alles ist auf intuitive, synchrone, und soziale Interaktion bzw. Kommunikation ausgelegt. 

Wo liegen die Vorteile?

Einerseits hat man die sozialen und kommunikativen Vorteile eines gemeinsamen Büros und andererseits die Freiheit, ortsunabhängig zu arbeiten. Die Nutzer fühlen sich sichtbar und verbunden und können durch ihre Avatare komplexer miteinander kommunizieren und interagieren. Dazu gehören auch teambildende Mini-Games, die Kreativität und den Zusammenhalt im Team unterstützen. Teamleiter und Führungskräfte haben zudem psychologisch relevante Monitoring-Möglichkeiten für aus der Distanz schwer Erfassbares, wie zum Beispiel die Stimmung im Team. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Zum einen die Avatar-basierte Interaktion in Echtzeit, zum anderen bieten wir psychologisch fundierte Komponenten wie Stimmungsbarometer oder Mood-Checks. Auch arbeitszeitbegrenzende Features und die Möglichkeit, arbeitsbezogene und freiwillige private Informationen zu teilen, werden integriert, um den kollegialen Austausch zu erleichtern.  Besonders wichtig ist uns, dass Bonfire ein offenes System wird. Wir müssen und werden Schnittstellen für etablierte Remote Tools und Büroanwendungen zur Verfügung stellen.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Idee zu Bonfire kam mir im November des letzten Jahres. Es musste also fast von Beginn an mit der Situation umgegangen werden. Von daher hat sich nicht viel verändert, weil es noch nicht viel zu verändern gab.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wenn man eine Software für Remote Teams baut, dann liegt es nahe, die eigene Organisation auch dezentral zu führen. Covid-19 hat mir die Entscheidung sehr einfach gemacht. Die Zukunft von Bonfire ist remote. Daher ist Bonfire für mich als Lösung genauso interessant wie für meine zukünftigen Kunden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube, dass kein Marketing-Budget der Welt Fernarbeit in so kurzer Zeit ins Bewusstsein und in den Alltag von so vielen Menschen gebracht hätte. Außerdem hat die Pandemie gezeigt, dass die Software-Lösungen, die wir im Moment nutzen, nicht die Krone der Schöpfung sind. Es geht besser. Wir sind noch lange nicht am Ende.

Bonfire, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Was ich weiß ist, dass sich der Weg, den ich im Moment gehe, sehr gut anfühlt. In fünf Jahren habe ich mehr Menschen gefunden, die diesen Weg mit mir gehen wollen. Ich sehe ein Team, das mit mir gemeinsam für Bonfire brennt und mit dem ich gemeinsam die Flammen so schüren kann, dass  man sie von überall aus sehen kann. 

Zum Schluss – welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Folge deiner Intuition, aber ignoriere nie die Zahlen! Suche nach Partnern, die können, was du nicht kannst. Je mehr Feedback du zu deiner Idee bekommst, desto besser – und Kritik ist hier ebenso wichtig wie Lob. Spreche mit Personen, die weiter sind als du und lerne aus ihren Fehlern und ihren Erfolgen. 

Wir bedanken uns bei Raphael Herkommer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sprecht mit potentiellen Kunden

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SIMITY Batch #8 VentureVilla

SIMITY Teilnehmer im Batch #8 Accelerator-Programm der VentureVilla

Stellen Sie sich und das Startup SIMITY doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Jan-Niklas Schmitz und Sebastian Böddeker und zusammen haben wir dieses Jahr das Unternehmen SIMITY gegründet. Zur Zeit arbeiten wir mit einem vierköpfigen Team an der Idee und Umsetzung der technischen Lösung. SIMITY ermöglicht es lokalen Unternehmen mit ihren Kunden* kontextbezogen direkt auf ihrem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Die SIMITY Lösung dient als selbstlernendes Customer Relationship Management (CRM) Tool.

Mit der SIMITY Lösung können auch offline Daten zum Kundenverhalten generiert werden, um relevante Kunden auf ihrem Smartphone am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und mit der richtigen Botschaft zu erreichen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben uns während unseres gemeinsamen Wirtschaftsstudiums in Hannover kennengelernt. Schon nach dem ersten Bier erzählten wir uns von unseren ersten Geschäftsideen und den kleinen GbRs, die wir zum damaligen Zeitpunkt schon gegründet hatten. Sofort war klar: Mit dem da gegenüber könnte man früher oder später vielleicht mal ein Unternehmen gründen. Wir faszinierten uns damals genau wie heute für die Umsetzung von eigenen Ideen und Projekten sowie für digitale Lösungswege und innovative bzw. disruptive Geschäftsmodelle. Unserer Meinung nach ist die Gründung eines Unternehmens keine direkte Entscheidung. Es ist eher ein Prozess oder ein Lebensgefühl, das einen lange begleitet und irgendwann wird aus einem kleinen Funken eine immer größere Idee. Für uns beide gibt es kein besseres Gefühl als zu sehen, wie aus kleinen Ideen und anfangs spaßigen Unterhaltungen ganze Projekte oder sogar Unternehmen entstehen.

Welche Vision steckt hinter SIMITY?

Mit SIMITY wollen wir die Brücke zwischen der Offline- und der Online-Welt aufbauen. Die SIMITY Technologie ist global einsetzbar und bietet in Hinblick auf die Entwicklung vielfältige Einsatzgebiete, sodass gesamte Bereiche wie Flughäfen, Einkaufszentren oder ganze Veranstaltungsorte vernetzt werden können. SIMITY ermöglicht es lokalen Geschäften Daten zu erheben, die Unternehmen nur aus dem Online Handel kennen. Die Nutzung dieser Daten bietet Unternehmern Einblicke in ihr Unternehmen, die zuvor nicht möglich waren und dessen richtige Anwendung steigende Umsätze ermöglicht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen bei der Gründung eines Unternehmens sind sicherlich die Steine, die einem in den Weg gelegt werden und die Rückschläge die man erfährt. Als Tech-Driven Company, aber auch als gestandenes Unternehmen, zählt zu den größten Herausforderungen gute Mitarbeiter und Mitgründer zu finden und zu halten. Die Finanzierung geschieht bis zum heutigen Zeitpunkt rein aus eigenen Mitteln.

Wer ist die Zielgruppe von SIMITY?

SIMITY wird als CRM Lösung für lokale Unternehmen entwickelt. In erster Instanz fokussieren wir uns auf die Gastronomie-Branche. Die SIMITY Lösung ist geeignet für alle lokalen Unternehmen, die ihre Kunden durch eine digitale Kommunikation ansprechen wollen und auf besondere Angebote aufmerksam machen möchten. 

Wie funktioniert SIMITY? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

SIMITY ermöglicht es lokalen Unternehmen mit ihren Kunden kontextbezogen direkt auf ihrem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Die Simity Lösung dient als selbstlernendes Customer Relationship Management (CRM) Tool. Dieses System ermöglicht eine automatisierte und smarte Ansprache der Kunden vor Ort, das auf Basis der Reaktionen und Aktivitäten der Kunden dem Unternehmen Handlungsvorschläge und -empfehlungen ausspielt.

Die Lösung setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Zu diesen zählen das Backend, die mobile Applikation sowie der Hardware Bluetooth Beacon. Das Backend dient dem Unternehmen als zentrale Verwaltungsstelle der Kundendaten, der Analyse dieser sowie der Konfiguration der gewünschten Ansprache von Kunden. Die zentrale Simity Applikation dient als Plattform für alle Unternehmen, um die speziellen Angebote an den Kunden auszuspielen. Diese kann von Unternehmen ohne eigenen Programmieraufwand genutzt werden und die unternehmenseigene Darstellung innerhalb der Applikation lässt sich an die jeweilige Corporate Identity anpassen. Der Hardware Beacon dient der automatischen Datenerfassung mittels energiesparender Bluetooth Technologie, der Signale an Smartphones in der Nähe aussendet.

Die Verarbeitung der Signale bedarf keiner aktiven Bestätigung oder Handlung des Kunden, sondern verläuft automatisiert im Hintergrund.

Die SIMITY Applikation erfasst den Kunden als Besucher in einem Partner-Unternehmen. Die durch das Backend eingestellte Ansprache und Kommunikation auf Basis der gewählten Parameter werden mit den Daten des jeweiligen Kunden abgeglichen. Der Kunde erhält seine personalisierte Ansprache unter Einbeziehung aller relevanten Parameter (bspw. Besuche in der letzten Woche) auf sein Smartphone gesendet.

Für Unternehmen ergeben sich Vorteile in der Erfassung und der Analyse der Daten sowie in der Möglichkeit mit dem Kunden direkt auf seinem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Insbesondere durch die Entwicklung des selbstlernenden CRM-Systems mit der Empfehlungs-Engine und der Single-App-Lösung hebt sich Simity von seinen Wettbewerbern ab. Das selbstlernende CRM-System wertet die Daten zu laufenden Promotions stetig aus. Und schlägt dem Unternehmen auf Basis dieser Daten Empfehlungen zur Kundenansprache vor. Somit soll ein möglichst großer Zulauf und Umsatz generiert werden. 

Ihr seid Teilnehmer im Batch #8 Accelerator-Programm der VentureVilla. Könnt ihr uns das Programm kurz vorstellen?

Das Accelerator Programm der Venture Villa im Batch #8 unterstützt angehende Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg das eigene Produkt am Markt zu etablieren. Hierzu gehören u.a. Coachings zu rechtlichen Themen, Finanzierungen sowie das Challengen von Business Cases, Claims und internen Strukturen.

Wie geht es jetzt weiter? Was passiert am Demo Day?

Aktuell liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung des Prototypens und anstehender Funktionen. Bis zum Demo Day am 28.10 wollen wir die ersten Funktionen hinter der SIMITY Technologie vorstellen können. Wir erhoffen uns einen spannenden Austausch mit vielen Pitchs und interessanten Ansprechpartnern.

SIMITY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

SIMITY etabliert sich als das digitales Aushängeschild von lokalen Unternehmen in Deutschland und der DACH Region. Auf Basis der geplanten Weiterentwicklungen wird SIMITY zu der zentralen Technologie und Anwendung von lokalen Unternehmen für interaktive und kontextbezogene Kundenkommunikatione. Sowie für kontaktlose und standortbezogene Services.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Probiert Euch aus und evaluiert die Ideen nicht tot, egal wie oft Ihr scheitert.

Sprecht mit potentiellen Kunden und erprobt Eure Idee schnellstmöglich, um wertvolle Zeit zu sparen.

Überlegt Euch genau mit wem Ihr gründen wollt.

* „Kunden“ impliziert die weibliche sowie männliche Ansprache.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jan-Niklas Schmitz und Sebastian Böddeker  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Priorität auf dem Kundenerlebnis

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wolt essen finnland

Wolt aus Finnland großartiges Essen entdecken und geliefert bekommen – bis nach Hause oder ins Büro

Stellen Sie sich und das Startup Wolt doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne! Mein Name ist Miki Kuusi und ich bin Mitgründer und CEO von Wolt. Wolt ist ein Technologieunternehmen aus Finnland – ganz im Norden von Europa. Wir machen es viel einfacher, großartiges Essen zu entdecken und geliefert zu bekommen – bis nach Hause oder ins Büro. Und wir haben einen Service entwickelt, der Ihnen köstliche Speisen liefert und so den Stress des Kochens vermeidet. Wir helfen Ihnen also, kulinarische Highlights zu genießen – egal an welchem Ort. Dadurch machen wir jede Stadt, in der wir aktiv sind, zu einem lebenswerteren Ort. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich komme aus dem Bereich der Start-ups und des Unternehmertums, daher war es vielleicht ein natürlicher und logischer Schritt für mich, Gründer zu werden. Bevor ich Wolt gegründet habe, war ich CEO von Slush, einer der größten Technologiekonferenzen der Welt. Ich hatte schon immer eine Leidenschaft dafür, Dinge zu entwickeln und mit Technologien zu arbeiten, die die Welt gestalten.

Die Idee für Wolt entstand 2011, als ich einige Zeit im Silicon Valley verbrachte. Dort habe ich einen ersten Eindruck von lokalen Diensten bekommen, bei denen es möglich war, sich über das Mobiltelefon fahren zu lassen. Gemeinsam – mit meinen 5 anderen Mitgründern – haben wir verstanden, dass die Welt in diese Richtung geht – zunehmende Digitalisierung durch das mobile Internet, das Aufkommen von Plattformen und extreme Verbraucherfreundlichkeit.

Im Jahr 2014 haben wir begonnen mit Wolt zu arbeiten, als ich von Slush wegging. In den darauffolgenden 12 Monaten haben wir dann das Unternehmen aufgebaut. Unser Service ging erstmals im Frühjahr 2015 in Helsinki an den Start. Danach haben wir unser Geschäft von Finnland aus auf inzwischen über 80 Städte in 23 Ländern ausgeweitet.

Welche Vision steckt hinter Wolt?

Wir wollen die Leute glücklicher zu machen: Glücklichere Restaurants, die mehr Kunden haben und mehr Leute einstellen können. Glücklichere Lieferanten, die mit uns eine flexible Möglichkeit haben, Geld zu verdienen. Glücklichere Kunden, die eine größere und vielfältigere Auswahl an großartigem Essen haben, egal wann und wo – und dabei auch noch Zeit sparen. Man könnte sagen, unsere Mission ist es, Städte zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Um genauer zu sein, wollen wir jede Stadt, in der wir aktiv sind, besser machen. Unser Unternehmensziel geht nämlich weit über die Erstellung einer „Bestell„App“ hinaus. Warum? Weil wir eine ganz neue Infrastruktur schaffen möchten. Wir bauen eine Verbindung zwischen Restaurants, Lieferanten und Kunden auf.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben Wolt vor 6 Jahren gegründet, und unsere ersten Lieferungen gingen vor 5 Jahren raus. Am Anfang war es wirklich schwierig für uns, in die ersten neuen Märkte außerhalb Finnlands zu expandieren. Diese Länder waren Schweden, Estland und Dänemark. Aber wir haben es geschafft, dort zu starten und unsere ersten Kunden zu gewinnen. Wir sind nach wie vor in diesen Ländern tätig, und diese Erfahrungen waren grundlegend dafür, wie wir heute unsere Wachstumsstrategie angehen. Der Markteintritt in Deutschland zum Beispiel verlief wesentlich reibungsloser als in den ersten Ländern, da wir nun über eine 5-jährige Erfahrung verfügen.

Auch in den nächsten Jahren wollen wir weiterwachsen und Personal aufstocken. Aber natürlich nur so, dass unsere Unternehmenskultur keinen Schaden nimmt. Aktuell beschäftigen wir rund 1200 Mitarbeitern und arbeiten hart daran, dass sich alle als Teil desselben „Wolt“- Unternehmens fühlen.

Beim Thema Finanzierung, haben wir zusätzlich zu den anfänglichen Seed- und Angel-Investitionen vier Finanzierungsrunden abgeschlossen. Insgesamt haben wir 258 Millionen Euro von Top-VCs aus der ganzen Welt erworben. Wir sind sehr froh, dass so viele erstklassige Unternehmen uns und unserer Art das Geschäft aufzubauen, großes Vertrauen entgegengebracht haben. Wir machen zwar noch immer Verluste, aber wir sind auf dem Weg zur Rentabilität, insbesondere in unseren älteren Märkten. 

Wer ist die Zielgruppe von Wolt?

Jeder, der Lust auf gutes Essen in heimischer Umgebung hat.

Wie funktioniert Wolt? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir kommen aus Finnland. Hier haben wir unser Geschäft auch gestartet: Helsinki, eine kleine Stadt mit einer geringen Einwohnerzahl, aber einer breit verteilten Stadtfläche und oft schlechtem Wetter. Darüber hinaus hatte Helsinki als Stadt noch keine richtige Lieferkultur für Essen. Helsinki ist oder war daher wahrscheinlich eine der schwierigsten Städte in Europa, um einen Essenslieferdienst aufzubauen. Daher mussten wir vom allerersten Tag an unser Geschäft anders aufbauen – in kleinen Schritten, mit enormer Effizienz und mit einem nicht nachlassenden Fokus auf die Verwendung von innovativen Technologien. Unsere nordische Herkunft und der Mangel eines großen Binnenmarktes hat uns dabei geholfen, drei Faktoren beim Aufbau unseres Geschäfts zu priorisieren – Effizienz, Technologie und Kundenerfahrung – die heute unsere Arbeitsweise bestimmen. Auf dieser Basis ist die Firma seit 2014 stark und stetig gewachsen. 

Konkret bedeutet dies, dass wir eine Technologie zur Optimierung der Logistik aufbauen, damit wir nicht nur während der Stoßzeiten, sondern auch während der Randzeiten zuverlässig und rentabel arbeiten können. Es bedeutet Dinge wie das Verknüpfen von Lieferungen („Bundling“), bei dem anstelle eines Kuriers, der von einem Restaurant zu einem Kunden geht, dieser Kurier Lebensmittel von 3 nahegelegenen Restaurants abholt und an 3 Kunden im gleichen Gebäude oder in der gleichen Nachbarschaft liefert.

Ein weiterer Aspekt ist, unser Umgang mit dem Kundenservice.

Wir stellen in allen Ländern, in denen wir tätig sind, ein Team von lokalen Kundendienstmitarbeitern ein, so dass wir in der Lage sind, auf Nachrichten von Kunden, Restaurants oder Kurieren in durchschnittlich weniger als 1 Minute zu reagieren. Und damit meinen wir echte Antworten von echten Menschen in der jeweiligen Landessprache – nicht von Robotern. Dies ist auch ein Grund dafür, warum wir im App Store mit 4,8 von5 und in Google Play mit 4,7 von 5 die höchsten Bewertungen bei der Lieferung von Lebensmitteln erzielen.  

Letzten Endes ist es unsere Aufgabe, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen, das drei Parteien in ausgewogener Weise verbindet: den Kunden, das Restaurant und den Kurier. Das bedeutet, dass wir dafür sorgen müssen, dass der Kunde sein Essen schnell genug zu einem vernünftigen Preis erhält, dass das Restaurant durch uns ein bedeutendes Einkommen erzielt und dass die Kuriere genügend Lieferungen mit ausreichend hohen Einnahmen haben. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Als der Ausbruch von COVID-19 begann, haben wir frühzeitig eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter zu schützen: Wir haben alle Mitarbeiter ins Home-Office geschickt (einschließlich des Kundensupports), den menschlichen Kontakt mit unserem kontaktlosen Lieferverfahren minimiert, ein Kurier-Unterstützungsprogramm gestartet und Richtlinien für alle Beteiligten bezüglich Hygiene und Sicherheit festgelegt. Obwohl die Einschränkungen (teilweise) aufgehoben wurden, haben wir die kontaktlose Lieferung als Standardoption beibehalten und legen weiterhin Wert auf soziale Distanzierung und besonders hohe Hygienestandards. Zusätzlich zu unseren direkten gesundheitsbezogenen Maßnahmen haben wir in vielen unserer Märkte Unterstützungsprogramme eingeführt, um Restaurants, die von den Sperrmaßnahmen stark betroffen waren, bei der Überwindung der Krise zu helfen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Menschen zeigen in der Krise ihren wahren Charakter. Das gilt auch für Unternehmen: Verstehen Unternehmen die Krise? Können sie sich schnell auf die veränderte Situation einstellen, Alternativ- und Bewältigungsstrategien entwickeln? Und was lernen sie aus der Krise? Unternehmerisches Handeln ist eine ständige Herausforderung. Insofern bietet jede Krise die Chance, eingefahrene Wege zu verlassen und neue Lösungen zu erarbeiten. Ganz konkret hat die Corona-Pandemie zu einem großen Digitalisierungsschub weltweit geführt, auch in den Ländern, die bislang eher zögerlich waren. 

Für uns bedeutete Covid-19, die Arbeit an der Erschließung neuer Vertikalmärkte für Wolt zu beschleunigen. Da die Menschen in der Krisenzeit zu Hause bleiben mussten, haben wir schnell angefangen unseren Wolt Service um Lebensmittel und andere Einzelhändler zu erweitern.

Wir hatten bereits über diesen Entwicklungsschritt nachgedacht und erwogen, dies in Zukunft auszuprobieren, aber es war klar, dass die Menschen Lebensmittel schnell geliefert bekommen mussten, und so haben wir die Entwicklung enorm beschleunigt, um der Kundennachfrage nachzukommen. Deshalb stellten wir im Februar einen Leiter für den Bereich Einzelhandel ein und arbeiten aktuell mit 400 Veranstaltungsorten in 18 Ländern zusammen. Der Bereich ist vielversprechend für uns, und wir sind gespannt, wie sich der Einzelhandel entwickelt. Dies ist etwas, dass wir auch in Deutschland zukünftig in Betracht ziehen.

Wolt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Es gibt nicht viele erfolgreiche Technologieunternehmen im Lebensmittelsektor, die aus Europa kommen, und wir wollen ein nachhaltiges Technologieunternehmen aufbauen, das langfristig Bestand hat. Letztendlich geht es bei jedem Unternehmen darum, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Fokus. Gerade in der Anfangsphase ist es unglaublich wichtig, sich auf das eigene Geschäftsmodell zu konzentrieren und sich eine eigene Nische zu suchen. Gleichzeitig ist es wichtig, das richtige Produkt oder die richtige Dienstleistung für den Kunden zu entwickeln. Letztendlich bedeutet Fokussierung auch, Nein sagen zu können, um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.

Scheitern akzeptieren und weiter machen. Scheitern ist Teil des Prozesses bei der Gründung eines Start-Ups. Es ist wichtig, eine Kultur aufzubauen, die schnelles Ausprobieren und Scheitern akzeptiert und auch fördert. Ebenso wichtig ist es, aus diesen Misserfolgen zu lernen, um nicht dieselben Fehler zu wiederholen, und dann einfach weiterzumachen.

Priorität liegt auf dem Kundenerlebnis. Wenn ein Unternehmen nicht die Einstellung hat, dass der Kunde an erster Stelle steht, ist es praktisch unmöglich, erfolgreich zu sein. Denken Sie also in allen Bereichen des Unternehmens immer an Ihre Kunden.  

Wir bedanken uns bei Miki Kuusi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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