Freitag, Juli 31, 2026
StartInterviewsIncubator Village Beeskow: Warum Startups auf Brandenburgs Landstriche setzen

Incubator Village Beeskow: Warum Startups auf Brandenburgs Landstriche setzen

Das Incubator Village Beeskow etabliert sich als wegweisendes Gründungszentrum in Brandenburg, indem es innovativen Startups praxisnahes Mentoring, starke Förderstrukturen und exzellente Vernetzung fernab der Metropolenhektik bietet.

Warum haben Sie sich bewusst für den Standort Beeskow entschieden, obwohl viele Gründungszentren in Großstädten angesiedelt sind?

Wir haben uns ganz bewusst für Beeskow entschieden, weil der Standort viele Vorteile bietet, die junge Unternehmen in dieser Form oft nicht in Großstädten finden. Hier gibt es die nötige Ruhe, um konzentriert zu arbeiten, fernab der Hektik und Ablenkungen großer Metropolen. Zudem profitieren Gründerinnen und Gründer in Brandenburg von attraktiven Fördermöglichkeiten, mit weniger Konkurrenz als in den Hotspots wie Berlin. Dadurch steigen die Chancen auf Gründungszuschüsse und oft auch höhere Fördersummen. In Beeskow kommt noch etwas Entscheidendes hinzu: ein starkes regionales Netzwerk, ein fast familiäres Miteinander und kurze Wege. All das macht den Standort zu einem attraktiven Umfeld für Startups.

Sie legen einen Schwerpunkt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Warum sind diese Themen für die Auswahl und Förderung von Startups so wichtig?

Kurz gesagt: Weil es die Zukunftsthemen sind. Digitale Lösungen und nachhaltige Geschäftsmodelle spielen heute in nahezu allen Branchen eine entscheidende Rolle. Deshalb unterstützen wir Gründerinnen und Gründer gezielt dabei, genau aus diesen Ideen tragfähige Unternehmen zu machen.

Welche Herausforderungen erleben Gründerinnen und Gründer heute am häufigsten, und wie unterstützt das Incubator Village Beeskow dabei, diese zu meistern?

Viele Gründerinnen und Gründer stehen vor der Herausforderung, ihre Ideen weiterzuentwickeln und am Markt sichtbar zu machen. Gleichzeitig ist die Finanzierung häufig ein zentrales Thema. Und auch der Aufbau eines starken Netzwerks ist wichtig, um ein Unternehmen erfolgreich voranzubringen.

Das Incubator Village Beeskow begleitet die Teams dabei sehr praxisnah und individuell. In einer Eins-zu-eins-Betreuung bringen wir sie mit erfahrenen Unternehmern und Mentoren zusammen. Wir vermitteln Kontakte zu Business Angels und weiteren Investoren und beraten bei der passenden Finanzierungsstrategie.

Dazu kommen Workshops rund um Unternehmensführung, überzeugendes Präsentieren und Persönlichkeitsentwicklung. Diese finden sowohl online als auch vor Ort statt. Außerdem vernetzen wir die Startups direkt mit anderen Gründenden, Fachleuten und passenden Kooperationspartnern. Über Formate wie Pop-up-Stores, Showrooms und erste Produkttests ermöglichen wir direkten Kontakt zu Nutzerinnen und Nutzern sowie potenziellen Kunden. Die Unterstützung ist für die Teams übrigens komplett kostenfrei.

Mit Ihrem Netzwerk aus Investorinnen und Investoren, Hochschulen und internationalen Partnern begleiten Sie Startups auf ihrem Wachstumskurs. Welche Rolle spielen starke Partnerschaften für den Erfolg junger Unternehmen?

Starke Partnerschaften sind ein wichtiger Beschleuniger für junge Unternehmen. Sie helfen Startups dabei, den regionalen Markt schnell zu verlassen, wertvolle Kontakte zu knüpfen und erfolgreich überregional oder sogar global zu wachsen.

Das Accelerator-Programm bietet Zugang zu Mentoring, Marktvalidierung und Finanzierung. Welche Entwicklungsschritte beobachten Sie bei den Startups während der sechsmonatigen Programmlaufzeit?

Jedes Startup bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen und Herausforderungen mit. Deshalb beginnt unser Programm mit einem individuellen Kick-off-Workshop. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten analysieren wir die Ausgangssituation, definieren konkrete Ziele und entwickeln einen maßgeschneiderten Fahrplan für die kommenden Monate.

Die Entwicklungsschritte reichen von der ersten Geschäftsidee über die Marktvalidierung und den Aufbau erster Kundenkontakte bis hin zur Vorbereitung von Finanzierungsrunden oder der Erschließung neuer Märkte. Uns ist wichtig, jedes Startup genau dort abzuholen, wo es aktuell steht, und es bei der nächsten Entwicklungsphase zu begleiten.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Incubator Village Beeskow in den kommenden Jahren, und wie soll sich das Gründungszentrum weiterentwickeln?

Unser aktuelles Förderprogramm läuft bis Ende 2028. Wir möchten, dass das Incubator Village Beeskow zu einem bekannten und bei Startups stark nachgefragten Gründerzentrum in Brandenburg wird. Unser Ziel ist es, für die Wirtschaftsförderung Brandenburg, die IHK sowie Hochschulen wie die TH Wildau ein verlässlicher Partner auf Augenhöhe zu sein, wenn es darum geht, Unternehmertum und Innovationskraft im Land Brandenburg zu fördern. Darüber hinaus planen wir neue Veranstaltungsformate wie Tage der offenen Tür, Workshops mit Studierenden, Hackathons mit Netzwerkpartnern und Keynote-Abende.

Wir schaffen schon jetzt die Grundlagen für einen Nachfolge-Accelerator, um auch über die aktuelle Förderperiode hinaus eine langfristige Unterstützung für innovative Startups in Brandenburg sicherzustellen.

Wie sehen Sie die Zukunft des Gründungsstandorts Brandenburg, und welche Chancen bieten ländliche Regionen für innovative Startups?

Brandenburg entwickelt sich zunehmend zu einem dynamischen Gründungsstandort. Das Land bietet ein starkes Unterstützungsnetzwerk, attraktive Fördermöglichkeiten und zahlreiche Wettbewerbe für Gründerinnen und Gründer. Ein besonderer Vorteil ist die unmittelbare Nähe zur Metropolregion Berlin, verbunden mit einer hohen Lebensqualität und deutlich geringeren Kosten für Wohnen und Arbeiten. Gleichzeitig bietet die Region viel Platz und Freiraum für innovative Projekte, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit, Energie, Landwirtschaft und Digitalisierung.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern geben, die ihre Geschäftsidee erfolgreich aufbauen und nachhaltig skalieren möchten?

Mein erster Rat ist, sich frühzeitig mit der eigenen Geschäftsidee strukturiert auseinanderzusetzen. Ein fundierter Businessplan hilft dabei, Chancen und Risiken realistisch zu bewerten und klare Ziele zu definieren.

Zweitens sollten Gründerinnen und Gründer aktiv in den Aufbau ihres Netzwerks investieren. Kontakte zu anderen Unternehmern, potenziellen Kunden, Investoren oder Mentorinnen und Mentoren sind oft genauso wertvoll wie finanzielle Ressourcen.

Und drittens: Haben Sie Mut. Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen zu treffen und auch Fehler zu machen. Wer aus Rückschlägen lernt, flexibel bleibt und konsequent an seiner Vision arbeitet, schafft die besten Voraussetzungen für langfristigen Erfolg.

Bildcredits ValuedFriends

Wir bedanken uns bei Sonja Schwarzkopf für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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