Freitag, Juli 3, 2026
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Sucht nach den Pain Points eurer Kunden

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johannes diem mahle

Johannes Diem, MAHLE, Corporate Innovation Partner in der Gründermotor Meisterklasse im Interview

Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!

Johannes Diem: Der MAHLE Konzern ist einer der international größten Entwicklungspartner und Zulieferer in der Automobilindustrie.  Unsere Komponenten sind weltweit in jedem zweiten Fahrzeug verbaut. Ich selbst bin vor 15  Jahre bei MAHLE als Entwicklungsingenieur eingestiegen und bin mittlerweile seit sechs Jahren in der zentralen Unternehmensplanung im Team Corporate Innovation. Im Team sehen wir uns als interne Dienstleister, um Innovationsaktivitäten innerhalb des Konzerns anzustoßen. So bin ich für die Kooperation mit externen Start-ups – unser MAHLE Piloting Programm- sowie für die strategischen Venture Capital Aktivitäten verantwortlich. Darüber hinaus betreuen wir im Team unter anderem noch den MAHLE INCUBATOR. Das ist ein Programm zur Gründung von Corporate Start-ups innerhalb unseres Konzerns und mit MAHLE Mitarbeitern. 

Warum haben Sie sich entschieden, als Partner bei der Meisterklasse mitzuwirken?

Vor mittlerweile vier Jahren haben wir bereits mit Pioniergeist am ACTIVATR Programm teilgenommen, unserem Vorgängermodel zum heutigen MAHLE Incubator. Daraus ist unser erstes Corporate Start-up Retromotion (retromotion.com) – eine Online-Plattform für Oldtimer-Ersatzteile entstanden. Wir sind nach wie vor in engem Austausch mit Pioniergeist. Daher lag es für uns sehr nahe, am Gründermotor teilzunehmen und als Corporate Partner die Start-up-Szene in der Region und junge Gründer zu fördern.

Wie bewerten Sie die Startup-Szene in Baden- Württemberg?

Johannes Diem: Aus Sicht eines Unternehmens ist es sehr erfreulich, dass das Thema Start-ups und insbesondere Corporate Start-ups, also Gründungen innerhalb der Unternehmen, sich sehr positiv in Baden-Württemberg entwickelt – auch wenn das Thema noch in den Kinderschuhen steckt, beschäftigt sich mittlerweile jedes etablierte Unternehmen mit der Start-up-Welt oder macht sich bereits auf die Suche nach neuen eigenen Geschäftsfeldern. Wir im Südwesten haben die besten Voraussetzungen um Start-ups in der Industrie zu bringen und es gibt jede Menge Anwendungsfälle, vor allem in der Digitalisierung von Produkten, Services & Produktionsprozessen.

 Ich bin überzeugt, dass auch der Gründermotor ein weiterer Schritt ist, wie wir mehr Dynamik hin zu neuen, insbesondere auch digitalen Geschäftsmodellen in unseren hiesigen Unternehmen etablieren können. Unser Ziel ist es, hierbei möglichst früh an neue Technologien und Services zu kommen und diese schnell und ohne großen Aufwand auszuprobieren. Dadurch sieht man sehr schnell, ob das Start-up zu uns passt und ob das Produkt funktioniert und bei uns umsetzbar ist.

Welche Ziele hat die Meisterklasse?

Neben dem allgemeinen großen Ziel neue Unternehmen und deren Umfeld in Baden-Württemberg zu fördern, verfolgen wir bei MAHLE das Ziel  dem Management näherzubringen wie neue Startups gegründet werden und sie mit den Herausforderungen und der Arbeitsweise eines Startup zu konfrontieren. Hierzu haben wir den Gründern sechs MAHLE Management-Mentoren aus unterschiedlichen Fachbereichen, u.a. Entwicklung und Finanzen, zur Seite gestellt. Somit konnten beide Seite voneinander lernen: Die Gründer bekamen die volle Erfahrung unseren Kollegen und anders herum wurden unsere Kollegen aufgezeigt, wie mit Leidenschaft und guten Ideen neue Geschäftsmodelle aufgebaut und erprobt werden können. 

Wie bewerten Sie die Gründer in der Meisterklasse?

Johannes Diem: Der aktuelle Gründermotor war ja bereits die dritte Umsetzung des Programms. Ich denke, dass sowohl die Organisation als auch die Gründer selbst immer professioneller geworden sind. Im Austausch mit den Teams war ich immer aufs Neue fasziniert von den Geschäftsideen, dem Willen zu gründen und von der schnellen Anpassungsfähigkeit an die direkten Feedbacks aus den Interviews mit den Kunden. Es ist wieder ein Zusammentreffen von richtig guten Leuten geworden  – wenn auch dieses Mal größtenteils virtuell.

Wie sind Sie mit der Startup-Szene in Kontakt geraten?

Mit dem Wechsel aus dem Entwicklungsbereich in unsere neu gegründete Venture Capital Team war ich direkt im Dauerkontakt mit Start-ups. Wir schauen uns mittlerweile etwa 2500 Startups pro Jahr an. Ich bin nach wie vor von der Innovationskraft der Start-ups fasziniert und wir alle im Team geben alles, diese bei MAHLE einzubringen und mit unserer zu vereinen.  

Welches Unternehmen haben Sie selbst gegründet?

Ich selbst habe noch kein Start-up gegründet, bin aber mit dem Gründer unseres Corporate Startups Retromotion von Anfang an sehr viel bei Kunden gewesen und kümmere mich auch noch um die Finanzierungsrunden von Seiten MAHLE. Es ist extrem faszinierend, ein Start-up von der Idee, über die ersten Schritte und bis zu den ersten Finanzierungsrunden zu begleiten – bestimmt auch darüber hinaus, aber da kommen wir erst noch hin. 

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

In Bezug auf Kunden würde ich Folgendes empfehlen: Sucht zuerst nach den wirklichen Pain Points eurer Kunden und löst deren Problem. Es macht meist wenig Sinn eine Technologie zu verfolgen und dann darauf aufbauen ein Geschäftsmodell und Kunden zu suchen. Also Augen auf für die Probleme dieser Zeit und untermauert eure Geschäftsidee mit möglichst vielen Kundeninterviews.

Mein zweiter Tipp: Auf das Team kommt es an! Geschäftsmodelle aufzubauen ist Teamarbeit – besonders am Anfang, wenn ihr noch ein sehr kleines Team seid, zählt jeder Einzelne. Daher klärt intern im Team die zu verfolgende Grundausrichtung und insbesondere alle persönlichen Themen. Trefft klare Entscheidungen  fair & so früh wie möglich. Es wird auch so noch anstrengend genug. 

Und last but not least: Die Wahl der geeigneten Partner entscheidet mit über Erfolg oder Misserfolg. Wählt sehr bewusst eure finanziellen und/oder strategischen Partner & Investoren aus, diese werden euch von nun an lange begleiten.

Wir bedanken uns bei Johannes Diem für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ein gutes Team an seiner Seite zu haben ist das A und O

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HiveMQ

HiveMQ Vernetzung von Maschinen, Geräten und Applikationen im Industrial IoT-Bereich

Stellen Sie sich und das Start-up HiveMQ kurz unseren Lesern vor!

2012 habe ich gemeinsam mit Dominik Obermaier HiveMQ gegründet. Wir kannten uns bereits aus unserer Zeit als Werkstudenten. Damals haben wir schnell festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten können und unternehmerisch die gleichen Ideen und Ziele verfolgen. Mittlerweile sind wir absolute Spezialisten im Bereich des im IoT-Umfeld nicht mehr wegzudenkenden Kommunikationsstandards MQTT.

HiveMQ ist heute ein international erfolgreiches Start-up aus Landshut und zählt bereits jetzt zu den weltweit führenden Unternehmen für die Vernetzung von Maschinen, Geräten und Applikationen im Industrial IoT-Bereich. Von 2013 bis 2018 konnten wir unseren Umsatz um 1.200 Prozent steigern und liegen damit auf Platz sechs der schnellst wachsenden Start-ups in Deutschland. Vor kurzem wurden wir von der Zeitschrift Focus in Kooperation mit Statista zum Wachstumschampion 2020 gekürt. 2018 hat uns Deloitte in die Liste der Technology Fast 50 übernommen, eine renommierte Auszeichnung für schnell wachsende deutsche Unternehmen. Im gleichen Jahr wurden wir Teil des German Accelerator Tech Programms, das deutsche Unternehmen beim Eintritt in den US-Markt unterstützt.

Das Besonderes an HiveMQ: Unsere Plattform unterstützt Unternehmen dabei, große Mengen an Daten extrem schnell, absolut sicher und hochskalierbar zwischen angeschlossenen IoT-Geräten und der Cloud zu übertragen. Über 130 Kunden, darunter viele Fortune-500-Unternehmen, vertrauen weltweit bei der Entwicklung ihrer unternehmenskritischen Anwendungen für Predictive Maintainance-, Connected-Car- und viele weitere IoT-Lösungen auf unsere Plattform.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ein wichtiger Aspekt war es, dass ich genauso wie Dominik außerhalb der üblichen Arbeitsstrukturen arbeiten will. Bestehende Unternehmen funktionieren meist nur innerhalb eines starren Regelkostüms. Mir war sehr schnell klar, dass ich meine Energie auf keinen Fall mit Bürokratie und ineffektiven Abläufen verschwenden will. Ebenso ist es für mich und auch das gesamte Team wichtig, dass unsere Arbeit nicht als Nine-to-Five-Job verstanden wird, den man abarbeiten muss. Arbeit ist ein wichtiger Teil meines Lebens und es geht uns darum etwas zu erschaffen, dass größer ist als wir selbst. Das gelingt  mit einer modernen, flexiblen Arbeitsweise am besten; und diese wollten wir selbst gestalten können.

Welche Vision steckt hinter HiveMQ?

Unsere Welt wird immer mehr vernetzter, und wir wollen Menschen dabei unterstützen, sich in dieser vernetzten Welt zu entfalten. Unser Ziel ist es deshalb, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass sich Milliarden von Geräten reibungslos miteinander vernetzen lassen, damit Menschen von den Vorteilen der vernetzen Welt profitieren und erfolgreich in ihr leben und arbeiten können.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen, und wie haben Sie sich finanziert?

HiveMQ ist zu 100 Prozent eigenfinanziert. Wir haben 2012 mit der Produktentwicklung begonnen. Am Anfang nur in der Freizeit und nach der Arbeit, finanziert mit Hilfe von Consulting- und Implementierungsprojekten. 2014 haben wir dann beschlossen, dass wir uns auf HiveMQ konzentrieren wollen, haben aber nebenher weiterhin auch andere Projekte durchgeführt, die HiveMQ finanziert haben. Seit 2016 arbeiten wir nur noch an HiveMQ.

Eine der größten Herausforderung für jede Unternehmensgründung ist es, ein Team zusammenzustellen, das die eigene Unternehmensvision mitträgt und unterstützt. Bei uns hat diese Erkenntnis dazu geführt, dass wir 2014 unser Team überdacht und neu aufgestellt haben. Seit mittlerweile sechs Jahren sind wir jetzt ein perfekt aufeinander eingespieltes Team. Alle ziehen am gleichen Strang, und jeder kann sich zu 100 Prozent auf den anderen verlassen. 

Wer ist die Zielgruppe von HiveMQ?

Grundsätzlich ist unsere Zielgruppe groß, denn wir sprechen mit unserer Lösung branchenübergreifend alle Unternehmen an, die eine Digitalisierungsstrategie verfolgen und im großen Stil Geräte miteinander vernetzen wollen. Aktuell fokussieren wir uns insbesondere auf den Automotive-Sektor, die Logistik und den Transport sowie auf den Bereich Industrie 4.0.

Wie funktioniert HiveMQ? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Lösung ist auf Datenübertragung spezialisiert und basiert auf dem Messaging-Protokoll MQTT, das sich in den letzten Jahren zum Standardprotokoll für die Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation von Geräten und Applikationen entwickelt hat und als Schlüsseltechnologie für den gesamten IoT-Bereich gilt. Mit unserer HiveMQ-Plattform haben wir eines der ersten Produkte auf Basis von MQTT auf den Markt gebracht, das M2M-Kommunikation und Vernetzung von Geräten auf Enterprise Level leisten kann. Unsere Lösung lässt sich sowohl in Bestandssoftware integrieren als auch als Cloudservice nutzen und ermöglicht eine absolut sichere und jederzeit hochverfügbare Datenübertragung zwischen angeschlossenen Geräten und der Cloud. 

Einzigartig und zentral wichtig ist dabei die Hochverfügbarkeitsgarantie, die wir für die unterbrechungsfreie Datenübertragung geben können. Ein schönes Anwendungsbeispiel sind Connected-Car-Projekte: Autos werden immer stärker miteinander digital vernetzt und kommunizieren sowohl untereinander als auch mit der Verkehrsinfrastruktur. Digitale Dienste und Anwendungen unterstützen Autofahrer zunehmend dabei, das Fahren komfortabler, sicherer und effizienter zu gestalten. Intelligente Fahrassistenten, vorausschauende Wartung und optimiertes Flottenmanagement sind nur ein Teil der Möglichkeiten. Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind genauso wie Datensicherheit unbedingte Voraussetzung für die Akzeptanz der vernetzten Fahrzeugservices bei den Kunden. HiveMQ kann all diese Herausforderungen lösen. Unsere Plattform ermöglicht eine hochverfügbare, unterbrechungsfreie Datenübertragung sowie eine flexible Skalierbarkeit, mit der sich Daten von theoretisch Milliarden angeschlossener Devices bzw. Fahrzeugen gleichzeitig und verzögerungsfrei messen, verschicken und vernetzen lassen.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von HiveMQ im Produktionsumfeld von Smart Factories. Hier dient die Lösung z.B. als Messaging Middleware und leitet Daten der Mess-Sensoren von Maschinen weiter. Diese Daten werden analysiert und über Maschine Learning im Bereich Predictive Maintainance eingesetzt. Wird beispielsweise eine erhöhte Temperatur an einem Gerät gemessen, erhält der Controller sofort eine Warnmeldung und kann die Maschine reparieren lassen, bevor Verschleiß entsteht.

Wie ist das Feedback?

Unglaublich gut, ich glaube unsere Kundenliste spricht für sich: Wir zählen mittlerweile weit über 130 internationale Kunden – vieles davon sind international bekannte Größen wie Liberty Global, Reliance oder Acer. Auf dem deutschen Markt große deutsche Automobilhersteller wie Audi und BMW. Ebenso der Münchner Flughafen, die Telekom, Hamburg Port Authority, Siemens, ZF und viele mehr.

HiveMQ, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren international aufgestellt zu sein. Aktuell ist die Expansion auf den US-amerikanischen Markt ein großes Thema für uns. Darüber hinaus wollen wir neben unseren aktuellen Fokus-Zielgruppen Automotive, Logistik und Produktion noch mehr Branchen ansprechen als bisher. Denn generell ist unser großes Ziel, dass weltweit noch mehr Geräte miteinander vernetzt werden und unsere Kunden aus den daraus gewonnenen Daten viele Vorteile ziehen können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Ein gutes Team an seiner Seite zu haben, das ist das A&O. Gerade im Gründungsprozess ist es besonders wichtig, dass alle am gleichen Strang ziehen. D.h. man sollte vorab sorgfältig abklären, was die langfristigen Erwartungen der Teamkollegen sind und ob es ihnen eher um eine kurzfristige, gewinnbringende Aktion geht oder ob es – wie in unserem Fall – darum geht, ein Lebenswerk aufbauen zu wollen.

2. Wichtig ist es auch, sich früh verstärkt auf seine potenziellen Kunden und deren Anforderungen und Wünsche zu konzentrieren, anstatt das Produkt ohne diesen Blickwinkel intern zu entwickeln.

3. Gründer sollten das machen, was ihnen Spaß macht! Denn ein Start-up erfolgreich auf die Beine zu stellen, bedeutet unglaublich viel Arbeit und ist eine sehr große Herausforderung. Das klappt meiner Meinung nach nur, wenn man mit viel Herzblut dabei ist und Spaß an der Sache hat.

Wir bedanken uns bei Christian Götz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Definiert ein Ziel

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Booksana Buchungsplattform für Kur- und Gesundheitsreisen

Booksana Buchungsplattform für Kur- und Gesundheitsreisen

Stellen Sie sich und das Startup Booksana doch kurz unseren Lesern vor!

Booksana ist eine Buchungsplattform für Kur- und Gesundheitsreisen. Unsere Kunden (Zielgruppe 50+, aber auch jüngere Generationen) können ihre Kurreisen bei uns bequem anhand ihrer Präferenzen finden und direkt online buchen. Aktuell bieten wir über 90 Kurhäuser in Europa an (überwiegen in Polen und Tschechien). Unser Team besteht aus zwei Gründern, die das Unternehmen operativ von Berlin aus führen. Der Rest des Teams arbeitet komplett remote aus vielen Regionen der Welt heraus. Insgesamt arbeitet ein internationales und multikulturelles Team von zehn Personen für Booksana. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Alexander Gross, der CEO und Gründer von Booksana war jahrelang bei einem Kurreiseveranstalter tätig. Der Reiseveranstalter, wie auch andere in diesem Bereich, sind noch sehr stark auf den Offline-Markt fokussiert. Alexander hat den Trend entdeckt, dass inzwischen auch die Zielgruppe 50+ gerne online sucht und auch online buchen möchte. 

Damit war die Idee geboren, im Markt der Gesundheitsreisen ein Unternehmen zu gründen, dass maximal digitalisiert ist und den Kunden die Vorteile bietet, welche die Digitalisierung mit sich bringt: keine Verträge hin und her schicken, keine langen Telefonate, keine Kataloge (um Gottes Willen). Alles digital, alles online. 

Dadurch spart man als Unternehmen einiges an Overhead-Kosten, was sich wiederum vorteilhaft auf den Verkaufspreis für den Kunden auswirkt. So hat Alexander Ende 2017 die ersten Schritte der Gründung von Booksana vorgenommen.

Für mich ist Booksana nicht die erste Gründung. Ich betreibe seit 10 Jahren die Digitalagentur netfame GmbH und habe in der Zeit mehrere andere Startups mitgegründet. Die Agentur wird jetzt überwiegend von meinem Partner und gleichzeitig meinem Bruder geführt. Mein Fokus liegt jetzt bei Booksana, wo meine Schwerpunkte in den Bereichen Produktentwicklung und Marketing liegen. Alexander und ich haben uns 2018 kennengelernt und im September 2019 habe ich mich dazu entschlossen, in das Startup einzusteigen. 

Welche Vision steckt hinter Booksana?

Booksanas Vision besteht darin, für viele Menschen ein besseres Reiseerlebnis zu kreieren, von der Buchung der Reise bis zur Heimfahrt.  

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war und ist immer noch die Covid19 Pandemie. Am Anfang haben wir einige Schwierigkeiten gehabt, das richtige Team bzw. die passenden Dienstleister für die Entwicklung unseres Produkts zu finden. Die Ressourcenknappheit ist immer ein Thema, aber Schritt für Schritt kamen wir voran.

Anfangs haben wir uns von unserem ersparten finanziert. Im Oktober 2019 kam dann ein Business Angel als Investor an Bord und somit konnten wir innerhalb von acht Monaten unser Portal in der ersten Version launchen. Insgesamt wurden bisher knapp 200.000€ investiert. Aktuell sammeln wir die ersten operativen Zahlen im Betrieb der Plattform, um unseren Plan mit realen Zahlen abzugleichen und zu korrigieren. Anschließend planen wir dann eine weitere größere Finanzierungsrunde, um die Plattform weiter zu entwickeln und in das Marketing zu investieren.    

Wer ist die Zielgruppe von Booksana?

Überwiegend sind es Menschen im Alter zwischen 45-85, die erst jetzt oder schon in der Vergangenheit die Mehrwerte einer Gesundheitsreise für sich entdeckt haben. Wir beobachten aber auch, dass die jüngeren Generationen sich für Kurreisen interessieren, somit steht unsere Plattform natürlich allen Altersgruppen offen. 

In unserem Marketing sprechen wir die ältere Generation an, da sie den Großteil unseres Marktes ausmacht und meist bereits Erfahrung in Sachen Kurreisen mitbringt. Innerhalb der Zielgruppe gibt es aber zahlreiche Personas, die zum Teil komplett unterschiedlich sind. 

Wie funktioniert Booksana? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser erster großer Vorteil ist unsere Positionierung bzw. Spezialisierung: wir sind kein Reiseanbieter für alles Mögliche. Wir haben uns auf Gesundheitsreisen spezialisiert und dementsprechend wird unser Kunde das beste Angebot bei uns finden, wenn er speziell auf der Suche nach einer Gesundheitsreise ist. Wir versuchen unseren Interessenten nicht noch eine Pauschalreise und einen Mietwagen dazu zu verkaufen. Unser Angebot ist Spitz, damit ist unsere Beratung sehr gut, weil wir eben Experten in diesem einen Bereich sind.

Des Weiteren sind wir im Vergleich zu anderen Reiseveranstaltern, die in diesem Segment arbeiten, vollständig digitalisiert und auf allen Endgeräten nutzbar. Unsere Reiseangebote kann man direkt online finden, buchen und bezahlen und nicht erst auf Anfrage wie bei 90% unseres Wettbewerbs. Wir haben unsere Erfahrungen mit Kurreisen aus dem Offline-Geschäft in einfache digitale Prozesse transferiert, um unseren Kunden den Weg zum Ziel so einfach wie möglich zu gestalten.

Die Bedienbarkeit unseres Portals ist aus unserer Sicht optimal für unsere Zielgruppe geeignet und wir arbeiten jeden Tag daran, sie auf allen Endgeräten zu verbessern. Oft sind unsere Preise viel attraktiver. Das liegt zum Teil daran, dass keine Reisebüros dazwischen sitzen und zum Teil auch daran, da wir bessere Konditionen bei den Kur-Hotels haben. Natürlich auch, da wir durch unseren Background in der Lage sind, das Online-Marketing sehr effizient und genau zu betreiben. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Das war für uns, wie für viele Andere auch, eine nicht wirklich vorhersehbare Situation. Wir haben ursprünglich geplant, die Plattform am Jahresanfang zu launchen, es hatte sich jedoch in Richtung März verschoben und dann kam Corona… Einerseits haben wir Glück gehabt, dass wir nicht früher gestartet sind und somit der Katastrophe durch zahlreiche Stornos usw. entgehen konnten, was für uns sehr vorteilhaft war. Andererseits konnten wir natürlich nicht launchen und damit auch keinen Cashflow generieren, was unsere Pläne komplett verändert hat. Rückblickend betrachtet finden wir, dass sich dadurch nicht allzu viel verändert hat. Wir mussten nur natürlich in der Zeit das Tempo der Weiterentwicklung des Produkts einschränken.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben eine Krisensitzung einberufen und uns auf mehrere Szenarien vorbereitet. Wir waren in einer guten Situation, weil wir operativ noch keine Kunden hatten und an dieser Stelle keine Sorgen erzeugt wurden. Andererseits war klar, dass wir in den nächsten drei bis vier Monaten nichts verkaufen und damit das Geld langsam ausgehen würde. 

Wir haben alle Kosten auf das Minimum runtergefahren, die Produktentwicklung komplett pausiert und einen Krisentopf gebildet, der es uns möglich machen sollte 18 Monate auf Sparflamme und ohne operativen Betrieb die Pandemie auszusitzen. Das Ziel war es, diese Zeit durchzustehen, um danach sofort mit Marketing zu starten, sobald die Nachfrage wieder da wäre. Und so kam es dann auch.    

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Erstens hat uns die Krise gezeigt, dass sich wirklich jeder auf solche Situationen vorbereiten muss. Jedes Unternehmen muss über einen Krisentopf und über mehrere Pläne für Krisenszenarios verfügen, das haben wir verstanden. Natürlich ist das für Startups schwierig, jedoch nicht unmöglich.

Zweitens hat sich für uns bestätigt, dass sich in der Tourismus-Branche und insbesondere im Bereich der Kurreisen, vieles nun schnell verändern wird. Vor der Krise hat ein Großteil der Kunden für Gesundheitsreisen ihre Reisen noch immer in einem Reisebüro gebucht. Allerdings stiegen die Nutzerzahlen im Internet, auch insbesondere in unserer Zielgruppe, während der Pandemie sehr stark an. Darauf waren wir nun grundsätzlich von Anfang an vorbereitet, bzw. ist das einer der Gründe, warum wir Booksana gegründet haben, da hier tatsächlich eine Lücke im Angebot zu finden ist. Und der nun immens gewachsene Markt spielt uns förmlich in die Karten.

Die älteren, noch größeren Anbieter im Markt haben nicht unsere Agilität und unsere IT- und Marketing-Kompetenz, um das Tempo des beschleunigten digitalen Wandels zu halten, darin sehen wir auch eine sehr große Chance für uns.  

Booksana, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Aus unserer Sicht eindeutig, werden wir spätesten in drei Jahren die größte Plattform für Kur- und Gesundheitsreisen in Deutschland sein. Wir werden omnipräsent für unsere Zielgruppe sein und den Kurreisen-Markt dominieren. Unsere Kunden werden den besten Service und die besten Angebote für alle Kurregionen in Europa bei Booksana finden.

Wir denken, es wird schon früher passieren, aber spätestens in fünf Jahren ist Booksana der Name, an den man zuerst denkt, wenn es um Kur- und Gesundheitsreisen geht.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Das Team ist unserer Meinung nach das wichtigste. Nehmt euch beim Recruiting der Mitarbeiter oder der Outsourcing-Partner genug Zeit, um Menschen zu finden, deren Persönlichkeit und Kompetenz sehr gut in euer Team, zu eurem Mindset und zu euren Anforderungen passen.

2. Definiert ein Ziel, habt das Ziel immer im Visier. Teilt den Weg zum Ziel in kleinere Milestones auf. Dies bringt euch Klarheit bei der Festlegung von Prioritäten im Tagesgeschäft. 

3. Es läuft nicht immer Rund, gebt nicht auf, auch wenn ihr demotiviert seid. Einfach durchhalten, eine Nacht drüber schlafen, die Lösung für aufkommende Probleme werdet ihr schon finden, und die Motivation kommt dann wieder zurück. Es gibt 1000 kleine Schritte bis man ein Projekt launchen kann, diese 1000 Schritte müssen von euch gegangen werden. Der Erfolg stellt sich dann ein.

Wir bedanken uns bei Alexander Gross für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Versteht die Prozesse eurer Kunden im Detail

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Peter Park digitales Parksystem

Peter Park digitales Parksystem, schrankenlose Organisation von Parkflächen –  komfortabel, sicher und umweltfreundlich

Stellen Sie sich und das Startup Peter Park doch kurz unseren Lesern vor!

Peter Park ist ein digitales Parksystem, das Parkscheine, Schranken und Parkscheiben überflüssig macht. Automatische Kennzeichenerkennung in Verbindung mit digitalen Bezahlmethoden ermöglicht die schrankenlose Organisation von Parkflächen –  komfortabel, sicher und umweltfreundlich. Durch AI-gestützte Datenanalyse sowie ein zentrales Verwaltungs-Dashboard kann die Parkfläche nachhaltig gesteuert und optimiert werden. Nachts freie Supermarktparkplätze nutzen, das Carsharing-Auto im Parkhaus abstellen oder das Parkticket einfach per App bezahlen – das sind nur einige von unzähligen Möglichkeiten, die sich mit der Peter Park Plattform realisieren lassen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Durch ein vorheriges Freelancer-Projekt im Bereich Parken haben wir das große Potenzial in der Digitalisierung dieser Branche erkannt. Hieraus ist dann schnell die Idee entstanden, diese Hardware-fokussierte Industrie mit einem SaaS Business Modell zu erschließen. Nach einer erfolgreichen Prototypen-Phase wurde Peter Park dann im Juli 2019 offiziell ins Leben gerufen.

Welche Vision steckt hinter Peter Park?

Wir denken Parkplätze nicht als statische Nutzfläche, sondern als flexibel einsetzbare Mobility Hubs. Genauer genommen reden wir über Parkplätze abseits der Straße: Parkhäuser oder beispielsweise Supermarktparkplätze sind klassische Beispiele. Bedingt durch den zunehmenden Fokus auf verbesserte Infrastruktur für den Fußgänger- und Fahrradverkehr sowie Neu-Gewinnung von lebenswerten Grünflächen in Kommunen, gewinnen die sog. Off-Street-Parkflächen zunehmend an Bedeutung. Unsere Vision ist ein offenes Betriebssystem für derartige Parkflächen zu gestalten, welches eine vielfältige und effizientere Nutzung ermöglicht. So wollen wir verschiedene Mobilitätsdienste, wie z.B. Car-Sharing auf Parkflächen, verknüpfen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die technische Entwicklung unseres Produkt-Konzepts dauerte länger als zunächst von uns angenommen. So wollen wir aktiv zu einer schrittweisen Optimierung und Verknüpfung von Mobilitäts-Services in urbanen Lebensräumen beitragen. Bei unseren ersten “Geh-Versuchen” im Markt wurde zudem schnell klar, dass Aufklärungsarbeit viel wichtiger als ein technischer Sales Pitch ist. Der Grund hierfür ist, dass wir in einer sehr traditionellen und Hardware-geprägten Industrie ein stark Software-orientiertes Produkt verkaufen.

Wer ist die Zielgruppe von Peter Park?

Wir sind ein klassischen B2B-Startup. Unsere Kunden sind private Betreiber von Parkplätzen oder Parkhäuser. In unserer Branchen haben wir auch häufig Kontakt mit Kommunen, die über städtische Betriebe Parkflächen bewirtschaften.

Wie funktioniert Peter Park? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Kennzeichenscanner an Ein- und Ausfahrten von Parkflächen erfassen die Parkvorgänge. In der Peter Park Software erfolgt der Echtzeit-Abgleich mit Zahlungsvorgängen und Höchstparkdauer. Kurz- und Dauerparker können über unser Webportal einfach verwaltet werden. Zudem können Parkverstöße durch das System vollautomatisiert identifiziert werden.

Für unsere Kunden ergeben sich durch das schrankenlose System signifikante Kosteneinsparungs-Potenziale im Betrieb ihrer Parkfläche. Der Autofahrer profitiert durch einen deutlich bequemeren Park-Prozess: schnelle Ein- und Ausfahrt ohne Rückstau und ticketloses Bezahlen via App sind nur zwei Anwendungsbeispiele. Auf Wunsch können selbstverständlich auch weiterhin Parkautomaten in die Infrastruktur eingebunden werden. Hier kann dann nach Eingabe des Kennzeichens wie gewohnt bezahlt werden. Auf Supermarktparkplätzen entfällt zudem die klassische Parkscheibe, die Kontrolle erfolgt vollautomatisiert.

Ein besonderer Use Case ist das Anwohnerparken auf leeren Supermarktparkplätzen über Nacht. Diese Möglichkeit haben wir bereits in zahlreichen Kundenprojekten umgesetzt. Anwohner können via App eine digitale Parkberechtigung für den Supermarkt buchen. Durch die Kennzeichenerkennung erfolgt ein vollautomatischer Abgleich aller Park-Prozesse mit den Buchungen. So wird garantiert, dass die Parkfläche nur außerhalb der Geschäftszeiten buchbar ist.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Natürlich ist die Krise deutlich spürbar, da viele unserer Kunden derzeit mit den Herausforderungen durch Corona beschäftigt sind. Trotzdem versuchen wir die Zeit sinnvoll zu nutzen, indem wir die Entwicklung unseres Produkts weiter vorantreiben und unsere internen Prozesse optimieren. Damit wollen wir den Grundstein dafür legen, für die Herausforderungen der Zukunft bestens aufgestellt zu sein.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Zunächst einmal hoffen wir, dass wir diese Krise als Gemeinschaft schnell und erfolgreich lösen können. Als Chance sehen wir die Beschleunigung von gesellschaftlichen Transformationen wie z.B. der Digitalisierung im Bildungswesen.

Peter Park, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben die klare Ambition, der führende Technologieanbieter für modernes Parkplatzmanagement zu werden. Mit unserer Lösung etablieren wir das schrankenlose Parken über Kennzeichenerkennung und sorgen dafür, dass Parkplätze in einen neuen Kontext mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten gestellt werden. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Prozesse: Versteht die Prozesse eurer (potenziellen) Kunden im Detail. So könnt ihr ein gutes Verständnis für deren “wirklichen” Pain Points erlangen und Eure Lösung entsprechend zielgerichtet positionieren.

Partnerschaften: Gute Partner helfen Euch bei einer schnelleren Skalierung und sind ein wichtiger Feedback-Kanal. Überlegt euch jedoch auch welchen Mehrwert Ihr einbringen könnt.

Teamplay: Früh in ein gutes Teamklima zu investieren, zahlt sich aus.

Wir bedanken uns bei Patrick Bartler, Maximilian Schlereth, Stefan Schenk und Florian Schaule für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Einfach machen

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Kugel und Niere Kultur- und Kreativpilot

Christian Alt, Michael Bartlewski, Anna Bühler, Elisabeth Veh Gründer*innen von Kugel und Niere wurden als Kultur- und Kreativpilot 2019 ausgezeichnet.

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!

Wir sind Kugel und Niere, eine Podcast-Produktionsfirma aus München. Wir produzieren Audio-Geschichten von der Idee bis zum fertigen File.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Die initiale Inspiration waren die großartigen Storytelling-Podcasts aus den USA: This American Life, Radiolab, Love+Radio… Diese Podcasts sind spannend, ergreifend, intim. So etwas gab es 2018 auf dem Deutschen Podcastmarkt nicht. Das hat uns gefehlt. Als erfahrene Radio-Journalist*innen haben wir dann gedacht: Na dann machen wir’s halt selber! 

Welche Vision steckt dahinter?

Wir wollen die Erzähltradition unserer Lieblingspodcasts nach Deutschland holen.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?

Vielleicht sogar: Die Gründung selber. Da wir alle in erster Linie Kreative sind und die meiste Zeit als freie Journalist*innen gearbeitet haben, war uns der Business-Aspekt eines eigenen Unternehmens erstmal neu. Aber zum Glück haben wir in unserem Job auch gelernt, zu recherchieren und uns Wissen selber anzulesen. Mit Hilfe einiger befreundeter Unternehmer*innen, die uns wertvolle Tipps gegeben haben, haben wir so irre viel gelernt.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Sollte man sogar. Auch wenn wir absolute Verfechter ausgereifter Konzepte sind und unsere Ideen auch gerne schon auf dem Papier so perfekt wie möglich haben – manchmal tut ein Sprung ins kalte Wasser auch total gut. Nur: Man sollte dann nicht erwarten, dass man schon am Ziel ist, nur weil man einfach mal losgelegt hat. Die Herausforderung ist es dann, diese Idee im laufenden Prozess immer wieder zu hinterfragen, ehrlich zu sein und sich zu trauen, im Zweifel doch nochmal bei Null anzufangen.

Wie sind Sie auf die Auszeichnung Kultur und Kreativpiloten aufmerksam geworden?

Wir haben von anderen ehemaligen Kreativpilot*innen von der Auszeichnung erfahren und uns direkt beworben!

Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Uns hat es besonders Spaß gemacht, ein Netzwerk zu anderen Gründer*innen aufzubauen und die Erfahrungen untereinander auszutauschen.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?

Wir wollen wachsen und hoffen, dass wir mit Kugel und Niere weiter einzigartige Audio-Geschichten erzählen können. Journalistische Dokus genauso wie fiktionale hörbuchartige Storys. Mit Podcasts wie „Made In Germany – Das Flughafenfiasko BER“ oder unserem ersten Fictionpodcast „Lynn ist nicht allein“ sind wir da dieses Jahr erste große Schritte gegangen. Am wichtigsten ist es uns aber, uns selber auch immer wieder zu überraschen. Darum hoffen wir, dass wir in 5 Jahren da stehen und sagen: Das wir mal SO WAS Gewagtes machen, hätten wir vor 5 Jahren wirklich nicht gedacht.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

  1. Einfach machen.
  2. Nicht davor zurückschrecken, wenn man keine Erfahrung in bestimmten Dingen hat – zum Beispiel eine Firma zu gründen.
  3. Nicht auf das hören, was wir sagen.

Jedes Jahr werden im Namen der Bundesregierung 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland ausgezeichnet. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Die Bewerbung kann via Online-Formular auf www.kultur-kreativpiloten.de eingereicht werden. Das diesjährige Bewerbungsverfahren geht vom 1. Juli – 16. August 2020.

Fotograf/Bildquelle: Julian Wenzel

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Umgeben Sie sich mit den Besten

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Qobuz

Qobuz qualitativ hochwertiger Onlinemusikservice, der sowohl Streaming-Abonnements als auch Musik zum Kauf in einem Downloadstore anbietet

Stellen Sie sich und das Startup Qobuz doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Denis Thébaud und ich bin seit mehr als vier Jahren CEO von Qobuz. Qobuz ist ein hochwertiger Onlinemusikservice. Das Unternehmen bietet sowohl Streaming-Abonnements als auch Musik zum Kauf im Downloadstore an.

Als Pionier für hohe Klangqualität richtet sich Qobuz besonders an anspruchsvolle und audiophile Musikliebhaber.

Der Musikkatalog umfasst mehr als 60 Millionen Tracks. Nutzer erhalten Musik in CD- und Hi-Res-Qualität. Außerdem finden sie exklusive redaktionelle Beiträge und Hintergrundinformationen zu Musikthemen. Diese Inhalte werden von Musikspezialisten zusammengestellt.

Bei Qobuz ist alles handgemacht. Wir arbeiten nicht mit Algorithmen, sondern stellen in Handarbeit alle Playlists sowie die wöchentliche Auswahl von musikalischen Neuerscheinungen zusammen. Qobuz ist derzeit in elf europäischen Ländern sowie den USA aktiv und arbeitet stetig an der Erschließung neuer Märkte.

Warum wurde Qobuz gegründet?

Qobuz wurde mit dem Ziel gegründet, auf dem Markt der digitalen Musik eine Alternative zu schaffen, die das künstlerische Werk und seine Macher – die Musiker, aber auch die Autoren, die Produzenten, die Toningenieure, die Plattenfirmen usw. – respektiert und angemessen wertschätzt. Während die digitale Audiolandschaft lange Zeit von dem MP3-Format beherrscht wurde, das den Klang zugunsten einer kleineren Dateigröße komprimiert und damit den Klang wie auch die Musik beeinträchtigt, wollte Qobuz es möglich machen, digitale Musik in verlustfreier Soundqualität genießen zu können, damit die Musik so gehört werden kann, wie sie von ihren Machern gedacht, konzipiert und im Studio aufgenommen wurde.

Welche Vision steckt hinter Qobuz?

Qobuz hatte von Anfang an eine Vorreiterrolle inne und hat sich nie gescheut, neue Wege zu gehen. Qobuz war der erste Service, der seinen gesamten Katalog von Anfang an in verlustfreier FLAC 16-Bit Qualität anbot, die mit der Qualität einer CD vergleichbar ist. Zudem war Qobuz der weltweit erste Service, der einen großen Teil seines Katalogs in Hi-Res Audio-Qualität (24-Bit bis zu 192 kHz) und somit in der bestmöglichen Audioqualität, die die Musik eins zu eins so wiedergibt, wie sie im Studio aufgenommen wurde, im Streaming bereitstellte.

Wer ist die Zielgruppe von Qobuz?

Qobuz richtet sich an all jene, die eine Leidenschaft für Musik haben sowie an jene, die auf der Suche nach der besten Klangqualität sind. An diejenigen, die sowohl die Musik suchen, die sie kennen und lieben und hin und wieder auch neue Musik entdecken möchten. Qobuz ist mehr als nur ein Musikservice – wir bieten eine Alternative zu Ihrem Lieblingsplattenladen und unsere Musikredakteure stellen unseren Usern stetig neue Musik vor, die sie bisher noch nicht kennen. Zudem umfasst unser Service redaktionelle Beiträge rund um die Musik, Albenrezensionen sowie Künstlerinterviews und auch das Stöbern in digitalen Booklets zu den Alben ist über unsere Apps möglich. 

Wie funktioniert Qobuz? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Für Qobuz hat Musik einen echten Wert. Aus diesem Grunde bieten wir kein “Freemium”-Abonnement an, das kostenlos zugänglich ist und wir setzen uns dafür ein, dass die Künstler angemessen für Ihr Schaffen entlohnt werden. Weil wir Musik als ein Kunstwerk betrachten, das von Menschen für Menschen geschaffen wurde und diese verbindet, arbeiten wir nicht mit Algorithmen, sondern präsentieren handgemachte Playlists, Artikel und musikalische Empfehlungen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Durch Corona hat sich vor allem unser Arbeitsalltag verändert. Wir sind zunächst komplett ins Homeoffice gewechselt und haben Meetings per Videokonferenz durchgeführt.

Gleichzeitig haben wir durch unsere Partner, darunter Labels und Plattenfirmen, gesehen, wie stark die Musikwelt unter dem Ausfall von Konzerten und Festivals gelitten hat.

Deshalb haben wir uns früh entschieden zu helfen. Vom 15. April bis zum 15. Mai spendeten wir 100 Prozent unserer Einnahmen aus Streaming-Abonnements und Downloadkäufen an die Rechteinhaber.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Diese Krise wird die Künstler anspruchsvoller in Bezug auf Musikvergütungsmodelle machen. Wir sehen eine positive Entwicklung von bezahltem Streaming im Vergleich zu kostenlosen Modellen, die auf Werbung basieren. Wir erwarten auch eine höhere Nachfrage der Kunden nach Musikqualität und eine Koalition von Künstlern und Rechteinhabern zur Bekämpfung des Stream-Rippings, also des illegalen Kopierens von Musik von Seiten wie YouTube.

Qobuz, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir werden in mindestens 30 wichtigen Ländern an Bekanntheit gewonnen haben, und mehr denn je werden wir uns in der Musikindustrie als “ahead, above, apart” positionieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Behalten Sie die Kontrolle über Ihr Unternehmen, um Ihren Traum wahr werden zu lassen.

Umgeben Sie sich mit den Besten.

Arbeiten Sie sehr hart.

Fotograf/Bildquelle: Jean-Baptiste Millot

Wir bedanken uns bei Denis Thébaud für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Weitermachen, auch wenn es schmerzt

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dewok tischkochgerät

DeWok innovatives Tischkochgerät gesund kochen, dämpfen und braten

Stellen Sie sich und Ihr Startup doch kurz unseren Lesern vor!

Hallo, mein Name ist Steve Müller und ich bin Gründer der DeWok Design UG. Wir sind ein junges Kölner Startup-Unternehmen, das innovative und außergewöhnliche Ideen, in Erfindungen für den Alltag umwandelt. Wir entwickeln mit großer Leidenschaft, Hingabe und vor allem mit herausragender Kompetenz Produkte, die mehr können und leisten als die Althergebrachten. Produkte, die nachhaltig produziert und dazu noch ein frisches, modernes Design bieten. 

Unser erstes Produkt, unser DeWok, ist ein innovatives Tischkochgerät. Der DeWok läuft ohne Strom, dafür aber mit einem Bioethanol-Brenngel und ist flexibel, wo immer man möchte, einsetzbar. Der DeWok garantiert eine schonende Zubereitung aller Zutaten, sodass Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben.

#WokCooking  #MobileCooking  #HappyCooking  #EasyCooking

Wie ist die Idee zu DeWok entstanden?

Oh, eine schöne Geschichte.…Vor ein paar Jahren hielt ich mich beruflich für 4 Jahre in Asien auf. Um die Winterfeiertage erhielt ich einen Anruf meines besten Freundes. Er erzählte von seinen Feiertagsplänen und beklagte sich über die immer wiederkehrende „Fondue-und Raclette-Kultur“ in Deutschland. Er erweckte in mir, dem Ingenieur, den Drang etwas Neues zu entwickeln, etwas Innovatives. Nach vielen Stunden des Zeichnens, Rechnens und Ausprobierens war DeWok geboren: ein neuartiges Kochsystem, das den asiatischen und den europäischen Lifestyle verbindet, die schonende Zubereitung von Nahrungsmitteln garantiert, den flexiblen Einsatz ermöglicht und ein modernes Design bietet.

#AsiaMeetsEurope #CrossOverCooking  #FreestyleKitchen #gesundessen

Welche Vision steckt hinter dem Tischkochgerät ?

Ziel ist es, mit smarten Küchenartikeln die Küchenwelt aufzumischen. Dafür kombinieren wir hochwertige Qualität mit einer revolutionären Funktionsweise, um so etwas Neues und Aufregendes zu schaffen. Aktuelle und zukunftsweisende Trends lassen wir dabei nicht außen vor. Die DeWok Sets und das DeWok Zubehör sind unsere ersten Produkte der Dewok-Design UG.

Wir stehen für Passion und Qualität. Wir arbeiten kundenorientiert, innovativ, leistungsstark und nachhaltig. 

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war, die richtigen Materialien zu finden, um die Technik, die Funktion und die Qualität unseres DeWoks zu gewährleisten. Außerdem sollte die Konstruktion so gestaltet werden, dass die schonende und gesunde Zubereitung der Speisen in jeder Kochsituation garantiert werde und der User den DeWok jederzeit flexibel einsetzen könne. Am Ende musste unser mobiles Kochgerät vor dem TÜV bestehen.

Patent, Designschutz, Prototypen und die Vorserie wurden mit vielen Überstunden und dem Einsparen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld finanziert. Alles klappt, wenn man eine Vision hat.

Wer ist die Zielgruppe ?

DeWok ist für alle da – vom Studenten über den flotten Großstadt-Hipster bis hin zum eingefleischten Grillfan, Camper und Designverliebten. Mit dem raffinierten System lassen sich selbst dort noch köstliche Gerichte zaubern, wo gar keine Küche vorhanden ist. Da es außerdem keine Steckdose benötigt, ist man damit auch nicht ans Haus gebunden. 

DeWok ist hochfunktional und verfügt zugleich über ein schönes Formdesign – eine Kombination, die auch heute längst noch nicht selbstverständlich ist. Auch junge Menschen versuchen wir zu begeistern. Wir besuchen sogar Schulen, um bei Kindern die Lust zum „Selber-Kochen“ zu wecken. Ihnen zu zeigen, hey, Gemüse kann „ yummy“ schmecken, wenn durch eine schonende Zubereitung Nährstoffe und Vitamine erhalten bleiben.

#GesundKochen 

Wie funktioniert DeWok?

DeWok wird komplett zusammengebaut und hochwertig verpackt geliefert. Jedes Set ist ausgestattet mit einem speziellen Brenner und einer Bedienungsanleitung. Nachdem man den Griff an die Pfanne gedreht und diese mit Wasser abgewaschen hat, kann es auch schon losgehen. Einfach den Brenner in der Marmorvertiefung anzünden, die Pfanne auf die obere Marmorplatte legen, fertig. Innerhalb von 2 Minuten hat die Pfanne die Hitze erreicht, die zum Kochen erforderlich ist. Das geht alles sehr schnell, ohne großen Vorbereitungs-Schnickschnack. Durch die Konstruktion und die Auswahl der Materialien kocht man gesund und alle Vitamine und Nährstoffe bleiben erhalten.

Wo liegen die Vorteile? Wo die Unterschiede zu anderen Anbietern

DeWok ist DIE Revolution in der Küche, im Garten, beim Grillen, am See, beim Angeln, beim Picknick, beim Campen… Wo immer man möchte…. DeWok kommt ohne Strom aus. Er ist stabil und man kann mit ihm braten, dämpfen und blanchieren.

Kochen war noch nie so einfach – DeWok lässt Raclette und Fondue alt aussehen.

DeWok ist die smarte Fusion aus asiatischer Kochkunst mit German-Engineering. Unser innovatives Tisch-Kochsystem erfüllt zu 100 % den Kundenwunsch, gesunde und leckere Gerichte mithilfe einer schonenden Zubereitung zu kreieren. Dabei sind  fast alle Koch-Kulturen möglich.

#KitchenRevolution  #MobileKitchentools #cookingtrend

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

DeWok-Design steht für „Made in Germany“, Lifestyle, funktionales und formschönes Design. Wir sehen uns neben allen hochwertigen Marken stehen. DeWok-Design wird nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit die Langeweile aus den Küchen verbannen. Der Kunde wird wissen, wenn er/sie ein Produkt mit dem Namen DeWok-Design kauft , dann kauft er/sie Qualität und Lifestyle.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Als Unternehmer durchläufst Du mehrere Ebenen zum Erfolg. Wichtig ist…Weitermachen, auch wenn es schmerzt. Auch wenn man denkt, es geht nicht mehr. Weitermachen! Es ist eine Probe. Bist Du dafür gemacht?

Die eigene Gesundheit darf man nicht vernachlässigen. Sie gibt die entsprechende Power, die man für den Erfolg und das Durchhalten braucht.

Jeder Unternehmer braucht ein Motto, ein Mantra. Etwas woraus man Kraft schöpft. Ich habe gleich zwei:

„Nur wer für etwas brennt, kann auch entfachen“.

„Gesund bin ich und aus dem Rest muss ich was machen“.  

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Steve Müller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Eine gewisse Hartnäckigkeit

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GovRadar Public Procurement 2.0 verbindet KMU und Startups mit Behörden

GovRadar Public Procurement 2.0 verbindet KMU und Startups mit Behörden

Stellen Sie sich und das Startup GovRadar doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Sascha Soyk, ich bin 35 Jahre alt und lebe in München. Bevor ich GovRadar gegründet habe, war ich in einer strategischen Vertriebsrolle bei Palantir beschäftigt. Davor habe ich für das Verteidigungsministerium in Berlin den Bundeswehr Cyber Innovation Hub mit aufgebaut. Ich bin Reserveoffizier und meine erste berufliche Station nach dem BWL-Studium war in der Strategieberatung bei Roland Berger. 

Mit der Online-Plattform ermöglichen wir Behörden eine effiziente Markterkundung und die Gelegenheit, Software-Lösungen anonym zu testen. Wir sorgen dafür, dass auch Produkte von Startups und kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) auf dem Radar der öffentlichen Beschaffer landen. Häufig sind das die innovativsten Lösungen, die aber nicht gesehen werden, weil diese Unternehmen keine dedizierten Sales-Teams für den öffentlichen Sektor haben. Oder weil sie schlicht abgeschreckt sind von den langen Sales-Zyklen und der Prozessintransparenz. Durch GovRadar heben wir die wirklichen Innovationen auf den Radar der Behörden und bringen so die allseits proklamierte Digitalisierung voran. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich kenne beide Seiten der von uns entwickelten Plattform: Sowohl die Perspektive der Softwareunternehmen habe ich kennengelernt. Als auch die Arbeit für eine Bundesbehörde samt aller rechtlichen Auflagen und oftmals schmerzhaften Prozesse. In der Anfangs- und Aufbauphase des Bundeswehr Cyber Innovation Hub habe ich selbst erfahren müssen, wie schwierig, langwierig und auch nervenzehrend Vergabeverfahren im öffentlichen Sektor sind. 

Welche Vision steckt hinter GovRadar?

Wenn Beschaffung von Software mehrere Jahre dauert, ist das für die Behörden frustrierend, weil sie nie die neueste Technologie erhalten. Für KMU ist es anstrengend und viele können sich den langen Atem gar nicht leisten. Und nicht zuletzt ist es für den Steuerzahler eine Vollkatastrophe, dass Technologie teuer eingekauft wird, die nicht mehr „State of the Art“ ist. Dieser Problemstellung wollen wir mit GovRadar entgegenwirken. Langfristig wollen wir eine Plattform für „Public Procurement 2.0“ schaffen und Beschaffung der öffentlichen Hand revolutionieren.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung war zu Corona-Lockdown-Zeiten und ist es bedingt weiterhin, Behörden gezielt zu erreichen und ihr Feedback einzuholen. Weiterhin sind nur ganz wenige Investoren offen oder gar spezifisch ausgerichtet auf den GovTech-Markt. Das scheint in anderen Ländern schon attraktiver zu sein. Unser Behörden-Netzwerk, die Erfahrungen in Deutschland und nicht zuletzt ein gewisser Patriotismus gebieten aber, die Unternehmung dennoch hier aufzubauen. Wir sind bislang finanziert durch Eigenmittel und eine Förderung der Regierung Oberbayern. Derzeit suchen wir Investoren, die uns, idealerweise über Wandeldarlehen, eine Finanzierung bis Mitte 2021 geben, um unser Produkt in den Markt tragen zu können.

Wer ist die Zielgruppe von GovRadar?

Unsere Zielgruppe sind Behörden, sowohl auf kommunaler, Länder- und Bundesebene. Hierbei ist uns wichtig, dass wir nicht nur Beschaffer und Vergabestellen ansprechen. Wir wollen ganz bewusst auch die Fachabteilungen, die IT-Abteilung und – vielleicht am wichtigsten – die Nutzer von Software ansprechen. Aus eigener Erfahrung gibt es nichts Schlimmeres, als wenn eine Beschaffung zwar sauber orchestriert und durch den Prozess geschoben wird, am Ende aber die falsche Lösung auf dem Tisch liegt, die kein Nutzer einsetzen will.

Gleichzeitig adressieren wir natürlich Software-Unternehmen. Diese sind aber eher Partner als potenzielle Kunden. Sie stellen ihre Lösungen kostenfrei auf die Plattform.

Wie funktioniert GovRadar? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

GovRadar ist eine Markterkundungsplattform, auf der Anbieter (Softwareunternehmen) und Nachfrager (Behörden) aufeinandertreffen. Für die Akteure aus dem öffentlichen Sektor besteht bei uns die Möglichkeit, effizient zu recherchieren und die verschiedensten Softwarelösungen anonym zu testen. Dabei senken wir die Kosten für die Behörden. Denn oft ist es so, dass für eine Vergabe und die dazugehörige Marktanalyse externe Berater engagiert werden müssen – das ist in der Regel teuer! 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

GovRadar wurde Anfang März 2020 gegründet. Kurz darauf erfolgte der Lockdown. Das war natürlich eine Einschränkung. Denn das bedeutete: Keine Kundengespräche, keine Messen und keine anderweitigen Events, bei denen man GovRadar hätte präsentieren können. Besonders Behörden waren in der Zeit folglich nur schwer zu erreichen. Junge, dynamische und innovative Software-Unternehmen waren natürlich viel offener hinsichtlich der Kommunikationswege. Ansprachen via LinkedIn und Austausch per Zoom waren kein Problem.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Die Gründung erfolgte zum Beginn der Krise. Folglich kannten wir gar keine andere Situation. Wir haben die Zeit der Krise genutzt, um produktiv zu sein und den Marktangang vorzubereiten. So wurde beispielsweise in wenigen Wochen ein erstes MVP erstellt. Nun freuen wir uns, endlich wieder in Deutschland unterwegs sein zu dürfen und auf Kunden zugehen zu können.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Auf der einen Seite hat die Krise den Behörden aufgezeigt, wo sie in puncto Digitalisierung noch Nachholbedarf haben. Hier ist man noch weit hinter dem Standard der Wirtschaft zurück. Viele schreiben sich jetzt erst recht auf die Fahnen, dass sie vorankommen und innovative Lösungen einsetzen wollen. Für die Anbieter auf der anderen Seite entsteht hier die Chance, einen stabilen, relativ krisensicheren Markt zu betreten und so auch kurzfristig weggebrochene Aufträge in der Privatwirtschaft auszugleichen.

GovRadar, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unsere Vision ist, „Public Procurement 2.0“ zu schaffen. In fünf Jahren haben wir hoffentlich nicht nur Behörden geholfen, die richtigen Innovationen zu finden und zu beschaffen. Wir wollen auch den Anbietern den Prozess des Antwortens auf Ausschreibungen erleichtern und automatisieren. Denn das Vergaberecht wird ja weiterhin eine Vorgabe sein, die man auch nicht ändern sollte.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bevor man gründet, sollte man sich ehrlich nach der eigenen Passion fragen. Das klingt sehr nach Phrasendrescherei, ist aber gerade dann entscheidend, wenn es mal nicht wie geplant läuft und in Märkten, in denen Kunden Authentizität schätzen. Zweitens sollte man sich eine gewisse Hartnäckigkeit zulegen. Denn man ist regelmäßig daran erinnert, dass eine eigene Unternehmung ja kein einfacher Sprint, sondern ein holpriger Marathon ist. Und drittens würde ich immer dafür sorgen, mich mit den richtigen Mitstreitern aber auch Mentoren und Coaches zu umgeben. Das Team ist entscheidend. Alleine packt man es nicht und es macht das Unternehmersein so viel attraktiver, wenn man von anderen lernt! 

Wir bedanken uns bei Sascha Soyk für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Trau dich deinen Traum umzusetzen

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crealize

Crealize Company Creator und People Developer

Stellen Sie sich und das Startup Crealize doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Jacob Fatih und habe gemeinsam mit meinem Geschäftspartner David Ewald 2015 die Crealize GmbH in Essen gegründet. Aktuell haben wir neun Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Portfolio, darunter Mindshine, die erste App-Anwendung für mentale Fitness oder Wellnest, das mit exklusiven Wellness-Erlebnissen in vollkommener Privatsphäre seit 2018 eine neue Spa-Generation einläutet. Mit unserer Tochtergesellschaft Play Hard Group haben wir zuletzt den Basketball- und Streetwearspezialisten KICKZ.com von Zalando übernommen. 

Der Weg bis dahin war lang, denn mit 23 Jahren bin ich als politischer Flüchtling aus dem Iran nach Deutschland gekommen und musste zunächst einmal die Sprache lernen. Einige Jahre später, nach Stationen bei einer großen Fitnessstudiokette, startete ich von Null an mein erstes Business als Mitbegründer der Schulte & Fatih Immobiliengesellschaft. Wir waren erfolgreich und ich legte damit den Grundstein für meine Vision, Fitness als Sport neu zu denken und nach dem Motto FOR ALL OF US für alle Menschen zugänglich zu machen. 2009 war die Zeit reif und ich gründete das erste FitX-Studio in Essen.

Heute ist FitX die zweitgrößte Fitnesskette in Deutschland mit 89 Studios, über 800.000 MitgliederInnen und  2.400 MitarbeiterInnen. Im letzten Jahr bin ich nach zehn Jahren bei FitX ausgestiegen, um mich ganz auf Crealize zu fokussieren. Parallel zu FitX gründete ich 2006 gemeinsam mit meinem Freund Markus Flossmann YT Industries und wir bauten unser erstes Mountainbike nach unseren eigenen Ansprüchen. Der erste Produktionslauf von 150 Rahmen war innerhalb von nur zehn Tagen ausverkauft und wir machten weiter. Heute ist YT unter den Top drei Brands im professionellen Mountainbikesport, wir haben über 200 MitarbeiterInnen und Vertretungen in Europa, Asien und Nordamerika.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Crealize ist ja nicht meine erste Gründung. Ich würde sagen, der Unternehmergeist hat sich bei mir relativ früh, schon als Heranwachsender im Iran, herauskristallisiert. Mein erstes Geld habe ich als selbständiger Übersetzer für Kroatisch-Persisch verdient und damit schon als Student in Teheran ein höheres Einkommen erzielt als mein Vater, der als Professor für Philosophie und Geschichte an der Uni war. Mein Leitsatz war immer schon „think big” und ich habe später in Deutschland einfach alle Chancen ergriffen, die sich mir boten. Früher ging es mir natürlich auch darum, gutes Geld zu verdienen. Das hat sich inzwischen etwas geändert – heute ist es mir wichtiger, meine Erfahrung weiterzugeben,  andere gute Unternehmerpersönlichkeiten zu fördern und sie bei der Realisierung ihrer Ideen zu unterstützen. 

Welche Vision steckt hinter Crealize?

Wir verstehen Crealize als Company Creator und People Developer. Wir wollen Unternehmerpersönlichkeiten nach vorn bringen, ihnen Mut zum Gründen machen und unseren Support geben. Dabei unterstützen wir nicht einfach nur mit Kapital, sondern geben den Gründern ein unternehmerisches Zuhause in unserem Family-Netzwerk. Wir supporten in unterschiedlichen Phasen der Gründung, helfen Unternehmensstrukturen aufzusetzen und gründen auch aus den eigenen Reihen. Ich will Leuten Mut machen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und etwas auszuprobieren – ohne Angst vorm Scheitern.

Denn aus meiner Sicht gibt es kein besseres Gründerland als Deutschland. Die Konsequenzen hierzulande sind vergleichsweise mild, auch wenn etwas mal nicht funktioniert. Mit Crealize wollen wir den Gründergeist in Deutschland fördern und insbesondere das Ruhrgebiet stärken. Ich fühle mich dieser Region und Menschen hier eng verbunden, sie haben mich damals aufgenommen und unterstützt. Von hier aus werden wir mit Crealize einen starken Gründerstandort etablieren und den Startup-Metropolen Berlin, Hamburg oder München das Wasser reichen. Natürlich werden wir mit unserem Crealize-Mindset über die Grenzen von Deutschland hinaus auch international unsere positiven Spuren hinterlassen.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Alle meine Erfahrungen und Learnings aus den Anfangsjahren, vor allem die aus den eigenen Gründungen, fließen bei Crealize ein. Und klar, es hat auch bei mir nicht immer alles funktioniert. Daraus lernt man viel. Deshalb ist es für mich jetzt der folgerichtige Schritt, anderen GründerInnen den Boden zu bereiten und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen unternehmerischen Ideen zu verwirklichen. Alle Crealize-Ventures sind bisher mit unserem eigenen Kapital finanziert worden. Das muss aber nicht so bleiben. Wir sind offen dafür, zukünftig auch mit anderen VCs oder Business Angels zusammen zu arbeiten.

Wer ist die Zielgruppe von Crealize?

Mit Crealize sind wir Anlaufstelle für alle GründerInnen, die ihre Ideen verwirklichen möchten. Wir setzen aber auch eigene Geschäftsideen um und gründen aus eigenen Reihen. Zudem beschäftigt mich das Thema Education. Mein Ziel ist es, Kinder bereits frühzeitig ab dem Kindergartenalter abzuholen und sie dem Crealize-Mindset folgend, zu selbständig denkenden, kritischen Persönlichkeiten mit Unternehmergeist ohne Angst vorm Scheitern auszubilden.

Wie funktioniert Crealize? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Ich würde sagen, Crealize agiert im Vergleich zu klassischen Investoren eher unkonventionell. Wir verstehen uns als Family-Netzwerk, das meiner Ansicht nach die beste Unternehmensstruktur ist.  Denn eine Familie hält zusammen, verzeiht sich viel und doch gibt es klare Regeln im Umgang miteinander. Wer zu uns kommt, erhält also nicht nur Kapital, sondern wird Teil der Crealize Familie. Entscheidend bei der Auswahl unserer Projekte ist vor allem die Gründerpersönlichkeit und deren Moral, denn die kann man im Unterschied zu unternehmerischen Fähigkeiten nicht erlernen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Natürlich verändert Corona auf kurze und lange Sicht alles. Gleich als der Ausbruch des Virus in Asien bekannt wurde, war mir klar, wir laufen auf eine nie dagewesene Wirtschaftskrise zu. Wir haben bereits in der ersten Woche des hiesigen Lockdowns Mitte März alle ins Homeoffice geschickt und die Prozesse auf digital umgestellt – ohne Kompromisse. Unsere Ventures haben wir gebeten, Businesspläne für das „worst case” Szenario aufzustellen vor der Idee, dass alle Aktivitäten bis Jahresende ruhen müssen und kein Geld verdient werden kann. Es hat sich gezeigt, dass alle Gründungen bis Ende des Jahres durchhalten, auch wenn die Einnahmen komplett wegfallen. Das war zunächst erstmal beruhigend und wichtig, um notfalls gegensteuern zu können.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Die Betroffenheit durch Corona bei unseren Ventures war sehr unterschiedlich. Wellnest ist als individuelles Spa-Konzept, was eigentlich Corona-approved ist, natürlich auch geschlossen worden. Es gibt bisher nur eine Filiale, deshalb sind die Auswirkungen überschaubar. Mitte Juni konnten wir schon wieder eröffnen und die Buchungen kommen jetzt wieder zurück. Bei den E-Commerce-Ventures lief das Geschäft wie gewohnt weiter oder hat in der Krise sogar zugelegt, wie etwa bei YT. Hier erlebten wir einen deutlichen Zuwachs bei den Verkaufszahlen, weil sich viele Leute in der Corona-Zeit mit dem Fahrrad sportlich betätigen wollen.

Den Basketball- und Streetwear-Retailer KICKZ.com haben wir mit der Play Hard Group erst kürzlich von Zalando übernommen. Hier hatten wir im Retail natürlich Verluste, weil alle Shops geschlossen waren. Online konnten wir aber einen Großteil der verlorenen Umsätze generieren. Das war ganz okay. Die MitarbeiterInnen bei Wellnest und Kickz.com haben wir in Kurzarbeit geschickt und auf 100 Prozent die Gehälter aufgestockt, so dass die Leute privat nicht in wirtschaftliche Not kommen. Alle anderen Ventures liefen normal weiter, wir hatten also Glück.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise hat uns zumindest gezeigt, dass wir kapitalseitig ganz gut aufgestellt sind. Das Immobiliensegment beispielsweise, wo wir mit FC REAL estate und einer kleinen Mannschaft Projektentwicklung betreiben, ist krisenfest und war gar nicht betroffen. Crealize ist mit seinem Portfolio breit aufgestellt und in verschiedenen Branchen aktiv, das ist gerade in krisenhaften Situationen eine gute Strategie, die wir auch zukünftig beibehalten werden.

Crealize, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir auf noch mehr erfolgreiche Startups und GründerInnen blicken, die wir in die Crealize Familie einbinden. Wir unterstützen Ideen aus den eigenen Reihen und sehen MitarbeiterInnen, die wir auf ihrem Weg zu erfolgreichen Geschäftsleuten begleiten können. Unsere bestehenden Ventures werden skalieren und auch in Europa und international erfolgreich sein. Ich bin sehr gespannt, welche Businessideen an uns herangetragen werden – wir sind für verschiedene Branchen offen. Auch die Idee zur Crealize Academy für GründerInnen wird in fünf Jahren hoffentlich schon Formen angenommen haben und Realität geworden sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Erster und wichtigster Tipp ist: Einfach machen! Ich habe sehr viele Menschen mit guten Geschäftsideen kennengelernt, aber viele haben sich einfach nicht getraut, sie umzusetzen. Deshalb mein Rat: Trau dich, deinen Traum umzusetzen und hab keine Angst vorm Scheitern. Das ist mir natürlich auch schon passiert, denn nicht immer funktioniert jede Idee. Aber wenn man es nicht ausprobiert hat, kann man auch nicht wissen, ob es doch zu Erfolg geführt hätte. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich Crealize gegründet habe. Wir möchten GründerInnen beim Geschäftsaufbau unterstützen und ihnen die Angst davor nehmen. 

Zweiter Tipp: Geld nicht als Hauptmotiv sehen. Bei der Unternehmensgründung sollte Geld oder das Ziel des Reichtums nie im Fokus stehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass finanzieller Erfolg eher wie eine logische oder natürliche Konsequenz für die passionierte Arbeit ist. Dabei sollten junge Gründer nicht ungeduldig werden. Es ist wichtig Ausdauer zu zeigen und dran zu bleiben. Und nicht zu schnell aufgeben, auch wenn es mal Rückschläge gibt. 

Dritter wichtiger Tipp:

Kompetenzen reinholen. Als GründerIn muss man von Anfang an verstehen, dass man selbst nicht alles wissen und machen kann. Niemand bringt Kompetenzen für jeden Geschäftsbereich mit, jeder hat seine Stärken und Schwächen. So war es auch bei mir. Mir war immer klar, dass Zahlen nicht mein Ding sind, und so habe ich mir Leute reingeholt, die diesen Bereich für mich gemanagt haben. So konnte ich mich auf meine Kernkompetenzen konzentrieren. Ich sehe mich vor allem als Netzwerker und Strategen. Jede*r GründerIn sollte sich frühzeitig klar machen, wo ihre bzw. seine Stärken liegen und sich darauf fokussieren. Für die anderen Bereiche darf man Unterstützung reinholen und ganz wichtig, Hilfe annehmen. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jacob Fatih für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Solides und nachhaltiges Fundament

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Happy Ocean Foods pflanzliche Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten

Happy Ocean Foods pflanzliche Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten

Stellen Sie sich und das Startup doch kurz unseren Lesern vor!

Happy Ocean Foods entwickelt pflanzliche Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten, welche tierischen Produkten in Textur, Nährstoffprofil, Geschmack und Aussehen gleichen. Unser Team besteht aus zwei Lebensmittel- und Ernährungswissenschaftlerinnen (Christina Hahn und Viktoria von Beerfelde) sowie zwei BWLern (Julian Hallet und Robin Drummond). Christina verantwortet die Produktentwicklung und wird hierbei von Viktoria in Hinblick auf unser Qualitätsmanagement unterstützt. Julian ist für die Bereichen Finanzen, Sales sowie Marketing zuständig, während Robin sich um die Bereich Business Development, Operations und HR kümmert.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir, Julian und Robin, waren in den vergangenen Jahren viel reisen und haben stets unsere Augen für Herausforderungen und Innovationen offengehalten. Der wachsende Trend für pflanzenbasierte Lebensmittel, sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht, hat unserer Meinung nach enormes Potenzial und ist ein extrem spannendes und relevantes Thema. Als begeisterte Surfer und Naturliebhaber haben wir uns entschlossen, eine Marke für authentische Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten ins Leben zu rufen, die dazu beiträgt unsere Meere zu schützen. Eine innovative Marke, die von wirklicher Bedeutung ist und eine Nische in einem Zukunftsmarkt bedient.

Welche Vision steckt hinter Happy Ocean Foods?

33% aller Fischbestände gelten als bis an die biologische Grenze befischt, 60% sind bereits völlig erschöpft. Werden die Fischbestände nicht geschont, wird 2050 laut Unep kein kommerzieller Fischfang mehr möglich sein. Darüber hinaus sind Fische zum Teil mit giftigen Substanzen wie Dioxin, Methyl-Quecksilber und organischen Chlorverbindungen belastet, da immer mehr Umweltgifte ins Meer gelangen. Die alternative Deckung der Nachfrage durch Aquakulturen hat schwerwiegende Umweltschäden wie z.B. die Verunreinigung der Meere oder Abholzung von Mangrovenwäldern zur Folge. Daher wollen wir Andere dazu inspirieren ihre Essgewohnheiten zu ändern, damit sie ihre eigene Gesundheit positiv beeinflussen und aktiv dazu beitragen das ökologische Gleichgewicht in unseren Meeren zu bewahren. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee zu Happy Ocean Foods kam Julian während seiner Weltreise im letzten Jahr und somit wurde unser Team remote aufgebaut und musste von Beginn an ausschließlich digital zusammenarbeiten. Das brachte unter anderem Zeitverschiebungen und viele instabile Internetverbindungen mit sich. Auch die Entwicklung unseres Prototypen hat uns vor zahlreiche Herausforderungen gestellt, da das Nachempfinden des Geschmacks und der Konsistenz einer Garnele auf pflanzlicher Basis äußerst komplex ist und wir sehr lange experimentieren mussten um gute Erfolge zu erzielen. In den ersten Monaten haben wir uns durch privates Kapital finanziert, sind jedoch mittlerweile durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert.

Wer ist die Zielgruppe von Happy Ocean Foods?

Angelehnt an den Kundennutzen des Produktes, besteht unsere Zielgruppe primär aus LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) sowie Flexitariern. LOHAS bezeichnet einen Konsumententyp, der einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil führt. LOHAS möchten Verantwortung für soziale und ökologische Lebensbedingungen übernehmen, ohne dabei verzichten zu müssen. Sie folgen einem ausgeglichenen Ernährungsstil und sind als Early Adopter stets auf der 

Suche nach innovativen und wohlschmeckenden Alternativen zu tierischen Produkten. Darüber hinaus stellen Veganer und Vegetarier natürlich auch eine relevante Zielgruppe für uns dar.

Wie funktioniert Happy Ocean Foods? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Happy Ocean Foods pflanzliche Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten

Happy Ocean Foods Produkte zeichnen sich vor allem durch ihren guten Geschmack, gesunde sowie natürliche Zutaten und ihren positiven Beitrag zu Nachhaltigkeitsthemen aus. Bei dem ersten Produkt handelt es sich um eine algenbasierte Garnele, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Protein ist. Somit kann unsere Happy Ocean Garnele das tierische Original gut substituieren. Algen zählen zu den am schnellsten wachsenden Organismen auf unserer Erde und können sehr nachhaltig und effizient produziert werden. Zudem handelt es sich um einen sehr nährstoffreichen Rohstoff, der unter widrigsten und einfachsten Bedingungen angebaut werden kann. Auf der anderen Seite ergeben sich für Kunden eine Vielzahl von Vorteilen, weil sie zu einer umweltschonenden, für Tiere unbedenklichen und gesundheitlich ausgezeichneten Alternative greifen können, ohne auf das Lebensmittel und den Geschmack verzichten zu müssen. Pflanzenbasierte Produkte stellen außerdem einen guten Ersatz für Allergiker, Vegetarier und Veganer dar.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Da wir von Beginn an remote zusammengearbeitet haben und unser Produktlaunch noch ausstand, hat sich durch Corona kaum etwas für uns verändert. Wir konnten lediglich für ca. 4 Wochen nicht das Labor unseres Kooperationspartners der Technischen Universität München nutzen, wodurch sich unsere Produktentwicklung etwas verzögert hat.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Unsere Produktentwicklung musste eine Zeit lang in der heimischen Küche stattfinden. Dadurch mussten wir alternative Verfahrensmethoden anwenden und etwas erfinderischer agieren.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wie die Verkaufszahlen pflanzlicher Produkte zeigen, profitieren diese derzeit extrem von der Krise. So hat der Burger-Hersteller Beyond Meat bspw. seine Verkäufe mehr als verdoppeln können. Dies wird sicherlich einen nachhaltigen Effekt auf die Nachfrage von alternativen Proteinquellen haben, von welchem wir ebenfalls profitieren können.

Happy Ocean Foods, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In den nächsten fünf Jahren möchten wir Happy Ocean Foods zu Europas führender Marke für pflanzliche Alternativen zu Fisch und Meeresfrüchten entwickeln und einen signifikanten Anteil an den Umsätzen im Bereich Seafood für uns beanspruchen. Zudem wollen wir starke Partnerschaften mit Organisationen, Marken und Verkaufsstellen aufbauen, welche in der Lage sind eine wirkliche Veränderung unseres Lebensmittelsystems und der damit verbundenen ökologischen Auswirkungen herbeizuführen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Baut euer Unternehmen auf einem soliden und nachhaltigen Fundament auf. Team & Supporter/Partner (Kompetenz und Werte/Culture Fit), von Beginn an klar definierte und effiziente Prozesse sowie eine gute Organisation, exzellente Produktqualität, großes Marktpotenzial und Alleinstellungsmerkmal

2. Schaut nicht zu sehr darauf was die Konkurrenz macht. Lieber darauf, was ihr beeinflussen und wie ihr euch differenzieren könnt.

3. Entwickelt euer Produkt zusammen mit dem Kunden. Habt keine Angst davor Feedback für ein nicht perfektes oder unvollendetes Produkt einzuholen. 

Wir bedanken uns bei  Julian Hallet für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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