Montag, Oktober 12, 2026
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Vom Profifußball zur Kakaomarke: Wie Saagon Fobissie faire Schokolade aus Kamerun etablieren will

Fobissie verbindet hochwertigen Kakao aus Kamerun mit eigener Verarbeitung zu Schokolade und möchte damit mehr Transparenz, Qualität und Wertschöpfung entlang der Lieferkette schaffen.

Saagon, kannst du dich und Fobissie kurz vorstellen und erzählen, wie aus deiner persönlichen Geschichte und den Erfahrungen im Familienunternehmen die Idee für eine eigene Premium-Kakaomarke entstanden ist?

Ich bin Saagon Fobissie, 21 Jahre alt, Gründer und Geschäftsführer von Fobissie. Einen großen Teil meiner Jugend hat zunächst der Fußball geprägt. Mit sechs Jahren habe ich angefangen zu spielen, ab etwa 13 war ich bei Werder Bremen im Leistungsbereich. Mit 16 bin ich nach Kiel gezogen und habe dort zwei Jahre gelebt und bei Holstein Kiel unter anderem in der U17- und U19-Bundesliga gespielt.

Parallel dazu hatte ich schon früh Einblicke in das Unternehmen meines Vaters. Mit UTAMTSI beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Spezialitätenkaffee und weiteren hochwertigen Rohstoffen aus verschiedenen Anbauregionen, unter anderem aus Kamerun und Uganda. Ich war auf Messen dabei, habe im Unternehmen mitgearbeitet und dadurch früh gesehen, was hinter Herkunft, Verarbeitung und direktem Handel steckt.

Als ich 2023 mit dem Leistungsfußball aufgehört habe, habe ich deutlich intensiver im Familienunternehmen gearbeitet – in Produktion, Marketing und verschiedenen operativen Bereichen. Dort bin ich auch stärker mit Kakao in Kontakt gekommen. Mich hat die Frage beschäftigt, warum ein hochwertiger Rohstoff aus Kamerun exportiert wird, aber ein großer Teil der Verarbeitung und Wertschöpfung anschließend woanders stattfindet.

Ich wollte selbst verstehen, wie aus der Bohne ein hochwertiges Kakaoprodukt entsteht. Daraus haben sich zunächst Experimente und später Fobissie entwickelt. Ein besonderer Moment war für mich, als ich meinem Onkel in Kamerun eine Schokoladentafel aus Kakao aus seinem eigenen Umfeld geben konnte. Er konnte zum ersten Mal erleben, wie dieser Kakao als fertige Schokolade schmeckt.

Genau darum geht es mir: Kakao aus Kamerun nicht nur als Exportrohstoff zu betrachten, sondern als hochwertigen Rohstoff, aus dem eigenständige Premiumprodukte und langfristig mehr Wertschöpfung entstehen können.

Bevor du Unternehmer wurdest, hast du rund zehn Jahre im Leistungsfußball gespielt, unter anderem bei Werder Bremen und Holstein Kiel. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit prägen dich heute als Gründer und was hat dich dazu bewegt, einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen?

Der Fußball hat mir vor allem Disziplin, Ehrgeiz, Konsequenz und den Umgang mit Rückschlägen beigebracht. Mein Alltag war über viele Jahre sehr klar strukturiert. Man trainiert auch dann, wenn man nicht jeden Tag motiviert ist. Man arbeitet zusätzlich an sich, übernimmt Verantwortung für Ernährung und Regeneration und beginnt am nächsten Morgen wieder von vorne.

Besonders wichtig war für mich der Umgang mit Niederlagen. Man verliert ein Spiel, verletzt sich oder erreicht ein persönliches Ziel nicht – und trotzdem muss man entscheiden, wie man am nächsten Tag damit umgeht. Diese Fähigkeit, Rückschläge aufzunehmen, daraus zu lernen und weiterzumachen, prägt mich bis heute.

Als mein Weg im Leistungsfußball 2023 endete, habe ich diesen Ehrgeiz nicht verloren. Ich habe ihn auf das Unternehmertum übertragen. Viele Eigenschaften, die ich heute beim Aufbau eines Unternehmens brauche – Belastbarkeit, Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und lösungsorientiertes Denken – habe ich im Fußball gelernt.

Mit Fobissie möchtest du eine vertikal integrierte Premium-Kakaomarke aufbauen, die Westkamerun und Deutschland verbindet. Welche Vision steht hinter diesem Konzept und was möchtest du in der internationalen Kakao- und Schokoladenbranche verändern?

Ein zentraler Gedanke ist für mich Bean-to-Bar. Ich möchte nicht nur ein fertiges Produkt verkaufen, sondern verstehen und transparent machen, welche Schritte notwendig sind, bevor eine Schokolade überhaupt im Regal steht.

Zwischen dem Produzenten und dem fertigen Produkt liegen Anbau, Ernte, Fermentation, Trocknung, Sortierung, Transport, Röstung, Mahlen, Conchieren, Temperieren und viele weitere Schritte. Mir ist aufgefallen, dass darüber häufig nur wenig gesprochen wird. Diese Wissenslücke möchte ich verkleinern.

Gleichzeitig ist vertikale Integration für mich eine Qualitätsfrage. Je besser ich Herkunft, Verarbeitung und einzelne Zutaten kenne, desto besser kann ich verstehen, wodurch Qualität entsteht und wie ich sie langfristig möglichst konstant halten kann. Das betrifft sowohl Qualität als auch Kosten und Abhängigkeiten.

Außerdem möchte ich zeigen, dass Kakao viel vielseitiger ist als das klassische Bild einer stark gesüßten Schokoladentafel. Kakao kann als Schokolade, Trinkkakao, Kakaopulver, Kakaodrops, Kakaoschale oder Kakaobutter verarbeitet werden. Der Rohstoff bietet sehr viel mehr Möglichkeiten, als viele Menschen zunächst vermuten.

Du bist selbst an nahezu allen Schritten der Wertschöpfung beteiligt, von der Rohstoffbeschaffung über die Verarbeitung bis zum Vertrieb. Warum ist dir diese direkte Kontrolle so wichtig und welche Herausforderungen bringt sie im unternehmerischen Alltag mit sich?

Die direkte Kontrolle ermöglicht mir, Herkunft, Qualität, Kosten und die Beziehungen zu unseren Partnern besser zu verstehen. Gerade bei Kakao entsteht Qualität nicht erst in Deutschland. Wann geerntet wird, wie fermentiert und getrocknet wird, wie die Bohnen gelagert und transportiert werden – all das entscheidet später mit über das Endprodukt.

Wenn in einem frühen Verarbeitungsschritt etwas grundlegend falsch läuft, kann ich das am Ende der Kette nicht einfach wieder korrigieren. Gleichzeitig können sich durch Klimaeinflüsse Erntezeiten und Rohstoffeigenschaften verändern.

Die größte Herausforderung ist deshalb die Koordination. Ich muss verstehen, wann Rohstoffe verfügbar sind, wann eingekauft werden muss, wie gelagert wird, welche Produktionsschritte wann stattfinden und wie die Qualität über die gesamte Kette erhalten bleibt.

Dazu kommt eine enorme Kompetenzaneignung. Man muss nicht nur Schokolade herstellen können, sondern Produktionsprozesse, Logistik, Qualitätssicherung und die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten verstehen. Mein Ziel ist eine Struktur, in der der Produzent fair entlohnt wird und der Kunde gleichzeitig ein hochwertiges Produkt bekommt.

Westkamerun spielt für Fobissie eine zentrale Rolle. Was zeichnet den Kakao aus dieser Region aus und wie stellst du sicher, dass Qualität, Herkunft und die Zusammenarbeit mit den Produzenten langfristig im Mittelpunkt stehen?

Der Kakao aus Westkamerun besitzt für mich einen sehr eigenen Geschmackskomplex. Dieses Potenzial entsteht aber nicht automatisch. Entscheidend ist, wie der Kakao geerntet, fermentiert, getrocknet, sortiert, transportiert, geröstet und später verarbeitet wird.

Ich sehe Qualität deshalb als durchgehenden Prozess. Vom Pflücken bis zu dem Moment, in dem jemand in die fertige Schokolade beißt, gibt es viele Stellen, an denen Qualität entweder erhalten oder verloren werden kann.

Der Kakao wächst in unserer Region zudem nicht isoliert in einer reinen Monokultur, sondern in einer vielfältigeren Umgebung gemeinsam mit anderen Pflanzen. Dieses Terroir und die lokalen Bedingungen prägen auch den Charakter des Rohstoffs.

Bei der Zusammenarbeit mit den Produzenten ist mir wichtig, ihre Interessen zu verstehen. Die Menschen vor Ort müssen von ihrer Arbeit leben können und einen wirtschaftlichen Anreiz dafür haben, langfristig hohe Qualität zu liefern und ihre Anbauflächen zu erhalten. Dafür braucht es faire Preise, enge Beziehungen, regelmäßigen Austausch und Transparenz.

Mein Ziel ist letztlich eine Win-win-Situation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es sollte nicht notwendig sein, dass jemand schlechter gestellt wird, damit am Ende eine gute Schokolade entsteht.

Ein wesentliches Ziel von Fobissie ist es, mehr Wertschöpfung rund um den Ursprung afrikanischer Rohstoffe zu schaffen. Wie möchtest du dieses Vorhaben konkret umsetzen und welche wirtschaftlichen Perspektiven können dadurch vor Ort entstehen?

Ein wichtiger Bestandteil sind direkte Handelsbeziehungen und eine Vergütung, die über dem üblichen Weltmarktniveau liegt. Dadurch soll Landwirtschaft langfristig ein Einkommen ermöglichen, von dem Menschen tatsächlich leben können.

Gleichzeitig geht es darum, die natürlichen Anbaubedingungen zu erhalten. Ich möchte einen möglichst naturnahen und ökologisch verträglichen Anbau unterstützen, der ohne unnötige chemische Belastung des Bodens auskommt und das Terroir langfristig schützt.

Ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit gehören für mich zusammen. Wenn Produzenten vernünftig von ihrer Arbeit leben können, entsteht auch ein anderer Anreiz, Böden, Pflanzen und Anbaustrukturen langfristig zu erhalten.

Auf der anderen Seite möchte ich Kunden in Deutschland stärker vermitteln, woher ein Produkt kommt, welche Menschen daran beteiligt sind und warum hochwertige Rohstoffe ihren Preis haben. Langfristig möchte ich außerdem immer mehr Verarbeitungskompetenz und Wertschöpfung rund um den Ursprung aufbauen.

Der Markt für Premium-Schokolade ist von etablierten Marken und steigenden Qualitätsansprüchen geprägt. Was unterscheidet Fobissie von anderen Anbietern und welche Zielgruppen möchtest du mit deinen Produkten besonders erreichen?

Für mich beginnt der Unterschied beim Rohstoff. Wir arbeiten mit Kakao aus einer klar definierten Region in Westkamerun und beschäftigen uns intensiv damit, wie Herkunft, Fermentation, Trocknung und Verarbeitung das spätere Produkt beeinflussen.

Danach kommt unsere eigene Verarbeitung. Wir beschäftigen uns selbst mit Rösten, Mahlen, Conchieren, Temperieren und Rezepturen und arbeiten bewusst mit wenigen Zutaten und ohne unnötige Zusätze oder Emulgatoren.

Ein weiterer Unterschied ist die sensorische Ausrichtung. Unser Kakao wird von Kunden häufig als charaktervoll und teilweise nussig wahrgenommen und besitzt ein eigenes Schmelz- und Geschmacksprofil. Mir geht es nicht darum, den Geschmack industriell zu standardisieren, sondern das Potenzial des Rohstoffs möglichst sauber herauszuarbeiten.

Gleichzeitig denken wir Kakao nicht nur als klassische Schokolade. Derselbe Rohstoff kann beispielsweise als Schokoladentafel, 100-Prozent-Kakaodrops oder Trinkkakao angeboten werden.

Damit richten wir uns an Menschen, die sich stärker für Herkunft, Geschmack, Verarbeitung und Qualität interessieren, aber auch an professionelle Kunden, die hochwertige Kakaoprodukte weiterverarbeiten möchten.

Die Herstellung hochwertiger Schokolade erfordert technisches Wissen, präzise Rezepturen und ein gutes Verständnis der Rohstoffe. Welche Herausforderungen hast du bei der Produktentwicklung erlebt und welche Rolle spielen Geschmack, Qualität und Innovation für deine Marke?

Ich habe sehr schnell gemerkt, wie viel technisches Wissen hinter einer guten Schokolade steckt. Am Anfang habe ich viel über Fachliteratur und Schokoladenhandbücher gelernt, später Seminare besucht, mich auch in den USA weitergebildet und praktische Erfahrungen mit Fachleuten in Süddeutschland gesammelt.

Trotzdem lerne ich bis heute ständig weiter. Von Fermentation und Trocknung über Rösten, Mahlen und Conchieren bis hin zu Temperierung, Lagerung und Haltbarkeit muss man viele chemische und physikalische Zusammenhänge verstehen.

Bei meinen Rezepturen habe ich deshalb sehr systematisch gearbeitet. Ich habe einzelne Schritte dokumentiert, Rezepturen verändert, erneut produziert, Ergebnisse ausgewertet und wieder angepasst. Teilweise bedeutet Produktentwicklung, denselben Prozess immer wieder neu durchzugehen.

Geschmack ist für mich dabei ein wesentlicher Bestandteil von Qualität. Deshalb spielt Kundenfeedback ebenfalls eine große Rolle. Wie wird die Sensorik wahrgenommen? Wie ist der Schmelz? Was gefällt und was muss verändert werden? Innovation entsteht für mich aus dieser Verbindung zwischen Rohstoffwissen, technischem Lernen und echtem Feedback aus dem Markt.

Du hast Fobissie parallel zu deinem BWL-Studium aufgebaut und sogar deine Bachelorarbeit der Produktentwicklung deines eigenen Food-Startups gewidmet. Wie haben sich wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen gegenseitig beeinflusst?

Meine Bachelorarbeit hat mir geholfen, Dinge wissenschaftlich einzuordnen, die ich vorher bereits praktisch erlebt hatte.

Ich habe mich mit physischen und temporalen Restriktionen in der Produktentwicklung beschäftigt und dabei insbesondere hinterfragt, wie gut klassische Lean-Startup-Logiken aus der Tech-Welt auf physische Produkte übertragbar sind.

Bei Software kann eine Änderung teilweise innerhalb weniger Stunden umgesetzt und wieder zurückgenommen werden. Bei einem Lebensmittel funktioniert das anders. Rohstoffe besitzen natürliche Schwankungen. Rezepturen müssen produziert werden. Haltbarkeit, Kühlung, Lagerung und Qualitätsstabilität brauchen Zeit. Ein Fehler kostet Rohstoffe, Produktionskapazität und Kapital.

Dadurch laufen Lern- und Entwicklungszyklen wesentlich langsamer und sind weniger reversibel. Auch beim Skalieren reicht es nicht, einfach mehr Kunden zu gewinnen. Man braucht Produktionskapazitäten, Maschinen, Lieferketten und Qualitätssicherung.

Für mich war besonders interessant, dass ich gleichzeitig Gründer und Forscher war. Die praktische Arbeit hat mir die Forschungsfragen gegeben, und die wissenschaftliche Arbeit hat mir anschließend geholfen, meine eigenen unternehmerischen Probleme strukturierter zu verstehen.

Mit gerade einmal 21 Jahren trägst du bereits die Verantwortung für ein eigenes Unternehmen. Welche Hürden musstest du als junger Gründer überwinden und welche Bedeutung hatten dein familiäres Umfeld und unternehmerische Vorbilder für deine Entwicklung?

Die Herausforderung liegt für mich weniger in der Zahl 21 als in der Verantwortung, die sehr früh damit verbunden ist.

Ich habe Fobissie parallel zum Studium aufgebaut. Man sitzt in einer Vorlesung und kurz danach muss ein Kundenproblem gelöst werden. Danach geht es vielleicht in die Produktion, anschließend zur Buchhaltung und später muss noch mit Partnern in Kamerun gesprochen werden. Man muss sehr früh lernen, unterschiedliche Rollen gleichzeitig zu übernehmen.

Mein Vater war dabei ein wichtiger Mentor. Durch seine unternehmerische Erfahrung konnte ich schon früh beobachten, was Unternehmertum in der Realität bedeutet, und hatte jemanden, den ich bei bestimmten Fragen um Rat bitten konnte.

Trotzdem muss man die Verantwortung für das eigene Unternehmen irgendwann selbst übernehmen und sich sehr viel Wissen während des Machens aneignen.

Auch hier hat mir der Fußball geholfen. Druck, lange Tage, Rückschläge und hohe Erwartungen waren mir nicht völlig fremd. Der Ehrgeiz und die Disziplin aus dieser Zeit helfen mir bis heute sehr.

Aktuell steht bei Fobissie die Professionalisierung und Skalierung der eigenen Produktion im Mittelpunkt. Welche konkreten Schritte sind dafür notwendig, wie möchtest du das Wachstum finanzieren und welche Rolle sollen E-Commerce, Geschäftskunden und neue Vertriebspartnerschaften künftig spielen?

Fobissie befindet sich gerade an einem wichtigen Übergang. Die vergangenen Jahre waren stark von Produktentwicklung, Tests und Marktfeedback geprägt. Mittlerweile sehe ich, dass wir uns einem Product-Market-Fit deutlich angenähert haben. Die Produkte sind im Markt angekommen, Kunden nehmen sie an und jetzt geht es stärker um gezielte Optimierung und Professionalisierung.

Der nächste Schritt besteht für mich deshalb nicht darin, einfach möglichst schnell größer zu werden. Zuerst muss klar sein, wie Produktion, Beschaffung, Verarbeitung und Vertrieb langfristig strukturiert werden sollen – sowohl in Deutschland als auch perspektivisch in Kamerun.

Anschließend kann Schritt für Schritt entschieden werden, welche Produktionskapazitäten aufgebaut und welche Vertriebskanäle stärker skaliert werden. Dabei werden E-Commerce, Geschäftskunden und neue Vertriebspartnerschaften unterschiedliche Rollen spielen. Welche Kanäle besonders stark ausgebaut werden, möchte ich anhand der tatsächlichen Nachfrage und Marktreaktionen entscheiden.

Bei der Finanzierung halte ich mir bewusst verschiedene Optionen offen. Je nachdem, welcher konkrete Investitionsschritt ansteht, können unterschiedliche Finanzierungsinstrumente sinnvoll sein. Entscheidend ist für mich weniger die Finanzierungsform selbst als die Frage, ob sie langfristig zur jeweiligen Entwicklungsstufe des Unternehmens passt.

Wenn du fünf Jahre in die Zukunft blickst: Wo möchtest du Fobissie als Marke positionieren, welche Ziele verfolgst du für die Wertschöpfung zwischen Afrika und Deutschland und was würdest du jungen Menschen mitgeben, die selbst unternehmerisch tätig werden möchten?

In fünf Jahren möchte ich, dass Fobissie einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad besitzt und Menschen sehr klar wissen, wofür die Marke steht.

Wenn jemand Fobissie sieht, soll er wissen: Hier entstehen hochwertige Produkte unter Bedingungen, die Produzenten, Rohstoff und Umwelt respektieren. Kunden sollen mit gutem Gewissen einkaufen können, weil sie verstehen, woher das Produkt kommt und wie die Wertschöpfung organisiert ist.

Mit wachsender Bekanntheit soll natürlich auch die Produktion professioneller und größer werden. Gleichzeitig möchte ich die Verbindung zwischen Afrika und Deutschland weiterentwickeln und langfristig mehr Kompetenzen und Wertschöpfung rund um den Ursprung der Rohstoffe aufbauen.

Grundsätzlich wünsche ich mir auch ein anderes Bewusstsein für Konsum. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Konsumgesellschaft und wissen häufig kaum noch, wer unsere Produkte herstellt, woher die Rohstoffe kommen und welche Folgen unsere Kaufentscheidungen haben.

Wenn ich jungen Menschen etwas mitgeben würde, dann wäre es, bestehende Wege nicht automatisch als alternativlos zu betrachten. Man kann Geschäftsmodelle anders denken. Man kann wirtschaftlich arbeiten und gleichzeitig versuchen, für mehrere Beteiligte echten Mehrwert zu schaffen. Genau das möchte ich mit Fobissie zeigen.

Bildrechte: Saagon Fobissie / privat

Wir bedanken uns bei Saagon Fobissie für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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