Donnerstag, April 3, 2025
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Nur wer wagt, gewinnt

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plancraft

Plancraft unterstützt über 5000 Handwerker:innen bei der Digitalisierung ihrer Büroarbeit, indem es wesentliche Funktionen wie Rechnungsstellung und Zeiterfassung integriert

Stell dich und dein Startup Plancraft doch kurz unseren Lesern vor.

Mit Plancraft helfen wir bereits über 5000 Handwerker:innen, die Büroarbeit zu digitalisieren – mit einer App, die u.a. Rechnungen, Preiskalkulation, Baustellendokumentation oder Zeiterfassung digital vereint. Und ich bin Julian, einer von drei glücklichen Gründern.

Warum hast du dich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Um die eigene Arbeitsumgebung zu gestalten, sprich Team und Kultur. Ein aufeinander abgestimmtes Team mit grundlegend ähnlichen Werten und einem darauf ausgerichteten “Regelwerk” sorgt für jede Menge Motivation und eine unabhängig vom Erfolg starke Reise. Diese Chance finde ich mega!

Was war bei der Gründung von Plancraft die größte Herausforderung?

Zweifellos war das die Entwicklung und Implementierung von unserem ersten MVP bei einem echten Kunden. Diese Aufgabe war ein Balanceakt. Wir mussten lernen, unsere Vision eines digitalen Handwerks mit den realen Bedürfnissen des Marktes in Einklang zu bringen, während wir gleichzeitig mit begrenzten Ressourcen jonglierten. Rückblickend hat diese Herausforderungen dazu geführt, dass wir die App so leicht verständlich wie möglich gebaut haben, was heute Plancraft’s DNA ausmacht. Da ich außerdem aus dem Studium heraus gegründet habe, war auch die Doppelbelastung durchaus eine Challenge. Heute kann ich aber sagen: eine, die sich definitiv gelohnt hat.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Absolut! Der Start mit einer Idee, bevor alles perfekt ist, ist nicht nur möglich, sondern meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Perfektion ist ein bewegliches Ziel. Bis heute entwickeln wir in diesem Mantra unsere Apps weiter. Da wir im täglichen Austausch mit unseren Kund*innen stehen, können wir mit ihnen erarbeiten, was bei der Anwendung noch fehlt und so gemeinsam Innovationen vorantreiben. Das wäre direkt zu Beginn nicht möglich gewesen. Für mich ist Plancraft das perfekte Beispiel dafür, wie man mit einer klaren Vision und dem Mut, Unvollkommenheiten als Lernchancen zu sehen, stetig wachsen kann.

Welche Vision steckt hinter Plancraft?

Plancraft bringt digitales Arbeiten in jeden Handwerksbetrieb. Wir wollen nicht, dass es noch 20 Jahre dauert, bis sich das Handwerk ändert, sondern es muss jetzt passieren. Das ist unser großes Ziel und war es von Anfang an! Dazu werden wir Handwerker mit Partnern und Kunden digital vernetzen und ihnen geschäftsrelevante Daten liefern, ganz automatisiert und vor allem: für jeden verständlich.

Wer ist die Zielgruppe von Plancraft?

Die Zielgruppe von Plancraft sind Handwerksbetriebe im Bau- und Ausbaugewerbe. Unser Fokus liegt auf Unternehmen bis ca. 20 Mitarbeitenden, die im Projektgeschäft tätig sind. Man muss sich das so vorstellen: Bei kleinen Handwerksunternehmen gibt es oft keine eigenen Abteilungen, jede*r ist für alles zuständig. Daher ist es auch so wichtig, dass die Kommunikation untereinander stimmt. Besonders bei komplexen Kalkulationen, die den Großteil der raren Zeit in den Betrieben einnehmen, kann Plancraft unterstützen. So bleibt dann letztlich mehr Zeit für die wirklich wichtigen Tätigkeiten auf der Baustelle. 

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet dich von anderen Anbietern?

Als cloud-basierte Lösung ist unsere Plattform schnell einsatzbereit und erfordert minimalen Betriebsaufwand. Das unterscheidet Plancraft bereits von 90% der Lösungen, die heute im Handwerk eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass unsere Anwendung so einfach gehalten ist, dass jede:r sie versteht und nutzen kann. Das ist besonders für die komplexen Betriebsprozesse im Handwerk essenziell. Was uns außerdem abhebt, ist definitiv unsere Community mit den Handwerksbetrieben. In ganz Deutschland und Österreich verteilt stehen wir täglich in Kontakt mit unseren Kund*innen und vernetzen diese auch untereinander (beispielsweise durch eine WhatsApp-Gruppe). Auch wenn es abgedroschen klingt, aber für uns steht die Veränderung des Handwerks an oberster Stelle, weshalb unser Team auch abseits des Kerngeschäfts alles für diese Veränderung tut. 

Wo geht der Weg hin? Wo siehst du dich und Plancraft in fünf Jahren?

Als Rückgrat eines zukunftsfähigen Handwerks. Wir werden alles daran geben, Handwerkerinnen so viel Freiräume wie möglich zu schaffen, sodass Gründen unkompliziert, Betriebsführung einfach und Aufträge effizient bearbeitet sind.

Welche drei Tipps würdest du angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

„Nur wer wagt, gewinnt“: Innovation und Erfolg erfordern Mut zum Risiko.

Entglorifiziere das Gründen, bevor du es tust. Mach dir klar: Gründen ist großartig, hat aber seine Schattenseiten. Nicht jede Entscheidung wird richtig sein und Mitarbeiter und Kunden sind von den eigenen Fehlentscheidungen betroffen. 

Bereitmachen für langfristiges Engagement: mir war früh klar, dass für mich 14 Stunden Arbeitstage in einem Sprint funktionieren, aber nicht in einem Marathon, wie beim Gründen. Entwickle früh Routinen, die sowohl großes Engagement zulassen, als auch deine Gesundheit und Beziehungen schützen. 

Wir bedanken uns bei Julian Wiedenhaus für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie verändert die Blockchain-Technologie die Finanzierung von Start-ups?

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kryptowährungen

Kryptowährungen im Geschäftsalltag: Chancen und Risiken für Start-ups

In der dynamischen Welt der Finanzen haben Kryptowährungen einen festen Platz erobert, und immer mehr Unternehmen erkennen ihr Potenzial im Geschäftsalltag. Diese digitalen Währungen bieten nicht nur innovative Zahlungslösungen, sondern öffnen auch neue Pfade für Investitionen und Finanzierungen. Für Start-ups können sie eine Tür zu unerschlossenen Märkten und einer globalen Kundschaft sein.

Doch mit den Chancen kommen auch Risiken, insbesondere in Bezug auf Volatilität, rechtliche Rahmenbedingungen und technische Anforderungen. In dieser Einleitung nehmen wir die Rolle von Kryptowährungen im Geschäftsalltag von Start-ups unter die Lupe, analysieren die damit verbundenen Möglichkeiten und warnen vor potenziellen Fallstricken.

Chancen durch Kryptowährungen für Start-ups

Innovative Zahlungsmethoden

Kryptowährungen ermöglichen Transaktionen in Echtzeit, unabhängig von Landesgrenzen. Dies erleichtert Start-ups den Zugang zu internationalen Märkten. Kunden profitieren von einem vereinfachten und beschleunigten Zahlungsvorgang, was die Kundenzufriedenheit steigern kann.

Investition und Finanzierung

Durch die Nutzung von Kryptowährungen können Start-ups neue Wege in der Kapitalbeschaffung gehen. ICOs bieten eine Plattform, um eigene Projekte direkt zu finanzieren, ohne auf traditionelle Kapitalgeber angewiesen zu sein. Dies kann zu einer schnelleren und flexibleren Finanzierung führen.

Transparenz und Sicherheit

Blockchain-Technologie schafft ein hohes Maß an Transparenz und Sicherheit. Jede Transaktion wird dauerhaft in der Blockchain gespeichert, was Betrug und Fälschungen erschwert. Dies kann das Vertrauen in Geschäftsbeziehungen stärken.

Kosteneffizienz

Transaktionen mit Kryptowährungen können zu niedrigeren Gebühren führen als traditionelle Bankgeschäfte, besonders bei internationalen Zahlungen. Dies kann Start-ups helfen, Kosten zu sparen und ihre Effizienz zu steigern.

Risiken und Herausforderungen

Volatilität und Unsicherheit

Die Preise von Kryptowährungen können stark schwanken, was zu finanzieller Unsicherheit führt. Start-ups müssen Strategien entwickeln, um dieses Risiko zu managen, etwa durch sofortige Umwandlung in stabile Währungen oder durch Hedging.

Regulatorische Unsicherheiten

Die rechtliche Situation für Kryptowährungen ist weltweit uneinheitlich und einem ständigen Wandel unterworfen. Start-ups müssen sich fortlaufend über Änderungen informieren und gegebenenfalls schnell anpassen, um rechtliche Probleme zu vermeiden.

Technische Herausforderungen

Die Implementierung von Kryptowährungssystemen erfordert technisches Fachwissen und eine sichere IT-Infrastruktur. Start-ups müssen in die richtige Technologie investieren und sicherstellen, dass ihre Systeme vor Cyberangriffen geschützt sind.

Marktakzeptanz

Nicht alle Kunden und Geschäftspartner sind mit Kryptowährungen vertraut oder bereit, diese zu nutzen. Start-ups müssen daher ihre Zielgruppen genau kennen und möglicherweise in Aufklärung und Akzeptanzförderung investieren.

Risiko des Totalverlusts

Im Gegensatz zu traditionellen Währungen sind Kryptowährungen nicht staatlich abgesichert. Im Falle einer Insolvenz der verwendeten Handelsplattform oder bei Verlust der Zugangsschlüssel kann das gesamte Vermögen verloren gehen.

Skalierungsprobleme

Einige Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, haben mit Skalierungsproblemen zu kämpfen, die zu Verzögerungen und erhöhten Transaktionskosten führen können. Start-ups müssen diese Limitationen bei der Wahl der Kryptowährung berücksichtigen.

Kryptowährungen stellen für Start-ups eine spannende Gelegenheit dar, sich in der modernen Geschäftswelt zu positionieren und von den zahlreichen Vorteilen dieser digitalen Zahlungsmittel zu profitieren. Die Möglichkeit, globale Märkte mit vereinfachten, schnellen und kosteneffizienten Transaktionen zu erschließen, bietet jungen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

Zudem ermöglicht die Kapitalbeschaffung durch Kryptowährungen und ICOs eine innovative Finanzierungsquelle, die weit über die Grenzen traditioneller Methoden hinausgeht.

Die inhärente Transparenz und Sicherheit der Blockchain-Technologie, die den Kryptowährungen zugrunde liegt, kann das Vertrauen zwischen Geschäftspartnern stärken und zur Integrität des Unternehmens beitragen. Diese Aspekte sind besonders für Start-ups von Bedeutung, die sich in der Aufbauphase befinden und stabile, vertrauensvolle Beziehungen zu Kunden und Investoren aufbauen möchten.

Jedoch dürfen die mit Kryptowährungen verbundenen Risiken nicht unterschätzt werden. Die Volatilität des Marktes, die rechtlichen Unsicherheiten und die technischen Herausforderungen erfordern ein umsichtiges Management und eine fundierte strategische Planung. Start-ups müssen sich dieser Risiken bewusst sein und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um sich vor finanziellen Verlusten und rechtlichen Schwierigkeiten zu schützen.

Darüber hinaus ist die Akzeptanz und das Verständnis im Markt noch nicht flächendeckend gegeben, was eine zusätzliche Hürde für Start-ups darstellen kann. Eine klare Kommunikationsstrategie und die Förderung der Krypto-Bildung können dabei helfen, diese Barrieren zu überwinden.

Zusammenfassend bieten Kryptowährungen eine innovative Möglichkeit für Start-ups, sich in der heutigen schnelllebigen und global vernetzten Geschäftswelt zu behaupten.

Die erfolgreiche Integration dieser Technologien in das Geschäftsmodell erfordert jedoch eine ausgewogene Strategie, die sowohl die enormen Potenziale als auch die spezifischen Risiken berücksichtigt. Mit der richtigen Vorbereitung und einem tiefen Verständnis für die Materie können Start-ups die Vorteile von Krypto voll ausschöpfen und ihre Position im Markt stärken.

Foto/Quelle/ Credits: stock.adobe.com – zapp2photo

Wie eine einfache Idee eine ganze Branche auf den Kopf stellt

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ensun

ensun revolutioniert die B2B-Branche mit einer einzigartigen Suchmaschine, die Unternehmen dabei unterstützt, effizient und zielgerichtet neue Lieferanten und Technologieanbieter zu finden

Was hat Sie dazu bewegt, ensun zu gründen?

Wir haben ensun ins Leben gerufen, weil wir festgestellt haben, dass die Suche nach neuen Lieferanten und Technologieanbietern eine echte Herausforderung darstellt. Oftmals verläuft sie ineffizient und endet meistens bei Google. Entweder sind alternative Lösungen zu teuer oder bieten nicht genügend relevante Daten. Wir waren der festen Überzeugung, dass es eine Art Google für Lieferanten und Technologieanbieter geben sollte, dass jedem die Möglichkeit bietet, effizient und kostenlos zu recherchieren. Besonders in sich immer schneller entwickelnden Märkten wird Transparenz immer wichtiger.

Wie erklären Sie das Konzept der Lieferanten-Suchmaschine bei ensun?

Unser Konzept kann man sich wie eine Mischung aus Google und klassischen Marktplatzmodellen wie „Wer liefert was“ vorstellen. Unsere Systeme durchforsten öffentliche Unternehmensdaten und ordnen sie in eine intelligente Datenbank ein. Dabei sammeln wir nicht nur allgemeine Informationen über Unternehmen, sondern auch Details zu ihren Produkten, Dienstleistungen und Technologien. So bieten wir die Vielfalt von Google kombiniert mit der Struktur von etablierten Marktplätzen.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Ihrem Geschäftsmodell?

KI ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Geschäftsmodells. Schon seit unserer Gründung haben wir uns intensiv mit textbasierten Algorithmen und Webcrawlern beschäftigt. Unsere Systeme verstehen den Inhalt jedes im Internet vertretenen Unternehmens und können ihn in eigenen Worten wiedergeben. Die intelligente Analyse öffentlicher Unternehmensdaten ist daher entscheidend für unseren Erfolg. Zudem können wir durch den Einsatz von Webcrawlern alle Daten stets aktuell halten. 

Wer sind die Hauptzielgruppen von ensun und wie profitieren sie von Ihrer Plattform?

Unser Produkt richtet sich vor allem an Entwicklungsabteilungen, den Einkauf sowie die Bereiche Innovation, IT und Produktion. Diese können von unserer Plattform profitieren, indem sie effizient nach neuen Lieferanten und Partnerunternehmen suchen können, um ihren Bedarf zu decken.

Welche einzigartigen Vorteile bietet ensun im Vergleich zu anderen Anbietern?

Unser Alleinstellungsmerkmal liegt in der Spezialisierung auf die KI-basierte Lieferantensuche und der enormen Datenreichweite im Vergleich zu klassischen B2B-Marktplätzen. Durch den Zugriff auf öffentliche Daten und die automatische Verarbeitung gibt es keine Beschränkungen in der Skalierung, während die Genauigkeit der Daten erhalten bleibt.

Wie sieht der typische Prozess aus, wenn ein Unternehmen Ihre Plattform nutzt?

Die Nutzung unseres Systems ist denkbar einfach: Unternehmen geben Schlüsselwörter ein und erhalten sofort Vorschläge für potenzielle Lieferanten weltweit. Durch Filter können sie die Ergebnisse eingrenzen, eine Shortlist erstellen und so eine Auswahl treffen, welche Unternehmen für sie interessant sind. Unsere Stärke liegt dabei besonders auf der Identifizierung von relevanten Unternehmen.

Können Sie ein Beispiel geben, wie ensun eine innovative Lösung für ein Kundenproblem gefunden hat?

Wir haben Kunden bereits geholfen, strategische Beteiligungen zu finden und Partnerunternehmen für die Entwicklung von Innovationsprojekten zu identifizieren. Die Bandbreite der Anwendungsfälle ist groß und zeigt die Vielseitigkeit unseres Ansatzes. Leider müssen wir hier aber immer diskret bleiben, da es sehr oft um wettbewerbsrelevante Daten geht. Datenschutz steht bei uns an höchster Stelle. 

Welche Herausforderungen mussten Sie überwinden, um ensun zu gründen und zu entwickeln?

Eine der größten Herausforderungen bestand darin, den richtigen Produkt-Markt-Fit zu finden und uns kontinuierlich anzupassen, um unser Produkt erfolgreich auf den Markt zu bringen. Über die Jahre haben wir verschiedene Ansätze am Nutzer getestet und auch das Geschäftsmodell immer wieder verändert. Hier braucht es eine gute Kombination aus Umsatzpotential, Nutzerfreundlichkeit, Skalierbarkeit und Qualität in den Ergebnissen. 

Was sind die langfristigen Ziele und Visionen von ensun?

Unsere Vision ist es, die größte B2B-Suchmaschine für weltweite Lieferanten zu werden und insbesondere im Bereich innovativer Technologien stark zu wachsen. Dazu werden wir in den kommenden Jahren einige Marketingmaßnahmen und Entwicklungsschritte umsetzen müssen. Die ersten Schritte sind hier aber bereits erfolgreich angestoßen worden. 

Wie planen Sie, ensun in den kommenden Jahren zu skalieren und zu expandieren?

Wir streben an, in den kommenden Jahren eine globale Nutzerbasis aufzubauen und unser Branding weiter zu stärken, um ensun als führende Lieferanten-Suchmaschine zu etablieren. Dass der Markt groß ist, sehen wir bereits an den Suchanfragen, die über gängige Suchmaschinen getätigt werden. Hier wollen wir einen großen Teil von abgreifen. 

Welche Ratschläge würden Sie anderen Gründern geben, die ein Unternehmen in der Digitalisierungsbranche starten möchten?

Wir würden jedem Gründer raten, so früh wie möglich auf den Markt zu gehen und Feedback von potenziellen Kunden einzuholen. Nur so kann man den richtigen Produkt-Markt-Fit finden und aus einem Start-up ein erfolgreiches Unternehmen formen. Vor allem ein erfolgreiches Geschäftsmodell muss sich über die Jahre mitentwickeln und bleibt selten so, wie es im ersten Pitch geplant war. 

Wir bedanken uns bei Christopher Hill für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: ensun

Kontakt:

ensun GmbH
Martinshardt 19
D-57074 Siegen

https://ensun.io/de
Christopher.hill@ensun.de

Ansprechpartner: Christopher Hill

Social Media:
LinkedIn

Revolution im Kaffeegenuss

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Cup Verde

Kompostierbare, nachhaltige Kaffeekapseln – diese Idee kam der Hamburger Werbeagentur „rock&stars“ im Dezember 2019. Das Ergebnis ist die Brand „CUP VERDE“. Nachdem die Agentur ihre Kaffeemarke schrittweise zum Erfolg geführt hat, ist „CUP VERDE“ seit dem 1.1.2023 eine eigenständige Marke und Schwestergesellschaft von „rock&stars“

Warum hat sich die Agentur „rock&stars“ entschieden, eine eigene Kaffeemarke zu gründen? 

Das war so gesehen nichts Neues; unsere DNA ist und war schon immer unternehmerisch geprägt. Wir haben bereits vor „rock&stars“ die Marken „klarmobil“ und „yourfone“ gegründet und sie groß gemacht. Diese Legacy ist Teil von uns. Deswegen war es uns wichtig auch zu beweisen, dass wir auch zeigen können, wie man Marken oder Projekte ganzheitlich aufbaut. Als Agentur ist Kaffee zudem unser Lebenselixier. Da lag es natürlich nahe, unsere Ambitionen im Kaffee Business zu challengen.

Inwiefern spiegelt „CUP VERDE“ die Werte und das Engagement von „rock&stars“ in Bezug auf Nachhaltigkeit wider? 

Wir haben bei „rock&stars“ zusammen mit dem Team einen Purpose erarbeitet: „we create sustainable value”. Unser Anspruch ist es, diesen Purpose gegenüber unseren Kunden, unseren Mitarbeitern, aber auch gegenüber der Gesellschaft und Natur zu leben. Diese Werte unserer Agentur finden sich in der Positionierung von „CUP VERDE“ als nachhaltige und klimaneutrale Marke ganz klar wieder.

Welche Rolle spielt die Marke „CUP VERDE“ in der Gesamtstrategie von „rock&stars“? 

„CUP VERDE“ ist ursprünglich als Agenturprojekt gestartet. Schnell waren wir aber so erfolgreich, dass wir die Marke als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert haben und jetzt als Kunden unserer Agentur betreuen.

Wie unterscheidet sich „CUP VERDE“ von anderen Kaffeemarken auf dem Markt?  

Unsere Positionierung ruht auf drei Säulen:

Bester Geschmack: wir nutzen die besten aktuell erhältlichen Kaffees und rösten diesen in traditioneller Trommelröstung für fünfzehn Minuten. Damit unterscheiden wir uns von den meisten Anbietern, die ihren Kaffee in Industrieröstung in nur wenigen Sekunden ultrahoch erhitzen.

100% nachhaltig und klimaneutral: wir sind klimaneutral zertifiziert von Climate Partner. Unsere Kapseln sind aus 100% Naturmaterial, das TÜV-zertifiziert ist für den Heimkompost und sogar für die Ozeane.

Convenience weitergedacht: Wir engagieren und optimieren unser Geschäft immer weiter für unsere Kunden. Kaffeekapseln sind für Kunden, die Convenience wollen, ohne auf Qualität verzichten zu müssen. Daher bieten wir Big Packs an, Geschenkverpackungen und Abos. Unsere Verpackungen können auf diesem Weg auch weiterverwendet werden. 

Welchen Einfluss hat die Gründung von „CUP VERDE“ auf das Image von „rock&stars“?  

Wir hoffen ein positives!

Welche Herausforderungen musste „rock&stars“ bei der Einführung einer eigenen Produktlinie überwinden? 

„rock&stars“ ist Profi im Bereich der Markenbildung und Vermarktung. Uns ist es nicht schwergefallen den gesamten Marketingmix schnell aufzubauen und seitdem erfolgreich zu optimieren. 

Schwieriger war für uns, die Produktseite und die Logistikprozesse so aufzusetzen, dass sie unseren qualitativen Ansprüchen genügen und ins Konzept passen. Zudem ist die Finanzierung eines solchen Geschäftsmodells natürlich auch anspruchsvoll.

Wie messen Sie den Erfolg von „CUP VERDE“ im Hinblick auf Markenbekanntheit und Kundenbindung? 

Markenbekanntheit ist aktuell keine Messgröße für uns. Wir messen den Erfolg an Umsatz und Umsatzanteilen. Insbesondere bei Amazon, der einer unserer wichtigsten Vermarktungskanäle ist. Kundenbindung dagegen messen wir beispielsweise anhand der Wiederkaufrate, die bei uns extrem hoch ist. 

Wie plant „rock&stars“, die Marke „CUP VERDE“ zukünftig weiterzuentwickeln und zu positionieren? 

„CUP VERDE“ ist ein eigenständiges Unternehmen, an dessen Positionierung wir gar nicht mehr mitwirken. Grundsätzlich aber konzentrieren wir uns in diesem Jahr darauf, unser Direktgeschäft im Segment B2C und B2B zu steigern. Vor allem unsere Aktivitäten auf Amazon sollen weiter optimiert werden. 

Ein weiters, großes Vorhaben ist der Retail-Sektor. Hier wollen wir Wege finden, wie wir diesen Kanal optimal für uns nutzen können. Wir hoffen, dann im nächsten Jahr dort angreifen zu können. 

Welche Reaktionen haben Sie von Kunden und Partnern auf die Einführung von „CUP VERDE“ erhalten? 

Keine, ganz im Gegenteil sogar: Wir bekommen von allen Seiten sehr positives Feedback. 

Inwiefern dient „CUP VERDE“ als Inspirationsquelle oder Testfeld für Marketingstrategien, die „rock&stars“ für seine Kunden entwickelt? 

Für uns war „CUP VERDE“ ein sehr guter Show Case für die Entwicklung und den Aufbau einer Marke. Auch wie man Produkte erfolgreich vermarktet, konnten wir durch den Aufbau der Marke lernen. Tatsächlich sind aber alle Kunden unterschiedlich und daher sind die Erkenntnisse aus „CUP VERDE“ limitiert. Das, was hier gut geklappt hat, muss nicht überall so laufen. Umgekehrt können auch Wege und Strategien funktionieren, die für ein Produkt wie Kaffeekapseln nicht geeignet sind. 

BU: „Unser Team von „CUP VERDE“ auf der Internorga mit Marlene Droit, Andre Weidmann und Thore Meiferts.“

Wir bedanken uns bei den Gründern für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Von der Idee zum Marktführer

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nachhaltiges wachstum

Strategien für nachhaltiges Wachstum im Startup-Ökosystem

Für Startups ist es eines der wichtigsten Dinge, ein gewisses Wachstum vorzuweisen. Immerhin will das junge, noch recht kleine Unternehmen früher oder später zu den erfolgreichen Firmen in der Wirtschaft zählen. Es gibt viele Tipps, die dabei helfen, ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

Agilität im Startup

Agilität gewinnt in mehr und mehr Unternehmen an Bedeutung. Vor allem Startups sind es, die von den Methoden profitieren können. Durch die Einführung der OKR-Methode gewinnen Teams und Organisationen ein modernes und agiles Rahmenwerk hinzu, das sowohl bei der Planung als auch bei der Strategie hilft. Unternehmensziele lassen sich effizient umsetzen. Weitere agile Methoden sind Kanban, Scrum und Lean.

Kundenzufriedenheit und Kundenbindung

Ein Unternehmen – egal ob groß oder klein – kann nur durch Kunden wachsen. Immerhin muss es Personen geben, die eine Idee oder ein Konzept kaufen möchten. Aus diesem Grund ist einer der wichtigsten Tipps für ein nachhaltiges Wachstum für Startups, in die aktive Kundengewinnung zu gehen.

Es ist essenziell, bei den Kunden gut anzukommen. Ein Startup, das erfolgreich werden möchte, muss ein Produkt oder eine Dienstleistung vermarkten, für das eine Nachfrage besteht. 

Auch die Kundenzufriedenheit ist ein wichtiger Bestandteil nachhaltigen Unternehmenswachstums. Es nützt nichts, nur Produkte an den Mann zu bringen. Viel wichtiger ist es, Kunden zufriedenzustellen und der Kundenzufriedenheit Priorität zu geben. So lassen sich auch Kunden durch Mundpropaganda gewinnen.

Marketing – aber richtig!

Ein weiterer wichtiger Baustein für nachhaltiges Wachstum von Startups ist die richtige Marketingstrategie. Für jedes Unternehmen ist Marketing unerlässlich, noch vor allem Startups müssen hier alle richtigen Register ziehen. Als erfolgversprechende Marketingstrategien gelten SEO, E-Mail-Kampagnen und Content-Marketing. Auf diese Weise lassen sich neue Kunden erreichen, das Image verbessern und die Markenbekanntheit steigern.

Technologische Lösungen

Im digitalen Zeitalter gibt es zahlreiche innovative Technologien und Tools, die sich für den Einsatz in einem Startup eignen. Besonders solche Methoden, die Effizienz in einem Unternehmen steigern, erfreuen sich großer Beliebtheit. Startups können dank der Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, Automatisierungsprozesse implementieren und dadurch Kosten und Zeit sparen. Da es sich dabei um langfristige Investitionen handelt, eignen sie sich besonders gut für den Anfang, wenn ein Startup das nachhaltige Wachstum vorantreiben möchte.

Fazit

Damit ein Startup nachhaltig wächst, gibt es viele Methoden, die es einzusetzen gilt. Besonders wichtig ist es, stets am Ball zu bleiben, um Wettbewerbern einen Schritt voraus zu sein. So wird man wettbewerbsfähig, was das A und O für Startups ist.

Bild: Startups können einiges tun, um in nachhaltiges Wachstum zu investieren. Bildquelle: StartupStockPhotos via pixabay.com

Autor Finnja Wolkenfeld

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Revolution in der Mütter- und Babypflege: Ein innovativer Ansatz jenseits traditioneller Grenzen

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löwenzahn organics

Löwenzahn Organics revolutioniert mit seinen innovativen Ernährungsprodukten für Mütter und Babys die Branche

Was hat Sie dazu inspiriert, Löwenzahn Organics zu gründen?

Liz Sauer Williamson: Es gab eine Diskrepanz zwischen den auf dem Markt angebotenen Produkten und der Art und Weise, wie ich mein Baby ernähren wollte, zunächst, als das Stillen scheiterte, und dann, als die Beikost nicht funktionierte. Als frischgebackene Mutter hatte ich das Gefühl, dass die Ernährung wirklich vernachlässigt worden und seit den 90ern stehen geblieben ist. Außerdem fiel mir auf, dass die Marken eine große Diskrepanz zwischen der idealisierten Mutterschaft und der Realität der Mutterschaft darstellten. Die Zeit nach der Geburt, die ich als frischgebackene Mutter durchlebte, war für mich wie ein Blitzschlag, um diese Kategorie auf eine positive, moderne und forschungsbasierte Weise zu verändern.

Welche spezifischen Herausforderungen haben Sie als Mütter und Unternehmerinnen erlebt?

Liz Sauer Williamson: Man wird unterschätzt. Es wird angenommen, dass man andere Prioritäten hat und das mit dem Unternehmen mehr Spielerei ist. Ein klassischer Kommentar aus der Anfangszeit: „Kannst du dich nicht einfach um die Kinder kümmern und deinen Mann das Geld verdienen lassen?“ Im Ernst, das war im Jahr 2017! Die Realität sieht so aus:  In 9 von 10 Fällen sind es Männer, die Finanzierungsentscheidungen treffen, und oft verstehen sie das Problem einfach nicht. Wie Warren Buffett sagt: „Ich investiere nur in das, was ich verstehe“. Daher haben wir viele Kommentare gehört, wie z.B. dass Säuglingsnahrung eine Nischenkategorie sei. Dabei ist diese Industrie weltweit 75 Milliarden USD wert!

Wie hat Ihre Erfahrung in der Tech- und Werbebranche die Gründung und Führung von Löwenzahn Organics beeinflusst?

Liz Sauer Williamson: Der Kunde steht an erster Stelle, richtig? In der Werbung geht es darum, Kundeninsights zu erschließen, um Produkte und Kommunikation zu liefern. Als ich dann für große internationale FMCG-Marken arbeitete, habe ich gesehen, dass es einen großen Aufwand bedeutet, einen Tanker umzudrehen, und dass die besten Absichten oder Produkte in der Regel nicht das Licht der Welt erblicken. Bei uns stehen Mütter und ihre Babys aber immer an erster Stelle und wir entwickeln und liefern Produkte, die ihren Ernährungsbedürfnissen entsprechen, statt die Fabrikkapazität zu optimieren.

Alice Mrongovius: Die Erfahrung im Scale-up-Tech-Bereich hat uns datengetrieben, iterativ und im Kern lösungsorientiert gemacht. Wir waren in der Lage, die Marke über unseren Direct-to-Consumer-Kanal effizient aufzubauen, sodass wir so auch Einzelhändlern unser Produktportfolio bis ins Detail präsentieren können. Dies war für uns die Kernkompetenz, um eine erfolgreiche Omnichannel-Vertriebsstrategie zu entwickeln.

Inwiefern unterscheidet sich die Unternehmenskultur von Löwenzahn Organics von der in anderen Startups, in denen Sie gearbeitet haben?

Liz Sauer Williamson: Wir leben unsere familienfreundliche und flexible Arbeitskultur – weil wir sie auch brauchen. Das ist der Unterschied. Ein wichtiger Grund dafür, dass unser Team trotz aller Höhen und Tiefen (wie bei jedem Start-up) so lange bei uns bleibt, ist, dass wir ein Umfeld geschaffen haben, in dem Kinder zu haben weder das Ende der Karriere bedeutet, noch dass man sich wegen familiärer Verpflichtungen schuldig fühlen muss.

Können Sie mehr über die Entscheidung erzählen, ein Team ausschließlich aus Frauen zu bilden?

Alice Mrongovius: Das war nicht explizit geplant, ein reines Frauenteam zusammenzustellen, und wir schließen auch in Zukunft niemanden aus, aber wir haben festgestellt, dass die Ernährung von Säuglingen und weniger überraschend die Ernährung von Müttern immer noch ein Thema ist, das hauptsächlich Frauen und Mütter interessiert. Mehr als 80 % unserer Online-Kunden sind ja auch Frauen.
Allerdings sind wir stolz darauf, hochqualifizierte Frauen zu beschäftigen, die sich nicht für Karriererückschritte entscheiden müssen, weil sie Familien gründen oder haben.

Wie hat sich das „Mama-Zimmer“ auf die Arbeitsatmosphäre und Produktivität bei Löwenzahn Organics ausgewirkt?

Liz Sauer Williamson: Für unsere schwangeren, besuchenden oder nach der Elternzeit zurückkehrenden Mütter haben wir einen Ruhe- und Stillraum eingerichtet. Sie brauchen in dieser Zeit besonders viel Unterstützung und wir wollen ihnen den Übergang so angenehm wie möglich machen.Ich denke, das ist eine weitere Möglichkeit, dem Team zu zeigen, dass es in Ordnung ist, eine Mutter zu sein und sich bei der Arbeit voll und ganz zu entfalten. Wir haben in den 8 Jahren Löwenzahn Organics die Erfahrung gemacht, dass die Flexibilität und die Akzeptanz von Betreuungsaufgaben die Produktivität und die Langlebigkeit des Personals im Unternehmen tatsächlich verbessern.

Wie gehen Sie mit der Herausforderung um, Arbeit und Familie zu vereinbaren, insbesondere in einer Führungsposition?

Liz Sauer Williamson: Ich weiß, dass diese Frage aus echter Neugier gestellt wird, denn die meisten Mütter übernehmen nach wie vor in erster Linie die Verantwortung für die Pflege und die häusliche Arbeit, ob sie nun außer Haus arbeiten oder nicht. Aber ich kann mich nicht erinnern, wann einem Vater diese Frage das letzte Mal gestellt wurde. Mein Mann ist die hauptsächliche Betreuungsperson für unsere Kinder und übernimmt einen Großteil des häuslichen Mental Loads. Seine Unterstützung ermöglicht es mir, das zu tun. Wir haben auch das Glück, tolle Babysitter zu haben.

Alice Mrongovius: Da ich alleinerziehend bin, gibt es einige Dinge, die jetzt wirklich vom Tisch sind – wie Reisen zu Kongressen oder Geschäftstreffen außerhalb der Stadt, denn da denkt man gar nicht daran, dass Kinderbetreuung keine schlechte Idee für all die Eltern sein könnte. Dass ich in Berlin lebe, wo die Ganztagsbetreuung in der Kita im Grunde kostenlos ist, hat einen großen Anteil daran, dass ich diese Art von Arbeit ausüben kann, und ich möchte anerkennen, dass ich auch das Privileg habe, mir zusätzliche Unterstützung durch Babysitter leisten zu können. 

Aber um das alles unter einen Hut zu bringen, setze ich als Mutter und Gründerin klare Prioritäten und Werte, und alles, was diese nicht unterstützt, muss ich fallen lassen. Nachdem ich mich jahrelang durch meine Arbeit und die Kinderbetreuung gequält und meine eigene Gesundheit an letzter Stelle stehen gelassen hatte, war der größte Wendepunkt für mich, dass ich meine Gesundheit und meine Erholung an die erste Stelle setzte. Diese „einfache“ Veränderung ermöglichte es mir, eine präsentere Mutter zu sein und mehr für mein Unternehmen und mein Team da zu sein. Und ich weiß ganz genau, dass sich die meisten Mütter immer hinten anstellen. Das wollen wir bei Löwenzahn Organics ja gerade anders leben!

Auf welche Weise unterstützt Löwenzahn Organics die Gesundheit und das Wohlbefinden von Müttern und Babys weltweit?

Liz Sauer Williamson: Wir hören natürlich nicht auf, weiterhin für die gesunde Ernährung von Müttern zu innovieren und arbeiten hart daran, dass unsere Produkte jedes Jahr auf mehr Märkten verfügbar sind. Wir haben jetzt neu die Kampagne “#momsarenotniche” ins Leben gerufen, in der wir die Gesundheit von Müttern endlich in den Fokus rücken wollen, damit ihr die Wichtigkeit zugesprochen wird, die sie verdient. Zusammen mit anderen Mom-Brands, Hebammen, Doulas und weiteren Müttergesundheitsexpert:innen arbeiten wir das Thema gerade aus. Außerdem unterstützen wir sowohl lokale als auch globale Wohltätigkeitsorganisationen, die sich im Kern um das Wohl von Müttern und Kindern kümmern.

Wie wählen Sie die globalen und lokalen Wohltätigkeitsorganisationen aus, mit denen Sie zusammenarbeiten?

Liz Sauer Williamson: Wir arbeiten mit unserem lokalen Kiez-Familienzentrum, spenden dort unsere Produkte und für Notfonds und Spendenaktionen für notbedürftige Familien. Unser Team bekommt ehrenamtliche Stunden von uns bezahlt, auch Alice und ich nehmen da natürlich teil.
Wir wählen die Wohltätigkeitsorganisationen, mit denen wir zusammenarbeiten wollen, natürlich nach Seriosität aus und konzentrieren uns auf NGOs, die Mütter und Kleinkinder unterstützen. Derzeit sind wir auf der Suche nach einer Partnerorganisation, die wir langfristig unterstützen können.

Welche Rolle spielen Hebammen, Doulas und andere medizinische Fachkräfte in Ihrer Mission bei Löwenzahn Organics?

Liz Sauer Williamson: Hebammen und Doulas sind wichtige Fachkräfte für die Betreuung von Müttern und Babys vor und nach der Geburt. Wir arbeiten mit vielen Fachleuten im Gesundheitswesen zusammen, um Produkte und Informationen für neue Eltern zu entwickeln. Außerdem haben wir eine engagierte Community von Hebammen, Doulas, Stillberater:innen, Mutterpflegerinnen und weiterem medizinischen Fachpersonal, die unsere Produkte testen. Ein wichtiges Feedback für uns. Diese so wichtigen Berufsgruppen werden in unserer Wirtschaft oft überhört und übersehen und wir unterstützen sie lautstark dabei, damit das anders wird.

Wie planen Sie, das Bewusstsein und die Unterstützung für Mütter in der Arbeitswelt weiter zu fördern?

Liz Sauer Williamson: Wir werden weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass es nicht unmöglich ist. Wir hoffen, dass andere Unternehmen unserem Beispiel folgen werden.

Was sind die nächsten Schritte für Löwenzahn Organics, und welche Ziele haben Sie für die Zukunft? 

Liz Sauer Williamson: Wir streben ein profitables Geschäftsjahr 2024 an, die Markteinführung unseres Produkts in Südkorea und die Zertifizierung als B-Corp. Für die Zukunft haben wir weitere Produkte für Mütter in der Pipeline!

Bild:(links: Liz Sauer Williamson, Gründerin und CEO; rechts: Alice Mrongovius, Mitgründerin und Chief Digital Officer

Wir bedanken uns bei Liz Sauer Williamson und Alice Mrongovius für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Löwenzahn Organics

Kontakt:

Löwenzahn Organics GmbH
Adalbertstraße 6a
D-10999 Berlin

https://loewenzahnorganics.com
jacqueline@loewenzahnorganics.com
Ansprechpartnerin: Jacqueline Freundorfer

Social Media:
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Innovationen, die unsere Welt verändern

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Coby’s innovative Reise: Vom Instagram-Erfolg zur Kreation eines außergewöhnlichen Kaffeekonzentrats

Welche Inspiration steckt hinter der Gründung von Coby’s und was unterscheidet Ihr Kaffeekonzentrat von herkömmlichem Instantkaffee?

Die Idee für Coby’s entstand aus unserer Leidenschaft für Kaffee, die wir auf unserem Instagramkanal YourCoffeeDude, der inzwischen fast eine Million Abonnenten zählt, zum Ausdruck bringen. Unser Ziel war es, Kaffeeliebhabern die Zubereitung des perfekten Eiskaffees zu Hause zu ermöglichen, ohne dass sie dafür spezielles Equipment benötigen. Auf einer Reise in Japan entdeckte einer unserer Gründer in einer kleinen Bar in Osaka Kaffeekonzentrat und damit war die Idee für Coby’s geboren.

Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichem Instantkaffee liegt in der Herstellung unseres Konzentrats: Es wird nicht schockgetrocknet, wodurch der volle Geschmack erhalten bleibt. Unser Konzentrat löst sich nicht nur besser auf, sondern ermöglicht auch die individuelle Anpassung des Geschmacks für einen Eiskaffee, der selbst den Angeboten großer Kaffeeketten überlegen ist – und das zu einem viel günstigeren Preis.

Könnten Sie den Prozess beschreiben, der Ihr Kaffee-Extrakt so einzigartig macht, insbesondere im Vergleich zu traditionellem Filterkaffee?

Die Zubereitung von Filterkaffee ist zeitintensiv, erfordert eine Kaffeemaschine und liefert in der Regel einen Standardkaffee. Unser Konzentrat hingegen ermöglicht es Ihnen, innerhalb weniger Sekunden in Milch oder Wasser den perfekten Kaffee zu kreieren. Es bietet die Freiheit, den Geschmack nach persönlicher Vorliebe zu wählen.

Wie hat Ihr junges Gründerteam die Herausforderungen des Unternehmertums bewältigt und was hat Sie motiviert, in der Kaffeeindustrie zu innovieren?

Die Herausforderungen des Unternehmertums sind täglich spürbar, und es gibt stets Höhen und Tiefen. Unsere Motivation schöpfen wir aus der gegenseitigen Unterstützung im Team. Zu dritt haben wir bisher jede Herausforderung gemeistert. Die Begeisterung für Kaffee und der Wunsch, echte Innovationen in der Kaffeeindustrie zu schaffen, treiben uns an.

Könnten Sie mehr über die Rolle von „YourCoffeeDude“ erzählen und wie dieser Kanal zur Markenbildung von Coby’s beiträgt?

YourCoffeeDude war anfangs entscheidend, um unsere ersten Kunden zu gewinnen. Die Community ist allerdings international, während Coby’s zunächst nur in Deutschland aktiv ist. Daher bauen wir Coby’s als eigenständige Marke auf, unabhängig von unserem Instagramkanal.

Wie interagieren Sie mit Ihrer Community auf Instagram und TikTok und welche Rolle spielen diese Plattformen für Ihr Geschäftsmodell?

Wir interagieren regelmäßig mit unserer Community in den Kommentaren und den Direktnachrichten. Jeder ist herzlich eingeladen, uns zu schreiben. Instagram und TikTok sind zentrale Säulen unserer Vermarktungsstrategie. Der Großteil unseres Contents und unserer Werbung ist auf diese Plattformen ausgerichtet. Gleichzeitig streben wir danach, auch Menschen außerhalb dieser Plattformen zu erreichen.

Inwiefern hat die Unterstützung durch das sächsische Förderprogramm Inno-Start Bonus Ihr Unternehmen geprägt?

Die Unterstützung durch das Inno-Start Bonus Programm gab uns die notwendige Sicherheit, um einfach loszulegen, ohne uns um unseren Lebensunterhalt sorgen zu müssen. Diese Förderung erleichterte die Entscheidung, das Risiko einzugehen. Ohne diese Unterstützung hätten wir sicher auch den Sprung gewagt, aber die Anfangsphase wäre deutlich herausfordernder gewesen.

Welche Vision haben Sie für die Zukunft von Coby’s und gibt es Pläne für neue Produkte oder Initiativen?

Unsere Vision ist es, jedem den Genuss des perfekten Kaffees zu Hause zu ermöglichen, unabhängig von der Art der Kaffeemaschine. Neue Produkte sind bereits in Planung, aber Details können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

Wie steht Ihr Unternehmen zur Nachhaltigkeit und wie spiegelt sich das in Ihrem Produktionsprozess und Ihrem Produkt wider?

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen für uns und sollte es für jeden sein. Wir verwenden ausschließlich zertifizierte Kaffeebohnen und setzen auch bei anderen Zutaten auf kurze Lieferwege und garantierte gute Arbeitsbedingungen bei deutschen Zulieferern. Unser Versand erfolgt klimaneutral, und wir bemühen uns, so weit wie möglich auf Plastik zu verzichten, was bei Glasprodukten eine besondere Herausforderung darstellt.

Welche Trends in der Kaffeeindustrie finden Sie besonders spannend und wie planen Sie, darauf zu reagieren?

Wir beobachten mit Freude den Trend zu mehr Nachhaltigkeit und zertifizierten Bohnen. Es ist unser Ziel, in diesen Bereichen weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen. Die wachsende Begeisterung für Eiskaffee in Deutschland passt perfekt zu unserem Produkt. Zudem verfolgen wir Trends wie zuckerfreie und gesunde Kaffeealternativen mit großem Interesse, ohne allerdings zu viel vorwegnehmen zu wollen.

Wie hat die Reaktion der Öffentlichkeit und der Medien auf Coby’s Ihre Unternehmensstrategie beeinflusst?

Die Reaktionen waren durchweg positiv. Die Medien haben unsere Geschichte mit Begeisterung aufgenommen. Natürlich gibt es immer mal wieder Kunden, denen unser Produkt nicht zusagt, aber es ist unmöglich, es jedem recht zu machen. Das Feedback nutzen wir als Ansporn, uns kontinuierlich zu verbessern.

Könnten Sie eine Erfolgsgeschichte oder ein herausragendes Feedback von einem Kunden teilen, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Eine unserer treuesten Kundinnen ist seit dem ersten Tag dabei. Sie gibt uns regelmäßig Feedback und half uns sogar, unsere Webseite zu verbessern. Solche Interaktionen schätzen wir sehr, denn Verbesserungen entstehen nur durch ehrliches Feedback.

Wie sieht Ihr Ansatz für Forschung und Entwicklung aus, um die Qualität und Einzigartigkeit Ihres Kaffeekonzentrats kontinuierlich zu verbessern?

Wir sind ständig auf der Suche nach Verbesserungen und setzen dabei auf die Unterstützung von Lebensmittelchemikern. Den Geschmack bestimmen wir aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung in der Kaffeebranche selbst. Für zukünftige Produkte planen wir, unsere Community noch enger in den Entwicklungsprozess einzubeziehen, um sicherzustellen, dass unser Angebot möglichst vielen schmeckt.

Wir bedanken uns bei Bruno Stein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Können Chatbots und KI das traditionelle CRM ersetzen?

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Kundenbeziehungen

Entwicklung und Management von Kundenbeziehungen in digitalen Zeiten

In einer Ära, die von digitaler Transformation und schnellem technologischen Fortschritt geprägt ist, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Kundenbeziehungen neu zu definieren und zu stärken. Die Entwicklung und das Management von Kundenbeziehungen in digitalen Zeiten erfordern ein tiefgreifendes Verständnis für die neuen Kommunikationswege, die Erwartungen der Kunden und die Möglichkeiten, die digitale Plattformen bieten. Dieser Wandel hin zu einem digital zentrierten Ansatz im Kundenbeziehungsmanagement (CRM) bedeutet nicht nur die Anpassung an neue Technologien, sondern auch die Übernahme einer kundenorientierten Denkweise, die jede Interaktion prägt.

Unternehmen, die es schaffen, eine starke digitale Präsenz aufzubauen und die Beziehung zu ihren Kunden durch personalisierte, effiziente und reaktionsschnelle Kommunikation zu vertiefen, können sich so nicht nur im Wettbewerb behaupten, sondern auch die Loyalität und Zufriedenheit ihrer Kunden nachhaltig steigern. In diesem Beitrag beleuchten wir, wie Unternehmen durch den Einsatz digitaler Strategien und Technologien erfolgreiche Kundenbeziehungen aufbauen und pflegen können.

Omnichannel-Kommunikation

Die Kunden von heute nutzen eine Vielzahl von Kanälen, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Eine effektive Omnichannel-Strategie gewährleistet eine konsistente und nahtlose Kundenerfahrung über alle Kanäle hinweg – von sozialen Medien über E-Mail bis hin zu Live-Chats und mobilen Apps. Dies erfordert eine integrierte Ansicht aller Kundeninteraktionen, um sicherzustellen, dass der Service konsistent und personalisiert ist.

Personalisierung

Die Personalisierung von Inhalten und Angeboten ist ein Schlüsselaspekt im digitalen Zeitalter. Durch die Analyse von Kundendaten können Unternehmen individuelle Präferenzen erkennen und darauf basierend maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Dies reicht von personalisierten E-Mails bis hin zu individuell zugeschnittenen Produktvorschlägen auf der Webseite.

Schnelligkeit und Verfügbarkeit

In einer Welt, die immer online ist, erwarten Kunden schnelle und jederzeit verfügbare Antworten auf ihre Anfragen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie über die digitalen Kanäle zugänglich sind und Anfragen zeitnah bearbeiten. Automatisierte Lösungen wie Chatbots können dabei unterstützen, indem sie rund um die Uhr einfache Kundenanfragen beantworten.

Kundenfeedback nutzen

Digitale Plattformen bieten ideale Möglichkeiten, um Kundenfeedback zu sammeln und auszuwerten. Ob über soziale Medien, Kundenumfragen oder Bewertungsplattformen – das Sammeln und Analysieren von Kundenfeedback ist entscheidend, um Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern und das Kundenerlebnis zu optimieren.

Einsatz moderner Technologien

Moderne CRM-Systeme sind das Rückgrat eines effektiven digitalen Kundenbeziehungsmanagements. Sie ermöglichen die zentrale Speicherung und Analyse von Kundendaten und unterstützen personalisierte Marketingstrategien. Zudem bieten KI und maschinelles Lernen neue Möglichkeiten, um Kundenverhalten vorherzusagen und die Kundenerfahrung zu verbessern.

Aufbau einer digitalen Kundenbeziehungskultur

Eine kundenorientierte Unternehmenskultur ist die Grundlage für den Erfolg im digitalen Kundenbeziehungsmanagement. Mitarbeiter sollten nicht nur technisch geschult werden, sondern auch die Bedeutung eines ausgezeichneten Kundenservice verstehen. Eine offene, agile Unternehmenskultur, die Innovationen fördert, ist dabei essentiell.

Datenschutz und -sicherheit

In einer Zeit, in der Datenschutz und -sicherheit immer wichtiger werden, müssen Unternehmen sicherstellen, dass die Daten ihrer Kunden geschützt sind. Ein transparenter Umgang mit Kundendaten und die Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sind dabei unerlässlich.

Kontinuierliche Innovation

Der digitale Markt ist schnelllebig und erfordert eine kontinuierliche Anpassung und Innovation. Unternehmen müssen bereit sein, neue Technologien zu erforschen und zu implementieren, um den sich ändernden Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.

Im digitalen Zeitalter ist die Pflege von Kundenbeziehungen zu einer komplexen, aber auch lohnenden Aufgabe geworden. Unternehmen, die eine proaktive, datengesteuerte und kundenorientierte Herangehensweise verfolgen, können sich nicht nur im Wettbewerb behaupten, sondern auch nachhaltiges Wachstum sichern. Die Schlüsselelemente für den Erfolg liegen in der Omnichannel-Kommunikation, der Personalisierung von Kundenerlebnissen, der Nutzung moderner Technologien und der Schaffung einer Kultur, die Innovation und Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt stellt.

Die Einhaltung von Datenschutzstandards und die Gewährleistung der Datensicherheit sind dabei unabdingbar, um das Vertrauen der Kunden zu wahren und langfristige Beziehungen aufzubauen. Zudem ist die kontinuierliche Anpassung an die sich schnell ändernden digitalen Landschaften durch Innovation und Flexibilität entscheidend, um den Anforderungen und Erwartungen der Kunden gerecht zu werden.

Letztendlich ist es die Kombination aus technologischer Exzellenz, strategischer Weitsicht und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden, die Unternehmen dazu befähigt, in der digitalen Welt erfolgreich zu sein. Die Entwicklung und das Management von Kundenbeziehungen erfordern somit ein konstantes Engagement und die Bereitschaft, in Menschen, Prozesse und Technologien zu investieren, die das Kundenerlebnis in den Vordergrund stellen

Logistikkosten im E-Commerce: Kontrolle und Reduzierung

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Logistikkosten im E-Commerce

Kostenfaktor Logistik: Wie E-Commerce-Unternehmen ihre Logistikkosten kontrollieren und senken können

Lagerhaltung und Logistik sind ein erfolgskritischer Faktor für jedes Handels-Unternehmen. Im E-Commerce-Umfeld fallen hier durchschnittlich zirka 20-25 Prozent aller Kosten an. Umso wichtiger ist es, diese Kosten permanent und lückenlos zu kontrollieren und zu managen. 

Die Treiber hinter den steigenden direkten Logistikkosten sind systemisch und werden jede E-Commerce-Marke sowie operative 3PL-Dienstleister oder Carrier gleichermaßen treffen. Die steigenden Lagerarbeitskosten sind ein Schlüsselelement der gestiegenen Lager- und Fulfillmentkosten, wobei das Lohnwachstum von Jahr zu Jahr in den letzten zwei Jahren in den USA über 20% lag. Ähnliche Trends sind auch in Europa zu beobachten. Neben dem Arbeitskräftemangel und den Energiekosten ist die Gesamtinflation der Haupttreiber für steigende Carrier- und Versandkosten. 

Wie prognostiziert, sind die Logistikkosten 2023 weiter gestiegen. Und für 2024 sieht es nicht viel besser aus: Das Wettbewerbsumfeld bleibt herausfordernd für profitables Wachstum im E-Commerce-Umfeld.

Daher hier sechs Tipps, wie man den allgemein steigenden Logistikkosten entgegentreten kann: 

1. Aktuelle Logistikkosten benchmarken, um potenzielle Einsparungen zu erzielen: Durch die genaue Bewertung der aktuellen Kosten können Unternehmen Schwachstellen identifizieren und effiziente Lösungen zur Kostensenkung implementieren.

2. Spezialisierte 3PL-Dienstleistungen mit Skaleneffekten nutzen: Die Zusammenarbeit mit Drittanbietern für Logistikdienstleistungen (3PL) ermöglicht es Unternehmen, von deren Erfahrung und Infrastruktur zu profitieren und gleichzeitig Skaleneffekte zu nutzen, um die Kosten zu senken.

3. Carrier-osten optimieren und dynamische Versandmethoden nutzen: Durch die Optimierung der Carrier-Kosten und die Nutzung dynamischer Versandmethoden können Unternehmen flexibler auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren und gleichzeitig Kosten senken.

4. Fulfillment-Center-Standorte mit Multi-Lagerlösungen optimieren: Die Implementierung von Multi-Lagerlösungen ermöglicht es Unternehmen, ihre Fulfillment-Center so zu optimieren, dass sie näher an den Kundenstandorten positioniert sind, was zu kürzeren Lieferzeiten und niedrigeren Versandkosten führt.

5. Tägliche Betriebsabläufe durch Technologie optimieren: Die Automatisierung von Prozessen und die Nutzung von Technologien können manuelle Arbeiten reduzieren und Ineffizienzen beseitigen, was zu Kosteneinsparungen und einer Steigerung der Effizienz führt.

6. Umfassende Kostenprüfungen durchführen: Regelmäßige Kostenprüfungen ermöglichen es Unternehmen, ihre Ausgaben zu überwachen und potenzielle Einsparungen zu identifizieren.

Ein weiterer Aspekt, der in Zukunft in Betracht gezogen werden sollte, ist die Optimierung der Bestandsverfolgung und der Bedarfsplanung. 

In einem sich ständig verändernden Umfeld ist es entscheidend, dass Unternehmen proaktiv Strategien zur Kostensenkung in der Logistik entwickeln und implementieren. Durch die Anwendung bewährter Methoden und die Integration neuer Ansätze können Unternehmen auch in Zukunft ihre Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität im E-Commerce sicherstellen.

Autor: 

Boris Bösch ist Co-Founder und CEO von everstox. Das Unternehmen ist Europas führendes Fulfillment und Shipping Netzwerk. Die Logistics-as-a-Service (LaaS) Plattform bietet Online-Händlern den smarten Zugang zu professioneller Lagerlogistik und datengesteuerten Fulfillment-Prozessen. Das Unternehmen verknüpft, optimiert und skaliert modernen Handel mit schneller Distributionslogistik durch ganz Europa. www.everstox.com

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Mein Leben ist besser geworden ohne Alkohol

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nathalie stüben

Nathalie Stüben war beides gleichzeitig: eine erfolgreiche Journalistin und alkoholabhängig. In ihrem Buch “Ohne Alkohol – die beste Entscheidung meines Lebens” beschreibt sie ihre Reise aus der Sucht in ein Leben, das sie liebt. Im Interview erzählt sie, warum die Anonymen Alkoholiker kein Ort für sie waren, ab wann man wahrscheinlich ein Alkoholproblem hat und warum Frauen einen klaren Kopf für die Gleichstellung brauchen.

„Ich habe nie jeden Tag getrunken, ich habe nie gezittert. Meine Sucht zeigte sich durch regelmäßige Komplett-Abstürze.“

herCAREER: Du lebst in Bayern. Hast du derzeit manchmal Lust auf ein Bier?

Nathalie Stüben: Nein. Mein Getränk war eher Wein, aber selbst auf Wein habe ich seit Jahren keine Lust mehr. Mehr noch: Wenn ich ein Glas Wein sehe, bin ich froh, dass ich es nicht mehr trinken muss.

herCAREER: Als stereotypen Alkoholiker stellen sich viele einen ungepflegten Mann vor, mit zitternden Händen und einer Flasche Korn im Mantel, aber keine junge Frau, die mitten im Leben steht. Wie sah dein Leben aus, als du trankst?

Nathalie Stüben: Ich habe nie jeden Tag getrunken, ich habe nie gezittert. Meine Sucht zeigte sich durch regelmäßige Komplett-Abstürze. Wenn ich angefangen habe zu trinken, hat sich ein Schalter in meinem Kopf umgelegt und ich habe kein Ende gefunden.

herCAREER: Aber dein Leben hattest du zumindest oberflächlich im Griff?

Nathalie Stüben: In meinen letzten Suchtjahren saß ich als Journalistin beruflich fest im Sattel. Ich habe Lob bekommen für meine Radiostücke, für meine Bereitschaft, Doppelschichten zu übernehmen. Ich habe mir meine Abstürze so gelegt, dass sie meine Arbeitsperformance nicht allzu sehr beeinträchtigten. Heute denke ich, ohne Alkohol wäre da noch viel mehr gegangen. Mal ganz abgesehen von den traurigen Szenen, die sich in meinem Privatleben abgespielt haben. Ich habe zum Beispiel irgendwann Zeitungspapier zwischen die Flaschen geklemmt, wenn ich Leergut weggebracht habe, weil schon der eine oder andere Nachbar komisch guckte, wenn es wieder klirrte.

herCAREER: Ab wann ist man eigentlich alkoholabhängig und wann hat man “nur” eine Phase, in der man zu viel trinkt?

Nathalie Stüben: Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn eine Suchtentwicklung muss nicht linear verlaufen. Es kann Phasen geben, in denen du schon die Kriterien für eine Abhängigkeit erfüllst – und dann geht es mal wieder ein paar Jahre gut. Wenn alkoholabhängige Frauen schwanger werden, ist das zum Beispiel oft der Fall. Genauso können Menschen während eines Studiums alkoholabhängig sein und danach wieder die Kurve kriegen.

Wichtig zu verstehen ist, dass Alkoholprobleme sich entwickeln und dass es sehr viele Graustufen gibt zwischen “Ich trinke ein Glas Sekt zu Silvester” und “Alkohol ruiniert mein Leben”. Abhängigkeit schleicht sich ein und oft beginnt sie mit Genuss- oder Partytrinken. Das eine hängt mit dem anderen zusammen. Dafür möchte ich mit meiner Arbeit sensibilisieren.

herCAREER: Gibt es denn keine konkrete Grenze?

Nathalie Stüben: Nein, das ist das Gemeine. Es schleicht sich ein. Kaum jemand kann sagen: An dem Tag zu der Uhrzeit ist es zum Problem geworden. Es gibt aber Alarmzeichen, anhand derer du merken kannst, dass du dich im kritischen Bereich befindest. Zum Beispiel, wenn du Alkohol als Droge einsetzt, also um zu verändern, wie du denkst und fühlst. Wenn du also trinkst, um einen anderen Zustand zu erreichen. Um zu entspannen, um lockerer zu sein, um dich nicht mehr so traurig zu fühlen. Das ist dann schon kein Genusskonsum mehr, sondern Drogenkonsum. Das heißt zwar nicht, dass ich dann schon physisch abhängig bin, aber da wird es schon problematisch.

herCAREER: Welches Anzeichen für Alkoholabhängigkeit hast du persönlich beobachtet?

Nathalie Stüben: Ich persönlich denke, sobald sich jemand die Frage stellt: ’Ist mein Alkoholkonsum noch im grünen Bereich?’, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er nicht mehr im grünen Bereich ist. Kein Mensch, der unproblematisch konsumiert, fragt sich: Sollte ich heute Abend trinken?

herCAREER: Wann ist dir selbst klar geworden, dass du ein Problem hast?

Nathalie Stüben: Das ist mir klar geworden, als ich mir immer wieder Trinkregeln aufgestellt habe, die ich auf Dauer nicht einhalten konnte. Zum Beispiel: “Heute trinke ich nur eine halbe Flasche.” Oder: “Ich trinke nicht mehr alleine.”

herCAREER: Wie ging es dann weiter?

Nathalie Stüben: Ich habe beschlossen, nicht mehr zu trinken, habe mir Podcasts angehört und alles gelesen, was ich zu dem Thema finden konnte. Als erstes war das Daniel Schreibers Buch “Nüchtern”, das mich sehr angesprochen hat. In diesem Buch beschreibt er, wie er seinen Weg in die Nüchternheit durch die Anonymen Alkoholiker gefunden hat. Nach ungefähr zwei Wochen Abstinenz bin ich da dann auch mal hingegangen.

herCAREER: Hast du dich bei den Anonymen Alkoholikern zuhause gefühlt?

Nathalie Stüben: Nein. Aber willkommen. Ich war da und sagte den obligatorischen Satz: “Mein Name ist Nathalie und ich bin Alkoholikerin.” Danach brach ich in Tränen aus. Ich wollte noch so viel mehr sagen, wie sehr ich mich schämte, mit wie vielen Männern ich Sex hatte, wie ich innerlich dabei bin zu sterben, aber da überrollte mich schon das nächste Schluchzen. Der ganze Schmerz kam raus. Alle Gesichter schauten mich mit Verständnis an. Das tat gut. Die AA waren aber trotzdem nicht mein Ort. Mir gefiel das Setting nicht so gut und auch mit der Sprache der AA habe ich meine Probleme. Ich bin dann einen anderen Weg gegangen.

herCAREER: Holly Whitaker, die Autorin von “Quit like a Woman”, sagt, den Anonymen Alkoholikern liege ein patriarchales System zugrunde.

Nathalie Stüben: Ich finde Hollys Sicht interessant, auch wenn ich sie nicht ganz teile. Die AA sagen, man müsse lernen, dass man selbst nicht Gott ist, sondern kapitulieren und einer höheren Macht vertrauen. Die zwei Gründer der AA waren zwei privilegierte weiße Männer, einer Arzt, der andere Broker. Holly sagt, für solche Männer ist es Medizin, wenn sie ihr Ego brechen müssen. Frauen dagegen kennen in der Regel jede einzelne ihrer Schwachstellen.

herCAREER: War es das, was dich selbst an den Anonymen Alkoholikern gestört hat?

Nathalie Stüben: Nicht primär. Mich hat vielmehr diese Prämisse gestört, auf der das ganze Konzept aufbaut, nämlich dieser Gedanke: Ich bin Alkoholiker, weil ich nicht “normal” trinken kann. Da gehe ich nicht mit, denn Alkohol ist immer giftig, für jeden Körper, das ist mittlerweile erwiesen. Alkohol wurde bereits 1988 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als Karzinogen erster Klasse eingestuft, das heißt, es besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs. Darüber hinaus wirkt Alkohol auf jedes Hirn, verändert es, baut es um, macht es krank. Es gibt also nicht die beiden Gruppen „Alkoholiker“ und „Normale“. Das widerspricht dem modernen wissenschaftlichen Forschungsstand und es widerspricht auch meinem Gesundheitsverständnis. Ich muss nicht in der Lage sein, in Maßen eine Droge zu konsumieren, um gesund zu sein.

herCAREER: In unserer Kultur ist Alkohol auch Lebensgefühl. Zum Sonnenuntergang in Italien gehört ein Aperol Spritz, zum Rind ein guter Rotwein.

Nathalie Stüben: Das mag sein, mich interessiert er trotzdem nicht mehr. Ich würde meinen Körper heute nicht mehr diesem Stress aussetzen wollen. Dafür ist mir meine Gesundheit – physisch wie psychisch – viel zu wichtig.

herCAREER: Es findet ein zarter Wandel statt, es ist gesellschaftlich akzeptierter, auch mal nicht zu trinken – auch ohne religiöse oder medizinische Gründe. In der “Sex and the City”-Neuauflage “And Just Like That” lässt sich Miranda Holly Whitakers Buch “Quit like a Woman” liefern. Warum, glaubst du, formiert sich hier ein neues Bewusstsein?

Nathalie Stüben: Ich kann mir vorstellen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse langsam im kollektiven Bewusstsein ankommen. Das dauert beim Alkohol erschreckend lange im Vergleich zu Zigaretten. Hinzu kommt, dass Frauen wie Holly Whitaker, Laura McKowen oder Annie Grace in den USA angefangen haben, eine moderne Sprache dafür zu finden. In Deutschland habe ich damit angefangen und mittlerweile hat sich auch hier eine tolle, warmherzige und aktive Sober-Szene entwickelt. Das holt das Thema aus der Schmuddelecke und platziert es dort, wo es hingehört, nämlich in der Mitte der Gesellschaft. Wenn wir uns zeigen und darüber sprechen, wie normal es ist, ein Problem mit Alkohol zu bekommen und wie viel besser ein Leben ohne Alkohol sein kann, dann kann auch gesellschaftlicher Wandel entstehen.

herCAREER: Wie bist du mit dem sozialen Druck umgegangen, als du beschlossen hast, keinen Tropfen Alkohol mehr zu trinken?

Nathalie Stüben: Als ich noch nicht offen damit umgegangen bin, habe oft gesagt, ich muss noch arbeiten, noch fahren, morgen früh raus, sowas. Aber ich habe mich lange auch bewusst von klassischen Trinksituationen ferngehalten, um mich davor zu schützen. Das war Teil meines Werkzeugkoffers. Mittlerweile sage ich einfach: Danke, ich nehme ein Sprudelwasser.

herCAREER: Ist es nicht eine große Ungerechtigkeit, sich ein Stück Leben nehmen zu lassen, wenn man sich diesen Situationen, in denen getrunken wird, entziehen muss?

Nathalie Stüben: Für mich war es nicht so schlimm, es war ja auch temporär und ich habe meine Zeit eh schnell viel lieber draußen, beim Sport oder mit Büchern verbracht. Das ist heute auch noch so. Partys reizen mich nicht mehr so und ich bin auch sehr selektiv geworden, was die Leute angeht, mit denen ich Zeit verbringen möchte.

herCAREER: Wie hat sich dein Leben zum Positiven verändert, seit du nicht mehr trinkst?

Nathalie Stüben: Ich habe sehr schnell wieder Kondition und Lust auf Bewegung bekommen. Ich habe bemerkt, wie präzise ich wieder denken kann, wie viel Spaß am Lernen ich habe. Längerfristig hat es sich dann angefühlt, wie wirklich erwachsen zu werden. Ich habe mein Leben in die Hand genommen und Verantwortung dafür übernommen. Ich habe langsam den Unterschied begriffen zwischen dem, von dem ich dachte, dass es mir wichtig sein sollte, und dem, was mir wirklich wichtig ist. Das kann man durch die Abstinenz schön lernen.

herCAREER: Wie sieht dein Leben aus?

Nathalie Stüben: Ich habe mir ein Leben gebaut, das ich liebe. Ich stehe auf und freue mich auf den Tag. Das heißt nicht, dass ich auf einer rosa Wolke mit Glitzerauspuff durch die Gegend fliege und dauerhappy bin. Gerade im Unternehmensaufbau mit zwei kleinen Kindern war das zwischendurch schon hart. Ich weiß aber, wie ich mich schütze, und habe damals beispielsweise ein Burnout-Präventions-Coaching gemacht.

herCAREER: Du hast dir ein Business damit aufgebaut, schreibst Bücher, vertreibst Online-Programme, mit denen Menschen lernen können, mit dem Trinken aufzuhören – wann ist dir klar geworden, dass du anderen helfen kannst?

Nathalie Stüben: Ein paar Wochen, nachdem ich meinen Podcast und mein 30-Tage-Programm gestartet habe. Als die ersten Menschen mir schrieben: Ich habe schon so oft versucht aufzuhören, und jetzt klappt es plötzlich und fühlt sich unfassbar gut an.

herCAREER: Wie hat dein heutiger Mann darauf reagiert, als du sagtest, dass du alkoholabhängig warst?

Nathalie Stüben: Ich hatte große Sorge, dass er aufsteht und geht. Er meinte aber nur: O.K. Heute sagt er, du hast dein Problem erkannt und etwas dagegen gemacht, ist doch wunderbar.

herCAREER: Stimmt es eigentlich, dass Frauen mehr trinken, je emanzipierter und gebildeter sie sind?

Nathalie Stüben: Es stimmt, dass in gebildeten Schichten der riskante Konsum unter Frauen am stärksten steigt. Was die Emanzipation betrifft, sehe ich es so: Wir müssen uns klar machen, dass Alkohol kein hippes Accessoire ist, das uns hilft, zu bonden. Alkoholkonsum führt eher dazu, dass wir unhaltbare Zustände im wahrsten Sinn des Wortes “runterschlucken”. Er lässt uns verstummen, weil er Energie zieht, unser Wesen verändert und depressiv macht. Um in Sachen Gleichstellung weiterzukommen, brauchen wir aber genau das: viel Energie und einen klaren Kopf.

Das Interview führte herCAREER-Chefredakteurin Julia Hägele.

Am 17. Oktober ist Nathalie Stüben zu Gast beim Authors-MeetUp der herCAREER Expo.

Bild Nathalie Stüben Journalistin & SPIEGEL-Bestsellerautorin, Expertin für Alkoholsucht und Abstinenz © Beech

Quelle messe.rocks GmbH

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