Freitag, Juli 3, 2026
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Eine klare Kundenorientierung

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schubwerk Marketing Business Analytics

schubwerk smarte Marketing und Business Analytics Software

Stellen Sie sich und das Startup schubwerk doch kurz unseren Lesern vor!

schubwerk ist ein junges Unternehmen mit Standorten in Wiesbaden und Berlin, das ein Tool zur intelligenten Marketing- und Business-Steuerung entwickelt hat. Neben der smarten Marketing und Business Analytics Software bietet schubwerk auch Services im Bereich digitales Marketing und Leadmanagement sowie Tracking-Lösungen an.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Es begann damit, dass uns als Online-Marketeers das ständige Einloggen in unterschiedliche Tools und die mühsame Verknüpfung der diversen Datenmengen zu viel Zeit stahl. Bis wir diese Daten dann auch noch schön und übersichtlich in Excel oder Power Point dargestellt hatten, vergingen weitere Stunden – Stunden, die alle anderweitig noch sinnvoller hätten investieren können. So formte sich in unseren Köpfen zunehmend eine Vision: Ein Tool, das all diese Schritte vereinen könnte. Ein Instrument, das die Kampagneneffizienz anzeigt, alle relevanten Tools und KPI’s verbindet und die Verknüpfung aller Daten auf einen Blick darstellt, um ein effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

Zunächst haben wir das Tool entwickelt, um die Performance der von uns durchgeführten Marketing-Aktivitäten steuern und optimieren zu können – ohne lange Excel-Listen. Es herrschte jedoch auf Messen und in Gesprächen mit Kunden reges Interesse an der damaligen Rohversion, wodurch wir den Entschluss fassten, diese Marktlücke zu nutzen und das Tool zusammen mit unseren Kunden weiterzuentwickeln. So geben wir auch anderen Interessenten die Möglichkeit, davon zu profitieren.

Welche Vision steckt hinter schubwerk?

Wir möchten mit unserem Tool Geschäftsführern, Top Managern und Online-Marketeers die Möglichkeit geben, ihre Marketing- und Vertriebsperformance einfach, übersichtlich, operativ und ihren Bedürfnissen und Anforderungen entsprechend steuern zu können. Hierfür arbeiten wir stetig an der Anbindung diverser Tools aus unterschiedlichen Bereichen sowie an einem intelligenten, selbstlernenden System zur Prognose von Businessaktivitäten.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung bestand vor allem in der Programmierung und Erstellung unserer Marketing Analytics Software. Dort steckt wirklich viel Herzblut, Zeit und Konzeption drinnen. Wir haben sogar öfter Programmier-Grill-Wochenenden und Night Sessions veranstaltet, um das Tool voranzubringen. Natürlich ist die aktuellste Herausforderung, als junges Unternehmen durch die Corona-Krise zu kommen. Finanziert haben wir uns durch Eigenfinanzierung.

Wer ist die Zielgruppe von schubwerk?

Die Zielgruppe von schubwerk sind Geschäftsführer, Top Manager und Online-Marketeers.

Wie funktioniert schubwerk? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Vorteile eines Marketing Analytics Tools wie schubwerk sind unter anderem die einfache Bedienung und die hohe Transparenz der Marketing-Aktivitäten. Bei schubwerk hat man beispielsweise ein Cockpit, bei dem man alle relevanten Online- und marketingspezifischen Kennzahlen unterteilt in Business-, Marketing-, Performance und Usability-KPI auf einen Blick hat. Man kann dort mithilfe eines Ampel-Systems sofort einschätzen, ob sich bestimmte Indikatoren positiv oder negativ entwickelt oder konstant geblieben sind. Somit hat man aufgrund hinterlegter Marketing-Kennzahlen automatisch eine Interpretation der Ergebnisse.

Bei schubwerk hat man darüber hinaus alle Systeme und KPI übersichtlich und verständlich auf einen Blick.

Ein weiterer Vorteil ist, dass schubwerk nicht auf Drittanbieter angewiesen ist und somit die Daten in Echtzeit zur Verfügung stellen kann. Im Dashboard sieht man dann den kompletten Lead- und Sales Funnel, sodass man die Entwicklungen bis hin zum Kauf verfolgen kann und eine Korrelation der Daten bis Lead und Sales zur Verfügung stehen hat.

Bei den pragmatischen Tabellen-Tools wie Excel fehlen die Interpretation der Ergebnisse, Handlungsempfehlungen, die Korrelation der Daten bis hin zu Lead und Sales sowie die Abbildung des gesamten Lead- und Sales Funnel. Man hat auch nur bedingt alle Systeme und KPI auf einen Blick und es fehlt damit einhergehend auch die Transparenz über die Erfolge oder Misserfolge der Marketing-Aktivitäten.

Das Problem bei teilautomatisierten Tracking-Tools wie beispielsweise Google Analytics ist, dass nicht alle Daten einfließen sowie eine Zurückverfolgung zum Lead beziehungsweise Kauf gerade im Dienstleistungsbereich sehr schwierig ist. Darüber hinaus kann man mit der Fülle der Daten bei Google Analytics oftmals nichts anfangen oder keine Zusammenhänge erkennen, da man nicht alle Systeme und KPI auf einen Blick hat und somit auch keine hohe Transparenz der Marketing-Aktivitäten besteht. Die Bedienung ist schwer und muss erst erlernt werden und die Daten sind nur bedingt in Echtzeit verfügbar. Darüber hinaus fehlt eine einfache Interpretation der Ergebnisse und daraus resultierende Handlungsempfehlungen. 

Man merkt somit beim Vergleich der unterschiedlichen Lösungswege, dass schubwerk – insbesondere, wenn man häufig Reportings macht – gegenüber anderen Tools klare Vorteile bietet. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Es hat sich vor allem verändert, dass man mehr Gespräche führen musste und dass Aufträge, die bereits sicher waren, storniert oder eingefroren wurden. Daraufhin musste man als Unternehmen viel mehr Akquise machen, um neue Kunden zu gewinnen und damit die Situation stabil halten zu können. Das stellte uns natürlich auch im Management vor harte Herausforderungen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir hatten immer ein Ziel vor Augen, sodass wir uns relativ schnell auf die Veränderungen eingestellt haben. Wenn man eine Leidenschaft für sein Thema hat und so viel Arbeit reinsteckt, muss man einfach flexibel sein und sich schnell an neue Herausforderungen anpassen. Durch Corona ist aber vor allem die langfristige Liquiditätssicherung zu einem großen Thema geworden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sind der Meinung, dass jede Krise immer auch Chancen bietet. In unserem Fall ist die Chance, verstärkt neue Kunden akquirieren und somit unser Netzwerk vergrößern zu können, unsere Anpassungsfähigkeit zu stärken und unter Beweis zu stellen sowie motiviert mit dem Wissen herauszutreten, dass wir auch in herausfordernden Zeiten nach Lösungen suchen und diese auch finden können. 

schubwerk, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es das Top-Unternehmen im Bereich Tracking, Audits und Software und ein entscheidender Player im Business- bzw. Business Analytics-Markt zu werden. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wir haben in der vergangenen Zeit gemerkt wie wichtig Leidenschaft, Durchhaltevermögen (Viel mehr als in jedem Ratgeber geschrieben steht) und eine klare Kundenorientierung und Zielvorstellung sind. Man muss bereit sein, seine Zeit, seine Kraft und sein Geld zu investieren und auch in herausfordernden Zeiten sein Ziel weiter zu verfolgen, sich schnell anzupassen und nicht aufzugeben. Je mehr Leidenschaft vorhanden ist, desto erfolgreicher hält man unserer Meinung auch in herausfordernden Zeiten durch, denn die Leidenschaft ist es, die einen inspiriert und antreibt.

Wir bedanken uns bei Dr. Steffen Behler und Stefan Mahendiran für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Kunden gut zuhören

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Avocadostore Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle

Avocadostore Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle

Stellen Sie sich und das Startup Avocadostore doch kurz unseren Lesern vor!

Avocadostore ist der führende Online-Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle. Vor mehr als 10 Jahren gab es bereits einen sehr stark wachsenden Bedarf an ökologischen Non Food-Produkten, die fair und umweltverträglich hergestellt wurden. Parallel entwickelte sich eine Szene junger Designer und Hersteller, die einzigartige, nachhaltige Produkte entwarfen und produzierten. Avocadostore hat ihnen im April 2010 einen Marktplatz gegeben, sie sichtbar und für einen großen Kundenkreis zugänglich gemacht. Hier konnten sie einfach, kostengünstig und ohne großes Risiko ihre Ware online verkaufen. Heute kann der Kunde*in unter 4.000 Top-Marken und unter 250.000 nachhaltigen Produkten auf Avocadostore.de auswählen. 

Ich bin ein Pionier der ersten Stunde bei Avocadostore, habe 2011 begonnen, wurde zwei Jahre später zur Geschäftsführerin ernannt. Auch heute noch fördere ich nachhaltige Startups und Jung-Designer, um ihnen den Gründer-Alltag zu erleichtern und ihr Geschäft richtig zu positionieren. So bin ich nicht nur in der Handelskammer in verschiedenen Ausschüssen aktiv, sondern auch in verschiedenen Jurys (Ethical Style Guide/Messe Frankfurt, Green Product Award/Berlin), wo es immer darum geht, gemeinsam nachhaltigere Produkte zu gestalten. 

Außerdem setze ich mich im Moment gemeinsam mit anderen Eco Fashion-Labels für die Fair Fashion Solidarity-Initiative ein. Hier geht es um das Überleben kleiner Eco Fashion Brands, die im Rahmen der Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck geraten sind. Darüber hinaus habe ich ein Buch geschrieben: „Nachhaltig leben JETZT“. Der Nachhaltigkeitsguide ist Ende Juni im Buchhandel erschienen.

Welche Vision steckt hinter Avocadostore?

Wir wollen für jedes konventionelle Produkt eine nachhaltige Alternative bieten. Wir möchten nachhaltigen Konsum in die breite Masse tragen, mit Vorurteilen aufräumen, transparent sein, informieren und zeigen, dass ein nachhaltiger Lifestyle viel Spaß macht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Als stark wachsendes Unternehmen schafft man es nicht immer rechtzeitig, die Strukturen parallel mitlaufen zu lassen. Ich denke, es gibt nicht “die große Herausforderung”, sondern eher viele kleine, subtile Dinge, wie zum Beispiel zu merken, dass Führung anders funktioniert, wenn man am Anfang nur 10 Leute und heute 40 Mitarbeiter im Team hat. Oder ein anderes Beispiel: Wann ist das richtige Timing für eine Strategieänderung? Manchmal waren wir da auch durchaus zu früh dran, manchmal zu spät. 

Zur Finanzierung: Zu Beginn haben mehrere Businessangels an die Idee Avocadostore-Idee geglaubt und die Finanzierung gesichert. Seit 2017 hält auch die GLG Green Lifestyle GmbH 100 Prozent der Anteile. 

Wer ist die Zielgruppe von Avocadostore?

Wir haben eine Kernzielgruppe, die eher weiblich, aber auch männlich und zwischen 35 und 50 Jahren alt ist. Seit dem ersten Halbjahr 2019 wächst bei uns aber überproportional die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Sie ist  um fast 150 Prozent gestiegen. Dieses Kundensegment wächst viel schneller als die anderen Altersgruppen. Deswegen glauben wir, dass Nachhaltigkeit längst keine Nische mehr ist und auch kein Trend sein wird, sondern eine Bewegung ist, die gerade erst anfängt. 

Darüber hinaus fällt uns bei Avocadostore auf, dass es immer mehr Menschen gibt, die ihr Leben nachhaltiger gestalten wollen. Vergleichbar vielleicht mit der „Vegan-Welle“, die 2012 begann. Aber heute geht es längst nicht mehr nur um Tofu statt Fleisch, sondern um einen ganzheitlichen Lebensstil: von der Mode und Kosmetik über Ernährung, Wohnen bis hin zum digitalen Leben und Verreisen. Viele Menschen wollen wirklich wissen, wie sie umweltfreundlicher leben können und nicht nur z.B. gesünder. Die Entwicklung geht klar dahin, dass weniger, aber „besser“ konsumiert wird. „Besser“ steht dann meist für faire Produktion und gute Qualität, ohne Abstriche in Style und Design.

Wie funktioniert Avocadostore? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Durch unsere 10 Nachhaltigkeitskriterien schaffen wir Transparenz rund um unser Sortiment, der Kunde*in sieht am Produkt, warum es nachhaltig ist und kann sogar Fragen zum Produkt stellen. 

Von den folgenden Kriterien muss mindestens eines erfüllt sein, damit ein Produkt bei uns verkauft werden kann: ressourcenschonend, schadstoffreduzierte Herstellung, Bio-Rohstoffe, fair&sozial, cradle to cradle, recyclebar oder recycelt, vegan, Made in Germany, CO2-sparend, lange haltbar. 

So schaffen wir Standards, und der Begriff der Nachhaltigkeit verliert seine Vieldeutigkeit. Darüber hinaus bieten wir jedem Kunden*in die Möglichkeit zu kommentieren, zu kritisieren, zu argumentieren und zu diskutieren. So kann es auch mal vorkommen, dass man ein Produkt wieder runternimmt oder ein anderes aufnimmt, wenn die Kunden es wünschen. Durch unsere enge Kundenbindung erkennen wir aktuelle Konsumentenwünsche und setzen sie soweit wie möglich um. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Bei uns hat sich durch die Corona-Pandemie einiges verändert. Der Monat März war bei uns, wie auch bei vielen anderen E-Commerce-Geschäften, ziemlich schlecht. Das lag wohl vor allem daran, dass nur noch gekauft wurde, was wirklich notwendig ist, denn wir waren wohl alle erst mal unter Schock und wussten nicht, wie sich das Ganze entwickeln wird. Da wir bei Avocadostore nicht nur Mode, sondern auch Haushaltsutensilien, Yoga-Zubehör und Kinderspielzeug verkaufen, machten wir so zumindest noch etwas Umsatz. 

Glücklicherweise hat sich die Lage ab Ende März wieder etwas entspannt und ist heute bei uns stabil. Ich glaube, viele Menschen kaufen immer noch vorsichtig, aber das was sie kaufen, hinterfragen sie mehr und setzen auf Nachhaltigkeit und faire Produktion. Eine Krise lässt uns eben gängige Muster neu betrachten und ist eine große Chance für Veränderung. 

Gleichzeitig haben wir eine große Welle der Solidarität gespürt. Wir sind heute noch viel in Kontakt mit Herstellern und Händlern, unterstützen uns gegenseitig und tauschen uns aus. Auch unsere Kunden waren der Wahnsinn: Sie kauften, um uns und die hinter Avocadostore stehenden Marken zu unterstützen – und sie haben uns oft aufmunternde und bestärkende Worte geschickt. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben den Vorteil, dass wir auch schon vor Corona sehr agil gearbeitet haben. D.h. Homeoffice war für uns keine große Umstellung, höchstens die Anzahl der Videokonferenzen. Besonders im März hatten wir starke Umsatzeinbrüche, seit Anfang April hat sich das wieder erholt, und wir freuen uns über eine stabile Umsatzsituation. Zu Beginn der Umsatzeinbrüche haben wir sofort begonnen, unsere technologische Priorisierung zu hinterfragen und anzupassen. Da wir knappe Ressourcen haben, ist das Bottleneck Technologie immer da und agiles arbeiten ist dort für uns essentiell. Die zweite Maßnahme, die besonders im Digitalen öfters unterschätzt wird, ist Kommunikation. Wir haben uns sehr gut überlegt, wann wir wie kommunizieren und sehr bewusst unseren Content in Newslettern, auf der Seite und auf Social Media der Situation angepasst. Wir setzen bis heute auf Transparenz und Offenheit und sind im Dialog mit Kunden*innen, aber auch Brands und Hersteller*innen. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir merken, dass wir einige neue Kunden durch die Krise gewonnen haben, die jetzt mehr Wert auf das legen, was sie kaufen. Produkte, die besonders gut funktioniert haben, waren nachhaltige Yogamatten, Kinderspielzeug, Wohnaccessoires und Eco-Sneaker.

Avocadostore, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir waren die ersten, die nachhaltigen Konsum online für viele zugänglich gemacht haben. Wir fühlen uns als Pionier und haben wir uns in den letzten Jahren eine starke Position erarbeitet. Und wir wachsen seit 5 Jahren über 40% jährlich und hoffen, in ein paar Jahren im Mainstream angekommen zu sein. Unser Ziel ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, nachhaltiger einzukaufen. Avocadostore.de wird dann hoffentlich die führende Plattform sein, auf der man für jedes herkömmliche Produkt eine „grüne“ Alternative findet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich glaube daran, dass die Gründer am erfolgreichsten sind, die mit ihrem Geschäftsmodell ein Problem beseitigen und Menschen den Alltag erleichtern. Unsere Idee kam zur richtigen Zeit, denn immer mehr Menschen wollen bewusster konsumieren.

Als zweiten Tipp würde ich Gründern geben, dass sie ihren Kunden gut zuhören. Und damit meine ich echte Kunden, nicht nur Freunde und Familie. Nette Worte sind kein hilfreiches Feedback. Wenn Freunde z.B. sagen, gute Idee, aber nie das Produkt kaufen, muss man herausfinden wieso. Wir haben durch das Feedback unserer Konsumenten pausenlos an unserem Produktsortiment gearbeitet und sind dabei flexibel geblieben. Wir können uns den Bedürfnissen des momentan sehr dynamischen Eco-Markts jederzeit anpassen. Trotzdem haben wir unsere Idee immer klar formuliert und ihren Benefit in den Vordergrund gestellt.

Und der wohl wichtigste Tipp: Man sollte dabei immer authentisch bleiben, denn Authentizität überzeugt. Wenn man irgendwo noch nicht perfekt ist, darf man den Mut haben, dies auch zu kommunizieren. Hier ist das „wie“ entscheidend, denn je authentischer man kommuniziert, desto mehr sind Kunden bereit, sich auf eine Marke einzulassen und weiter konstruktives Feedback zu geben. 

Wir bedanken uns bei Mimi Sewalski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Folge deiner Intuition

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bonfire

Bonfire ermöglicht remote arbeitenden Teams intuitivere Kommunikation

Stellen Sie sich und das Startup Bonfire doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin 32 Jahre alt, geboren in Rheinland-Pfalz, Wirtschaftspsychologe und klinischer Psychologe, Partner bei conufactur.com sowie Gründer des Remote Work-fokussierten Start-ups bonfireoffice.com. 

Bonfire ermöglicht remote arbeitenden Teams einen sozialeren Austausch und intuitivere Kommunikation, indem wir virtuelle Büro-Räume entwerfen, die ähnlich wie kooperative Online-Spiele funktionieren. Dadurch werden die Teams befähigt, einfacher soziale Strukturen und eine eigene Kultur zu entwickeln. Sie bleiben motivierter, sichtbarer und mental gesund.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Der Wunsch, etwas Eigenes zu starten, war schon lange in mir angelegt. Bereits als Grundschüler habe ich – teilweise sehr kuriose – Geschäftsideen am PC festgehalten und mir gesagt, wenn ich irgendwann “eine richtig gute” habe, werde ich sie realisieren. Jetzt, 20 Jahre später, war es dann endlich soweit. Die Umstände und die Umgebung haben gepasst. Außerdem glaube ich daran, dass man an dem, was man beruflich tut, grundsätzlich Spaß haben sollte. Und was klingt nach mehr Spaß, als die Entwicklung eines Online-Office-Rollenspiels, das die Zusammenarbeit auf Distanz völlig auf den Kopf stellt?

Bei und nach der Unternehmensgründung hat mir meine psychologische Ausbildung geholfen, ein tiefergehendes  Verständnis von Menschenführung aufzubauen. So hilft mir die Psychologie bei der Auswahl von neuen Kollegen und der Zusammenarbeit mit meinem Team. Ich bin davon überzeugt, dass ein gut funktionierendes Team das Fundament für ein erfolgreiches Produkt ist. Die finale Entscheidung zur Gründung habe ich im Open Innovation Hub wayra Deutschland getroffen – das diverse Umfeld mit den unterschiedlichsten GründerInnen, die jeden Tag hart daran arbeiten, ihre Ideen zu realisieren, hat mich sehr motiviert, diesen Schritt zu gehen.

Welche Vision steckt hinter Bonfire?

Unsere Vision ist es, Remote Work zu einer sozialen Erfahrung zu machen und dezentral arbeitende Teams näher zusammenzubringen. Wir sind davon überzeugt, dass ortsunabhängiges Arbeiten für viele Berufsgruppen und auch für unseren Planeten die Zukunft ist. Zum einen, weil die Produktivität der Arbeitnehmer laut Studien im Schnitt steigt und die Menschen selbstbestimmter leben und arbeiten können. Zum anderen, weil die Umwelt durch weniger Pendelverkehr signifikant entlastet wird. Damit Remote Work langfristig funktioniert, muss aber die soziale Interaktion zwischen den Kollegen ebenso im Fokus stehen wie deren Produktivität. Dafür gibt es heute noch keine Lösung und diese Lücke wird Bonfire füllen.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine große Herausforderung waren die schieren Mengen an neuen Informationen und Anforderungen, mit denen man sich beschäftigen muss, die aber oft nichts mit dem Produkt selbst zu tun haben. Und egal wie viel  Feedback man bekommt, es bleibt diese latente Ungewissheit, ob und wie das eigene Produkt angenommen wird. Hier ist es wichtig, dass man sich selbst vertraut und Skeptiker zwar ernst nimmt, ihnen aber nie zu 100 Prozent Glauben schenkt.

Finanziert haben wir uns einerseits über meine Tätigkeit als Organisationspsychologe, andererseits über die für Start-ups so essentiellen drei Fs – Friends, Family und Fools. Wir planen diesen Herbst zudem eine erste Finanzierungsrunde, in der externes Kapital für das notwendige Wachstum beschafft werden soll.

Wer ist die Zielgruppe von Bonfire?

Unsere Zielgruppe sind Teams und Unternehmen, die zum Großteil oder bereits komplett dezentral arbeiten oder zukünftig arbeiten möchten. Auch Fernuniversitäten werden mit Bonfire interessante Möglichkeiten bekommen. 

Wie funktioniert Bonfire?

Bonfire kann man als ernsthafte Bürosimulation verstehen. Man stelle sich das Spiel “Die Sims” vor, nur dass die Avatare, die man auf dem Bildschirm sieht, Kollegen sind, die im echten Leben vielleicht überall auf der Welt verteilt sind. Mit Bonfire fühlt es sich so an, als würde man ein Büro mit ihnen teilen. Die Nutzer loggen sich einfach über ihren Browser mit ihrer E-Mail-Adresse ein. Sie erstellen einen individuellen Avatar mit entsprechendem Kurzprofil und betreten ihr virtuelles Office, wo sie dann auf ihre Avatar-Kollegen treffen. Unser innovatives Videostreaming rundet die Erfahrung ab. Alles ist auf intuitive, synchrone, und soziale Interaktion bzw. Kommunikation ausgelegt. 

Wo liegen die Vorteile?

Einerseits hat man die sozialen und kommunikativen Vorteile eines gemeinsamen Büros und andererseits die Freiheit, ortsunabhängig zu arbeiten. Die Nutzer fühlen sich sichtbar und verbunden und können durch ihre Avatare komplexer miteinander kommunizieren und interagieren. Dazu gehören auch teambildende Mini-Games, die Kreativität und den Zusammenhalt im Team unterstützen. Teamleiter und Führungskräfte haben zudem psychologisch relevante Monitoring-Möglichkeiten für aus der Distanz schwer Erfassbares, wie zum Beispiel die Stimmung im Team. 

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Zum einen die Avatar-basierte Interaktion in Echtzeit, zum anderen bieten wir psychologisch fundierte Komponenten wie Stimmungsbarometer oder Mood-Checks. Auch arbeitszeitbegrenzende Features und die Möglichkeit, arbeitsbezogene und freiwillige private Informationen zu teilen, werden integriert, um den kollegialen Austausch zu erleichtern.  Besonders wichtig ist uns, dass Bonfire ein offenes System wird. Wir müssen und werden Schnittstellen für etablierte Remote Tools und Büroanwendungen zur Verfügung stellen.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Idee zu Bonfire kam mir im November des letzten Jahres. Es musste also fast von Beginn an mit der Situation umgegangen werden. Von daher hat sich nicht viel verändert, weil es noch nicht viel zu verändern gab.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wenn man eine Software für Remote Teams baut, dann liegt es nahe, die eigene Organisation auch dezentral zu führen. Covid-19 hat mir die Entscheidung sehr einfach gemacht. Die Zukunft von Bonfire ist remote. Daher ist Bonfire für mich als Lösung genauso interessant wie für meine zukünftigen Kunden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Ich glaube, dass kein Marketing-Budget der Welt Fernarbeit in so kurzer Zeit ins Bewusstsein und in den Alltag von so vielen Menschen gebracht hätte. Außerdem hat die Pandemie gezeigt, dass die Software-Lösungen, die wir im Moment nutzen, nicht die Krone der Schöpfung sind. Es geht besser. Wir sind noch lange nicht am Ende.

Bonfire, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Was ich weiß ist, dass sich der Weg, den ich im Moment gehe, sehr gut anfühlt. In fünf Jahren habe ich mehr Menschen gefunden, die diesen Weg mit mir gehen wollen. Ich sehe ein Team, das mit mir gemeinsam für Bonfire brennt und mit dem ich gemeinsam die Flammen so schüren kann, dass  man sie von überall aus sehen kann. 

Zum Schluss – welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Folge deiner Intuition, aber ignoriere nie die Zahlen! Suche nach Partnern, die können, was du nicht kannst. Je mehr Feedback du zu deiner Idee bekommst, desto besser – und Kritik ist hier ebenso wichtig wie Lob. Spreche mit Personen, die weiter sind als du und lerne aus ihren Fehlern und ihren Erfolgen. 

Wir bedanken uns bei Raphael Herkommer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sprecht mit potentiellen Kunden

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SIMITY Batch #8 VentureVilla

SIMITY Teilnehmer im Batch #8 Accelerator-Programm der VentureVilla

Stellen Sie sich und das Startup SIMITY doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Jan-Niklas Schmitz und Sebastian Böddeker und zusammen haben wir dieses Jahr das Unternehmen SIMITY gegründet. Zur Zeit arbeiten wir mit einem vierköpfigen Team an der Idee und Umsetzung der technischen Lösung. SIMITY ermöglicht es lokalen Unternehmen mit ihren Kunden* kontextbezogen direkt auf ihrem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Die SIMITY Lösung dient als selbstlernendes Customer Relationship Management (CRM) Tool.

Mit der SIMITY Lösung können auch offline Daten zum Kundenverhalten generiert werden, um relevante Kunden auf ihrem Smartphone am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und mit der richtigen Botschaft zu erreichen.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben uns während unseres gemeinsamen Wirtschaftsstudiums in Hannover kennengelernt. Schon nach dem ersten Bier erzählten wir uns von unseren ersten Geschäftsideen und den kleinen GbRs, die wir zum damaligen Zeitpunkt schon gegründet hatten. Sofort war klar: Mit dem da gegenüber könnte man früher oder später vielleicht mal ein Unternehmen gründen. Wir faszinierten uns damals genau wie heute für die Umsetzung von eigenen Ideen und Projekten sowie für digitale Lösungswege und innovative bzw. disruptive Geschäftsmodelle. Unserer Meinung nach ist die Gründung eines Unternehmens keine direkte Entscheidung. Es ist eher ein Prozess oder ein Lebensgefühl, das einen lange begleitet und irgendwann wird aus einem kleinen Funken eine immer größere Idee. Für uns beide gibt es kein besseres Gefühl als zu sehen, wie aus kleinen Ideen und anfangs spaßigen Unterhaltungen ganze Projekte oder sogar Unternehmen entstehen.

Welche Vision steckt hinter SIMITY?

Mit SIMITY wollen wir die Brücke zwischen der Offline- und der Online-Welt aufbauen. Die SIMITY Technologie ist global einsetzbar und bietet in Hinblick auf die Entwicklung vielfältige Einsatzgebiete, sodass gesamte Bereiche wie Flughäfen, Einkaufszentren oder ganze Veranstaltungsorte vernetzt werden können. SIMITY ermöglicht es lokalen Geschäften Daten zu erheben, die Unternehmen nur aus dem Online Handel kennen. Die Nutzung dieser Daten bietet Unternehmern Einblicke in ihr Unternehmen, die zuvor nicht möglich waren und dessen richtige Anwendung steigende Umsätze ermöglicht.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen bei der Gründung eines Unternehmens sind sicherlich die Steine, die einem in den Weg gelegt werden und die Rückschläge die man erfährt. Als Tech-Driven Company, aber auch als gestandenes Unternehmen, zählt zu den größten Herausforderungen gute Mitarbeiter und Mitgründer zu finden und zu halten. Die Finanzierung geschieht bis zum heutigen Zeitpunkt rein aus eigenen Mitteln.

Wer ist die Zielgruppe von SIMITY?

SIMITY wird als CRM Lösung für lokale Unternehmen entwickelt. In erster Instanz fokussieren wir uns auf die Gastronomie-Branche. Die SIMITY Lösung ist geeignet für alle lokalen Unternehmen, die ihre Kunden durch eine digitale Kommunikation ansprechen wollen und auf besondere Angebote aufmerksam machen möchten. 

Wie funktioniert SIMITY? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

SIMITY ermöglicht es lokalen Unternehmen mit ihren Kunden kontextbezogen direkt auf ihrem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Die Simity Lösung dient als selbstlernendes Customer Relationship Management (CRM) Tool. Dieses System ermöglicht eine automatisierte und smarte Ansprache der Kunden vor Ort, das auf Basis der Reaktionen und Aktivitäten der Kunden dem Unternehmen Handlungsvorschläge und -empfehlungen ausspielt.

Die Lösung setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Zu diesen zählen das Backend, die mobile Applikation sowie der Hardware Bluetooth Beacon. Das Backend dient dem Unternehmen als zentrale Verwaltungsstelle der Kundendaten, der Analyse dieser sowie der Konfiguration der gewünschten Ansprache von Kunden. Die zentrale Simity Applikation dient als Plattform für alle Unternehmen, um die speziellen Angebote an den Kunden auszuspielen. Diese kann von Unternehmen ohne eigenen Programmieraufwand genutzt werden und die unternehmenseigene Darstellung innerhalb der Applikation lässt sich an die jeweilige Corporate Identity anpassen. Der Hardware Beacon dient der automatischen Datenerfassung mittels energiesparender Bluetooth Technologie, der Signale an Smartphones in der Nähe aussendet.

Die Verarbeitung der Signale bedarf keiner aktiven Bestätigung oder Handlung des Kunden, sondern verläuft automatisiert im Hintergrund.

Die SIMITY Applikation erfasst den Kunden als Besucher in einem Partner-Unternehmen. Die durch das Backend eingestellte Ansprache und Kommunikation auf Basis der gewählten Parameter werden mit den Daten des jeweiligen Kunden abgeglichen. Der Kunde erhält seine personalisierte Ansprache unter Einbeziehung aller relevanten Parameter (bspw. Besuche in der letzten Woche) auf sein Smartphone gesendet.

Für Unternehmen ergeben sich Vorteile in der Erfassung und der Analyse der Daten sowie in der Möglichkeit mit dem Kunden direkt auf seinem Smartphone zu kommunizieren und zu interagieren. Insbesondere durch die Entwicklung des selbstlernenden CRM-Systems mit der Empfehlungs-Engine und der Single-App-Lösung hebt sich Simity von seinen Wettbewerbern ab. Das selbstlernende CRM-System wertet die Daten zu laufenden Promotions stetig aus. Und schlägt dem Unternehmen auf Basis dieser Daten Empfehlungen zur Kundenansprache vor. Somit soll ein möglichst großer Zulauf und Umsatz generiert werden. 

Ihr seid Teilnehmer im Batch #8 Accelerator-Programm der VentureVilla. Könnt ihr uns das Programm kurz vorstellen?

Das Accelerator Programm der Venture Villa im Batch #8 unterstützt angehende Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg das eigene Produkt am Markt zu etablieren. Hierzu gehören u.a. Coachings zu rechtlichen Themen, Finanzierungen sowie das Challengen von Business Cases, Claims und internen Strukturen.

Wie geht es jetzt weiter? Was passiert am Demo Day?

Aktuell liegt der Fokus auf der Weiterentwicklung des Prototypens und anstehender Funktionen. Bis zum Demo Day am 28.10 wollen wir die ersten Funktionen hinter der SIMITY Technologie vorstellen können. Wir erhoffen uns einen spannenden Austausch mit vielen Pitchs und interessanten Ansprechpartnern.

SIMITY, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

SIMITY etabliert sich als das digitales Aushängeschild von lokalen Unternehmen in Deutschland und der DACH Region. Auf Basis der geplanten Weiterentwicklungen wird SIMITY zu der zentralen Technologie und Anwendung von lokalen Unternehmen für interaktive und kontextbezogene Kundenkommunikatione. Sowie für kontaktlose und standortbezogene Services.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Probiert Euch aus und evaluiert die Ideen nicht tot, egal wie oft Ihr scheitert.

Sprecht mit potentiellen Kunden und erprobt Eure Idee schnellstmöglich, um wertvolle Zeit zu sparen.

Überlegt Euch genau mit wem Ihr gründen wollt.

* „Kunden“ impliziert die weibliche sowie männliche Ansprache.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jan-Niklas Schmitz und Sebastian Böddeker  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Priorität auf dem Kundenerlebnis

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wolt essen finnland

Wolt aus Finnland großartiges Essen entdecken und geliefert bekommen – bis nach Hause oder ins Büro

Stellen Sie sich und das Startup Wolt doch kurz unseren Lesern vor!

Sehr gerne! Mein Name ist Miki Kuusi und ich bin Mitgründer und CEO von Wolt. Wolt ist ein Technologieunternehmen aus Finnland – ganz im Norden von Europa. Wir machen es viel einfacher, großartiges Essen zu entdecken und geliefert zu bekommen – bis nach Hause oder ins Büro. Und wir haben einen Service entwickelt, der Ihnen köstliche Speisen liefert und so den Stress des Kochens vermeidet. Wir helfen Ihnen also, kulinarische Highlights zu genießen – egal an welchem Ort. Dadurch machen wir jede Stadt, in der wir aktiv sind, zu einem lebenswerteren Ort. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich komme aus dem Bereich der Start-ups und des Unternehmertums, daher war es vielleicht ein natürlicher und logischer Schritt für mich, Gründer zu werden. Bevor ich Wolt gegründet habe, war ich CEO von Slush, einer der größten Technologiekonferenzen der Welt. Ich hatte schon immer eine Leidenschaft dafür, Dinge zu entwickeln und mit Technologien zu arbeiten, die die Welt gestalten.

Die Idee für Wolt entstand 2011, als ich einige Zeit im Silicon Valley verbrachte. Dort habe ich einen ersten Eindruck von lokalen Diensten bekommen, bei denen es möglich war, sich über das Mobiltelefon fahren zu lassen. Gemeinsam – mit meinen 5 anderen Mitgründern – haben wir verstanden, dass die Welt in diese Richtung geht – zunehmende Digitalisierung durch das mobile Internet, das Aufkommen von Plattformen und extreme Verbraucherfreundlichkeit.

Im Jahr 2014 haben wir begonnen mit Wolt zu arbeiten, als ich von Slush wegging. In den darauffolgenden 12 Monaten haben wir dann das Unternehmen aufgebaut. Unser Service ging erstmals im Frühjahr 2015 in Helsinki an den Start. Danach haben wir unser Geschäft von Finnland aus auf inzwischen über 80 Städte in 23 Ländern ausgeweitet.

Welche Vision steckt hinter Wolt?

Wir wollen die Leute glücklicher zu machen: Glücklichere Restaurants, die mehr Kunden haben und mehr Leute einstellen können. Glücklichere Lieferanten, die mit uns eine flexible Möglichkeit haben, Geld zu verdienen. Glücklichere Kunden, die eine größere und vielfältigere Auswahl an großartigem Essen haben, egal wann und wo – und dabei auch noch Zeit sparen. Man könnte sagen, unsere Mission ist es, Städte zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Um genauer zu sein, wollen wir jede Stadt, in der wir aktiv sind, besser machen. Unser Unternehmensziel geht nämlich weit über die Erstellung einer „Bestell„App“ hinaus. Warum? Weil wir eine ganz neue Infrastruktur schaffen möchten. Wir bauen eine Verbindung zwischen Restaurants, Lieferanten und Kunden auf.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben Wolt vor 6 Jahren gegründet, und unsere ersten Lieferungen gingen vor 5 Jahren raus. Am Anfang war es wirklich schwierig für uns, in die ersten neuen Märkte außerhalb Finnlands zu expandieren. Diese Länder waren Schweden, Estland und Dänemark. Aber wir haben es geschafft, dort zu starten und unsere ersten Kunden zu gewinnen. Wir sind nach wie vor in diesen Ländern tätig, und diese Erfahrungen waren grundlegend dafür, wie wir heute unsere Wachstumsstrategie angehen. Der Markteintritt in Deutschland zum Beispiel verlief wesentlich reibungsloser als in den ersten Ländern, da wir nun über eine 5-jährige Erfahrung verfügen.

Auch in den nächsten Jahren wollen wir weiterwachsen und Personal aufstocken. Aber natürlich nur so, dass unsere Unternehmenskultur keinen Schaden nimmt. Aktuell beschäftigen wir rund 1200 Mitarbeitern und arbeiten hart daran, dass sich alle als Teil desselben „Wolt“- Unternehmens fühlen.

Beim Thema Finanzierung, haben wir zusätzlich zu den anfänglichen Seed- und Angel-Investitionen vier Finanzierungsrunden abgeschlossen. Insgesamt haben wir 258 Millionen Euro von Top-VCs aus der ganzen Welt erworben. Wir sind sehr froh, dass so viele erstklassige Unternehmen uns und unserer Art das Geschäft aufzubauen, großes Vertrauen entgegengebracht haben. Wir machen zwar noch immer Verluste, aber wir sind auf dem Weg zur Rentabilität, insbesondere in unseren älteren Märkten. 

Wer ist die Zielgruppe von Wolt?

Jeder, der Lust auf gutes Essen in heimischer Umgebung hat.

Wie funktioniert Wolt? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir kommen aus Finnland. Hier haben wir unser Geschäft auch gestartet: Helsinki, eine kleine Stadt mit einer geringen Einwohnerzahl, aber einer breit verteilten Stadtfläche und oft schlechtem Wetter. Darüber hinaus hatte Helsinki als Stadt noch keine richtige Lieferkultur für Essen. Helsinki ist oder war daher wahrscheinlich eine der schwierigsten Städte in Europa, um einen Essenslieferdienst aufzubauen. Daher mussten wir vom allerersten Tag an unser Geschäft anders aufbauen – in kleinen Schritten, mit enormer Effizienz und mit einem nicht nachlassenden Fokus auf die Verwendung von innovativen Technologien. Unsere nordische Herkunft und der Mangel eines großen Binnenmarktes hat uns dabei geholfen, drei Faktoren beim Aufbau unseres Geschäfts zu priorisieren – Effizienz, Technologie und Kundenerfahrung – die heute unsere Arbeitsweise bestimmen. Auf dieser Basis ist die Firma seit 2014 stark und stetig gewachsen. 

Konkret bedeutet dies, dass wir eine Technologie zur Optimierung der Logistik aufbauen, damit wir nicht nur während der Stoßzeiten, sondern auch während der Randzeiten zuverlässig und rentabel arbeiten können. Es bedeutet Dinge wie das Verknüpfen von Lieferungen („Bundling“), bei dem anstelle eines Kuriers, der von einem Restaurant zu einem Kunden geht, dieser Kurier Lebensmittel von 3 nahegelegenen Restaurants abholt und an 3 Kunden im gleichen Gebäude oder in der gleichen Nachbarschaft liefert.

Ein weiterer Aspekt ist, unser Umgang mit dem Kundenservice.

Wir stellen in allen Ländern, in denen wir tätig sind, ein Team von lokalen Kundendienstmitarbeitern ein, so dass wir in der Lage sind, auf Nachrichten von Kunden, Restaurants oder Kurieren in durchschnittlich weniger als 1 Minute zu reagieren. Und damit meinen wir echte Antworten von echten Menschen in der jeweiligen Landessprache – nicht von Robotern. Dies ist auch ein Grund dafür, warum wir im App Store mit 4,8 von5 und in Google Play mit 4,7 von 5 die höchsten Bewertungen bei der Lieferung von Lebensmitteln erzielen.  

Letzten Endes ist es unsere Aufgabe, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen, das drei Parteien in ausgewogener Weise verbindet: den Kunden, das Restaurant und den Kurier. Das bedeutet, dass wir dafür sorgen müssen, dass der Kunde sein Essen schnell genug zu einem vernünftigen Preis erhält, dass das Restaurant durch uns ein bedeutendes Einkommen erzielt und dass die Kuriere genügend Lieferungen mit ausreichend hohen Einnahmen haben. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Als der Ausbruch von COVID-19 begann, haben wir frühzeitig eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter zu schützen: Wir haben alle Mitarbeiter ins Home-Office geschickt (einschließlich des Kundensupports), den menschlichen Kontakt mit unserem kontaktlosen Lieferverfahren minimiert, ein Kurier-Unterstützungsprogramm gestartet und Richtlinien für alle Beteiligten bezüglich Hygiene und Sicherheit festgelegt. Obwohl die Einschränkungen (teilweise) aufgehoben wurden, haben wir die kontaktlose Lieferung als Standardoption beibehalten und legen weiterhin Wert auf soziale Distanzierung und besonders hohe Hygienestandards. Zusätzlich zu unseren direkten gesundheitsbezogenen Maßnahmen haben wir in vielen unserer Märkte Unterstützungsprogramme eingeführt, um Restaurants, die von den Sperrmaßnahmen stark betroffen waren, bei der Überwindung der Krise zu helfen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Menschen zeigen in der Krise ihren wahren Charakter. Das gilt auch für Unternehmen: Verstehen Unternehmen die Krise? Können sie sich schnell auf die veränderte Situation einstellen, Alternativ- und Bewältigungsstrategien entwickeln? Und was lernen sie aus der Krise? Unternehmerisches Handeln ist eine ständige Herausforderung. Insofern bietet jede Krise die Chance, eingefahrene Wege zu verlassen und neue Lösungen zu erarbeiten. Ganz konkret hat die Corona-Pandemie zu einem großen Digitalisierungsschub weltweit geführt, auch in den Ländern, die bislang eher zögerlich waren. 

Für uns bedeutete Covid-19, die Arbeit an der Erschließung neuer Vertikalmärkte für Wolt zu beschleunigen. Da die Menschen in der Krisenzeit zu Hause bleiben mussten, haben wir schnell angefangen unseren Wolt Service um Lebensmittel und andere Einzelhändler zu erweitern.

Wir hatten bereits über diesen Entwicklungsschritt nachgedacht und erwogen, dies in Zukunft auszuprobieren, aber es war klar, dass die Menschen Lebensmittel schnell geliefert bekommen mussten, und so haben wir die Entwicklung enorm beschleunigt, um der Kundennachfrage nachzukommen. Deshalb stellten wir im Februar einen Leiter für den Bereich Einzelhandel ein und arbeiten aktuell mit 400 Veranstaltungsorten in 18 Ländern zusammen. Der Bereich ist vielversprechend für uns, und wir sind gespannt, wie sich der Einzelhandel entwickelt. Dies ist etwas, dass wir auch in Deutschland zukünftig in Betracht ziehen.

Wolt, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Es gibt nicht viele erfolgreiche Technologieunternehmen im Lebensmittelsektor, die aus Europa kommen, und wir wollen ein nachhaltiges Technologieunternehmen aufbauen, das langfristig Bestand hat. Letztendlich geht es bei jedem Unternehmen darum, ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Fokus. Gerade in der Anfangsphase ist es unglaublich wichtig, sich auf das eigene Geschäftsmodell zu konzentrieren und sich eine eigene Nische zu suchen. Gleichzeitig ist es wichtig, das richtige Produkt oder die richtige Dienstleistung für den Kunden zu entwickeln. Letztendlich bedeutet Fokussierung auch, Nein sagen zu können, um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren.

Scheitern akzeptieren und weiter machen. Scheitern ist Teil des Prozesses bei der Gründung eines Start-Ups. Es ist wichtig, eine Kultur aufzubauen, die schnelles Ausprobieren und Scheitern akzeptiert und auch fördert. Ebenso wichtig ist es, aus diesen Misserfolgen zu lernen, um nicht dieselben Fehler zu wiederholen, und dann einfach weiterzumachen.

Priorität liegt auf dem Kundenerlebnis. Wenn ein Unternehmen nicht die Einstellung hat, dass der Kunde an erster Stelle steht, ist es praktisch unmöglich, erfolgreich zu sein. Denken Sie also in allen Bereichen des Unternehmens immer an Ihre Kunden.  

Wir bedanken uns bei Miki Kuusi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Zufriedene Kunden sind das A und O

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mute-labs schallisolierte Telefonboxen

mute-labs schallisolierte Telefonboxen, die sich auch Startups leisten können

Stellen Sie sich und das Startup mute-labs doch kurz unseren Lesern vor!

Conradin: mute-labs ist ein Berliner Startup, das schallisolierte Telefonboxen produziert, die sich auch Startups leisten können.

Wie ist die Idee zu mute-labs entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?

Conradin: Die Idee kam mir, als ich für mein letztes Startup nach Telefonboxen suchte, damit ich nicht mehr im Regen im Hinterhof telefonieren muss, wenn kein Meetingraum frei war. Bei der Recherche stellte ich fest, dass es zwar jede Menge Anbieter für schallisolierte Telefonboxen gab. Aber die günstigste Option kostete 6.500€ – für ein Startup definitiv zu viel. In Gesprächen mit befreundeten Gründern stellte ich fest, dass viele andere auf genau das gleiche Problem gestoßen waren. Also entschied er sich eine eigene Telefonkabine zu entwickeln. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Conradin: Mit Abstand die größte Herausforderung war es anfangs nur mit einer guten Idee im Schlepptau einen Hersteller zu gewinnen, der große Volumina in Serie herstellen kann und bereit ist mit mir – in diesem Bereich damals ein absoluter Nobody – zusammenzuarbeiten. Das hat lange gedauert und ich habe sehr viele Absagen kassiert, bevor wir einen Partner gefunden haben. Der freut sich allerdings jetzt, denn wir machen inzwischen ernstzunehmende Volumina. Wir haben komplett gebootstrapped. Ich habe das Geld, was ich aus dem Verkauf meines letzten Startups (kein großer Exit) komplett wieder in mute-labs investiert. Darüber hinaus konnten wir einige Fördergelder gewinnen.

Wer ist die Zielgruppe von mute-labs?

Conradin: Anfänglich war die Zielgruppe ganz klar: Startups, die auf Kosten achten. Inzwischen haben wir gemerkt, dass wir mit unserem Produkt (bald wird es weitere geben) durchaus auch für größere Konzerne interessant sind. Zu unsereren Kunden zählen inzwischen neben kleinen und großen Startups wie N26, Deivery Hero und Hello Fresh auch viele Großunternehmen wie Strategieberatungen, Automobilhersteller, Energieunternehmen, Pharmakonzerne, u.v.m.

Wie funktioniert Eure Telefonbox?

Conradin: Recht einfach: Man geht rein, schließt hinter sich dir Tür und hat seine Ruhe für wichtige Calls oder konzentriertes Arbeiten. Über einen integrierten Präsenzmelder schalten sich Licht und Lüftung automatisch an, sodass man auch bei längeren Gesprächen ausreichend frische Luft hat für klare Gedanken hat. Wer Telefonboxen aufstellt, schafft schlicht zusätzliche Meetingraumkapazitäten.

mute-labs schallisolierte Telefonboxen

Wie ist das Feedback?

Conradin: Bisher sehr positiv. Am Anfang hatten wir allerdings eine zu schwache Lüftung verbaut. Da haben sich ein paar Kunden (zu Recht) beschwert, dass es in der Kabine stickig wird. Zu allem Überfluss war es Julia ls wir glaunched haben und die Temperaturen lagen deutlich über 30°C. Darauf hin haben wir in knapp 100 Kabinen die Deckenelemente mit der Belüftung ausgetauscht. Das war teures Lehrgeld. Aber für uns war klar: Wir wollen eine Marke aufbauen und da ist das allerwichtigste, dass die Kunden zufrieden sind. Die Kunden waren sehr überrascht, als wir von uns aus auf sie zukamen und die Lüfter austauschten. Aber genau darum geht es uns: Positiv überraschen!

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Conradin: In 5 Jahren wollen wir der führende Anbieter von “Affordable Office Acoustics” in Europa sein. Das heißt, wir wollen sowohl weitere regionale Märkte erschließen als auch neue Produkte entwickeln. Das erste neue Produkt ist eine 4-Personen Meetingkabine. Die ist schon fertig und der Launch steht unmittelbar bevor.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Bleibt bescheiden und kostenbewusst. Wer früh Funding bekommt, ist schnell verleitet, primär an Wachstum zu denken und die Kosten aus den Augen zu verlieren. Das kriegt man später – wenn es um Profitabilität geht – nur schwer wieder eingefangen.

Zufriedene Kunden sind das A und O und ein paar echte “Fans” sind unschätzbar wertvoll. Bei meinem letzten Startup habe ich eingehende Bestellungen (wenn Sie in Berlin waren) trotz eines Warenwertes von unter 50€ sofort selbst verpackt und mit dem Fahrrad innerhalb von 2 Stunden an die Haustür geliefert. Natürlich macht das unter Skalierungsgesichtspunkten keinen Sinn. Aber den Kunden fällt die Kinnlade runter, wenn Du nach 2 Stunden an der Tür klingelst und das Paket ablieferst. Und Word of Mouth ist eben nach wie vor der beste und billigste Marketingkanal. Auch heute fahre ich noch selbst zu Kunden und lege selbst Hand an, wenn es ein Problem gibt.

Denkt im Funding in alle Richtungen. Ich habe zweimal gegründet und zweimal gebootstrapped. Ich habe eigenes Geld investiert und verschiedene Fördergelder beantragt und bekommen. Da gibt es viel mehr, als viele wissen und die Beantragung war viel einfacher, als ich erwartet hätte. Von vielen Gründern höre ich mit einer gewissen Überheblichkeit, dass die Beantragung von Fördergeldern zu zeitintensiv und stressig und Venture Funding so leicht zu bekommen ist. Zweiteres stimmte zumindest vor Corona, aber wenn man es schafft, unabhängig zu bleiben, dann ist das schon ziemlich angenehm.

Wir bedanken uns bei Conradin Castell für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Fokus und Leidensfähigkeit

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evhcle stationäre E-Mobilitätslösungen für Hotels, Serviced Apartments

evhcle stationäre E-Mobilitätslösungen für Hotels, Serviced Apartments und urbane Wohnquartiere

Stellen Sie sich und das Startup evhcle doch kurz unseren Lesern vor!

Mit evhcle bieten wir stationäre E-Mobilitätslösungen (E-Fahrzeuge und Ladestationen) für Hotels, Serviced Apartments und urbane Wohnquartiere, sodass deren Gästen und Bewohner flexibel mobil sind. Das funktioniert ganz einfach über unsere Smartphone App (evhcle).

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Christoph arbeitet seit mehreren Jahren in der E-Mobilitätsbranche und dabei vor allem im Bereich Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Dabei fiel ihm immer wieder auf, dass es für die Mobilitätswende und den Aufbau von Ladestationen keine ganzheitlichen Konzepte gab, diese aber dringend nötig sind. Für Laien wie Hotels ist es sehr schwer hier einzusteigen. Aus dieser Motivation heraus wurde evhcle im August 2019 gegründet.

Welche Vision steckt hinter evhcle?

E-Mobilität dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Über die Zeit haben wir einige Anpassungen vorgenommen um unser Angebot noch zielgerichteter zu adressieren. Vom Grundkonzept hat sich nicht viel geändert. Aber die Art wie, wo, was, usw. wird tagtäglich auf den Prüfstand gestellt, um unseren Service kontinuierlich zu verbessern.

Wir finanzieren uns bislang selbst: Bootstrapping

Wer ist die Zielgruppe von evhcle?

Wir bieten unsere Mobilitätslösungen Hotels, Serviced Apartments und urbanen Wohnquartieren an, deren Gäste und Bewohner es nutzen.

Wie funktioniert evhcle? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir sind einer der wenigen stationären Sharing Anbieter am Markt mit einer rein elektrisch betriebenen Fahrzeugflotte und eigenen Ladestationen. Sodass die Fahrzeuge direkt am jeweiligen Standort geladen werden können. Betreiber von Hotels, Serviced Apartments und urbanen Quartieren scheitern beim Aufbau neuer Mobilitätsangebote oft an der Komplexität: Es gibt viele Anbieter für Soft- und Hardware und bei der Wartung sind viele Handwerksbetriebe noch überfordert. Wir bündeln mit unserer Plattform die Anforderungen für Betreiber von Hotels, Serviced Apartments und urbane Quartieren rund um Shared- und Electro-Mobility. So bringen wir mit evhcle schnell, einfach und nachhaltig E-Mobilität dorthin, wo sie gebraucht wird.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Tatsächlich war das für uns keine große Umstellung. Christoph und ich arbeiteten von Anfang an dezentral und trafen uns gelegentlich in unserem “Coffice”, der Loretta Cafèbar in München. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen? Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir sehen in Gesprächen mit urbanen Quartieren und Hotels, dass das Thema Mobilität auch bei deren Kunden stärker nachgefragt wird. Die ganze Bewegung rund um Pop-Up Fahrradwege belebt diesen Trend. Menchen wollen nicht mehr dicht gedrängt in den öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt fahren. Da bietet evhcle eine super Alternative. So können sich Gäste flexible und individuell fortbewegen ohne gleich in ein neues Fortbewegungsmittel zu investieren

evhcle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In den nächsten 24 Monaten wollen wir mit 100 Standorten deutschlandweit durchstarten und unser Business Modell validieren und stabilisieren. Darüber hinaus sehen wir in den nächsten 10 Jahren das Potential bei über 1.000 Standorten Europaweit. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Fokus
  2. Kundengespräche
  3. Leidensfähigkeit

Wir bedanken uns bei Christoph Ulusoy für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Unser Start-Up ist unsexy

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JL-Clean Heimtextilreiniger

JL-Clean kombiniert professionelle Heimtextilreiniger und moderne IT-Infrastrukturen

Stellen Sie sich und das Startup JL-Clean doch kurz unseren Lesern vor!

JL-Clean ist ein Technologieunternehmen, das professionelle Heimtextilreiniger und moderne IT-Infrastrukturen kombiniert. Unsere Mission ist es, unseren Kunden eine bequeme Beauftragung der verlässlichsten Fachbetrieben zu ermöglichen und somit den besten Service mit der besten Reinigungsqualität zu verbinden. Die Vorteile unsere Kunden kurz zusammengefasst:

24/7 erreichbar

Kunden können rund um die Uhr über unser einfaches und übersichtliches Anfrageformular auf unserer Webseite einen Termin vereinbaren. Besondere Wünsche oder Nachfragen können Sie dort ebenfalls vermerken. 

Unser Anspruch: Beste Qualität

Mit uns vermeiden Kunden schwarze Schafe der Reinigungsbranche und arbeiten zu 100% mit echten Reinigungsprofis. Dabei kooperieren wir verstärkt mit Mitgliedern des Deutschen Textilreinigungsverbands (DTV) und dem Arbeitskreis Teppichwäscher (ATW), um höchstmögliche Standards zu garantieren.

Transparente Preisgestaltung ohne versteckte Kosten

Mithilfe unseres Preisrechners wissen unsere Kunden bereits vorher, was es nachher kostet. Profitieren Sie von transparenten und nachvollziehbaren Preisen ohne versteckte Kosten oder Vertragsklauseln.

Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr

Für jeden Auftrag lassen wir einen Baum pflanzen, um die Umweltkosten, die bei unserer Arbeit entstehen, umzukehren. So ist jeder Auftrag bei uns sogar positiv für das Klima!

Abholung bei unseren Kunden Zuhause

Unsere Partner holen die Teppiche bei den Kunden an der Haustür ab. Bei der Anfrage können Sie sich einen Termin – auf Basis der Touren – aussuchen. Auf Wunsch meldet sich der Fahrer telefonisch vor der Ankunft bei unseren Kunden und sie bekommen am Tag vor der Abholung auch noch eine kurze Reminder-SMS.

Wir das sind Luca und ich, Janis sind seit dem Studium befreundet und haben zusammen JL-Clean gegründet. Das ist eine Plattform für Heimtextilreinigung. Anscheinend war schon in unserer Kindheit klar, dass es mal in Richtung gründen gehen wird. Luca hat seine Zielstrebigkeit schon mit 2 Jahren bewiesen, als er bei jeder Gelegenheit versucht hat seinen Eltern auszubüchsen um sich selbstständig auf den Weg zu seinen Zielen zu machen (damals hauptsächlich der Zuckerwattestand auf dem Jahrmarkt).

Das hat ihn früher wohl selten zum Ziel gebracht weil seine Eltern ihn da knallhart sabotiert haben. Bei Janis war das eher andersherum: Während er mit 13 an den Wochenenden lieber um die Häuser gezogen wäre schickten ihn seine Eltern in die Schülerakademie für junge Unternehmer. Dort plante er jeden zweiten Samstag im Monat ein Unternehmen für Yacht-Vermietung. Heute führen wir zusammen das Start-Up JL-Clean und sind ein richtig gutes Team.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Aus Neugier, Optimismus, Drive und damit wir eine gute Ausrede haben mehr Zeit miteinander zu verbringen. 

Welche Vision steckt hinter JL-Clean?

Eine Teppichreinigung zu vereinbaren sollte so einfach sein, wie Pizza bestellen! Der Welt wird immer bewusster, dass Resourcen endlich sind. Wir müssen also umdenken und weniger konsumieren und das, was wir haben besser pflegen. Genauso wie Fast-Fashion, ist auch Fast-Furniture ein riesen Problem. Mit den ständig wechselnden Wohntrends von Shabby-Chic bis minimalist und super günstigen Angeboten in den großen Möbelhäusern, ist es leicht sich alle paar Jahre neu einzurichten. Billig-Teppiche aus Synthetikfasern, die am Anfang so weich und flauschig waren, sehen nach einem halben Jahr schon nicht mehr gut aus und sind schnell “plattgelaufen”. Klar, dass der Teppich bei erster Gelegenheit ersetzt wird. Der alte Teppich landet dann auf der Mülldeponie, teilweise nur schwierig biologisch abbaubar.

Gute Teppiche, das heißt Teppiche aus natürlichen Fasern wie Wolle oder Baumwolle, können viele Generationen lang schön bleiben. Wenn man die Teppiche alle 3-5 Jahre reinigen lässt, macht das die Teppiche nicht nur sauberer, sondern auch haltbarer, weil die Fasern gepflegt werden.

Im Moment ist es ein ziemlicher Hustle seinen Teppich zu reinigen.

Die meisten schleppen den Teppich selbst zusammengerollt zur Reinigung. Das ist nicht nur anstrengend sondern sondern auch zeitlich muss man das erstmal einplanen. Das ist alte Problem mit den Öffnungszeiten. Wir wissen das alle: So eine Aufgabe schieben wir gerne mal vor uns her. Dann bestellen die Nachbarn irgendwann Sperrmüll und wir sind versucht den Teppich einfach mit raus zu stellen.

Um das zu vermeiden und mehr Bewusstsein für den Wert von dem was wir schon haben zu steigern, macht unsere Plattform das Bestellen so leicht wie möglich. Wir haben schon die besten Teppichreiniger in Deutschland ausgesucht und die Abholrouten hinterlegt. Kunden müssen also nur noch ihre Postleitzahl eingeben und können dann wählen wann der Teppich geholt und zurückgebracht werden soll.   Die Preisstruktur ist super transparent: Zuerst wählt man die Teppichart aus (keine Angst, dafür muss man kein Experte sein) und gibt Länge und Breite an – Voila: Der Preis steht. Da gibt es keinen Grund mehr zu prokrastinieren!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Classic: Die Idee entstand in meiner Küche am Reisbrett. Wir wussten, dass wir gerne gründen wollten und haben verschiedene Geschäftsideen nach selbstbestimmten Kriterien gerankt. Ein dabei nicht unwesentlicher Faktor war die „unsexiness des Geschäfts“ – nicht zu verwechseln mit unsexiness des Geschäftsmodells.

Lucas These war, dass je unsexier das Business, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit unserem digital know-how unterstützen und andere mit Start-Up-Fieber das nicht schon gemacht haben. Und genauso ist es auch: Die Heimtextilreinigungsbranche ist bisher nur halbherzig digitalisiert worden. Für einzelne Firmen ist es zu teuer ein digitales Angebot selbst auf die Beine zu stellen und bisher hatte es noch niemand geschafft, sich so auf die Branchenspezifika einzustellen, dass eine Zusammenarbeit wirklich Sinn ergibt.

Als wir das recherchiert hatten, haben wir unsere eigene Website aufgesetzt und die ersten Heimtextilreinigungen angesprochen. Wir haben Sie vor Ort besucht uns die Waschstraßen zeigen lassen und besprochen wie man zusammenarbeiten könnte.

Unser erster Partner – die Firma Runte Teppichreinigung aus unserer Heimatregion – hat uns das Vorschussvertrauen gegeben das nötig war, um unsere Lösung zu entwickeln.

Das war unser Start, der uns dann auch viele Türen geöffnet hat. Thomas Runte ist neben seiner Geschäftsführertätigkeit auch noch Vorsitzender des Arbeitskreises der Teppichreiniger und konnte uns so viel Türen zu professionellen Teppichreinigern in ganz Deutschland geöffnet. Wir sind extrem dankbar, wie wir von der Branche aufgenommen wurden und es macht uns sehr viel Spaß mit unseren Partnern Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Eine der größten Herausforderung war mit Sicherheit die Series A bei der wir zwischenzeitlich dachten Corona macht uns ein Strich durch die Rechnung. Wir haben Anfang März angefangen mit potentiellen Investoren zu sprechen. Es lief echt gut, wir haben viel positives Feedback bekommen und waren siegessicher. Dann brachen die Aktienmärkte ein, die Welt war plötzlich im Lockdown und viele Leute hatten gerade viel Geld verloren. Niemand konnte abschätzen wie sich die Wirtschaft davon erholt. Eine Zeit in der man viel über V, L, W Erholungskurven gelernt hat.

Wir mussten unsere Ungeduld erstmal zügeln und sind aktiv auf die potentiellen Investoren zugegangen um zu besprechen, dass wir selbst es für das beste halten erstmal abzuwarten. Nach ein paar Wochen, in denen klar wurde wie gut Deutschland mit der krassen Umstellung des Lockdowns klarkommt konnten wir die Gespräche dann zum Glück weiterführen. Im Nachhinein war es der richtige Ansatz nicht zu versuchen die Finanzierung zu pushen sondern von uns aus zu sagen, wir müssen jetzt erstmal abwarten wie es weitergeht. Wir haben von einigen Investoren das direkte Feedback bekommen, dass dieser Ansatz uns zusätzliches Vertrauen eingebracht hat. Nun da alles in trockenen Tüchern ist, freuen wir uns auf den weiteren Ausbau der Plattform. Wir möchten uns ausdrücklich bei unseren Investoren bedanken, von denen einige uns auch Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wer ist die Zielgruppe von JL-Clean?

Mit JL-Clean sprechen wir die Generation an, die online zu Hause ist. Es gibt eine natürlich Nachfrage nach Heimtextilreinigungsservice: Durch unsere lokalen Stadtseiten ranken wir mit unserer Plattform stark für viele große Städte und erreichen unsere Kunden ohne direkte Marketingausgaben.

Parallel sprechen wir potentielle Kundengruppen über die Zusammenarbeit mit beliebten Blogs an und erhöhen so die Aufmerksamkeit für diese Dienstleistung. Typische Zielgruppen sind online-affine Menschen mit hohem Hygienebewusstsein, Stauballergien, Haustierbesitzer und junge Eltern.

Unser Ziel ist es mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Teppiche auch ohne offensichtliche Flecken immer mal gereinigt werden müssen. Nur mit Staubsaugen kommt man auf die Dauer nicht so weit, weil ich Staub, Schimmelsporen und Allergene zu tief im Teppich festsetzen. Saubere Teppiche können ne Menge: Sie regulieren, die Raumfeuchtigkeit, säubern die Luft, dämpfen Geräusche, dämmen und sehen ganz nebenher noch gut aus.

Wie funktioniert JL-Clean? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Kunden können bei uns 24/7 eine Teppichreinigung bestellen, sich über unseren Rechner kinderleicht über die Kosten informieren und einen Termin zur Abholung sowie Rückgabe vereinbaren. Sie erhalten vor Ankunft des Teppichreinigers eine SMS, damit als Vorwarnung. Die Verknüpfung von einer Bestellung in einer Minute bei den von uns vorausgewählt professionellsten Reinigern des Landes ist einmalig. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Corona hat auf die Heimtextilreinigerbranche am Anfang einen hohen Impact. Einige unserer Partner mussten Kurzarbeit anmelden und haben auch ihre Touren umgestellt. Darauf mussten wir natürlich reagieren. Doch jetzt wo viele Leute zu Hause bleiben, nicht in den Urlaub fahren und Hygienebewusster sind sieht man langsam aber sicher auch einen gegenläufigen Effekt. Wir sind im Aufbau unserer Plattform und erwarten keine langfristige Veränderung in der Nachfrage, deswegen geben wir unverändert Vollgas.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Letztlich hat Corona kaum dauerhaften Einfluss auf uns. Als Online-Service mit Abholungen die auch gut kontaktlos funktioniert, konnte JL-Clean während der Krisenzeit weiterarbeiten. Wir haben einige Leute die uns helfen die Seiten hochzuziehen und Content für den Blog zu produzieren, das haben wir auch schon vorher remote gemacht und somit war Home-Office auch hier kein Problem.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Wir werden alle ein Stück weit Hygienebewusster, das wird allen Reinigungsbranchen helfen – auch den Heimtextilreinigern und damit uns. Außerdem sind die meisten mehr online und gewöhnen sich daran Services im Internet zu bestellen.

JL-Clean, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren haben wir sowohl Polster- als auch Teppichreinigung in der gesamten DACH Region digitalisiert und uns als Marke etabliert. Wir arbeiten mit unseren Partnern weiter daran, den Kunden zusätzliche Artverwandte Services zu bieten, die bisher noch nicht digitalisiert wurden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Wenn ihr sagt, ihr habt noch nicht gegründet, weil euch die Idee fehlt ist das eine Ausrede. 

Seid euch über die geringen Erfolgschancen bewusst und beantwortet euch ehrlich selbst die Frage, ob ihr bereit seid viel von eurer Freizeit zu opfern und 7 Tage die Woche zu arbeiten.

Macht es nicht, weil Start-ups und Gründer gehypt sind. 

Wir bedanken uns bei Janis Curtius und Luca Bös für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sucht nach den Pain Points eurer Kunden

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johannes diem mahle

Johannes Diem, MAHLE, Corporate Innovation Partner in der Gründermotor Meisterklasse im Interview

Stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor!

Johannes Diem: Der MAHLE Konzern ist einer der international größten Entwicklungspartner und Zulieferer in der Automobilindustrie.  Unsere Komponenten sind weltweit in jedem zweiten Fahrzeug verbaut. Ich selbst bin vor 15  Jahre bei MAHLE als Entwicklungsingenieur eingestiegen und bin mittlerweile seit sechs Jahren in der zentralen Unternehmensplanung im Team Corporate Innovation. Im Team sehen wir uns als interne Dienstleister, um Innovationsaktivitäten innerhalb des Konzerns anzustoßen. So bin ich für die Kooperation mit externen Start-ups – unser MAHLE Piloting Programm- sowie für die strategischen Venture Capital Aktivitäten verantwortlich. Darüber hinaus betreuen wir im Team unter anderem noch den MAHLE INCUBATOR. Das ist ein Programm zur Gründung von Corporate Start-ups innerhalb unseres Konzerns und mit MAHLE Mitarbeitern. 

Warum haben Sie sich entschieden, als Partner bei der Meisterklasse mitzuwirken?

Vor mittlerweile vier Jahren haben wir bereits mit Pioniergeist am ACTIVATR Programm teilgenommen, unserem Vorgängermodel zum heutigen MAHLE Incubator. Daraus ist unser erstes Corporate Start-up Retromotion (retromotion.com) – eine Online-Plattform für Oldtimer-Ersatzteile entstanden. Wir sind nach wie vor in engem Austausch mit Pioniergeist. Daher lag es für uns sehr nahe, am Gründermotor teilzunehmen und als Corporate Partner die Start-up-Szene in der Region und junge Gründer zu fördern.

Wie bewerten Sie die Startup-Szene in Baden- Württemberg?

Johannes Diem: Aus Sicht eines Unternehmens ist es sehr erfreulich, dass das Thema Start-ups und insbesondere Corporate Start-ups, also Gründungen innerhalb der Unternehmen, sich sehr positiv in Baden-Württemberg entwickelt – auch wenn das Thema noch in den Kinderschuhen steckt, beschäftigt sich mittlerweile jedes etablierte Unternehmen mit der Start-up-Welt oder macht sich bereits auf die Suche nach neuen eigenen Geschäftsfeldern. Wir im Südwesten haben die besten Voraussetzungen um Start-ups in der Industrie zu bringen und es gibt jede Menge Anwendungsfälle, vor allem in der Digitalisierung von Produkten, Services & Produktionsprozessen.

 Ich bin überzeugt, dass auch der Gründermotor ein weiterer Schritt ist, wie wir mehr Dynamik hin zu neuen, insbesondere auch digitalen Geschäftsmodellen in unseren hiesigen Unternehmen etablieren können. Unser Ziel ist es, hierbei möglichst früh an neue Technologien und Services zu kommen und diese schnell und ohne großen Aufwand auszuprobieren. Dadurch sieht man sehr schnell, ob das Start-up zu uns passt und ob das Produkt funktioniert und bei uns umsetzbar ist.

Welche Ziele hat die Meisterklasse?

Neben dem allgemeinen großen Ziel neue Unternehmen und deren Umfeld in Baden-Württemberg zu fördern, verfolgen wir bei MAHLE das Ziel  dem Management näherzubringen wie neue Startups gegründet werden und sie mit den Herausforderungen und der Arbeitsweise eines Startup zu konfrontieren. Hierzu haben wir den Gründern sechs MAHLE Management-Mentoren aus unterschiedlichen Fachbereichen, u.a. Entwicklung und Finanzen, zur Seite gestellt. Somit konnten beide Seite voneinander lernen: Die Gründer bekamen die volle Erfahrung unseren Kollegen und anders herum wurden unsere Kollegen aufgezeigt, wie mit Leidenschaft und guten Ideen neue Geschäftsmodelle aufgebaut und erprobt werden können. 

Wie bewerten Sie die Gründer in der Meisterklasse?

Johannes Diem: Der aktuelle Gründermotor war ja bereits die dritte Umsetzung des Programms. Ich denke, dass sowohl die Organisation als auch die Gründer selbst immer professioneller geworden sind. Im Austausch mit den Teams war ich immer aufs Neue fasziniert von den Geschäftsideen, dem Willen zu gründen und von der schnellen Anpassungsfähigkeit an die direkten Feedbacks aus den Interviews mit den Kunden. Es ist wieder ein Zusammentreffen von richtig guten Leuten geworden  – wenn auch dieses Mal größtenteils virtuell.

Wie sind Sie mit der Startup-Szene in Kontakt geraten?

Mit dem Wechsel aus dem Entwicklungsbereich in unsere neu gegründete Venture Capital Team war ich direkt im Dauerkontakt mit Start-ups. Wir schauen uns mittlerweile etwa 2500 Startups pro Jahr an. Ich bin nach wie vor von der Innovationskraft der Start-ups fasziniert und wir alle im Team geben alles, diese bei MAHLE einzubringen und mit unserer zu vereinen.  

Welches Unternehmen haben Sie selbst gegründet?

Ich selbst habe noch kein Start-up gegründet, bin aber mit dem Gründer unseres Corporate Startups Retromotion von Anfang an sehr viel bei Kunden gewesen und kümmere mich auch noch um die Finanzierungsrunden von Seiten MAHLE. Es ist extrem faszinierend, ein Start-up von der Idee, über die ersten Schritte und bis zu den ersten Finanzierungsrunden zu begleiten – bestimmt auch darüber hinaus, aber da kommen wir erst noch hin. 

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

In Bezug auf Kunden würde ich Folgendes empfehlen: Sucht zuerst nach den wirklichen Pain Points eurer Kunden und löst deren Problem. Es macht meist wenig Sinn eine Technologie zu verfolgen und dann darauf aufbauen ein Geschäftsmodell und Kunden zu suchen. Also Augen auf für die Probleme dieser Zeit und untermauert eure Geschäftsidee mit möglichst vielen Kundeninterviews.

Mein zweiter Tipp: Auf das Team kommt es an! Geschäftsmodelle aufzubauen ist Teamarbeit – besonders am Anfang, wenn ihr noch ein sehr kleines Team seid, zählt jeder Einzelne. Daher klärt intern im Team die zu verfolgende Grundausrichtung und insbesondere alle persönlichen Themen. Trefft klare Entscheidungen  fair & so früh wie möglich. Es wird auch so noch anstrengend genug. 

Und last but not least: Die Wahl der geeigneten Partner entscheidet mit über Erfolg oder Misserfolg. Wählt sehr bewusst eure finanziellen und/oder strategischen Partner & Investoren aus, diese werden euch von nun an lange begleiten.

Wir bedanken uns bei Johannes Diem für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ein gutes Team an seiner Seite zu haben ist das A und O

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HiveMQ

HiveMQ Vernetzung von Maschinen, Geräten und Applikationen im Industrial IoT-Bereich

Stellen Sie sich und das Start-up HiveMQ kurz unseren Lesern vor!

2012 habe ich gemeinsam mit Dominik Obermaier HiveMQ gegründet. Wir kannten uns bereits aus unserer Zeit als Werkstudenten. Damals haben wir schnell festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten können und unternehmerisch die gleichen Ideen und Ziele verfolgen. Mittlerweile sind wir absolute Spezialisten im Bereich des im IoT-Umfeld nicht mehr wegzudenkenden Kommunikationsstandards MQTT.

HiveMQ ist heute ein international erfolgreiches Start-up aus Landshut und zählt bereits jetzt zu den weltweit führenden Unternehmen für die Vernetzung von Maschinen, Geräten und Applikationen im Industrial IoT-Bereich. Von 2013 bis 2018 konnten wir unseren Umsatz um 1.200 Prozent steigern und liegen damit auf Platz sechs der schnellst wachsenden Start-ups in Deutschland. Vor kurzem wurden wir von der Zeitschrift Focus in Kooperation mit Statista zum Wachstumschampion 2020 gekürt. 2018 hat uns Deloitte in die Liste der Technology Fast 50 übernommen, eine renommierte Auszeichnung für schnell wachsende deutsche Unternehmen. Im gleichen Jahr wurden wir Teil des German Accelerator Tech Programms, das deutsche Unternehmen beim Eintritt in den US-Markt unterstützt.

Das Besonderes an HiveMQ: Unsere Plattform unterstützt Unternehmen dabei, große Mengen an Daten extrem schnell, absolut sicher und hochskalierbar zwischen angeschlossenen IoT-Geräten und der Cloud zu übertragen. Über 130 Kunden, darunter viele Fortune-500-Unternehmen, vertrauen weltweit bei der Entwicklung ihrer unternehmenskritischen Anwendungen für Predictive Maintainance-, Connected-Car- und viele weitere IoT-Lösungen auf unsere Plattform.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ein wichtiger Aspekt war es, dass ich genauso wie Dominik außerhalb der üblichen Arbeitsstrukturen arbeiten will. Bestehende Unternehmen funktionieren meist nur innerhalb eines starren Regelkostüms. Mir war sehr schnell klar, dass ich meine Energie auf keinen Fall mit Bürokratie und ineffektiven Abläufen verschwenden will. Ebenso ist es für mich und auch das gesamte Team wichtig, dass unsere Arbeit nicht als Nine-to-Five-Job verstanden wird, den man abarbeiten muss. Arbeit ist ein wichtiger Teil meines Lebens und es geht uns darum etwas zu erschaffen, dass größer ist als wir selbst. Das gelingt  mit einer modernen, flexiblen Arbeitsweise am besten; und diese wollten wir selbst gestalten können.

Welche Vision steckt hinter HiveMQ?

Unsere Welt wird immer mehr vernetzter, und wir wollen Menschen dabei unterstützen, sich in dieser vernetzten Welt zu entfalten. Unser Ziel ist es deshalb, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass sich Milliarden von Geräten reibungslos miteinander vernetzen lassen, damit Menschen von den Vorteilen der vernetzen Welt profitieren und erfolgreich in ihr leben und arbeiten können.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen, und wie haben Sie sich finanziert?

HiveMQ ist zu 100 Prozent eigenfinanziert. Wir haben 2012 mit der Produktentwicklung begonnen. Am Anfang nur in der Freizeit und nach der Arbeit, finanziert mit Hilfe von Consulting- und Implementierungsprojekten. 2014 haben wir dann beschlossen, dass wir uns auf HiveMQ konzentrieren wollen, haben aber nebenher weiterhin auch andere Projekte durchgeführt, die HiveMQ finanziert haben. Seit 2016 arbeiten wir nur noch an HiveMQ.

Eine der größten Herausforderung für jede Unternehmensgründung ist es, ein Team zusammenzustellen, das die eigene Unternehmensvision mitträgt und unterstützt. Bei uns hat diese Erkenntnis dazu geführt, dass wir 2014 unser Team überdacht und neu aufgestellt haben. Seit mittlerweile sechs Jahren sind wir jetzt ein perfekt aufeinander eingespieltes Team. Alle ziehen am gleichen Strang, und jeder kann sich zu 100 Prozent auf den anderen verlassen. 

Wer ist die Zielgruppe von HiveMQ?

Grundsätzlich ist unsere Zielgruppe groß, denn wir sprechen mit unserer Lösung branchenübergreifend alle Unternehmen an, die eine Digitalisierungsstrategie verfolgen und im großen Stil Geräte miteinander vernetzen wollen. Aktuell fokussieren wir uns insbesondere auf den Automotive-Sektor, die Logistik und den Transport sowie auf den Bereich Industrie 4.0.

Wie funktioniert HiveMQ? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unsere Lösung ist auf Datenübertragung spezialisiert und basiert auf dem Messaging-Protokoll MQTT, das sich in den letzten Jahren zum Standardprotokoll für die Maschine-zu-Maschine (M2M)-Kommunikation von Geräten und Applikationen entwickelt hat und als Schlüsseltechnologie für den gesamten IoT-Bereich gilt. Mit unserer HiveMQ-Plattform haben wir eines der ersten Produkte auf Basis von MQTT auf den Markt gebracht, das M2M-Kommunikation und Vernetzung von Geräten auf Enterprise Level leisten kann. Unsere Lösung lässt sich sowohl in Bestandssoftware integrieren als auch als Cloudservice nutzen und ermöglicht eine absolut sichere und jederzeit hochverfügbare Datenübertragung zwischen angeschlossenen Geräten und der Cloud. 

Einzigartig und zentral wichtig ist dabei die Hochverfügbarkeitsgarantie, die wir für die unterbrechungsfreie Datenübertragung geben können. Ein schönes Anwendungsbeispiel sind Connected-Car-Projekte: Autos werden immer stärker miteinander digital vernetzt und kommunizieren sowohl untereinander als auch mit der Verkehrsinfrastruktur. Digitale Dienste und Anwendungen unterstützen Autofahrer zunehmend dabei, das Fahren komfortabler, sicherer und effizienter zu gestalten. Intelligente Fahrassistenten, vorausschauende Wartung und optimiertes Flottenmanagement sind nur ein Teil der Möglichkeiten. Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind genauso wie Datensicherheit unbedingte Voraussetzung für die Akzeptanz der vernetzten Fahrzeugservices bei den Kunden. HiveMQ kann all diese Herausforderungen lösen. Unsere Plattform ermöglicht eine hochverfügbare, unterbrechungsfreie Datenübertragung sowie eine flexible Skalierbarkeit, mit der sich Daten von theoretisch Milliarden angeschlossener Devices bzw. Fahrzeugen gleichzeitig und verzögerungsfrei messen, verschicken und vernetzen lassen.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von HiveMQ im Produktionsumfeld von Smart Factories. Hier dient die Lösung z.B. als Messaging Middleware und leitet Daten der Mess-Sensoren von Maschinen weiter. Diese Daten werden analysiert und über Maschine Learning im Bereich Predictive Maintainance eingesetzt. Wird beispielsweise eine erhöhte Temperatur an einem Gerät gemessen, erhält der Controller sofort eine Warnmeldung und kann die Maschine reparieren lassen, bevor Verschleiß entsteht.

Wie ist das Feedback?

Unglaublich gut, ich glaube unsere Kundenliste spricht für sich: Wir zählen mittlerweile weit über 130 internationale Kunden – vieles davon sind international bekannte Größen wie Liberty Global, Reliance oder Acer. Auf dem deutschen Markt große deutsche Automobilhersteller wie Audi und BMW. Ebenso der Münchner Flughafen, die Telekom, Hamburg Port Authority, Siemens, ZF und viele mehr.

HiveMQ, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren international aufgestellt zu sein. Aktuell ist die Expansion auf den US-amerikanischen Markt ein großes Thema für uns. Darüber hinaus wollen wir neben unseren aktuellen Fokus-Zielgruppen Automotive, Logistik und Produktion noch mehr Branchen ansprechen als bisher. Denn generell ist unser großes Ziel, dass weltweit noch mehr Geräte miteinander vernetzt werden und unsere Kunden aus den daraus gewonnenen Daten viele Vorteile ziehen können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Ein gutes Team an seiner Seite zu haben, das ist das A&O. Gerade im Gründungsprozess ist es besonders wichtig, dass alle am gleichen Strang ziehen. D.h. man sollte vorab sorgfältig abklären, was die langfristigen Erwartungen der Teamkollegen sind und ob es ihnen eher um eine kurzfristige, gewinnbringende Aktion geht oder ob es – wie in unserem Fall – darum geht, ein Lebenswerk aufbauen zu wollen.

2. Wichtig ist es auch, sich früh verstärkt auf seine potenziellen Kunden und deren Anforderungen und Wünsche zu konzentrieren, anstatt das Produkt ohne diesen Blickwinkel intern zu entwickeln.

3. Gründer sollten das machen, was ihnen Spaß macht! Denn ein Start-up erfolgreich auf die Beine zu stellen, bedeutet unglaublich viel Arbeit und ist eine sehr große Herausforderung. Das klappt meiner Meinung nach nur, wenn man mit viel Herzblut dabei ist und Spaß an der Sache hat.

Wir bedanken uns bei Christian Götz für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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