MOOT verwandelt ausrangierte Textilien durch Upcycling in neue Produkte und zeigt nach dem Auftritt in der The Green Deal Show, wie nachhaltige Mode wirtschaftlich funktionieren kann
Wie entstand die Idee zu MOOT und wann war euch klar, dass daraus ein Unternehmen werden kann?
Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Tonnenweise brauchbare Textilien landen täglich im Müll, während die Modeindustrie gleichzeitig immer neue Ressourcen verbraucht. Nils, ausgebildeter Modedesigner mit Fokus auf zirkuläres Design, und ich, studierter BWLer mit Startup-Erfahrung, kannten uns als langjährige Freunde und merkten schnell, dass wir die perfekte Kombination für dieses Vorhaben mitbringen. 2020 gründeten wir MOOT – mitten in der Pandemie. Was mit einem T-Shirt aus Bettwäsche anfing, entwickelte sich schnell in eine breite Produktpalette aus verschiedensten Materialien. Dass aus der Idee ein echtes Unternehmen werden kann, wurde uns spätestens klar, als die erste Crowdfunding-Kampagne erfolgreich war.
Was hat euch dazu motiviert, ausrangierten Materialien ein zweites Leben zu geben?
Der Kern war immer die Überzeugung, dass Upcycling nicht Nischenkunst, sondern massentauglich sein kann. Wir wollten zeigen, dass aus entsorgten Textilien hochwertige, designstarke Produkte entstehen können und das alles lokal, fair und mit echter Geschichte.
MOOT war am 29. Mai 2026 in der zweiten Folge von The Green Deal Show zu sehen. Wie habt ihr die Zeit rund um die Sendung erlebt?
Die Wochen vor der Ausstrahlung waren spannend, The Green Deal Show ist ein ganz neues Konzept und entsprechend gab es keine Erfahrungswerte auf die wir zurückgreifen konnten. Die Aufzeichnung fand Mitte April 2026 vor Live-Publikum in Berlin statt, das war ein besonderes Erlebnis denn fast unser gesamtes Team (inzwischen sind wird 14 Personen) konnte im Publikum sitzen. Auf der Bühne zu stehen und unsere Mission vor der Creator Jury zu pitchen, war sowohl aufregend als auch extrem motivierend. Das am Ende alle drei Creator mit uns kooperieren wollten, zeigt dass wir wohl alles richtig gemacht haben!
Welche Eindrücke habt ihr aus The Green Deal Show mitgenommen?
Was uns am meisten beeindruckt hat, war das Konzept der Show selbst: Hier geht es nicht um Kapital, sondern um Reichweite. Die Jury steht für echte Haltung und bringt Communities mit, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. Das fühlt sich sehr authentisch an. Und das Live-Publikum, das per Online-Tool über „Coins“ abstimmt, hat uns gezeigt, dass die breite Gesellschaft das Thema Upcycling verstehen und fördern möchte.
Gab es nach der Ausstrahlung spürbare Veränderungen für MOOT, etwa bei Reichweite, Anfragen oder Partnerschaften?
Direkt nach der Ausstrahlung konnten wir definitiv mehr Traffic auf unseren Seiten verbuchen, doch besonders spannend wird es dann, wenn unser Deal mit den Creator umgesetzt wird.
Kam es durch The Green Deal Show zu einem Deal oder weiteren Gesprächen mit möglichen Partnern?
(Hier bitte konkret aus eurer Erfahrung ergänzen. Möglicher Einstieg:)
Das Format lebt davon, dass Creator ihre Reichweite einsetzen und genau das ist passiert. Es gab konkrete Gespräche mit Creator, die wir nun weiterführen. Details dazu werden sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir haben auf jeden Fall richtig Lust auf die Kooperation!
Wie ging es für euch nach der Sendung konkret weiter?
Ganz ehrlich, nach der Show ging es direkt weiter mit unserem operativen Geschäft – also der Betreuung des Online Shops aber vor allem der Umsetzung von B2B Kooperationen. Da stecken wir gerade in einer sehr intensiven Phase. Außerdem arbeiten wir gerade auch an einem Förderprojekt mit der DBU zusammen, die ja auch Sponsoren der Green Deal Show sind. Also nach der Show ging’s erstmal zurück zu Business as usual.
Welche Herausforderungen begegnen euch beim Thema nachhaltige Produktion und Upcycling im Alltag am häufigsten?
Die größte Herausforderung, die wir im D2C Bereich haben ist tatsächlich die Kommunikation. Unsere Produkte haben Erklärungsbedarf und viele Produkte sind Unikate. Das macht die Vermarktung kompliziert und genau deshalb ist die Green Deal Show für uns auch so eine spannende Möglichkeit.
Was macht MOOT aus eurer Sicht besonders im Vergleich zu anderen nachhaltigen Fashion Startups?
Wir verwenden zu 100 % aussortierte Materialien – kein Greenwashing, kein „ein bisschen recycelt“. Jedes Produkt rettet Textilien. Gleichzeitig haben wir mit MOOTstudio ein industriell skalierbares B2B-Modell entwickelt: Wir upcyceln ausgedienten Uniformen, Werbematerialien oder Arbeitskleidung für Unternehmen wie DHL oder den DFB. Das verbindet Impact mit echter Wirtschaftlichkeit.
Wie schafft ihr es, Nachhaltigkeit und wirtschaftliches Wachstum miteinander zu verbinden?
Indem wir beides nicht als Widerspruch begreifen. Unsere Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffkosten, schafft einzigartige Produkte mit Mehrwert und spricht eine Zielgruppe an, die bewusst konsumieren will. Das B2B-Segment über MOOTstudio bringt Skalierbarkeit, die im reinen B2C schwieriger zu erreichen ist.
Welche Ziele verfolgt MOOT in den kommenden Jahren?
Wir wollen Upcycling als Standard etablieren – nicht als Ausnahme. Konkret bedeutet das: Wachstum im B2B-Bereich, neue Partnerschaften für den Textilnachschub, und weitere Auszeichnungen wie der Circular Fashion Fund als Signal an die Branche. Langfristig wollen wir die Upcycling-Quote in der deutschen Textilindustrie spürbar erhöhen und MOOT als europäische Referenz für zirkuläre Mode positionieren.
Würdet ihr anderen Startups empfehlen, bei The Green Deal Show teilzunehmen und warum?
Absolut. Das Format ist einzigartig, weil es nicht um Bewertungen und Term Sheets geht, sondern um echte Community-Verbindungen. Wenn ihr ein nachhaltiges Startup seid, das eine Geschichte zu erzählen hat und eine junge, bewusste Zielgruppe ansprechen wollt, ist das eine super Bühne. Die Jury bringt nicht nur Reichweite, sondern auch Glaubwürdigkeit.
Welche drei Tipps würdet ihr Gründer geben, die heute ein nachhaltiges Startup aufbauen möchten?
Mission first – aber Zahlen kennen. Ohne eine echte Überzeugung kommt man nicht durch die harten Phasen. Aber wirtschaftliches und rechtliches Know-How ist unerlässlich. Beides zusammen ist der Schlüssel.
B2B früh mitdenken. Ein direkter Kanal zu Unternehmenskund gibt Planungssicherheit und skaliert besser als reiner D2C-Vertrieb.
Community vor Kapital. Baut zuerst echte Beziehungen auf – zu Kund, Partner, Gleichgesinnten. Wer das hat, findet auch Investor.
Bild Das MOOT Team in Berlin,Neukölln Credit: MOOT Upcycling GmbH
Wir bedanken uns bei Nils Neubauer und Michael Pfeifer für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
























