Donnerstag, April 2, 2026
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Sich von einem Nein nicht aus der Bahn werfen lassen

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HEIMATHAUFEN soap & precede Körperpflege Duschgel Shampoo

HEIMATHAUFEN: soap & precede umweltbewusste Körperpflege mit Duschgel und Shampoo zum selber mischen

Stellen Sie sich und das Startup HEIMATHAUFEN doch kurz unseren Lesern vor!

Moin, wir sind Boris und Oliver Schumacher und haben 2018 zusammen die HEIMATHAUFEN GmbH gegründet. Im Februar 2019 erblickte dann die Idee zu soap & precede das Licht der Welt –umweltbewusste Körperpflege mit Duschgel und Shampoo zum selber mischen. Unser erstes Produkt, das all in. WASH. 4-in-1., ist ein konzentriertes Pulver, das sich in Verbindung mit Leitungswasser Zuhause in ein Allzweck-Duschgel verwandelt.

Damit bekommt man sozusagen das Beste aus zwei Welten: Körperpflege so umweltschonend und verpackungsarm wie ein festes Stück Seife und doch das flüssige Produkt, auf das viele Menschen einfach nicht verzichten wollen!

Jeder Beutel all in. WASH. ersetzt dabei vier Plastikflaschen und spart so nicht nur 95 % Verpackung – das „fehlende“ Wasser macht das Pulver zudem deutlich leichter als herkömmliche Produkte und reduziert daher die CO2-Emissionen auf dem Transportweg um 90 %. Zudem landet das all in. WASH. ganz platzsparend direkt im Briefkasten – entweder einmalig oder als regelmäßige Lieferung.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Um etwas zu verändern. Wobei, jeder von uns hat jeden einzelnen Tag erneut die Chance, etwas zu verändern – das ist nicht von einer Gründung oder der gewählten Unternehmensform abhängig, sondern vom eigenen Anspruch, einer Vision die einen antreibt und natürlich einer guten Idee. Aber natürlich hilft eine Unternehmensgründung und lenkt u.A. viele rechtliche Themen in geordnete Bahnen. Letztendlich haben wir so recht schnell entschlossen, dass wir unsere ersten Schritte in Sachen Selbstständigkeit und Realisierung eigener Ideen im Rahmen einer GmbH umsetzen wollen.

Welche Vision steckt hinter HEIMATHAUFEN und soap & precede?

Uns als Team und HEIMATHAUFEN treibt vor allem die Überzeugung an, dass wir die Dinge so wie sie sind zwar akzeptieren, aber niemals hinnehmen müssen.  Wir finden so zum Beispiel, dass Unternehmen viel stärker in die Verantwortung genommen werden müssen – denn um wirklich etwas zu bewegen braucht es beide Seiten: Kunden, die bereit sind Neues auszuprobieren und Alternativen zu verwenden UND eben auch Unternehmen, die diese Lösungen anbieten und neue Herangehensweisen ermöglichen. Und zwar nicht in Form von Greenwashing um schnelles Geld zu machen, sondern wirklich aus den richtigen Beweggründen.

Wenn wir uns heute die Personal Care Branche anschauen, ein immerhin 14 Milliarden Euro großer Markt, dann sehen wir, dass unter den Aspekten Nachhaltigkeit und Umbruch die Geschwindigkeit noch zu gemächlich ist. Man stelle sich nur einmal vor, wie viel Kosmetikprodukte die bis zu 90 % aus Wasser bestehen täglich durch die Nation gefahren werden – ein gewaltiges Transportgewicht, das einfach nicht sein müsste. Aber sinnvolle und praktikable Lösungen fehlen bislang, Seifenstücke und festes Shampoo werden größtenteils vom Verbraucher nicht angenommen.

Mit unserer powder-to-liquid Formel möchten wir verändern, wie wir uns morgen waschen und zeigen, dass sich nachhaltiges Leben und Komfort sehr wohl miteinander verbinden lassen – wenn Unternehmen clevere Lösungen anbieten. Deswegen freut es uns besonders, dass wir seit den letzten Monaten nicht mehr Einzelkämpfer auf diesem neuen Markt sind, sondern immer mehr kleine Startups diesen oder einen ähnlichen Ansatz aufgreifen. Es braucht noch viel mehr davon, damit wir gemeinsam dieses neue Prinzip bekannt machen und wirklich einen Wandel herbeiführen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Der Weg von einer Idee zum fertigen Produkt ist lang und damals wussten wir noch nicht, was da in Wirklichkeit alles auf uns zukommen würde. Vor allem hatten wir uns die Entwicklung dann doch etwas einfacher vorgestellt. Zumal wir recht schnell festgestellt haben: es ist nicht nur damit getan, ein wasserfreies Produkt zu entwickeln, sondern Körperpflegeprodukte müssen komplett neu gedacht werden. Dann ein Jahr später ein fertiges Produkt in den Händen zu halten, ist ein ganz besonderes Gefühl, das all die Anstrengungen und Hürden schnell vergessen lässt. Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Rezeptur eine komplette Eigenentwicklung ist und wir zum Beispiel nur für die Zulassungstests etc. ein externes Labor beauftragen mussten. So konnten wir das all in. WASH. bisher vollständig selbst finanzieren.

Wer ist die Zielgruppe von soap & precede?

Eigentlich jeder Mensch, der sein Badezimmer nachhaltig gestalten und auf all die vielen Plastikflaschen verzichten möchte, aber eben nicht auf den Komfort und das Erlebnis eines flüssigen Produktes.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Unser all in. WASH. ist ein Kombi-Produkt, das sich sowohl für Körper, Haare, Hände, als auch Gesicht eignet. Wir erreichen das, indem wir Inhaltsstoffe ausgewählt haben, die den hohen Ansprüchen an gut verträgliche und naturnahe Kosmetik gerecht werden – so verwenden wir ein sulfatfreies Tensid (Sodium Cocoyl Isethionate), während in anderen Produkten häufig noch Sodium Coco Sulfate oder gar SLS (Sodium Lauryl Sulfate) zum Einsatz kommt.

SCI ist ein besonders mildes Tensid und findet daher auch in Babyshampoos Verwendung. So werden Haut und Haare zwar schön sauber, zugleich wird empfindliche Haut aber nicht austrocknet oder unnötig strapaziert. In Kombination mit hydrolysiertem Weizenprotein und Aloe Vera entstand eine Rezeptur, die für die meisten Haut- und Haartypen geeignet ist und ohne Silikone, Parabene oder andere umstrittene Inhaltsstoffe auskommt. Natürlich vollständig vegan und ohne Tierversuche.

Außerdem haben wir uns gegen die Form einer Brausetablette und für ein Pulver entschieden.

Das bringt gleich mehrere Vorteile: es werden keine Hilfsstoffe benötigt, um die Tablette zum Sprudeln zu bringen – so bleibt genügend Platz für unsere Wirkstoffe. Außerdem lässt sich das Pulver ohne Probleme ganz nach Belieben dosieren.

Da aus dem all in. WASH. Pulver keine wässrige Flüssigkeit entsteht, sondern ein zartes Gel, wird kein besonderes Gefäß wie z.B. ein Schaumspender benötigt – jeder Spender, jede Flasche ist geeignet. Wir sind sogar noch einen Schritt weitergegangen und verkaufen kein eigenes Gefäß. Es ist nicht erforderlich, zusätzlich Spender und Flaschen zu produzieren und in Umlauf zu bringen, wenn wahrscheinlich in fast jedem Haushalt bereits alte Duschgelflaschen auf ein zweites Leben warten oder am Waschbecken ohnehin zur Einrichtung passend ausgesuchte Seifenspender stehen.

Als sozial verantwortliches Unternehmen arbeiten wir zudem für den Versand nicht nur mit einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zusammen, sondern verpflichten uns darüber hinaus auch dazu, 5 % des Brutto-Verkaufspreises sämtlicher Produkte an nachhaltige Klimaschutzprojekte zu spenden. Mit unserem Bonus-System wollen wir außerdem ein Zeichen im deutschen Recyclingsystem setzen, indem wir für alle von uns in Umlauf gebrachten Verpackungsmaterialien die volle Verantwortung übernehmen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Natürlich kam diese Krise wie für viele Unternehmen äußerst ungelegen. Eigentlich befinden wir uns gerade mitten in der Messezeit und besonders für Startups ist diese Präsenz ungemein wichtig – sie generiert Aufmerksamkeit und das Netzwerk lässt sich super erweitern. Das hat auch für uns viele Pläne über den Haufen geworfen. Aber dennoch konnte der restliche Betrieb gut aufrecht erhalten werden – die Produktion lief weiter, auch der Versand unserer Produkte musste nicht eingeschränkt werden. Da wir viele Dinge ohnehin bereits digitalisiert haben, ließ sich mit der Krise gut leben. Natürlich ist der persönliche Kontakt wertvoller und schöner als ein Online-Meeting. Dennoch müssen wir uns glücklich schätzen, dank dieser Technologien relativ „normal“ weiterarbeiten zu können, wenn auch auf bisher noch ungewohnte Weise.

Man denke an viele andere Branchen, die von Gästen, Passanten und Besuchern leben und drastische Umsatzeinbrüche verzeichnen mussten – im direkten Vergleich dazu, dürfen wir eigentlich gar nicht von einer Krise sprechen.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir befinden uns ohnehin im regen Austausch u.A. mit unseren Lieferanten und Partnern. Dennoch haben wir diesen im Januar 2020 zunehmend intensiviert und auch Vorkehrungen wie z.B. die Anpassung der Materialplanungen getroffen. Und natürlich sämtliche Meetings und Termine auf Online-Plattformen verlagert. Da wir ohnehin digital aufgestellt sind, waren weitreichende Änderungen nicht notwendig.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Es ist jetzt neben dem Zusammenhalten und Rücksicht aufeinander nehmen, vor allem wichtig, dass wir nicht wieder in alte Muster verfallen. Natürlich muss die Wirtschaft wieder anlaufen, selbstverständlich sollte versucht werden, weggebrochener Umsatz aufgeholt zu werden. Wir dürfen das aber nicht um jeden Preis tun, sondern müssen bisherige Produkte und Dienstleistungen nachhaltiger denken – immer mit dem Bewusstsein, dass wenn wir jetzt nichts ändern, das definitiv nicht die letzte Krise gewesen sein wird. Und am Ende des Tages müssen wir uns unsere eigene Vergänglichkeit in Erinnerung rufen, denn egal welche Krisen uns in den nächsten Jahrzehnten treffen – die Menschheit wird stets den Kürzeren ziehen.

Und gerade dieses Bewusstsein kann jungen und anders denkenden Startups den nötigen Aufwind geben – wer jetzt disruptiv denkt, ist für die kommende Zeit gut aufgestellt.

HEIMATHAUFEN, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Fokus liegt momentan darauf, unsere Idee und das „powder to liquid“-Prinzip weiterzuentwickeln, gemeinsam mit anderen Startups groß zu machen und unsere Produktpalette zu erweitern. Natürlich ist auch die Listung im Handel eines unser gesteckten Ziele – langfristig wollen wir so nicht nur in den Drogeriemärkten, sondern auch im LEH verfügbar sein. 

Wir würden allerdings noch einen Schritt weitergehen und wagen die Prognose, dass in ein paar Jahren viele wasserbasierte Körperpflegeprodukte hauptsächlich in einer Pulver- oder Tablettenform erhältlich sein werden. Die Vorteile und Einsparungen an Verpackung und reduzierten CO2-Emissionen überwiegen einfach zu stark – und dass, ohne signifikante Einbußen an Benutzerkomfort. Und auch unabhängig von der Verpackungsthematik ist bereits allein das geringere Transportgewicht ein wichtiger Schritt in die Zukunft und ermöglicht viele weitere Businessmodelle und nachhaltige Lösungen.

Wenn wir also in fünf Jahren auf die Anfänge zurückblicken können, mit dem Wissen, zusammen mit einigen anderen Startups gemeinsam verändert zu haben, wie die Körperpflegeindustrie und deren Produkte funktioniert und damit einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft geleistet zu haben – das ist doch eigentlich mehr als man sich wünschen kann. Natürlich werden die Produkte von soap & precede dann noch nach wie vor erhältlich sein und wir darüber hinaus noch das ein oder andere weitere Konzept umgesetzt haben.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Einfach mal machen – es gibt ganz tolle Ideen da draußen, die wahrscheinlich niemals in Angriff genommen werden, aus Angst davor, zu scheitern.

Sich von einem „Nein“ nicht aus der Bahn werfen lassen – seht es vielmehr als Anlass, den ein oder anderen Ansatz nochmals zu hinterfragen und dabei die zentrale Frage niemals zu vergessen: „was möchte ich damit eigentlich erreichen“. Meist führen mehrere Lösungen und Wege zu diesem Ziel.

Darüber reden – sucht Euch gute Gesprächspartner, mit denen ihr Eure Ideen besprechen, diskutieren und aus vielen Blickwinkeln beleuchten könnt. Häufig kann eine kleine Anmerkung von Außerhalb der nötige Hinweis sein, nach dem man so lange gesucht hat.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Boris und Oliver Schumacher  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Seid anpassungsfähig und hört euch andere Meinungen an

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Jan Valentin ennea captial partners Reisebranche

Interview mit Jan Valentin, GP bei ennea capital partners über die Chancen und Herausfoderungen in der Reisebranche

Stellen Sie sich doch kurz unseren Lesern kurz vor

Ich bin gelernter Journalist, Marketingmann – und seit einem halben Jahrzehnt Unternehmer. Zu meinen Fachgebieten gehören Geschäftsstrategie, Marketing, Investition, Product Development und Change Management. Bevor ich mein eigenes Unternehmen aufgebaut habe, leitete ich den Bereich Global Strategy bei KAYAK und einige anderen Reiseunternehmen. Zuvor hatte ich in der Nachrichtenbranche gearbeitet, wo ich meine Karriere im Reiseteil der Süddeutschen Zeitung begann. 

Stellen Sie uns und unseren Lesern ennea capital partners kurz vor!

Mit einem Team von sieben Mitarbeitern in Berlin, London und München ist ennea capital partners eine VC & Advisory Firma. Wir beraten und investieren in Reise- und Mobilitäts-Startups in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika). Mit einem Team von Branchenexperten haben wir uns in der VC- und / oder Mobilitäts-Startup-Welt den Ruf erarbeitet, hands-on und operative stark zu sein.

In welche Startups investiert ennea capital partners?

Wir konzentrieren uns auf Startups in der Seed Stage mit einem fertigen MVP / ersten Produkt und einem stringenten Geschäftsplan. Wir tendieren dazu, alle Geschäftsmodelle oder spezifische Geschäftsbereiche zu betrachten, während wir uns von Unternehmen fernhalten, die unserer Meinung nach nicht zu 100 Prozent in der Lage sind, das Geschäft sowohl strategisch als auch operativ wirklich zu unterstützen.

Wie sehen Sie die Situation für die Reisebranche wegen Corona?

Die Reise- und Transportbranche befindet sich in der größten Krise ihrer Geschichte. Obwohl diese langfristige Auswirkungen haben kann und sich das Reiseverhalten und die Reisemuster ändern werden, glauben wir nicht, dass die Reisebranche insgesamt in Gefahr ist: Die Zahlen der letzten zwei Jahrzehnte sprechen da eine klare Sprache: Als der 11. September Schockwellen in die ganze Welt sandte, verzeichnete die Welttourismusorganisation weltweit 588 Millionen Reisende. Neun Jahre später – nach dem Höhepunkt der Finanzkrise – reisten 818 Millionen Menschen (2010). Erneut neun Jahre später und man zählt 1,3 Milliarden Reisende im Jahr 2019. Derzeit ist es unmöglich das genaue Ende der Coronavirus-Krise vorherzusagen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass in neun Jahren mehr als 1,5 Milliarden Reisende Urlaubs- und Geschäftsreisen rund um die Welt unternehmen werden. Reisen, die ein Zehntel der Weltwirtschaft ausmachen, bleiben ein attraktives Investitionsfeld.

Wie dramatisch sieht die Situation für Reise Startups aus? Wie können Startups jetzt handeln?

In der Regel dauert es mehr als sieben Jahre, um ein erfolgreiches Startup aufzubauen. Frühphasen-Startups mit geringen Einnahmen befinden sich daher möglicherweise tatsächlich in einer guten Position. Sie werden in einem Markt mit weniger Dinosauriern eintreten, sobald die Branche wirklich anzieht.

Bis zum Ende des Jahrzehnts werden derzeit aufstrebende, disruptive Technologien und Unternehmen, die die Buchung und Bearbeitung von Reisen erleichtern, eine beschleunigte Annahme und Skalierung erfahren und für Investoren attraktiv bleiben.

Investieren Sie momentan in die Reisebranche?

Ja, wir investieren unsere ganze Zeit und etwas Geld in Reisen. Wir haben jedoch auch begonnen, unser Portfolio neu zu diversifizieren.

Wie wird sich aus ihrer Sicht die Reisebranche verändern?

Der Urlaubsmarkt ist bereits lokaler, atomisierter und insgesamt weniger technologiegetrieben als der Geschäftsreisemarkt. Dieser Sektor wird sich auch stärker erholen. Wir denken, dass Urlaubsreisen bis spätestens 2022 wieder auf das Niveau von 2019 zurückkehren werden Dies wird wahrscheinlich in Phasen geschehen. Urlaubsreisen zu Zielen, die mit dem Auto oder Zug erreicht werden können, erleben jetzt schon ein Comeback. Wir sehen das gerade bei Ferienhäusern. Bei Paketreisen wird die Erholung langsamer erfolgen. Der Geschäftsreisemarkt könnte für immer schrumpfen, da Unternehmen neue Technologien verwenden, welch die Notwendigkeit von Geschäftsreisen verringern. Dies kann sich auch auf Startups auswirken, die in diesem Feld arbeiten.

Wie können sich Startups bewerben? 

Wir treten über viele verschiedene Kanäle mit Startups in Kontakt – und umgekehrt. Und wir sprechen auf Konferenzen, wir organisieren Startup-Pitches – teilweise mit Co-Investoren. Wir bekommen auch viele Leads von anderen VCs und von Startups, mit denen wir bereits zusammenarbeiten.

Wie läuft das dann ab?

Wir versuchen immer auf jede Anfrage binnen 48 Stunden Feedback zu geben, und erklären dort, ob wir ein Investment für möglich halten oder nicht. Wenn beide Seiten interessiert sind, führen wir dann einen tieferen Due-Diligence-Prozess durch, der Wochen dauern kann. Oft unterstützen wir Startups auch dabei, ihre Material- bzw. Denkprozesse zu verfeinern, um beim Fundraising erfolgreicher zu sein.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt, um ein Startup zu gründen?

In gewisser Weise ist Timing alles. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und gut vorhersagen können, was die Zukunft bringen wird und was der Markt will. Generell ist das Timing also sehr wichtig. Es ist insgesamt sehr schwer, alles richtig zu machen. Und es unterscheidet sich für jedes Startup und jede Branche. Der richtige Product-Market-Fit ist das Schwierigste. Und der hängt nun mal vom Timing ab.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Jan Valentin aus?

Viele, viele Videoanrufe mit Startups und neuen Partnern heutzutage, irgendwie effizienter als früher. Wir versuchen ebenfalls effizient als Team zu arbeiten und uns kontinuierlich miteinander zu synchronisieren, um uns gegenseitig zu unterstützen. Kreative Arbeit versuche ich meistens in die frühen Morgenstunden und Wochenenden zu legen.

Welches sind die größten Fehler junger Gründer?

Nicht genug zu fokussieren, von ihrer eigenen Leidenschaft mitgerissen zu werden (die nicht zu einem bestimmten Geschäft passt), mangelndes Teamplay, der Gedanke, dass die Dinge von selbst laufen werden, mangelnder Fokus auf Zahlen.

Welche 3 Tipps haben Sie für Gründer?

Seid anpassungsfähig und hört euch andere Meinungen an. Wenn Ihr müsst, richtet euch neu aus und versucht dabei aber auch, eurem inneren Kompass treu zu bleiben. 

Bleibt geduldig, Dinge brauchen ihre Zeit.

Baut so schnell ihr könnt ein starkes Team auf.

Wir bedanken uns bei Jan Valentin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Keine Doktorarbeit aus der eigen Existenzgründung machen!

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René Starcke Business Mentoring: Businessplan Kundengewinnung

René Starcke Business Mentoring hilft beim Selbständig werden: Businessplan erstellen, Kundengewinnung oder Fremdkapital Beschaffung

Stellen Sie sich und das Startup René Starcke Business Mentoring doch kurz unseren Lesern vor

Nach fast 20 Jahren als Kundenbetreuer und Führungskraft habe ich der Bankenlandschaft den Rücken zugedreht. Ich mochte nicht mehr. Und ich hatte einfach die Nase voll von Pipeline-Meetings, Events zur Kundengewinnung, Ausschusssitzungen, Kollegen, die nur da sind, aber trotzdem Karriere machen. Ich durfte Beiträge leisten, die Anderen angenehm waren. Und ich habe mir die Frage gestellt, welchen Mehrwert bringe ich meinen Kunden? Ich habe mich gefragt, welchen Sinn hat das Ganze hier? Für mich: Keinen mehr!

Eine Sache hat mir aber immer Spaß gemacht: Kunden ehrlich und offen zu beraten und zu betreuen. Und das ist geblieben, wenn nicht sogar stärker ausgeprägt, als je zuvor. Ich möchte Menschen dabei helfen, ihre Ziele zu erreichen. Nein, ich spreche nicht von Mehrrendite, sondern davon, Menschen zu helfen, sich erfolgreich selbständig zu machen. Das startet meistens damit, einen Businessplan zu schreiben. Textteil und Zahlenteil.

Ich selber habe unzählige Businesspläne lesen dürfen, um festzustellen, ob der Arzt, der Steuerberater oder auch junge Handwerksbetriebe den Kredit bekommen – selten habe ich wirklich sagen können, das es Spaß gemacht hat, den Plan zu lesen und herauszufinden, ob die Zahlen für mich plausibel sind.

Viele habe ich in gemeinsamen Gesprächen mit Kunden entwickelt und verfeinert, so lange, bis die Aussage kam “Ja, das bin ich”

Einen Businessplan zu entwickeln ist nicht einfach, woher soll der Mensch, der einen Tisch bauen kann und diesen dann verkaufen will, das auch können? Muss er das können? Nein, er muss sich dazu Hilfe holen.

Eines höre ich in Gesprächen mit angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern immer wieder heraus: Respekt davor. “Mein Handwerk kann ich, darin bin ich Experte, aber so einen Plan aufstellen? Das Internet liefert mir zwar unzählige Vorlagen, die auch kostenlos, aber ich weiß nicht wirklich, wie ich das Ding mit Leben füllen soll. Die Bank will ihn haben, der Vermieter für die neue Gewerbefläche, aber ich bekomme es nicht hin. Zwar steht da schon was auf dem Papier, reicht das so?”

Jetzt komme ich ins Spiel. Wir schreiben zusammen Deinen Businessplan mit Text- und Zahlenteil. Nach einem ersten Kennenlernen-, Beschnuppern-, was hast Du vor- und wir sind uns einig-Gespräch, treffen wir uns in regelmäßigen Abständen, viele mögen es wöchentlich. In diesen regelmäßigen Meetings, die funktionieren auch online, besprechen wir die Änderungen, Updates, bauen sogar Neues ein. Solange, bist Dein Plan zu Dir passt. Es ist Dein Plan.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

In meinem beruflichen Leben habe ich mir oft die Frage gestellt, warum ich jenes oder welches jetzt tun muss, habe immer mehr gemerkt, dass der Tausch Zeit gegen Geld mir nicht die berufliche Zufriedenheit bringt. Letztendlich ist der Entschluss, ein eigenes Unternehmen zu gründen lange gereift und kein Schnellschuss aus einem Frustmoment heraus. 

Welche Vision steckt hinter René Starcke Business Mentoring?

Existenzgründer*innen dabei zu helfen, erfolgreich ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Sie durch das Wirrwarr der Fragezeichen auf dem Weg dorthin zu lotsen und ihnen letztendlich Klarheit und Sicherheit zu geben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die grösste Herausforderung zum Start bestand darin, es zu tun, es im Kopf wirklich zu wollen.

Aktuell ist es die Kundengewinnung und ich denke, das wird auch so bleiben, denn die Herausforderung des Verkaufens meiner Dienstleistung bestehet darin, dass sie Nichts mit anfassen, testen und von allen Seiten begutachten zu tun hat. Denn das Wesen meiner Arbeit für den Kunden ist nun mal, dass sie nicht im Regal liegt, sondern erst entsteht, wenn sie erfüllt wird. Ich berate den Kunden zu seiner Unternehmensstrategie, ich entwickle einen Businessplan – das entsteht immer erst im Austausch und (oft) im Beisein und in der Zusammenarbeit mit meinen Kundinnen und Kunden.

Bei Tätigkeit handelt es sich vor allem um eine wenig kapitalintensive beratende Tätigkeit. Zur Aufnahme der Tätigkeit fielen Kosten lediglich in geringem Umfang an. Da zentrale Bestandteile der Büro- und Geschäftsausstattung (insbesondere IT) durch Sacheinlagen abgedeckt wurden, war der Liquiditätsbedarf zu Tätigkeitsbeginn sehr begrenzt. Kosten fielen lediglich für die Erstellung von Marke, Logo, Website, etc. in Höhe von 1650 Euro an. Die Kosten wurden durch Eigenkapital gedeckt. Die Inanspruchnahme eines Bankkredits oder die Aufnahme von Fremdkapital waren so nicht notwendig / vorgesehen.

Wer ist die Zielgruppe von René Starcke Business Mentoring?

Um so genau wie möglich meine Ziel- und Lieblingskunden zu erreichen, habe ich in einem ersten Schritt zunächst versucht, mir ein wirklichkeitsgetreues Bild der soziokulturellen Vielfalt in Gesellschaften, mit den Befindlichkeiten und Orientierungen der Menschen, ihrer Werte, Lebensziele, Lebensstile und Einstellungen sowie ihren sozialen Hintergrund zu erstellen. Mit diesen „Sinus-Milieus“ verstehe ich, was die Menschen bewegt und wie sie bewegt werden können.

Aus untenstehender Grafik ersichtlich, werde ich mich auf die „Neuorientierer“ aus Mittel- und Oberschicht konzentrieren. Dies reicht mir jedoch nicht, um potenzielle Kunden mit ihren Problemen zielgerichtet zu erreichen und anzusprechen.

René Starcke Business Mentoring: Businessplan Kundengewinnung

Wie funktioniert René Starcke Business Mentoring? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Oftmals kommen Gründungswillige an einen Punkt, an dem sie nicht weiter kommen. Alle reden von Businessplänen, auf 10 Fragen gibt es 12 Antworten. Gründer*innen sehen nur noch Fragezeichen. Keine Panik!

Ich zeige Gründer*innen welche Schritte erforderlich sind, um einen Businessplan zu erstellen. Gemeinsam erarbeiten wir einen individuellen Plan. Gründer*innen wissen, was zu tun ist, um Klarheit und die Sicherheit zu erlangen, die sie brauchen, um erfolgreich das eigene Business zu starten.

Im Rahmen meines Coaching Paketes erarbeitet sich der Coachee seinen Plan. Er bekommt mich als Coach an seine Seite, der ihn mit Offenheit, Spass durch einen bewährten und erfolgserprobten Schritt-für-Schritt Prozess führt.

Was mich von anderen unterscheidet? Auf der einen Seite die Kombination von ehemaligem Bänker und jetzigem Coach, auf der anderen Seite, meine Klarheit und Offenheit – ich sage dem Gründer , wenn ich ihn oder seine Idee nicht verstehe und ggf. sogar nicht an die Umsetzung glaube.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Ich habe die Vorzüge von „Online-Coachings“ kennengelernt – eine ideale Ergänzung zum bisherigen 1:1-vor-Ort Coaching.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Durch den Kauf von technischem IT-Equipment und Apps war ich nunmehr in der Lage, Coachings „online“ durchzuführen – anfänglich etwas „komisch“ – aber gut und zielführend.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Innezuhalten und über seine beruflichen Möglichkeiten nachzudenken und Änderungen herbeizuführen.

René Starcke Business Mentoring, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ortsunabhängig als Coach zu arbeiten, Gründer*innen durch ein ein Online-Coaching-Paket auf ihrem Weg zu unterstützen und zu begleiten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

1. Keine Doktorarbeit aus der eigen Existenzgründung machen!

2. Sich sehr früh Gedanken zu machen, welches Kundenproblem löse ich – wer ist mein Zielkunde – meine Nische?

3. Sich früh Unterstützung holen, die zu mir passt! – ich kenne da einen…

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei René Starcke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Teamkompetenzen und Harmonie

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Siwalu Software KI Bilderkennung Tiererkennung

Siwalu Software KI- basierte Bilderkennung: Shazam für Tiererkennung

Stellen Sie sich und das Startup Siwalu Software doch kurz unseren Lesern vor! 

Hi, wir sind Tim und Kai von Siwalu und gemeinsam entwickeln wir KI-basierte Bilderkennung, welche als das „Shazam für Tiererkennung“ bezeichnet werden kann. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

Unsere Leidenschaft für Technik und Innovation war der Hauptgrund, dass wir 2019 die Siwalu Software GmbH gegründet haben. Uns verbindet neben der Begeisterung für Entrepreneurship auch eine langjährige Freundschaft, die als Basis für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten dient. Darüber hinaus treibt uns das gemeinsame Ziel an, durch die Verbindung von Technik und Natur einen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt zu leisten. 

Welche Vision steckt hinter Siwalu Software? 

Unsere Apps sind eine intelligente mobile Lösung für Tierfreunde, um Tiere besser kennen zu lernen und sich mit der Vielfalt der Natur auseinanderzusetzen. Unsere Vision ist es, in Zukunft durch Künstliche Intelligenz ein Echtzeit-Monitoring der Biodiversität zu ermöglichen, sodass bedrohliche Veränderungen mithilfe eines Frühwarnsystems rechtzeitig erkannt werden. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Die größte Herausforderung ist und bleibt für uns die Monetarisierung. Trotz über 3 Millionen Downloads und mehr als 300.000 Monthly Active Users ist es nicht einfach eine App zu monetarisieren. Die Entwicklung einer API für Unternehmen, die eine Tiererkennung einbinden möchten war ein Schritt, um uns davon etwas unabhängiger zu machen. Bislang sind wir noch vollständig bootstrapped. 

Wer ist die Zielgruppe von Siwalu Software? 

Da wir uns bislang auf Hunde-, Katzen- und Pferdeerkennung beschränken, sind Haustierbesitzer und Haustierbesitzerinnen definitiv unsere primäre Zielgruppe. Wir merken aber, dass die Use Cases ziemlich divers sind. So wird unsere App zum Beispiel in Tierheimen verwendet, um zugelaufene Tiere zu bestimmen oder aber auch einfach nur zum Spaß, um zu schauen welchem Tier man ähnlich sieht. 

Wie funktioniert Siwalu Software? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? 

Unsere Apps funktionieren sehr simpel. Nutzer und Nutzerinnen können einfach ein Bild hochladen oder aus der Galerie auswählen und erhalten im Anschluss automatisch die zugehörige(n) Rasse(n). Die einzige Alternative eine unbekannte Haustier-Rasse zu ermitteln ist ein DNA-Test. Der Vorteil unserer App ist daher, dass wir eine kostenlose und trotzdem zuverlässige Lösung anbieten, die zudem den Aufwand minimiert. Mittlerweile gibt es bereits einige Copy Cats von denen wir uns jedoch qualitativ abheben, sodass wir weiterhin weltweiter Markführer in der digitalen Tiererkennung sind. Unsere neueste Partnerschaft mit Snapchat, die unsere KI in ihre eigene App einbinden, unterstreicht dies auch nochmal. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert? 

Wir haben natürlich den Vorteil, ein ausschließlich digitales Produkt zu entwickeln. Daher mussten wir keine Änderungen am Produkt selbst vollziehen. Auch die Umstellung auf Home-Office war keine Problematik, da wir das auch vorher schon allen Mitarbeitern angeboten haben. Trotzdem war es natürlich eine andere Art der Kommunikation, wenn man sich nicht mehr regelmäßig im Büro austauschen konnte. Die einschneidendste Veränderung war jedoch sicherlich die unbestimmte Vertagung des Snap Partner Summit, zu dem wir nach Los Angeles eingeladen waren. Auch wenn die Partnerschaft mit Snapchat nun im Nachhinein virtuell veröffentlicht wurde, wären wir natürlich gerne da gewesen. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen? 

Die Umstellung auf Home-Office war eigentlich die einzige größere Anpassung, die wir im Zuge von COVID-19 vorgenommen haben. Regelmäßige Video-Konferenzen haben dann den direkten Austausch im Büro ersetzt. 

Wo sehen Sie in der Krise die Chance? 

Zumindest in Bezug auf Nutzerzahlen und die Dauer der Interaktion mit unserer App hat uns der Lockdown sogar geholfen, da viele in dieser Zeit nach Ablenkung gesucht haben. 

Siwalu Software, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir werden unsere Tiererkennung jetzt sukzessive weiterentwickeln und den Fokus noch stärker auf den Aufbau einer Community legen. Langfristig möchten wir eine allgemeine Tiererkennung entwickeln und somit Informationen über jede bekannte Tierart auf dem Planeten zu sammeln, um die weltweit größte und umfassendste Datenbank aufzubauen. Diese soll dann in Zukunft eine Überwachung der Artenvielfalt – also eine Art Frühwarnsystem – ermöglichen, sodass notwendige Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden können. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

  1. Interesse: Wichtig ist, dass man ernsthaftes Interesse an der Thematik mitbringt. Einfach nur gründen des Gründens wegen ist weniger sinnvoll.
  2. Teamkompetenzen: Das Team ist wahrscheinlich der wichtigste Faktor, der über den Erfolg eines Startups entscheidet. Hier sollte jeder einen Bereich abdecken, der essentiell benötigt wird.
  3. Harmonie: Für uns ist es immer klar gewesen, dass man auch Spaß an der Arbeit hat. Man verbringt so viel Zeit mit einem Startup, das wäre ohne eine positive Atmosphäre extrem kraftraubend. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Tim und Kai für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Was man gibt kommt immer irgendwann zurück

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creoptix bioanalytische Instrumente Forschung

Creoptix bioanalytische Instrumente für die Arzneimittel- und biowissenschaftliche Forschung

Stellen Sie sich und das Startup Creoptix doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Line Stigen Raquet und ich bin seit Januar 2020 CEO von Creoptix, einem Schweizer Unternehmen mit Sitz in Wädenswil bei Zürich. Wir entwickeln, bauen und vertreiben modernste bioanalytische Instrumente für die Arzneimittel- und biowissenschaftliche Forschung sowohl für industrielle als auch akademische Labors in Europa und den USA. Unser Team von Kinetik Experten ermöglicht es Wissenschaftlern, die Grenzen der Protein-Interaktionsanalyse dank hoher Empfindlichkeit und robuster Mikrofluidik zu erweitern.

Bevor ich zu Creoptix gekommen bin, habe ich bei Mettler Toledo, QIAGEN und ThermoFisher gearbeitet. Ich leitete Geschäftseinheiten in den Bereichen Laborautomation, In-vitro-Diagnostik und Infektionskrankheiten in China, den USA und Europa. Nach meinem Abschluss in Biochemie und Biowissenschaften, habe ich noch ein Studium am Keck Graduate Institute of Applied Life Sciences in Claremont, Kalifornien, abgeschlossen.

Welche Vision steckt hinter Creoptix?

Creoptix ist bestrebt, Forschung und Entwicklung zu verändern. Wir unterstützen unsere Kunden darin, die Grenzen der Wissenschaft stetig zu erweitern. Wir tun dies, indem wir Lösungen für markierungsfreie kinetische Messungen in verschiedenen Medien und unter Bedingungen anbieten, die viel näher an physiologischen Bedingungen liegen. Unser Antrieb ist es, bessere Medikamente schneller auf den Markt zu bringen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Creoptix ist ein privat finanziertes Unternehmen und wir haben unsere letzte Finanzierungsrunde (Serie C) im September 2019 erfolgreich mit einem Ergebnis von über 8 Millionen Schweizer Franken abgeschlossen.

Der Markt, in dem Creoptix tätig ist, wird von Giganten auf dem Gebiet der biomolekularen Interaktionsanalyse dominiert, daher war die erste Herausforderung unsere neue Sensor- und Mikrofluidik-Technologie bekannt zu machen. Als junges Unternehmen, das ein bahnbrechendes System einführt, hat man nur wenige Gelegenheiten potenzielle Kunden persönlich zu treffen, daher ist es wichtig, einen starken Eindruck zu hinterlassen und sicherzustellen, dass man in Erinnerung bleibt.

Mit unserem innovativen Gerät der zweiten Generation – dem WAVEsystem – das seit 2017 auf dem Markt ist, befinden wir uns nun in der Kommerzialisierungsphase und die Rekrutierung von neuen Talenten ist sicherlich eine der grössten Herausforderungen.

Wer ist die Zielgruppe von Creoptix?

Unsere Kunden kommen aus den Bereichen Arzneimittelforschung, Pflanzenwissenschaften und Diagnostik und arbeiten sowohl in der Industrie als auch in der akademischen Forschung. Wir unterstützen innovative Anwender, die daran interessiert sind, die Wissenschaft weiter zu bringen.

Wie funktioniert Creoptix? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Das Geheimnis hinter unserem bioanalytischen Gerät, dem WAVEsystem, liegt in der Kombination unserer proprietären GCI-Technologie (Grating-Coupled Interferometry) und innovativen Mikrofluidik-Technologie, die es Forschern ermöglicht, die Kinetik in verschiedensten Medien – Puffer, unfiltrierten Reaktionsgemischen, Plasma, Serum und andere – mit hoher Empfindlichkeit zu untersuchen.

Was Creoptix unterscheidet – abgesehen von unserer Technologie – ist der einzigartige Kundenservice. Unser Team zeichnet sich dadurch aus, dass es jedem unserer Kunden einen persönlichen Service bietet. Alle unsere Spezialisten sind Anwendungswissenschaftler, welche die Endbenutzer schulen, beraten und ihr Know-how mit ihnen teilen. Zusätzlich sorgt unser Team von Ingenieuren dafür, dass unsere Instrumente reibungslos funktionieren und qualitativ hochwertige Daten liefern.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Aufgrund der Corona Situation hat Creoptix seinen Fokus auf die gesteckten Ziele weiter geschärft. Auch sind wir sehr stolz darauf, dass unsere Technologie zur Bekämpfung von COVID-19 eingesetzt wird. Wir haben Kunden auf der ganzen Welt, die an verschiedenen Projekten zur Erforschung von COVID-19 arbeiten. Von gross angelegten serologischen Studien über In-Vitro-Diagnostika-Entwicklung und Therapeutika bis hin zur Erforschung von Impfstoffen. Erst kürzlich haben wir unsere Zusammenarbeit mit Prof. Adriano Aguzzi von der Universität Zürich bekannt gegeben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Anti-SARS-CoV-2-Antikörper zu charakterisieren und so zu messen, ob eine Person dem Coronavirus ausgesetzt war. Wir können es kaum erwarten, bis die ersten Ergebnisse dieser Studie vorliegen.

Unser Unternehmen musste sich auch an die eingeschränkte Mobilität anpassen, die mit den Reisebeschränkungen einherging, und neue Wege finden, um effektiv sowohl mit unseren Kunden als auch intern mit den Mitarbeitenden zu kommunizieren.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Schon sehr früh haben wir das Gespräch mit unseren Mitarbeitenden gesucht und das gesamte Team bereits im Februar auf das Home-Office vorbereitet. Einer der positiven Aspekte eines eigenen Labors ist, dass wir unser eigenes Handdesinfektionsmittel – zum Schutz unserer Mitarbeitenden – herstellen konnten, als Desinfektionsmittel überall ausverkauft war.

Da wir wussten, dass sich die Menschen bei der Arbeit von zu Hause isoliert fühlen können, erhöhten wir die Häufigkeit unserer Teambesprechungen, virtuellen Happy Hours und sogar einer wissenschaftlichen Vortragsreihe. Die Home-Office Zeit war auch eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit der Entwicklung unseres Leitbilds zu beginnen.

Darüber hinaus initiierten wir Coachingsitzungen zu Themen der Psychologie und Hirnforschung im Zusammenhang mit einer Ausgangsbeschränkung (Lockdowns) und stellten Instrumente vor, die den Mitarbeitenden helfen sollten, besser mit dieser Art Stress umzugehen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Gesellschaft wurde menschlicher und hat sich zusammengeschlossen, um das Coronavirus gemeinsam zu bekämpfen. Die Coronavirus-Krise kann für uns alle auch eine Chance sein, den Alltag zukünftig etwas langsamer anzugehen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch hat diese Zeit sicher dazu beigetragen, die Art und Weise zu überdenken, wie wir die Dinge in Zukunft angehen, beispielsweise wie wir kommunizieren, erziehen oder von zu Hause arbeiten.

Creoptix, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Creoptix ist ein globales Unternehmen, das es Wissenschaftlern auf der ganzen Welt ermöglicht, Grenzen der Kinetik zu überwinden, innovative Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und der Menschheit zu helfen, die Herausforderungen von heute (und morgen) zu bewältigen. Wir werden dies auch zukünftig zu tun, indem wir weiterhin die innovativsten Biosensoren herstellen und unsere Installationsbasis in den kommenden 5 Jahren erweitern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Ein Netzwerk von Mentoren und anderen Führungskräften aufbauen, auf das man sich für Unterstützung, Feedback und Ratschlägen – sowohl von Frauen als auch von Männern – verlassen kann.

Als Frauen werden wir schnell kategorisiert. Ignorieren Sie das, bilden Sie Ihre eigene Kategorie. Seien Sie, wer Sie sein wollen und sind Sie authentisch.

Was wir „Versagen“ nennen, ist einfach das Schicksal, das versucht, uns auf einen anderen Weg zu bringen. Lernen Sie daraus und schauen Sie nach vorne. Versuchen Sie, die beste Version von sich selbst zu sein.

Wichtig ist, dass Sie Beziehungen aufbauen, sich vernetzen und sich einbringen, wo immer möglich – was man gibt, kommt immer irgendwann zurück.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Line Stigen Raquet für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Traut euch und fangt einfach an

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Familie kocht stellt die besten vegetarischen und veganen Rezepte bereit

Familie kocht stellt die besten vegetarischen und veganen Rezepte bereit

Stellen Sie sich und das Startup Familie kocht doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Janine und Volker, beide Mitte 30 und Eltern von 3 Kindern (13, 7 und 6). Wir kochen also jeden Tag für 5 Personen, meistens mehrmals. Wer auch Kinder hat, kennt die ständigen Fragen „was gibt es heute zum Mittag?”, „was gibt es heute zum Abend?” und die auf die elterliche Antwort folgende Mäkelei. Meistens schmeckt es den Kindern zwar sehr gut, aber die Vorurteile scheinen irgendwie angeboren zu sein. Da wir beide schon immer sehr gerne kochen (und das ist auch gut so, denn wir müssen ja auch!), hat jeder von uns schon seine persönlichen Lieblingsrezepte im Kopf gehabt, oder irgendwo auf Zetteln und in Bookmarks über Jahre mitgeschleppt. Die haben wir dann immer mal wieder aus dem Gedächtnis nachgekocht. Trotzdem ist eine der größten Schwierigkeiten – ich denke da stimmen uns nicht nur andere Eltern zu – die Entscheidung:

Was soll ich heute kochen? Uns was auch allen schmeckt!

Klar gibt es fast unendlich viele Ressourcen und Rezepte, aber für ein Gericht muss man sich dann doch entscheiden und unsere verschiedenen Erinnerungen und Zettel hatten wir dann doch nicht täglich greifbar. Familie kocht stellt die besten vegetarischen und veganen Rezepte bereit, nach vielen Kategorien sortiert und einzeln auf Kinderfreundlichkeit und Schwierigkeit beim Kochen bewertet. Hier ist zu erwähnen, dass die Kinderfreundlichkeit wirklich von echten Kindern bewertet wird – denn die Meinungen zwischen Erwachsenen und Kindern gehen da oft unerwartet auseinander. Zu jedem Rezept gibt es außerdem die kompletten Nährwertangaben und eine skalierbare Mengen- und Zutatenliste. Die Zutaten können auf eine automatisch generierte Einkaufsliste hinzugefügt oder visuell in einem Wochenplan kombiniert werden. Wer kein iPad in der Küche hat, kann den Wochenplan auch ausdrucken und an die Wand hängen – wie in der Kantine.

Die Kinder können so ohne Rückfragen sehen, was es gibt. Das ganze funktioniert nicht nur mit unseren eigenen, sondern auch mit den besten Rezepten unserer User. Das ist ein ausgeklügeltes Votingsystem wie bei Reddit, kombiniert mit einer modernen User Experience, Hilfe im Alltag und absoluter Kinderfreundlichkeit für gesunde und leckere Ernährung. Und warum sollst Du Dein Lieblingsrezept in Zukunft bei uns und nicht auf einem der anderen Portale einstellen? Die Geheimzutat ist eine innovative Erfolgsbeteiligung, die nicht nur „Sterne oder Upvotes” als persönliche Bestätigung gibt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Nachdem wir die Webseite zunächst mehr oder weniger für uns selbst erstellt und dort unsere ersten Rezepte gesammelt haben, sind die Userzahlen dann doch immer weiter gestiegen. Da uns das Kochen immer noch großen Spaß macht und wir fast täglich neue Ideen, aber nicht genügend Zeit haben sie alle umzusetzen, haben wir uns entschlossen das Projekt auf „richtige Beine” zu stellen. Wir sind beide schon ziemlich erfahren in Gründungen und der Selbständigkeit gewesen, daher waren die ersten Hürden für uns nicht mehr allzu hoch. Volker kommt aus einem Haushalt mit zwei selbständigen Eltern und hat mit 15 die erste GbR gegründet, auch in der IT.

Bis heute sind da ein Paar GmbHs, Angestelltenverhältnisse und Zeiten als IT-Freiberufler dazugekommen. Es ist auf jeden Fall hilfreich mit dem Bewusstsein aufzuwachsen, dass man selbst etwas erreichen kann, wenn man hart dafür arbeitet und daran glaubt. Hilfreich waren neben den Gründungen besonders seine Zeiten beim Finanzportal OnVista, dem Hosting-Unternehmen Host Europe (heute GoDaddy) und einem Sportwagenhersteller aus Stuttgart. Einerseits hat er dort viele interessante Menschen kennengelernt, die zwischenzeitlich auch selbst gegründet haben und damit sehr erfolgreich waren, andererseits die Ins und Outs von führenden Web-Portalen, Onlinemarketing, Web Scale-Infrastruktur und starker Kundenbindung von Marken kennengelernt.

Janine hat den Gründergeist genauso in sich verwurzelt und will die Welt ein Stück verbessern. Sie hat ihre eigenen Erfahrungen in verschiedenen Startups gesammelt und wir ergänzen uns perfekt. Außerdem hat sie die notwendigen Einblicke in die Welt des gesunden Lifestyle und der vegetarischen Ernährung und immer tolle Kochideen. Es war also ganz einfach die richtige Zeit, das alles zu verbinden.

Welche Vision steckt hinter Familie kocht?

Wir stellen nur vegetarische und vegane Rezepte auf unserem Portal bereit, weil wir selbst vegetarisch leben und von dieser Ernährungsform überzeugt sind. Man braucht kein Fleisch, um jeden Tag super lecker, abwechslungsreich und gleichzeitig gesund zu essen. Mit unserer Feature-Kombination, die es so am Markt noch nicht gibt, wollen wir immer mehr Menschen die tägliche Arbeit in der Küche zur Freude machen, damit am Ende des Tages glückliche Menschen am Esstisch sitzen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Zum Glück sind wir in einer Branche, in der man bis zum Start keine großen Hürden im Sinne von Eigenkapital überwinden muss. Daher konnten wir „lean” starten und das auch bis heute so durchziehen. Wir konnten uns mit Rücklagen finanzieren und mit dem Gespür für sinnvolle Investitionen, und ziemlich alles selbst umsetzen oder sinnvoll einkaufen. Da ist es hilfreich, dass wir kombiniert die notwendigen technischen und kaufmännischen Skills und natürlich massig Küchenerfahrung gemeinsam auf den Tisch bringen.

Wer ist die Zielgruppe von Familie kocht?

Unsere Zielgruppe beschränkt sich auf Menschen, die täglich essen. Manche haben Kinder, andere wiederum nicht. Das ist auch ganz egal.

Was findet der Leser auf Familie kocht? Woher kommen die Rezepte? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wie schon gesagt, findet der Leser bei uns die besten vegetarischen und veganen Rezepte und kann diese auch selbst bewerten, oder sich an den Bewertungen der anderen User orientieren. Die Rezepte stammen alle von uns, oder sind von unseren Benutzern beigesteuert. Mit dem Zulassen von geprüften User-Rezepten können wir unser Angebot weiter diversifizieren und deutlich ausbauen. Eines unserer Alleinstellungsmerkmale ist die Kinderbewertung, die den Leser darauf hinweist, wie das jeweilige Gericht aus Kindersicht schmeckt.

Andere Teile unseres Konzeptes, wie eine Einkaufsliste, die automatisch aus Mengen und Zutaten erstellt wird, eine Warenkorbintegration an Lebensmittellieferanten oder ein Wochenplan mit Bildern sind nicht unbedingt neu in der Branche, aber selten alle kombiniert verfügbar. Wir verbinden zusätzlich die besten Elemente von modernen Web 2.0 User Generated Content-Portalen wie Reddit, Instagram und Pinterest mit einer modernen, feingeschliffenen User Experience. Als weiteres Alleinstellungsmerkmal haben wir eine innovative Erfolgsbeteiligung für Leser-Rezepte eingeführt, damit der Leser selbst zum Autoren werden möchte, und seine besten Rezepte mit der Community teilt. Jeder der gerne kocht und ein Rezept beisteuern möchte, wird mit 50% der Werbeeinnahmen auf seinen Rezeptseiten bei uns belohnt und profitiert so auch mit vom Wachstum. Ein solches seriöses und leicht zu erreichendes passives Einkommen ohne Voraussetzungen suchen heutzutage immer mehr Menschen, entweder als Zuverdienst oder sogar als Teil einer selbständigen Lebensweise, vielleicht sogar ortsunabhängig.

Als Nebeneffekt stellen wir damit natürlich auch einen Teil des Marketings auf breite Beine – die Summe aller Autoren. Natürlich sorgen wir immer für qualitätsgeprüfte Inhalte, einheitliche CI und eine saubere Außenwirkung. Wir haben also eine äußerst spannende Pipeline, klare und erreichbare Ziele und viel Herzblut bei der Umsetzung. Das wird großartig!

Familie kocht, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In 5 Jahren haben wir unsere gesteckten Ziele umgesetzt, mit den täglich sprießenden, neuen Ideen sogar noch übertrumpft und blicken zurück auf eine spannende und sehr aufregende Anfangsphase mit den üblichen Hürden, die wir gemeistert haben. Das geht uns übrigens heute schon manchmal so! Unser Ziel ist es, das führende Portal, bzw. die führende Community für gesunde Ernährung zu werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Viele warten auf „die große Idee”, den Service oder das eine Produkt, das es noch nicht gibt, aber jeder haben will. Dann gründet man und wird automatisch erfolgreich. Und darauf warten zu viele Menschen vergeblich, leider.

Obwohl wir schon mehrmals gegründet haben, kennen wir diesen Gedanken auch ziemlich gut, halten ihn aber für kategorisch falsch und man muss sich selbst regelmäßig daran erinnern. Wenn ich über unser Portal spreche und dann entgegnet wird „aber Rezeptseiten gibt’s doch schon genügend”, macht es mir immer riesige Freude zu antworten: „echt? Das wusste ich noch gar nicht, dann lösche ich das wieder”.

In Wahrheit lebt doch unser Fortschritt von Gründern, die sich trauen den Status Quo zu hinterfragen und Ideen zu haben, wie man bestehende Dinge besser machen kann. Wir sehen das sogar als Win-Win, denn vorhandene Marken und etablierte Zielgruppen machen es viel leichter, sich realistische Ziele zu setzen und diese auch zum Beispiel für Investoren belastbar in Zahlen auszudrücken.

Damit geht doch erst der klassische Startup-Pitch: „wir sind Chefkoch mit guter User Experience und echtem Beteiligungsanreiz”.

Hat Bill Gates aufgegeben, weil es schon Softwarehersteller gab? Oder hat Steve Jobs seine Ideen verworfen, weil es bereits Computerhersteller gab, die augenscheinlich den Markt beherrscht haben? Hat Richard Branson aufgegeben, weil es schon genügend Musikläden gab, oder haben sich vielmehr alle davon inspirieren lassen, dass es eine Nachfrage gibt, die aktuell nicht in der Qualität gedeckt wird, wie man sie selbst gerne als Kunde hätte. Die Liste mit bekannten und erfolgreichen Gründern ist extrem lang und wir haben hier nur 3 genannt. Für die Liste mit Menschen, die bahnbrechende Ideen hatten, um Dinge zu verändern, sich aber nicht getraut haben, fehlen uns leider die Ideen und die Namen.

Tipp #1: Traut euch, macht es so, wie ihr es gerne hättet! Die Chance ist ziemlich groß, dass ihr nicht die einzigen potentiellen Kunden eurer Produkte seid!

Tipp #2: Gründen ist nicht schwer, es kann im Prinzip direkt losgehen. (Wenn ihr nicht gerade die neue Idee für einen Raketenantrieb, aber weder das Kapital in der Spardose, noch gute Kontakte in die Venture Capital-Branche habt).

Tipp #3: Selbst felsenfest hinter seiner Idee zu stehen und für diese zu brennen wirkt Wunder und strahlt das auch an andere aus. Kunden, Investoren, Berater. Fangt einfach an…

Wir bedanken uns bei Janine Görke und Volker D. Pallas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ideen sind dazu da, um Sie umzusetzen.

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cleanbrace Desinfektionsarmband

Cleanbrace Desinfektionsarmband mit Desinfektionsmittel das 100% biologisch ist

Stellen Sie sich und das Startup Cleanbrace doch kurz unseren Lesern vor!

Till: Unser Startup Cleanbrace ist in erster Linie Hersteller und Vertreiber von unserem eigens entwickelten Desinfektionsarmbändern, die es seit kurzem Online und ab demnächst auch im Einzelhandel zu kaufen gibt. Die wiederbefüllbare Tankvorrichtung im Armband versorgt den Träger mit Desinfektionsmittel für bis zu 6 Anwendungen.

Unser Desinfektionsarmband entstand durch die Verknüpfung von zwei alltäglichen Bedürfnissen, die mittlerweile wahrscheinlich jeder kennt. Der Wunsch, sich egal wann und wo die Hände zu desinfizieren, war zu Zeiten unserer Produktentwicklung bei den meisten noch aber nicht wirklich latent.

Lasse: Das Konzept für unser Desinfektionsarmband entstand Anfang März 2020 als noch niemand die Ausmaße der weltweiten Corona-Pandemie einschätzen konnte. In den Nachrichten gab es erste Berichte von Corona-Fällen in Europa, aber uns war nicht bewusst, welche Ausmaße die Pandemie annehmen würde. Wir wollten eine coole und praktische Problemlösung für eine Marktnische entwickeln, hatten jedoch (glücklicher Weise) ein perfektes Timing und ein agiles Team für die Umsetzung.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Lasse: Cleanbrace war nicht unsere erste Unternehmensgründung. Wir haben vor Cleanbrace schon verschiedenste Erfahrungen mit der Gründung von Startups machen dürfen, teils erfolgreich und teils weniger erfolgreich. Das erlernte Wissen hat uns bei der jetzigen Gründung extrem geholfen.

Till: Durch die Teilnahme an Seminaren und Wettbewerben der STARTUP TEENS und Founders Foundation haben wir schon früh die nötigen Basics vermittelt bekommen, die uns die schnelle Umsetzung unserer Idee ermöglicht haben.

Welche Vision steckt hinter Cleanbrace?

Till: Hinter Cleanbrace steckt nicht nur unser Desinfektionsarmband. Aktuell diversifizieren wir unser Geschäftsmodell in verschiedenste Bereiche der Hygieneinfrastruktur und konzentrieren uns besonders auf mittelständische Unternehmen. Durch die Corona-Pandemie erwarten wir auch langfristig anhaltende Regularien hinsichtlich der Ausweitung von Hygienestandards in nahezu allen Industrien. Wir wollen dabei helfen, die von den Behörden geforderten Hygieneinfrastrukturen auszubauen und zu erhalten.

Lasse: Wir bauen derzeit unser Produktsortiment mit einer Desinfektionsmittel Eigenmarke aus. Unser alkoholfreies Desinfektionsmittel ist wasserbasiert und pH-neutral. Der große Vorteil: Das Desinfektionsmittel ist besonders hautfreundlich und trocknet die Hände nicht aus, sodass auch ältere Menschen und Kinder es nutzen können.                                 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Till: Die bürokratischen Hürden in Deutschland sind sehr hoch und daher besonders gründerunfreundlich. Obwohl wir schon vollgeschäftstätig waren, haben wir wochenlang auf wichtige Eintragungen gewartet, die für uns unentbehrlich waren. Deutschland ist in diesem Zusammenhang zu langsam und sollte sich an Ländern wie Litauen orientieren, die in diesen Bereich deutlich schneller und digitaler sind.

Wir haben die Produktentwicklung und Produktion aus Eigenmitteln kostengünstig durch 3D-Druck gestartet und konnten schnell erste größere Kunden gewinnen. Durch den erzielten Cashflow konnten wichtige Investitionen getätigt werden, um die Produktion der Desinfektionsarmbänder schnell zu skalieren. Von den ersten Prototypen bis zur Spritzgussproduktion vergingen nicht einmal 6 Wochen.

Wer ist die Zielgruppe von Cleanbrace?

Lasse: Im Rahmen der Corona-Pandemie hat sich unsere Zielgruppe natürlich vergrößert. Vor den genannten Entwicklungen hatten wir eine Nischenzielgruppe, die auch in Ihrem Alltag eine einfache und schnelle Möglichkeit gesucht hat, sich unterwegs die Hände zu desinfizieren. Wir merken jedoch eine anhaltend hohe Sensibilität in der Gesellschaft, auch aktuell nach der vermeintlichen Corona-Hysterie. Handhygiene ist momentan ein großes Thema und in viele Köpfen präsent. Wir rollen derzeit einen europaweiten Produktlaunch aus und konnten erste Distributoren für ins im europäischen Ausland gewinnen.

Wie funktioniert Cleanbrace? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Till: Derzeit konkurrieren wir mit anderen Anbietern aus den USA und der Slowakei. Das Cleanbrace besticht durch sein schlankes und modisches Design und ist Marktführer. Durch die Erweiterung unseres Produkt- und Dienstleistungssortiments schaffen wir ein Cleanbrace Universum für Hygieneinfrastruktur.

Des Weiteren grenzen wir uns zu unserer Konkurrenz mit einem nachhaltigen Unternehmenskultur ab. Die Armbänder werden in Deutschland von Behindertenwerkstätten gefertigt. Unser Desinfektionsmittel ist zu 100% biologisch und unschädlich für Mensch und Natur. Grade das Thema Nachhaltigkeit wird von alternativ Produkten wie z. B den Desinfektionstüchern überhaupt nicht aufgenommen. Jedes Tuch ist einzeln verpackt und erzeugt somit einen sehr hohen Materialverbrauch.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Lasse: Da wir quasi den perfekten Startpunkt für unser Produkt erwischt haben, können wir nicht sagen, wo wir heute ohne die Krise stehen würden. Arbeitstechnsich hat sich für uns wenig geändert, da wir aufgrund der verschiedenen Wohnsitze von Anfang an alle von zuhause aus „remote“ gearbeitet haben.

Cleanbrace, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Lasse: Wir hoffen natürlich, dass für viele Menschen Handhygiene immer noch ein großes Thema sein wird und unsere Produkte und Dienstleistungen nachgefragt werden. Nicht destotrotz ist es auch Aufgabe und Ziel eines Startups neue Geschäftsmodelle zu adaptieren und aus seiner Agilität heraus neue Problemlösungen hervor zu bringen.

Aus diesem Grund probieren wir unsere Wachstums- und Nutzungs-Hypothesen zu hinterfragen und unser Tempo aufrecht zu erhalten. Wir versuchen mit unserem Startup eine Hygieneinfrastruktur 2.0 aufzubauen, damit Unternehmen für zukünftige Ereignisse besser gewappnet sind.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Till: Einfach mal machen – Ideen sind dazu da, um Sie umzusetzen.

Einfach mal nachfragen – Du kennst viel mehr Menschen in deinem Umfeld, die dir helfen können und Feedback geben, als du eigentlich glaubst.

Einfach nicht aufgeben – Auch wenn das erste Geschäftsmodell nicht klappt sollte es nicht als Grund angesehen werden, um es nicht wieder zu probieren.

Wir bedanken uns bei Lasse Tischer und Till-Jonas Uphoff für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Setzt gleich von Beginn auf eine gut funktionierende Infrastruktur

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Gambio Onlineshopsystem Shops

Gambio bietet ein cloudbasiertes Onlineshopsystem für kleine bis mittlere Shops

Stellen Sie sich und das Unternehmen Gambio doch kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix Hötzinger und ich bin CEO bei Gambio. Gambio bietet ein cloudbasiertes Onlineshopsystem für kleine bis mittlere Shops und für größere Shops gibt es auch die Option zum Selberhosten. Was uns von anderen Anbietern unterscheidet, ist unser Support auf der einen und unsere Schnittstellen auf der anderen Seite. Zu unserem Service gehört nämlich ein persönlicher Telefonsupport, der vor allem beim Einrichten des Shops sehr wichtig für EinsteigerInnen aber auch erfahrene OnlinehändlerInnen ist. Außerdem bieten wir über 200 Schnittstellen zu wichtigen Services im E-Commerce, wie beispielsweise zu Payment-Anbietern, Suchmaschinenoptimierung, Rechtsservices, Preisvergleichportalen oder Social-Media-Anbindungen als Inklusivleistungen in unserem Shopsystem an. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Oftmals ist es doch so: Du stehst vor einem Problem und findest keine Lösung, die dich wirklich weiterbringt. Dann stellst du fest, dass es viele andere mit dem gleichen Problem gibt und kurzerhand (na gut, vielleicht ist es etwas komplizierter) gründest du dein eigenes Unternehmen, das eine Lösung bietet. So war es auch bei mir. Inzwischen bin ich an mehreren Gründungen beteiligt gewesen und es war jedes Mal ein spannendes Unterfangen. Zu gründen heißt ja auch immer zu gestalten und das nehme ich sehr ernst.

Welche Vision steckt hinter Gambio?

Mit unserem Shopsystem haben wir eine einfach bedienbare Möglichkeit geschaffen, das OnlinehändlerInnen dabei hilft, ihre Produkte im Netz anzubieten. Das hört bei uns beim Shopsystem nicht auf, sondern beinhaltet die gesamte Wertschöpfungskette des E-Commerce: Vom Versand, dem Warenwirtschaftssystem über das Marketing bis hin zum Design, das ohne Programmierkenntnisse angepasst werden kann. Wir wollen, dass sich die OnlinehändlerInnen bei uns gut aufgehoben fühlen und sie so wenig Arbeit wie möglich mit dem Aufsetzen und Verwalten des Onlineshops haben. Denn seien wir mal ehrlich: Als UnternehmerIn musst du so viel im Blick behalten, da wollen wir nicht nur eine Hilfe beim Verkauf von Waren sein, sondern ein verlässlicher Partner. Aus diesem Grund hosten wir übrigens auch in der Cloud: So stellen wir sicher, dass wir auch technisch immer aktuell sind, unsere Shops in Punkto Erreichbarkeit hochverfügbar sind und der technische Aufwand bei unseren Spezialisten und nicht den ShopbetreiberInnen selbst liegt.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war natürlich einmal die Gründung selbst: Unser Gründer Daniel Schnadt hat damals sehr spontan gegründet, weil auch er nach Lösungen für sein Problem suchte, aber keine fand. Er war aber selbst Händler und wusste, was HändlerInnen brauchen, um sich auf ein System verlassen zu können. Statt zu studieren hat er also direkt gegründet und das verlangt einiges an Entbehrungen ab. Auch gerade deshalb, weil wir lieber alle Einnahmen in die Weiterentwicklung und Verbesserung von Gambio gesteckt haben. Wir waren anfangs zur Untermiete in einem Büro einquartiert und haben uns keine großen Gehälter gezahlt. Wir wollten lieber Gambio voranbringen, frei nach der Devise: lieber einen neuen Mitarbeiter einstellen als ein dickes Auto fahren.

Wer ist die Zielgruppe von Gambio?

Gambio bedient mit seinem Angebot eher kleine bis mittlere Shops. Hier ist unsere Cloud-Lösung besonders beliebt, da sich den OnlinehändlerInnen hierbei vieles an Organisation und Programmierung abgenommen wird. Zusätzlich bieten wir für große Shops und alle Interessierten eine Lösung zum Self-hosting, von daher ist es auch für größere Shopanbieter interessant. 

Wie funktioniert Gambio? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir kümmern uns noch immer darum, dass HändlerInnen möglichst einfach ihren eigenen, ansprechenden Shop eröffnen und erfolgreich betreiben können. Die Anforderungen der HändlerInnen haben sich in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder geändert und dementsprechend passen auch wir unser Angebot stetig weiter an: Seit Sommer ist Gambio auch als SaaS- bzw. Cloud-Lösung verfügbar und erleichtert es den BetreiberInnen, die Shops von überall aus zu bedienen. Auch unsere vielen Schnittstellen machen Gambio zu einem Rundum-Service.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Neben den üblichen Vorkehrungen, dass alle MitarbeiterInnen von heute auf morgen vom Homeoffice aus gearbeitet haben und wir unsere Kommunikation dadurch stark anpassen mussten, gab es einen beachtlichen Anstieg der Nachfrage an Testshops. Wir haben gemerkt, dass viele EinzelhändlerInnen in ihrer Not der Schließung, nach Möglichkeiten suchten, ihre Vertriebswege online auszubauen. Wir hatten also neben der Herausforderung, unsere über 50 MitarbeiterInnen remote zu betreuen, auch noch einen Anstieg der Nachfrage und somit eine höhere Nachfrage des Supports zu verzeichnen. Das waren spannende Zeiten, weil in der Branche des E-Commerce echt was los war. 

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wie schon erwähnt, haben wir von jetzt auf gleich alle MitarbeiterInnen ins Homeoffice geschickt und das bei immerhin über 50 Angestellten, das war schon eine Herausforderung. Da wir aber sowieso schon ein sehr flexibles Arbeitszeitmodell und eine Homeoffice-Lösung angeboten hatten, ging die Umstellung relativ glatt und alle MitarbeiterInnen sind technisch gut mit Laptops und neuester Technik ausgestattet. Zudem haben wir uns auf eine Kernarbeitszeit von 11:00 bis 16:30 Uhr geeinigt.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Chance sehe ich ganz klar in der Digitalisierung. Auch der Einzelhandel könnte die Chance ergreifen und neben seinem analogen Angebot ein digitales auf die Beine stellen. Denn niemand will, dass die Innenstädte aussterben, allerdings überholt der Onlinehandel den Einzelhandel. Beides lässt sich aber kombinieren: Indem der Einzelhandel nebenher einen Onlinehandel laufen lässt. Denn viele Dinge, wie ein Lager und ein Kundenstamm sind schon vorhanden. So können sich Einzelhändler auch vor zukünftigen Lockdows wappnen.

Gambio, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Nach wie vor steht Gambio in fünf Jahren auf gesunden Beinen und wir sind mit der Entwicklung weiter, sind natürlich um einiges größer als heute. Insbesondere den Cloud-Bereich werden wir massiv weiter vorantreiben, hier sehen wir großes Potenzial und wir wollen hier führend im deutschsprachigen Raum sein. Auch die Wertschöpfungskette wollen wir mit neuen PartnerInnen weiter ausbauen. Es soll für HändlerInnen noch einfacher werden, einen Shop aufzubauen, der nicht nur schick aussieht, sondern auch wirklich etwas unter der Haube hat, damit auch kleine HändlerInnen eine Chance haben, gegen die großen Player zu bestehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Mein erster  Tipp an Gründer ist: einfach machen und schnell profitabel werden. Somit ist man unabhängig von Investoren. Scheut euch außerdem nicht davor, auch Leute einzustellen, die klüger sind als ihr es selbst seid – es kann und muss niemand ein Experte auf allen Feldern sein. Und zuletzt: Setzt gleich von Beginn auf eine gut funktionierende Infrastruktur, die euren Wünschen entspricht: Nichts ist ärgerlicher als eine billige Internetverbindung oder alte Technik, die dann schlechte Ergebnisse und unmotivierte MitarbeiterInnen nach sich ziehen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix Hötzinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Verrennt euch nicht in der Perfektion eures Produktes

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Click A Tree Bäume pflanzen Lebensraum Tiere Klimawandel
Foto: Leonel [nelo] Mijangos www.nelomh.com

Click A Tree: Bäume pflanzen Lebensraum für Tiere schaffen und aktiv den Klimawandel bekämpfen

Stellen Sie sich und das Startup Click A Tree doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, ich bin Chris. Als passionierter Weltenbummler habe ich bereits auf fünf Kontinenten gelebt und gearbeitet. Während meiner fünf Jahre in Thailand habe ich mich in die Elefanten dort verliebt. Deren größtes Problem ist der Verlust von Lebensraum auf Grund von Agrikultur, Infrastruktur und des Klimawandels. Und so entstand Click A Tree: Aus der Motivation heraus, Lebensraum für Elefanten zu schaffen.

Inzwischen haben wir bereits über 100.000 Bäume gepflanzt. Sowohl mit Hilfe von Privatpersonen als auch für Startups und Firmen aller Art. Das Tolle ist: Bäume bieten nicht nur Lebensraum für Tiere aller Art, sondern bekämpfen auch aktiv den Klimawandel. Außerdem schafft die Pflanzung von Bäumen Vollzeitjobs und -einkommen für Menschen in Gegenden, wo diese Jobs echt dringend benötigt werden. Somit unterstützen wir und unsere Partner aktuell 16 der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN. Darauf sind wir mächtig stolz.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Tatsächlich war das anfangs gar nicht meine Intention. Es gibt ja bereits andere Firmen, die Bäume pflanzen, und ich wollte einfach nur mit ihnen zusammen arbeiten. Leider sind sehr viele dieser Firmen in ihren Strukturen und Prozessen unglaublich eingefahren. Das erschwert eine Zusammenarbeit – sowohl für mich damals, als auch für Startups sowie kleinere und mittelständische Firmen, welche sich gerne nachhaltig engagieren möchten.

Also beschloss ich, das zu ändern, und eine Firma zu gründen, mit welcher Bäume pflanzen wirklich einfach wird. Sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen – egal, wie groß sie sind, und wie viele Bäume sie im Jahr pflanzen möchten. Das traf den Zahn der Zeit. Da moderne Kunden nachhaltiges Engagement voraussetzen, müssen sich Firmen nachhaltig engagieren, um am Markt zu bleiben.

Unser B2B Partnerprogramm ist ein großer Erfolg, und wir arbeiten mit Firmen im Tourismus, in der Mode- und Beautyindustrie, in der Gastronomie, mit IT-Beratern und aus zahlreichen weiteren Fachbereichen zusammen. Die Größe unserer Partner reicht von kleinen Startups bis hin zu Branchengrößen wie Best Western oder Booking.com. Wir sind sehr gut darin, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, welche für die Situation und die Ziele des jeweiligen Partners passt.

Welche Vision steckt hinter Click A Tree?

Click A Tree macht Nachhaltigkeit einfach. Nur so erreichen wir die Massen, und nur so können wir nachhaltiges Handeln in den Alltag integrieren. Es begann mit B’n’Tree, einer Reiseplattform, die Bäume pflanzt. Ein einziger Mausclick pflanzt einen Baum – ohne jegliche Mehrkosten für die Nutzer. Doch auch diesen einen Click wollten wir noch elimieren – und haben es geschafft.

Inzwischen kann man Bäume pflanzen während man Sushi isst oder mit dem E-Scooter durch die City braust. Ohne, dass man irgendetwas an den Alltagsgewohnheiten ändern muss, werden Bäume gepflanzt.Und das soll für jede Alltagsgewohnheit so werden.

Von der Idee bis zum Start, wie haben Sie sich finanziert?

Click A Tree ist komplett eigenfinanziert. „Bäume pflanzen“ ist offensichtlich nicht revolutionär genug, um große Investoren anzulocken. Aber das ist auch in Ordnung so. So wachsen wir organisch, mit unseren Partnern zusammen, und können die Firma exakt so aufziehen, wie wir uns das vorstellen.

Sicherlich könnte man nämlich auch billiger Bäume pflanzen, indem man beispielsweise auf Freiwilligenarbeit setzt. Das ist aber nicht unser Ansatz. Wir möchten Nachhaltigkeit ganzheitlich nachhaltig machen.Das ist dann etwas teurer, und somit dauert das Wachstum etwas länger. Aber Bäume zu pflanzen ist eben ein langfristiges Unterfangen. Und deshalb sind wir bereit, die kommenden Jahrzehnte der Wiederaufforstung des Planeten zu widmen.

Wer ist die Zielgruppe von Click A Tree?

Prinzipiell darf jeder mit uns Bäume pflanzen, denn jeder Baum zählt. B2B arbeiten wir vorzugsweise mit Startups sowie kleineren und mittelständischen Unternehmen zusammen. Aber insgesamt sind alle herzlich eingeladen, die verstanden haben, dass die 20er die Dekade sind, in welcher wir unseren Planeten retten müssen. (Deshalb nennen wir sie liebevoll „Die Twentrees“.)

Wie funktioniert Click A Tree? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Click A Tree funktioniert so einfach, wie es klingt: Man besucht clickatree.com und pflanzt mit wenigen Mausclicks einen echt Baum. Dieser wird in der Baumschule angezüchtet, anschließend aufs Feld ausgepflanzt und auch dort noch jahrelang gehegt und gepflegt. So erschaffen wir diversifizierte Mischwälder, welche aus Dutzenden verschiedener Baumarten bestehen. Diese dienen als Lebensraum für Tiere und sind bestmöglich auf die Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet.

Manche Anbieter pflanzen vorzugsweise Nutzpflanzen, was in Obstplantagen resultiert. Diese sind als Lebensraum für Tiere denkbar ungeeignet. Andere wiederum drücken die Kosten, indem sie minimale Gehälter zahlen oder sich gar auf Freiwilligenarbeit verlassen. Das ist schwierig, da Menschen lediglich einige Wochen, bisweilen mehrere Monate freiwillig arbeiten. Um Wälder zu erschaffen, muss man jedoch in Jahren und Jahrzehnten rechnen, nicht in Wochen und Monaten.

Wir verzichten komplett auf Freiwilligenarbeit, was den wertvollen Zusatzeffekt hat, dass die lokalen Gemeinden die Wälder auch auf Jahrzehnte hinaus pflegen und schützen. Denn Wiederaufforstung ergibt natürlich nur Sinn, wenn die Bäume auch stehen bleiben.

Für Firmenpartner bieten wir den Extramehrwert des personalisierten Marketingmaterials, und das bereits ab sehr geringen Pflanzungsmengen von 500 Bäumen. Bei anderen Anbietern muss man jährlich 600.000 Bäume pflanzen, um an personalisiertes Bildmaterial zu gelangen! Mit personalisiertem Bildmaterial gewinnen unsere Partner neue Kunden, verkaufen mehr, und pflanzen somit noch mehr Bäume. So ist das ein win-win-win für alle Beteiligten.

Click A Tree Bäume pflanzen Lebensraum Tiere Klimawandel

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Vor Corona waren wir ein wenig zu stark auf die Tourismusindustrie spezialisiert. Glücklicherweise haben wir bereits Mitte letzten Jahres begonnen, auch mit Partnern in anderen Branchen zusammen zu arbeiten – das haben wir während der vergangenen Monate weiter forciert.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Glücklicherweise fahren wir seit Beginn mit einer extrem schlanken Kostenstruktur. So konnten wir auch in den vergangenen Monaten weiter arbeiten. Die Anzahl an gepflanzten Bäumen ist leider zurück gegangen, was die Menschen vor Ort immer am Härtesten trifft. Wir sind jedoch stolz dass wir sämtliche Arbeitsplätze erhalten konnten, und sind somit gerüstet in den kommenden Monaten wieder mehr zu pflanzen.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Corona ist praktisch eine Art Vorläufer des Klimawandels. Schließlich kam das Virus von Tieren, in deren Lebensraum wir zu tief eingedrungen sind. Wenn wir weitermachen wie zuvor, werden wir regelmäßig mit globalen Pandemien kämpfen müssen. Und das möchte keiner. Folglich ist nun die große Chance, Dinge anders zu machen als zuvor. Nachhaltiger. Fairer. Besser. Das sehen zum Glück sehr viele Menschen so. Fakt ist, dass wir alle von mehr Nachhaltigkeit profitieren. Und wenn wir alle nicht nur reden, sondern auch handeln, dann hat die grüne Wende eine realistische Chance.

Click A Tree, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir integrieren Nachhaltigkeit weiter in den Alltag. In fünf Jahren pflanzt jeder Mensch jeden Tag automatisch Bäume. Wer essen geht, ein Busticket bucht, etwas im Internet bestellt oder eine Hotelübernachtung reserviert – für jede Transaktion werden Bäume gepflanzt. Und so erreichen wir die gigantische Anzahl an Bäumen, die es braucht, um unseren Planeten wieder grün werden zu lassen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Holt euch Rat – so viel ihr könnt. Nutzt eure Netzwerke, und baut sie weiter aus. Holt euch so viele Tipps von so vielen verschiedenen Menschen wie möglich. Lernt so viel ihr könnt. Man weiß nie, wann man es braucht.
  2. Denkt zwei Schritte weiter. Kreiert keine Produkte, die in 2 Jahren obsolet sind. Und integriert Nachhaltigkeit unbedingt in euren Businessplan. Nachhaltigkeit ist wie die Digitalisierung vor 20 Jahren – wer nicht mitmacht, ist bald nicht mehr am Markt.
  3. Tut es. Verrennt euch nicht in der Perfektion eures Produktes. Kreiert ein MVP (das kann zu Beginn einfach nur eine Webseite sein) und bringt es an den Markt. Sammelt real life Feedback und entwickelt euch damit weiter. So seid ihr immer am Puls der Zeit und erschafft etwas, was eure Kunden auch wirklich wollen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Chris Kaiser für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Ein Plan ist immer nur so gut wie seine Umsetzung

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RoadJet Premium Fernbus Anbieter- First-class Reisen zu Economy Preisen

RoadJet Premium Fernbus Anbieter- First-class Reisen zu Economy Preisen

Stellen Sie sich und das Startup RoadJet doch kurz unseren Lesern vor!

Hi, ich bin Muhammed Simsek, ich bin Mujib Bazhwal und zusammen sind wir die Gründer von RoadJet. RoadJet ist Europas erster Premiumanbieter für Fernbusreisen und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht unsere Kunden ein neues Reiseerlebnis zu ermöglichen. Wir wollen, dass unsere Kunden entspannt und vor allem komfortabel reisen können und dabei die Annehmlichkeiten genießen, die sie aus anderen Premium Reiseangeboten wie Business Class Flügen kennen – aber selbstverständlich kann man in unseren Bussen auch sehr gut arbeiten. Für unseren Service haben wir einen innovativen Doppelstockbus entworfen, der nach unseren Vorgaben exklusiv für uns konstruiert wurde. Muhammeds Hintergrund als Karosseriebaumeister und Mujibs Erfahrung als Innovationsmanager in der Automobilndustrie waren dafür natürlich besonders nützlich.

 
Ab August 2020 gehen wir mit unserer eigenen Flotte an den Start und werden eine komfortable, zuverlässige und nachhaltige Alternative zum bestehenden Angebot im Fernreisemarkt darstellen. Bei der Entwicklung des Konzeptes haben wir uns an der ersten Klasse der Bahn oder der Business Class von Flugreiseanbieter orientiert. Unser Ziel ist es, den Komfortlevel der Bahn sowie des innereuropäischen Flugreiseangebotes zu übertreffen und dabei das Preisniveau deutlich zu unterbieten.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Muhammed: Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und bin dadurch auch schon sehr früh mit dem Unternehmertum in Kontakt gekommen. Mein erstes Unternehmen habe ich bereits mit 18 Jahren gegründet. Die Idee zu RoadJet ist mir gekommen, weil ich als Unternehmer sehr viel gereist bin. Dabei hat mir eine vollwertige Alternative zur Bahn und dem Flugzeug gefehlt. 

Mujib: Ich habe in den vergangenen Jahren einen Corporate Inkubator mit aufgebaut. Dort haben wir Corporate Startups entwickelt und ich hatte die Möglichkeit diese Startups bei der Skalierung zu unterstützen. Mir haben die Dynamik, Arbeitsweise und die Möglichkeit selbst etwas Neues zu erschaffen so sehr gefallen, dass ich mich entschlossen habe selbst zu gründen. 

Welche Vision steckt hinter RoadJet?

Unsere Vision ist es, RoadJet zu einer Mobilitätsplattform mit verschiedenen Verkehrsmitteln auszubauen und so ein eigenes Reise-Ökosystem zu erschaffen, die komfortabel, effizient, preiswert und ökologisch zugleich sein wird.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Für unser Produkt hatten wir von Anfang an genaue Vorstellungen. Wir wussten wie der Bus auszusehen hat, mussten aber feststellen, dass es keinen Anbieter am Markt gibt, der diesen Ansprüchen genügt hätte. Die Herausforderung bestand darin, einen verlässlichen Partner zu finden, mit dem wir unser Konzept entwickeln konnten. Fündig wurden wir bei einem Spezialfahrzeughersteller. Durch seinen Hintergrund als Karosseriebaumeister konnte Muhammed die Entwicklung des Busses wesentlich mitgestalten.

Hinsichtlich Finanzierung konnten wir schnell einige Investoren auf uns aufmerksam machen und auch einen Investor für uns gewinnen. Zeitgleich sind wir auf das Pre-Seed-Programm des Landes Baden-Württemberg aufmerksam geworden und haben uns letztlich damit die erste Finanzierung gesichert. 

Wer ist die Zielgruppe von RoadJet?

Das Angebot von RoadJet wendet sich an qualitätsbewusste Kunden, die nachhaltig, komfortabel und preiswert von A nach B reisen möchten. Ein besonderer Vorteil unseres Angebots liegt darin, dass wir Nachtfahrten anbieten, sodass vor allem Vielreisende ihre Zeit noch effizienter nutzen können. Freitags noch einen vollen Projekttag beim Kunden in Stuttgart und Samstagmorgen ausgeschlafen beim gemütlichen Frühstück im Kreise der Familie in Berlin? Mit RoadJet wird das möglich!

Wie funktioniert RoadJet? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

RoadJet bietet durch die speziell gefertigten Sitze ein hohes Maß an Komfort. Wir übertreffen damit sämtliche Verkehrsmittel, die im Inland operieren, egal ob Inlandsflüge oder die erste Klasse der Bahn. Wir bieten highspeed Internet an Board, sowie ein umfangreiches Entertainment Programm, ähnlich wie man es von Langstreckenflügen gewohnt ist. Snacks, frischer Kaffee und ein zusätzlicher Waschraum runden das Angebot ab. 

Zudem legen wir besonderen Wert auf Sicherheit. Unsere Busse sind neben anderen Features mit Alkoholtestern zur Freischaltung der Zündung ausgestattet. Nur bei 0,0 Promille lässt sich der Bus einschalten. Was uns ebenfalls klar von den Wettbewerbern unterscheidet ist, dass wir unsere eigene Busflotte mit unseren eigenen Fahrern aufbauen. Uns ist es besonders wichtig, dass unsere Fahrer sich wohl fühlen, gut bezahlt werden, ausreichend Ruhezeiten haben und sich stark mit RoadJet identifizieren. Dadurch wollen wir auch als Arbeitgeber überdurchschnittliche Leistungen anbieten.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Die Corona Pandemie hat uns, wie viele anderen Unternehmen in der Reisebranche auch, hart erwischt. Der Lockdown in den verschiedenen Ländern unserer Zulieferer hat für eine Verzögerung in unserem Produktionsplan gesorgt und dafür, dass wir unsere Jungfernfahrt verschieben mussten. Unsere Busse werden in Spanien gefertigt und das Produktionswerk musste mehrere Wochen schließen, was wiederum zur Verzögerung der Auslieferung unserer Busse geführt hat. Wir konnten so zwar unsere Markteinführung nicht wie geplant umsetzen, jedoch hat sich das auch als Glück im Unglück herausgestellt. Dadurch das wir mit unserem Service noch nicht live waren, hatten wir deutlich geringere operative Kosten als ursprünglich geplant.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Unser Bus ist grundsätzlich so konzipiert, dass die Passagiere in relativ großem Abstand zueinander sitzen. Unsere Sitze sind extra breit, wir haben lediglich drei Sitzreihen, anstatt wie üblich vier. Ein besonderes Merkmal ist jedoch, dass wir auf zwei Ebenen lediglich 44 Sitze haben. Das ermöglicht unseren Passagieren einen sehr geräumigen Sitzabstand.

Wir geben in unserem Bus Schutzmasken heraus und stellen so sicher, dass jeder während der Reise eine Maske tragen kann. Wir haben für ausreichend Desinfektionsmittel in unseren Bussen gesorgt und neben der Toilette einen zusätzlichen Waschraum, in dem die Passagiere sich die z.B. die Hände waschen können. Zusätzlich desinfizieren wir unsere Busse mit besonderen Technologien wie z.B. UV-Licht.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Die Krise hat die komplette Reisebranche auf den Kopf gestellt. Wir sind der Meinung, dass sich die Art und Weise wie wir reisen wollen und dadurch die Reiseangebote stark verändern werden. Wir sehen eine große Chance darin, zu einem Zeitpunkt auf den Markt zu kommen in dem alle anderen Player sich ebenfalls neu ausrichten müssen. 

RoadJet, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ohne zu viel zu verraten, haben wir ganz klare Vorstellungen davon, in welche Richtung wir uns weiter entwickeln wollen. Wie bereits erwähnt, werden wir RoadJet langfristig zu einer Mobilitätsplattform ausbauen. Dabei ist das Fernbusgeschäft lediglich ein Baustein. Soviel kann ich verraten, wir streben keinen schnellen Exit an. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

  1. Execution is King! Ein Plan ist immer nur so gut wie seine Umsetzung.
  2. Im Zweifel immer auf das eigene Bauchgefühl hören!
  3. Don’t overengineer! Nicht alles bis ins letzte Detail durchentwickeln. Lieber mit einem MVP starten und mit Feedback vom Kunden durch Iterationsschleifen verfeinern.

Wir bedanken uns bei Muhammed Simsek und Mujib Bazhwal für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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