Donnerstag, April 3, 2025
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Mit 5 Schritten zu den richtigen Ziele für das neue Jahr

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jahr ziele

Das neue Jahr ist da, und wie in jedem Januar sind die Fitnessstudios voll. Doch wie lange bleibt das so? Ähnlich verhält es sich in der Startup-Welt. Zu Beginn des Jahres sind die Ambitionen groß, doch wie viel davon bleibt übrig? Oftmals nicht viel, und das ist ein Problem.

Marco Alberti erklärt in seinem Gastbeitrag, wie Gründer:innen sich die richtigen Ziele für das neue Jahr setzen. 

Das Dilemma der Jahresziele

Der Knackpunkt bei Jahreszielen liegt im Zeithorizont. Wir leben in einer dynamischen Welt, und wer kann schon sagen, was in einem Jahr passiert? Menschen überschätzen, was in einem kurzen Zeithorizont möglich ist und unterschätzen die Effekte, die sich langfristig realisieren lassen. Sinnvollerweise kombiniert man die langfristigen Hypothesen der Strategie für ein bis zwei Jahren mit kurzfristigen und sehr konkret realisierbaren Zielen für ein Quartal. 

Schritt 1: Der Greenfeld-Approach

Beginnt mit einem leeren Blatt Papier und schreibt alle Themen auf, die euch in den Sinn kommen. Es sollten möglichst alle Themen sein, die Euch “strategisch wichtig” erscheinen: Das sind die klassischen „Das müssen wir unbedingt angehen“-Punkte. Geht dabei strukturiert durch die Erfolgstreiber Eures Business Modells und leitet daraus die jeweils sinnvollsten Ziele ab.

Schritt 2: Die Bestandsaufnahme

Nachdem die potentiell neuen Themen festgehalten sind, geht es an diesorgfältige Analyse. Welche Herausforderungen stehen im Raum? Wo gibt es Reibungspunkte, sowohl intern als auch mit Blick auf die Kunden? Was sind die aktuellen Probleme und welche Chancen bieten sich?

Schritt 3: Lernen aus der Vergangenheit

Der nächste Schritt ist retrospektiv. Welche Ziele wurden im letzten Quartal nicht erreicht und warum? Was könnt ihr beim nächsten Versuch besser machen? Und welche Ziele wurden erreicht, aber könnten noch verfeinert werden? Stellt dafür neue Hypothesen auf, die die Erkenntnisse des letzten Quartals einbeziehen und die ihr dann im nächsten Quartal testen könnt. Auf Grundlage der Hypothesen formuliert ihr dann eure Ziele. So stellt ihr sicher, dass es sich bei den Zielen eher um Wetten als um famose Wünsche handelt.

Schritt 4: Das Warum ist wichtiger als das Wie und Wann!

Im vierten Schritt geht es um die genaue Definition der Ziele. Hier lohnt es sich, weniger Zeit mit der Planung des „Wie“ und mehr Zeit mit dem Klären des „Warum“ zu verbringen. Oft stecken wir so tief im Prozess, dass wir vergessen, das eigentliche Ziel zu hinterfragen. Nehmen wir ein Beispiel: Ein Gründer ruft aus, „Wir brauchen eine App!“ Aber halt, warum eigentlich? Diese simple Frage wird oft übersehen. Statt nur zu diskutieren, wie viele Kunden die App nutzen könnten, sollten wir uns fragen: Brauchen wir diese App überhaupt? Löst sie das Problem, das wir für unsere Kunden lösen wollen. Hinterfragt auf diese Weise jedes eurer formulierten Ziele. 

Schritt 5: OKRs als Zielformat

Jetzt, wo ihr eure Ziele definiert habt, ist es an der Zeit, diese in ein handhabbares und messbares Format zu überführen: Objective Key Results (OKRs). OKRs bestehen aus einem „Objective“, also einem abgeschlossenen Zustand in der Zukunft und mehreren „Key Results“, die die messbare Ergebnisse als Ursachen für die Erreichung des Ziels darstellen.

Darüber hinaus solltet ihr euch Gedanken machen, ob die zur Verfügung stehenden Ressourcen ausreichen, um die angestrebten Ziele auch wirklich zu erreichen. Nehmt Euch die OKRs, die den größten Impact haben und die am einfachsten umzusetzen sind für das Quartal vor. Alle anderen OKRs, für die ihr aktuell nicht genügend Ressourcen habt, wandern in den Backlog. Sie sind nicht vom Tisch, sondern können im nächsten Quartal wieder aufgegriffen werden, wenn die Ressourcen es zulassen. 

Fotograf: by Viktor Strasse

Autor:

Marco Alberti ist Gründer und Geschäftsführer von Murakamy, einer Beratung mit Fokus auf Visions-, Missions- und Strategieentwicklung sowie Objectives and Key Results (OKRs).

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Wie revolutioniert ein innovatives Startup den traditionellen Wohnungsmarkt?

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wohnsinn

Wohnsinn revolutioniert den Wohnungsmarkt durch digitale, persönliche Vermietungsprozesse und einen umfassenden Service für Mieter und Vermieter.

Stellen Sie sich und das Startup Wohnsinn doch kurz unseren Lesern vor!

Felix und Christian sind die Gründer von Wohnsinn. Wir haben uns in Shanghai kennengelernt, wo wir gemeinsam im Studentenwohnheim lebten. Christian hatte nach dem Studium aufgrund zahlreicher Umzüge frustrierende Erfahrungen mit der herkömmlichen Wohnungssuche gemacht. Felix wiederum brachte Erfahrungen aus der elterlichen Hausverwaltung mit und erkannte, dass traditionelle Immobilienportale wenig innovativ waren. Dies führte zur Gründung von Wohnsinn.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Die Wohnungssuche ist ein nationales Problem und verursacht viel Frust und Stress. Außerdem war die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft dringend notwendig. Wir haben eine träge Branche erlebt, in der der Vermietungsprozess trotz steigender Anfragen ineffizient blieb. Unser Ziel war es, diesen Prozess zu verbessern, insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der mangelnden Innovation bei großen Immobilienkonzernen und Portalen.

Was war bei der Gründung die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung bestand darin, eine alteingesessene Branche von der Digitalisierung zu überzeugen. Viele Unternehmen hielten an traditionellen Methoden fest, was die Einführung neuer Technologien erschwerte. Zudem war die Zusammenstellung eines dynamischen Teams entscheidend, um die erforderliche Expertise sicherzustellen.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Ja, definitiv. Der Weg ist das Ziel, und es wird nie alles perfekt sein. Erst im Verlauf und bei der tatsächlichen Zusammenarbeit mit Kunden wird man ein perfektes Produkt entwickeln. Kontinuierliche Verbesserungen sind entscheidend, und Kundenfeedback ist dabei sehr wichtig.

Welche Vision steckt hinter Wohnsinn?

Unsere Vision ist es, den Mietern einen umfassenden Service von der Wohnungssuche bis zum Leben in der Mietwohnung zu bieten. Wohnsinn soll die App für das Wohnen sein, die Suchenden einen stressfreien Zugang zu neuen Wohnungen ermöglicht, vergleichbar mit der Einfachheit einer Hotelbuchung, inklusive zusätzlichem Rundum-Service.

Wer ist die Zielgruppe von Wohnsinn?

Unsere Zielgruppe umfasst Wohnungssuchende aller Art sowie Vermieter, darunter Hausverwalter, Wohnungsunternehmen, Makler und private Vermieter. Unser Ziel ist es, den Vermietungsprozess für beide Seiten digital, stressfrei und einfach zu gestalten. Wir bedienen sowohl private Vermieter als auch große Hausverwaltungen mit über 60.000 verwalteten Einheiten.

Wie funktioniert Wohnsinn? Wo liegen die Vorteile?

Suchende erhalten von uns ein individuelles Immobilienangebot, das zu ihrem persönlichen Profil passt. Die persönliche Vorstellung durch ein Kurzvideo steht dabei im Vordergrund. Wir möchten die Vermietung persönlich und diskriminierungsfrei gestalten. Der Schutz der persönlichen Daten hat oberste Priorität, indem Mieterdaten sicher verifiziert werden. Für Vermieter digitalisieren wir alle internen autonomen Prozesse der Vermietung.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wohnsinn zeichnet sich durch einen vollständig digitalen Service aus, bei dem die Persönlichkeit der Suchenden im Vordergrund steht. Datenschutz und Diskriminierungsfreiheit sind essenzielle Prinzipien unseres Angebots.

Wohin geht der Weg für Wohnsinn?

Derzeit sind wir in Köln/Bonn und Düsseldorf aktiv, aber unser Ziel ist es, ab 2024 deutschlandweit präsent zu sein. Wir möchten die Wohnungssuche in Deutschland grundlegend verändern und verbessern.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir Wohnsinn als Plattform, die Suchenden in ganz Europa eine persönliche, stressfreie Wohnungssuche ohne Diskriminierung ermöglicht. Wir möchten Mieter durch ihren gesamten Alltag begleiten und alle Themen rund um ihre Wohnung abdecken.

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Großen Wert auf das Team legen – denn die Teamzusammensetzung ist entscheidend.

Experimentieren – auch wenn nicht alles am Anfang wie geplant funktioniert. Der Weg zur Perfektion liegt im Ausprobieren.

So schnell wie möglich eine Minimum Viable Product (MVP) bereitstellen, um mit Kunden an der Weiterentwicklung zu arbeiten.

Wir bedanken uns bei Felix Weiß und Christian Philippi für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Wohnsinn

Kontakt:

Wohnsinn GmbH
Martinsfeld 12
D-50676 Köln

www.wohnsinn.com
felix.weiss@wohnsinn.com

Ansprechpartner: Felix Weiss

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Es ist wichtig, dass Du persönlich mit der Firma mitwächst

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buah

buah bietet seit 2015 einzigartige, natürliche und frisch eingefrorene Früchte ohne Zusatzstoffe, um das Beste der Natur in Deutschland zugänglich zu machen

Stellen Sie sich und das Startup buah doch kurz unseren Lesern vor!

Seit 2015 bieten wir mit buah, indonesisch für das Wort „Frucht“ ein neuartiges Fruchterlebnis. Mit 100 % Frische, Natur und Qualität werden unsere Früchte sorgfältig geerntet, gewaschen und unmittelbar eingefroren. Dadurch bleibt der intensive Geschmack, aber vor allem auch die wichtigen Mineralien und Vitamine in der Frucht enthalten. Mit den puren Früchten, aber auch Kreationen wie Fruchtmischungen und Fruchtbällchen bringen wir mit buah die fruchtige Vielfalt nach Deutschland und konservieren das Beste der Natur für 1 Jahr ohne Zusatz von Zucker, Farb- oder Konservierungsstoffen, versteht sich. 

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich, Jessica Krauter und mein Bruder Daniel Krauter haben auf unseren Reisen durch Costa Rica und Thailand die Liebe zu natürlichen, ursprünglichen Früchten entdeckt und haben buah mit dem Ziel gegründet, jeder und jedem zu jeder Zeit den intensiven Geschmack von reifen Früchten zugänglich zu machen. 

Was war bei der Gründung von buah die größte Herausforderung?

Wir starteten mit der Vermarktung der ersten gefriergetrockneten Früchte als Smoothie-Grundlage und dem Vertrieb im Einzelhandel. Doch nur vier Jahre nach der Gründung erfolgte ein herber Rückschlag: buah drohte die Insolvenz. 

Mein Bruder und ich hielten weiterhin an unserer Vision fest und beschlossen, mit buah einen Pivot zu machen: Wir kehrten dem Handel den Rücken zu und konzentrierten uns auf den E-Commerce- Bereich. Leider mussten wir damals alle zehn Mitarbeiter:innen in Berlin kündigen. Zu zweit führten wir die Firma von Tag 1 an profitabel weiter. Mit dem Umzug von Berlin nach Bayern und der tatkräftigen Unterstützung unserer Investoren gelang die Neuausrichtung der Marke, und wir als Geschwister-Team schrieben unsere Erfolgsgeschichte neu: Von einem Umsatz von 600.000 Euro im Jahr 2019 mit zehn Mitarbeiter:innen und einem Verlust im zweistelligen Bereich erzielten wir ein Jahr später bereits einen Umsatz von 2,8 Millionen Euro mit einem Gewinn im zweistelligen positiven Bereich. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Daniel und ich sind das MVP (Minimum viable Product) Konzept gefahren. Wir starteten mit einem Produkt, das nicht perfekt war und sind damit auf verschiedene Veggie und Food Messen in ganz Deutschland gefahren. Hier bekamen wir direktes Feedback und durch mehrere Iterationen passten wir unser Produkt an den Markt, an den Kunden an. Am Anfang verkauften wir die gefriergetrockneten Mischungen noch als Smoothie zum selbst mixen. 2017  fanden wir heraus, dass unsere Kund:innen das Produkt zum Snacken uns ins Müsli hernehmen. 2020 merkten wir dann, dass Kinder unsere Hauptzielgruppe sind, da sie buah und die gefriergetrockneten Früchte beziehungsweise die Trockenfrüchte  lieben. Vor allem die gefriergetrockneten Erdbeeren sind die Beliebtesten unter den Kleinen. 

Welche Vision steckt hinter buah?

Unsere Vision erstreckt sich über die kommenden Jahre. Unser Ziel bis Ende 2031 ist es, die führende Snack Lovebrand in Europa zu werden. Dabei sehen wir uns nicht nur als Anbieter von natürlich reinen Produkten, sondern als einen festen Bestandteil des Alltags von einer Million Familien. Wir machen die Geschenke der Natur in Genuss-Momenten erlebbar. Wir helfen Menschen, die wenig Zeit haben, sich gesund zu ernähren und dabei den Geschmack der Natur zu erleben. Aktuell gibt es gefriergetrocknete Früchte, Trockenfrüchte, aber auch Frucht-Nuss Mischungen in unserem Sortiment. 

Wer ist die Zielgruppe von buah?

Unsere Motivation gilt nicht nur der 100 %igen Frische, Natur und höchster Qualität unserer Produkte, sondern auch der Verbindung zu einer spezifischen Zielgruppe, die unsere Werte teilt. Mit buah sprechen wir gezielt Menschen an, für die eine natürliche, genussvolle und alltagstaugliche Ernährung von Bedeutung ist. Eine unserer Hauptzielgruppen sind Familien mit Kindern, die einen schnellen Snack benötigen, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch die Kleinen mit Nährstoffen versorgt – besonders auch unterwegs. 

Von puren Früchten bis hin zu kreativen Kompositionen wie Frucht-Nuss-Mischungen und Fruchtbällchen – buah spricht eine bestimmte Gruppe an, die nicht nur den intensiven Geschmack, sondern auch gesunde und nachhaltige Ernährung schätzt. 

Unsere Produkte bieten nicht nur einen intensiven Fruchtgeschmack, sondern auch eine und nachhaltige Ernährungsoption, die sich nahtlos in den aktiven Lebensstil unserer Zielgruppe integriert. Wir verstehen ihre Bedürfnisse, ihre Werte in Bezug auf Familie, Gesundheit und Umweltbewusstsein. Unsere Mission ist es, Menschen mit hochwertigen, natürlichen Fruchtprodukten zu begeistern und ihnen einen Zugang zu einem einzigartigen Fruchterlebnis zu ermöglichen.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Von Beginn an war es uns wichtig, ohne Zusatzstoffe zu arbeiten. Bei der Herstellung verpflichtet sich buah deshalb nicht nur dem eigenen Claim “Nichts als Natur”, sondern auch, die Reinheit auf dem Lebensmittelmarkt zu wahren. Alle Produkte sind daher aus 100 % Frucht, vegan, glutenfrei und enthalten 0 % Zusatzstoffe. 

Mit dem einzigartigen Prozess der Gefriertrocknung werden bei buah, anders als bei herkömmlichen getrockneten Früchten aus dem Supermarkt, die Früchte reif geerntet und in ihrem Herkunftsland eingefroren. Durch ein Vakuum werden die Früchte dann schonend gefriergetrocknet. Dabei bleiben nahezu alle Vitamine und Nährstoffe erhalten. Durch den geringen Wassergehalt sind die getrockneten Früchte intensiv im Geschmack und knusprig – perfekt für einen Snack. 

buah, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

There are many more things to come: Noch in diesem Jahr wird buah das Produktportfolio mit weiteren innovativen Produkten erweitern wie z.B. die Frucht-Nuss Mischungen. Ebenfalls werden wir ab nächstem Jahr bei Rossmann und Müller gelistet sein. Im Dezember beginnen wir den Markt in den Niederlanden anzugehen und dort zu wachsen.  Ein weiterer E-Commerce Markt in der EU wird nächstes Jahr aufgeschaltet. 

Nächstes Jahr wollen wir außerdem verschiedene Abteilungen bei buah für KI sensibilisieren, damit wir noch mehr automatisiert arbeiten  können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Fokus: Fokussiert Euch auf eine Sache, die ihr gut könnt und das Euer Business Motor ist. Lernt das NEIN sagen. Das war am Anfang bei uns die größte Challenge, da wir als Gründer:innen unendlich viele Möglichkeiten hatten. Konzentrier dich auf das, was du richtig gut kannst – das pusht dein Business. Und sag ruhig öfter mal „Nein“, gerade am Anfang, wenn alle Möglichkeiten offenstehen.

Team-Power: Schaut, welche Stärken ihr im Gründerteam habt und welche noch benötigt werden. Unser Ziel ist es, immer Leute an Bord zu holen, die besser sind als wir. 

Persönliches Wachstum: Es ist wichtig, dass Du persönlich mit der Firma mitwächst. Nicht, dass die Firma schneller wächst als du persönlich.

Wir bedanken uns bei Jessica und Daniel Krauter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Inwiefern ist das Zusammenspiel von UX und UI ein Gamechanger für Start-ups?

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UX und UI

Nutzererfahrung (UX) und Nutzeroberfläche (UI): Wichtigkeit für Start-up-Produkte

In der pulsierenden Ära der Start-ups, wo ein stetiger Strom innovativer Produkte um die Aufmerksamkeit der Konsumenten ringt, erweist sich das Zusammenspiel von Nutzererfahrung (User Experience, UX) und Nutzeroberfläche (User Interface, UI) als entscheidendes Differenzierungsmerkmal. Im Wettlauf um Marktanteile und Nutzerbindung kann die Qualität von UX und UI darüber entscheiden, ob ein Start-up-Produkt zum Hit oder Flop wird.

Es ist die UX, die über das bloße Design hinaus das umfassende Erlebnis definiert, welches Kunden mit einer Anwendung oder einem Service verbinden, und die UI, die als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine fungiert und intuitive Bedienbarkeit sicherstellt.

In der heutigen digitalisierten Welt, in der die Benutzerfreundlichkeit oft über den Erfolg eines Produktes entscheidet, kann kein Start-up es sich leisten, das Potenzial einer optimierten UX und UI zu unterschätzen.

Die Rolle von UX und UI in der Start-up-Welt

Für Start-ups ist es essentiell, sich schnell am Markt zu etablieren und die Nutzer nicht nur zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu binden. Eine intuitive und ansprechende UI ist dabei der erste Kontaktpunkt: Sie zieht Nutzer an und leitet sie durch die Anwendung. Die UX hingegen ist das umfassende Erlebnis, das der Nutzer während der gesamten Interaktion mit dem Produkt erfährt.

Eine durchdachte UX/UI-Strategie kann Start-ups dabei unterstützen, die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe zu verstehen und diese Erkenntnisse direkt in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Dabei geht es nicht nur darum, wie das Produkt aussieht, sondern auch darum, wie es funktioniert.

Warum UX und UI für Start-ups unverzichtbar ist

Start-ups stehen häufig vor der Herausforderung, mit limitierten Ressourcen maximale Wirkung zu erzielen. Hier bietet eine herausragende UX/UI die Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben. Sie trägt dazu bei, die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Nutzer zu stärken, die Conversion-Rate zu erhöhen und letztlich ein solides Fundament für die Skalierung des Produkts zu schaffen.

Fehler in der UX/UI können jedoch kostspielig sein und im schlimmsten Fall Nutzer vergraulen. Besonders für Start-ups, die noch keine starke Marktpräsenz haben, können solche Fehler fatal sein, da sie nicht nur zu negativer Mundpropaganda führen, sondern auch Investoren abschrecken können.

Best Practices für Start-ups

Die Einbindung von UX/UI-Designern von Anfang an in den Produktentwicklungsprozess ist ein bewährter Ansatz. Durch regelmäßiges Testing und Feedback können kontinuierlich Verbesserungen vorgenommen werden. Des Weiteren ist es wichtig, dass Start-ups die neuesten Trends im Auge behalten und ihre Produkte entsprechend anpassen, um die Nutzererwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen.

Auch die enge Zusammenarbeit mit Entwicklern ist entscheidend, damit UX/UI-Designs technisch umsetzbar sind und zugleich eine hohe Benutzerfreundlichkeit bieten. Agile Entwicklungsmethoden und iterative Prozesse helfen dabei, das Produkt in Zyklen zu verbessern und schnell auf Nutzerfeedback zu reagieren.

Fazit

Zusammenfassend ist die symbiotische Beziehung zwischen Nutzererfahrung (UX) und Nutzeroberfläche (UI) für Start-up-Produkte nicht nur eine Frage des Designs, sondern eine fundamentale Komponente für den geschäftlichen Erfolg. In einer Zeit, in der User-Centricity zum Maßstab der Produktentwicklung avanciert ist, fungieren UX und UI als Schlüsselindikatoren für Kundenbindung und Markenloyalität. Start-ups, die diese Aspekte in den Mittelpunkt ihrer Entwicklungsstrategie stellen, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil im Konzert der globalen Innovationen.

Es sind letztlich jene Unternehmen, die ein tiefgehendes Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Nutzer zeigen und dieses Wissen in eine nahtlose, ansprechende und wertstiftende Nutzererfahrung übersetzen, die auf dem Markt herausstechen werden. Die Investition in hochwertige UX/UI ist damit kein bloßer Kostenpunkt, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit und das Wachstum des Start-ups. Somit sollten UX und UI als unverzichtbare Pfeiler in der Architektur jedes Start-up-Produkts verstanden werden – sie sind der Grundstein für Erfolg, der in einer Welt, in der der erste Eindruck oft der entscheidende ist, nicht unterschätzt werden darf.

Foto/Quelle: stock.adobe.com – Konstantin Yuganov

MOROTAI stärkt Team mit Finanzexpertin Malisa Engl

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malisa engl

MOROTAI, die deutsche Sportbekleidungsmarke, setzt auf qualifizierte Verstärkung im Team und freut sich, Malisa Engl als neue Leiterin des Controllings begrüßen zu dürfen.

Malisa Engl bringt umfassende Erfahrung aus ihrer vorherigen Position bei dem erfolgreichen Unternehmen Annemarie Börlind mit und wird eine entscheidende Rolle in der finanziellen Verwaltung und Prozessoptimierung von MOROTAI spielen.

Mit über 3 Jahren Berufserfahrung als Controllerin bei der BÖRLIND GmbH verfügt Malisa Engl über umfassende Kenntnisse im Controlling und Finanzbereich. In ihrer Position hat Malisa Engl zahlreiche Aufgaben übernommen, die ihre Fähigkeiten als Finance-Controller gestärkt und erweitert haben.

Dazu gehören unter anderem der Ausbau und die Weiterentwicklung von Key Performance Indicators (KPIs), die Durchführung von Abweichungsanalysen sowie die Erstellung fundierter Handlungsempfehlungen. Des Weiteren trug sie maßgeblich zur Optimierung der Budgetplanung und des Forecasting-Prozesses bei, erstellte Wirtschaftlichkeitsanalysen und Businesspläne und führte den monatlichen sowie jährlichen Abschluss durch. Ein weiterer Schwerpunkt von Malisa Engl’s Tätigkeit lag in der Optimierung und Weiterentwicklung der Controlling-Prozesse und -Systeme.

Durch die Erarbeitung effektiver Lösungen trug sie dazu bei, die Effizienz und Genauigkeit des Controllings zu steigern. Zudem begleitete sie die Marketingabteilung bei der Neuproduktentwicklung, führte Kalkulationen durch und erstellte Deckungsbeitragsrechnungen. Zusätzlich unterstützte und trieb sie auch Projekte des nationalen sowie internationalen Pricings voran.

Josua Kargoll, Geschäftsführer, äußerte sich erfreut über die Neuzugänge im Team: „Malisa Engl bringt nicht nur fundierte Kenntnisse im Finanzbereich mit, sondern auch frische Ideen und eine starke Arbeitsethik. Ihr Engagement wird dazu beitragen, MOROTAI auf seinem Kurs zu unterstützen und sicherzustellen, dass wir unsere Finanzstrategien weiter verbessern.“

MOROTAI setzt damit ein klares Zeichen für die Zukunft und zeigt, dass das Unternehmen auf hochqualifizierte Fachkräfte setzt, um seine Position in der Sportbekleidungsbranche zu stärken.

Quelle MOROTAI

Die Kunst des Strategiewechsels

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Strategiewechsel So schaffen es Startups

So schaffen es Startups mit Anpassungen des Geschäftsmodells erfolgreich zu sein

In fast allen Wirtschaftsbereichen hat sich die Dynamik der stetigen Veränderung in den letzten Jahren dramatisch beschleunigt. Schnell voranschreitende Innovationen stellen alle Unternehmen vor Herausforderungen. Es gibt viele Paradebeispiel für eine erfolgreiche Anpassung des ursprünglichen Geschäftsmodells von Unternehmen, die heute weltweit bekannt sind – und sicher ebenso viele von solchen, die den Wandel verschlafen haben und von der Bildfläche verschwunden sind.

Selbst in relativ jungen Tech-Branchen müssen die Anbieter heute flexibel auf Entwicklungen reagieren, um erfolgreich zu bleiben. Dabei kommen die Anstöße zur Veränderung nicht nur von der technischen Seite. Auch regulatorische Änderungen können Märkte fundamental verändern, wie das Beispiel der Drohnenindustrie zeigt.

Mit der Ende des Jahres 2020 in Kraft getretenen EU-Drohnenverordnung wurde der Markt für UAVs bzw. UASs (Unmanned Aerial Vehicles/Systems) revolutioniert – und dürfte der Drohnenindustrie bald einen rasanten Aufschwung bescheren. Sie eröffnet durch den fortan möglichen Flug außerhalb der Sichtweite eines Piloten völlig neue Horizonte für den kommerziellen Einsatz der Flugkörper.

Die Gesetzesänderung veranlasste einige Unternehmen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken – weg von reinen Hardware-Herstellern, hin zum Anbieter von Software-Lösungen. Aber was sind die Beweggründe hinter diesem strategischen Wandel in der Drohnenindustrie, die auf den ersten Blick vor einem goldenen Zeitalter steht? Und wie lässt sich dieses Vorgehen auf andere Wirtschaftsbereiche übertragen?

EU-Verordnung eröffnet neue Perspektiven für Drohneneinsatz

Bislang waren Drohnen hauptsächlich für Sichtkontrollen oder Messungen unwegsamer Areale in den unterschiedlichen kommerziellen Sektoren im Einsatz. Im privaten und kommerziellen Bereich wurden sie oft für Film- und Fotoaufnahmen verwendet. Weitere typische Anwendungen sind das Messen, Inspizieren oder Überwachen. Knackpunkt für einen weiterreichenden Einsatz im gewerblichen Gebrauch war meist die eingeschränkte Verfügbarkeit von Drohnenpiloten bzw. die mit ihrem Einsatz verbundenen Kosten.

Die neuen Rahmenbedingungen eröffnen nun Möglichkeiten, die über das bisherige Anwendungsspektrum hinausgehen. Drohnen können jetzt programmiert werden, um autonom vorgegebene Strecken abzufliegen. Dies kann eine Lösung für den akut herrschenden Personalmangel sein und bei Inspektionsflügen sowie Wartungsarbeiten gleichzeitig deutlich Kosten einsparen. 

Ein Beispiel aus der Praxis: Bei großen Anlagen im Bereich der nachhaltigen Energieerzeugung – wie Windkraft und Solaranlagen – ist die Inspektion, Wartung und Instandhaltung teuer. Oft versuchen Betreiber Kosten einzusparen, indem sie nur ein Minimum durchführen. Aber auch das hat seinen Preis, denn dabei gehen sie das Risiko von Ertragsausfällen durch Störungen und Defekte ein. Mit autonomen Drohnen-Systemen lassen sich die Inspektionsintervalle signifikant verkleinern, da die Kosten für den einzelnen autonomen Start kaum ins Gewicht fallen. Das Aufrechnen gegenüber den Opportunitätskosten eines unentdeckten Anlagenausfalls ist schnell gemacht.  

Was bedeutet das für den Hersteller von Drohnen? Die Nachfrage kann steigen, im Zweifel allerdings nur in Verbindung mit dem Angebot einer umfassenden Lösung, zu der neben Drohnen auch Hangars sowie die Software zur Steuerung der UAVs und zur Auswertung der erfassten Daten gehört.

Frühzeitig auf andere Marktbedingungen reagieren

Gemäß der Lean-Startup-Methode von Eric Ries ist auch für den Erfolg eines jungen Unternehmens entscheidend, wie es diesem gelingt, auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren. Die Fähigkeit, Produkte, Zielgruppen oder Vertriebskanäle anzupassen, ist von grundlegender Bedeutung.

Ein Startup-Pivot, also eine strategische Kehrtwende, kann auch über die Frühphase eines Unternehmens hinaus sinnvoll sein. Und es muss nicht nur zur letzten Rettung eingesetzt werden. Auch ein erfolgreich agierendes Unternehmen mit einer weitsichtigen Führung kann durch einen Strategiewechsel auf einem nachhaltigen Erfolgskurs gehalten werden, während das Gros der Wettbewerber vorm Wind noch sorglos in eine andere Richtung segelt. Timing ist das halbe Leben.

Wann ist ein strategischer Kurswechsel notwendig? 

Wie entscheidet man, ob ein Pivot notwendig ist? Dafür ist nicht nur eine gründliche Analyse des Marktes und der Rahmenbedingungen erforderlich. Es verlangt auch nach der Fähigkeit von außen auf ein Unternehmen blicken zu können. Kein schlechter Rat ist es demnach, sich in die Perspektive des Kunden zu versetzen und die Liebe zum eigenen Produkt in den Hintergrund zu stellen.

Will der Käufer überhaupt eine Drohne oder erwirbt er die Drohne nur, weil er möglichst effizient an die von ihm benötigten Daten kommen möchte? Und ist es nicht vielleicht ein besseres Geschäft, dem Kunden die Daten zu liefern, statt ihm mit dem komplizierten Betrieb eines UAV mit einem Rattenschwanz von Genehmigungen zu behelligen? Dass sich langfristig mit Software und hochwertigen Dienstleitungen bessere Margen erzielen lassen, als mit materialintensiven Gerätschaften, soll sich ja schon in einigen Branchen herumgesprochen haben.

Kommunikation ist entscheidend

Für ein erfolgreiches Pivot ist es wichtig, die Kommunikation mit Investoren und bestehenden Kunden fortzuführen, sie über den Strategiewechsel zu informieren, sie davon zu überzeugen und im Idealfall ihre Unterstützung zu erhalten. Sie haben möglicherweise in ein ganz anderes Geschäftsmodell investiert, und Transparenz ist hier unbedingt der Schlüssel zur Akzeptanz.

Insgesamt zeigt das Beispiel aus der Drohnenindustrie und anderer erfolgreichen Unternehmen, dass die Kunst des Strategiewechsels darin besteht, flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen zu reagieren, ohne dabei jedoch die ursprüngliche Vision des Unternehmens zu verlieren. Ein Pivot kann in einem dynamischen Wirtschaftsumfeld somit nicht nur überlebensnotwendig sein, sondern auch den Weg zu einem nachhaltigem Erfolg ebnen.

Die Kunst des Strategiewechsels: So schaffen es Startups mit Anpassungen des Geschäftsmodells erfolgreich zu sein

Die Kunst des Strategiewechsels

Autor:

Alexander Helbing ist Gründer und Geschäftsführer der Exabotix GmbH. Im Jahr 2015 hat er das Unternehmen – ein Spezialist für autonome Drohnen – ins Leben gerufen. Mit seiner Firma hat er erfolgreich ein Pivot durchgeführt. Exabotix bietet nun neben Hardware- auch passende Software-Lösungen an. 

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Lerne aus Fehlern und blicke schnell wieder nach vorne

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Vesputi

Vesputi vereinfacht mit der B2B-Lösung ‚Mobilitybox‘ die Integration von öffentlichem Nahverkehr in Unternehmensangebote.

Stellen Sie sich und das Startup Vesputi doch kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Linus, Co-Founder und Geschäftsführer von Vesputi. Wir spezialisieren uns mit unserer B2B-Lösung auf die Integration verschiedener Mobilitätsdienste, mit einem primären Fokus auf den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Unsere Lösung – die Mobilitybox – wird bereits von einer Vielzahl von Unternehmen in verschiedenen Sektoren genutzt, um nahtlos ÖPNV-Tickets deutschlandweit anzubieten.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Unser Antrieb zur Entwicklung der Mobilitybox war es, Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Nachdem wir durch diverse Projekte tiefe Einblicke gewonnen und Herausforderungen mit ÖPNV-Schnittstellen erlebt hatten, entschieden wir uns, eine Lösung zu entwickeln, die diese Probleme adressiert. Die positive Resonanz von Unternehmen verschiedener Branchen während der Validierungsphase bestätigte uns, dass unsere Lösung über ein bloßes ‚Nice-to-have‘ hinausgeht und echte operative Herausforderungen löst.

Was war bei der Gründung von Vesputi die größte Herausforderung?

Eine der größten Herausforderungen bei der Gründung von Vesputi war es, den Fokus zu bewahren. In einer projektbasierten Branche fiel es uns anfangs schwer, uns von Projekten zu lösen und uns voll und ganz auf unser Produkt, die Mobilitybox, zu konzentrieren. Dieser Schritt war entscheidend, um unsere Prozesse und das Unternehmen optimal auf die Produktentwicklung auszurichten.

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Die perfekte Idee ist eine Illusion. Wichtig ist, eine solide Grundlage zu schaffen und dann flexibel und offen für Veränderungen zu bleiben, während man die Idee validiert und das Produkt fortlaufend weiterentwickelt.

Welche Vision steckt hinter Vesputi?

Vesputi sieht den ÖPNV als Schlüssel zu einem nachhaltigen Mobilitätsökosystem. Wir zielen darauf ab, durch die Mobilitybox den ÖPNV attraktiver und zugänglicher zu machen, um so einen signifikanten Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu leisten.

Wer ist die Zielgruppe von Vesputi?

Die Mobilitybox vernetzt Verkehrsbetriebe mit Apps von Unternehmen aus der Reise-, Event- und Mobilitätsbranche. Verkehrsbetriebe profitieren von der Kooperation, da sie ihren digitalen B2B-Vertrieb ausbauen und digitalisieren kann, ohne viel Aufwand und ohne hohe Kosten. 

Für die Unternehmen, die über die Mobilitybox ÖPNV-Ticketing integrieren, bietet die Mobilitybox zunächst standardisierten technologischen Zugang. Die Integration ist über die Mobilitybox sehr schnell und einfach und verbessert nicht nur den Service, sondern löst auch wichtige operative Herausforderungen, wie z.B. komplexe Abrechnungs- und Verwaltungsprozesse. 

Im weiteren Sinne profitieren natürlich die Endkundinnen und Endkunden davon, da sie den ÖPNV einfacher buchen können – immer dort wo sie ohnehin gerade sind, ohne zusätzlichen Login oder Account.

Wie funktioniert Vesputi? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Mobilitybox bietet Unternehmen ein Entwicklerportal, über das sie ÖPNV-Tickets integrieren können. Mit einem Vertrag, standardisiert, europaweit. Die Schnittstelle ist somit sofort verfügbar und die Integration vom Anfang bis zum Go-live in ein bis zwei Sprints umgesetzt. Das ist im Vergleich zum aktuellen Vergleich in der Branche ca. um den Faktor 10 schneller. Dabei sehen wir uns als Partner der Verkehrsbetriebe und digitalisieren deren Vertrieb. 

Vesputi, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, das führende B2B-Backend für Mobilität in Europa zu werden. In 5 Jahren werden wir flächendeckend ÖPNV-Ticketing anbieten und Unternehmen damit ermöglichen, ihr Angebot um voll vernetzte und integrierte Mobilitätsservices zu ergänzen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Es wird viele Möglichkeiten (z.B. Kooperationen, Projekte und Events) geben. Bleibe fokussiert und sei selektiv.

Du wirst auf viel Kritik und Zweifel stoßen. Suche darin immer die konstruktiven Aspekte und nutze sie, um deinem Ziel ein Stück näher zu kommen.

Lerne aus Fehlern und blicke schnell wieder nach vorne.

Wir bedanken uns bei Linus Frank für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Startups: Über 80 % Misserfolge sind kein Erfolgsrezept!

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Wahre Werte statt schnelles Geld

Im Startup-Sektor ist Erfolg die Ausnahme, Scheitern die Norm! Wann wachen wir endlich auf, erkennen diese alarmierende Wahrheit und unternehmen etwas dagegen?

Wenn jemand 80 bis 90 Prozent Ausschuss produziert oder so viele Projekte in den Sand setzt, dann ist Feuer am Dach. Denn jeder weiß, dass man sich das nicht lange leisten kann, am Ende steht der Ruin. Sofort würden alle Anstrengungen unternommen, um die Situation so schnell wie möglich wieder in die wirtschaftlich notwendigen Bahnen zu lenken. 

Wir schüren unverantwortlich Illusionen

Mit der Startup-Szene machen wir jedoch das genaue Gegenteil. Wir befeuern den Mythos medial, politisch und interessengeleitet unbekümmert munter weiter. Wir glorifizieren diesen Hype mit einigen pompösen Erfolgsgeschichten und anderen Silicon-Valley-Illusionen, schicken so die nächsten jungen Gründerinnen und Gründer ins Startup-Minenfeld. Dabei übersehen wir, dass der Startup-Sektor auf diese Weise überproportionale Kollateralschäden für unsere Volkswirtschaft und erst recht für die unvermeidlich zu vielen, scheiternden Entrepreneure anrichtet.

Da passiert viel Verschwendung von materiellen und immateriellen Ressourcen, das produziert Leid, Traumata, Risikoaversion, Schaden an viel unternehmerischem Potenzial, an Karrieren, Existenzen, Gesundheit und Familien. Dabei wäre ein U-Turn, der Erfolg wieder zur Norm werden lässt, gar kein Hexenwerk.

Die Gamechanger

Die Ursachen für die hohen Misserfolgsquoten sind vielfältig. Erfolg zu haben, ist keine große Kunst. Die große Kunst ist, den Erfolg langfristig zu halten. Dies ist eine permanente Herausforderung, die nach ganz eigenen Spielregeln und Mechanismen funktioniert.

Hier einige der Hebel, um eine Trendwende einzuleiten:

Mindset: Es braucht vorrangig bei den Gründenden das Bewusstsein, dass ein Startup zunächst immer nur ein Versuch mit ungewissem Ausgang ist. Und zwar so lange, bis es bewiesen hat, dass es aus eigener Kraft wirtschaftlich tragfähig ist. Und das dauert, so es überhaupt gelingt. Insofern ist es reines Gambling, wenn man – sei es aus Naivität, Unerfahrenheit, Übermut, Selbstüberschätzung, Mangel an Professionalität oder Kalkül – ans Werk geht und dabei alles auf eine Karte setzt. Es gilt, das Ikarus-Dilemma auszumerzen – damit meine ich die gefährliche Gratwanderung von Draufgängern zwischen Ehrgeiz und Übermut, die wie Ikarus zu schnell zu hoch hinaus wollen, sich dabei überfordern und abstürzen.

Ausbildung und Vorbereitung: Vielen jungen Menschen, die gründen, fehlt das Know-how und natürlich erst recht die Erfahrung. Selbst wenn die Promotion top gelaufen ist, bleibt das theoretisch erworbene unternehmerische Wissen eben nur blanke Theorie. Nur Praxis bricht die Theorie. Auch eine rein theoretische Ausbildung zum Piloten ohne jahrelanges intensives Training im Simulator und in der Realität, bei jedem Wetter und unter schwierigsten Bedingungen, wäre zum Scheitern verurteilt. Hat der Flugschüler schließlich die Pilotenlizenz erworben, stehen erst einmal Jahre der Bewährung als Co-Pilot an, bevor der Aufstieg zum Flugkapitän gemeistert ist.

Warum sollte das beim Unternehmertum grundsätzlich anders sein?

Nicht umsonst untermauern fundierte Statistiken, dass die erfolgreichsten Gründungen jene sind, bei denen die Unternehmer zuvor mindestens 15 Jahre einschlägige Berufserfahrung gesammelt haben. Jedes weitere Jahr an Erfahrung erhöht die Erfolgschancen im Übrigen weiter.

Innovation: Dreh- und Angelpunkt jedes erfolgreichen Unternehmens ist der überzeugende Kundennutzen des Angebots im Wettbewerb mit anderen. Gerade Neueinsteiger benötigen dafür einen überzeugenden Wurf. Das ist alles andere als einfach. Allzu oft haben sie keine zu Ende gedachte und erprobte Innovation, sondern eine Scheininnovation. Eine, die zunächst als bombastische Lösung daherkommt, letztlich aber scheitert oder noch viel größere Probleme verursacht. Studien zeigen, dass, wenn es um die notwendige Steigerung des Kundennutzens geht, rund 70 Prozent der Innovationen enttäuschen. Bei digitalen Innovationen – einem zentralen Spielfeld für Startups – ist die Quote noch schlechter.

Finanzierung: Es ist riskant und unnötig, der Doktrin zu folgen, automatisch den Weg des Risikokapitals einzuschlagen. Allzu oft konzentrieren sich Startups auf der Grundlage traumtänzerischer Businesspläne darauf, anstatt Pilotkunden zuerst Risikokapitalgeber an Bord zu holen. Wie John Mullins, Professor für Entrepreneurship und Bestsellerautor, richtig feststellt:

„Leider haben die Risikokapitalgeber und der Rest des unternehmerischen Ökosystems vor ein paar Generationen im Silicon Valley und in Boston und längst fast überall das Rampenlicht der Finanzierung an sich gerissen. Die VCs behaupten, dass Startup-Funding die einzige Möglichkeit sei, um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen. Das ist völlig falsch. Fast alle jungen Unternehmen sollten zuerst eine andere Finanzierungsquelle suchen: ihre Kunden.“

Natürlich haben auch Risikokapitalgeber ihre Berechtigung

Aber es gibt keine stichhaltigen Beweise dafür, dass man mit Venture-Capital erfolgreicher ist. Im Gegenteil: Viele VCs wetten auf Startups wie auf Pferde beim Pferderennen. Sie hoffen auf eine hohe Gewinnquote bei zumindest einigen Kandidaten, um damit viele weitere Wetten finanzieren zu können. Sie sprechen sogar offen darüber, ob sie auf das richtige oder das falsche Pferd gesetzt haben. 

Es gibt ein Dutzend weiterer wichtiger Stellschrauben, um das Ruder herumzureißen, die hier auszuführen den Rahmen sprengen würde. Etwa unsere Unkultur des Scheiterns, die Problematik toxischer Mentoren usw. Letztlich geht es auch bei der Kultur des Startup-Sektors um Nachhaltigkeit. Das funktioniert aber nur, wenn man sich an wahren Werten orientiert und nicht am schnellen Geld. Draufgängertum und Pferdewetten sind dafür definitiv der falsche Ansatz.

Autor:

Reinhold M. Karner ist Experte und Autor für erfolgreiches Unternehmertum, mit jahrzehntelanger Erfahrung als multinationaler Unternehmer und Unternehmensberater. Sein umfassendes Wissen in Sachen Entrepreneurship bringt er als Erfolgscoach für Unternehmen, Führungskräfte, für InvestorInnen sowie als Startup-Mentor, Aufsichtsrat, Kolumnist und Hochschuldozent ein. 

www.rmk.org/de

Buchinfo:

REINHOLD M. KARNER

Wahre Werte statt schnelles Geld

So machen Sie Ihr Unternehmen krisenfest und langfristig erfolgreich

Mit einem Vorwort von Arnold Weissman

224 Seiten, Buch (gebunden)
ISBN: 978-3-96740-306-0
€ 32,99 (D) | € 32,99 (A)

GABAL VERLAG, Offenbach 2023

Die Zeitenwende bringt nicht nur Gründerinnen und Gründer, sondern auch erfahrene Unternehmer:innen, praxiserprobte Führungskräfte und gängige Managementtheorien an ihre Grenzen. Worauf ist noch Verlass? Was funktioniert? Reinhold M. Karner zeigt, wie Sie Ihr Unternehmen krisensicher machen und Ihren Erfolgskurs auch in schwierigen Zeiten halten. Es geht um die Rückbesinnung auf das, was herausragende Unternehmen seit jeher so erfolgreich macht: wetterfeste kaufmännische Tugenden und nachhaltiges Wirtschaften. Weg von der Gier nach schnellem Geld – hin zu einem werteorientierten Unternehmertum, das Krisen standhält und Generationen überdauert. 

Im Wettrennen um Geld und Profit tritt der Autor auf die Bremse: Das Innehalten und die Erkenntnis, wie wichtig Werte sind, bringen die Leserinnen und Leser am Ende auf die Überholspur. Und das bei weniger Stress, aber mit wesentlich größerem Erfolg und deutlich mehr Freude am Unternehmertum!

Titelbild Reinhold M. Karner_Foto Ina Parth

Wahre Werte statt schnelles Geld

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Mein Tipp ist, sich nicht von der eigenen Vision einschüchtern zu lassen

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orbem

Orbem revolutioniert die Magnetresonanztherapie durch Deep Learning und verbessert damit Lebensmittelsicherheit, Wirtschaftsnachhaltigkeit und Krankheitsfrüherkennung

Stellen Sie sich und das Startup Orbem doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, ich bin Dr. Pedro Gómez und habe Orbem mit Dr. Miguel Molina Romero und Dr. Maria Laparidou als Spin-off der Technischen Universität München ausgegründet. Gemeinsam mit einem internationalen und sehr diversen Team industrialisieren wir die Magnetresonanztherapie (MRT) durch den Einsatz von Deep Learning. Damit können wir zukünftig die Lebensmittelsicherheit erhöhen, den Weg hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft beschleunigen und die Krankheitsfrüherkennung verbessern. 

Mit unserer Lösung ist es möglich, eine Vielzahl biologischer Materialien zu scannen und zu analysieren, darunter Lebensmittel wie Eier und Nüsse, jegliche Pflanzen und Saaten, Baustoffe wie Holz und sogar den menschlichen Körper. Die KI übernimmt dabei die Rolle des Technikers und die des Radiologen, die in der klassischen Anwendung von MRT notwendig sind. MRT-Verfahren werden so um das Hundertfache kosteneffizienter und schneller, was sie für bisher unerschlossene Märkte einsetzbar macht. 

In der Geflügelindustrie haben wir bereits erfolgreich das erste Produkt gelauncht. Mit dem Orbem Genus Focus können Brütereien das biologische Geschlecht von Eiern in nur einer Sekunde pro Ei völlig kontaktlos und nicht-invasiv bestimmen. Damit bieten wir eine moderne und tierfreundliche Alternative zur umstrittenen Praxis des Kükentötens, die seit 2022 immerhin schon in Deutschland und Frankreich verboten ist. Wir hoffen, dass sich noch weitere Länder anschließen. Denn jedes Jahr werden in der EU fast 330 Millionen männliche Küken innerhalb weniger Stunden nach dem Schlüpfen in den Brütereien getötet. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Bereits 2012, als die KI-Welle begann, habe ich mich gefragt, wie diese Technologie auch in meinem damaligen Forschungsfeld, der klinischen Bildgebung, eingesetzt werden könnte. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Als ich dann fünf Jahre später gemeinsam mit Miguel und Maria an der TU in München geforscht habe, sind wir dieser Frage gemeinsam nachgegangen und haben gemerkt, dass wir mit so einer Lösung viele Branchen gesünder und nachhaltiger gestalten können. Uns eint, dass wir alle sehr impact-driven sind, weshalb wir uns dann auch entschieden haben, die Forschung zu verlassen und da anzusetzen, wo wir den größten Hebel zur Veränderung haben. So kam es zur Unternehmensgründung 2019.

Welche Vision steckt hinter Orbem?

Wir möchten das KI-gesteuerte Bildgebungsverfahren für alle Branchen und jeden Menschen zugänglich machen, um Antworten auf die größten Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Prognosen sagen voraus, dass die Weltbevölkerung bis 2050 voraussichtlich fast 10 Milliarden betragen wird, weshalb auch die Nachfrage nach Lebensmitteln entsprechend steigt. Gleichzeitig sind lebenswichtige Ressourcen, wie sauberes Wasser und Ackerland, begrenzt und bereits heute stark durch die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise in Form von Überschwemmungen, Waldbränden und Wirbelstürmen bedroht.

Mit Orbem möchten wir uns diesem Blick in die Zukunft mutig und konstruktiv stellen, indem wir an einer Lösung arbeiten, die es Lebensmittelproduzenten ermöglicht, Pflanzensorten zu entwickeln, die weniger Ressourcen benötigen und widerstandsfähiger gegen den Klimawandel sind. Außerdem wird die KI-gesteuerte MRT-Technologie es zukünftig ermöglichen, Parasiten und Infektionen, die die Sicherheit unserer Lebensmittelkette gefährden könnten, frühzeitig via Scan zu erkennen und so umfangreiche Schäden zu verhindern. 

In der Bauwirtschaft streben wir mit dem Einsatz von KI-gesteuerter MRT-Technologie an, die strukturelle Belastbarkeit von biologischen und abbaubaren Materialien zu prüfen und die Trendwende zu mehr Nachhaltigkeit zu beschleunigen. 

Mit schnellen und kostengünstigen MRT-Lösungen möchten wir außerdem das Gesundheitswesen revolutionieren. Heute dauert ein typischer MRT-Scan des menschlichen Körpers mindestens 15 bis 20 Minuten und erfordert eine klinische Umgebung, Techniker und Radiologen. Mit KI-gesteuerten MRT-Scans entwickeln wir eine Lösung, mit der wir die benötigte Zeit pro Scan auf nur wenige Minuten reduzieren, ohne dass Techniker und Radiologen erforderlich sind. Das wird auch den Weg für autonome Testzentren ebnen, die sehr effizient Biomarker für Erkrankungen wie Alzheimer oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifizieren, Krankheiten in einem frühen Stadium erkennen und so die Behandlungschancen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Es war natürlich sehr herausfordernd, ein Unternehmen während der Pandemie zu gründen. Neben vielen Faktoren, waren es vor allem die Lieferkettenprobleme, die uns zu schaffen gemacht haben. Zeitweise konnten wir keine Prototypen an unsere Kunden liefern. Stattdessen haben wir die Softwareentwicklung priorisiert, was uns im Rückblick sogar geholfen hat, schneller ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Aber das konnten wir damals noch nicht so sehen, weshalb es eine sehr aufreibende Zeit war.

Grundsätzlich haben wir uns mit der Idee, die MRT-Technologie mit KI zu kombinieren, sehr viel vorgenommen und an etwas gearbeitet, von dem wir nicht wussten, ob es auch in der Praxis funktionieren wird. Einfach weil es vor uns noch niemand gemacht hat. Entsprechend gab es in der Produktentwicklung viele Hürden, die wir als Team genommen haben. 

Eine Herausforderung, die uns auch noch weiter begleiten wird, ist die richtige Kommunikationsstruktur für die jeweilige Unternehmensphase zu finden. Aktuell wachsen wir stark und da ist es entscheidend, alle mitzunehmen, aber eben auch dafür zu sorgen, dass wir nicht zu bürokratisch werden. Um jeweils die richtige Form dafür zu finden, ist das Thema fester Bestandteil unserer OKR-Planung. 

Wir sind VC-finanziert und haben gerade eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen EUR abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von 83North. Der neue Investor La Famiglia und die bestehenden Investoren The Venture Collective und Possible Ventures sowie Dr. Rüdiger Schmidt haben die Runde ergänzt. Zu unseren Investoren gehören ebenso einige der prominentesten deutschen Unternehmer: Personio Mitgründer Hanno Renner, Roman Schumacher sowie Chief Operating Officer Jonas Rieke, der ehemalige CEO von Zalando Rubin Ritter, die Forto Mitgründer Michael Wax, Erik Muttersbach und Chief Operating Officer Dr. Michael Ardelt, die Kinexon Mitgründer Dr. Alexander Hüttenbrink und Dr. Oliver Trinchera sowie Bastian Nominacher, Co-CEO und Mitgründer von Celonis.

Was die Finanzierung betrifft, sind wir entsprechend bestens aufgestellt und arbeiten außerdem bereits profitabel.

Wer ist die Zielgruppe von Orbem?

Unsere aktuell marktreife Lösung bietet einen Mehrwert für die gesamte Geflügel-Wertschöpfungskette: Legebrütereien, Mastbrütereien und Zuchthühnerbrütereien können davon profitieren, sogar die Produktion von Impfstoffen mit Eiern kann effizienter gestaltet werden. 

Wie funktioniert das Produkt von Orbem? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser KI-gesteuerte MRT-System arbeitet vollständig kontaktlos, nicht-invasiv und ist außerdem die kostengünstigste und effizienteste Option auf dem Markt. Bis heute haben wir bereits mehr als 22 Millionen Eier gescannt und analysiert. Einen direkten Wettbewerber haben wir nicht, denn wir bieten die einzige nicht-invasive Lösung an, die für alle Hühnerrassen funktioniert.
Die Eier durchlaufen einen Tunnel, werden gescannt und als männlich, weiblich oder nicht befruchtet bestimmt. Am Ende des Prozesses werden die als weiblich bestimmten Eier auf Tabletts gesammelt, während die als männlich und nicht befruchtet bestimmten Eier für die Produktion von Biogas, Tierfutter oder Impfstoffen verwendet werden. So werden die männlichen Küken vor dem Inkubieren und Töten am ersten Lebenstag geschützt. 

Orbem, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir der Lebensmittel-, Bau-, und Gesundheitsbranche mit KI-gesteuerter MRT-Technologie bereits zu mehr Nachhaltigkeit verholfen haben. Außerdem arbeiten wir gerade an einer Plug-and-Play-Lösung für die Geflügelindustrie.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein Tipp ist, sich nicht von der eigenen Vision einschüchtern zu lassen, sondern weiter daran zu glauben und zu arbeiten. Insbesondere wenn es schwierig wird, wie bei uns im ersten Gründungsjahr.. 

Was uns zu Beginn sehr geholfen hat, waren öffentliche Fördertöpfe. Das kommt nicht für jedes Start-up in Frage, aber viele vergessen auch, dass es neben VC-Finanzierung eine gute Möglichkeit ist, die eigene Vision umzusetzen.

Dann kann ich empfehlen nicht dem Gründerkult zu verfallen. Natürlich hatten Miguel, Maria und ich gemeinsam die Vision für Orbem und damit den Stein ins Rollen gebracht, aber ohne unser Team wären wir nicht weit gekommen. Mit dem Bewusstsein dafür und der Wertschätzung für alle, die sich uns angeschlossen haben, mit uns an einer gesünderen und nachhaltigeren Zukunft zu arbeiten, starten wir jeden Arbeitstag. Darauf zu achten, kann ich angehenden Gründer:innen sehr empfehlen.

Wir bedanken uns bei Dr. Pedro Gómez für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up: Orbem

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Wenn alle behaupten, das funktioniert nie, mach es trotzdem!

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Choba Choba

Choba Choba, zwei Schokoladenexperten gründen mit 36 Kakaobauern aus Peru erste farmer owned Schokoladenmarke – ein inklusives und nachhaltiges Geschäftsmodell!

Stellen Sie sich und das Unternehmen Choba Choba doch kurz unseren Lesern vor! Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Eric: Christoph und ich haben uns vor rund 15 Jahren in der Schokoladenindustrie kennen gelernt – damals hatten wir Jobs in den Bereichen Beschaffung, Nachhaltigkeit und Kommunikation. Wir hatten beide denselben Treiber – nämlich die Welt ein wenig zu verändern. 

Unsere Jobs ermöglichten es uns, direkt mit landwirtschaftlichen Kooperativen rund um den Globus zu arbeiten, insbesondere im Kakaosektor. 2008 entdeckten wir das Huayabamba-Tal, bezogen Bio-Kakao und entwickelten über die Jahre tiefe Verbindungen zu den lokalen Bauern. 

Mit der Zeit wurde uns klar, dass faire Handelspraktiken und auch Zertifizierungen viel zu wenig für die Bauern ändern – dies haben uns die Bauern auch klar gesagt. So entschieden wir 2015 aus der Industrie auszusteigen und gemeinsam mit 36 Bauernfamilien Choba Choba zu gründen – eine Schokoladenmarke, bei der die Kakaoproduzenten die größten Aktionäre sind und Einsitz in den Verwaltungsrat haben. Sie bestimmen also aktiv mit und setzen die Kakaopreise selbst fest. Schlussendlich geht es uns darum zu zeigen, dass man Schokolade eben auch anders produzieren kann – nämlich so, dass es für Mensch und Umwelt auch aufgeht.

Was war bei der Gründung von Choba Choba die größte Herausforderung?

Christoph:  Die Gründung und der Aufbau von Choba Choba war und ist eine große Herausforderungen. Um ein paar Beispiele zu nennen:

Die Finanzierung ist komplex, da wir nicht nur auf Profit, sondern auch auf sozialen und ökologischen Impact abzielen. Der Aufbau der Marke und der Verkaufskanäle erfordert Kreativität in einem von Großunternehmen dominierten Markt. Die Umstellung der Kakaofarmen auf biologische Agroforstwirtschaft benötigt Überzeugungsarbeit und langfristiges Denken und Handeln. Die interkulturelle Zusammenarbeit mit Kakaobauern im Amazonas erfordert viel Ausbildung, denn eine Firma mit Ihnen aufzubauen benötigt ein gemeinsames Verständnis. Ein umfassendes Qualitätsmanagement von der Pflanze bis zum Endprodukt war ebenfalls eine «Challenge» – dies haben wir heute aber voll im Griff. 

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Eric:  Ja, unbedingt. Man sollte rasch starten, wenn man eine Idee hat – und dann auf dem Weg iterieren und verbessern. Ich kenne keinen Gründer, der perfekt gestartet ist – da verliert man viel zu viel Zeit und steckt Energie in Konzepte, die dann sehr wahrscheinlich doch nicht so funktionieren.  

Welche Vision steckt hinter Choba Choba?

Christoph: Die aktuelle Schokoladenindustrie ist sehr zerstörerisch: die Mehrheit der 6 Millionen Kakaobauern sind in der Armut gefangen, ohne Möglichkeiten oder Perspektiven, sich daraus zu befreien. Zudem verursachen die schlechten landwirtschaftlichen Praktiken Schäden an der Umwelt und Kakao ist eine Hauptursache für die Abholzung des Regenwaldes. 

Mit Choba Choba versuchen wir ein Prototyp zu bauen, bei dem die Schokolade zu einem Motor für positiven Impact auf Menschen und Umwelt wird. Dazu haben wir verschiedene rechtliche Strukturen gegründet, welche alle auf diese Vision hinarbeiten. 

Unsere Schokoladenmarke ist eine Aktiengesellschaft, welche zu einem guten Teil den Kakaobauern sowie den Konsumenten/innen gehört. Das Zentrale dabei ist, dass die Bauern somit ein Mitspracherecht erhalten und quasi im «driver seat» von unserem Projekt sind und wir die Verbindung von Produktion und Konsum herstellen können. Neben der Produktion und Vermarktung von unserer hochwertigen Schokolade tüfteln wir aber auch an vielen anderen Elementen von unserem Prototyp herum – zum Beispiel arbeiten und forschen wir bezüglich biologischer Agroforstwirtschaft, an digitalen «farmer business management tools», an der Erforschung und Erhaltung von alten Kakaosorten oder seit neuestem auch am Schutz von Primärregenwald. Der Großteil von diesen Projekten wird derzeit über unsere Choba Choba Stiftung finanziert und vor Ort umgesetzt.

Wer ist die Zielgruppe von Choba Choba?

Eric:  Wir sprechen zwei Hauptzielgruppen an: Zum einen Schokoladenliebhaber, die hochwertige und sehr nachhaltige Schokolade schätzen. Ihr Kauf trägt konkret zur Verbesserung der Welt bei. Zum anderen professionelle Kunden im Bereich Confiserien, Chocolaterien, Gelaterias, Chefs und Gastronomie (B2B). Diese nutzen unsere Schokolade, um ihre eigenen Desserts, Schokoladen und Gelatis zu fabrizieren. Diese Kunden legen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit in ihren Produkten und erkennen auch ihren Marktvorteil, wenn sie mit uns zusammen arbeiten.


Eric Garnier und Christoph Inauen (v.l.) Gründer von Choba Choba

Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Schokoladenanbietern?

Christoph:  Unsere Einzigartigkeit entfaltet sich in der Symbiose von höchster Schokoladenqualität, einer persönlichen Verbindung zu den Kakaobauern – inklusive der Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Kunden jährliche Reisen in den Amazonas zu unternehmen – und einem konkreten positiven Impact auf Mensch und Natur. Diese kraftvolle Verbindung setzt uns deutlich von anderen Schokoladenmarken ab.

Choba Choba, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Eric: In fünf Jahren möchten wir an einem Punkt sein, wo unser Prototyp Fuss gefasst hat. Hoffentlich werden einige Elemente davon in der Schokoladenindustrie (und vielleicht auch anderen Industrien) angewendet und repliziert und die Schokolade wird zu einem Motor für Gutes. Zudem möchten wir international weitergewachsen und etabliert sein. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Christoph: Erstens: Wenn alle behaupten, dass etwas niemals funktionieren wird, dann mach es trotzdem. 

Zweitens: „fail fast and small“: Schnelles, häufiges und eher kleines Scheitern kann eine unschätzbar wertvolle Lehrstunde sein. Nutze Misserfolge als Bausteine für die Weiterentwicklung.

Drittens, sei äußerst bewusst bei der Finanzierung deiner Firma. Versteh, wie und mit wem du sie finanzierst. 

Wir bedanken uns bei Eric Garnier und Christoph Inauen für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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